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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baugeschehen: Johannisplatz


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piTTi
05.05.10, 16:08
Sachsen-Fernsehen widmet sich etwas ausführlicher dem Rawema-Haus inkl. Interview mit Claus Kellnberger. In drei bis vier Wochen geht es bereits los. Auch wird von einem Parkhaus gesprochen, welches neben dem Postgebäude entstehen soll: Klick (http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=705420)

cherubino
05.05.10, 18:35
Um Himmels Willen. Das ist ja das worst case scenario. Der Rawema Klotz bleibt ohne architektonische Veränderung erhalten, der Zwischenbau wird nur ein zweigeschosser und das stadtbilprägende Grundstück neben der Post wird nur mit einem Parkhaus bebaut. So war das mit der neuen Innenstadt nicht gedacht. Eine richtige Katastrophe. Wirklich ärgerlich.

cherubino
07.05.10, 11:37
Herr Kellenberger, bitte nicht

Claus Kellenberger hat sich verdient um Chemnitz gemacht. Mit dem Umbau des ERMAFA Komplexes zu einem Einkaufszentrum, der Sanierung des Rosenhofes und des T3 Komplexes an der Stadthalle sind durch ihn wichtige Beiträge für ein urbanes Chemnitz geleistet worden.

Doch die nun von ihm geplante Sanierung des RAWEMA Hauses in der Innenstadt schadet Chemnitz mehr als es der Stadt nützt, weil es dem Projekt an städtebaulicher und architektonischer Qualität fehlt.

Die städtebauliche Neuordnung des ehemaligen Johannisplatzes ist in Chemnitz im Rahmen der Planungen für eine neue Innenstadt als wichtiger Bestandteil erkannt worden. Schon vor 10 Jahren gab es einen Architekturwettbewerb, der einen Entwurf für die Neugestaltung der unattraktiven Fassade des Rawema Gebäudes zum Ziel hatte. Der Siegerentwurf sollte für potentielle Investoren, die das Gebäude sanieren wollen, ein Wegweiser sein.
Für den Johannisplatz selbst war der Neubau eines Gebäudes zwischen Bundesbank und Rawemagebäude in der Traufhöhe des Bundesbankgebäudes vorgesehen, sowie der Neubau eines Gebäudes zwischen historischer Dresdner Bank und Postgebäude. Ein weiteres neues Gebäude, als Parkhaus angedacht, sollte den Johannisplatz räumlich von der Bahnhofstraße trennen.
Der neue Johannisplatz wäre so, angelehnt an den historischen Johannisplatz, ein eigenständiges, attraktives Quartier in der Chemnitzer Innenstadt geworden.

Die nun vorgestellten Pläne von Investor Claus Kellenberger zum Umbau des RAWEMA Hauses zeigen, dass kein einziger Punkt aus diesen ursprünglichen Planungen umgesetzt wird. Das Ganze abgesegnet von der Stadt und in den letzten Tagen bejubelt von den Chemnitzer Medien. Das RAWEMA Haus behält seine unattraktive Blech-/Glasfassade, zwischen ehemaliger Bundesbank und RAWEMA Haus entsteht nur ein Zweigeschosser und als i Punkt soll das Stadtbild prägende Grundstück neben der historischen Dresdner Bank mit einem Parkhaus bebaut werden. Das ursprünglich vorgesehene Gebäude zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße ist aus dem aktuellen Bebauungsplan für das Areal gleich ganz verschwunden.

Warum macht Chemnitz das mit?
Das Ergebnis wird banal sein und es wird dem Anspruch, den Chemnitz mit der Architektur rund um das Rathaus eingegangen ist, nicht gerecht werden. Die wenigen Baufelder in der Chemnitzer Innenstadt müssen unbedingt mit hochwertiger Architektur bebaut werden, damit diese wenigen neuen Gebäude Chemnitz eine nachhaltig wirkende Mitte geben. Derart Investorenarchitektur wie jetzt geplant, ist hier fehl am Platz. Wozu haben wir in Chemnitz erst ein Kuratorium für Stadtgestaltung berufen, wenn es hier an so einem wichtigen Punkt nicht zu Rate gezogen wird?

Überhaupt hat man den Eindruck, dass das Thema Innenstadtbebauung zum Stiefkind verkommen ist. Immer mehr Innenstadtbaufelder sind schon, oder werden mit aufwendigen Interimslösungen versehen. Es begann mit den Pavillonbauten vor der Schmidtbank Passage und dem Bau eines Parkplatzes auf dem Baufeld D3 an der Lohstraße. Das Baufeld E2 wurde mit der Sanierung des Kaufhauses Tietz als Platz gestaltet, das Tietz an dieser Stelle mit einer aufwendigen Glasfassade versehen. Höhepunkt dieser Entwicklung ist die Gestaltung der Baufelder zwischen Deutscher Bank und Moritzhof als Park. Diese Baufelder sind in neueren Planungen gar nicht mehr vorhanden. Das heißt, die neue Chemnitzer Innenstadt wird so, wie geplant, gar nicht mehr kommen. Und das liegt bestimmt nicht an der demografischen Entwicklung der Stadt. Die wenigen Neubauten hätte Chemnitz schaffen können. Man gibt einfach auf halber Strecke auf. Zum Nachteil von Chemnitz. In anderen ostdeutschen Großstädten, die wirtschaftlich weniger stärker sind als Chemnitz, wird in den Innenstädten gebaut was das Zeug hält. Hier gibt es sogar Wiederaufbauprojekte von im Krieg zerstörter Bauten. Und dabei denke ich nicht an Dresden.

Es ist wie am Beginn des Stadtumbaus in Chemnitz, niemand legt ein Veto ein. Die Verantwortlichen in der Stadt dürfen machen. Die Folgen waren verheerend für Chemnitz. Für die Innenstadtbebauung gibt es eine gute Planung. Man sollte sich an dieser halten.

baudenkmäler-chemnitz.de

lguenth1
19.05.10, 18:30
Den Bauausführungsbeschluss für die Errichtung der "Chemnitzer Wallanlage/Johannisplatz im Bereich zwischen Straße der Nationen und Bahnhofstraße" kann man bei der Stadt einsehen (Link (http://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=8510&voselect=6283), Karte siehe Anlage 4: Entwurf Seite 1). Für 1,6 Mio. Euro soll dabei der Wall von der Straße der Nationen bis zur Zentralhaltestelle fortgeführt werden, sicher auch in Unterstützung der Investitionen von Herrn Kellnberger in diesem Bereich (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4y8qj2986r&scene=10834298&lvl=1&sty=b&where1=Johannisplatz%2C%2009111%20C hemnitz)).

piTTi
26.05.10, 21:56
Den Bauausführungsbeschluss für die Errichtung der "Chemnitzer Wallanlage/Johannisplatz im Bereich zwischen Straße der Nationen und Bahnhofstraße" kann man bei der Stadt einsehen (Link (http://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=8510&voselect=6283), Karte siehe Anlage 4: Entwurf Seite 1). Für 1,6 Mio. Euro soll dabei der Wall von der Straße der Nationen bis zur Zentralhaltestelle fortgeführt werden, sicher auch in Unterstützung der Investitionen von Herrn Kellnberger in diesem Bereich (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4y8qj2986r&scene=10834298&lvl=1&sty=b&where1=Johannisplatz%2C%2009111%20C hemnitz)).

Und schon gibt es Einspruch: Investor möchte Wall-Pläne nachbessern (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7382132.php)

lguenth1
27.05.10, 00:16
Einspruch zwar, aber ein sehr konstruktiver. Das von Kellnberger gewünschte Gebäude zwischen Sparkasse und Zentralhaltestelle macht auf jeden Fall Sinn. Und ich würde ihm zutrauen, daß er es gleich selber baut, der Mann hat eine sehr zupackende Art. Das Rathaus scheint er jedenfalls gehörig aufzuscheuchen...
Auch der Aufbau eines Brunnens kann eigentlich nur auf breite Zustimmung stoßen. Wenn dabei wirklich der Saxonia-Brunnen (http://www.historisches-chemnitz.de/altchemnitz/denkmaeler/saxoniabrunnen/saxoniabrunnen.html) wiederaufgebaut würde, wäre das sicher ein ganz besonderes Glanzstück. Übrigens enthält der Artikel auch noch die Information, daß der Zwischenbau zwischen Rawema und Bundesbank wohl doch mindestens drei Etagen erhält, was nach den ersten Vermutungen noch fraglich war und gerade von Cherubino kritisiert wurde. Leider hat Herr Kellnberger das Internet noch nicht als Vermarktungs- und Informationsmittel entdeckt, deshalb muß man sich alles mehr oder weniger zusammenreimen...

cherubino
27.05.10, 09:33
Der Saxonia Brunnen gehört keinesfalls auf den Johannisplatz. Der Brunnen braucht einen kleinen kleinteiligen Platz um sich. Ideal wäre der Düsseldorfer Platz.

Der Johannisplatz ist für Chemnitz geschichtlich sehr bedeutent. Dort sollte wie ursprünglich geplant der kleine Pavillon mit Informationen zur Chemnitzer Altstadt errichtet werden.

piTTi
29.05.10, 10:08
Wesseler hat gestern dem Vorschlag für die neue Alufassade des Rawema-Hauses zugestimmt. So kann ab Mitte Juni Baubeginn der neuen Fassade sein. Mehr dazu in diesem Artikel der FP (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7383653.php). Leider hat man nicht noch die Visualisierung online gestellt, auf der man das Gebäude in seiner Gänze sieht.

lguenth1
29.05.10, 10:27
Die Umgestaltung der Fassade, die den Ersatz der Silberverkleidung durch Aluminiumelemente vorsieht, holt meines Erachtens aus der Struktur des Baus das Beste heraus und ist eine stimmige Fortsetzung der modernen Innenstadt-Architektur. Schon im September wird man dann sehen, ob sich diese Einschätzung auch in der Praxis bestätigt.

lguenth1
14.07.10, 18:26
Wie bereits hier vermeldet, strebt Investor Claus Kellnberger die Wiedererrichtung des eingelagerten Saxonia-Brunnens (http://www.historisches-chemnitz.de/altchemnitz/denkmaeler/saxoniabrunnen/saxoniabrunnen.html) am Johannisplatz oder der Zentralhaltestelle an. OB Ludwig äußert sich zustimmend: "Ein Brunnen, auch der Saxonia-Brunnen, ist möglich, muss sich aber bei der weiteren Entwicklung des Fußgängerboulevards Grüner Wall einpassen."

Kellnberger wolle die noch vorhandenen unteren Teile des Wasserspieles auf eigene Kosten in Ordnung bringen, mit neuen Leitungen versehen lassen und betreiben. Diskussionen über die Gestaltung und den Ersatz für den fehlenden Brunnen-Aufsatz möchte Kellnberger derzeit hingegen nicht führen. Das ist für mich der entscheidende Wermutstropfen der Pläne, da der Sockel und der Aufsatz an sich (Abbildung in der heutigen Freien Presse) wenig sehenswert sind.

cherubino
14.07.10, 20:08
Die Stadt wollte den Brunnen gar nicht fotografieren lassen, genau so wie sie die Studie zu den Wohnvierteln nicht veröffentlichen wollte,,,,

Der Saxoniabrunnen gehört nicht auf den Johannisplatz sondern auf den neuen Düsseldorfer Platz.

Mein Tipp, die Hartmannstraße 16 an den neuen Investor verkaufen, die gesparten 300 tsd. Euro in den Saxoniabrunnen investieren und den auf den Düsseldorfer Platz, der demnächst fertig wird stellen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

piTTi
29.07.10, 13:34
Am Rawema-Haus geht es nun auch los. Dazu ein kurzer Beitrag von Sachsen Fernsehen: Klick (http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=783178)

Die Freie Presse hat sich heute auch dem Haus gewidmet und dabei die zukünftige Mietsituation beleuchtet. Leider ist der Artikel (noch) nicht online zu finden.

Pfennigfuchs und City-Glas ziehen aus. An der Ecke zum Posthof hin sowie im neuen Anbau, soll auf zwei Etagen (inkl. zwei Rolltreppenanlagen) und 4.500 Quadratmetern Platz ein Großmieter einziehen. Drei Firmen zeigen Interesse.

Zuerst wird übrigens die rechte Hälfte des Erdgeschosses entkernt. Damit haben die Mieter der linken Hälfte wie Bliedung, Cortina und Norisbank noch bis Anfang 2011 Zeit. Die Norisbank soll als Mieter gehalten werden. Der Asia Ramschladen wird ausziehen, denn die zukünftige Miete ist zu hoch. Bliedung bleibt und wird nur wenige Meter weiter nach rechts ziehen. Auch das Cortina würde Kellnberger gerne weiter als Mieter halten und bietet an, dass das Eiscafé dann zum Jahreswechsel auch in die schon sanierte rechte Erdgeschosshälfte ziehen kann. An der jetzigen Stelle des Eiscafés soll auf zwei Etagen ein "wunderschönes Café einer bekannten Firma" einziehen.

Am Ende soll die neue, zweigeschossige Ladenzone Platz für zehn Geschäfte bieten. Für sechs Flächen stehe man in Kontakt mit Interessenten bzw. habe eben schon einen Mietvertrag unterzeichnet.

Bis Ende 2011 soll das Haus voll vermietet sein.

LE Mon. hist.
29.07.10, 17:36
@ cherubino. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

In dem Video auf Sachsen-Fernsehen kann man ab 00:15 noch mal die schon mal gezeigte Visualiserung sehen. EG und 1. OG werden stärker umgestaltet, der Rest wird mehr oder weniger so bleiben wie er ist.
http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=783178

lguenth1
29.07.10, 19:08
@LE Mon. hist.: Am Rawema-Gebäude werden auch die gesamte Fassade und die Fenster erneuert, nur die prinzipielle Form bleibt identisch. Ich rechne schon mit einem deutlich besseren Erscheinungsbild als heute.

LE Mon. hist.
29.07.10, 20:34
Die Fenster werden natürlich erneuert, aber nach der Visualisierung werden sie ziemlich genau die gleiche Größe und Anordnung haben wie die alten Fenster. Offenbar werden nur die Abstände zwischen den Fenstern etwas breiter ausfallen. Damit bleiben auch diese auffälligen waagerechten Aluänder, die etwa gleich hoch sind wie die Fenster, und die balkonartigen Auskragungen an den Schmalseiten, auch wenn hier Aluverkleidung samt Isolierung erneuert wird. Sie werden nur etwas heller als bisher. Und es bleibt offenbar der Sichtbeton-(?)-Mittelteil mit diesen runden "Luken". Die Pläne versprechen also ein weitgehend denkmalgerechte Sanierung mit Umgestaltung der ersten beiden Etagen. Die neue Fassade ist ganz eng an der alten orientiert und damit wird erfreulicherweise nicht nur die Kubatur des Gebäudes erhalten bleiben.

Chemnitz: Rawema-Haus bekommt neue Alufassade
Ausschreibung beginnt für Arbeiten im letzten großen leer stehenden Bürogebäude in der City
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/7384186.php

cherubino
29.07.10, 22:21
... wer die neue Fassade vom Rawema Gebäude sehen will,,,,, sie steht hinterm Haus zur Probe aufgebaut ...

Hannes Kuhnert
30.07.10, 18:54
Die Umgestaltung der Fassade, die den Ersatz der Silberverkleidung durch Aluminiumelemente vorsieht, holt meines Erachtens aus der Struktur des Baus das Beste heraus und ist eine stimmige Fortsetzung der modernen Innenstadt-Architektur.

Ich hab keine Ahnung, aus was die alten Verkleidungselemente bestehen könnten, wenn nicht aus Aluminiumblech. Unklar ist, warum die alten nicht wieder angebaut werden können.

Die Veränderung ist lediglich eine leichte Anpassung an den Zeitgeschmack. Bei den Bleichteilen wird die räumliche Struktur völlig aufgegeben – möglicherweise geht das auf eine Kostenoptimierung zurück. Die neue Fensterteilung mag funktional günstig sein, sieht aber langweiliger aus als die alte.

lguenth1
11.08.10, 19:55
Für die Bebauung im Zuge der Sanierung des Rawema-Gebäudes sind einige Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans nötig, die man im Ratsinformationssystem (http://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=9016&voselect=5915) nachlesen kann. In der Anlage gibt es auch Zeichnungen vom geplanten Erscheinungsbild der Bauten. Besonders interessant ist dabei folgende Aussage zum Neubau zwischen Rawema-Gebäude und ehemaliger Bundesbank, der sehr zum Leidwesen von Cherubino nur zweistöckig ausgeführt wird:
Der Bebauungsplan setzt für das Baufeld GH 3 (Baufeld zwischen Rawema-Haus und ehem.
Landeszentralbank) eine Gebäudehöhe als Mindestmaß bzw. als Höchstmaß von 312 – 324 m ü.
HN fest. Diese Werte entsprechen einer realen Gebäudehöhe 15,5 m bis 26,5 m. Für den
Erweiterungsbau zwischen Rawema-Haus und der ehemaligen Bank wird eine Gebäudehöhe von
9,65 m angegeben. Es wird eine Befreiung zur Unterschreitung der vorgegebenen Mindesthöhe um
5,85 m beantragt.
(...)
Der Bauherr führt in der Begründung zum Befreiungsantrag aus, dass es beabsichtigt sei, ein
bestehendes zweigeschossiges Gebäude in die neue Bauflucht zum Wall/ Johannisplatz zu erweitern,
jedoch aus wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht weiter aufzustocken. Die Gründung der
Gebäudeerweiterung soll so erfolgen, dass eine spätere Aufstockung möglich ist.

Die Stadt hätte also zumindest eine rechtliche Handhabe gehabt, ein höheres Gebäude durchzusetzen, verzichtet aber darauf (aus nachvollziehbaren Gründen). Eine spätere Aufstockung ist zwar unwahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich.

cherubino
13.08.10, 23:18
Aus städtebaulichen Gründen sollte die Paulikirche die daneben stand wieder aufgebaut werden. :cool:

chemnitzer
19.08.10, 08:45
Der Stadtrat hat den Entwurf für das Rawema-Haus durchfallen lassen. Es geht hauptsächlich um die dann zugebauten Arkaden des Gebäudes und den Verbindungsbau zur ehemaligen Bundesbank. Zwei Punkte in denen man den Stasträten nur zustimmen kann. Siehe (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7450939.php)
Den Einwand von Frau Wesseler kann man aber auch nachvollziehen. Sollte Kellnberger mit seiner Aussage zur Größe des Gebäudes Recht haben, ist das mal wieder eine schöne Ohrfeige für die Stadt da dieser Punkt sich dann eh erledigt hat.

Hannes Kuhnert
19.08.10, 17:29
Der Stadtrat hat den Entwurf für das Rawema-Haus durchfallen lassen. Es geht hauptsächlich um die dann zugebauten Arkaden des Gebäudes und den Verbindungsbau zur ehemaligen Bundesbank. Zwei Punkte in denen man den Stasträten nur zustimmen kann. Siehe (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7450939.php)
Den Einwand von Frau Wesseler kann man aber auch nachvollziehen. Sollte Kellnberger mit seiner Aussage zur Größe des Gebäudes Recht haben, ist das mal wieder eine schöne Ohrfeige für die Stadt da dieser Punkt sich dann eh erledigt hat.

Ich hab meistens kein Problem damit, dass etwas vorhandenes schönes durch etwas anderes gestalterisch ebenbürtiges ersetzt wird. Wie auch beim Post-Gebäude im Originalzustand steht der Hauptkörper auf einem einetagigen Sockel, aber die Landennutzung soll auf zwei Etagen erweitert werden. Der Entwurf hier scheint ganz okay zu sein, jedenfalls nicht so ein Murks wie beim Post-Gebäude, sondern umlaufend auf zwei Etagen erhöht und am Nebengebäude zur Bundesbank hin eine Fortsetzung findend.

Interessant ist die Feststellung, dass im Laubengang das Licht fehle. Da geht es wohl in erster Linie um die Sichtbarkeit der Läden von außen, wobei sich da sicher auch vor dem Gang was machen ließe. Im Ladenbau wird meistens dem Tageslicht – leider, das ist wirklich sehr traurig – kaum Platz gegeben. Paradebeispiel ist der gläserne Kaufhof, der trotz vollständig aus Glas ausgeführter Fassada fast ausschließlich von Kunstlicht erhellt wird. Für mich ist die Atmosphäre in solchen Räumen bedrückend, ich bin oft froh, wenn ich meine Sachen erledigt hab und wieder raus bin.

Der Regenschutz wird verschlechtert, aber nicht ganz so schlimm wie bei den Rosenhof-Flachbau-Umbauten. Wetterschutz ist gerade in Konkurrenz zu geschlossenen Einkaufszentren wichtig.

Wegen der Größe: Eventuell zählt der offene Gang mit zur Nutzfläche, möglicherweise liegt die Ladenfront im aktuellen Entwurf auch etwas weiter hinten.

lguenth1
19.08.10, 19:06
Die Ablehnung der Bebauungsplanänderungen sind schon überraschend. Es ist zwar positiv, wenn über die Entwicklung der Innenstadt und die damit verbundenen baulichen Vorgaben intensiv nachgedacht wird, allerdings sollte man dabei auch auf berechtigte Wünsche von Investoren eingehen. Und der Wegfall der Arkaden ist ein solcher. Die haben eine regelrechte Barrierewirkung für potentielle Kunden, weil die Geschäfte kaum sichtbar sind und der dunkle Laubengang auch psychologisch wenig einladend ist. Ganz ehrlich, wenn ich Kellnberger wäre, würde ich sofort das Projekt stoppen, wenn die Arkaden nicht entfallen können. Die Höhe des Zwischenbaus ist auch heikel. Natürlich wäre ein höheres Gebäude wünschenswert, als Verkaufsfläche lassen sich die zwei zusätzlichen Obergeschosse aber definitiv nicht nutzen. Hier ließe sich vielleicht dann etwas erreichen, wenn die Vermietung bisher so gut läuft, daß Kellnberger weitere Büro- oder Praxenräume unterbringen kann.
Trotzdem sollte man sich immer bewußt sein, daß man Gefahr läuft, einen der wenigen Investoren zu verprellen, was eine Katastrophe für die Innenstadt wäre. Ich kann Herrn Kellnberger nicht einschätzen, hoffe aber wirklich, daß man hier zu einer vernünftigen Lösung kommt. Warum man solche Sachen nicht im Vorfeld klären kann, ohne jetzt alle Bau- und Terminpläne in Frage zu stellen, ist mir aber ähnlich wie dem Freie-Presse-Kommentator ein absolutes Rätsel.

lguenth1
14.09.10, 21:15
Die Entscheidung bei der Debatte zur Bebauungsplanänderung am Rawema-Haus ist gefallen, und zwar genau so wie von mir erhofft: Die Arkaden werden verschwinden, dafür hat Investor Claus Kellnberger den Zwischenbau zur Bundesbank von zwei auf vier Etagen aufgestockt. Quelle: Freie Presse (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7473887.php).

lguenth1
28.09.10, 14:59
Ganz interessant ist der FP-Artikel (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7483366.php), der die zunehmenden Bemühungen der Stadt um Investoren für das Baufeld Johanniskarree schildert (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg528qj299hv&scene=10834298&lvl=1&sty=b&where1=Chemnitz%2C%20SN%2C%20Deutsc hland)). Die gezeigte Simulation muß man in diesem frühen Stadium noch nicht diskutieren, sollte aber unbedingt darauf hinweisen, daß es auch Aufgabe der Stadt sein wird, an diesem städtebaulich exponierten Standort eine anspruchsvolle Gestaltung sicherzustellen. Mit Bebauungsplänen, Fassadenwettbewerben oder schlichter Vertragsgestaltung im Verkaufsprozeß hat man genug Werkzeuge in der Hand, um ein weiteres Stück anspruchsloser Investorenarchitektur im Stadtzentrum zu verhindern. Hoffentlich ist das den Verantwortlichen bewußt.

cherubino
28.09.10, 19:24
Auf der Simulation sieht man auch, dass man das geplante Parkhaus, welches den Johanissplatz von der Bahnhofstraße trennen sollte ... weggelassen hat. omg

lguenth1
29.09.10, 07:42
Claus Kellnberger kauft der Sparkasse jetzt deren denkmalgeschütztes Gebäudeam Johannisplatz ab (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4xnvj2977v&scene=10834298&lvl=2&sty=b&where1=Chemnitz%2C%20SN%2C%20Deutsc hland)), um die Investitionen rund um den Johannisplatz abzurunden. Dort sollen drei Läden ins Erdgeschoss einziehen, für die Büroräume in den oberen Etagen werden Mieter gesucht. Am Gebäude selbst plant Kellnberger nur geringfügige Veränderungen, die bereits mit dem Denkmalschutz abgestimmt seien: "Lediglich drei oder vier Fenster im Parterre werden im kommenden Jahr bis zum Boden vergrößert, damit von der Platzmitte her ein neuer direkter Zugang entsteht." Die Sparkasse zieht ins Bürgerhaus am Wall. Da im Artikel der FP nur von 7 Mitarbeitern die Rede ist, würde ich vermuten, daß die Sparkase nicht das gesamte Gebäude genutzt hat. Es wäre nur folgerichtig, wenn Kellnberger irgendwann auch noch die restlichen Baufelder Richtung Schocken bebaut.

cherubino
29.09.10, 09:12
das heißt, dieses riesige gebäude hat bisher größtenteils leer gestanden ????

piTTi
06.10.10, 16:32
Wie ich gerade beim vorbeifahren feststellen konnte, hat nun auch der Abriss der Baracken am Johannisplatz begonnen. Das Areal in Bing: Klick (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4yxnj29b53&scene=10834284&lvl=2&sty=b&where1=Br%C3%BCckenstra%C3%9Fe%2C%2 009111%20Chemnitz)

cherubino
06.10.10, 17:20
Nur weg damit. :daumen:

piTTi
06.10.10, 17:26
^

Sehe ich auch so. Selbst "Nichts" ist besser als das.

chemnitzer
06.10.10, 17:46
Genau, Baufeld für die nächste Kellnberger-Investition frei machen. Meiner Meinung nach hat das Areal nur eine Chance wenn dort ein Bürohaus steht, welches für die notwendige Belebung sorgt. Wer soll sich sonst zum Beispiel in die neuen Läden im Gebäude der ehemaligen Sparkasse verirren?

cherubino
06.10.10, 18:06
Verstehe nicht warum man das geplante Parkhaus dort aus den Plänen gestrichen hat.

Tyron
07.10.10, 00:29
Ich kann mich auch an Pläne erinnern, die ein Parkhaus am Johannisplatz vorsahen. Die Idee war damals ein Gebäude zu schaffen, das sich in seiner Form an die historische Bebauung anlehnt. So weit zu gut. Allerdings bin ich der Meinung, dass Parkflächen innerhalb der Innenstadt unter die Erde gehören und nicht Mittel zum Zweck sein sollten, Baulücken zu füllen. Alles was in der Vergangenheit an Parkhäusern rund um den City-Ring entstand, ist sowiso schon scheußlich genug. Die Innenstadt benötigt weitere architektonische Highlights und keine tristen Parkhäuser.

cherubino
07.10.10, 00:34
Ja, da hast Du vollkommen recht. Das Beispiel B3 mahnt ...

Leider wurden eine Menge Innenstadtbaufelder aufgegeben, bevor sie überhaut ansatzweise vermarktet wurden. Gerade deshalb war ich über den Entwurf zu Chemnitz 2030 so überrascht. Wenn die Innenstadt schon gescheitert ist, wie sol das dann funktionieren.
Ich bin der Meinung, Chemnitz braucht dringend ein Wiederaufbauprojekt in der Innenstadt.

cherubino
08.10.10, 09:23
jemand hat ein video vom abriss an der bahnhofstraße gemacht:

http://www.youtube.com/watch?v=uUsWke_p5kw&feature=sub

Hannes Kuhnert
12.10.10, 17:21
das heißt, dieses riesige gebäude hat bisher größtenteils leer gestanden ????

Vielleicht; meine Erinnerung, dass die Sparkasse nicht der einzige Nutzer (http://hannes-kuhnert.de/tmp/Johannisplatz_1.jpeg) ist, trügte mich aber nicht, wie eine Vor-Ort-Recherche (http://hannes-kuhnert.de/tmp/Johannisplatz_2.jpeg) zeigte.

Interessant, wie das Grafitti verbaut wird. Arbeit für die Archäologen von morgen! (http://hannes-kuhnert.de/tmp/Johannisplatz_3.jpeg)

[Die Fotos wiegen alle mehr als 3MiB.]

cherubino
30.11.10, 23:52
Zur Zukunft des Chemnitzer Saxoniabrunnens
Ein Aufruf

Die Fertigstellung und der Bau weiterer neuer Gebäude in der Chemnitzer Innenstadt und der damit neu und wieder entstehenden Plätze Düsseldorfer Platz und Johannisplatz, sowie die Notwendigkeit deren Gestaltung, lässt die Frage nach einer möglichen Rekonstruktion des historischen Chemnitzer Saxoniabrunnens, der sich derzeit auf einem Chemnitzer Bauhof befindet, neu aufkommen.

Mit dem neuerlichen Baugeschehen am Johannisplatz wurde nach fast einem Jahrzehnt die Diskussion um die Rekonstruktion des Saxoniabrunnens neu eröffnet, in dem der dort agierende Investor vorschlug, den Saxoniabrunnen auf dem Johannisplatz aufzustellen, um die dort neu entstehende Ladenzone für Kunden attraktiver zu machen. Der Investor bot an, das Aufstellen des Brunnenbeckens zu finanzieren und schlug weiter vor, die Rekonstruktion der Bronzeplastiken vorerst weg zu lassen. In Chemnitzer Printmedien konnte man lesen, dass die Chemnitzer Oberbürgermeisterin diesem Vorschlag wohlwollend gegenüber steht.

Der Düsseldorfer Platz und der Johannisplatz haben einen unterschiedlichen historischen Hintergrund. Gab es den Düsseldorfer Platz im Vorkriegschemnitz und während der DDR Jahre überhaupt nicht, so kommt dem Johannisplatz in Chemnitz eine besondere historische Rolle zu. Hier befand sich mit dem Johannistor einst eines der 5 Chemnitzer Stadttore. Mit dem Abbruch der Chemnitzer Stadtmauer und der Stadttore am Beginn des 19. Jahrhunderts und dem Verfüllen des Wehrgrabens entstand an der Gabelung der späteren Theaterstraße, Äußeren und Inneren Johannisstraße ein neuer Platz, der sich, weil alle wichtigen Verkehrstränge der Chemnitzer Innenstadt in ihm mündeten, zu einem der verkehrsreichsten Plätze im Land entwickelte. Die Bebauung, welche den Johannisplatz einfasste, bestand aus repräsentativen Gebäuden, welche Banken, Hotels und Kaufhäuser nutzten. Historische Filmaufnahmen und Fotografien des Johannisplatzes zeigen ein urbanes städtisches Leben, welches dem heutigen Auge unbekannt ist.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/2-Johannisplatz.jpg
http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/2-Saxoniabrunnen.jpg

Chemnitz besaß vor 1945 nur wenige öffentliche Wasserspiele. Vor der Gründerzeit gab es in Chemnitz überhaupt keine Kunstbrunnen. Im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert entstanden auf dem Neumarkt, dem Bahnhofsvorplatz, dem Getreidemarkt, dem Theaterplatz und auf dem Roßmarkt Kunstbrunnen. Auf letzterem der bekannte Saxoniabrunnen. Dieser war der aufwendigste Kunstbrunnen, den Chemnitz je besaß. Auf rotem Granitsockel saßen zwei Bronzeplastiken, welche die Chemnitzer Maschinenbau- und Textilindustrie symbolisierten. Über diesen trohnte die Plastik der sächsischen Patronin “Saxonia“, als Beschützerin der Industrie und des Handels. Der Brunnen war von seiner Größe und seinen Proportionen an seinen Standort, dem flächenmäßig kleinen und kleinteilig bebauten Platz “Roßmarkt” angepasst.
Während des 2. Weltkrieges, 1941 wurden die 3 Plastiken für eine Metallspende entfernt und zum Einschmelzen nach Breslau verbracht. Das vollständige Brunnenbecken des Saxoniabrunnens ist nach der Zerstörung der Chemnitzer Innenstadt 1945 geborgen worden und befindet sich heute auf einem städtischen Bauhof. Der Roßmarkt existiert heute nicht mehr.

Der Johannisplatz, während der DDR Jahre als “Posthof” nur der Hinterhof zweier Bürogebäude, war seit den 1990er Jahren wieder Bestandteil der Planungen für eine kleinteiligere, sich an den alten Grundriss orientierende Chemnitzer Innenstadt. Der letztendlich zur Umsetzung verabschiedete Bebauungsplan sah die Einfassung des Johannisplatzes mit neuen Gebäuden an dessen Längsseiten in der Traufhöhe der beiden vorhandenen historischen Gebäude vor. Der Neubau eines Parkhauses mit Ladenzone im Erdgeschoss sollte den Platz städtebaulich zur Bahnhofstraße abschließen. Für den Eingang zum Johannisplatz von der Straße der Nationen war ein Pavillon vorgesehen, in dem eine Ausstellung Chemnitz vor 1945 zeigen sollte. Derzeit wird am Johannisplatz eine zweigeschossige Ladenzone in einfacher Architektur gebaut. Die weiteren Planungen für den Platz sehen in Abwandlung des ursprünglichen Bebauungsplanes, den Bau des Parkhauses nun an der städtebaulich wichtigen Stelle neben dem historischen Gebäude der Dresdner Bank vor. Städtebaulich und architektonisch sind damit die wichtigsten Chancen für den Neuaufbau des Johannisplatzes vertan. Der Johannisplatz wird in Zukunft wie auch schon seit 1945 eine untergeordnete Rolle in der Chemnitzer Innenstadt haben.

Chemnitz ist die einzigste größere ostdeutsche Stadt, in der es kein Wiederaufbauprojekt eines im Krieg zerstörten Baudenkmales gibt.
Die Beispiele aus anderen Städten zeigen, welche positive Wirkung solche Rekonstruktionen überregional und besonders aber auch auf die Stadtbevölkerungen selbst haben. Das Zurückholen von etwas verloren gegangenen Historischem hat eine besondere Faszination.
Vor 8 Jahren gab es in Chemnitz eine Diskussion um eine mögliche Rekonstruktion des Saxoniabrunnens. Unter dem Eindruck der neu entstandenen postmodernen, von bekannten Architekten entworfenen Kaufhäuser am Marktplatz wurde der Gedanke einer Neuinterpretation des Saxoniabrunnens verfolgt. Aus einem Wettbewerb ging ein Entwurf als Favorit hervor, der vorsah, das erhaltene Granitbecken des Saxoniabrunnens zu zersägen und die Teile mit maßstäblich größeren Tellern und Tassen zu einem neuen Brunnen zu komponieren. Dieser sollte auf dem Marktplatz vor dem Alten Rathaus aufgestellt werden. Der Chemnitzer Stadtrat lehnte die Umsetzung dieses Entwurfes ab.

Mit dem neu entstandenen Düsseldorfer Platz in der Chemnitzer Innenstadt ändert sich der Ausgangspunkt für eine Diskussion um den zukünftigen Standort des Saxoniabrunnens. Der Düsseldorfer Platz ist als einziger Platz in der Innenstadt mit seiner Fläche und seiner kleinteiligen Umbauung dem Rossmarkt, für den der Brunnen entworfen wurde, ähnlich. Die kleinteiligen Straßenzüge, welche in den Platz führen, wurden in den vergangenen Jahren, angelehnt an den Grundriss der Chemnitzer Altstadt, neu gebaut. Sie vermitteln innerstädtisches Flair und sind belebt. Der Brunnen verliert sich nicht in diesem Umfeld. Die Wechselwirkungen Größe und Proportion Brunnen zur Größe des Platzes und zu dessen Umbauung stimmen hier.
Die Standorte Marktplatz und Johannisplatz haben diese Eigenschaften nicht. Auf dem weitläufigen, leicht abfallenden Johannisplatz würde sich der Saxoniabrunnen im Umfeld eher großteiliger und einfacher Architektur verlieren.
Der Marktplatz ist der prominenteste Platz in Chemnitz. Der Gedanke liegt nah, den Brunnen dort aufzustellen. Aber hier würde das Zusammentreffen des alten Rathauses mit dem Gründerzeitbrunnen wie ein gekünsteltes Stück Altstadt wirken. Zudem ginge auch hier die Wirkung des Brunnens auf dem offenem Platz ein Stück weit verloren.
Das Gegenüber des alten Rathauses sollte kein altstädtisches Wasserspiel sein. Das ist nicht Chemnitz. Die Stadt lebt optisch vom Kontrast Alt und Neu. Ich stelle mir gegenüber des Alten Rathauses ein modernes Kunstwerk vor. Ich denke da an die Standbilder von Michael Morgner. Diese Ästhetik schafft es, ein zu Chemnitz passendes Thema auszudrücken und am Standort das Alte Rathaus mit der gegenüberliegenden neuen Architektur zu verbinden.

Warum sollte der Saxoniabrunnen rekonstruiert werden?

Die Chemnitzer Innenstadt bietet nur wenige historische Ansichten. Der Saxoniabrunnen ist eines der wenigen Relikte aus der alten Chemnitzer Innenstadt, das von deren reicher Bausubstanz erzählt. Die neue moderne Chemnitzer Innenstadt braucht mehr historische Bezugspunkte.
Viel zu lange war der Saxoniabrunnen nicht Teil der Stadt Chemnitz. Er wäre eine Bereicherung für alle Chemnitzer und deren Gäste.

Ich schlage vor, einen Bürgerverein zu gründen, mit dem Ziel der authentischen Rekonstruktion des Saxoniabrunnens. Als Standort für den Saxoniabrunnen schlage ich den Düsseldorfer Platz vor.
In einer Stadt von der Größe Chemnitz sollte es gelingen, genügend Spendenmittel zu akquirieren, um so ein Vorhaben umzusetzen. Ähnliches ist mit der Rekonstruktion des historischen Glockenspiels im Alten Rathaus Chemnitz und dem Neubau der Orgel in der Schlosskirche schon gelungen.
Die Rekonstruktion des Saxoniabrunnens wäre ein Gemeinschaftsprojekt der Chemnitzer und ein schöner Beweis der Verbundenheit der Chemnitzer mit Ihrer Stadt.

Sandro Schmalfuß

cherubino
01.12.10, 11:41
Inzwischen gibt es auch erste Reaktionen. Die einen sagen, der Brunnen sollte nicht mit den historischen Plastiken rekonstruiert werden, sondern es sollte ein Wettbewerb ausgeschrieben werden für eine Neugestaltung der erhaltenen Teile.
Andere meinen die Standortfrage ist geklärt, weil nun Leitungen auf dem Johanissplatz verlegt werden.
Zu meiner großen Überraschung gibt es wohl schon seit 2003 einen Saxoniabrunnenverein .... :nono:

LE Mon. hist.
01.12.10, 12:25
Ein FP-Artikel zum Thema:

30.11.2010
Chemnitz: Durchbruch für Brunnen-Pläne
Grüner Wall zwischen Straße der Nationen und Johannisplatz soll nun doch Brunnen bekommen
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7536529.php

chemnitzer
01.12.10, 13:40
@cherubino:
Super Beitrag. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich bin auch ein absoluter Verfechter des Düsseldorfer Platzes als Standort für den Saxoniabrunnen.

Inzwischen gibt es auch erste Reaktionen. Die einen sagen, der Brunnen sollte nicht mit den historischen Plastiken rekonstruiert werden, sondern es sollte ein Wettbewerb ausgeschrieben werden für eine Neugestaltung der erhaltenen Teile.
Andere meinen die Standortfrage ist geklärt, weil nun Leitungen auf dem Johanissplatz verlegt werden.
Zu meiner großen Überraschung gibt es wohl schon seit 2003 einen Saxoniabrunnenverein .

Kann man die Reaktionen irgendwo nachlesen? Bzw. wo werden diese geäußert? Es ist ja schön zu lesen, dass es einen Saxoniabrunnenverein gibt, nur leider wird dieser nicht wahrgenommen. Ich konnte diesen auch nicht ergoogeln. Hast Du zufällig Kontaktdaten? Man kann sich ja mal mit denen in Verbindung setzen, um mehr über konkrete Vorhaben und Ideen zu erfahren.

Deine Idee mit dem Bürgerverein finde ich gut, evtl. in Verbindung mit den bereits existenten Vereinen wie der für das historische Glockenspiel. In einer Stadt wie Chemnitz sollten die notwendigen Spendenmittel recht zügig zusammenkommen.

cherubino
01.12.10, 13:52
Also ich denke, man macht sich hier grundsätzlich zu wenige Gedanke, darüber was wie der Stadt nützen könnte. Die Entwicklung jetzt ist ja nur Ergebnis dessen, weil man sich Jahre nicht gekümmert hat. Ich finde auch, wir sollten die Entscheidung was mit dem Saxoniabrunnen geschieht nicht der Generation 60 + überlassen. Ich habe heute auch mit Herrn Mierbach gesprochen ob der Aufbau des Brunnens auf dem Dü Platz überhaupt möglich ist, weil darunter die Lieferzone für die ganzen Geschäfte im Viertel ist. Er sagt, das es mit einigem Aufwand möglich ist.

Ich finde, die ursprüngliche Idee eines Dokumentationspavillons auf dem Johanissplatz sollte umgesetzt werden.

chemnitzer
01.12.10, 14:08
Meiner Meinung nach sollte man den Chemnitzer Geschichtsverein (http://www.chemnitzer-geschichtsverein.de/) mehr für das Thema sensibilisieren. Ich werde diesen heute mal per Mail kontaktieren. Mal sehen, wie deren Standpunkt ist.

cherubino
01.12.10, 17:54
Das Gewicht trägt der Düsseldorfer Platz. Darunter ist die Anlieferungszone für die Geschäfte. Die Zuleitungen für den Brunnen könnten unter der Decke verlegt werden. Ich denke das ist nicht so aufwendig wie auf dem Johanissplatz zu backern.

lguenth1
01.12.10, 20:11
Interessantes Thema, zu dem ich meine Gedanken beisteuern will. Wenn man jemanden für eine Rekonstruktion begeistern will, braucht man vor allem einen visuellen Anreiz. Das beste Bild im Netz habe ich bei www.historisches-chemnitz.de (http://www.historisches-chemnitz.de/altchemnitz/denkmaeler/saxoniabrunnen/saxoniabrunnen.html) gefunden. Dort findet man unter anderem folgendes Bild: Link (http://www.historisches-chemnitz.de/altchemnitz/denkmaeler/saxoniabrunnen/ansicht3.htm). Übrig ist davon folgender kümmerlicher Rest: Link (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/BILDTEXTE/3727583.php). Ich bilde mir zwar ein, gerade erst über ein Gutachten zu den Kosten einer Rekonstruktion gelesen zu haben, finde aber nichts mehr dazu. Dies ist aber entscheidend für die Debatte.

Die Standortfrage möchte ich momentan nicht bewerten, ich bin noch bei der grundsätzlichen Frage, ob eine Rekonstruktion sinnvoll ist. Um ehrlich zu sein, kann ich die nicht uneingeschränkt mit ja beantworten. Für mich ist der Brunnen mit seinen Skulpturen nicht mehr zeitgemäß, auch die mit einem Geländer umrandete und zudem sehr kleine Wasserfläche weckt bei mir keine Begeisterung. Ein Brunnen sollte heute ein Anziehungspunkt für öffentliches Leben sein, wo man sich im Sommer gerne trifft oder mit einem Eis oder Buch niederläßt. Wenn ich schon Zweifel habe, weiß ich nicht, ob man wirklich genug Chemnitzer zu Spenden motivieren könnte.
Deshalb würde ich einen Wettbewerb für eine moderne Neugestaltung der erhaltenen Teile ebenfalls bevorzugen. Da Investor Kellnberger ein offensichtliches Interesse an einem Brunnen auf dem Johannisplatz hat, würde er dafür vielleicht auch die nötigen finanziellen Mittel finden können.

cherubino
01.12.10, 21:06
Er hat ja nur Interesse an dem Brunnen um seine Banalarchitektur dort zu garnieren und um sie überhaupt vermietet zu bekommen. Offensichtlich hat er sich nicht wirklich mit dem Brunnen, dessen Hintergrund und der Stadt selbst beschäftigt. Sonst hätte er der Stadt nie so einen Müll wie das Haus Roßenhofarkaten und die ganzen anderen Sachen die er neu gebaut hat, beschert. Da ist ja nichts dabei was irgendein Gewinn für Chemnitz wäre.
Auf den Quatsch mit der Neugestaltung des Brunnens möchte ich gar nicht mehr eingehen. Ich sehe den Brunnen als Einheit Sockel und Figuren, ich bin froh das noch so ein Stück altes Chemnitz da ist, gehen wir behutsam damit um. Die Leute die ihn damals entworfen haben, haben genau gewusst was sie gemacht haben. Den Fantasielosen Rotz den uns die moderne Kunst beschert möchte ich am Saxoniabrunnen nicht sehen. Sollen derart "Künstler" sich woanders verwirklichen.

cherubino
02.12.10, 14:59
Hallo Herr Schmalfuß,
ich bin begeistert von Ihren Gedanken um die Rekonstruktion des Saxoniabrunnens und steuere als Chemnitzer 100.-€ bei, wenn sich ein Verein gründet, der sich das zur Aufgabe stellt. MfG

cherubino
02.12.10, 15:52
Also wirklich Klasse. Ich habe heute mit Herrn Kellenberger gesprochen,,,,, das Brunnenbecken kommt im März vor die ehemalige Bundesbank basta,,,,, ich wäre zu jung um mich damit zu beschäftigen,,,,,, alle wären glücklich das er es geschafft hat, den Brunnen zurück zu holen. Besonders Absurd fand ich die Frage, ob ich bereit wäre die 250 tsd. für die Restaurierung des Brunnens aufzubringen und mit der OB wäre zudem alles besprochen.

Es ist so wie ich es gedacht habe. Niemand in der Chemnitzer Politik hat sich wirklich richtig um den Standort und um den Brunnen Gedanken gemacht. Da kommt einer und bietet an das aufstellen des Brunnens zu bezahlen und gut ist. Wie das Ergebnis dann sein wird ist egal.

lguenth1
02.12.10, 20:00
Laut Printausgabe der Freien Presse wird am 16. Dezember die Eröffnungsfeier für die ehemalige Bundesbank stattfinden. 4 der 10 Wohnungen und zwei Arztpraxen seien bereits vermietet.

cherubino
03.12.10, 14:19
Ich konnte heute erreichen das bei der Stadtverwaltung offiziell angefragt wird, auf welcher Grundlage die OB Herrn Kellenberger zugesagt hat, dass der Brunnen auf dem Johanissplatz aufgestellt wird. Der Stadtrat als Souverän der Stadt hat das nämlich nicht entschieden.

Der Seb
03.12.10, 17:59
Das Ganze wird ja immer interessanter. Bin mal gespannt, was die Anfrage ergibt.

Was den von Herrn Kellnberger geplanten Standort auf dem Johannisplatz angeht, bin ich jedenfalls auch skeptisch. Ich würde den Platz nicht von vornherein ausschließen. Allerdings ist der Johannisplatz gerade erst wieder im Entstehen begriffen. Keiner weiß momentan, was neben Dresder Bank undauf der Freifläche zum Schocken hin entstehen soll. Mithin kann man doch derzeit überhaupt nicht absehen, welche Wirkung der Brunnen dort haben wird. Zudem finde ich es sinnlos nur das Becken aufzustellen. Ich bin auch der Meinung, dass man den Brunnen entweder ganz rekonstruiert oder es sein lässt. Insbesondere muss ich mich Cherubinos Ausführungen anschließen, dass die Rekonstruktion eine große Chance ist, um ein Stück "Vorkriegschemnitz" wiederzubeleben. Eine moderne Neugestaltung fände ich wenig sinnvoll. Dann kann man auch gleich einen komplett neuen Brunnen entwerfen.

Im Übrigen muss ich aber sagen, dass der Düsseldorfer Platz nicht mein primärer Standortfavorit ist. Um den Düsseldorfer Platz befinden sich ausschließlich neue Gebäude, die in den letzten Jahren entstanden sind (Peek & Cloppenburg, Galerie Roter Turm, Bürgerhaus, Mittelstandsmeile). Irgendwie würde der Brunnen dort m.E. verloren bzw. als Fremdkörper wirken, da keinerlei zeitlicher Bezug zu diesen Gebäuden besteht. Ich würde als Standort den Neumarkt favorisieren und zwar zwischen Neuem Rathaus und Galerie Roter Turm, in Richtung Peek & Cloppenburg. In diese Richtung wird der Neumarkt schmaler und der Brunnen wirkt nicht völlig verloren. Zudem stand an gleicher Stelle ja schon vor dem Krieg ein Brunnen. Außerdem gäbe es mit dem neuen Rathaus auch ein Gebäude, welches etwa zur selben Zeit wie der Brunnen entstanden ist. Evtl. wäre ja vielleicht auch der Jakobikirchplatz eine Alternative...

P.S.: @ Cherubino: Hast du zufälligerweise bei Deinem Gespräch mit Herrn Kellnberger mal nach der weiteren Planung des Zwischenbaus zwischen Rawema-Haus und Bundesbank gefragt? Wird der doch nur zweistöckig?

cherubino
03.12.10, 19:05
Hi. Ja der Jakobikirchplatz ist eine Alternative falls es technisch nicht möglich ist den Brunnen auf dem Düsseldorfer Platz aufzustellen.
Ich denke aber, das es vielleicht günstiger kommt, wenn man die Zuleitungen für den Brunnen an der Decke des Parkhauses unter dem Dü Platz installiert.
Wegen dem Zweigeschosser habe ich nicht gefragt. Aber auch wenn hier noch aufgetockt wird, ein Highlight wird es nicht. Kellenberger will ja die alte Dresdner Bank kaufen und er treibt voran das er danebe nein Parkhaus bauen kann.

cherubino
03.12.10, 22:23
http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl1.jpg

Der historische Standort des Saxoniabrunnens auf dem Roßmarkt. Heute nicht mehr vorhanden.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl2.jpg

Der gleiche Blick früher.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl22.jpg

Der nach meiner Ansicht passende Standort, Düsseldorfer Platz.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl3.jpg

Der Standortvorschlag von Investor Kellenberger.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl4.jpg

Bauprojekte von Investor Kellenberger in der Chemnitzer Innenstadt, Haus am Marktplatz,

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl5.jpg

Reko "RAWEMA Haus",

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/akl6.jpg

Ladenzone Brückenstraße

Fotos von mir.

cherubino
06.12.10, 17:59
Chemnitz hat die Wahl

Noch kann Chemnitz entscheiden, zwischen dem Standort Johannisplatz für den Saxoniabrunnen als schnelle Lösung weil ein Investor Geld gibt um den Standort seiner neu gebauten Ladenzone attraktiver zu machen und zwischen dem Standort Düsseldorfer Platz und einer historisch authentischen Rekonstruktion des Wasserspiels.
Hätten wir nur mit der Sicht von heute die Möglichkeit gehabt zu entscheiden, über den Abbruch der Paulikirche, des Johanniskirchviertels, den Bau der überbreiten Straßen in der Chemnitzer Innenstadt oder dem Bau des Karl-Marx-Forums. Was für eine wertvolle Möglichkeit.

Standort Johannisplatz

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/Version1.jpg

Standort Düsseldorfer Platz

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/Version2.jpg

cherubino
06.12.10, 20:34
In dem Zusammenhang wäre es gut gewesen die Ursprünglichen Pläne für das T3 umzusetzen und nicht den Mist den wir jetzt dort haben.

Tyron
09.12.10, 16:22
:lach: Mir ist bekannt, dass das T 3 ursprünglich um mehrere Etagen aufgestockt und mit Glasfassade versehen werden sollte. Spielst Du auf diese Pläne an? Die realisierte Sanierung ist meiner Meinung nach das Resultat einer tyischen Kellnberger-Investition: zügig umgesetzt aber architektonisch sehr banal. Ich glaube allerdings, dass das Gebäude im Zuge diverser Umbauten (Stadthalle, "Parteisäge") sowie der Verbesserung des unmittelbaren Umfelds (Umgestaltung Brückenstraße) durchaus nochmals in den Fokus rücken wird.

cherubino
09.12.10, 17:19
Ja, das meine ich ....

lguenth1
10.12.10, 18:43
Das von Herrn Kellnberger geplante Parkhaus gegenüber vom Bundesbankgebäude wird jetzt spruchreif, wie die FP heute vermeldet:

Die Planungen für den Bau der Parkgarage laufen, die Vorplanungen seien abgeschlossen und Vorbohrungen zur Untersuchung des Baugrundes durchgeführt. "Wir versuchen, das Parkhaus bis Mitte nächsten Jahres fertig zu stellen", sagte der Investor. "Im Erdgeschoss planen wir zwei bis vier Geschäfte, um den Kundenstrom zwischen den Läden im Johanniskarree zu fördern. Damit erfüllt das Gelände um den Wall seine Funktion als Fußgänger- und Einkaufspassage." Auf der ersten bis fünften Etage solle die Parkgarage mit insgesamt 264 Stellplätzen entstehen. Kellnberger hofft nach eigenen Worten, dass er mit den drei Miteigentümern des Landes, darunter der Stadt, in den nächsten Wochen Einigung zu Einzelheiten des Projektes erzielt.

Ein Parkhaus mit Geschäften im Erdgeschoß kann ich mir dort zwar gerade noch vorstellen, andere Standorte wären aber sehr viel geeigneter. Außerdem befürchte ich ein weiteres architektonisches Debakel. So sollte es auf keinen Fall aussehen:

http://i406.photobucket.com/albums/pp148/lguenth1/200827ParkhausInnenstadt.jpg
Eigenes Bild (wie man an der mangelnden Qualität unschwer erkennnen kann)

chemnitzer
10.12.10, 21:12
Ich bin zwar kein Bauexperte, aber bei einem geplanten Fertigstellungstermin Mitte 2011 kann man nichts anderes erwarten als wie das auf Deinem Bild.

cherubino
10.12.10, 21:21
Kellenbergers Bürohäuser sehen schon so aus,,,, wie sehen dann erst seine Parkhäuser aus,,,,, oh Gott der Johannisplatz,,,, Chemnitz altes Herz,,, total ruiniert,,,, ein Scheiß echt

chemnitzer
10.12.10, 21:55
Ich habe mal ein bisschen gegoogelt. Die Unternehmensgruppe Kellnberger betreibt unter anderem das KÖWE-Einkaufszentrum in Regensburg. Man kann das zwar nicht mit dem Johannisplatz vergleichen da es ein Gewerbegebiet an der Autobahn ist, aber man sieht zumindest ein Kellnberger Parkhaus. Siehe (http://www.koewe.de/tool.php?tool=bildergalerie_1_0&fid=1&id=49&ri=19)
So eine Konstruktion ist sicherlich in einer Bauzeit von ca. 6 Monaten umzusetzen.
Das "schöne" an der Situation ist doch, dass keiner etwas Positives erwartet. Vielleicht werden wir ja überrascht sein vom Ergebnis. Wer ist denn der Architekt? Wieder der Koch?

cherubino
10.12.10, 22:16
Danke. Da haben wir nun einen Rahmenbebauungsplan nach Jahren der Diskussion vor 10 Jahren verabschiedet und nun halten wir uns nicht dran. Ich meine ein Zweigeschosser und ein Parkhaus. Das ist ja Wahnsinn. So ein wichtiger Teil der Innenstadt. Peinlich das man weder was von unserem "Kuratorium für Stadtgestaltung" noch vom Stadtforum Chemnitz zu diesem Thema hört. Ersteres beschäftigt sich zwar mit dem kleinen Platz vor dem Schocken und wo welcher Baum gepflanzt werden soll aber die Bebauung vom Johannisplatz ist kein Thema.

hkremss
11.12.10, 13:02
Kann man es denn nicht auch so sehen, dass nach Jahrzehnten des Stillstands endlich etwas am Johannisplatz passiert? Man kann wohl kaum erwarten, dass Jahrhunderte lang gewachsene Stadtstruktur, die quasi über Nacht (im Krieg) verschwand und dann 65 Jahre nicht vorhanden war von einem einzelnen Investor wieder aufgebaut wird. Der Johannisplatz wird nie mehr so sein, wie er mal war. Ich fürchte ohne Kellnberger würde der "Posthof" auch 2020 noch so aussehen wie er bis vor kurzem war. Vielleicht mögen einige das als das geringere Übel betrachten, ich begrüße jedenfalls den Versuch, das Areal wieder zu beleben. Ich tröste mich dann mit der Hoffnung, dass diese "Investorenarchitektur" keine 100 Jahre steht und irgendwann auch mal wieder verschwindet. Ich finde nach wie vor die "Neubaublöcke" und die 6-8 spurige Autobahn + Straßenbahntrasse im Zentrum viel schlimmer.

cherubino
11.12.10, 13:25
Ich denke Herr Kellenberger weiß, das es für den Johannisplatz wie auch für die gesamte Innenstadt einen Bebauungsplan gibt. Dieser ist wirklich schon auf das wesentliche reduziert worden um mit den wenigen Möglichkeiten die wir in Chemnitz haben eine attraktive Innenstadt zu bauen. Da hatten sich damals eine Menge Leute Gedanken gemacht wie man die Chemnitzer Mitte so neu bauen könnte. Da mag man über die Architektur von Kaufhof und Galeria Roter Turm denken was man will, ich selbst finde sie recht gelungen, die Investoren dort hatten sich an diesen Bebauungsplan gehalten. So ist um das Rathaus doch ein Stück schöne Urbanität entstanden. Der Erste der dachte, er könne das alles mit Füßen treten war Kellenberger mit seinem Haus am Markt. Jeder Leihe sieht, das dieses Haus, die Optik des Marktplatzes arg stört.
Das Argument besser das als gar nichts, lasse ich nicht gelten. Denn gerade wir in Chemnitz haben damit ganz schlechte Erfahrungen gemacht und sollten es besser wissen.
Und wenn er jetzt wieder kommt und uns unter der Überschrift "Aus Sympatie für Chemnitz" das schlimmste an Investorenarchitektur was es gibt dort hin stellt, dann geht mich das als Chemnitzer schon was an und dann sage ich das auch. Auch das ich ich nicht damit einverstanden bin, das der Architekt der schon Karl-Marx-Stadt verpfuscht hat nun wieder mitspielt.

Tyron
11.12.10, 15:35
Worin genau liegt denn nun eigentlich die Abweichung vom Rahmenplan? Ich dachte es gab einen Kompromiss, der vorsieht dass Kellnberger den Verbindugsbau vierstöckig bauen muss. (Auf diesem CAD-Entwurf (http://www.jugr.de/projekte.htm) ist er es auch.) Im Gegenzug darf er die Arkaden am Hauptgebäude zubauen, wie auf dieser Visualisierung (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/BILDTEXTE/3670321.php) zu sehen. Komisch, dass der Vb. darauf wieder nur zweistöckig ausfällt. Darüber dass Kellnberger aufstocken könnte, sobald er Mieter für die oberen Etagen gefunden hat, wurde ja hier schon spekuliert.

So grässlich ich ein weiteres großes Parkhaus in der Innenstadt finde - laut Rahmenplan ist es seit jeher am Johannisplatz vorgesehen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Parkhäuser in der neuen Innenstadt generell nur als relativ preiswert zu realisierende Lückenfüller dienen. Nach dem Motto: "Bevor wir garnichts bauen, bauen wir lieber ein Parkhaus". Bald kann Chemnitz von sich behaupten an fast jeder wichtigen Zufahrtsstraße zum Cityring ein Parkhaus stehen zu haben. Klar ist das funktional und man könnte noch damit leben, wenn wenigstens deren Architektur inkl. Fassaden hochwertig gestaltet würden. Ich frage mich, wie man den Entwurf von Koch nur einfach so durchwinken konnte. Die Fassade war meiner Meinung nach zunächst allerdings anders (verglast?) geplant.

cherubino
11.12.10, 16:01
Als Parkhaus war das Gebäude geplant, das hier als Abschluss zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße zu sehen ist. Neben der Dresdner Bank sollte verständlicherweise etwas richtiges stehen. Das war eine gute Idee, dadurch wäre der Platz nicht nur städtebaulich geschlossen gewesen, er wäre auch vom Lärm der Bahnhofstraße abgetrennt gewesen. In unserer Stadt werden über das Jahr immer wieder Wohnhäuser oder Altenpflegeheime gabaut. Es gibt einen Bedarf nach altersgerechten Wohnungen. Unsere Stadtoberhäupter sind nicht in der Lage diese Investoren mal anzurufen und das Baufeld oder die am Kirchgässchen für so etwas anzubieten.

http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/stadt_chemnitz/stadtentwicklung/innenstadt/innenstadt_index.asp

Der Seb
11.12.10, 17:59
Wenn man sieht, welche Kompromisse die Stadt bei der Bebauung des bisherigen Innenstadtkerns eingeht und die Vorgaben des Bebauungsplans damit aushebelt frage ich mich, wie man dann die Pläne A. Speers für den neuen Innenstadtcampus und den Brühl umsetzen will. Wenn man es nicht mal schafft das doch recht kleine Zentrum und insbesondere den Johannisplatz anspruchsvoll und urban zu bebauen, wie will man dann dieses Großprojekt umsetzen. Vor allem den selbst vorgegebenen Zeitplan zur Umsetzung dieser Pläne binnen "nur" 20 Jahren halte ich vor diesem Hintergrund für eine Illusion.

cherubino
11.12.10, 18:13
Ja, das ist richtig. Und damit stellt sich für mich die Kernfrage nach der Kompetenz unserer Stadtoberhäupter.

Was mich besonders ärgert ist, das die Leute, die schon Karl-Marx-Stadt so verkorkst haben, jetzt an entscheitender Stelle kurz vor ihrem Abtritt wieder mit dabei sind und uns jüngeren noch mal eines mitgeben.
Jeder der hier in der Stadt eine Existenz finden will muss sich im klaren darüber sein, das wir nicht von Parkhäusern und Ladenzonen leben können.

chemnitzer
11.12.10, 19:01
Auch die Stadtoberen dürften nicht mit jedem Ergebnis der Innenstadtbebauung zufrieden sein.
Da die Investoren leider nicht Schlange stehen, muß man wohl immer mit Kompromissen leben. Man hat halt die Wahl zwischen "halbherziger" Investorenarchitektur oder verwaisten Grundstücken. Wie soll man sich entscheiden. Soll man immer alles ablehnen bzw. mehr und besseres fordern und auf den edlen Retter warten der all die Wünsche erfüllt? Ich denke unter den Gegebenheiten der letzten Jahre ist schon relativ viel Substantielles herausgekommen. Und das was jetzt nicht passt, wird hoffentlich in den nächsten Jahren passend gemacht.

Zum Innenstadtcampus: Da bin ich auf jeden Fall poitiver gestimmt wie für den Johannisplatz. Denn hier investiert nicht ein Privatinvestor, sondern der Freistaat. Sollte wirklich gebaut werden, wovon ich ausgehe, wird es sicherlich kein Billigbau. Zumal der sächsische Finanzminister ja mal Rektor einer Uni war. Der spart sicherlich nicht an einem solchen Bau.

Der Seb
12.12.10, 12:02
Aber muss der Kompromiss gerade in noch einem Parkhaus bestehen? Es wäre dann schon das Zweite entlang der Wallanlage. Vom Kaufhofparkhaus ist es nur durch die Chemnitz Plaza getrennt. Das Parkhaus am Rosenhof ist auch nur ca. 5 Minuten Fußweg entfernt. Wenn ich mich nicht irre, ist hinter dem Moritzhof auch noch eines geplant. Zudem befinden sich die Parkplätze am Tietz und an der Johanniskirche in unmittelbarer Nähe. Ganz ehrlich, bevor dort für die nächsten Jahrzehnte noch ein Parkhaus steht, nehme ich in der Hoffnung, dass sich irgendwann doch noch ein besseres Nutzungskonzept findet, lieber noch ein paar Jahre eine grüne Wiese in Kauf.

cherubino
12.12.10, 13:21
Kleine Info am Rande. Die Dresdner Bank wurde vom bekannten Architekten Heinrich Straumer, u.a. Architekt des Berliner Funkturmes, entworfen.
Das Umfeld früher:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/Chemnitz_Stadtmodell_vor_Zerst%C3%B 6rung_2.jpg

Untermieter
13.12.10, 10:02
Cherubino, mir stellt sich eher die Frage danach, was die Gesellschaft, nein, besser, die heutige Zeit will. Ich gehe zunächst mal davon aus, dass die Handlungsträger in der Stadt fachliches Rüstzeug für ihre Aufgaben und auch ein ästhetisches Grundempfinden mitbringen. Ich behaupte: keiner hat ein Interesse daran, die (Innen-)Stadt bewusst mit hässlichen Zweckbauten im Stil des unsäglichen Parkhauses am Wall zuzustellen. Und auch die Kompetenz, dies wenn möglich zu verhindern, würde ich den Handelnden zugestehen.

Das Problem liegt mMn im Zeitgeist, der uns alles auf Effizienz und Profitmaximierung bürsten lässt. Deshalb muss die Stadt in Zeiten leerer kommunaler Kassen den Gürtel bei Investitionen enger schnallen (so sie sich noch einen Gürtel leisten kann), deshalb legen die großen (ehemals/ halb)staatlichen Institutionen keinen Wert mehr auf repräsentative Bauten (man vergleiche Postämter früher mit diesen x-beliebig austauschbaren Postfilialen heute (jaja, Corporate Identity, hoher Wiedererkennungswert, blabla), man vergleich Bahnstationen früher mit den Haltepunkten heute, uswusf.) und man vergleiche eben Gebäude privater Investoren von früher mit denen von heute. Des Reimschemas wegen das Kaufhaus Schellenberger mit den "Objekten" Kellnbergers. Damals eben DAS eigene Kaufhaus vor Ort, Unternehmergeist, Unternehmerehre, ein Gefühl der Verantwortung für die "eigene" Stadt (und nebenbei natrl. auch Gewinnabsichten). Heute ein Investitionsobjekt unter mehreren/vielen in vielen Städten. Rendite und ein gutes Image ("Wir tun was.") solls bringen und sonst? Insofern ist es zwar ein schöner Referenzwert, aber illusorisch, ein Modell des alten Chemnitz dagegenzustellen.

Das ist nicht neu, jeder weiß es. Keine Ahnung, wie man dem noch entgegentreten könnte. Bleibt also, damit umgehen zu lernen. Ich persl. kann diesen hässlichen Parkhäusern nichts abgewinnen (aber da sind wir eben wieder bei dem Ursachenbündel von oben: Warum kann ein Parkhaus denn überhaupt in die engeren Überlegungen kommen? Weil zu viele dekadent und bequem mit der eigenen Blechkiste in die Stadt wollen (oder eben alternativ in die hässlichen "Center" in der Peripherie fahren würden)). Aber, @ Seb, ne grüne Wiese in der Innenstadt? Keine Ahnung, was geschehen wäre, wenn die Stadt stets hart geblieben wäre, keine Abstriche an ihren Vorstellungen für die Innenstadt gemacht hätte. In dem Zusammenhang noch die Anmerkung, dass man in den 90ern hart blieb, als ECE damals ernsthaft vorschlug, drei riesige Einkaufsmalls nebeneinander zu stellen, solitäre Blöcke, keine öffentliche Plätze. Preis war, dass man nach vielem hin und her letztlich nur noch die Sachsenbau hatte und denen dann eben erste Zugeständnisse machen musste (geschlossene Galerie statt offenes Gassen- und Platzkonzept (in Ansätzen kann man das ja in der Galerie noch erahnen)). Damit war die Büchse der Pandora offen und die Investoren standen und stehen wohl bis heute nicht Schlange für die Innenstadt. Grüne Wiese oder kompromissbehaftete Zweckbauten? Wahrscheinlich doch eher letzteres, weil wir die ganz großen Räder (deutliches Bevölkerungswachstum, Verjüngung der Stadt, Schließung des CC und anderer hässlicher "Center" (stattdessen dort meinetwegen Gewerbeflächen statt irgendwo Neuausweisungen) zugunsten des Zentrums, Zentrumscampus der Uni) (bis auf letzteres hoffentlich) eh kaum drehen können.

cherubino
13.12.10, 13:06
Das ist schon richtig was Du da ansprichst und ich habe mich auch gefragt, interessiert die Leute das überhaupt was dort gebaut wird. Ich habe direkt vor Ort Passanten gefragt wie sie den Zweigeschosser finden. Viel mehr als ein "na ja, ist eben so" kam da nicht.
Trotzdem denke ich, das Parkhaus muss nicht neben der Bank gebaut werden. Es kann dort stehen wo es ursprünglich geplant war. Das wäre sicher die bessere Variante. Man sieht das gut auf der Grafik.

felli
13.12.10, 14:02
Ich denke man sollte das ganze nachhaltiger betrachten.
Oftmals sind Kompromisse (Siehe Galeria) nötig um überhaupt erst einen Prozess in Gang zu setzen und dadurch bessere / gute Dinge zu ermöglichen.
Mir ist dieser Ablauf jedenfalls schon öfter im Bereich der Stadtplanung / Stadtentwicklung an verschiedener Stelle in Deutschland untergekommen.
Denkt doch mal darüber nach was geschehen wäre wenn man die Galerie Roter Turm nicht gebaut bzw. als Investruine stehen gelassen hätte!

Grundsätzlich kann man die Entstehung historischer Gebäude leider nicht mehr mit der heutiger Bauten vergleichen. Die Gesellschaft hat sich geändert. Räumliche und wirtschaftliche Flexibilität stehen im Mittelpunkt und verhindern qualitativ hochwertige Eigeninvestitionen. Bauträgern / Spekulanten sind Tür und Tor geöffnet und bei denen zählt nun leider ausschließlich die Rendite. Dieses Problem existiert aber nicht nur auf Chemnitz bezogen. Bei qualitativen Vergleichen müsst ihr bedenken, dass wir derzeit nun mal "nur Provinz" sind.

Der Seb
13.12.10, 14:04
@ Untermieter:

Sicher war das mit der grünen Wiese polemisch. Und ich empfinde ja die übrigen Investitionen von Herrn Kellnberger als durchaus positiv. Das Bankgebäude ist gelungen. Auch die Pläne für das Rawema-Haus (insbesondere das Verschließen der Arkaden) sind nicht schlecht. Was den Zweigeschosser angeht hoffe ich ja nach wie vor noch auf die zugesagte Aufstockung.

Dennoch muss man ja nun nicht in einer "Hauruckaktion" innerhalb von ein bis zwei Jahren den kompletten Johannisplatz zupflastern. Beim Rathausumfeld, was ich als durchaus gelungen ansehe, hat man sich ja auch mehr als 10 Jahre Zeit gelassen bis dieses vollendet war. Gerade aufgrund des im Schocken geplanten Hauses der Archäologie sowie der zu erwartenden Belebung durch Rawema-Haus und Bundesbank steckt im Johannisplatz m.E. jede Menge Entwicklungspotenzial, was die noch freien Flächen kurz- oder mittelfristig auch für andere Investoren interessant machen könnte.

Deswegen sollte man jetzt nicht in einer Art Schnellschuss ein Parkhaus dort hinsetzen nur um irgendeine geschlossene Bebauung zu haben. Zudem drängt sich mir die Frage auf, wie die Zufahrt zu diesem geführt werden soll. Eine Querung des Walls würde den wohl von der Stadt erhofften Charakter als Fußgänger- und Flaniermeile arg stören. Wenn man schon ein Parkhaus bauen muss, warum dann nicht auf die ursprünglich dafür vorgesehene Fläche an der Zentralhaltestelle. Insbesondere mit der im Erdgeschoss geplanten Ladenzone und der dann nur kurzen Zufahrt von der Bahnhofsstraße wäre das aus meiner Sicht ein zumindest ordentlicher Abschluss des Johannisplatzes.

Hannes Kuhnert
13.12.10, 15:31
Aber muss der Kompromiss gerade in noch einem Parkhaus bestehen? Es wäre dann schon das Zweite entlang der Wallanlage. Vom Kaufhofparkhaus ist es nur durch die Chemnitz Plaza getrennt. Das Parkhaus am Rosenhof ist auch nur ca. 5 Minuten Fußweg entfernt. Wenn ich mich nicht irre, ist hinter dem Moritzhof auch noch eines geplant.

Die noch nicht genannten Tiefgaragen Moritzhof, Alte Post und Galerie Roter Turm sind ebenfalls öffentlich.

Zudem befinden sich die Parkplätze am Tietz und an der Johanniskirche in unmittelbarer Nähe.

Letzterer steht neuerdings nur noch für Kurzzeitparken zur Verfügung. Oberirdische Parken für mehrstündige Nutzung ist einer Innenstadt wirklich nicht angemessen.

Ganz ehrlich, bevor dort für die nächsten Jahrzehnte noch ein Parkhaus steht, nehme ich in der Hoffnung, dass sich irgendwann doch noch ein besseres Nutzungskonzept findet, lieber noch ein paar Jahre eine grüne Wiese in Kauf.

Das ist weniger eine Frage der Nähe als der Gesamtkapazität.

Hannes Kuhnert
13.12.10, 15:32
Deswegen sollte man jetzt nicht in einer Art Schnellschuss ein Parkhaus dort hinsetzen nur um irgendeine geschlossene Bebauung zu haben. Zudem drängt sich mir die Frage auf, wie die Zufahrt zu diesem geführt werden soll. Eine Querung des Walls würde den wohl von der Stadt erhofften Charakter als Fußgänger- und Flaniermeile arg stören.

Wahrscheinlich wird es ähnlich wie die Zufahrt zur sog. Mittelstandsmeile ggü. dem Sporthochhaus ausfallen.

Wenn man schon ein Parkhaus bauen muss, warum dann nicht auf die ursprünglich dafür vorgesehene Fläche an der Zentralhaltestelle.

Ich persönlich halte Parkhäuser, die direkt mit dem Auto befahren werden, für antiquiert. Leider ist die schon technisch erfolgreich umgesetzte Idee automatischer Parkhäuser weitgehend an der merkwürdigen Mentalität viele Menschen gescheitert, obwohl sie funktional in jeder Hinsicht vorteilhaft sind.

Davon mal abgesehen: Oberirdisch oder unterirdisch ist eine Kostenfrage. Wenn man jetzt mal von einem oberirdischen Parkhaus ausgehe, dann gehört das sinnvollerweise in eine Reihenbebauung integriert. Dann wirkt es nämlich viel weniger dominant als ein freistehendes Parkhaus mit „Fassaden“ ringsum.

Insofern bin ich Gegner der früheren Planung eines Parkhauses zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße.

Hannes Kuhnert
13.12.10, 15:52
Als Parkhaus war das Gebäude geplant, das hier als Abschluss zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße zu sehen ist. Neben der Dresdner Bank sollte verständlicherweise etwas richtiges stehen. Das war eine gute Idee, dadurch wäre der Platz nicht nur städtebaulich geschlossen gewesen, er wäre auch vom Lärm der Bahnhofstraße abgetrennt gewesen.

Das Lärmproblem betreffend bin ich mehr auf eine Reduzierung des MIV auf der Bahnhofstraße aus. Das ist realistisch.

Generell hab ich diese Trennung zwischen Johannisplatz und Bahnhofstraße nie verstanden. Mein Raumempfinden sagt da „nein“.

Das Foto des historischen Stadtmodells zeigt sehr schön den Beckerplatz (?) neben dem Dresdner-Bank-/Sparkassen-Gebäude. (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/Chemnitz_Stadtmodell_vor_Zerstörung _2.jpg) Klar, darum hat das Bankgebäude auch auf der Seite eine Fassade. Als ich den Platz neulich in der Ausstellung in der Galerie Roter Turm entdeckte, fiel mir auf, dass Kellnbergers Idee, dort in Richtung Chemnitz Plaza noch ein Haus zu pauen, insofern nicht schlüssig ist.

cherubino
13.12.10, 17:11
Die Idee für den Bau eines Parkhauses zwischen JoPlatz und Bahnhofstraße kommt ja daher, das es dort früher eine ähnliche städtebauliche Situation mit diesem bekannten Kopfbau gab. Der Platz sollte wieder ungefähr so wie früher eingefasst werden. Weil man aber schon vor 10 Jahren wusste, das noch ein Bürohaus nicht gebraucht wird, ist der Bau wohl gleich als Parkhaus angedacht gewesen.
Ich meine dieses Haus muss nicht unbedingt gebaut werden aber ein Parkhaus neben der Dresdner Bank wäre auch nicht Ideal.

lguenth1
17.12.10, 19:00
Die Debatte zum geplanten Parkhaus gegenüber dem ehemaligen Bundesbank-Gebäude findet ihre Fortsetzung beim Sachsen-Fernsehen (http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=902411). Mich erinnert das irgendwie an das Trainingsgelände in Leipzig, wo man auch die Information der Öffentlichkeit verpaßt hat. Wenn Herr Kellnberger hier einen architektonisch ansprechenden oder zumindest akzeptablen Entwurf zeigen würde, würde es die Diskussion nicht geben. Öffentlichkeitsarbeit scheint Herrn Kellnberger aber nicht unbedingt zu liegen, ansonsten fände man eine Webseite zu den umfangreichen Vorhaben in der Innenstadt. Allerdings ist der Zwischenbau im Bereich Rawema-Gebäude/Bundesbank ein mahnendes Beispiel: Während in der Freien Presse eindeutig eine Aufstockung auf ein viergeschossiges Gebäude vermeldet wurde (Link (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7473887.php)), ist davon vor Ort nichts zu sehen. Warum da weder Medien noch Stadtrat nachhaken, ist mir völlig unverständlich. Deshalb fällt es mir auch schwer, mit der heutigen Printausgabe der Freien Presse in den Jubel zur Eröffnung des Bundesbankgebäudes einzustimmen...

Folgendes Bild zeigt vor dem Hintergrund des Rawema-Hauses übrigens schön die Funktion der Brückenstraße als Aufmarschstraße:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/Bundesarchiv_Bild_183-W0527-0109%2C_Karl-Marx-Stadt%2C_V._Festival_der_Freundscha ft_DDR-UdSSR.jpg
Quelle- Wikimedia Commons

Der Seb
17.12.10, 20:11
Schön, dass die Diskussion auf diese Weise etwas mehr in die Öffentlichkeit getragen wird. Allerdings befürchte ich, dass sich bei dem Tempo, welches Herr Kellnberger vorlegt, an der Standortfrage nichts mehr ändern wird. Auch hinsichtlich einer architektonisch anspruchsvollen Gestaltung mache ich mir leider keine allzu großen Hoffnungen, zumal ich bei einem Parkhaus auch nicht wüsste, wie diese aussehen sollte.

Bau-Lcfr
18.12.10, 02:43
Weil man aber schon vor 10 Jahren wusste, das noch ein Bürohaus nicht gebraucht wird, ist der Bau wohl gleich als Parkhaus angedacht gewesen. Ich meine dieses Haus muss nicht unbedingt gebaut werden aber ein Parkhaus neben der Dresdner Bank wäre auch nicht Ideal.

In praktisch jeder Großstadt gibt es den Trend zum Wohnen (wieder) in der City. Wenn keine Büroflächen gebraucht werden, warum wird nicht ein Wohn-/Geschäftshaus erwogen?

Mir ist kein innenstädtisches Parkhaus bekannt, welches eine architektonische Bereicherung wäre. Bereits das da (http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=chemnitz+Johannisplatz&sll=50.8334,12.925372&sspn=0.011411,0.041242&ie=UTF8&hq=&hnear=Johannisplatz,+09111+Chemnitz ,+Sachsen&ll=50.836046,12.920275&spn=0,0.041242&t=h&z=15&layer=c&cbll=50.835148,12.919289&cbp=12,0,,0,5&photoid=po-12627559) macht aus dem zentralen Platz einen Unort wie in einem vorstädtischen Gewerbegebiet.

cherubino
18.12.10, 10:42
Der Architekt der dieses Parkhaus entworfen hat, wird auch das am Johannisplatz entwerfen.

Hannes Kuhnert
18.12.10, 13:10
Die Idee für den Bau eines Parkhauses zwischen JoPlatz und Bahnhofstraße kommt ja daher, das es dort früher eine ähnliche städtebauliche Situation mit diesem bekannten Kopfbau gab.

Welches Gebäude meinst du mit Kopfbau?

Der Platz sollte wieder ungefähr so wie früher eingefasst werden. Weil man aber schon vor 10 Jahren wusste, das noch ein Bürohaus nicht gebraucht wird, ist der Bau wohl gleich als Parkhaus angedacht gewesen.

Soweit ich sehen kann, teilt das im Rahmenplan (2000 rum) vorgesehene Parkhaus anders als die frühere Bebauung den Bereich nicht in zwei Straßenzüge, sondern schafft mit seiner Trapezform einen Platz zwischen Ex-Bundesbank und Sparkasse/früher Dresdner Bank. Der Johannisplatz lag, glaube ich, an der Königstraße (Straße der Nationen). Die Bahnhofstraße existierte m. W. nicht wie heute, da bräuchte ich mal einen alten Stadtgrundriss.

Wegen der Gestaltung eines Parkhauses:In Bremen ist mir mal ein Parkhaus positiv aufgefallen, ich hab es etwas anders in Erinnerung, aber es könnte das hier gewesen sein. (http://dietrich-hb.de/projekte/parkhausdoventor.html)

lguenth1
18.12.10, 18:58
Das Bremer Parkhaus ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel, wie sich solch ein reiner Zweckbau durch das Verstecken der eigentlichen Funktion ins Stadtbild einfügen kann. Dafür bedarf es lediglich geringer Mehrausgaben für die Fassade, die ich mir an dieser Stelle in Chemnitz sogar noch moderner vorstellen könnte. Von einem Fassadenwettbewerb mit anschließender Veröffentlichung der Entwürfe darf man allerdings nicht einmal träumen. Ob der Bebauungsplan den Stadträten eine Möglichkeit der Einflußnahme gibt, kann ich nicht beurteilen. Da Kellnberger aber zwingend auf das Parkhaus angewiesen ist, um seine restlichen Investitionen zu vervollständigen, sollte man hier im Interesse der Innestadt jede sich bietende Gelegenheit zur Einflußnahme nutzen.

@Bau-Lcfr: Sowohl in der Bundesbank als auch in der Sparkasse setzt Kellnberger durchaus auch auf Wohnnutzung. Die Zahl der Dauerparkplätze in der Innenstadt ist aber sehr begrenzt, weshalb ein neues Parkhaus mit garantiertem Stellplatz sicher auch wichtiges Argument bei der Vermietung dieser Wohnungen ist. Trotz der nahen Zentralhaltestelle ist der ÖPNV in Chemnitz sicher keine Alternative zum eigenen Auto.

cherubino
18.12.10, 20:07
Bei 11 Monaten Bauzeit und einem Koch als Architekt kann ich mir das Ergebnis schon vorstellen. Er hat ja noch nicht mal gemerkt das eine längs Gliederung der Fassade des Parkhauses am Wall eher ungünstig ist. An seinem "Schmuckstück"t, dem Beton etwas an der Theaterstraßenseite des Parkhauses hat die Innenstadt echt zu knappern.

Hannes Kuhnert
20.12.10, 19:53
Das Bremer Parkhaus ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel, wie sich solch ein reiner Zweckbau durch das Verstecken der eigentlichen Funktion ins Stadtbild einfügen kann.

So richtig versteckt ist es gar nicht, man sieht die Autos durch die Fenster sehr gut, aber die Fassade ist unter Verzicht auf Gitter und flächige Öffnungen so gestaltet, dass es im Groben nacht einem „richtigen“ Haus aussieht.

Dafür bedarf es lediglich geringer Mehrausgaben für die Fassade, […]

volle Zustimmung

Davon abgesehen sehe ich wie gesagt generell nur in automatischen Anlagen nach Art eines Hochregallagers (oder Tiefregallager, wenn man es so nennen will) eine ordentliche Lösung.

Zum unterirdischen Bewohnerparkhaus in München-Neuhausen (http://bing.com/maps/?v=2&cp=s0r1qwhyv2ww&lvl=19.219291254437902&dir=352.83830257077364&sty=o) heißt es gar:

Der günstigere Stellplatzpreis sprach schließlich für die Entscheidung zugunsten der automatischen Parklösung: Weniger Bauvolumen pro Stellplatz, geringere Kosten für Gebäudetechnik durch reduzierte Lüftung und Beleuchtung sowie die Einsparung von Aufzügen, Treppen, Rampen usw. (http://www.baulinks.de/webplugin/2006/1frame.htm?0314.php4)

@Bau-Lcfr: Sowohl in der Bundesbank als auch in der Sparkasse setzt Kellnberger durchaus auch auf Wohnnutzung. Die Zahl der Dauerparkplätze in der Innenstadt ist aber sehr begrenzt, weshalb ein neues Parkhaus mit garantiertem Stellplatz sicher auch wichtiges Argument bei der Vermietung dieser Wohnungen ist. Trotz der nahen Zentralhaltestelle ist der ÖPNV in Chemnitz sicher keine Alternative zum eigenen Auto.

Letzterem fehlt als pauschale Behauptung die Substanz.

Zwar ist der öffentliche Verkehr in Chemnitz im Vergleich mit anderen deutschen Städten gleicher Größe nur von mittlerer Qualität, konkret heißt das allerdings, dass zumindest vom Zentrum aus die allermeisten denkbaren Ziele in akzeptabler Qualität erreichbar sind.

Weil mich das verbreitete generelle Nichternstnehmen des hiesigen öffentlichen Verkehrs ärgert, möchte ich zwei Sachdetails nennen: Auf die Bevölkerung bezogen sind etwa drei Viertel von Chemnitz im Zehn-Minuten-Takt (Mo–Fr) erschlossen. Ein ähnlich großer Teil der Stadt ist an das Nachtbusnetz angeschlossen, d. h. hat die ganze Woche rund um die Uhr ein öffentliches Verkehrsangebot.

Im übrigen kann man in jeder Stadt mit beliebig gutem ÖPNV Leute finden, die erklären, dass der ÖPNV grundsätzlich „keine Alternative zum PKW“ sei.

Davon völlig unabhängig ist ein mietbarer (oder kostenlos gesicherter) Parkplatz überall ein nützliches Argument bei der Immobilienvermarktung.

lguenth1
21.12.10, 09:40
Trotz der nahen Zentralhaltestelle ist der ÖPNV in Chemnitz sicher keine Alternative zum eigenen Auto.

Bei der eigentlichen Überlegung, ob ein Bewohner der Innenstadt ein akzeptables Nahverkehrsangebot hat, ist das tatsächlich nicht richtig gewesen. In Chemnitz selbst kann vom Zentrum aus per Bus und Straßenbahn die meisten Ziele günstig erreichen. Trotzdem ist meiner Meinung nach der Bus nicht das optimale Verkehrsmittel, weil damit nur wenige Vorteile gegenüber dem Individualverkehr existieren. Auch die Anbindung vom Zentrum an den Hauptbahnhof ist verbeserungswürdig, was mit dem Ausbau des Chemnitzer Modells aber in Angriff genommen wird (wobei der immer noch existente Cube Club hoffentlich kein Hinweis auf ein Einmotten der Pläne ist). Dritter Kritikpunkt wäre die Attraktivität der Bahnhöfe (Enkaufsmöglichkeiten Hbf., Bazillenröhre, Zustand Bhf. Chemnitz Mitte, ...).
Wirklich problematisch wird es aber, wenn man die Perspektive wechselt und überlegt, wie man vom Umland ins Zentrum kommt. Schon vom Sonnenberg oder dem Kaßberg finde ich das nicht gerade hervorragend, noch schlimmer wird es aber bei den mittleren Städten der Region. Da bleibe ich auf jeden Fall dabei, daß der ÖPNV für einen Peniger, Limbacher oder Zschopauer keine Alternative ist, vor allem, weil auch die eben nicht nur im Zentrum arbeiten. Zudem schwebt immer das Damoklesschwert der Mittelkürzungen über den Angeboten, wie man gerade wieder gesehen hat. Daß ein Verzicht aufs Auto auch attraktive Fernverkehrsverbindungen erfordert, steht auf einem anderen Blatt.
Mit dem geplanten Ausbau des Chemnitzer Modells ist man gedanklich auf dem richtigen Weg, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man über Stufe 1 wirklich hinauskommen wird.

cherubino
26.12.10, 19:57
Chemnitz, Standortdiskussion Saxoniabrunnen, offener Brief Prof. Dr. Ing. habil Heinz Schwarzbach

Weimar, den 20. Dezember 2010

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

Eine gute Gestaltung des ehemaligen Posthof-Areals "Johannisplatz" ist ein wesentlicher Beitrag der noch neu zu gestaltenden städtebaulichen Räume im Zentrum von Chemnitz. Dieser vernachlässigte Stadtraum, nach Abriss der Baracken ist nicht Hinterhof, sondern noch immer 1A-Lage.
Vorausgesetzt, der Stadtraum wird nicht mit 2-geschossigen Ladenbauten und immer unansehnlichen Parkhaus-"Fassaden" zugestellt und als bloßen Durchgang degradiert. Wir hatten 1991 im städtebaulichen Wettbewerb (3.Preis und später (ungefragt!) Grundlage der Zentrumsplanung der Stadt Chemnitz) und 1995/1998 im B-Plan (Entwurf, s.:Anlage) versucht, dieses für Chemnitz bedeutende Areal mit dem historischen, einprägsam gestalteten Bankgebäude nicht nur als gut gestalteter Stadt- und Straßenraum, sondern auch als unverwechselbaren Grünraum zu gestalten.
Sollte es der Stadtplanung und dem Investor gelingen, diesen intimen Stadt- und Grünraum in guter städtebaulicher Qualität zu erbauen, könnte ich mir auch einen guten Standort für den historischen Saxonia-Brunnen vor dem dreieckigen Baufeld (s. Bspl: Erfurt Anger-Brunnen) vorstellen. Er würde so von drei Seiten wahrgenommen werden und den davor liegenden Platz stark akzentuieren. Voraussetzung ist aber, dass dieser für das Chemnitzer Zentrum wichtige städtebauliche Raum nicht mit untergeordneter Architektur (2-geschossige Ladenbaracken und einer unansehnlichen Parkhausfassade, einschließlich Tiefgaragenzufahrt) zugestellt wird.
Der Investor sollte die große Chance begreifen, hier einen intimen und gern aufgesuchten Stadtraum zu gestalten, der kleinteilige Kunst- und Gourmetangebote aufnehmen könnte und verkehrsfrei bleibt. Dieser Stadtraum verdiente dann auch die bildkünstlerische Akzentuierung mit dem Saxonia-Brunnen und mit raumbildender Baumbepflanzung. Sollten diese gestalterische Voraussetzungen mit dem Investorangebot heute nicht zu schaffen sein, scheint mir der Vorschlag, den Saxonia-Brunnen am Düsseldorfer Platz als künstlerische Bereicherung und Vordergrund, einer dem Stadtraum vor dem Rathaus, leider in seiner zu wenig differenzierten architektonischen Gestalt, gut tun.
Mein Vorschlag wäre, ein leichtes Phantom aus Pappmaché (mit Hilfe der Theaterwerkstätten) zu errichten und die sachkundigen Bürger (Architekten, Künstler, Denkmalpfleger, Bildhauer, Historiker, Spender u.a.) zu beteiligen, wie es schon Michel Angelo mit dem Reiterdenkmal mit Mark Aurel am Capitol tat. Übrigens ein echtes Beispiel nach "Stuttgart 21", die Öffentlichkeit zu beteiligen .

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/3_2_2_c_ph_3_small.jpg
http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/3_2_2_c_ph_4_small.jpg
http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/3_2_2_c_ph_5_small.jpg

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Ing. habil Heinz Schwarzbach

Wikipedia: Heinz Schwarzbach, Städtebauer und Hochschullehrer

http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Schwarzbach

Grafiken mit freundlicher Genehmigung Herrn Prof. Schwarzbachs

lguenth1
27.12.10, 12:44
Der Offene Brief war für mich Anstoß, mich erneut im Detail mit den Plänen für den Posthof zu beschäftigen (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4yt3j297yx&lvl=19.203281058309134&dir=356.89972790935445&sty=b)). Fotos werde ich demnächst machen können und nachreichen. Die planerische Rechtsgrundlage stellt der Bebauungsplan Nr. B-93/21 „Posthof“ (Teil A: Rathausstraße/Johannisplatz) dar. Diesen finde ich leider nicht im Internet.

Den Bauausführungsbeschluss für die Errichtung der "Chemnitzer Wallanlage/Johannisplatz im Bereich zwischen Straße der Nationen und Bahnhofstraße" (http://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=8510&voselect=6283) findet man hingegen schnell, den hatte ich hier auch schon vorgestellt. Anlage 4 Seite 3 zeigt eine Modellfotografie des geplanten Bereichs, Anlage 4: Entwurf Seite 1 einen Plan, der auch von der Freien Presse (http://www.freiepresse.de/FILES/SERVICE/wall.jpg) veröffentlicht wurde. Es ist deutlich zu sehen, daß das auf den gezeigten Entwürfen im Grundriß trapezförmige Gebäude als südlicher Abschluß (das im Brief erwähnte "dreieckige Baufeld") definitiv nicht kommen wird. Dies ist bedauerlich, aber nicht mehr zu ändern. Stattdessen wird dort eine Spielfläche eingerichtet. Wie die in der Praxis angenommen wird, muß sich erst noch zeigen und ist momentan sicher schwer abzuschätzen.

Allerdings sehen die Pläne auch keinen Brunnen vor und müßten somit auf jeden Fall nachgebessert werden, falls der Wunsch von Investor und Stadtverwaltung nach einem Brunnen in Erfüllung gehen soll. Vermutlich würde der Brunnen dann auf der wenig überzeugenden Plattenfläche mit geschwungenen Natursteinbändern ("Irrgartenmotiv") plaziert. Dies entspräche in etwa den Gedanken von Prof. Schwarzbach, aber ohne die Einfassung durch ein weiteres Gebäude.

Die nicht ganz einfache Zufahrt zu Rawema und Post soll über den Johannisplatz erfolgen. Investor Kellnberger plant noch ein zusätzliches Gebäude zwischen Zentralhaltestelle und Sparkassengebäude, welches aber offensichtlich nur mit einer Bebauungsplanänderung errichtet werden kann (siehe FP-Artikel (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7382134.php)).

Die gezeigten Entwürfe können somit nicht Teil des Planes sein, sollen der Vollständigkeit halber aber noch mal in voller Größe gezeigt werden (Quelle: http://www.braun-barth.de/includes/popups/projekte/3_2_staedtebau/3_2_2/c_ph.html:

http://www.braun-barth.de/images/projekte/3_2_staedtebaulicheplanung/3_2_2/3_2_2_c_ph/3_2_2_c_ph_3_big.jpg

http://www.braun-barth.de/images/projekte/3_2_staedtebaulicheplanung/3_2_2/3_2_2_c_ph/3_2_2_c_ph_4_big.jpg

http://www.braun-barth.de/images/projekte/3_2_staedtebaulicheplanung/3_2_2/3_2_2_c_ph/3_2_2_c_ph_5_big.jpg

cherubino
27.12.10, 16:13
Danke für Deine hilfreichen Informationen.

Warum wird an verschiedenen Stellen in der Innenstadt der Bebauungsplan verändert/reduziert und warum wird gleichzeitig für das Gebiet unterhalb des Brühls so ein kleinteiliger Plan vorgestellt?
Das ist mir ein Rätsel ...

Das Stadtforum Chemnitz hat das Thema Johannisplatz und Saxoniabrunnen nun für die erste Sitzung im neuen Jahr des Kuratoriums für Stadtgestalltung beantragt.

chemnitzer
27.12.10, 19:49
lguenth1 schrieb: Investor Kellnberger plant noch ein zusätzliches Gebäude zwischen Zentralhaltestelle und Sparkassengebäude, welches aber offensichtlich nur mit einer Bebauungsplanänderung errichtet werden kann

Ich würde ein zusätzliches Gebäude an dieser Stelle begrüßen. Zum einen hätte man dann einen Eingang zum Johannisplatz, mit einer zusätzlichen "Ladenstraße" an der hochfrequentierten Zentralhaltestelle und außerdem wäre die Rückseite des Chemnitz-Plaza (mit Verladerampe etc.) verdeckt.
Allerdings müßte der Architekt schon ein Meister seines Faches sein, da meines Erachtens das Baufeld ziemlich klein ist. Um es an die Umgebungsbebauung anzupassen wären außerdem mindestens 4-5 Geschosse notwendig.

lguenth1
27.12.10, 20:30
Grundsätzlich habe ich auch nichts dagegen, würde aber vor einer Änderung des Bebauungsplanes gerne einen Entwurf sehen. Weder das Chemnitz Plaza mit seiner großzügig verglasten Fassade noch das Sparkassengebäude sind architektonisch für eine Nachbarbebauung an dieser Stelle ausgelegt. Gerade der beeindruckende Haupteingang der Sparkasse weist genau auf die neu zu bebauende Fläche und würde durch ein mehrstöckiges Gebäude entwertet werden. Einen Flachbau kann man wie erwähnt auch nicht wollen - insgesamt eine wirklich schwierige Aufgabe. So gesehen hätte ein Gebäude an der Südseite des Johannisplatzes die gleiche Funktion erfüllt und wäre architektonisch ohne Probleme integrierbar gewesen.

cherubino
27.12.10, 20:38
eine wirklich dämliche Idee ...

cherubino
28.12.10, 21:58
Brunnenstreit mit Pappmaché

Sächsische Zeitung 28.12.2010

http://www.sz-online.de/Nachrichten/Chemnitz/Brunnenstreit_mit_Pappmache/articleid-2648613

Hannes Kuhnert
30.12.10, 12:59
Grundsätzlich habe ich auch nichts dagegen, würde aber vor einer Änderung des Bebauungsplanes gerne einen Entwurf sehen. Weder das Chemnitz Plaza mit seiner großzügig verglasten Fassade noch das Sparkassengebäude sind architektonisch für eine Nachbarbebauung an dieser Stelle ausgelegt.

Genau, das Sparkassengebäude betreffend ist sogar das Gegenteil der Fall:

Gerade der beeindruckende Haupteingang der Sparkasse weist genau auf die neu zu bebauende Fläche und würde durch ein mehrstöckiges Gebäude entwertet werden.

Das ist auf einen offenen Platz hin gestaltet. Dort gehört einfach kein Gebäude hin. (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6d/Chemnitz_Stadtmodell_vor_Zerstörung _2.jpg) Ich find es nicht in Ordnung, wie hier jemand einfach so unter sehr großzügiger Auslegung bis Ignorierung von (nicht ohne finanziellen Einsatz von sachkundigem Personal erarbeiteten) Rahmen- und Bebauungsplänen irgendwelche Gebäude irgendwie hinklotzen will.

Einen Flachbau kann man wie erwähnt auch nicht wollen - insgesamt eine wirklich schwierige Aufgabe. So gesehen hätte ein Gebäude an der Südseite des Johannisplatzes die gleiche Funktion erfüllt und wäre architektonisch ohne Probleme integrierbar gewesen.

Dem trapezförmigen Gebäude kann mit der hier gezeigten mehr dreieckigen Form und im etwas detaillierten Gesamtbild auch ich etwas abgewinnen. Die Trennung zwischen dem Platz vor dem Haupteingang der Sparkasse/Dresdner ist deutlich. Im bei Dr. Braun & Barth gezeigten, anscheinend noch gültigen Bebauungsplan sind die Schwierigkeiten, die sich mit dem Versuch der Integration des sehr unterschiedlichen Bestands ergeben, überzeugend gelöst, auch an der Rückseite des Chemnitz-Plaza.

Aufgefallen ist mir, dass die Mädchenschule schon fehlt. Schade, dass die Ecke beim Schocken zur Bahnhofstraße nicht durchgängig rund gezeichnet ist.

lguenth1
30.12.10, 18:22
Eine gewisse Zurückhaltung bezüglich des von Herrn Kellnberger gewünschten Neubaus an dieser Stelle war auch bei OB Ludwig zu spüren, zugleich verwies sie mehrfach darauf, daß die Abwägung etwas mehr Zeit als vom Investor gewünscht benötigt - vermutlich wegen der nötigen Änderung des Bebauungsplanes. Den bei Dr. Braun & Barth verlinkten Plan würde ich aber lediglich als letztlich nicht umgesetzten Entwurf interpretieren (im Sinne eines Wettberwerbsbeitrages), da ansonsten die aktuellen Umbauten am Johannisplatz eine Planänderung erfordert hätten. Davon ist aber nie etwas erwähnt worden, auch wenn das im Ratsinformationsystem nicht nachvollziehbar ist, weil das nicht so weit zurückreicht.
Man sollte sich aber keinen Illusionen hingeben: Wenn Kellnberger dort ein Gebäude will, wird er eines bauen dürfen. Ich persönlich traue der heutigen Architektur schon zu, dort einen Neubau gelungen zu integrieren, auch wenn das derzeit schwer vorstellbar ist. Deshalb würde ich einen Wettbewerb begrüßen, nach dessen Ergebnis über die Änderung des Bebauungsplanes entschieden wird. Herr Kellnberger hat für solche Sonderwünsche und architektonsiche Extravaganzen aber wohl keinen Nerv, wie seine bisherigen Bauten zeigen. An dieser exponierten Stelle hätte er aber wirklich die Chance, sich mit einem außergewöhnlichen Bauwerk ein Denkmal zu setzen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen...

P.S.: Das gehört eigentlich alles in den Innenstadtstrang.

cherubino
30.12.10, 19:27
Die Eigentümer des Chemnitz Plaza werden von dem Neubau begeistert sein. Er bedeutet ja an der Stelle eine Verschattung der Büros. Auch würden die Parkplätze an der Stelle weg fallen.
Wo gibt es denn dazu eine Stellungnahme der OB?

cherubino
30.12.10, 19:32
Übrigens, zu komisch, alles schon mal da gewesen :lach:
http://www.braun-barth.de/includes/popups/projekte/3_2_staedtebau/3_2_2/Cc_z2.html

Hannes Kuhnert
31.12.10, 11:33
Übrigens, zu komisch, alles schon mal da gewesen :lach:
http://www.braun-barth.de/includes/popups/projekte/3_2_staedtebau/3_2_2/Cc_z2.html

Ich find es echt übel, wie Sachen geplant und wieder vergessen und dann ganz ähnliches wieder neu geplant wird.

Die veränderten Straßen mit der Rundung am Hotel Mercure und der Mühlenstraße als gerade Achse zwischen Parteifalte und Stadtbad gefallen mir richtig gut. Es gibt sogar die realistische Chance, das so ähnlich umzusetzen. Die Straßen dort sind alle in mittelmäßigem Alt-Zustand und werden, wenn mal die Straßenbahn gebaut wird, ohnehin komplett erneuert.

Hannes Kuhnert
31.12.10, 11:41
Die Eigentümer des Chemnitz Plaza werden von dem Neubau begeistert sein. Er bedeutet ja an der Stelle eine Verschattung der Büros.

Tja, der Entwurf von Dr. Braun und Barth (http://www.braun-barth.de/includes/popups/projekte/3_2_staedtebau/3_2_2/c_ph.h) hat das recht elegant und mit stärkerem Bezug zur Vorkriegsstruktur durch einen mittelhohen Anbau an das Chemnitz-Plaza mit Passage durch bzw. zweiten Eingang in dasselbe gelöst.

Auch würden die Parkplätze an der Stelle weg fallen.

Abgesehen von Behindertenparkplätzen haben die dort ohnehin keine dauerhafte Perspektive.

Hannes Kuhnert
31.12.10, 11:50
Den bei Dr. Braun & Barth verlinkten Plan würde ich aber lediglich als letztlich nicht umgesetzten Entwurf interpretieren (im Sinne eines Wettberwerbsbeitrages), da ansonsten die aktuellen Umbauten am Johannisplatz eine Planänderung erfordert hätten.

Bebauungsplan Z1.4 Nr. 93/21 "Posthof" Chemnitz
Auftraggeber:
Stadt Chemnitz

Zeitraum:
12/1995 Vorentwurf
11/1998 Entwurf
05/2000 Überarbeitung Entwurf
01/2001 Satzungsbeschluss Teil A "Rathausstraße - Johannisplatz" (http://www.braun-barth.de/includes/popups/projekte/3_2_staedtebau/3_2_2/c_ph.html)

klingt nach mehr als einem nicht zum Zuge gekommenen Wettbewerbsbeitrag.

An dieser exponierten Stelle hätte er aber wirklich die Chance, sich mit einem außergewöhnlichen Bauwerk ein Denkmal zu setzen. Man wird ja wohl noch träumen dürfen...

Wer selbst keinen sonderlich ausgeprägten Sinn für Architektur hat übersieht diese Chance durchaus selbst dann, wenn er sich sehnlichst wünscht, von der Nachwelt verehrt zu werden.

P.S.: Das gehört eigentlich alles in den Innenstadtstrang.

Stimmt, aber mit Antworten kommt man da nicht rüber.

lguenth1
31.12.10, 13:58
Das trapezförmige Gebäude am Johannisplatz ist auch auf allen Karten eingezeichnet, die man auf der Stadtseite finden kann: Link1 (http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/stadt_chemnitz/stadtentwicklung/rahmenplan/downloads/staedtebauliche_gestaltung.pdf), Link2 (http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/stadt_chemnitz/stadtentwicklung/rahmenplan/downloads/bauliche_nutzung.pdf) (mit Eintragung der denkmalgeschützten Gebäude der Innenstadt). Ich würde durchaus nicht ausschließen, daß der Umbau des Johannisplatzes gegen den Bebauungsplan verstößt. Die Bebauungspläne mit ins Internet zu stellen, wäre natürlich zu einfach...

cherubino
31.12.10, 14:45
Wer selbst keinen sonderlich ausgeprägten Sinn für Architektur hat übersieht diese Chance durchaus selbst dann, wenn er sich sehnlichst wünscht, von der Nachwelt verehrt zu werden.
:daumen::daumen::daumen:

fsv413
31.12.10, 15:57
Das trapezförmige Gebäude am Johannisplatz ist auch auf allen Karten eingezeichnet, die man auf der Stadtseite finden kann: Link1 (http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/stadt_chemnitz/stadtentwicklung/rahmenplan/downloads/staedtebauliche_gestaltung.pdf), Link2 (http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/stadt_chemnitz/stadtentwicklung/rahmenplan/downloads/bauliche_nutzung.pdf) (mit Eintragung der denkmalgeschützten Gebäude der Innenstadt). Ich würde durchaus nicht ausschließen, daß der Umbau des Johannisplatzes gegen den Bebauungsplan verstößt. Die Bebauungspläne mit ins Internet zu stellen, wäre natürlich zu einfach...

is zwar ein anderes thema, aber bei dem ersten link ist einmal auf dem parkplatz vom tietz ein gebäude und auf dem vorplatz vom tietz auch noch eins eingezeichnet. kann mir jemand sagen, was da geplant war/ist?

danke;)

cherubino
31.12.10, 17:04
Das ist das gleiche Spiel was die Chemnitzer Innenstadt angeht, das ich schon länger kritisiere. Wir haben hier wenige Baufelder in der Innenstadt um eine neue Stadtmitte zu gestallten. Doch diese Baufelder werden von vorne herein mit Parkplätzen oder anderen Sachen blockiert. Auch wenn der Parkplatz am Tietz schon vor der Wende ein Parkplatz war. Er ist heute ein Baufeld und ein Gebäude dort, sicher die Möglichkeit die Überbreite Bahnhofstraße optisch schmaler zu machen. So war es von den Planern auch gedacht. Welcher Investor soll sich für die Chemnitzer Mitte begeistern, wenn wir selber schon kein Vertrauen in deren Entwicklung haben.

Hannes Kuhnert
31.12.10, 17:24
Das ist das gleiche Spiel was die Chemnitzer Innenstadt angeht, das ich schon länger kritisiere. Wir haben hier wenige Baufelder in der Innenstadt um eine neue Stadtmitte zu gestallten. Doch diese Baufelder werden von vorne herein mit Parkplätzen oder anderen Sachen blockiert. Auch wenn der Parkplatz am Tietz schon vor der Wende ein Parkplatz war. Er ist heute ein Baufeld und ein Gebäude dort, sicher die Möglichkeit die Überbreite Bahnhofstraße optisch schmaler zu machen. So war es von den Planern auch gedacht. Welcher Investor soll sich für die Chemnitzer Mitte begeistern, wenn wir selber schon kein Vertrauen in deren Entwicklung haben.

Naja, was heißt denn kein Vertrauen? Bisher ist halt einfach niemand mit einem konkreten Vorhaben für die Fläche zwischen Wiesen- und Zschopauer Straße gekommen (zumindest habe ich nichts dergleichen mitbekommen). Kritisch würde es erst dann werden, wenn Stadtverwaltung, Stadtrat oder eine Bürgerinitiative gegen eine Bebauung dort wären, womöglich mit Verweis auf die „angespannte Parkplatzsitutation“ oder dem Argument „Wir brauchen Grünflächen in der City!“*

* Ja, die Innenstadt braucht Grünflächen, die hat sie auch, bspw. den Schillerplatz und den bis zur Bahnhofstraße erweiterbaren Park der OdF. Der Park am Roten Turm steht auch nicht mehr in Frage – dort war schonmal ein Gebäude skizziert – und das ist gut so. Aber natürlich ist eine Innenstadt primär bebaut.

Dass die Komplettierung des Tietz-Blocks erstmal verbaut wurde, ist zu bedauern. Neben dem Plan einer „richtigen Bebauung“ gab es auch Skizzen, die eine konkave haushohe Glasfassade von der einen bis zur anderen Steinfassadenseite zeigte. Dieser Plan wurde anscheinend abgespeckt, daher haben wir dort jetzt eine architektonisch anspruchsvolle Zementierung (im übertragenen Sinne) des offenen Hinterhofs.

cherubino
03.01.11, 16:42
Naja, was heißt denn kein Vertrauen? Bisher ist halt einfach niemand mit einem konkreten Vorhaben für die Fläche zwischen Wiesen- und Zschopauer Straße gekommen (zumindest habe ich nichts dergleichen mitbekommen). Kritisch würde es erst dann werden, wenn Stadtverwaltung, Stadtrat oder eine Bürgerinitiative gegen eine Bebauung dort wären, womöglich mit Verweis auf die „angespannte Parkplatzsitutation“ oder dem Argument „Wir brauchen Grünflächen in der City!“*

Ein Konsortium aus Chemnitzer Geschäftsleuten wollte dort mal ein Geschäftshaus bauen. Leider ist das nichts geworden.
Wichtiger ist, das wir in letzter Zeit immer mal wieder sehen, das Investoren Planungen für Innenstadtbaufelder machen. Das zeigt schon, das es ein Interesse gibt.

fsv413
03.01.11, 17:24
hallo, weiß denn jemand mehr zu den ganzen projekten rund um die zschopauer straße? zum einen habe ich mal gelesen, dass zum johannisplatz hin ein tunnel gebaut werden soll...das ist doch bestimmt kein thema mehr...
außerdem würde mich interessieren, ob es auf dem baufeld neben dem schocken auch pläne gibt...
hoffe is nich zu viel, bin aber sehr an diesem thema interessiert;)

lguenth1
03.01.11, 18:06
Der Tunnel ist aus Kostengründen kein Thema mehr, wie man im FP-Artikel zur Verkehrsanbindung des Johannisplatzes (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1692359.php) nachlesen kann:

Frühere Vorschläge für einen Tunnel von der Zschopauer Straße zur unterirdischen Anbindung des Areals verfolge die Bauverwaltung hingegen nicht mehr. "Die Kosten von mehreren Millionen Euro sind im Verhältnis zum Nutzen nicht darstellbar", meint Wesseler. Den Tunnel könne niemand bezahlen, sieht auch Innenstadt-Investor Claus Kellnberger ein.

Das noch freie Baufeld am Johannisplatz (Baufeld F4, auch als "Johanniskarree" bezeichnet) wurde auf der Immobilienmesse Expo Real vermarktet, ein handfestes Ergebnis gibt es aber vorerst noch nicht. Dazu habe ich einen ganz interessanten Artikel dazu gefunden, der ein positives Bild bezüglich der Nachfrage nach Innenstadtflächen zeichnet: Immobilien Zeitung (http://www.immobilien-zeitung.de/101512/letzte-filetstueck-in-city-wird-verkauft).

cherubino
04.01.11, 14:26
Saxoniabrunnen wird direkt vor ehemaliger Landeszentralbankfilliale stehen, gegenüber 5-geschossiges Parkhaus geplant

Ratsanfrage, Stadtratsfraktion FDP Chemnitz + neuer Bebauungsplan

baudenkmäler-chemnitz.de/aktuell

lguenth1
04.01.11, 17:05
Gegen eine EInbindung des Planes sollte eigentlich nichts sprechen, oder? Die Stadt veröffentlicht ohnehin ihre Dokumente im Netz:

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/plansaxwl7ajdh5.png

lguenth1
07.01.11, 17:18
Einige schnelle Schnappschüsse vom Johannisplatz. Zuerst der neue Verbindungsbau zwischen Rawemagebäude und Bankgebäude, der hier meines Wissens noch nicht ohne Gerüste zu sehen war. Wie man es auch dreht und wendet: Es werden nicht die versprochenen vier Geschosse. Die namensgebende Werbung wird vermutlich nicht wieder auf das Rawemagebäude kommen, das halte ich aber aus wirtschaftlichen Gründen für nachvollziehbar.
http://i406.photobucket.com/albums/pp148/lguenth1/IMG_0397.jpg

Das Bankgebäude ist dafür sehr schön geworden:
http://i406.photobucket.com/albums/pp148/lguenth1/IMG_0398.jpg

Blick Richtung Schocken:
http://i406.photobucket.com/albums/pp148/lguenth1/IMG_0399.jpg
Eigene Bilder

Der auf dem letzten Bild zu erahnende Schriftzug "HO-Warenhaus - Jeder Einkauf eine besondere Freude" (Bild (http://www.rundschau-chemnitz.de/images/graffiti/J_HOWA.JPG)) soll laut GGG nach Wärmedämmung und Erneuerung der Fassade wieder originalgetreu aufgebracht werden. Das finde ich nicht verkehrt, da damit ein Teil der wechselvollen Geschichte des Hauses sichtbar bleibt und schon viel zu viele, wesentlich interessantere Wandbilder aus DDR-Zeiten verschwunden sind.

cherubino
07.01.11, 19:09
Das Bankgebäude ist dafür sehr schön geworden

Eine Billig Sanierung. In den Gründerzeitvierteln wird mit einem anderem Standard saniert.

Der Seb
14.01.11, 15:05
In einer anderthalbseitigen Werbeanzeige im aktuellen Amtsblatt vom 12.01.2011 wird über die aktuellen und geplanten Vorhaben am Johannisplatz informiert. Die Anzeige ist leider nicht in der Online-Ausgabe des Amtsblattes enthalten. An (zumindest für mich) neuen Informationen wird dort ausgeführt, dass das Sparkassengebäude seitlich geöffnet werden soll und bodentiefe Eingangselemente und Schaufenster eingebaut werden. Insgesamt vier Läden sollen im Erdgeschoss einziehen. Des Weiteren soll in Richtung Zentralhaltestelle ein "modernes", zweigeschossiges (alles andere hätte mich überrascht) Geschäftshaus angeschlossen werden, vorbehaltlich der Genehmigung des Planungsausschusses. Des Weiteren heißt es wörtlich:

"Investor Claus Kellnberger wird als Highlight für die Bürger den Saxonia-Brunnen als Sponsor auf dem Johannisplatz aufstellen lassen. Seine jahrelangen Bemühungen zur Rettung und Aufstellung des Brunnens werden nun von Erfolg gekrönt, zum Wohle der Chemnitzer Bürger."

Zudem ist vorgesehen, die Bundesbank und das Sparkassengebäude punktuell anzustrahlen und im Mittelteil des Rawemahauses links und rechts der Betonkunst LED-Beleuchtung anzubringen.

Darüber hinaus stand noch im aktuellen "BLICK" vom 12.01.2011 zu lesen, dass im Sparkassengebäude immerhin 16 Wohnungen entstehen sollen. Zudem sollen die Arbeiten für das Parkhaus, welches die Lücke zum Sparkassengebäude vollständig schließen soll, bereits im Februar diesen Jahres beginnen. Insofern dürfte diesbezüglich alles klar sein und meine letzten leisen Hoffnungen, dass gegen das Parkhaus seitens der Stadt noch interveniert wird, haben sich zerschlagen. Angesichts der kurzen Planungsphase und des selben Architekten rechne ich mit einem ähnlichen Desaster wie auf Baufeld B 6.

piTTi
14.01.11, 15:52
^

Irgendwie alles ernüchternd. Lediglich diese Aussage gefällt mir.


Zudem ist vorgesehen, die Bundesbank und das Sparkassengebäude punktuell anzustrahlen und im Mittelteil des Rawemahauses links und rechts der Betonkunst LED-Beleuchtung anzubringen.


Etwas Licht fehlt in unserer Innenstadt. Dieses würde auch der Parteisäge gut stehen. Nachts sieht das Gebäude noch trostloser aus, als es eh schon ist.

cherubino
14.01.11, 18:01
Herr Kellenberger hat mich für Mittwoch zu einem Gespräch eingeladen. Ich nehme diesen Termin mit Herrn Barth vom hier oft zitierten Planungsbüro wahr.

lguenth1
14.01.11, 18:30
Dann weise ihn bei dem Gespräch, das sich vermutlich hauptsächlich um den Saxoniabrunnen drehen soll (?), bitte auch auf die restliche hier geäußerte Kritik hin. Mal zusammengefaßt:

1. Eine seitliche Öffnung des denkmalgeschützten Sparkassengebäudes mit Schaufenstern ist eine fürchterliche Entstellung dieses großartigen Bauwerks. Das kann unmöglich sein Ernst sein.
2. Ein zweigeschossiger Zweckbau zwischen Sparkasse und Zentralhaltestelle ist phantasielos und eine vertane Chance. Hier hat er die Chance, durch einen Architekturwettbewerb zwar etwas Zeit zu verlieren, sich andererseits aber ein echtes Denkmal zu setzen, über das man sich noch in hundert Jahren an ihn erinnern wird.
3. Ein Parkhaus an einer solch wichtigen innerstädtischen Stelle stellt hohe Anforderungen an die architektonische Qualität. Noch so eine Katastrophe wie am anderen Ende der Innenstadt wäre schwer zu verkraften.
4. Was ist aus dem Versprechen geworden, den Zwischenbau am Rawemagebäude vierstöckig auszuführen?
5. Die Öffentlichkeitsarbeit von Herrn Kellnberger ist stark verbesserungswürdig, eine kleine Internetpräsentation der Baupläne kostet wenig Geld, sollte aber auch die Nachfrage nach den zu vermietenden Flächen deutlich erhöhen. Damit bietet sich auch die Chance, etwas anderes als einen Bäcker und einen Friseur anzulocken.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß Herr Kellnberger damit in die Chemnitzer Geschichte eingehen will, die Chemnitzer Innenstadt mit einer Ansammlung von Bausünden verschandelt zu haben. Den Wunsch nach einer durchgängigen Ladenpassage am Wall verstehe ich, der wäre aber mit dem trapezförmigen Bau auf dem Johannisplatz wesentlich besser umzusetzen. Da die städtischen Bauarbeiten zur Umgestaltung des Johannisplatzes noch nicht weit fortgeschritten sind, wäre eine Umplanung zum jetzigen Zeitpunkt noch denkbar.

lguenth1
14.01.11, 18:49
Die FP berichtet heute groß über den Saxoniabrunnen. Sockel und Aufsatz sind zerlegt und ins Erzgebirge transportiert worden. Dort sollen die Einzelteile aus Granit gesäubert und repariert werden. Ob alle fehlenden Ecken ersetzt werden, entscheide der Denkmalschützer. Bezahlt wird das alles von Herrn Kellnberger, der vorerst aber auf die Figur der Saxonia verzichtet: "Wenn die Chemnitzer sie wollen, kann ich die Figur später ebenfalls noch fertigen und aufsetzen lassen." Ab Mai soll das Wasserspiel vor dem Gebäude der Bundesbank am Johannisplatz sprudeln, Kellnberger will es auf eigene Kosten betreiben.
Kellnberger will mit dem Brunnen die Attraktivität des Johannisplatzes erhöhen, dessen Bebauung er nahezu komplett um- oder neubauen lassen will - mit teilweise extrem fragwürdigen Plänen. Laut FP "reagiert er auf Vorschläge gelassen, den Brunnen etwa wieder an den Ursprungsort, am früheren Rosenhof, aufzustellen".
In einer Antwort auf eine Anfrage zur Standortdebatte von FDP-Kreischef Andreas Schmalfuß unterstreicht Baubürgermeisterin Petra Wesseler, dass der Brunnen im Eigentum der Stadt bleibt. Gestaltung und Bautechnik seien mit Kellnberger vertraglich geregelt. FDP-Stadtrat Dieter Füsslein will die Platzierung dennoch zum Thema im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss machen.

cherubino
14.01.11, 18:51
Nein, das Gespräch soll genau darum gehen. Ich lege ihm die Liste gerne vor.

Ich habe auch das Stadtforum zum Gespräch eingeladen. Es gab keine Antwort.

cherubino
15.01.11, 01:36
Anbei die Planungen und Überlegungen des Büros Barth:

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/1lvyfo6q3.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/2om2eyq1x.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/3pjgq428w.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/46e85hxsz.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/580xn6hmu.jpg

Pläne Büro Barth

Chmeintz
15.01.11, 20:26
Hallo zusammen,

lange lese ich hier schon mit, nun melde ich mich mal an um eine Idee für den Johannisplatz mitzuteilen. Vielleicht kann cherubino diese ja Herrn Kellnberger übermitteln.

Es geht mir um das Problem, wie die Lücke zwischen Zentralhaltestelle und dem ehemaligen Sparkassengebäude gestaltet werden könnte. Die Seitenfassade des Sparkassengebäudes ist ja sehr wichtig und sollte sichtbar bleiben. Die ersten Etagen der Rückseite vom Chemnitzplaza sind dafür umso hässlicher. Ein Gebäude sollte also behutsam einpasst werden, dass die Rückseite kaschiert wird, die Sparkasse sichtbar bleibt und attraktiv für die Passanten ist.

Auf der zweiten Karte fällt mir der Verlauf der Stadtmauer ins Auge. Diese bietet sich doch ideal an, um platzsparend einen Sichtschutz zum Hinterhof zu bilden und würde auch die Passanten entlang zum Johannisplatz führen. Ich stelle mir eine Natursteinmauer auf der dicken roten Linie bis kurz vor der Sparkasse vor. Die Mauer lässt also von der Zentralhaltestelle noch den Blick auf eine Hälfte der Seitenfassade zu. Wenn man näher zur Sparkasse kommt, sieht man dann wieder die gesamte Fassade und von weiten gesehen, ist die ehemalige Sparkasse größer als die Mauer und man kann die Seitenfassade sehen. Die Mauer sollte so zwei bis vier Meter hoch sein. In ihr könnten dort, wo nach Hinten zur Chemnitzplaza mehr Platz ist, auch kleine Geschäfte, Imbisse und eine urige Kneipe Platz finden. Dazu wären dann optisch angepasset Türen und Fenster in der Mauer notwendig.

Was haltet ihr von dem Plan? Eine weiter Grünfläche wie zB. ein rudimentärer Beckerplatz passt nicht an die Stelle, würde an der Zentralhaltestelle bestimmt auch vermüllen.

Viele Grüße

lguenth1
16.01.11, 15:22
Na da, herzlich willkommen. Und bitte nicht gleich zurückziehen, wenn ich Deinen Vorschlag abbügele :). Wie Dir vermutlich bekannt ist, sind die mittelalterlichen Befestigungsanlagen kein Kriegsverlust, sondern wurden bereits im 19. Jahrhundert wegen Baufälligkeit und den Anforderungen der neuen Zeit abgebrochen. Der Rote Turm ist die einzige Ausnahme, allerdings läßt sich auch der aufgrund heutiger Bauvorschriften im Prinzip nicht mehr nutzen. Die Zugangsbeschränkungen ohne Rettungstreppe sollten bekannt sein. Im Rückblick betrachtet ist der vollständige Verlust der Befestigungsanlagen und Stadttore, aber auch des Gewandhauses am Markt sicherlich nicht in diesem Umfang nötig gewesen, aber diese Fehler wurden in ganz Deutschland gemacht - selbst dort, wo ein Erhalt die wirtschaftliche Entwicklung nicht behindert hätte.
Sinnvollen Wiederaufbauprojekten stehe ich sehr positiv gegenüber, eine Stadtmauer gehört aber mit Sicherheit nicht dazu. Wenn diese zudem wie von Dir vorgeschlagen mit Türen und Schaufenstern ausgestattet wäre, wäre das ausnahmsweise wirklich noch weniger als Disneyland.
Da ich momentan keinen besseren Vorschlag präsentieren kann, habe ich natürlich ein leicht schlechtes Gewissen. Wie mehrfach geschrieben wäre hier ein Architekturwettbewerb die Lösung. Dabei kann im Anschluß an die Fassade des Bankgebäudes vielleicht auch eine mit Steinen verkleidete Fassade herauskommen, wer weiß. Aber schon aus Eigeninteresse wird Herr Kellnberger ein Vermüllen der seine Investitionen umgebenden Grünflächen garantiert verhindern.

Der Seb
21.01.11, 08:03
Auf http://www.baudenkmäler-chemnitz.de/ kann man die Zusammenfassung des Gesprächs zwischen Claus Kellnberger, cherubino und Co. zur zukünftigen Bebauung des Johannisplatzes lesen. Im Großen und Ganzen gibt es kaum neue Erkenntnisse. Allerdings wurde erstmals der Entwurf des Parkhauses vorgestellt. Wie erwartet klingt der aber nach 0815-Parkhaus. Positiv ist wenigstens, dass eine weitere Aufstockung des Zwischenbaus erfolgen wird, wenn die Vermietung des Rawema-Hauses gut läuft. Einen festen Zeitplan dafür gibt es aber nicht.

lguenth1
16.02.11, 22:32
Der derzeit nur zweigeschossige Bau zwischen Rawema-Gebäude und ehemaliger Bundesbank wird jetzt Thema (Link (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7592895.php)). FDP-Stadtrat Dieter Füsslein pocht auf den Stadtratsbeschluß, der ein vierstöckiges Gebäude fordert. Investor Kellnberger spricht von einem möglichen Zwischenstand und verweist auf 12.000 Quadratmeter Gewerbefläche, die er in seinen Immobilien rund um den Johannisplatz zunächst belegen will, ehe er aufstockt. Hierbei erhält er Unterstützung von OB Ludwig.
Auch die aus meiner Sicht beträchtlichen Fassadenänderungen am Sparkassengebäude werden angesprochen, hier prüft der Denkmalschutz noch. Der ist in Chemnitz allerdings eher nicht für kompromißlosigkeit bekannt, um es mal positiv auszudrücken. Im Inneren haben die unstrittigen Entkernungsarbeiten bereits begonnen.

lguenth1
18.02.11, 18:44
Bei der Stadt findet man unter Anlage 3 eine Zeichnung des am Johannisplatz geplanten Parkhauses (Link (http://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=9402&voselect=6550)). Die Fassadengestaltung ist an Einfallslosigkeit nicht zu überbieten, hier wurde ausschließlich auf Kostenminimierung gesetzt. Damit werden "Architekt" Peter Koch und Investor Kellnberger der sensiblen Zentrumslage nicht einmal ansatzweise gerecht. Wenn der Stadtrat nur halbwegs an der Entwicklung der Chemnitzer Innenstadt interessiert ist, müßte er nach der bewußten Täuschung zum gegenüberliegenden Zwischenbau der Bebauungsplanänderung die Zustimmung verweigern, solange nicht eine halbwegs angemessene Lösung präsentiert wird.

chemnitzer
19.02.11, 08:38
Sehr interessantes Fundstück. Das ist ja eine Katastrophe. Meine ganze Hoffnung besteht nun darin, dass dieser "Architekt" ganz plötzlich in Rente geht und ein anderer übernimmt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass von der Stadt Gegenwehr kommt (mal abgesehen von Herrn Füsslein).

LE Mon. hist.
21.02.11, 11:39
Was ihr nur alle habt, der Bau paßt doch sehr gut zum "Chemnitz-Center". ....


Ach, er soll nicht an einer Ecke vom "Chemnitz-Center" gleich neben der A4 gebaut werden, sondern im Zentrum von Chemnitz?

chemnitzer
22.02.11, 09:38
Jetzt beginnen die Diskussionen um das Parkhaus. Siehe (http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7597081.php)
An forderster Front, wie zu erwarten, Dieter Füsslein. Seinen Vorschlag eine Tiefgarage zu errichten würde ich begrüßen, halte dies aber aus finanziellen Gründen für nicht umsetzbar. Das Parkhaus an sich steht meines Erachtens nicht zur Debatte. Kellnberger möchte eine geschlossene Bebauung und die wird er auch bekommen.
Die öffentliche Diskussion lässt aber zumindest auf eine Änderung des Fassadenentwurfes hoffen.

lguenth1
22.02.11, 18:40
Die Kostenfrage sehe ich ähnlich wie Du. Die Querung der Fußgängerzone ist nicht optimal, sollte aber bei der geringen Größe des Parkhauses auf dem Johannisplatz kaum spürbar sein. Wenigstens sprechen sich mit FDP, Linke und CDU genug Fraktionen gegen den Fasadenentwurf aus. Allerdings gibt es meines Wissens selbst in der Innenstadt keine rechtliche Regelung, die der Stadt ein Mitspracherecht bei der Fassadengestaltung einräumt (bin mir hier aber nicht hundertprozentig sicher). Wenn Kellnberger also in den Grenzen des bestehenden Bebauungsplanes geblieben wäre, hätte er auch eine lila Sichtbetonfassade bauen können. Das sollte der Stadtrat vielleicht auch mal hinterfragen.

Der Seb
24.02.11, 08:11
Seit Kurzem ist die LED-Beleuchtung am Rawema-Haus in Betrieb. Bin gestern mal vorbeigelaufen und war doch recht positiv überrascht. Es handelt sich nicht um eine statische, einfarbige Beleuchtung sondern um ein wechselndes Farbenspiel. Gibt dem Rawema-Haus, trotz dass es derzeit Baustelle ist, doch ein gewisses Flair. Bei aller (m.E. auch gerechtfertigten) Kritik an den Vorhaben von Herrn Kellnberger eine gelungene Idee.

lguenth1
01.03.11, 17:41
Vor der heutigen Entscheidung im Bauausschuss über die Errichtung eines Parkhauses am Johannisplatz pocht Investor Kellnberger auf die Zustimmung. Er verspricht eine "wertvolle Glas-Edelstahl-Konstruktion" und will, wie offensichtlich von OB Ludwig gefordert, sechs Vorschläge zur Fassadengestaltung vorlegen. (Quelle: FP) Hoffentlich erinnert er sich daran auch noch nach einer möglichen Genehmigung.

Der Seb
02.03.11, 16:36
Wie erwartet wurde das geplante Parkhaus am Johannisplatz im Bauausschuss durchgewunken (Quelle: http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/7603491.php).

Bemerkenswert finde ich die Aussage von Stadtrat Fritzsche, dass ein Neubau an der Bahnhofstraße städtebaulich bedenklich wäre und nur eine Aneinanderreihung weiterer Parkhäuser darstellen würde. Dass der Bau eines Parkhauses neben dem architektonisch wertvollen Sparkassengebäude städtebaulich noch weniger Sinn macht und - wie von Herrn Füsslein wohl auch angesprochen - durch das Parkhaus und den damit verbundenen Zufahrtsverkehr der Charakter des Walls als Fußgänger- und Flaniermeile so ziemlich konterkariert wird, bleibt dabei völlig außer Betracht. Wenigstens scheint das letzte Wort hinsichtlich der Fassadengestaltung noch längst nicht gesprochen. Insbesondere wird sich das Kuratorium Stadtgestaltung in seiner nächsten Sitzung mit dieser Frage beschäftigen.

lguenth1
22.03.11, 18:21
Beim Sachsen-Fernsehen gibt es ein erstes Video, das einen Eindruck der teilweise von den Gerüsten befreiten Fassade des Rawema-Gebäudes vermittelt (Link (http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=944673)). Auf mich macht das erstmal keinen schlechten Eindruck, auch wenn ich mir das erst noch vor Ort anschauen muß.

Der Seb
23.03.11, 17:02
Da ich ohnehin jeden Tag am Rawema-Haus vorbei muss, konnte ich mir die Fassade bereits aus nächster Nähe anschauen. Was jetzt langsam unter dem Gerüst zum Vorschein kommt, hat mich doch durchaus positiv überrascht. Die helle Fassade mit den neuen Fenstern wertet das Gebäude gegenüber der alten Aluminiumverkleidung doch ungemein auf. Mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen "Parteifalte" hat man ja den direkten Vergleich vor der Nase. Wenn jetzt auch noch die Erdgeschosspassage attraktiv gestaltet wird, dann hat Herr Kellnberger - bei aller Kritik an seinen sonstigen Projekten - diesen Teil der Innenstadt doch erheblich aufgewertet. Nur der zweigeschossige Zwischenbau zum ehemaligen Bankgebäude wirkt angesichts der hellen Optik seines großen Nachbarn noch trostloser. Hoffentlich wird der wenigstens bald mal aufgestockt.

Hannes Kuhnert
23.03.11, 17:37
Da ich ohnehin jeden Tag am Rawema-Haus vorbei muss, konnte ich mir die Fassade bereits aus nächster Nähe anschauen. Was jetzt langsam unter dem Gerüst zum Vorschein kommt, hat mich doch durchaus positiv überrascht. Die helle Fassade mit den neuen Fenstern wertet das Gebäude gegenüber der alten Aluminiumverkleidung doch ungemein auf.

Die Linienführung über die Ecken ist interessant, aber das weiß find ich langweiliger als das blanke Alu und die alte Fensterteilung war spannungsreicher als die heutige. Was ich auch nicht versteh ist, dass die Farbe der Betonlochfläche in der Mitte nicht von der allgemeinen Fassadenfarbe unterscheidet.

Kann es sein, dass die Farbe der Fassadenteile mal geändert wurde? Die „Demoteile“ waren meiner Erinnerung nach dunkler.

Mit der in unmittelbarer Nähe befindlichen "Parteifalte" hat man ja den direkten Vergleich vor der Nase. Wenn jetzt auch noch die Erdgeschosspassage attraktiv gestaltet wird, dann hat Herr Kellnberger - bei aller Kritik an seinen sonstigen Projekten - diesen Teil der Innenstadt doch erheblich aufgewertet. Nur der zweigeschossige Zwischenbau zum ehemaligen Bankgebäude wirkt angesichts der hellen Optik seines großen Nachbarn noch trostloser. Hoffentlich wird der wenigstens bald mal aufgestockt.

Nunja, die Ergeschosszone (ohne Passage) soll m. W. genau so werden wie der noch zweigeschossige Zwischenbau.

Es ärgert mich nach wie vor, dass immer wieder Architekturwettbewerbe veranstaltet werden, deren Ergebnisse später überhaupt nicht genutzt werden. Bei dem Wettbewerb der TLG zu diesem Haus damals hat mir der Siegerentwurf sehr gefallen. Es gab auch noch weitere interessante Ideen. Nur einen der Entwürfe fand ich ziemlich einfallslos: Da bestand im Groben der einzige Unterschied zum Originalzustand darin, dass die vormalig silbernen Fassadenstreifen bunt gestaltet wurden, so mit Farbverläufen. Aber selbst das war noch kreativer als das jetzt umgesetzte!

Tyron
28.03.11, 20:22
SZ-Online (Chemnitzer Morgenpost) berichtete in ihrer Ausgabe vom 25.03.2011 von den Baufortschritten am Rawema-Haus. Auch die neue LED-Beleuchtung wird erwähnt. Später würden Computer nachgerüstet, die das Licht steuerten, so der Investor gegenüber der SZ: Link mit Foto (http://www.sz-online.de/Nachrichten/Chemnitz/Bauloewe_laesst_Rawema-Haus_in_aller_Farbenpracht_erstrahl en/articleid-2721450) der Beleuchtung.

Offtopic-Ps: Warum ist denn Cherubino verschwunden?

Cherubino hat um die Löschung seines Accounts gebeten. Zurück zum Thema! C.

John28
28.03.11, 22:23
Es gab Meinungsverschiedenheiten mit den Mods, deshalb ist er LEIDER weg. Vermisse seine Beiträge.
Das Rawema sollten sich alle mal anschauen, ich war am Wochenende mal vor Ort und finde es ehrlich gesagt toll. Der ganze furchtbare DDR-Charme ist weg, es wirkt modern frisch, auch die helle Farbe passt zum neuen Haus am Wall wenige Meter entfernt.

Tyron
03.04.11, 22:11
Es wäre toll, wenn einer der Chemnitzer mal ein paar Bilder des sanierten Gebäudes veröffentlichen würde. Ich denke, hier im Forum gibt es sicher viele Mitleser, dich sich mit Chemnitz verbunden fühlen, jedoch nicht direkt vor Ort sein können.

Eine Dokumentation des Chemnitzer Baugeschehens bietet übrigens Dietmar Lange mit seinem monatlichen Chemnitz-Rundgang hier (http://www.in-chemnitz.de/~lange/privat/sides/chemnitz/chemnitz2.htm). Allerdings gab es seit Februar kein Update mehr.

Ähnliches trifft auf Ulrich Hertel zu, der auf seiner Homepage
(http://www.ulrichhertel.de/) ab und zu Bilder der Innenstadt-Baustellen veröffentlicht.

Eine Dokumentation der Modernisierung des Chemnitzer Bahnknotens findet Ihr hier (http://www.eisenbahnseite.de/).

Vielleicht kennt der eine oder andere diese Seiten noch nicht.

piTTi
03.04.11, 23:07
^

Dietmar Lange hat heute seine Seite geupdatet. Darunter auch ein Bild vom Rawema-Gebäude: Klick (http://www.in-chemnitz.de/~lange/privat/sides/chemnitz/rawema.htm) ;)

Hier mal ein Bild von dem Rawema-Gebäude bei Dunkelheit: Klick (http://www.flickr.com/photos/medienmafia/5583051034/in/pool-44211791@N00/)

Der Seb
04.04.11, 08:37
@ Tyron:

Danke für die interessanten Links. Kannte alle drei Seiten noch nicht. Auf der Seite von Dietmar Lange wurden allerdings die "RAWEMA"-Bilder zwischenzeitlich aktualisiert. Darauf ist auch die neue Fassade erkennbar. Leider wurde das Gebäude von der Seite aus fotografiert, die noch eingerüstet ist. Für einen ersten Eindruck aber ganz brauchbar, denke ich.

Seh grad, dass ich piTTi's Eintrag überlesen habe. Sorry ;-) Auf dem Nachtbild ist die neue Fassade gut erkennbar. Wie ich schon mal geschrieben hatte, finde ich die sehr gelungen.

Tyron
04.04.11, 18:49
Auf dem Foto wirkt die Fassade sehr freundlich, modern und solide. Ich hoffe, dass sie nicht all zu sehr nachdunkelt und bin auf das Gesamtergebnis gespannt. Die LED-Beleuchtung ist sowiso eine Klasse Idee.

@ Der Seb: Kein Ding! Auf den ersten zwei Seiten treibe ich mich schon seit Jahren herum;). Die dritte habe ich vergangenes Jahr gefunden, weil ich mal wissen wollte wie's um den Hbf-Umbau steht.

rotwang
08.06.11, 17:48
Seit heute steht der Saxoniabrunnen nun. Um es vorweg zu nehmen, wer das alte Chemnitz liebt, sollte einen Bogen um den Johannisplatz machen. Ergänzend zu Schmalfuß kann man noch sagen, das der Brunnen viel kleiner wirkt als auf den historischen Fotos. Er wirkt auf diesen Platz verloren. Übrigens steht er direkt vorm Eingang der ehemaligen Bank,,, nicht auf der Mitte des Platzes. Für Chemnitz ist das Aufstellen dieses Brunnens verpufft als wäre nichts passiert. Hat man schon einmal in einer anderen Stadt davon gehört, das ein historisches Wasserspiel in der Art präsentiert wird?

piTTi
09.06.11, 20:29
Wie Radio Chemnitz berichtet, soll das RAWEMA-Gebäude am ersten Juli-Wochenende wiedereröffnen. Und zwar mit einem Brunnenfest. :lach: An dem Montag eröffnet dann auch die Norisbank schon ihre neuen Räumlichkeiten.

Ich bleibe dabei. Das RAWEMA-Gebäude finde ich nun gar nicht so schlecht. Klar wäre eine extravagante Sanierung besser gewesen, aber an sich kann ich damit gut leben. Zu dem Brunnen braucht man wahrscheinlich nichts mehr sagen. :lach:

Bericht mit Bildern (http://www.radiochemnitz.de/index.php?id=2139&tx_ttnews[tt_news]=451570&cHash=d54a0ca3e4e67cf6e7b8b67347229 e79)

rotwang
09.06.11, 20:57
Danke für die Info. Das Rawema Gebäude ist jetzt weiß. Mehr nicht.

John28
10.06.11, 08:22
Das Rawema-Gebäude hat eine helle Aluminiumfarbe nicht weiß, zudem schaut es deutlicher moderner aus als vorher. In Verbindung mit der nächtlichen Illumination und der Verglasung der Verkaufsräume ist es in meinen Augen eine Aufwertung des Gebäudes.

hkremss
10.06.11, 09:51
Ich finde das RAWEMA-Gebäude wirkt mit der erneuerten Fassade erheblich moderner und weniger DDR-miefig. Insofern eine Verbesserung der Innenstadt, wenn auch nicht unbedingt das Optimum des Vorstellbaren. Wie der Saxonia-Brunnen(-rest) auf dem Johannisplatz(-rest) zur Geltung kommt, wird sich zeigen. Vielleicht trägt seine Aufstellung dazu bei, dass das gute Stück wieder ins Bewusstsein der Chemnitzer rückt und vielleicht entwickelt sich daraus sogar eine Initiative zur Neuanfertigung der Bronzefiguren. Ich würde jedenfalls den einen oder anderen Euro dafür locker machen.

rotwang
10.06.11, 14:52
Da haben wir schon das erste Problem. In Chemnitz gibt es einen Saxoniabrunnenverein, der denkt er hätte das Alleinvertretungsrecht was den Brunnen angeht. Dieser Verein hat 10! Jahre nichts von sich hören lassen um sich dann von Kellnberger einlullen zu lassen den halben Brunnen vor dessen Bauprojekt zu stellen. Was ist mit solchen Leuten anzufangen?

Das Rawemagebäude sieht jetzt natürlich frischer aus. Trotzdem ist es eine architektonische Katastrophe. Es ist im Stadtbild überdimensioniert, was besonders deutlich wird, wenn man es von der Brückenstraße oder der Straße der Nationen aus sieht. Es gibt null Beziehung zu den angebauten Gebäuden. Eine Eckgestaltung an beiden Seiten,,, Fehlanzeige. Das Ganze Karree passt eigentlich vorne und hinten nicht ins Bild. Und da kann man nicht sagen, damals hatte man die Möglichkeiten es besser zu machen nicht. Das stimmt so nicht. Die damals Verantwortlichen wollten es genau so bauen wie es jetzt noch da steht,,, weil es ihnen eben so gefiel. Deshalb kann man bei diesen Leuten von ästhetischer Dummheit sprechen. Und wenn wir das weiter bauen, sind wir nicht besser.

Richtig wäre gewesen, den Neubau der Innenstadt in Chemnitz ganz langfristig zu planen, diese Gebäude abzureisen, die Flächen zu begrünen und um das Rathaus Stück für Stück Karrees zu bauen ...

John28
10.06.11, 15:36
Okay, es gibt def. schönere Gebäude, aber welche Optionen haben wir? Ich glaube zeitnah an keinen Großinvestor der uns ein architektonisches Highlight zaubert und bezahlt, dafür hatten wir ja schon 21 Jahre zeit und es ist nichts passiert. Nochmal 20 Jahre warten und die düsteren Gänge der Einkaufspassage da unten weiter ertragen? Nein! Wir können auch eine große Grube baggern und auf einen Investor warten, aber ich denke da wächst, wie bereits vis a' vis geschehen Gras drüber.
Ich denke so ist es bis auf Weiteres eine gute Lösung und wie bereits geschrieben, nachts schaut's fast schon chic aus. :)

rotwang
10.06.11, 17:45
Ja da geb ich Dir Recht. Aber wir wissen halt auch nicht was wir für andere Optionen gehabt hätten. Wie ich das beobachtet habe, wurde dieses Gebäude nur auf der Expo Real angeboten oder es stand ein paar mal in der Zeitung. Sonst hat man wohl nur gewartet was passiert ... zu wenig.
Abgesehen davon. Der Zwischenbau ist eine Katastrophe. Er wird auch durch eine Aufstockung nicht besser werden. Dafür fehlt ihm die Gliederung. Außerdem wären 4 Geschoss immer noch zu wenig.
Das Bankgebäude ist eine Billigsanierung. Noch jedes Sonnenberggebäude bekommt bei der Reko eine Kunstschiefereindeckung und Holzfenster.

Hannes Kuhnert
11.06.11, 12:52
Das Rawemagebäude sieht jetzt natürlich frischer aus.

Ich denke, dass das Haus jetzt wieder etwa so modern wirkt, wie es zur Erbauungszeit war.

Trotzdem ist es eine architektonische Katastrophe. Es ist im Stadtbild überdimensioniert, was besonders deutlich wird, wenn man es von der Brückenstraße oder der Straße der Nationen aus sieht. Es gibt null Beziehung zu den angebauten Gebäuden. Eine Eckgestaltung an beiden Seiten,,, Fehlanzeige.

Da möchte ich mal ein bisschen differenzieren: Klassisch ausgebildete Ecken waren zur Erbauungszeit überhaupt nicht in Mode.Dafür ist der Anschluss an das Freie-Presse-Haus sehr gut gelungen. Das RAWEMA-Haus wirkt schon wuchtig, ist aber kaum größer als die benachbarten Häuser. (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4e/Verlagsgebäude_Freie_Presse2.jpg)

Nach wie vor trauer ich dem nicht umgesetzten Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs, den der frühere Besitzer TLG durchführte, nach. Der verfolgte mit einer anspruchsvollen Umgestaltung u. a. mit einem riesigen ausgebrochenen „Fenster“ im Südwestbereich und einem vollwertigen Anschluss an das Bankgebäude das Ziel einer bessere Akzeptanz und Integration der „sozialistischen“ Bausubstanz zu erreichen.

Das umgesetzte leistet das nur sehr eingeschränkt: Ein paar Leute sind geradezu begeistert (wie lange?), aber andere erkennen, dass sich nicht viel geändert hat.

Richtig wäre gewesen, den Neubau der Innenstadt in Chemnitz ganz langfristig zu planen, diese Gebäude abzureisen, die Flächen zu begrünen und um das Rathaus Stück für Stück Karrees zu bauen ...

Das hätte ich nicht richtig gefunden. Vieles hat Potential, nur sollte m. E. beim Umbau dringend deutlich mutiger vorgegangen werden, als es beim RAWEMA-Haus passiert. Der nächste Fehler wäre der angedrohte Umbau der „Ratsapotheke“. Wenn man in den Neunzigern so vorgegangen wäre, wären uns auch die Flachbauten am Roten Turm erhalten geblieben …

rotwang
11.06.11, 14:58
Gerade die Ecke zur Brückenstraße finde ich nicht gelungen weil das Rawema Haus zu wenig Tiefe hat.
So sah es da um 1900 aus. Links der Blick heute zum Rawema Haus.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/dasaltechemnirmbnf83il1.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

Foto um 1900, Bildrechte abgelaufen

lguenth1
01.07.11, 18:58
Ein FP-Artikel unter der Überschrift "Die Retter des Saxonia-Brunnens": Link (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Die-Retter-des-Saxonia-Brunnens-artikel7693284.php). Anlaß ist die Übergabe des Saxonia-Brunnens am Samstag, 11 Uhr, im Rahmen eines Brunnen-Festes von 10 bis 18 Uhr; im Anschluss und am Sonntag, 10 bis 16Uhr, Fest mit Kinderprogramm und Musik.

rotwang
02.07.11, 00:08
... in den Chemnitzer Kreisen, die sich mit dem Thema auskennen, stößt der Umgang mit dem Brunnen auf breite Ablehnung.

hkremss
03.07.11, 16:27
Ich finde es sehr erfreulich, dass in dem FP-Artikel auch über die fehlenden Figuren gesprochen wird. Angeblich gibt es bereits Sponsoren für die Saxonia und den Schmied und 'nur' für die Spinnerin wird noch ein Sponsor gesucht. Ich hoffe, es findet sich bald einer, muss ja nun nicht zwingend ein Textilunternehmen sein, wie es sich der Brunnenverein wünscht. Da der Brunnen im Eigentum der Stadt bleibt, steht auch einer späteren Versetzung an einen geeigneteren Ort nichts im Weg. Die 'breite Ablehnung' kann ich deshalb überhaupt nicht nachvollziehen.

rotwang
03.07.11, 17:32
Leider kann nicht jeder der es will sich zu dem Thema öffentlich äußern so wie er es will oder wie förderlich wäre, wegen der Namen die hier gleicher Meinung sind, denn die Oberbürgermeisterin vertritt nun einmal die Stadt.
Die Informationen hast Du von der Homepage des Saxoniabrunnenvereins auf der man noch vor kurzen statt der Informationen zum Saxoniabrunnen, die Mietangebote eines Chemnitzer Bauunternehmers der im Verein engagiert ist, lesen konnte.
Wenigstens hat der öffentliche Protest dazu geführt, das man gemerkt hat, das man die ursprünglich verfolgte Idee, den Brunnen ohne die Figuren zu belassen nicht durchsetzen kann.
Auf den Fotos ist eines gut zu erkennen, das zukünftige Umfeld des Brunnens, eine Ladenzone in Flachbauweise und ein Parkhaus. Ich finde das am Brunnen angebrachte Schild spricht Bände. Genau so wie sein aufgeregtes in die Kamera blärren "Ich habe 10 Jahre" für den Brunnen gekämpft, was nicht stimmt. Die Oberbürgermeisterin wusste noch nicht einmal wie lange der Brunne weg war. Warum? Es interessiert sie einfach nicht, genau so wenig wie sie interessiert hat, das in Chemnitz ein Gründerzeithaus nach dem anderen abgerissen wurde.
Mögen sich hier banale Geister mit einer 0/8 15 Lösung zu Frieden geben. Ich werde mich dafür einsetzen das der Brunnen dort nicht seinen endgültigen Standort gefunden hat, genau so wie ich den Leuten weiter erklären werde, warum es wenig Sinn macht Parkhäuser und Flachbauten in die Innenstadt zu setzen.

rotwang
18.07.11, 01:31
Anbei zwei Aufnahmen von gestern vom Bauprojekt Rawema-Haus/Johannisplatz. Im EG Bereich des Rawema-Hauses wird derzeit die verglaste Ladenzone gebaut. Auf dem Dach des Hauses ist die Anlage für die Werbeschrift verblieben. Herr Kellnberger ist ein wirtschaftlich denkender Mensch.

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/Kell2.JPG

http://www.repage4.de/memberdata/schmalfuss/Kell1.jpg

Aufnahmen von mir.

lguenth1
18.07.11, 19:36
Wie bekannt ist, möchte Herr Kellnberger den Bereich zwischen Sparkassengebäude und Zentralhaltestelle bebauen (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4vgbj29790&lvl=19.20156973347283&dir=356.89972709412143&sty=b&where1=Chemnitz%2C%20SN%2C%20Deutsc hland&form=LMLTCC)). Auf Anregung des Kuratoriums Stadtgestaltung fand deshalb jetzt ein Workshop zur Gestaltung dieses Bereiches statt, dessen Ergebnisse in folgender Pressemitteilung beschrieben werden. Daß man die verschiedenen Entwürfe nicht an die Pressemitteilung anhängt, ist mal wieder typisch für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt und extrem ärgerlich. Vielleicht gibt es morgen wenigstens etwas in der Freien Presse zu sehen.

PRESSEMITTEILUNG 504 Chemnitz, den 18.07.2011

Bauen in der Innenstadt: Stadtverwaltung bereitet neues Baufeld am Johannisplatz vor

Workshop mit Architekten - vier städtebauliche Ansätze zur Situation zwischen Zentralhaltestelle, Chemnitz-Plaza und ehemaligem Sparkassen-Gebäude

Das Kuratorium Stadtgestaltung hatte in seiner 6. Sitzung am 11.03.2011 empfohlen, ein geeignetes Verfahren anzuwenden, um die Dimension eines neuen Baufeldes am Johannisplatz festzulegen (PM 159 vom 11.03.2011). Auf Einladung von Bürgermeisterin Petra Wesseler und unter Moderation von Prof. Barbara Hoidn, Mitglied des Kuratoriums, fand jetzt ein Workshopverfahren statt: Vier Architekturbüros aus Chemnitz und Umgebung hatten sich mit der städtebaulich sehr anspruchsvollen Situation zwischen Zentralhaltestelle, Chemnitz-Plaza und ehemaliger Sparkasse auseinandergesetzt. Vor dem Krieg befand sich hier der Beckerplatz; durch die Neuanlage des Johannisplatzes mit seinen großzügigen Freiflächen ist es städtebaulich Ziel führender, eine attraktive Lauflage mit Geschäften von der Zentralhaltestelle bis zum Anschluss an die bestehenden Gebäude und weiter zur Straße der Nationen zu führen und dabei auch den Lieferhof abzuschirmen.

Im Workshop am 13. Juli 2011 wurden von den geladenen Architekten vier sehr unterschiedliche städtebauliche Ansätze für diesen Bereich vorgeschlagen und im Ergebnis der anregenden Diskussion mit den Büros und Vertretern der Ämter des Baudezernates die Rahmenbedingungen für die weitere Arbeit ermittelt: Es ist richtig und sinnvoll, in diesem Bereich ein Baugrundstück zu schaffen um das Karree abzuschließen und Investoren zur Bebauung anzubieten. Vorgeschlagen wird ein Baukörper auf quadratischem Grundriss, der durch das Abrücken von der Giebelseite der denkmalgeschützten Sparkasse die reichhaltig gegliederte Fassade sichtbar lässt und zugleich in der Bauflucht der Sparkasse zur Zentralhaltestelle führt. Eine kleine platzartige Aufweitung zwischen dem Chemnitz-Plaza und dem neuen Baukörper reduziert den Engpunkt in diesen Bereich und lässt Raum für eine Außendarstellung der Geschäfte/ Außengastronomie.
Die im Workshop gewonnenen Erkenntnisse werden in den Entwurf eines Bebauungsplanes eingearbeitet, der den Stadträten nach der Sommerpause vorgelegt werden wird; es wird sich die öffentliche Auslegung und Erörterung des Bebauungsplanentwurfes anschließen. Ziel ist es, die Baurechte zum Jahresende soweit konkretisiert zu haben, dass das neu gebildete Grundstück interessierten Investoren zur Bebauung angeboten werden kann.

Bürgermeisterin Petra Wesseler: „Die von den Architekturbüros gezeigten sehr unterschiedlichen und qualitativ hochwertigen städtebaulichen Überlegungen für diesen Bereich haben gezeigt, dass die Anregung des Kuratoriums Stadtgestaltung richtig war, eine komplizierte städtebauliche Situation in Varianten zu untersuchen, um zur besten Lösung zu gelangen. Das gewählte Verfahren eines Workshops verknüpft die intensive fachliche Diskussion mit einem zeitlich straffen Arbeitsablauf.“
Quelle: www.chemnitz.de (http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen_index.asp?action =Einzel_Anzeige&id=10213&woher=1&jahr=2011&monat=07)

rotwang
18.07.11, 19:44
Wer Lust hat die Idee zu unterstützen, das bevor dort neu gebaut wird, erst der Zwischenbau Rawema/Bank aufgestockt werden muss, kann sich mit an die Stadtratsfraktionen wenden.

lguenth1
18.08.11, 18:35
Freie Presse: Die Zufahrt zum Johanniskarree (Luftbild (http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=sg4x1zj298wh&lvl=19.20267412585248&dir=356.8997276215732&sty=b&where1=Chemnitz%2C%20SN%2C%20Deutsc hland&form=LMLTCC)) wird erst umgebaut, wenn feststeht, ob und wie die Fläche neben dem früheren Kaufhaus Schocken bebaut wird. Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk: "Nach nochmaliger Untersuchung der Zufahrt steht fest, dass für die jetzige Nutzung kein Umbau nötig ist. Andererseits wissen wir heute noch nicht, welche Verkehrslösung nach einer Bebauung neben dem Schocken nötig ist."

Finde ich nicht verkehrt und spart momentan beträchtliche Mittel ein. Im von Herrn Kellnberger geplanten Parkhaus sollen überwiegend Langzeitparker stehen, ohnehin erzeugt ein Parkhaus keine allzu großen Verkehrsströme.

rotwang
30.08.11, 18:49
Eine unschöne Überraschung am Johannisplatz. Der schwarze Zwischenbau hat überhaupt keinen Zugang zum Johannisplatz. Das Gebäude ist nur das "Dahinter" des letzten Ladengeschäfts am Rawema-Haus.

Hannes Kuhnert
30.08.11, 20:36
^
Überraschung? Das war doch schon vor einigen Monaten zu sehen.

lguenth1
07.09.11, 19:16
Laut heutiger Freier Presse (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Parkhaus-am-Johannisplatz-wird-vorerst-nicht-gebaut-artikel7752950.php) wird das Parkhaus am Johannisplatz vorerst nicht gebaut, sondern entsteht frühestens im nächsten Jahr. Grund seien ungeklärte Eigentumsfragen.
Zum Rawema-Gebäude gibt es folgende Informationen: Nach der Eröffnung von Läden, einer Bank und einer Gaststätte sollen weitere Räume im Erdgeschoss des früheren Rawema-Gebäudes an einen Bio-Markt vermietet werden. Bis Dezember soll laut Kellnberger zudem der Ausbau für zwei Hotels mit etwa 90 Zimmern in Ein- bis Zwei-Sterne-Ausführung, für Büro- und Praxisräume und Wohnungen in den Obergeschossen über die Bühne sein. Mit einem Textil- und einem Schuhmarkt laufen Verhandlungen über den vorderen Teil im Erd- und ersten Obergeschoss des Rawema-Hauses samt Zwischenbau zur früheren Bundesbank hin. Eigens für die beiden neuen Hotels in der fünften und sechsten Etage im Rawema-Gebäude wird derzeit eine Halteschleife am Haupteingang des Rawema-Hauses an der Straße der Nationen angelegt.

rotwang
08.09.11, 01:32
Laut heutiger Freier Presse (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Parkhaus-am-Johannisplatz-wird-vorerst-nicht-gebaut-artikel7752950.php) wird das Parkhaus am Johannisplatz vorerst nicht gebaut, sondern entsteht frühestens im nächsten Jahr. Grund seien ungeklärte Eigentumsfragen.
Zum Rawema-Gebäude gibt es folgende Informationen: Nach der Eröffnung von Läden, einer Bank und einer Gaststätte sollen weitere Räume im Erdgeschoss des früheren Rawema-Gebäudes an einen Bio-Markt vermietet werden. Bis Dezember soll laut Kellnberger zudem der Ausbau für zwei Hotels mit etwa 90 Zimmern in Ein- bis Zwei-Sterne-Ausführung, für Büro- und Praxisräume und Wohnungen in den Obergeschossen über die Bühne sein. Mit einem Textil- und einem Schuhmarkt laufen Verhandlungen über den vorderen Teil im Erd- und ersten Obergeschoss des Rawema-Hauses samt Zwischenbau zur früheren Bundesbank hin. Eigens für die beiden neuen Hotels in der fünften und sechsten Etage im Rawema-Gebäude wird derzeit eine Halteschleife am Haupteingang des Rawema-Hauses an der Straße der Nationen angelegt.

Der liebe Gott ist gnädig mit Chemnitz.

Saxonia
13.09.11, 21:56
Klasse dass der Brunnen wieder aufgebaut wurde. Hoffentlich lässt Saxonia nicht allzu lange auf sich warten.

NeuesRathaus
24.11.11, 20:12
Ich habe schonmal Bilder vom Saxoniabrunnen eingestellt:

http://www.abload.de/img/img-20110913-000499keyfuo9.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=img-20110913-000499keyfuo9.jpg)


Das RAWEMA-HOCHHAUS befindet sich rechts auf dem Foto.


Man kann hier gut erkennen was ich meine:

- ein Teil ist mit den Alu-Blechen verkleidet (rechter hinterer 2-Geschosser Anbau);
- der andere Teil nur schwarz "gestrichen" (vorderer Teil des Gebäudes, auf dem Bild noch grau)


Sicher wird doch alles verkleidet werden ?
Das Vordach im EG wurde bereits komplett mit den grauen Platten verkleidet und es sieht mit den kleinen Lichtspots nicht schlecht aus.

Mich wundert es eben nur, da auf den unverkleideten "schwarz gestrichenen" Bereichen schon die Reklametafeln vom Bäcker des Vertrauens und Co. angebracht sind


P.S. Ich hätte nichts dagegen, die beiden rechten und linken 2er-Geschosse um 4 Etagen aufzustocken. Das würde eine Urbanitätssteigerung schaffen!

Hannes Kuhnert
24.11.11, 20:38
Das wird doch hoffentlich nicht so bleiben

Ich vermute, dass das an der Vermietung liegt: Wo noch kein Mieter gefunden ist, steht die genaue Ausführung noch nicht fest.

Mich wundert es eben nur, da auf den unverkleideten "schwarz gestrichenen" Bereichen schon die Reklametafeln vom Bäcker des Vertrauens und Co. angebracht sind

Sowas wird auch schonmal provisorisch montiert. Die Leute sollen wissen, wo Sie ihr Bargeld abgeben können.

lguenth1
31.12.11, 11:04
In der Schalterhalle des früheren Bundesbank-Gebäudes am Chemnitzer Johannisplatz möchte Investor Kellnberger ein Gasthaus einrichten - aus meiner Sicht wäre das eine Belebung für die Innenstadt. Mit dem Chemnitzer Gastronom Denis Vogel ist auch ein schon ein Betrieber gefunden. Vogel will etwas ganz Eigenes, Unverwechselbares schaffen, wie er sagt. "Das soll ein Unikat werden, nichts Kopiertes. Wir wollen das alte Chemnitz verkörpern, die Goldenen Zwanziger Jahre", erklärt er und stellt sich das Mobiliar im Stil der Gasthäuser aus der Zeit zu Beginn des vorigen Jahrhunderts vor, mit Bildern an den Wänden, die Gäste ins Chicago der frühen 1930er-Jahre blickenlassen. Rund 200 Plätze will der Chemnitzer in der 800 Quadratmeter großen Schalterhalle anbieten, ebenso viele könnten er und Hauseigentümer Kellnberger sich für die Sommergastronomie vor dem Haus, rund um den denkmalgerecht sanierten Saxonia-Brunnen vorstellen. Eröffnung soll noch im nächsten Jahr sein.

rotwang
19.05.12, 00:07
Freie Presse: Chemnitzer Rathaus genehmigt Parkhaus-Neubau auf dem Johannisplatz

Anm: Gibt es wirklich keine weiteren Investoren, die in der Chemnitzer Innenstadt bauen wollen und warum kommt ein so oft beauftragter Architekt wie Peter Koch nicht von alleine darauf, das eine Drahtfassade bei so einem stadtbildprägenden Neubau nicht passt?

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Chemnitzer-Rathaus-genehmigt-Parkhaus-Neubau-auf-dem-Johannisplatz-artikel7991574.php

NeuesRathaus
05.06.12, 21:25
Hotel "Biendo" eröffnet im ehemaligen RAWEMA-Haus !

Ein großer Ankermieter hat sich jetzt im umgebauten RAWEMA-Haus niedergelassen. Eine tolle Nachricht! Für entsprechende Events (z.B. Sachsenring) besteht schon rege Nachfrage! :daumen:


Passend dazu ein kleiner Videobeitrag:

http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Chemnitz/Artikel/1170248/Neues-Hotel-Biendo-in-Chemnitzer-Innenstadt/

Hotelhomepage:

http://www.biendo-hotel.de/

Euler
07.06.12, 00:39
Beim neuen Innenstadtparkhaus wird keine Zeit verschwendet. Heute war bereits schwere Technik vor Ort.

Eine Frage die sich mir noch stellt: Wie groß wird wohl das Loch in der Fassade für die Einfahrt sein? Sofern dies gleichzeitig die Einfahrt in den Innenhof ist, müssten da ja auch kleine LKWs durchpassen? Falls dies der Fall ist hoffe ich, dass die Einfahrt sehr dezent gehalten wird.

http://www.abload.de/img/20120606_110331lhu9i.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=20120606_110331lhu9i. jpg)

piTTi
07.06.12, 10:36
Das Parkhaus scheint wohl für die Vermietung des Rawema-Hauses wirklich von essentieller Bedeutung zu sein. Da verwundert es nicht, dass so enorm auf's Gas gedrückt wird.

lguenth1
16.06.12, 07:56
Nachdem das Postament des Saxonia-Brunnens von Klaus Kellnberger auf dem Johannisplatz wiedererrichtet wurde, sollen bis Ende Juni 2013 auch die noch fehlenden Figuren hinzugefügt werden. Die dazu nötigen Gelder von 120.000 Euro hat der Saxonia-Brunnen-Verein größtenteils zusammen. Der Schmied, Symbol der Metallindustrie, soll bis Ende Oktober aufgesetzt werden. Die 30.000 Euro hat Niles-Simmons Hegenscheidt gespendet. Die Spinnerin, Symbol der Textilindustrie, soll Ende Januar 2012 zurückkehren. Zuletzt folgt dann die von Klaus Kellnberger bezahlte Saxonia als Beschützerin der Industrie und des Handels. Dieser hofft selbstverständlich auf positive Effekte für seine umliegenden Investitionen, etwa das Mitte Juli öffnende Lokal in der ehemaligen Bundesbank.
Die Figuren entstehen originalgetreu in einer polnischen Gießerei, werden aber etwas kleiner als die verschollenen Originale: die Saxonia etwa 2,70 Meter hoch, Spinnerin und Schmied etwa 1,60 Meter. Die Größendifferenz von rund 15 Zentimetern gegenüber der früheren Anlage erklärt sich mit dem niedrigeren Fundament. Bei der Restaurierung sei bewusst auf einen Teil des Sockels verzichtet worden, damit die Chemnitzer bis an den Brunnen herangehen können.

Hannes Kuhnert
16.06.12, 09:15
[Saxonia-Brunnen]
Die Figuren entstehen originalgetreu in einer polnischen Gießerei, werden aber etwas kleiner als die verschollenen Originale: die Saxonia etwa 2,70 Meter hoch, Spinnerin und Schmied etwa 1,60 Meter. Die Größendifferenz von rund 15 Zentimetern gegenüber der früheren Anlage erklärt sich mit dem niedrigeren Fundament. Bei der Restaurierung sei bewusst auf einen Teil des Sockels verzichtet worden, damit die Chemnitzer bis an den Brunnen herangehen können.

Endlich mal eine Erklärung für den geänderten Sockel! Auch mit dem Wissen, dass man „reinfassen können“ soll, wirkt es fehlproportioniert, aber so weiß man wenigstens, dass sich jemand etwas dabei gedacht hat.

NeuesRathaus
16.06.12, 09:22
:daumen:

Euler
23.06.12, 19:23
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Chemnitzer-Rathaus-hat-Plaene-fuer-weitere-Einkaufs-und-Buero-Galerie-artikel8023138.php

Hier ein aktueller Artikel der Freien Presse bzüglich einer möglichen Bebauung der Fläche neben dem Schocken.
Ich hoffe, dass dort wirklich bald mal gebaut wird. Ob die entsprechenden Ideen sinnvoll sind, kann ich leider nicht einschätzen.

NeuesRathaus
25.06.12, 18:21
Eine Bebauung auf dieser Brachfläche ist auf jeden Fall wünschenswert! Dadurch würde die autobahnähnliche Bahnhofstraße optisch schmaler wirken. Dann kann man nur hoffen, dass der monströse Parkplatz auf der Nachbarseite ebenfalls irgendwann der Vergangenheit angehört. Aber dieser Wunsch ist sicher schwer zu erfüllen. :Nieder:

NeuesRathaus
23.11.12, 18:07
RAWEMA-Haus

Aktuelle Ansichten des RAWEMA-Hauses am Johannisplatz. Eine derzeit (in meinen Augen) vollkommen gehypte Restaurantkette bezieht auch schon Stellung.

http://www.abload.de/img/img_2821fvupg.jpg

http://www.abload.de/img/img_2822x1ube.jpg

lguenth1
23.11.12, 18:50
Das Bild vom Rawema-Haus zeigt deutlich, wie groß die Verbesserung gegenüber dem Vorzustand ist. Den düsteren Arkaden dürfte trotz einiger Diskussionen heute keiner mehr hinterherweinen. Das Beispiel des Biomarktes zeigt auch die verbesserte Attraktivität des Standortes, die hatten bisher meines Wissens keinen Laden in Chemnitz.

Bei der Sanierung in der Theaterstraße bin ich nach den Diskussionen hier vor allem gespannt, ob sich schnell Mieter finden lassen.

Saxonia
23.11.12, 19:40
Es ist ja erstmal gut, dass diese grausamen Flachbauten neben dem Dresdner Bank Gebäude und an der Ecke zur Bahnhofstraße hin weg sind. Soweit ich weiß soll die Ecke ja auch bebaut werden oder?

Trotz allem gefällt es mir nicht wie die nackte Seite der Bank entblöst wird. Leider hat man so drum rum gebaut, dass sich das wahrscheinlich nicht mehr beheben lässt außer man ergänzt die Fassade passend zum Rest des Gebäudes. Da das ahistorisch wäre, wird das aber natürlich auch nicht geschehen und ich werd mich mit dem Anblick abfinden müssen.^^

lguenth1
23.11.12, 20:12
@Saxonia: Du meinst das ehemalige Sparkassengebäude, richtig? An der entblößten Seite baut Herr Kellnberger ein Parkhaus (Artikel mit Visualisierung (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Chemnitzer-Rathaus-genehmigt-Parkhaus-Neubau-auf-dem-Johannisplatz-artikel7991574.php)), die begonnenen Arbeiten sind auf Jugendstils Bildern ersichtlich. Der jetzige Anblick ist also nur vorübergehend. Auf der Seite zur Bahnhofstraße hin plant Kellnberger, durch ein weiteres Gebäude den Kundenstrom entlang seiner Immobilien zu führen. Auch das Sparkassengebäude selbst hat er umbauen lassen. Auf dem gegenüberliegenden Baufeld sucht die Stadt Investoren, die sie mit einem Einzug von Teilen der Stadtverwaltung zu ködern versucht.

hkremss
24.11.12, 21:49
Ich denke Saxonia meint eher die ehemalige Staatsbank bzw. das ehemalige Gebäude des Chemnitzer Bankvereins, wo heute das Johannis drin ist. Der 2-geschossige Neubau (bzw. Umbau und Erweiterung der ehemaligen RAWEMA-Kantine kann laut Kellnberger um zwei weitere Geschosse aufgestockt werden, sofern (falls jemals?) Bedarf besteht. Zur dieser Diskussion sollten sich ältere Artikel hier im Forum finden.

Saxonia
24.11.12, 22:09
Nein, schon richtig. Ehemals Dresdner Bank mein ich natürlich. http://www.panoramio.com/photo/50401980

NeuesRathaus
17.12.12, 20:21
Parkhausneubau am Johannisplatz

Wie schon bekannt, wird neben der ehemaligen Sparkasse und dem Postamt ein neues (http://www.freiepresse.de/DYNIMG/39/26/4043926_W700.jpg) Parkhaus in Terracotta-Optik errichtet (Bildrechte Architekturbüro Peter Koch). Einige aktuelle Ansichten der Großbaustelle, bei der stellenweise schon die ersten Wände stehen. Sichtbare Fortschritte erkennt man beim genauen Betrachten der Baustelle bereits.

http://www.abload.de/img/dsc035799tjao.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03580znjzw.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03583f9kx5.jpg


Wenn die Bäume am Wall eine gewisse Größe erreicht haben, könnte sich hier ein recht nettes Bild ergeben.

http://www.abload.de/img/dsc035816vkq7.jpg

http://www.abload.de/img/dsc0358282jih.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03588zbj9k.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03589cwkzl.jpg


Ein dringend notwendiger Schritt ist die östliche Bebauung des Johannisplatzes. Laut letzten Quellen soll hier eine städtische Behörde (eventuell das Technische Rathaus) ihren Platz finden. Im EG sind Geschäfte zur Vermietung geplant.

http://www.abload.de/img/dsc035958lky3.jpg

lguenth1
22.12.12, 08:18
Wie die FP heute mit Foto berichtet, sind die neu gegossenen Figuren Schmied und Spinnerin in Chemnitz eingetroffen, die im März auf dem Saxonia-Brunnen installiert werden.

NeuesRathaus
22.12.12, 10:37
Wie die FP heute mit Foto berichtet, sind die neu gegossenen Figuren Schmied und Spinnerin in Chemnitz eingetroffen, die im März auf dem Saxonia-Brunnen installiert werden.

Passend zum Beitrag von lguenth1 folgt noch das abgebildete Foto als Basis zur Diskussionsvorlage:

http://www.abload.de/img/img_30914xjtd.jpg
Foto wurde aus der FP selbst aufgenommen, Original von Andreas Seidel

Nach den Figuren soll Saxonia, wenn möglich in 2013, als Abschluss auf den Brunnen gestellt werden.

NeuesRathaus
22.12.12, 16:21
Zwischenbau RAWEMA-Haus / ehemalige Bundesbank

Ich habe einmal die Fantasie spielen lassen. Sobald die Nachfrage vorhanden ist, möchte Herr Kellnberger den o. g. Zwischenbau auf vier Etagen aufstocken. Wie sich dieser Umbau dann auswirkt, möchte ich euch einmal an einem Vergleichsbild zeigen:

http://www.abload.de/img/dsc03589cwkzl.jpg

http://www.abload.de/img/1111wsufe.jpg

PS: Leider war nur PowerPoint als Bearbeitungsprogramm vorhanden :lol4:

NeuesRathaus
27.12.12, 16:55
Johannisplatz zwischen Weihnachten und Silvester 2012

Es folgen einige unkommentierte Aufnahmen des Johannisplatzes:

http://www.abload.de/img/dsc03629qzj4g.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03630a9j6w.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03631chjeu.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03632tqj7y.jpg

http://www.abload.de/img/dsc036337ojgs.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03634ryj3v.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03635qykw9.jpg

http://www.abload.de/img/dsc03637nujat.jpg

http://www.abload.de/img/dsc036403uk2o.jpg


PS: Hier wäre doch eine optimale Stelle für einen neuen Starbucks in Chemnitz :Colgate:

http://www.abload.de/img/dsc03641bfj3r.jpg

NeuesRathaus
08.01.13, 22:17
Heute war noch einmal "Bastelstunde" angesagt. Ich habe hier noch eine städtische Ansicht des Neubaus zwischen RAWEMA-Haus und ehemaliger Bundesbank:

http://www.abload.de/img/dsc03629nvz7l.jpg
vorher

http://www.abload.de/img/unbenannt5xa0k.jpg
nachher

Urbanität: ++

piTTi
31.01.13, 13:33
Beim vorbeifahren in der Straßenbahn konnte ich erkennen, dass am Saxonia-Brunnen gearbeitet wurde. Eine der Figuren stand auch schon auf der Ladefläche von einem Transporter für die finale Installation bereit. :daumen:

Euler
31.01.13, 19:42
Ja, ich war heute auch zufällig vor Ort und habe gesehen, dass die beiden Figuren (siehe Pressebericht ein paar Beiträge weiter oben) istalliert wurden.
Sie wurden aber nach dem Aufstellen erst einmal wieder mit einer blauen Plane abgedeckt.

NeuesRathaus
31.01.13, 19:52
Ja, ich war heute auch zufällig vor Ort und habe gesehen, dass die beiden Figuren (siehe Pressebericht ein paar Beiträge weiter oben) istalliert wurden.
Sie wurden aber nach dem Aufstellen erst einmal wieder mit einer blauen Plane abgedeckt.

Jetzt habt ihr mich! :D

Dann werde ich morgen einmal nach dem Feierabend mit meiner Kamera dort halten und frisches Bildmaterial liefern, auch wenn noch verpackt.

rotwang
31.01.13, 21:41
Ein paar Bilder gibt es schon.

https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/533625_332540423516894_81752748_n.j pg

NeuesRathaus
31.01.13, 22:46
Ein paar Bilder gibt es schon.

https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd.net/hphotos-ak-ash3/533625_332540423516894_81752748_n.j pg

Wow, das sieht ja auf den ersten Blick echt klasse aus.

(dwt).
03.03.13, 15:04
Zwei Aktuelle Bilder vom Johannisplatz

Das Parkhaus wächst langsam aber sicher in die Höhe.

http://www.abload.de/img/foto042614kgi.jpg


http://www.abload.de/img/foto0428icjdi.jpg

lguenth1
04.03.13, 20:00
Schmied und Spinnerin wurden jetzt auch offiziell enthüllt (Video (http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Chemnitz/Artikel/1284284/Bronzefiguren-zurueck-auf-dem-Chemnitzer-Saxonia-Brunnen/)). Hoffentlich hat man auch bedacht, dass man nachts auch auf dem Johannisplatz eher einsam ist und es heutzutage viele gibt, die solche Bronzefiguren vor allem ihres Materials wegen schätzen.

rotwang
04.03.13, 20:04
Deshalb hat man früher die Einfriedung drum gebaut. :daumen:

Aixois
07.03.13, 19:19
Ich habe mal eine generelle Frage als Außenstehender: Mir ist das letztes Jahr bei meinem ersten Chemnitz-Besuch schon aufgefallen, und wenn ich hier lese, wundert es mich noch mehr: Warum werden in Chemnitz in erster Linie überall Parkhäuser gebaut?
Abgesehen davon, dass die gefühlt halbe Ringstraße mit denen zugepflastert ist (und die sich ja auch keine Mühe geben, zu verhehlen, was sie sind), schockiert mich, dass auch auf dem Johannisplatz ein weiteres gebaut wird, den ich als einen der wenigen netten Innenstadtplätze in Erinnerung habe.
Kann mir jemand erklären, warum die Stadt so viele Parkhäuser braucht? Ich verstehe, dass man die vielen Freiflächen füllen möchte, aber etwas unlebendigeres als ein Parkhaus kann ich mir kaum vorstellen. Tote Füllmasse.
Ich bin für Erklärungen sehr denkbar :)

Saxonia
07.03.13, 19:49
Da wird dir hier glaube ich keiner eine logische Erklärung abliefern können. Zumindest in meinen Augen existiert eine solche auch nicht. Über kurz oder lang wird es darauf hinaus laufen, dass die Leute in der Innenstadt parken und außerhalb einkaufen. ist ja, dass die Flächen nicht mehr mit Geschäfts oder Wohnhäusern bebaut werden können. Wahrscheinlich herrscht in der Stadt ein derartiges Misstrauen in das eigene Potential, dass man sich nicht vorstellen kann, in der Innenstadt irgendwann mal an der Platznot zu leiden, die andere Städte wie Dresden oder Leipzig mit Tiefgaragen bekämpfen.

(dwt).
07.03.13, 20:34
Was die Innenstadt angeht, hat man doch, wenn auch erst einmal in der Theorie erkannt, das die Menschen gerne im Zentrum Leben möchten.
Im Bereich der Innenstadt gibt es noch so einige Flächen für einen oder mehrere Wohn und Geschäftsbauten.
Unter anderen hatte ich vor einiger Zeit einmal gelesen dass das Gebiet zwischen Falkeplatz, Schadestraße, Theaterstraße
als bevorzugte Wohnbebauung vorgesehen ist.

https://maps.google.de/maps?hl=de&q=falkeplatz+chemnitz&ie=UTF-8&hq=&hnear=0x47a74644c7975b21:0x2b4c8183 bfcb5b97,Falkeplatz,+D-09112+Chemnitz&gl=de&ei=aeg4UcOULsSstAbwm4CgCg&ved=0CDsQ8gEwAQ

Das gerade im Bau befindliche Parkhaus am Johannisplatz ist schon nötig,
da auch gleich um die Ecke neue Büros und ein Hotel eröffneten und der Bedarf nicht wirklich reicht.
Auch wenn an der Theaterstraße ein Parkplatz vorhanden, der zu Fuß gut mit dem Johhanisplatz in ca 2 Minuten erreichbar ist.
Man hofft ja auch das mal endlich dieser eine Parkplatz verschwindet und da mal etwas entsteht, in form von
Wohnbauten.

Zudem ist es ein Geschäftsparkhaus und hat im ebenerdigen Bereich für Geschäfte den richtigen Platz.
Bei diesen Parkhaus gibt es zurzeit meines Wissens nur noch eine Planung eines weiteren Parkhauses,
welches sich an der Moritzstraße Ecke Reitbahnstraße befinden wird.
https://maps.google.de/maps?hl=de&q=falkeplatz+chemnitz&ie=UTF-8&hq=&hnear=0x47a74644c7975b21:0x2b4c8183 bfcb5b97,Falkeplatz,+D-09112+Chemnitz&gl=de&ei=aeg4UcOULsSstAbwm4CgCg&ved=0CDsQ8gEwAQ

Ich denke und gehe davon aus das sich in der Zukunft schon so mancher Baukran drehen wird, der nicht nur für ein Auto Baut.

(dwt).
07.03.13, 20:45
Ach ja :) das geplante Parkhaus gegenüber des Contiloches war ja auch noch da. Und dazu gibt es auch eine Meldung bei diesen Thread-CONTILOCH.

Beitrag ab 07.03.2013 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=10156&page=4)

kt_kb
08.03.13, 10:56
Es fehlt einfach an Dauerparkplätzen in der Innenstadt, besonders für Personen, die dort arbeiten. Und mit einem Parkhaus schafft man nunmal auf geringer Fläche mehr Parkmöglichkeiten. Weitläufige Großparkplätze wie der ggü. dem Stadtwerkehaus halte ich für städtebauliche deutlich unattraktiver.

rotwang
08.03.13, 11:18
Ja, das mit den Parkhäusern wäre natürlich weniger ein Problem, wenn auf den anderen Flächen richtig gebaut würde.

Übrigens hat Heller von AS&P in einer der Brühlrunden mal den Satz losgelassen "Parkhäuser sind ein Modell aus dem vorigen Jahrhundert."

kt_kb
08.03.13, 11:59
Da aber die Einwohner die Stadt wie im vorigen Jahrhundert, nämlich mit eigenem PKW statt öffentlichem Personennahverkehr, nutzen, bringt diese Aussage niemanden weiter!

rotwang
08.03.13, 12:53
Er dachte da wohl mehr an Tiefgaragen.

(dwt).
08.03.13, 21:10
Es fehlt einfach an Dauerparkplätzen in der Innenstadt, besonders für Personen, die dort arbeiten. Und mit einem Parkhaus schafft man nunmal auf geringer Fläche mehr Parkmöglichkeiten. Weitläufige Großparkplätze wie der ggü. dem Stadtwerkehaus halte ich für städtebauliche deutlich unattraktiver.

Da es ja nun so aussieht, das an dem geplanten Parkhaus(Bahnhof,Waisenstraße) dieser Platz wirklich benötigt wird
ist es schon auch verständlich, das es dann bei höherer Anzahl beschäftigter Menschen soetwas geben sollte.,

Natürlich könnte man auch eine zwei oder Dreistöckige Tiefgarage bauen und nach oben hin viel mehr aus diesen Ort machen.
..aber wenn auch neben an gebaut wird?, dann wird das erst einmal auch ausreichen müssen. ?

Ein Parkhaus muss heute nicht mehr wie ein Parkhaus aussehen, da gibt es alle Möglichkeiten...
Zu den Parkplatz der in der nähe des Johannisplatzes liegt,
sehe ich diesen auch als völlig unattraktiv und für diese lage zwar besser als ein Grundstück was Brach liegt, aber auch nicht mehr wirklich Zeitgemäß.
Mal schauen ob er 2020 immer noch da ist:-)

Bereich Bahnhofsstraße, Waisenstraße, Johannisplatz (https://maps.google.de/maps?hl=de&q=Bahnhofstra%C3%9Fe+chemnitz&ie=UTF-8&hq=&hnear=0x47a7465e7d0a2b7f:0x66cf4c87 66736f51,Bahnhofstra%C3%9Fe,+D-09111+Chemnitz&gl=de&ei=qUI6Uav5JsnctAbOsoDgBA&ved=0CDcQ8gEwAA)

NeuesRathaus
23.03.13, 14:27
Johannisplatz im März 2013

Nach langer Abwesenheit folgen heute ein paar aktuelle Aufnahmen vom Johannisplatz.
Der fast vollständige Saxoniabrunnen ist in meinen Augen echt gelungen, auch wenn die Figuren nicht zu 100 % mit der historischen Verarbeitung übereinstimmen. Das geplante Kellnberger-Parkhaus wächst ebenfalls rasch in die Höhe. Einige große Betonpfeiler lassen die Ausmaße schon leicht erahnen.

http://www.abload.de/img/dsc04185ulxox.jpg

http://www.abload.de/img/dsc04187f0bc4.jpg

http://www.abload.de/img/dsc04188n6z2x.jpg

http://www.abload.de/img/dsc04189fgyfp.jpg

NeuesRathaus
20.04.13, 17:56
Restaurant 'Johannis' geschlossen!

Nach einer kurzen Odyssee ist das erst kürzlich eröffnete Restaurant 'Johannis' (Bild siehe #206) am gleichnamigen Platz bereits wieder geschlossen. Fragwürdige Geschäftsmethoden und Speisenauswahl wollten dann hier auf die Dauer doch nicht klappen.

__________________

Lichtblick am Rande: Dafür trägt das ebenfalls erst kürzlich eröffnete 'vapiano' in meinen Augen enorm zur Belebung des Platzes bei. Die Außenanlagen sind zu jeder Tageszeit gut besucht und werden angenommen. Hier muss man sich sicherlich keine Sorgen über fehlenden Umsatz machen.

KMS1983
21.04.13, 09:36
Von der Inneneinrichtung und dem gastronomischen Konzept her, habe ich dem Johannis selbst auch kein Jahr gegeben. Noch ein Brauhaus mit Pizzeria. Das passt ersten überhaupt nicht zusammen und war zweitens auch noch schlecht umgesetzt. Die Einrichtung kam in der Dimension des Raums überhaupt nicht zur Geltung. Dort muss eine Lokalität entstehen, die die goldenen Zeiten der Stadt um die 20er Jahre widerspiegelt. Ich hoffe neue Gastronomen wissen die historische Bedeutung des Johannis-Platzes zu schätzen und greifen diese aktiv in der Gestaltung eines neuen Restaurants auf.

(dwt).
24.04.13, 22:03
Aktuelle Ansicht des Johannisplatzes ...

Dieser Trampelpfad wird irgendwann auch einmal verschwunden sein..
An jener stelle befand sich bis vor zwei Jahren noch ein Eingeschossiger Bau und war bestimmt genauso ansehnlich wie gegenwärtig.

http://abload.de/img/dienstagapril23029ioig1.jpg

http://abload.de/img/dienstagapril23030c2ip3.jpg

Die Visualisierung ist noch nicht lange da..

http://abload.de/img/dienstagapril230312cd8a.jpg

Schließt an, am bestehenden.. .. gerade aus hinten, DasTietz (http://www.dastietz.de/index.php?id=3)

http://abload.de/img/dienstagapril23033qxiud.jpg

Das Komplett Sanierte RAWEMA Gebäude mit neuen Anbau

http://abload.de/img/dienstagapril23032vtd4m.jpg

ehemalige Dresdener Bank/Sparkasse. Hier wurde auch von der Firmengruppe Kellenberger Saniert und neue Mieter sind bereits schon eingezogen..Wohnungen gibt es auch..

Dieses hat wohl mit der ehemaligen Staatsbank als einzigstes den Krieg überstanden. Weiß nicht ob hier mal abgerissen wurde?

http://abload.de/img/dienstagapril2303485eyg.jpg

Neu angelegte Grünfläche und Wall zum Umsteigeplatz der Zentralhaltestelle.. noch nicht fertig../

http://abload.de/img/dienstagapril23035c3dsk.jpg

...jetzt könnt ich mich beißen.. das Neu Sanierte ehemalige Staatsbankgebäude nur am Rand im Bild/links. Rückseite im ersten Bild sichtbar.
.. Gerade aus, das Zukünftige Museum/Schocken.. im freien Feld gibt es Bebauungsabsichten, siehe hier auf dieser Seite. (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=8478&page=5)

http://abload.de/img/dienstagapril2303654fiq.jpg

Film von einst.. (http://www.youtube.com/watch?v=kXhn2n5eX6A)

so sah es 2011 hier aus.. (http://www.youtube.com/watch?v=iWm6ZbG59-4)

(dwt).
12.05.13, 18:04
Noch einmal der Johannisplatz inmitten der City.

Das Parkhaus nimmt nun zügiger seine Gestalt an..

Das ehemalige Staatsbankgebäude nun komplett im Bild..

Rückseite..

http://imageshack.us/a/img59/1366/musikfest2013010.jpg

..der Parkhausbau aktuell..

http://imageshack.us/a/img819/9676/musikfest2013011.jpg


http://imageshack.us/a/img211/1672/musikfest2013013r.jpg

http://imageshack.us/a/img407/6471/musikfest2013014.jpg

http://imageshack.us/a/img855/1487/musikfest2013015.jpg

http://imageshack.us/a/img803/8528/musikfest2013022.jpg

http://imageshack.us/a/img203/9572/musikfest2013019.jpg

..das ehemalige Staatsbankgebäude, in Weiss das Rawema Büro/Geschäftshaus....

http://imageshack.us/a/img854/3668/musikfest2013017.jpg

http://abload.de/img/musikfest2013018druvd.jpg

http://imageshack.us/a/img94/3830/musikfest2013020.jpg

Blick Johannisplatz..

http://imageshack.us/a/img809/5743/musikfest2013012.jpg

http://abload.de/img/musikfest2013021gwup0.jpg

Rawema..Vorderseite ...

http://imageshack.us/a/img254/5525/musikfest2013027.jpg

http://imageshack.us/a/img855/5315/musikfest2013026.jpg

Straße der Nationen..

http://imageshack.us/a/img109/9408/musikfest2013025.jpg

Nachts in der Mitte des Gebäudes mit wechselnden Farben/LEDs beleuchtet...

http://imageshack.us/a/img43/8409/musikfest2013030.jpg

und ein Blick in Richtung Rathaus

http://imageshack.us/a/img560/3297/musikfest2013028.jpg
Mai2013

lguenth1
02.07.13, 18:03
Die Vermietung des Rawema-Hauses nimmt Fahrt auf. Der französische Handelskonzern Decathlon will 2400 Quadratmeter Verkaufsfläche im Rawema-Haus beziehen und dort bis Ende Oktober ein Sportkaufhaus eröffnen. Teile des Erdgeschosses, des ersten Obergeschosses und das Obergeschoss des Zwischenbaus werden dafür genutzt. Zu Beginn würden etwa 40 Mitarbeiter eingestellt, weitere Stellen seien vorgesehen. Bis Jahresende soll zudem der Gebäude-Komplex an der Straße der Nationen komplett vermietet sein, Eigentümer Kellnberger verhandelt mit Interessenten für die letzten kleineren Ladenflächen im Erdgeschoss, eine Bürofläche im ersten Obergeschoss und die Räume des ehemaligen Stadtkellers.

rotwang
02.07.13, 19:01
Auch wenn ich das Haus architektonisch nicht besonder reizvoll finde (ich meine den Baukörper und dessen städtebauliche Einbindung), zeigt das Beispiel doch das die Immobilienwirtschaft genau weiß was sie will und das sie Investitionen auch verarbeiten kann. Was für Chancen ergäben sich da für die Chemnitzer Innenstadt. Leider hat unser guter Herr Butenop nun fast alle Baufelder in der Innenstadt entweder aufgegeben oder mit langfristigen Interimslösungen belegt.
Wir werden bald aus dem Stadtplanungsamt eine "Konkretisierung" des Rahmenplans für die Innenstadt bekommen und auch einen für den Brühl ... ratet mal, was da nach der Wahl nicht mehr dabei ist.

(dwt).
02.07.13, 19:25
...der Sonnenberg??????

chemnitz_er
03.07.13, 10:34
Danke lguenth, das ist in vielerlei Hinsicht eine unheimlich gute Nachricht:
- Decathlon ist mit Abstand der am breitesten aufgestellte Anbieter mit den vernünftigsten Preisen
- 40 neue Arbeitsplätze + X
- Ich behaupte kühn: Eine Anziehungskraft unserer Innenstadt auf ein "wünschenswertes Publikum" aus einer nie dagewesenen Entfernung (Leute fahren aktuell bis Dessau, nur, um bei Decathlon einzukaufen)

Klingt doof aber: Gänsehaut.

Kannst du meine Euphorie mit einer Quelle befeuern? ;-)
/edit: selbst gefunden: http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Neues-Sportkaufhaus-oeffnet-in-der-Innenstadt-artikel8445969.php Juhu.

------
rotwang, der Rosenhof?

KMS1983
03.07.13, 18:51
Auch wenn ich den anbieter bislang gar nicht kenne, freue ich mich, das ein angeblich so namenhafter anbieter ins Zentrum kommt. Das hebt uns auch vom einerlei in Leipzig und Dresden ab. Hoffentlich hat das Signalwirkung und chinabuden, glücksspielhallen und Fleischer und bäcker an jeder ecke weichen endlich einem breiten Sortiment von kleidungsgeschäften, die in Konkurrenz zur Galerie stehen, damit die sich endlich nach außen öffnet.

lguenth1
03.07.13, 18:56
Die namensgebende Saxonia soll zum Brunnenfest am 13. Juli um 14 Uhr enthüllt werden (Quelle: FP).

Saxonia
03.07.13, 19:33
Interessant, vor ziemlich genau einem Jahr erteilten Zwickaus Stadträte Decathlon eine Absage. Geplant war damals ein Einkaufszentrum außerhalb des Stadtzentrums gegenüber des Flugplatzes mit eben Decathlon als Zugpferd. Man befürchtete eine Schwächung der Innenstadt. Schon damals kursierte die "Drohung", bei einer Ablehnung würde Decathlon stattdessen nach Chemnitz gehen. Das hat sich wohl bewahrheitet wenngleich ich das nicht so dramatisch sehe. In der Chemnitzer Innenstadt ist dieser Laden besser aufgehoben als in der Zwickauer Peripherie.
http://www.freiepresse.de/LOKALES/ZWICKAU/ZWICKAU/Stadtrat-Zwickau-setzt-Sportriese-Decathlon-vor-die-Tuer-artikel8034492.php

chemnitz_er
03.07.13, 21:54
Wahre Worte, KMS, und vor allem den letzten Satz will ich doppelt unterstreichen. Zumindest vernünftige Schaufenster wären (bis zur Öffnung) an der Zeit.

Nur mal zur Größenordnung: Decathlon hat mehr Mitarbeiter als Nike oder Adidas und mehr Mitarbeiter und Umsatz, als Kaufhof und Karstadt zusammen. Und das viel Wichtigere: Kleidung und Ausrüstung für über 70 Sportarten von billigst bis wirklich hochpreisig sprechen jeden an. Genug geschwärmt. ;-)

Gespräche gab es mit Decathlon schon während der Zwickau-Pläne aber die geeignete Fläche in C fehlte.

Wie ich heute erfahren habe ist der an der Rawema-Ecke sehr "ungünstig" angesiedelte Goldankauf glücklicherweise nur eine Zwischenlösung.

Saxonia
03.07.13, 23:04
Aber was genau gibt es denn gegen "Fleischer und Bäcker an jeder Ecke" einzuwenden? Man sollte sich eher freuen, dass die überhaupt noch da sind und nicht durch "backfactory" oder ähnlichen Unsinn ersetzt wurden.

(dwt).
03.07.13, 23:31
Ja, im Gegensatz zu früher hat sich diesbezüglich doch schon sehr viel ins Positive gewandelt.
Als das RAWEMA Gebäude noch nicht Saniert war, gab es an jener Stelle im Übermaße eher Ramsch Läden,
wie Pfennig Fuchs oder auch andere..

diese sind nun verschwunden, und auch insgesamt gibt es kaum noch solche Ramsch Läden vorzufinden.
Mit der neuen Qualität, hat es auch eine Magnetische Wirkung auf den Kundenstrom.
Einst war es billig, und kaum besucht, jetzt im normalen, gut besucht.
Bäcker und Fleischer, die kann es gerne sehr oft geben..
Und zu einer Stadt gehört wohl auch mal ein einfacher Imbiss dazu..
Die Mischung machts.

Diese Entwicklung ist sehr gut.

KMS1983
04.07.13, 17:43
Die Galerie ist wie ein Ufo. Die Leute gehen rein, parken bestenfalls noch im Parkhaus darunter, kaufen ein und gehen wieder. Die Boutiquen der Stadt haben davon nix. Das Konzept mag funktioniert haben, als die Galerie noch eine Insel inmitten der ddr bauten war. Nun aber sollte man überlegen sich auch nach außen zu öffnen. Gerade c&a könnte am roten Turm locker einen Eingang hinsetzen. Denn an den leeren Fenster strömt man nur vorbei. Nix zu gucken und zu schländern, wie in anderen Städten. Auch die Öffnung von peek und Cloppenburg Richtung Düsseldorfer platz scheint wohl gestrichen zu sein. Ein 2. Eingang würde der ecke gut tun. Allemal besser, als ein schilderladen und ein Mobilfunkanbieter. Vielleicht kommt den Geschäftsführern ja noch eine Erleuchtung, wenn der johannisplatz fertig ist.

(dwt).
04.07.13, 18:29
Hallo übrigens im Forum:)

Am anfang war das schon so wie du das beschrieben hast, aber schau genau hin..
Durch zum Beispiel dem RAWEMA Gebäude und anderen, verteilt sich das Leben doch.

Und wenn wir gerade dabei sind..
..könnte es in der Entwicklung auch wieder still stehen, wenn man nicht weiter denkt,
gemeint ist das COINTILOCH.

Und wenn der Brühl wieder Lebt, wird hier und da neues kommen,
wo sich alles weiter entwickeln wird, wie es schon geschieht.

(dwt).
04.07.13, 23:01
Die Vermietung des Rawema-Hauses nimmt Fahrt auf. Der französische Handelskonzern Decathlon will 2400 Quadratmeter Verkaufsfläche im Rawema-Haus beziehen und dort bis Ende Oktober ein Sportkaufhaus eröffnen. Teile des Erdgeschosses, des ersten Obergeschosses und das Obergeschoss des Zwischenbaus werden dafür genutzt. Zu Beginn würden etwa 40 Mitarbeiter eingestellt, weitere Stellen seien vorgesehen. Bis Jahresende soll zudem der Gebäude-Komplex an der Straße der Nationen komplett vermietet sein, Eigentümer Kellnberger verhandelt mit Interessenten für die letzten kleineren Ladenflächen im Erdgeschoss, eine Bürofläche im ersten Obergeschoss und die Räume des ehemaligen Stadtkellers.

...dazu ein Beitrag in schriftlicher Form vom Chemnitz Fernsehen...


Der französische Sportartikelhersteller und -händler DECATHLON eröffnet Ende des Jahres eine neue Filiale im Chemnitzer RAWEMA Haus. (http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Chemnitz/Artikel/1312963/-w--Neuer-Mieter-im-Chemnitzer-RAWEMA-Haus/)

..auch gibt es eine kleine Zusammenfassung des Unternehmens, Biographie.

Stadtbewohner
04.07.13, 23:57
...dazu ein Beitrag in schriftlicher Form vom Chemnitz Fernsehen...


Der französische Sportartikelhersteller und -händler DECATHLON eröffnet Ende des Jahres eine neue Filiale im Chemnitzer RAWEMA Haus. (http://www.sachsen-fernsehen.de/Aktuell/Chemnitz/Artikel/1312963/-w--Neuer-Mieter-im-Chemnitzer-RAWEMA-Haus/)

..auch gibt es eine kleine Zusammenfassung des Unternehmens, Biographie.

Ich hoffe, dass das Bild im Artikel nicht korrekt ist. Auf dem sieht es so aus, dass DECATHLON das Vapiano verdrängt. Das wäre natürlich wieder schade für den Johannisplatz.

(dwt).
05.07.13, 00:13
Du hast recht, das ist mir gar nicht aufgefallen.

Aber unlogisch währe es, da das Vapiano sehr gut besucht ist.
Vielleicht eine Möglichkeit am Standort nebenan, wo das Johannis
bis vor kurzem war? -ehemalige Bundesbank-
Einen totalen Rückzug kann ich mir nicht vorstellen, dafür läuft es einfach zu gut.

Sportartikelhersteller eröffnet in Chemnitz (http://www.property-magazine.de/sportartikelhersteller-eroeffnet-in-chemnitz-53884.html)

piTTi
05.07.13, 07:54
Natürlich wird das Vapiano nicht verdrängt. Decathlon zieht in die zweite Etage des Zwischenbaus. Vapiano bleibt im Erdgeschoss. Ist auch problemlos erkennbar, schließlich findet der Ladenausbau für Decathlon schon seit mehreren Wochen statt.

Stadtbewohner
05.07.13, 09:28
Natürlich wird das Vapiano nicht verdrängt. Decathlon zieht in die zweite Etage des Zwischenbaus. Vapiano bleibt im Erdgeschoss. Ist auch problemlos erkennbar, schließlich findet der Ladenausbau für Decathlon schon seit mehreren Wochen statt.

Na da kann man ja beruhigt sein. Wäre echt Schade um das italienische Restaurant gewesen. :)

kt_kb
05.07.13, 12:00
Wo es doch so wenig gibt, in Chemnitz. :D

piTTi
05.07.13, 14:57
Es ist auf jeden Fall eine dieser Ketten, die es eben (noch) nicht an jeder Ecke gibt und deshalb auch Leute aus dem Umland anzieht, weil sie sich eben recht großer Beliebtheit erfreut. Vapiano hat der Innenstadt auf jeden Fall gut getan, so wie es bei Decathlon auch der Fall sein wird. Zu erwähnen sei in diesem Zusammenhang auch die Bio-Supermarktkette Denn's, die es auch nicht überall gibt.

NeuesRathaus
05.07.13, 22:20
Mit der zum Ende des Jahres angekündigten Neueröffnung einer DECATHLON-Filiale im RAWEMA-Haus, dürften doch auch die Chancen für eine Erweiterung des Zwischenbaus steigen? Die aktuellen zwei Etagen waren ja lt. Beschluss nur eine 'Lösung-auf-Zeit-Variante'.

lguenth1
06.07.13, 10:19
In einer Anzeige der Firmengruppe Kellnberger in der Freien Presse erfährt man heute die Konditionen für das "Brauhaus Saxonia" am Johannisplatz 1, eine voll eingerichtete Gaststätte mit 370 Sitzplätzen und 200 Außenplätzen. Wenn man 83.000 Euro für die Übernahme der Küche hat, sehen die Mietkonditionen wie folgt aus: Erster Monat mietfrei, zweiter und dritter Monat je 5.000 Euro, vierter und fünfter Monat je 7.000 Euro, ab dem sechsten Monat je 9.000 Euro.

NeuesRathaus
06.07.13, 10:32
Ist das der Standort des ehemaligen JOHANNIS?

KMS1983
07.07.13, 09:57
In einer Anzeige der Firmengruppe Kellnberger in der Freien Presse erfährt man heute die Konditionen für das "Brauhaus Saxonia" am Johannisplatz 1, eine voll eingerichtete Gaststätte mit 370 Sitzplätzen und 200 Außenplätzen. Wenn man 83.000 Euro für die Übernahme der Küche hat, sehen die Mietkonditionen wie folgt aus: Erster Monat mietfrei, zweiter und dritter Monat je 5.000 Euro, vierter und fünfter Monat je 7.000 Euro, ab dem sechsten Monat je 9.000 Euro.

Das schüttelst du nicht so eben aus dem Ärmel. Dazu braucht es schon eines guten Konzeptes. Wie es (leider) nicht geht hatte das Johannis ja gezeigt. Wobei ich fast der Meinung bin, das der Gastraum für die Innenstadt zu groß ist.

(dwt).
10.07.13, 22:38
update...Park und Geschäftshaus..

..der Rohbau steht..

http://abload.de/img/berlin009hnsz1.jpg

http://abload.de/img/berlin010r3snd.jpg

http://abload.de/img/berlin011t1syu.jpg

..nun geht es an die Fassade...

http://abload.de/img/berlin012xesn7.jpg

http://abload.de/img/berlin013mmsgz.jpg

http://abload.de/img/berlin014fxs9r.jpg
Juli2013

NeuesRathaus
12.07.13, 15:32
Saxoniabrunnen auf dem Johannisplatz

Die Chemnitzer Morgenpost und Freie Presse (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Saxonia-am-Haken-artikel8457254.php) berichten über die feierliche Einweihung des komplett rekonstruierten Saxoniabrunnens, welcher morgen um 14 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Die 2,81 Meter große Bronzefigur wurde bereits gestern auf den Brunnensockel angebracht.

Hier gilt sicher noch einmal ein großer Dank an den Bau-Tycoon Kellnberger, der das neue (alte) Kulturdenkmal lobenswert mitfinanziert hat. Vielleicht finden sich morgen neue Bilder der Saxonia hier im Forum.

NeuesRathaus
12.07.13, 15:36
Saxoniabrunnen auf dem Johannisplatz

Zum besseren Vergleich noch die Originalansicht um 1905.

http://abload.de/img/saxoniabrunnencwk2o.jpg
Aufgrund des Alters wohl gemeinfrei.

NeuesRathaus
13.07.13, 20:25
Johannisplatz im Juli 2013

Aktuelle Bilder von der heute enthüllten Saxonia, die ich mir in der Verarbeitung dann doch etwas detaillierter gewünscht hätte und von dem neu entstehenden Parkhaus am Johannisplatz.

http://abload.de/img/dsc04909j7soy.jpg

http://abload.de/img/dsc04921evsu7.jpg

http://abload.de/img/dsc04922eks4p.jpg

http://abload.de/img/dsc049104bs6d.jpg

(dwt).
20.07.13, 00:15
..eine Anfrage der freienpresse selbst...

Johannisplatz - Keine neuen Parkplätze geplant (http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Johannisplatz-Keine-neuen-Parkplaetze-geplant-artikel8464919.php)

Nur zwei weitere Behinderten Gerechte Parkplätze werden noch errichtet.

NeuesRathaus
20.07.13, 10:55
Viel mehr Parkplätze sind auf dem Gebiet auch nicht mehr machbar. [Ironie_on] Außer, man lässt die Autos um den neu errichteten Saxoniabrunnen herum parken. [Ironie_off]

Das mag sicherlich auch zum Großteil mit am Blickwinkel und dem Bildeffekt liegen: Der Mix mit ehemaligen Sparkassengebäude und den Glasfassaden am neuen Parkhaus gefällt mir gut, ergibt einen spannenden Kontrast.

Ben
20.07.13, 11:22
@Brunnen
Freut mich für euch :daumen:! Aber kleiner ist die Dame nicht, oder? Muss wohl an der Perspektive liegen...

Saxonia
20.07.13, 14:17
Es hieß man schrumpft sie um ein par Zentimeter da der Brunnen heute auf einem niedrigeren Podest steht als früher. Aber wirklich auffallen tut es mir jetzt auch nicht.

(dwt).
11.08.13, 19:05
Die Firmengruppe Kellnberger gibt sich wirklich große Mühe..

Beim vorbei laufen gibt es Augenscheinlich nur positives..

Zum ersten:

Im Sanierten Gebäude der Ehemaligen Staatsbank, wo das Johannis drin war, ist nun auch statt Zu Vermieten/ Vermietet zu lesen.27.August2013/wieder Zu Vermieten:-/
Hier wird also in kürze neues Leben einziehen.

Und auch ist das Kommende und hier schon verkündete (am Rawema) deutlich sichtbar Markiert.

http://abload.de/img/netto048e1koh.jpg

http://abload.de/img/netto0490eke8.jpg
August2013


Beim Park und Geschäftsneubau fehlt nur noch die in rötlichen Terracotta verkleidete Fassade.

piTTi
11.09.13, 17:36
Ein aktuelles Bild konnte ich im vorbeifahren nicht schießen, aber nun wird wohl an der Außenfassade gearbeitet. Wie auf der Visualisierung, die man auf dem Bild unten sehen kann, sieht das leider noch nicht mal im entferntesten Sinne aus. Hoffentlich wird das noch...

update...Park und Geschäftshaus..

http://abload.de/img/berlin011t1syu.jpg

(dwt).
11.09.13, 17:43
Die Ladenzeile steht schon so gut wie und an den neuen Schaufenstern kann man auch schon unter anderen Vermietet lesen:)

(dwt).
13.09.13, 16:57
Nun wird die Fassade des Parkhauses angebracht.

Nächsten Monat, also im Oktober, soll das Parkhaus dann für die Dauerparker freigegeben werden.

Die Stellplätze seien zu über 70% schon vermietet.
Im Erdgeschoß befindet sich Platz für Drei Geschäfte, wobei eines schon Vermietet ist.
quelle: freiepresseZeitung

Bilder werden demnächst hier veröffentlicht.

NeuesRathaus
15.09.13, 14:45
Auf das Endergebnis bin ich gespannt. In die unteren Etagen wird ja sicherlich der übliche "Chemnitzer-Händler-Mix" (Bäckerei, Fleischerei, ...) Einzug halten oder?

piTTi
15.09.13, 15:10
Bei dem einen vermieteten Geschäft könnte es sich um ein Kleidungsgeschäft für junge Mode verschiedenster Marken (unterem war das Logo von Jack & Jones zu sehen) handeln. Vor zwei Wochen oder so, hing nämlich ein entsprechendes Plakat an der freien Fläche des Gebäudes, die hier zu sehen ist:


http://abload.de/img/berlin009hnsz1.jpg

An Genaueres kann ich mich aber leider nicht mehr erinnern.

(dwt).
20.09.13, 22:52
Neues Parkhaus Am Johannisplatz

hierzu ein kompletter Beitrag vom AmtsblattChemnitzNo38/18.September2013

In jeder größeren Stadt sind Parkplätze in der City rar, auch in Chemnitz.
Wer nur schnell einen Weg erledigen oder Einkaufen möchte,
findet zwar meistens ohne große Sucherei einen kostenpflichtigen Kurzzeitparkplatz,
aber absolute Mangelware sind Dauerparkplätze für Anwohner und
Pendler sowie für Gewerbetreibende, die in der City ein Büro haben
oder ein Ladengeschäft führen.

Ein Mangel an dauerparkplätzen wirkt sich negativ auf die Attraktivität eines Stadtzentrums aus,
kann dazu führen, dass sich Geschäftsleute nicht in der City sondern stattdessen
am Rande der Stadt ansiedeln.
Dies weiß natürlich auch Investor C. Kellnberger und setzte sich intensiv für die Errichtung eines Parkhauses
für Dauerparker am Johannisplatz ein.
Immer wieder gab es Verzögerungen, beispielsweise weil offene Grundstücksfragen geklärt werden mussten.
Als schließlich im Mai 2012 die Baugenehmigung vorlag,
rückten sofort die Bauarbeiter und schweres Gerät an, um das Projekt endlich umzusetzen.


Am 01.10.2013 kann das Parkhaus (Am Johannisplatz) nach 15monatiger
Bauzeit endlich seiner Bestimmung übergeben werden.

Es verfügt über 250 Parkplätze für Dauerparker und im Erdgeschoss
über 700 Quadratmeter Ladenfläche.
Dank seiner zentralen Lage wurde die Fertigstellung des Gebäudes von
vielen herbeigesehnt und die Dauerparkplätze sind bereits fast alle vermietet.

Die Verkehrsmäßige Erschließung erfolgt von der Bahnhofsstraße über den Johannisplatz.
Die Zufahrt dient auch zur Anlieferung von hinter den Parkhaus befindlichen Geschäften.

Die Parkdecks sind über zwei Treppenhäuser sowie über einen Rollstuhlgerechten Personenaufzug zu erreichen.
Die Einrichtungen im Erdgeschoss können direkt vom Johannisplatz erreicht werden.

Für Diskussionsstoff im Vorfeld sorgte die Fassadengestaltung.
Da es sich um ein sogenanntes offenes Parkhaus handelt
(d.h. ohne Be- und Entlüftungsanlage) muss die Fassade an den gegenüberliegenden Längsseiten gleichmäßig verteilt
offen gestaltet sein., um so ausreichend für Frischluft zu sorgen.
Die Optische Gestaltung wurde mit den verantwortlichen Fachbereichen der Stadt zugestimmt.

Sie Orientiert sich an dem in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen,
unter Denkmalschutz stehenden Sparkassengebäude. Bericht ende

Aus diesen Textinhalt kann man (außenstehend vielleicht) eine Notwendigkeit für Dauerparkplätze an jenen Ort nachvollziehen.

Saxonia
20.09.13, 23:13
Nein, das kann ich nach wie vor nicht wirklich aber nun ist es wie es ist. Meiner Ansicht nach hätte man Parkplätze in der Innenstadt oder meinetwegen auch "City", genauso gut als Tiefgaragen verwirklichen können. In Chemnitz fehlt dafür wohl (leider) einfach der Flächendruck, der in anderen Zentren von Großstädten herrscht. Gleich auf der anderen Seite der Bahnhofsstraße ist ein riesen Parkplatz, ein Elend.

(dwt).
20.09.13, 23:49
Der Bebaut werden solle, bevor in Chemnitz Außerirdische landen.