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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : OB Roth will Stadtkreis Frankfurt-Rhein Main


Gizmo23
01.11.2003, 17:51
FAZ.Net vom 16. Oktober

Petra Roth stellt ihr Modell eines "Stadtkreises" vor

16. Oktober 2003 Von Friedrichsdorf bis Neu-Isenburg, von Hochheim bis Hanau, Frankfurt und Offenbach als Zentrum: So müßte nach Ansicht der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) der "Stadtkreis Frankfurt-Rhein-Main" aussehen, damit der Kern des Rhein-Main-Gebiets auch künftig im direkten Wettbewerb mit anderen europäischen Ballungsräumen bestehen kann. Denn "ohne strukturelle Veränderungen kommen wir in der Region nicht voran", postuliert Roth. Bereits im März dieses Jahres hatte die Oberbürgermeisterin in einem Interview mit dieser Zeitung erstmals den Vorschlag unterbreitet, die Städte im Zentrum des Rhein-Main-Gebiets zu einem "Stadtkreis" zusammenzuführen. Dieses Modell zur Regionalreform hat sie jetzt, auch mit Blick auf den geografischen Zuschnitt des künftigen Kreises, in einem dieser Zeitung vorliegenden Papier präzisiert.

Daß eine Reform notwendig ist, zeigt sich nach Ansicht des Frankfurter Stadtoberhaupts vor allem in zwei Punkten: am nicht vorhandenen Lastenausgleich zwischen den Großstädten und dem Umland und an der Tatsache, daß im Kern des Ballungsraumes Rhein-Main die Flächen "langsam knapp werden". Die Hoffnung, durch freiwillige Kooperationen, wie sie vor allem das geltende Ballungsraumgesetz vorsieht, diese Schwierigkeiten zu lösen, teilt Roth nicht. Freiwillige Formen der Zusammenarbeit eigneten sich zwar zur Erledigung einzelner Projekte, von denen alle Partner etwas hätten, doch könne dies nicht das alleinige Instrument zur Lösung regionaler Problemen sein, schreibt Roth. "Wer die Kosten von Leistungen, die einer ganzen Region zugute kommen, gerecht verteilen will, braucht demokratisch legitimierte regionale Institutionen."

Nach Auffassung Roths wäre dazu am geeignetsten das Modell eines Landkreises, den sie "Stadtkreis" nennt, weil es ausschließlich Städte sind, die in dieser Gebietskörperschaft aufgehen würden. Dabei würde sich für die bisher kreisangehörigen Städte wie etwa Bad Vilbel, Neu-Isenburg, Kelsterbach, Bad Soden oder Oberursel die rechtliche Stellung nicht ändern. In Frankfurt und Offenbach ginge die Verantwortung für einige Arbeitsfelder auf den von den Bürgern direkt gewählten Kreistag über, führt Roth weiter aus. Und an der Spitze stünde ein Landrat, der den Kreis nach außen zu vertreten hätte. Die Aufgaben des Planungsverbands, insbesondere die regionale Flächennutzungsplanung, könnten an den neuen Kreis übergehen.

Der Zuschnitt des Gebiets, das 27 Kommunen umfassen würde, ließe einen "Stadtkreis" mit 1,3 Millionen Einwohnern entstehen, vergleichbar etwa mit München oder Köln. Für einen solchen Zusammenschluß sprechen nach Ansicht Roths die intensiven Pendlerbeziehungen in dem Gebiet. Sie verweist zudem auf das in Deutschland dichteste öffentliche Nahverkehrsnetz, das von Frankfurt bis in die Nachbarstädte reiche. Noch ein Argument Roths dafür, daß die Wirklichkeit ihrem Modell vorgreife: Durch bauliche Verdichtungen verschwömmen schon jetzt die Grenzen zwischen den Städten teilweise. Die Oberbürgermeisterin ist sich sicher, daß sich für die Bürger im "Stadtkreis" praktisch nichts verändern würde. Sie erledigten weiterhin ihre Angelegenheiten in "ihrem" Rathaus, möglicherweise könnte ihnen sogar angeboten werden, die Behördengänge wahlweise an ihrem Wohnort oder in der Nähe ihrer Arbeitsstelle zu erledigen. Die Freizeitangebote könnten voraussichtlich sogar verbessert werden, da durch die Zusammenarbeit bei den Volkshochschulen, Büchereien oder Schwimmbädern Kosten eingespart werden könnten.

Das "Stadtkreis"-Modell führte aber in jedem Fall zu einer gerechteren Lastenverteilung zwischen Kernstadt und Region, schreibt Roth und nennt das Beispiel der Sozialhilfe. In Frankfurt und Offenbach sei die Sozialhilfequote derzeit doppelt so hoch wie im sogenannten Speckgürtel. Nach Gründung des "Stadtkreises" würde die Quote in den beiden größeren Kommunen von jetzt 6,3 Prozent um rund einen Prozentpunkt sinken, während sie in den wohlhabenden Gemeinden um rund drei Prozentpunkte stiege, im Vergleich zu heute demnach fast auf das Doppelte.

Aber auch Schulen, Krankenhäuser, Sporteinrichtungen und Feuerwachen wären in einer Hand und könnten laut dem Roth-Papier effektiver geplant und geführt werden, es entstünden die vielbeschworenen Synergieeffekte. Beim Tourismus, der Standortwerbung, der Förderung durch EU-Programme könnten durch die Zusammenarbeit ebenfalls bessere Ergebnisse als bisher erreicht werden. Nach Auffassung der Oberbürgermeisterin ist ein ganz starkes Argument für den Zusammenschluß: Die Kernregion träte erstmals geschlossen nach außen auf und könnte den Anspruch erheben, das Zentrum der Rhein-Main-Region zu vertreten.

Roth weiß, daß sie mit ihrer Forderung nach einem "Stadtkreis" eigentlich eine Gebietsreform vorschlägt, eine "heißes Eisen", zumal in Hessen. Zu Beginn der siebziger Jahre machte das Land bundesweit Schlagzeilen, als in Mittelhessen Gießen und Wetzlar zur neuen Stadt Lahn zusammengeführt werden sollten. Vor allem führte die damals von der SPD vorangetriebene Gebietsreform zum Machtverlust der Sozialdemokraten in den hessischen Rathäusern. Roth will sich davon nicht abschrecken lassen. Denn wer, fragt sie, solle denn überhaupt noch heiße Eisen anfassen, wenn es nicht diejenigen seien, denen der Wähler die Verantwortung für die Zukunftssicherung der Kommunen und der Region übertragen habe.

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FAZ.Net vom 17. Oktober

Hin zur Region

17. Oktober 2003 Sie weiß es selbst, die Frankfurter Oberbürgermeisterin: Mit ihrem Vorstoß, einen großen Stadt-Kreis mit dem Zentrum Frankfurt und Offenbach zu bilden, der gleichsam ein Dreieck bildete von Bad Homburg im Norden, Rüsselsheim im Westen und Hanau im Osten, redet sie einer brisanten Gebietsreform das Wort. Da geht es nicht mehr nur darum, Städte und Gemeinden in einem Radius um Frankfurt herum zu einer regionalpolitisch stärkeren Zusammenarbeit zu bringen - da werden bestehende Verwaltungsstrukturen tangiert. Es geht letztlich um, je nach Organisation, mehr oder weniger kräftige Einbußen an gemeindlicher Eigenständigkeit.

Die CDU-Politikerin Petra Roth, die ihre im März in einem Interview mit dieser Zeitung vorgestellten Ideen nun präzisiert hat, wird dies um so besser wissen, als die Reaktionen besonders der Regionalfürsten ihrer Partei damals sehr verhalten waren. Und die Wiesbadener Staatskanzlei verwies, eher indigniert, auf das Ballungsraumgesetz und dessen Möglichkeiten, das Rhein-Main-Gebiet regionalpolitisch auf einen einheitlicheren Kurs zu führen.

Unabhängig davon, wie der Staatsgerichtshof Klagen gegen dieses Gesetz beurteilen wird - als Weisheit letzter Schluß haben sich die darin enthaltenen Regelungen zur Förderung der regionalen Kooperation - Ersatz für den gescheiterten Umlandverband - bisher nicht erwiesen. Den gewachsenen, festgefügten Partikularismus hat dieses Gesetz (bisher) nicht überwinden können - trotz der von seiten des Landes drohenden Zwangsmaßnahmen.

Dabei ist es offenkundig und rational nachvollziehbar: Es genügt in dem Ballungsgebiet Rhein-Main nicht mehr, allein auf die kommunale Selbstverwaltung zu deuten, um sich auf diese Weise engeren Strukturen der Kooperation zu entziehen. Städte und Gemeinden der Region wachsen zusammen; man kann das vielerorts besichtigen, wo "Grenzland", einst Felder und Wiesen, längst bebaut ist. Zwang zu gemeinsamer Planung leitet sich daraus ab, Planung auf vielerlei Ebenen kommunaler Dienstleistungen und Vorsorge - und eben auch, sich daraus wiederum ergebend, Zwang zu einem finanziellen Lastenausgleich.

Schwieriges Terrain. Doch es muß (neu) gestaltet werden. Und zwar nicht nur wegen Frankfurter Befindlichkeiten.

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In der Frankfurter Rundschau vom 01.11. ist noch eine Graphik des Stadtkreises, kann ja vielleicht jemand einscannen

:Colgate:

itchedSky
01.11.2003, 18:58
Offenbach ist ein nur Stadtteil von Frankfurt, die Offenbacher haben es nur noch nicht mitgekriegt. ;) Ich kenne einige großen Firmen (vor allem Nähe Kaiserlei) die auf Ihrem Briefkopf "Branch Frankfurt" und dann die Offenbacher Adresse drauf stehen haben.

Grumpy
02.11.2003, 23:56
Dieses Gebiet muss einem Grossen Stadtmetropole sein ohne grenzen , ohne kleinere Städte , ohne kleine Ideen !

Reaching Skies
03.11.2003, 09:40
von oben sieht Rhein Main jetzt schon fast wie eine einzige Stadt aus, vor allem bei Nacht.
Ich faends ne klasse Idee als gebuertiger Frankfurter!:)

tomneubi
03.11.2003, 09:40
@SubUrbia: Ich denke das die sich richtig freuen *lol*

dele439
28.11.2003, 01:27
Ist mir nicht bekannt. Halte das auch nur für eine Idee, die man in Zukunft irgendwann mal weiter verfolgen kann. Aber momentan sind die umliegenden Gemeinden noch zu bockig, diesen Schritt zu unternehmen. Ich rechne nicht damit, dass sich da die nächsten 10 Jahre was tut. Vielleicht zwischen Offenbach und Frankfurt. Aber selbst da dürften psychologische Gründe das noch etwas hinauszögern. ;)

Megaxel
29.11.2003, 10:54
Roland Koch hat die Tage angekündigt, dass wenn die Kommunen nicht im Rahmen des neugechaffenen Ballungsraumgesetzes freiwillig zusammenarbeiten, sie durch Rechtsverordnungen dazu gezwungen werden sollen. Allerdings umfasst das Ballungsraumgesetz nur einzelne Teilbereiche. Mit einem Stadtkreis hat das nichts viel zu tun. Allerdings nimmt der Druck sich in diese Richtung zu bewegen, langsam aber stetig zu. Nahezu alle Parteien gehen in diese Richtung. Und man ist immerhin jetzt so weit, dass man sich gegenseitig vorwirft, nicht genügend dafür zu tun. Eigentlich müsste man mit Frankfurt und Offenbach anfangen und beide einen Stadtkreis bilden lassen, in welchen die Kommune noch als eigenständige EInheit bestehen bleibt. Die Verwaltung und überregionale Einrichtungen könnten dann aber schon zumindest teilweise gemeinsam betrieben werden. Und man sollte dieses Stadtkreis für einzelne Kommunen öffnen. Ich denke, man müsste eine starkes Machtgefüge schaffen, bei dem dann die einzelnen Kommunen teilhaben wollen. Bereits drei bis fünf Kommunen, zusammen mit Frankfurt und Offenbach, würden ein so starkes Gebilde darstellen, dass sich eine Art "Sog" entwickeln könnte bzw. eine "Torschlusspanik" für andere Kommunen dort mitzumachen, damit man am Ende nicht draußen bleibt und viel schwächer darsteht.

dele439
29.11.2003, 19:55
Na dann hoffe ich mal, dass Offenbach und Frankfurt ein Zeichen setzen und den Anfang machen.

Reaching Skies
01.12.2003, 11:22
Frankbach oder Offenfurt? ;) Spass beiseite - um ueberregional und auch international konkurrenzfaehig bleiben zu koennen, geht wohl mittel bis langfristig nichts dran vorbei sich zusammenzuraufen.

Wolfowitz
16.04.2004, 13:33
Hmm, so ganz kann ich die dort geschilderten Erfahrungen nicht bestätigen.
Ich kenne wirklich genug Leute aus Maintal oder Bad Vilbel, die stolz mit ihren Frankfurt T-Shirts durch die Gegend ziehen und sicher nichts dagegen hätte wirklich dazuzugehören. Das diese Städte sich durch ein penetrantes abgrenzen von Frankfurt auszeichnen hat meistens eher wirtschaftliche Gründe statt ideologische.

Einige der von ihm vorgeschlagenen grenzen machen auch nicht wirklich sinn.
Wieso soll Niederdorfelden zu Frankfurt dazugehören während Oberdorfelden ausgeschlossen wird? Da verwirkliche ich lieber meinen eigenen Plan und vereinige Gronau, Nieder- und Oberdorfelden zu einem Groß-Dorfelden ;)

dele439
16.04.2004, 15:31
Das ist doch heute auch schon komisch aufgeteilt. Niederursel gehört zu Frankfurt, Oberursel ist eine eigene Gemeinde. Niedereschbach ist Frankfurt, Obereschbach ist Bad Homburg.

wend
16.04.2004, 16:32
Hier kommt mal wieder die deutsche Vergangenheit zum Tragen: Kleinstaaterei mit hunderten von unabhängigen Fürsten, Kurfürsten und anderen Regenten bis 1803 bzw. 1806. Ein Zusammenhängendes Deutschland gibt es überhaupt erst seit 1871. Es ist einfach schwierig (aber nicht unmöglich), sich von dieser langen Tradition des extremen Dezentralismus zu lösen. Für Frankfurt und die Region hat das natürlich verheerende Auswirkungen.

Chewbacca
16.04.2004, 22:50
Die Kleinstaaterei hat nun wirklich nichts damit zu tun.
Ansonsten wäre Berlin für Deutschland das, was Paris für Frankreich, oder London für GB, und Frankfurt wäre das, was beispielsweise Bordeaux für Frankreich ist.

Aber du hast natürlich Recht, wenn du meinst, dass die Kirchturmpolitik im Rheinmaingebiet eine Katastrophe ist.

Kampflamm
19.04.2004, 00:29
Die Kleinstaaterei hat nun wirklich nichts damit zu tun.
Ansonsten wäre Berlin für Deutschland das, was Paris für Frankreich, oder London für GB, und Frankfurt wäre das, was beispielsweise Bordeaux für Frankreich ist.

Ich glaube schon, dass Traditionen da einen gewissen Einfluss haben. GB und Frankreich sind ja sehr zentralisiert, weil es diese Staaten schon so lange gibt und sich so Machtzentren ausbreiten konnten, Deutschland hingegen ist von seiner Geschichte her schon immer eher ein Staatenbund gewesen.

kind
19.04.2004, 21:58
Aus dem Wiesbadener Kurier vom 19.04.04:

Wildhirt für Regionalkreis

Direktor des Planungsverbandes hält Verbandszuschnitt für zu klein

FRANKFURT(dpa) Der Direktor des Planungsverbands Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main, Stephan Wildhirt, hat sich für eine neue politische Struktur im Rhein-Main-Gebiet ausgesprochen. Die Organisation von 75 Kommunen im Planungsverband sei "eine Nummer zu klein", sagte er in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). So gehörten wichtige Städte der Region nicht dazu. "Ich verstehe nicht, warum Wiesbaden und Darmstadt nicht dabei sind." Stattdessen sprach sich der SPD-Politiker für das von seiner Partei favorisierte Modell eines Regionalkreises aus, bei dem in ganz Südhessen Regierunspräsidium und Kreise aufgelöst werden sollten. Dazu gehöre auch ein demokratisch legitimiertes Parlament und eine zentrale Verwaltung. Wildhirt sagte, dies sorge für eine direkte Beteiligung der Bürger, die bei Wahlen natürlich auch die Arbeit der Verwaltung beurteilen müssten. "Das hätte eine völlig andere Sichtbarkeit", meinte der Verbandsdirektor im Vergleich zum 2001 gegründeten Planungsverband. Dieser werde mit seinen eingeschränkten Aufgaben der Flächennutzungs- und Landschaftsplanung in der Öffentlichkeit tatsächlich kaum wahrgenommen. Das Modell eines Stadtkreises für die Region, wie es Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) vorgeschlagen hat, hat für Wildhirt "spannende Anknüpfungspunkte". Das sei nichts, was er bei der weiteren Diskussion über die regionale Struktur für "außen vor" halte. Roth hatte im Oktober vorigen Jahres einen Stadtkreis rund um Frankfurt ins Gespräch gebracht, der 27 Kommunen mit 1,3 Millionen Einwohnern umfassen würde.
Angesichts der jahrzehntelangen Diskussion über die politische Struktur der Region, die teilweise vom Kirchturmdenken einzelner Bürgermeister oder Landräte dominiert gewesen sei, meinte Wildhirt, er sehe eine wachsende Bereitschaft zu einem ernsthaften Zusammenschluss. "Das ist eine andere Situation als vor drei, vier Jahren." Dies gelte vor allem für die Wirtschaft, auch wenn hier besonders unterschiedliche Interessenlagen aufeinander stießen. Schließlich sei die Region Frankfurt/Rhein-Main im Vergleich der europäischen Regionen zurückgefallen. [...]

Frankfurt müsse in einer regionalen Struktur das prägende Wort für die Region bleiben, sagte Wildhirt. "Frankfurt ist die Kernstadt." Investoren aus dem Ausland könnte man nicht mit Begriffen wie Rhein-Main oder Rhein-Neckar locken, weil sie international unbekannt seien.

kind
24.11.2004, 19:09
Glaubt ihr der Stadtkreis hat noch eine Chance?
Wie denkt die Landesregierung darüber?

Aquafreund
24.11.2004, 19:12
Wäre schön aber glaube ich leider nicht.

Max BGF
24.11.2004, 19:47
Interessant. Gibt es kein demokratisch legitimiertes Regionalparlament oder ähnlich?

Was bedeuten grün und grau in den Karten?

Wer stellt sich gegen den Stadtkreis?

FMJFRA
24.11.2004, 20:29
das problem wäre,dass frankfurt rhein main also der stadtkreis das einfach DIE politische macht in hessen wäre. so wie ich das verstanden habe sieht das vor allem die landesregierung (wiesbadener!!) und die nordhessen lobby (nicht wenig einflussreich in wiesbaden) sehr kritisch.

anders kann man natürlich argumentieren,dass frankfurt und die region drumherum dann endlich die ihr eigentlich aufgrund der wirtschaftskraft etc. zustehende rolle erhalten würde...

Chewbacca
03.12.2004, 16:47
Da finde ich in der FAZ eine Meldung, die für mich fast an ein Wunder grenzt!
Oder bedeutet das. dass langsam aber sicher doch endlich ein Umdenken einsetzt?




Eschborn will Frankfurter Zoo unterstützen


02. Dezember 2004
Bürgermeister Wilhelm Speckhardt hat [...] die Stadtverordneten mit einem ungewöhnlichen Vorstoß überrascht. Da die finanzielle Ausstattung von Hessens steuerkräftigster Kommune weiterhin "komfortabel" bleiben werde, solle Eschborn in seiner Verantwortung gegenüber der Region in Vorleistung treten. Falls die Stadtverordneten dem Etat zustimmen, wird Eschborn dem Frankfurter Zoo einen Zuschuß von 200000 Euro für die Sanierung des Okapi-Geheges überweisen
[...]
Er wolle mit diesem Zuschuß natürlich auch der Stadt Frankfurt "den guten Willen der Umlandsgemeinden" beweisen, die durchaus bereit seien, sich an den Kosten der Infrastruktur zu beteiligen. Mit diesem Schritt setze Eschborn in die Tat um, was schon lange gefordert und diskutiert werde. Speckhardt erhofft sich von dieser Zahlung eine Initialzündung für andere Städte und Gemeinden der Region, sich stärker mit Frankfurt zu identifizieren. Im Umkehrschluß müsse seine Frankfurter Kollegin Petra Roth (CDU) ihre Magistratskollegen und das Frankfurter Parlament davon überzeugen, daß der Ballungsraum Rhein-Main im internationalen Wettbewerb nur durch gemeinsames Handeln stark gemacht werden könne[...]. Die Stärke der Region sei ihre polyzentrische Struktur - nur diese dürfe nicht durch Kirchturmdenken zerstört werden.
[...]


kompletter Artikel :hier (http://www.faz.net/s/Rub8D05117E1AC946F5BB438374CCC294CC/Doc~EF1B2AAC1B78D4B1781F655E692BB05 A7~ATpl~Ecommon~Scontent.html)

Max BGF
03.12.2004, 17:40
Da finde ich in der FAZ eine Meldung, die für mich fast an ein Wunder grenzt!
Oder bedeutet das. dass langsam aber sicher doch endlich ein Umdenken einsetzt?Aber zu Ende gelesen hast Du den Artikel schon?
Die Stärke der Region sei ihre polyzentrische Struktur - nur diese dürfe nicht durch Kirchturmdenken zerstört werden.Sieht eher nach einem vergifteten Geschenk aus - noch dazu mit der Metapher üblicher Spendenaktionen. Fehlt eigentlich nur noch die medienträchtige Überreichung eines überdimensionierten Schecks vom Bürgermeister der kleinen aber feinen Gemeinde Eschborn an die notleidende Großstadt mit dem Kirchtumdenken Frankfurt.

Schmittchen
03.12.2004, 17:46
Das sehe ich ähnlich: Der kleine Neffe, durch den großen, aber inzwischen etwas klamm gewordenen Onkel neureich geworden, steckt diesem gönnerhaft ein Zwanziger in die Tasche. Und das war's dann aber auch an Unterstützung.

Max BGF
03.12.2004, 17:55
Und das war's dann aber auch an Unterstützung.Und nicht nur das, sondern man hat noch dazu ein psychologisches Prae, wenn man nächstens selbst etwas möchte oder auch nur Frankfurt etwas verwehren möchte.

Das kommt ja schon ziemlich unverstellt in dem Satz "Im Umkehrschluß müsse seine Frankfurter Kollegin Petra Roth (CDU) ihre Magistratskollegen und das Frankfurter Parlament davon überzeugen" zum Ausdruck.

Jai-C
03.12.2004, 18:30
Ähnliche Probleme zwischen den Großstädten und dem Umland gibt es wohl auch anderswo. In München wurden jetzt die Planungen für die Umlandbahn zurückgestellt, da es den Gemeinden zu teuer war - man möchte also einerseits gerne von der Nähe der großen Nachbarstadt profitieren, aber selbst nichts dazu beitragen um derartige Infrastrukturprojekte zu realisieren von denen der gesamte Ballungsraum profitieren würde.
Es gibt natürlich auch gegenteilige Beispiele - die Münchner Nachbarstadt Garching verlängert die U6 auf Ihrem Gebiet bis zum Forschungsgelände der TU, Kosten insgesamt ca. 200 Millionen Euro, nicht schlecht für eine Stadt mit 16.000 Einwohnern.

Max BGF
03.12.2004, 18:44
man möchte also einerseits gerne von der Nähe der großen Nachbarstadt profitieren, aber selbst nichts dazu beitragen um derartige Infrastrukturprojekte zu realisieren von denen der gesamte Ballungsraum profitieren würde.Naja, die Großstädte sind ihrerseits häufig ebenso einseitig in der Argumentation. Gerne beklagen sie sich über die sozialen Kosten z.B. durch Sammelpunkt von Obdachlosen, daß sie andererseits Kaufkraft vom Umland abziehen und die meisten Behördenarbeitsplätze erhalten, wird hingegen unter den Tisch gekehrt. Das Beispiel Zoo ist ähnlich. Man wirbt damit, bekommt Renommee und die eigenen Bürger sind schneller dort als die aus dem Umland. Werden rote Zahlen geschrieben, dann geriert man sich als aufopfernder Dienstleister für die Region.


die Münchner Nachbarstadt Garching verlängert die U6 auf Ihrem Gebiet bis zum Forschungsgelände der TU, Kosten insgesamt ca. 200 Millionen Euro, nicht schlecht für eine Stadt mit 16.000 Einwohnern.Bei den Gesamtkosten derartiger öffentlicher Verkehrsmaßnahmen liegt der kommunale Anteil regelmäßig im kleinen zweistelligen Prozentbereich, z.B. bei 20%. Trotzdem wäre das für 16.000 Ew noch ziemlich viel.

Gizmo23
14.12.2004, 19:39
Ich war mal ein bißchen größenwahnsinnig und hab mir ausgemalt wie eine Stadt Frankfurt nach Eingemeindungen der Umlandsgemeinden aussehen könnte. Entstanden ist eine Region mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern.
Die Stadtgrenzen und die Einteilungen in die Bereiche City, Süd, West, Nord und Ost sind von mir völlig willkürlich gewählt worden, da ich - obwohl ich in der Region wohne - nicht alle der gezeigten Städte und Dörfer auch selbst kenne.
Kritik ist erwünscht, aber bitte nicht zu heftig! :bah:

http://www.deutsches-architektur-forum.de/Galerie/data/504/31Gro_raum-Frankfurt.jpg

Harald
14.12.2004, 21:45
Übertreiben kann man's auch!

War das zu heftig? :D

Adama
14.12.2004, 21:48
Dieses Modell wäre ideal und würde meiner Wunschvorstellung des Stadtkreises Frankfurt genüge tun.
Gut gemacht!

goschio1
14.12.2004, 21:50
Ich finde das ist überhaupt nicht übertrieben! Würde vielleicht noch Hanau und Eppstein miteinbeziehen. Damit wäre die Region unschlagbar.

Sehr gut gemachte Karte übrigens. :daumen:

gfs
15.12.2004, 09:54
Boah, da hast du ja sogar meinen Heimatort eingemeindet! Schweinerei! :mad2: :D ;)

ec8or
15.12.2004, 11:56
ich bin dafür den bereich "ost" auszuschneiden :zunge2: und heidelberg oder das phantasialand dort einzufügen :D !!!

colonius
15.12.2004, 12:07
Das Phantasialand bekommt Ihr nicht, niemals! Das gehört uns...buhahahaha ;)

LugPaj
15.12.2004, 13:28
Bei den Gesamtkosten derartiger öffentlicher Verkehrsmaßnahmen liegt der kommunale Anteil regelmäßig im kleinen zweistelligen Prozentbereich, z.B. bei 20%. Trotzdem wäre das für 16.000 Ew noch ziemlich viel.
Wenn es keinen Buergerentscheid in Garching gegeben haette, mehr von der Strecke unterirdisch zu bauen, haette die Stadt Garching nur ~ 3% der Kosten uebernommen.
So sind es aber um die 6% geworden (~12 Mio Euro)
Der Rest wird von Bayern, dem Landkreis Muenchen und Bundesmitteln bezahlt.
Quelle (http://www.garching.de/presse/2001/gar.presse.2001_080.htm)

Wolfowitz
15.12.2004, 16:22
Kritik ist erwünscht, aber bitte nicht zu heftig! :bah:

Also eine Kleinigkeit ist mir Aufgefallen:
Dörnigheim ist falsch und viel zu klein eingezeichnet. (immerhin 16.000 EW). Und was diese mysteriöse Stadt "Maintal" sein soll, ist mir auch ein Rätsel :D

Maintal = Bischofosheim + Dörnigheim + Hochstadt + Wachenbuchen.

Eine geheime 5. Stadt gibt es nicht und die 4 sind alle schon eingezeichnet ;)
Aber dort in etwa müsste Dörnigheim liegen. Bin aber gerade zu faul eine Karte rauszukramen.

Max BGF
15.12.2004, 16:58
Plus: Ffm wächst auf das etwa Dreifache
Minus: Ffm dürfte fortwährenden Scherzen bzgl. seiner Interpretation des Begriffs "City" ausgesetzt sein

Patrick
15.12.2004, 17:01
bei www.map24.de wird Maintal als eigener Ort angegeben. Bischofsheim liegt westlich davon, Dörnigheim südlich, Wachenbuchen nördlich und Hochstadt finde ich gar nicht...

EDIT: Blödkappes...so wie du es schon sagtest: Maintal = Bischofsheim + Dörnigheim + Hochstadt + Wachenbuchen (http://www.stadt-maintal.de/)

Samuel
15.12.2004, 17:08
@goschio1
" Würde vielleicht noch Hanau und Eppstein miteinbeziehen. Damit wäre die Region unschlagbar. "

naja jetzt übertreib es mal nicht. 1,5 Millionen wäre groß aber nicht unschlagbar...ja nichtmal in Deutschland.

LibertyOne
15.12.2004, 17:13
Hier noch ein Link für Maintal:

http://www.maintal.de/

goschio1
15.12.2004, 17:17
@goschio1
" Würde vielleicht noch Hanau und Eppstein miteinbeziehen. Damit wäre die Region unschlagbar. "

naja jetzt übertreib es mal nicht. 1,5 Millionen wäre groß aber nicht unschlagbar...ja nichtmal in Deutschland.

Es geht um das GDP und nicht um die Einwohnerzahl an sich. Und ausser München sehe ich da keine Konkurenz für die Region Frankfurt. Meine Aussage hat sich übrigens hauptsächlich auf Deutschland bezogen. Europaweit gibt es natürlich noch ganz andere Kaliber.

Jai-C
15.12.2004, 18:14
Naja, die Großstädte sind ihrerseits häufig ebenso einseitig in der Argumentation. Gerne beklagen sie sich über die sozialen Kosten z.B. durch Sammelpunkt von Obdachlosen, daß sie andererseits Kaufkraft vom Umland abziehen und die meisten Behördenarbeitsplätze erhalten, wird hingegen unter den Tisch gekehrt. Das Beispiel Zoo ist ähnlich. Man wirbt damit, bekommt Renommee und die eigenen Bürger sind schneller dort als die aus dem Umland. Werden rote Zahlen geschrieben, dann geriert man sich als aufopfernder Dienstleister für die Region.

Die Großstadt zieht Kaufkraft eigentlich nur in den Bereichen ab, die in kleineren Städten ohnehin kaum findet (z.B. bei exklusiven Kleidungsstücken). Im Gegenzug gibt es dort aber großzügige angelegte Gewerbegebiete auf der grünen Wiese, die leicht mit dem Auto zu erreichen sind - in den Städten fehlen diese Flächen oft (Platzmangel) bzw. sind weniger attraktiv für die Unternehmen aufgrund höherer Steuersätze. Man ergänzt sich hier also gegenseitig, vermutlich sogar eher zu Gunsten der Umlandgemeinden.

mysterio
15.12.2004, 18:31
Nun ja, ich persönlich glaube ja nicht, dass es zu einem "Stadtkreis Frankfurt" kommen wird (erst recht nicht mit dem Namen :D ).

Das grundlegende Gebietsreformen durchaus machbar sind, wurde ja schon bewiesen. Und hier ist uns Toronto mal wieder einen Schritt voraus...

EDDF
17.12.2004, 19:15
Wie wäre es wenn sich Frankfurt von Spitzbergen bis Malta und von Lissabon nach Ekaterinburg erstrecken würden so enlich wie das große Römische Reich?

:angel:

el mariachi
17.12.2004, 21:44
Es geht um das GDP und nicht um die Einwohnerzahl an sich. Und ausser München sehe ich da keine Konkurenz für die Region Frankfurt. Meine Aussage hat sich übrigens hauptsächlich auf Deutschland bezogen. Europaweit gibt es natürlich noch ganz andere Kaliber.

In Deutschland sind Hamburg und Berlin mit einem PSP von jeweils 75 Mrd. € der Maßstab. Zum Vergleich: München: 60 Mrd. €, Frankfurt: 35 und Stuttgart 28 Mrd. €. Das Londons müßte übrigens jenseits von 300 Mrd. € liegen.

kind
17.12.2004, 21:54
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goschio1
17.12.2004, 22:00
In Deutschland sind Hamburg und Berlin mit einem PSP von jeweils 75 Mrd. € der Maßstab. Zum Vergleich: München: 60 Mrd. €, Frankfurt: 35 und Stuttgart 28 Mrd. €. Das Londons müßte übrigens jenseits von 300 Mrd. € liegen.

Ich habe ja auch vom zukünftigen Stadtkreis Frankfurt mit 1.5 Millionen Einwohnern gesprochen. Und was ist denn bitte PSP ?

Das GDP von Frankfurt (650.000 Einwohner) betrug übrigens 2002 schon 47.7 Milliarden €.

Hier ist übrigens noch mal das GDP/Kopf:
1. Frankfurt am Main . . . . . . . . $68,947
2. Karlsruhe (Germany) . . . . . . 64,903
3. Paris . . . . . . . . . . . . . . . . . .62,220
4. Munich . . . . . . . . . . . . . . . . 56,813
5. Dusseldorf . . . . . . . . . . . . . . 50,048
6. Stuttgart . . . . . . . . . . . . . . .49,600
7. Brussels . . . . . . . . . . . . . . . .47,319
8. Copenhagen . . . . . . . . . . . . .47,013
9. Hanover . . . . . . . . . . . . . . . .43,724
10. Hamburg . . . . . . . . . . . . . . .39,904
http://www.conway.com/ssinsider/snapshot/sf020527.htm

Jai-C
17.12.2004, 22:29
Hier ist übrigens noch mal das GDP/Kopf:
1. Frankfurt am Main . . . . . . . . $68,947
2. Karlsruhe (Germany) . . . . . . 64,903
3. Paris . . . . . . . . . . . . . . . . . .62,220
4. Munich . . . . . . . . . . . . . . . . 56,813
5. Dusseldorf . . . . . . . . . . . . . . 50,048
6. Stuttgart . . . . . . . . . . . . . . .49,600
7. Brussels . . . . . . . . . . . . . . . .47,319
8. Copenhagen . . . . . . . . . . . . .47,013
9. Hanover . . . . . . . . . . . . . . . .43,724
10. Hamburg . . . . . . . . . . . . . . .39,904
http://www.conway.com/ssinsider/snapshot/sf020527.htm
Wenn man diese Daten mit der Einwohnerzahl multipliziert ergeben sich aber andere Werte:

- Frankfurt ca. 45 Mrd. €
- Karlsruhe ca. 18 Mrd. €
- Paris ca. 134 Mrd. €
- München ca. 72 Mrd. €
- Düsseldorf ca. 27 Mrd. €
- Stuttgart ca. 29 Mrd. €
- Brüssel ca. 47 Mrd. €
- Copenhagen ca. 24 Mrd. €
- Hannover ca. 23 Mrd. €
- Hamburg ca. 69 Mrd. €

goschio1
17.12.2004, 22:36
Wenn man diese Daten mit der Einwohnerzahl multipliziert ergeben sich aber andere Werte:

- Frankfurt ca. 45 Mrd. €
- Karlsruhe ca. 18 Mrd. €
- Paris ca. 134 Mrd. €
- München ca. 72 Mrd. €
- Düsseldorf ca. 27 Mrd. €
- Stuttgart ca. 29 Mrd. €
- Brüssel ca. 47 Mrd. €
- Copenhagen ca. 24 Mrd. €
- Hannover ca. 23 Mrd. €
- Hamburg ca. 69 Mrd. €
Die GDP pro Kopf zahlen sind in Dollar und nicht in Euro. Und was stimmt denn mit den Werten nicht. Kommt doch alles so ungefähr hin.

Frankfurt hätte übrigens bei 1.5 Millionen Einwohnern (Stadtkreis) ein GDP von 103 Milliarden Dollar!

Chewbacca
17.12.2004, 22:39
:psst: psssst......offtopic! :psst:

Jai-C
17.12.2004, 22:44
Frankfurt hätte übrigens bei 1.5 Millionen Einwohnern (Stadtkreis) ein GDP von 103 Milliarden Dollar!
Das bezweifle ich - das GDP/Kopf in den umliegenden Gemeinden liegt nicht auf dem Frankfurter Niveau. Realistisch sind wohl eher 80-90 Mrd.

kind
17.12.2004, 22:58
Das bezweifle ich - das GDP/Kopf in den umliegenden Gemeinden liegt nicht auf dem Frankfurter Niveau. Realistisch sind wohl eher 80-90 Mrd.

Es müssten ca. 75-80 Mrd. Euro sein, was über 100 Mrd. Dollar entspricht.

Jai-C
17.12.2004, 23:01
Es müssten ca. 80 Mrd. Euro sein, was über 100 Mrd. Dollar entspricht.
Demnach müssten die Umlandgemeinden ein durchschnittliches GDP/Kopf von 65.000 $ haben :lach:
...das glaubst du doch selbst nicht.

Nimmt man 80 Mrd. ($) an, dann wären das immer noch ca. 42.000 $/Kopf - mehr als Hamburg. Eine mit Frankfurt vergleichbare Pro-Kopf Leistung haben vielleicht direkte Nachbarstädte wie Eschborn, aber nicht die weiter entfernten Gemeinden.

kind
17.12.2004, 23:05
Nein. Wie kommst du auf 65.000$? Die Umlandgemeinden müssten ein GDP/capita von ~40.000 $ haben.

Jai-C
17.12.2004, 23:11
Ich glaube du verwechselst hier grade Dollar und Euro ;)

Also: GDP Frankfurt = 650.000 x 69.000 $= 44,8 Mrd $ ~ 45 Mrd.
Differenz: 100 Mrd. $ - 45 Mrd. $ = 55 Mrd. $
=> Annahme: Stadkreis (1,5 Mio. Einwohner) - Frankfurt (650.000 Einwohner) = 850.000 Einwohner
Ergibt: 55 Mrd. $ : 850.000 = 64.706 $/Kopf

Auf 40.000 $/Kopf kommt man wenn man von 80 Mrd. $ ausgeht (wie ich oben). So wie es aussieht sind wir also der gleichen Meinung.

kind
17.12.2004, 23:19
Frankfurt hatte 2003 ein BIP von ca. 49 Mrd. €.
Außerdem ist der Euro mehr wert, als zu dem Zeitpunkt, als die Studie erstellt wurde.

Jai-C
17.12.2004, 23:25
Frankfurt hatte 2003 ein BIP von ca. 49 Mrd. €.
Außerdem ist der Euro mehr wert, als zu dem Zeitpunkt, als die Studie erstellt wurde.
Ich habe hier nur mit den vorliegenden Zahlen gerechnet. Wenn du eine Quelle für aktuellere Zahlen hast, dann kann ich die Berechnung aber gerne anpassen...
Es macht jedoch keinen großen Sinn Dollar und Euro durcheinanderzuwürfeln, da wir dann auch die aktuellen Daten des GDP/Kopf in € benötigen würden, sowie alle damaligen Wechselkurse usw.

Chewbacca
18.12.2004, 20:07
Übrigens: ohne intimer Kenner der Hamburger Situatuion zu sein..............

aber was haltet ihr von deren konzept der "wachsenden Stadt"?

ist das nicht das einzig senkrechte?

und ist nicht die einzige vernünftige Stellschraube, die der misslichen Situatiopn in der Frankfurter Innnenstadt (Genauer dem Bankenviertel) entgegenbeweirkt werden kann, eine sprunghafte Verdichtung der wohnbevölkerung ?

Wenn, ja, wie kann das bewerkstelligt werden?

Wie kann es sein, das viele nordamerikanische stätde dasselber per beschluss innerhalb von 1-2 jahrzehnten hingebogen haben?

Und zwar nach dem GANZ einfachen Konzept: Verdichte die Wohnbevölkerung in der Innenstadt, dann werden die Angebote (LÄden, Restaurents, BEDARF, kurz gesagt) nachziehen, dann wird die Innenstadt wuieder ineteressanter, attraktiver, dann zieht wieder wohnbvölkerung nach, wenn die kritische Masse erst erreicht ist, verselbstständigt sich das ganze von selber..................Immer mehr - musicals - Theater- Kneipen- usw.

was genau sollte Frankfurt hindern?

Max BGF
18.12.2004, 20:40
@ Chewbacca
ich glaube das größte Hemmnis in Deutschland ist die sinkende Bevölkerung, die nur noch durch stärkere Alterung und Zuwanderung aufzuhalten scheint. D.h. hinzukommen tendenziell finanzschwache , wirtschaftlich unattraktivere Geringgebildete und Alte. In solch einen Raum, der wie das hochentwickelte Deutschland noch dazu schon sehr gesättigt ist, investiert man halt ungern. Kein Zukunftsmarkt, höchstens für Seniorenheime, Lebensversicherungen und Deutschlehrer. Alles Branchen, deren Kosten woanders zu verdienen sind.

Ich habe das verkürzt dargestellt, aber dahin geht´s. Das beste Gegenmittel sind weiterhin starke F&E-Leistungen oder richtige strukturelle Reformen, die bspw. nicht damit enden daß wir statt 75% 85% der amerikanischen Arbeitszeit leisten, sondern 110% und somit den Ruf der fleißigen Deutschen restaurieren. Dann kommt der gewerkschaftsseitige Vorwurf, daß es einen Wettlauf gibt. Wenn aber etwas dran ist am "fleißigen Deutschen", dann müssen die Anderen irgendwann abreißen lassen. Einer nach dem Anderen. Die Osteuropäer eher zuerst - zumindest nach gängigen Mentalitätsstereotypen.

Ffm ist ja immerhin Europas Skyline-Kapitale, also so schlimm sieht´s dort nicht aus. Selbst das stark boomende und viel größere London zieht auf absehbare Zeit nicht vorbei.

Chewbacca
18.12.2004, 21:24
haste ja teilweise recht, aber so einfach isses nicht. das rheimaingebiet als solches boomt nach wie vor, was die einwohnerzahlen angeht.das wird auch nach allem, was ich so von experten gehört habe so bleiben. dass du ein etwas anderes *ich drücks mal diplomatisch aus* anderes [Fester] zwischen kernstadt und speckgürtel und deren finanziellen (nicht nur den!) ausgleich siehst, habe ich ja schon mitbekommen.

Tatsache ist und bleibt aber:

ich habe keine ahnung wie das in Stuttgart aussieht, und weiss, deshalb nicht wie "aqllgemein" deine aussagen in den enstprechenden Threads jeweils sind, ich spreche konkret für das Rheimaingebiet, genauer für Frankfurt und seine STINKREICHEN Umlandgemeinden im Taunus insbesondere.
1.Tatsache ist, dass Frankfurt im internationalen Vergleiich langsam aber sicher an Boden verliert.
2.Das liegt nicht zuletzt daran, dass (hoffentlich noch eine weile)es in direkter konkurrenz mit London, Paris, Mailand, München, und weiter NY, Honkong, Toronto, Tokio, SF, usw, liegt (mehr als bsp.Düsseldorf, Leipzig oder Hannover) gegen über denen Frankfurt nach deutschen masstäben gerechnet relativ extrem klein erscheint. Natürlich hat kind recht, wenn er darauf hinweist, dass die 5 mio einzugsgebiet ein reservior darstellen, ohne das eine 650000-einwohner-stadt nicht auf der enstprechenden bühne bestehen könnte. Das zeigt sich plain and simple, when du zur kenntnis nimmst, dass Frankfurt tagsübar auch innerhalb seiner trditionlellen grenzen eine Millionenstadt ist.

das problem ist egher folgendes: Das Mass an Urbaner Dichte llässt sich nur partiell halten, nachdem , und ohne die blöden pinguine. die die ensprechende kohle verdienen, sind nämlich traditionlell die in den vororten leben, und deshalb ist die Frage nach den reichsten Saftladen (Kreis) Kronberg, ohne dass ich jetzt statistiken hätte durchaus berechtigt. Königsstein wäre auch noch ein heisser Kandidat ( DR. Schneider!!!, der prominentsete Toupttträger der Deutschlands!, usw...auch einige Viertel von Oberursel, Bad Homburg, usw............) also schon ohne vergleichenden Blick auif wasweisichwasfürneanderestadt: Wer Behauptet, Frankfurt sei nicht EXRTREM eng mit seinem Umland verzahnt, der hat keine ahnung! Tatsache, ist, dass die Kernstadt und das Umland sich Funktionen teilen, die normalerweise innerhalb einer Stadt stattfinden. Dass die umlandgemeinden bei dieser unfreiiwilligwn "arbeitsteilunng " zu gut wechkommen, ist unter dem Gesichtspunkt der gerechtigkeit total wurscht!
es geht eher um die handlungsfähigkeit als komplette einheit, in deren Umsetzung mittlerweile sogar Hannover Frabkfurt höhnisch was vorturnt!

Es gibt nun mal funktionen, speziell solche, die kulturelle überregionale ausstrahlung haben sollen, solche, die Tourismus wollen, solche, die weiche Standortfaktoren definieren, di nur von der kernstadt, und nciht von Eschborn erfült werden können, sei es auch noch so stinkreich. und deshalb habe ich auch so sehr frohlockt, so sehr du mit deiner zynischen einstellung zu diesem Vergifteteten Geschenk auch rechtgehabt haben magst, so ist doch wenigstens EINMAL eineme offensichtliche Tatsache anerkannt worden..

Ach, da gäbe es noch so viel, aber ich glaube, ich halte hier mal ein. vielleicht später mehr.

Max BGF
19.12.2004, 02:26
das rheimaingebiet als solches boomt nach wie vor, was die einwohnerzahlen angeht.
!Ich bezweifle, daß Dt. derzeit irgendwo boomt. Klar, solange Oststädte binnen 10 Jahren um die 10-30 % Einwohner verlieren, können wirtschaftsstarke westdeutsche Regionen und Städte davon profitieren. Nichts gegen eine gewisse Mobilität (obwohl ich selbst nicht gern betroffen wäre), aber diesen Boom finde ich nicht gerade toll.

Jetzt stell Dir einen ausländischen Investor vor, der nach Europa expandieren möchte und nach Frankreich, UK, Tschechien oder Deutschland gehen könnte. Meinst Du den juckt, ob im Rhein-Main-Gebiet die Bev. in den nächsten 10 Jahren um 1,25 % zulegt, wenn die Zielgruppe in Deutschland insgesamt um 7% absinkt?
Der geht lieber in ein Land mit langfristig aufsteigender Entwicklung (FRA, UK) oder extremen Kostenvorteilen (Tschechien). Natürlich bleibt Deutschland als weiterhin größtes Land und mit guter Infrastruktur attraktiv, aber verglichen mit vor 15 Jahren holen wir eben nicht mehr eine von zwei Europa-Zentralen. Und je länger das so weitergeht desto stärker ist die kumulierte Erosion.


Es gibt nun mal funktionen, speziell solche, die kulturelle überregionale ausstrahlung haben sollen, solche, die Tourismus wollen, solche, die weiche Standortfaktoren definieren, di nur von der kernstadt, und nciht von Eschborn erfült werden können, sei es auch noch so stinkreich.Aber nur im Status Quo, wo schon die ganzen Ämter etc. in der Kernstadt angesiedelt sind. Ich bezweifle einfach, daß die Welt unterginge, wenn F, HH, M oder S nicht existierten. Ja, es wäre eine andere Welt, aber nicht keine. Eschborn wäre ein anderes Eschborn: Besser, schlechter, unbedeutender, mächtiger? Zwei arbeitsteilige Oberzentren statt eines vollfunktionalen? ... Ziemlich hypothetisch alles.


so sehr du mit deiner zynischen einstellung zu diesem Vergifteteten Geschenk auch rechtgehabt haben magst, so ist doch wenigstens EINMAL eineme offensichtliche Tatsache anerkannt worden..Nein, wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, dann war diese Anerkennung an eine Bedingung geknüpft, die wiederum dem Stadtkreisgedanken u. ä. widersprach.

Allerdings, wer hoffen möchte, soll das meinetwegen gern tun. Ich sage ja nur, wie mir das beim Durchlesen vorkam. Kann ja in 10 Jahren ganz andere Zwänge geben und plötzlich flutscht die Stadtkreis-Sache. :)


Ach, da gäbe es noch so viel, aber ich glaube, ich halte hier mal ein. vielleicht später mehr.Genau, laß es uns nacheinander austragen ;)

Chewbacca
23.12.2004, 07:10
Ich bezweifle, daß Dt. derzeit irgendwo boomt. Klar, solange Oststädte binnen 10 Jahren um die 10-30 % Einwohner verlieren, können wirtschaftsstarke westdeutsche Regionen und Städte davon profitieren. Nichts gegen eine gewisse Mobilität (obwohl ich selbst nicht gern betroffen wäre), aber diesen Boom finde ich nicht gerade toll. ........



Diese geforderte Mobilität habe ich schon am eigenen Leib erfahren,bzw. umsetzen müssen, sooo toll ist das nicht ,haste recht. :Nieder: Aber das ist und wird wohl noch mehr zu einem allgegenwärtigen Teil deutscher Realität werden, egal, wie man das findet, wenns einen persönlich trifft. Das mag vielleicht auch ein Mentalitätsproblem sein. Andere haben da offensichtlich viel weniger Probleme mit. Aber ich schweife ab....

Halte dich übrigens nicht zu sehr an dem Begriff "boomt" auf, wenn er dir nicht gefällt. Wir wollen uns ja hier nicht in Wortklaubereien verfranzen, gelle? Worauf es mir ankam war die Tatsache, dass das Rheinnmaingebiet einwohnerzahlenmässig noch weiter zulegt, während Frankfurt itself mittlerweile wieder stagniert.



Jetzt stell Dir einen ausländischen Investor vor, der nach Europa expandieren möchte und nach Frankreich, UK, Tschechien oder Deutschland gehen könnte. Meinst Du den juckt, ob im Rhein-Main-Gebiet die Bev. in den nächsten 10 Jahren um 1,25 % zulegt, wenn die Zielgruppe in Deutschland insgesamt um 7% absinkt?
Der geht lieber in ein Land mit langfristig aufsteigender Entwicklung (FRA, UK) oder extremen Kostenvorteilen (Tschechien). Natürlich bleibt Deutschland als weiterhin größtes Land und mit guter Infrastruktur attraktiv, aber verglichen mit vor 15 Jahren holen wir eben nicht mehr eine von zwei Europa-Zentralen. Und je länger das so weitergeht desto stärker ist die kumulierte Erosion.

Mein Zwischenruf/Frage bezog sich aber mehr auf die Konkurrenz der Regionen untereinander, als die der Nationen. Klar kannst du beides nicht einfach voneinander trennen, aber erfolgreiche Regionen haben meistens selber viel zu ihrem Erfolg beigetragen, und erfolglose zu ihrem Misserfolg, und oft gibt es beide in ein- und demselben Land. Umsomehr, als Europa ein mehr und mehr zusammenwachsender Wirtschaftsraum ist.

Und ob ein Investor sich für die Grösse des Ballungsraums interessiert, in den er zu investieren sich überlegt, hängt immer von der Art der Investition ab. Sicher nicht davon, ob der entsprechende Ballungsraum nullkommanesquick prozent im letzen jahr zugelegt hat, da hast du recht. Aber darum ging es mir nicht.

Vergiss nicht: meine Eingangsfrage war, ob es richtig ist, dass Hamburg sich mit dem Konzept der "wachsenden stadt" befasst, und ob Frankfurt das auch tun sollte. Das bedeutet für mich in erster Linie, ob es eine gesunde Entwicklung ist, dass das Bevölkerungswachstum im Rheinmaingebiet praktisch nur im Speckgürtel stattfindet.
Das ist es aus mehreren Gründen nicht.


Aber nur im Status Quo, wo schon die ganzen Ämter etc. in der Kernstadt angesiedelt sind. Ich bezweifle einfach, daß die Welt unterginge, wenn F, HH, M oder S nicht existierten. Ja, es wäre eine andere Welt, aber nicht keine. Eschborn wäre ein anderes Eschborn: Besser, schlechter, unbedeutender, mächtiger? Zwei arbeitsteilige Oberzentren statt eines vollfunktionalen? ... Ziemlich hypothetisch alles.

Ich verstehe nicht ganz, wie du etwas als hypothetisch abtun kannst, dass man bei Städten beobachten kann, die das erfolgreich umgesetzt haben, was ich meine. Und zwar (ich habe den Eindruck hier missverstehtst du mich wirklich sehr!) nicht nur ein paar verwaltungstechnische Synergieffekte beim plumpen Eingemeinden von Vororten.

Die wachsende Stadt, von der in Hamburg wegen dessen Insellage denke ich mal ja nur die Rede sein kann, muss doch ein Szenario sein, in dem die Stadt selber wächst, innerhalb der Stadtgrenzen. Auf kosten des Speckgürtels, zugunsten größerer urbaner Dichte. Diese wiederrum begünstigt die Faktoren, von denen ich gesprochen habe, als ich sagte, daß sie nur die Kernstadt erfüllen kann, nämlich die die sich nicht per Verwaltungsakt verfügen lassen, oder die zu kleine Städte einfach nicht stemmen können.

Max BGF
23.12.2004, 07:46
Das bedeutet für mich in erster Linie, ob es eine gesunde Entwicklung ist, dass das Bevölkerungswachstum im Rheinmaingebiet praktisch nur im Speckgürtel stattfindet.
Das ist es aus mehreren Gründen nicht.Genau das hätte mich interessiert, warum es das nicht ist. Also diese mehrere Gründe. Vielleicht kannst Du das noch ausführen.


Ich verstehe nicht ganz, wie du etwas als hypothetisch abtun kannst, dass man bei Städten beobachten kann, die das erfolgreich umgesetzt haben, was ich meine. Und zwar (ich habe den Eindruck hier missverstehtst du mich wirklich sehr!) nicht nur ein paar verwaltungstechnische Synergieffekte beim plumpen Eingemeinden von Vororten.Entschuldige, dann habe ich das nicht deutlich genug geschrieben. "Hypothetisch" bezog sich auf meine Spekulationen zu Eschborn, die Sätze davor.

Chewbacca
23.12.2004, 08:19
Genau das hätte mich interessiert, warum es das nicht ist. Also diese mehrere Gründe. Vielleicht kannst Du das noch ausführen.



stichpunktartig, ohne nachzudenken:

->Zersiedelung
-> Ungüstiges Passagier/Fläche-Verhältnis für ÖPNV
->Städte profitieren von einer gewissen "Kritischen Masse Mensch", um typisch urbanes Leben herzustellen und zu konsumieren. geht diese verloren, dann
-> Verlust der Urbanität (auch Verödung genannt) der Innenstädte
-> Funktionstrennung zwischen Vorort und Stadt
-> Monokulturalisierung, daraus wiederrum..
-> Verlust der Urbanität (auch Verödung genannt) der Innenstädte (Rückkoplung)
-> Verlust der Attraktivität (auch die oft sogenannten "Weichen Standortfaktoren") des Nukleus des Ballungsraums
-> Abwanderung oder Nichtansiedlung von Unternehmen oder Instututionen oder deren Substrukturen.
-> Abwanderung von Arbeitnehmern aus der Region
-> der Letzte macht das Licht aus :D

Abgesehen davon, dass es aus rein Energiepolitischen Gründen immer nett ist, Wohnen und Arbeiten der Menschen so nah wie möglich zu haben, und die Zersiedelung eine Verschwendung von versiegelter Fläche darstellt, von der ich nicht weiß, ob sie sich ein so kleines Land wie Deutschland wirklich langfristig leisten kann.

Ich glaube, dass sollte wenigstens eine Ahnung davon geben, was ich meine.

Entschuldige, dann habe ich das nicht deutlich genug geschrieben. "Hypothetisch" bezog sich auf meine Spekulationen zu Eschborn, die Sätze davor.

Ich glaube den Absatz habe ich eh nicht richtig kapiert, vielleicht musst du da nochmal ran, oder wir lassens wenns nicht so wichtig war.

Max BGF
23.12.2004, 09:03
Deine Stichpunkte sind nachvollziehbar.
Nur teilweise implizieren sie Umlandwohnen und Zentrumarbeiten. Wenn also das Zentrum den Vorteil der Arbeitsplätze (Gewerbesteuer, höherer Konsum) hat, warum muß dann das Umland immer noch mehr geben und von was ?

Wie gesagt ich stelle die Punkte nicht in Frage, sondern finde es nur etwas einseitig (wobei ich Dich aufgefordert hatte nur Pro-Argumente zu liefern, stimmt schon)
Ein paar andere Tendenzen der Urbanisierung:
- Kriminalitätsanstieg
- Verlust einer funktionierenden Nachbarschaft
- Schlechtere Luft
- Naturferne
- Versingelisierung
- Großstadtanonymität

Die meisten Dienstleistungen sind in der Großstadt nur noch Wiederholungen:
Schulen, Polizeistellen, Feuerwehren, Bürgerämter, Arbeitsämter, Bäder, ...

Die Angebote, die einmalig in der Region sind, sind i.d.R. vorteilhaft für die Großstadt, denke nur an die Hauptbahnhöfe. Hier haben Großstädter den Vorteil des Halts vor der Haustüre, während ICEs bspw. im Umland nicht halten.

Und ein Zoo, Oper muß m.E. nicht in der Großstadt sein. Wenn das in einer umliegenden Kreisstadt ist, paßt es auch. Die Stuttgarter Messe wandert gerade aus der Stadt in den Kreis Esslingen.

Bei allem plädiere ich nicht für Zersiedelung, sondern gegen das Gejammer der Großstädte, wenn mal gerade Rezession ist und man davor nicht gespart, sondern das Geld zum Fenster hinausgeworfen hat.

Der Unterschied liegt irgendwie auch im Planungsansatz:
- Glauben wir (meinetwegen durch Gutachten) ein Optimum der Siedlung zu kennen und wollen dieses geglaubte Optimum langfristig von oben durchsetzen (weil die Gemeinden freiwilig nichts aufgeben).
- oder lassen wir es sich dezentral entwickeln, natürlich nicht ungeplant, aber demokratisch. Solange Städte selbständig sind, kann man - auch wenn es noch so schön wäre - bis auf Instrumentarien wie Regionalpläne ihnen kaum vorschreiben, daß sie nun zugunsten des Zentrums auf etwas verzichten müssen. Demokratisch heißt, daß den Städten etwas zum Ausgleich gegeben werden muß, sonst willigen sie nicht ein, Verhandlungsprozesse.

Was mir am letzteren gefällt, ist daß es mehr Wettbewerb auslöst. Gemeinde gegen Gemeinde, da müssen die Ortsräte kreativ werden.

Du kennst vielleicht die These, daß in einem ins Jahr 1492 versetzten EU-Europa , wo Forschungsprojekte zentral bewilligt werden, Amerika nie entdeckt worden wäre. Nachdem nämlich Kolumbus mit seiner Idee des Westwegs in Portugal ziemlich verständlich abgeblitzt war, verdingte er sich für die Spanier und eröffnete ihnen die Neue Welt. Heureka. Mir geht´s ums Prinzip, um die Bedingungen von Planung und nicht gegen Planung.

BMXican
23.12.2004, 09:57
omg :rolleyes:

Chewbacca
23.12.2004, 11:30
Deine Stichpunkte sind nachvollziehbar.

Gottseidank :D

Nur teilweise implizieren sie Umlandwohnen und Zentrumarbeiten. Wenn also das Zentrum den Vorteil der Arbeitsplätze (Gewerbesteuer, höherer Konsum) hat, warum muß dann das Umland immer noch mehr geben und von was ?

Auch das kippt irgendwann um, wie du ja am immer wieder gerne zitierten Beispiel von Eschborn siehst. Dann bleibt der Kernstadt nur noch die Last der sozialen und kulturellen Einrichtungen, und der Leute, die nicht "mit dem Reichtum mit nach draußen ziehen" können(!)

Ein paar andere Tendenzen der Urbanisierung:
- Kriminalitätsanstieg
- Verlust einer funktionierenden Nachbarschaft
- Schlechtere Luft
- Naturferne
- Versingelisierung
- Großstadtanonymität



Kriminalität steigt besonders da, wo die soziale Kontrolle auf der Straße nicht mehr funktioniert. Das ist eine Folge der Verödung der Innenstädte, spätestens dann, wenn der Arbeits/Einkaufstag vorbei ist. Funktionierende Nachbarschaften sind genauso ein charakteristisches Merkmal einer urbanen Stadt, wie eine funktionierende soziale Kontrolle. Schlicht und (etwas ver)einfach(t) dadurch, dass sich genug Menschen auf den Straßen in der Stadt aufhalten. Kriminalität und der Verlust funktionierender Nachbarschaften sind charakteristisch für verödete Innenstädte, die das nicht nur von mir so definierte Gegenteil von Urbanität sind.

Schlechtere Luft ist meiner Beobachtung nach grundsätzlich etwas, das Landeier (besser gesagt Vorstadteier) immer in der Großstadt zu verspüren glauben, aber rein empfindungsmäßig davon nichts bei sich zu Hause mitbekommen, obwohl sie nur wenige Meter von der Umgehungsstraße weg wohnen. Aber eine entmischte Wohnen-Arbeiten-Struktur und Zersiedelung begünstigt das generelle Benzinrumverblase noch zusätzlich.

Ich kann das nicht beweisen, aber ich behaupte mal , je größer, und vor allem, je dichter die Stadt, desto besser, und besser genutzt ist logischerweise der ÖPNV.
Beweis mir erstmal das Gegenteil ;)

Und Naturferne: Naja, Geschmacksache, würde ich sagen, ich selber bin kein großer Naturbursche, da fehlt mir eh nix, genauso, wie die Anonymität und die Versingelung.
Ich habe selber sehr lange in einem Vorort von Frankfurt gewohnt, und da bekommst du auch nicht mehr unverfälschte Natur mit, als in einem der größeren Stadtparks. Die Versieglungslücke die der Park reisst, ist nämlich oft auch kaum kleiner, als die zwischen VorortX und VorortY. Im Umland zu wohnen ist nämlich eben nicht dasselbe, wie wirklich auf dem Land.

Die Anonymität ist einer der Pluspunkte, die ich mit der Stadt verbinde. Das ist immer eine Frage des Persönlichen Verhaltens. Wenn man will, kann man auch in der Großstadt Nachbarn finden, mit denen man guten, persönlichen Kontakt pflegen kann.(Statistisch gesehen ist die Auswahl sogar viel größer) Man hat aber auch die Wahl, wenn man es nicht möchte, und verschiede Lebensstile werden viel selbstverständlicher toleriert....blabla... wir landen hier eigentlich gerade im Reich der Klischees, genauso, wie bei der Versingelung. Vieleicht ziehen Singles, oder Leute, die dem Singledasein aus verschiedensten Gründen eher geneigt sind auch einfach lieber in die Stadt?

Die meisten Dienstleistungen sind in der Großstadt nur noch Wiederholungen:
Schulen, Polizeistellen, Feuerwehren, Bürgerämter, Arbeitsämter, Bäder, ...

Dienstleistungen sind in der Regel nicht öffentlicher, sondern privater Natur, spricht Läden, Clubs, Kneipen, Hilfsorganisationen, Selbsthilfegruppen, Pizza- Thai- und sonstiger Fraßbring-Service rund um die Uhr, Teather, Galereien, Museen, usw,usw......und das alles je besser desto mehr von jeder der gennaten Sparten innerhalb der Jeweiligen Sparte in aller Coleur......Das ist eben nicht endlos redudand und genauso in zersiedelten oder gar ländlich-dörflichen Strukturen zu erreichen.

Selbst die von dir selbst angesprochenen öffentlichen Einrichtungen sind nicht zwangläufig so einfach in der wünschenswerten Bandbreite zu erhalten, wenn nicht die "Kundschaft" in erreichbarer Nähe ist. Ich denke da an verschiede Schultypen, die eine entsprechende Auswahl ermöglichen, oder auch verschieden konzeptionen von öffentlichen Bäder: Spaßbad, eher so das Bad für die Rentner , die ungestört ihre Runden drehen wollen, Warmbadetage, höhere Frequenz der Öffentlichen Verkehrsmittel...usw....

Die Angebote, die einmalig in der Region sind, sind i.d.R. vorteilhaft für die Großstadt, denke nur an die Hauptbahnhöfe. Hier haben Großstädter den Vorteil des Halts vor der Haustüre, während ICEs bspw. im Umland nicht halten.

1. wäre das nicht ein toller Grund in die Großstadt zu ziehen? ;)
2. natürlich profitiert das Umland davon (fast) genauso, und zwar genau abzüglich der Zeit die der Einzelne "Umländer" braucht, um dann noch vom Bahnsteig zu seinem Vorort zu kommen, was nicht sooo viel unterschied macht. Ich wohne mitten in Frankfurt, aber wenn ich mit dem ICE nach Hause kommen will, dann hält der auch nicht bei mir in der Küche, sondern ich muss noch umsteigen. Allerdings kann ich umsonst mit dem ÖPNV weiterfahren, der "Umländer" muss schlimmstenfalls ein teures Taxi bemühen, wenn er zu weit vom nächsten S-Bahnhof wohnt, um dann noch die Koffer zu schleppen. Ein weiterer Grund, die Zersiedelung zu bekämpfen. Aber wir alle miteinander würden saudumm aus der Wäsche schauen, wenn der Bahnhof GAR NICHT da wäre.
3. ......und genauso jeder Geschäfstreisende, der nach Frankfurt, oder eben auch ins Umland möchte. nicht zuletzt liegt das so erfolgreiche Eschborner gewerbegebiet direkt an einem S-Bahnhof. Ein zentraler Bahnhof, ein Flughafen, ein Autobahnkreuz, ein Hafen ist aber, und DAS ist das eigentlich interessante, so ein unschätzbarer Wirtschaftsfaktor für ganze Regionen, dass passt auf keine Wookiehaut!
4. Aber wer bezahlt eigentlich die damit verbundenen Folgekosten? Ich denke da an beispielsweise die Bahnhofsmission, die Streetworker und überhaupt der ganzen sozialen Aufwand für die die zwar den Bahnhof konsumieren, aber dem Umland nicht auf den sack gehen? Was ist mit den Instandhaltungskosten für die Bahnhofsanlagen, bezahlt die die Bahn alleine? Ich glaube unterm Strich profitiert der gemeine Umländer sehr wohl vom nächsten Hauptbahnhof, ohne sich über die damit verbundenen Negativa überhaupt richtig bewußt zu sein.
Und ich glaube, dasselbe würde sich jeweils angepasst über viele Angebote sagen lassen, die in den Großstätden zu finden sind in den Vororten aber nicht.

Und ein Zoo, Oper muß m.E. nicht in der Großstadt sein. Wenn das in einer umliegenden Kreisstadt ist, paßt es auch. Die Stuttgarter Messe wandert gerade aus der Stadt in den Kreis Esslingen.

Das würde sie aber immer noch nicht tun, wenn da nicht Stuttgart direkt nebenan wäre. Esslingen profitiert von Stuttgart, ich weiss nix, aber schätze mal, weil Esslingen profitablere Bedingungen bieten konnte, weil es anteilig nix, oder zu wenig für Stuttgarts Oper und Zoo mitbezahlt? Eine Messe ist ein Profitgeschäft, Oper und Zoo sind zuschussbedürftige Einrichtungen.

ich weiss nicht genau worauf du damit hinauswillst. Opern Zoos usw. sind nun mal meistens in den Großstädten, nicht im umland. Was sollten sie denn da auch, völlig aus städtebaulichem, geschichtlichem Kontext gerissen, und verkehrstechnisch total deplaziert??

Bei allem plädiere ich nicht für Zersiedelung, sondern gegen das Gejammer der Großstädte, wenn mal gerade Rezession ist und man davor nicht gespart, sondern das Geld zum Fenster hinausgeworfen hat.

Das wiederrum finde ICH nachvollziehbar :)

Aber nur solange es stimmt, dass die dummen Großstädte einfach nur geprasst haben, während die kleinen aber feinen schlauen Kleinstädte im Umland einfach ihr Säckel zugemacht haben. Haben sie das vielleicht hier und da auch auf Kosten der Großstädte?

Jetzt habe ich mir die Finger fusselig getippt, den Rest beantworte ich später................

Chewbacca
23.12.2004, 14:04
Der Unterschied liegt irgendwie auch im Planungsansatz:
- Glauben wir (meinetwegen durch Gutachten) ein Optimum der Siedlung zu kennen und wollen dieses geglaubte Optimum langfristig von oben durchsetzen (weil die Gemeinden freiwilig nichts aufgeben).

So, es kann weitergehen, die Fingerchen machen wieder mit :


- oder lassen wir es sich dezentral entwickeln, natürlich nicht ungeplant, aber demokratisch. Solange Städte selbständig sind, kann man - auch wenn es noch so schön wäre - bis auf Instrumentarien wie Regionalpläne ihnen kaum vorschreiben, daß sie nun zugunsten des Zentrums auf etwas verzichten müssen. Demokratisch heißt, daß den Städten etwas zum Ausgleich gegeben werden muß, sonst willigen sie nicht ein, Verhandlungsprozesse.

1.Natürlich sollte es sowas wie eine Zielvorstellung geben, sonst braucht man sich ja hier nicht weiter drüber zu unterhalten.....
Diese liegt meines Erachtens aber nicht in erster Linie darin,"ein Optimum der Siedlung zu kennen", sondern offensichtliche Fehlentwicklungen zu beseitigen/korrigieren. Du kannst, wenn du die Frankfurter Regionalpresse, insbesondere die Kommentare in der Frankfurter Rundschau liest lesen, dass im Moment die schlimmste Crux hier darin liegt, dass die gesamte Region zwar Ihren guten Willen bekundet, aber wegen heilloser Zerstrittenheit über jedes auf einer Gemarkungsgrenze gelegte Hühnerei zu jeglicher Art von konzertierter Aktion komplett unfähig ist.
Ich wage mal die Behauptung, dass beispielsweise die Aktion der Eschborner ein Ausdruck der Tatsache ist, dass man langsam ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass nicht mehr die Frage, auf wessen Kosten sich die Region insgesamt am besten entwickelt, sondern es im allgemeinen Interesse ist, dass sie das überhaupt tut. Du könntest aber auch durchaus recht damit haben, dass es auch einen Versuch darstellt, sich gleichzeitig moralisch von dem Zwang zu dem "Konzert" freizukaufen. Das widerspricht sich ja beides nicht.
Aber es bleibt ein Fortschritt gegenüber vorher.

2. ist es nicht undemokratisch, Entscheidungen und Kompetenzen auf eine andere demokratisch legitimierte Ebene abzutreten.
Die Implikation, dass diese nur über undemokratische Verfahren umgesetzt werden könnten, nur weil die dazu notwendigen Entscheidungen nicht mehr auf der Ebene der Städte getroffen werden müssen, sehe ich anders. Undemokratisch (und darauf hast du ja indirekt selber schon hingewiesen) ist eher dieVorgehensweise der Eschborner, ihr Gewissen per Almosen zu beruhigen.





Was mir am letzteren gefällt, ist daß es mehr Wettbewerb auslöst. Gemeinde gegen Gemeinde, da müssen die Ortsräte kreativ werden.

Was mir daran missfält, ist, dass die Städte (zumindest hier im Rheinmaingebiet), anstatt sich zusammenzusetzen und Strategien für den interregionalen Wettbewerb zu entwickeln, sich gegenseitig im itraregionalen Wettbewerb zu übertrumpfen versuchen, (zumindest stellt sich mir die Situation nach dem, was ich so in den Zeitungen lese so dar) und der sich kreativ darin erschöpft, sich gegenseitig steuerlich zu unterbieten.

Du kennst vielleicht die These, daß in einem ins Jahr 1492 versetzten EU-Europa , wo Forschungsprojekte zentral bewilligt werden, Amerika nie entdeckt worden wäre. Nachdem nämlich Kolumbus mit seiner Idee des Westwegs in Portugal ziemlich verständlich abgeblitzt war, verdingte er sich für die Spanier und eröffnete ihnen die Neue Welt. Heureka. Mir geht´s ums Prinzip, um die Bedingungen von Planung und nicht gegen Planung.

Die These kannte ich nicht.
Ich bin nicht so ein Geschichtscrack, hilf mir auf die Sprünge:
Habe ich das richtig verstanden? : Ziemlich verständlich abgeblitzt ist Kolumbus bei den Portugiesen, weil die im Gegensatz zu all den anderen Europäern kein Intersse daran hatten, dass irgendjemand den Westweg nach Indien entdeckt, weil sie schon als einzige den östlichen Weg um Afrika kannten?
Man könnte also genausogut argumentieren, dass , wenn nicht nur Portugal, sondern eine den nationalen portugiesischen Interessen übergeordnete Institution hätte entscheiden müssen, Kolumbus schon beim ersten Anlauf gar nicht erst abgeblitzt wäre? ;)

Max BGF
27.12.2004, 18:25
@Chewbacca, jetzt nur dazu, in der Hoffnung das noch richtig zusammenzukriegen:
Ich bin nicht so ein Geschichtscrack, hilf mir auf die Sprünge:
Habe ich das richtig verstanden? : Ziemlich verständlich abgeblitzt ist Kolumbus bei den Portugiesen, weil die im Gegensatz zu all den anderen Europäern kein Intersse daran hatten, dass irgendjemand den Westweg nach Indien entdeckt, weil sie schon als einzige den östlichen Weg um Afrika kannten?Das ist gut gedacht, aber es war so:
Die Portugiesen waren zu jener Zeit mit Abstand die am weitesten entwickelte Seefahrernation, auch theoretisch-wissenschaftlich. So lehnten sie verständlicherweise Kolumbus´ Pläne ab, weil er zuwenig Vorräte für einen zu findenden Westweg nach Indien eingeplant hätte. Geschickterweise hat Kolumbus dann das nähere Amrika gefunden...

kind
01.01.2005, 18:03
FAZ:

http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E7B586BFB9AD14D60ADF8934CF1EE87 08~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Stadtparlament fordert Regionalkreis


30. Dezember 2004 Ohne Debatte und damit fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich das Frankfurter Stadtparlament wenige Tage vor Weihnachten zum ersten Mal regionalpolitisch positioniert: Gegen die Stimmen der CDU setzte die Mehrheit von SPD, Grünen und FDP durch, daß die Stadt von der Landesregierung die Schaffung eines Regionalkreises Rhein-Main mit einem direkt gewählten Parlament fordert - und zwar schon bis zur nächsten Kommunalwahl im Frühjahr 2006. Die Fraktionen folgten damit einem Antrag der Grünen, die denn auch die Entscheidung als "enormen Fortschritt in der Regionaldiskussion" werteten. Die Forderung der CDU, daß Frankfurt das von Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) geforderte Stadtkreis-Modell unterstützen solle, wurde abgelehnt.


Wie der Grünen-Politiker Stefan Majer jetzt erläuterte, hat es in den vergangenen Monaten zahlreiche Versuche der Fraktionen im Viererbündnis gegeben, sich auf eine gemeinsame Position zu verständigen. Seiner Ansicht nach wäre das möglich gewesen. Denn einig sei sich der Vierer, daß die Region eine verfaßte Struktur benötige und nicht die im Ballungsraumgesetz vorgegebene Verteilung regionaler Aufgaben auf zahlreiche Verbände und Gesellschaften wolle. "Wir brauchen nicht für jedes Thema einen neuen Verein." Die Verwaltung müsse vereinfacht werden. In ihrem Antrag und mit ihrem Modell eines Regionalkreises forderten die Grünen denn auch, daß es künftig nur noch drei Verwaltungsebenen geben solle: Kommune, Regionalkreis und Land.

[...]

Das Stadtkreis-Modell der Oberbürgermeisterin und der Frankfurter CDU sieht vor, neben Frankfurt noch 25 weitere Kommunen zu einem neuen Landkreis zusammenzufassen, der von Hanau bis Hochheim, von Bad Vilbel bis Neu-Isenburg reicht. Das Regionalkreis-Modell hingegen umfaßt die kompletten Landkreise von Main-Kinzig bis Rheingau-Taunus, von Limburg-Weilburg bis zum Kreis Offenbach.

Dem Vernehmen nach war die Frankfurter CDU, die mit ihrem Stadtkreis-Modell bereits Position gegen die CDU-Landesregierung und deren regionalpolitische Vorstellungen bezieht, zu keinem Kompromiß in Richtung des rot-grünen Regionalmodells bereit.

[...]

Die Grünen im Römer bedauern nach Angaben Majers, daß kein Kompromiß in Frankfurt gefunden werden konnte. Zumal die Position der CDU den Kontakt zu den Nachbarkommunen erschwere: "Der Ton macht die Musik." Das Stadtkreis-Modell sei in seinem Zuschnitt so eng gefaßt, daß es vom Umland als "Rosinenpickerei" empfunden werden müsse, da vor allem die steuerstarken Kommunen im Ballungsraum ausgewählt worden seien. Der Schritt zur Eingemeindung sei bei diesem Modell nicht weit. (mch.)

R@ptor
01.01.2005, 18:28
Habe, ich das jetzt richtig verstanden...Offenbach, Hanau und viele andere Gemeinden sollen zukünftig in einem Stadtkreis mit Frankfurt sein, sprich eingemeindet werden, so dass Frankfurt die 5. deutsche Millionenstadt ist. Oder habe ich da was falsch mitbekommen?

kind
01.01.2005, 18:44
Habe, ich das jetzt richtig verstanden...Offenbach, Hanau und viele andere Gemeinden sollen zukünftig in einem Stadtkreis mit Frankfurt sein, sprich eingemeindet werden, so dass Frankfurt die 5. deutsche Millionenstadt ist. Oder habe ich da was falsch mitbekommen?

Soweit ich weiß wären gemeinsame Flächenplanung, ÖPNV, Verkehrsplanung, Standortmarketing, Feuerwehr, Müllabfuhr, Schulen, Kultur, Wirtschaftsförderung usw. Aufgaben des Stadtkreises geworden. Die Kommunen wären rechtlich selbstständig geblieben.

Aber anscheinend ist diese Idee jetzt sowieso vom Tisch, weil sich die FRankfurter SPD, Grüne und FDP für einen Regionalkreis einsetzen wollen.

Max BGF
02.01.2005, 06:18
Wo gibt es schon Regionalparlamente?