Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rund um Kudamm und Tauentzien
Das Tier
04.03.2005, 01:48
Ich eröffne mal einen neuen Thread, da der "City West Ansichten/Update"-Thread mittlerweile sehr unübersichtliche Dimensionen angenommen hat und darüberhinaus ja ursprünglich mal als Foto-Update-Thread gedacht war.
Dann will ich auch gleich mal beginnen:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/04.03.2005/1681180.asp#art
"Royal-Palast weicht Kauf-Palast
Europa-Center-Chef will das Kino abreißen
Für eine Wiederbelebung des Kinos Royal-Palast im Charlottenburger Europa-Center gibt es anscheinend keine Chance mehr. Weil Gespräche des Vermieters mit potenziellen Kinobetreibern erfolglos blieben, soll das seit April 2004 geschlossene Filmtheater bald einem sechsstöckigen Kaufhaus-Neubau weichen. Am Mittwochabend erläuterten Christian Pepper von der Eigentümergesellschaft des Europa-Centers und Architekt Sergei Tchoban die Neubaupläne vor Bezirkspolitikern. Diese hatten bislang auf eine Neueröffnung des traditionsreichen Kinos gehofft.
..."
stativision
04.03.2005, 09:54
und ich weine...
schade um (zumindes damals) europas größte leinwand.
In der Morgenpost von heute war eine Simulation des Gebäudes abgebildet.
Fügt sich eigentlich ganz gut ein.
Auf jeden Fall ne Verbesserung zum braunen, fensterlosen Royal-Palast.
Nur schade das die großen Filmplakate wegkommen...
Hat jemand vielleicht die MoPO und nen funktionierenden Scanner? meiner ist leider momentan kaputt.
Je mehr vom Europapalast wegkommt desto besser. Auch wenn der Bau unter Denkmalschutz steht, häßlich ist er dennoch.
Bedauerlicher finde ich es, wenn Kinos wie das Leipziger Kapitol oder die Düsseldorfer Lichtburg verschwinden, Kinos, die teilweise 70 bis über 90 Jahre alt sind und noch den Flair der Goldenen 20er vermitteln. Gott sie Dank konnte Essens Lichtburg gerettet werden.
Je mehr vom Europapalast wegkommt desto besser. Auch wenn der Bau unter Denkmalschutz steht, häßlich ist er dennoch.
Bedauerlicher finde ich es, wenn Kinos wie das Leipziger Kapitol oder die Düsseldorfer Lichtburg verschwinden, Kinos, die teilweise 70 bis über 90 Jahre alt sind und noch den Flair der Goldenen 20er vermitteln. Gott sie Dank konnte Essens Lichtburg gerettet werden.
Es gab sogar eine Sendung im dritten Programm (WDR )am letzten samstag abend den 5 Maerz um 20.15 Uhr ueber Essen: dann gas es da auch einen beitrag uber die Lichtburg. Hast du das Programm noch gesehen???
Das Tier
10.03.2005, 23:12
Das sind doch mal gute Nachrichten :daumen: :
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/11.03.2005/1694451.asp#art
"Saturn und Adidas ziehen in die Tauentzienstraße
Elektronikhändler plant eine große Dependance im Europa-Center, Sportartikelhersteller ein eigenes Geschäft im Salamander-Haus
Von Cay Dobberke
Rechtzeitig vor der Fußball-WM 2006 kommt die Tauentzienstraße in der City-West zu neuem Glanz. Eine Hauptrolle spielt dabei der WM-Sponsor Adidas: Nach Tagesspiegel-Informationen will der Konzern aus Herzogenaurach im Herbst ein Sportkaufhaus im ehemaligen Salamander-Haus an der Ecke Marburger Straße eröffnen – schräg gegenüber vom Konkurrenten Niketown. Der Mietvertrag ist schon unterschrieben, wie Firmensprecher Oliver Brüggen bestätigte.
..."
Noch mehr Infos zu Saturn und Adidas:
14.2.05 Morgenpost http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/03/14/bezirke/741115.html
Also:
- Saturn sagt gar nichts zu dem Projekt
-allerdings sind für das neu geplante Gebäude schon Verträge Unterschrieben (mit wem auch immer) nur steht die Baugehnemigung noch aus, deshalb wahrscheinlich die Zurückhaltung.
-Der Saturn hätte( wenn er denn Mieter wird ) eine Fläche von 12.000 m²
diese Fläche kann nur dadurch geschaffen werden, dass in den alten Kinosaal fünf Geschosse ingezogen werden
- Adidas will schon im Herbst mit einem "völlig neuen" Geschäftskonzept eröffnen
Das Tier
15.03.2005, 22:55
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/16.03.2005/1704694.asp#art
"Rekordumsatz bei Wall
Stadtmöblierer will jetzt den Ku’damm vernetzen
Noch steht der Kurfürstendamm eher für Pelzläden als für multimediale Shopping-Events, aber das will Stadtmöbel-Hersteller Hans Wall ändern: Mit einer Kombination aus 14 Info-Terminals, Plakatwerbung, drahtlosem Internetzugang und SMS-Diensten will er die Einkaufsstraße attraktiver machen. So sollen sich Kunden auf der Straße beispielsweise Rabattcoupons aufs Handy holen und gleich im nächsten Laden einlösen können. Wie das genau funktioniert, wird im April vorgeführt und auf der Website www.bluespot.de erklärt.
..."
Habe mir heute mal die Baustelle am Stiller Haus angeschaut.
Wird auch wirklich dran gearbeitet, toll ;-) Das Gebäude ist ziemlich komplett entkernt und hat auch keine Fassade mehr (Jedenfalls in den ersten beiden Etagen).
Des Weiteren ist mir eine Baustelle in der Passauerstr ( Peek&Cloppenburg) aufgefallen, da ist die ganze Fassade eines Altbaus eingekleidet, weiß darüber jemand was?
@Jo-King: Was 12000m2, das ist ja das doppelte von dem Makromarkt am KuDamm und der ist glaube ich der groesste Elektronikmarkt in ganz D, war er jedenfalls mal bei der Eroeffnung (wie hiess er damals nochmal?).
Wahrscheinlich sind das aber nicht reine Verkaufsflaechen nehme ich an?
stativision
19.03.2005, 09:12
Was 12000m2, das ist ja das doppelte von dem Makromarkt am KuDamm und der ist glaube ich der groesste Elektronikmarkt in ganz D
Ich dachte, der Saturn in Hamburg wäre das. Kommt mir auf jeden Fall größer vor als die Makromarkt (der auf mich gar nicht so riesig wirkt). Oder der Saturn in Köln, wenn man die zwei Häuser (Elektro+Media) zusammenzählt...
Und wären die 12.000m² bebaute Fläche, oder Verkaufsfläche?
In dem Artikel den ich gepostet habe heißt es:
"Die Größe der Fläche (12 000 Quadratmeter) sei kein Hinderungsgrund. Der weltgrößte Saturn-Markt an der Hamburger Mönckebergstraße habe sogar 18 000 Quadratmeter."
12.000 Verkaufsfläche, allerdings damit noch lange nicht der größte
stativision
19.03.2005, 10:34
naja, es war ja nur ne frage der zeit, bis Saturn Media Mark nachzieht, der ja vor kurzem an der Wilmersdorfer neu eröffnet hat.
ist aber ok, bis jetzt gibt's ja nur recht wenige dieser Märkte innerhalb des Rings. Mit 12.000m² dürfte auf jeden Fall der größte Berliner Elektro-Discounter errichtet werden.
War gestern mal shoppen am Ku'damm, beim Stiller Haus ist keine Veränderung bemerkbar, allerdings ist neben dem Straßentunnel schon reichlich Sand aufgeschüttet, kann aber auch sein, dass das von den Beeten kommt, die ja auch abgeschafft werden.
beim Stiller Haus ist keine Veränderung bemerkbar
ich weiß nicht was für ne veränderung du dir erhoffst. die fassade bleibt bestehen. eröffnung ist erst mitte 06.
so solls dann aussehen...
http://img164.exs.cx/img164/568/tauentzienappelrathcpper0012xl.jpg
el mariachi
31.03.2005, 00:17
Den Bau würde ich in Stuttgart als provinziell, hässlich und einfallslos einstufen.
provinziell, hässlich und einfallslos
welch besserer standort also als der tauentzien? ;)
el mariachi
31.03.2005, 00:35
Es gibt ja noch Mitte.
Ich verstehe auch nicht, warum wir Deutschen dogmatisch an der Traufhöhe festhalten. Unsere Altstädte sind untergegangen und die Nachkriegsarchitektur hässlich. Unsere zerstörten, hässlichen Städte sollten Experimentierfelder für die moderne Architektur werden. (Dies gilt besonders für die City West.)
ich meine das Haus, links vom Stiller Haus. hab mich nicht genau genug ausdedrückt.
Das Gebäude ist momentan relativ komplett entkernt, wie die Fassade dort aussehen wird, weiß ich nicht.
Ich glaube, es ist das Gebäude, in das Adidas ziehen will, oder ist das das Stiller-Haus?
Meinst du das Salamander-Haus...?
Meinst du das Salamander-Haus...?
Ja, ich denke schon, stimmt, Salamnder-Haus. Hast du da irgendwelche Pläne, Renderings etc?
Ich hab jetzt mal nachgeschaut und folgenden Link gefunden( http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/wissenswertes/lexikon/salam_h.html)
Da wird nur die Situation berschrieben, das Haus wurde ja erst 1992/93 umgebaut, und zwar nach Plänen von GMP, ob da ein Umbau notwendig war??
Jedenfalls wird die Fassade neu gestaltet...
Beim jetzigen Umbau im Innern soll auch die Glasfassade verändert und die Arkaden geschlossen werden. "Die Fassadendarstellung im Salamanderhaus wird noch attraktiver als jetzt", sagte Retail-Manager Kurt-Michael Lange.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/03/11/berlin/740412.html
Hab jetzt noch etwas zu einem anderen Projekt der Stoffel-Holding gefunden, die am Ku'damm 38/39 ein Haus errichtet
http://www.stoffelholding.de/media/dbmedia/produkte/Kurfuerstendamm.jpg
Quelle: www.Stoffel-Holding.de
Das Tier
01.04.2005, 13:36
http://www.stoffelholding.de/media/dbmedia/produkte/Kurfuerstendamm.jpg
Ist ja eigentlich ganz passabel, da ist am Kudamm schon schlimmeres gebaut worden. Vor allem, wenn man bedenkt, was für `ne Baracke da vorher stand.
Das Tier
01.04.2005, 13:49
http://www.tagesspiegel.de/brandenburg/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.04.2005/1732281.asp#art
"Das ist die Höhe
Das Europa-Center bekommt wieder einen Aussichtspunkt – im 20. Stock
Das Europa-Center wird 40 Jahre – und bekommt eine alte Attraktion in neuer Form zurück: Das 21-stöckige Bürohochhaus, das zu dem Einkaufszentrum am Charlottenburger Breitscheidplatz gehört, erhält wieder einen Aussichtspunkt. Voraussichtlich ab Mitte Juni werden die Besucher aus den Räumen in der 20. Etage einen Rundum-Blick aus 80 Metern Höhe genießen können.
...
Neben dem Fernblick aus dem 20. Stock könnte auf dem Dach und in der obersten Etage eine weitere Sehenswürdigkeit entstehen. Gerüchten zufolge geht es um einen Flugsimulator für virtuelle Rundflüge über Berlin; Center-Chef Pepper will dazu allerdings noch nichts sagen, solange die Genehmigung aussteht.
...
...Das geschlossene Kino Royal-Palast soll abgerissen werden. Die Zustimmung des Bezirksamts und der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Charlottenburg-Wilmersdorf scheint mittlerweile sicher, nach der CDU und der FDP hat nun auch die SPD-Fraktion ihr Okay signalisiert.
..."
Das ist doch mal eine sehr schöne Nachricht, eine Aussichtsplattform an dieser Stelle könnte sehr interessant sein, vor allem läßt sie ganz neue Fotoperspektiven, z.B. vom PP, zu. Auch der Flugsimulator könnte, wenn gut gemacht, eine schöne Sache sein. In der Printausgabe ist auch eine Simulation von dem Royalpalastersatz, ist leider nicht übermäßig spektakulär(Glas über Glas), soweit man das auf der kleinen Abbildung erkennen kann. Leider bin ich momentan nicht zu Hause und kann das Bild, deshalb nicht einscannen. Hier ist wenigstens `ne kleine Version, ich weiß die Qualität ist sch****, aber mehr hat mein Handy, trotz 1 MP, nicht hergegeben.
http://dastier.dtsb.de/Fotos/Div/EuCen.jpg
Ich freu mich schon, wenn das endl. fertig ist! Wenn man bedenkt, was bisher dort stand, ist es ja fast ein Palast! Ein kleines "aber" muss aber sien: Wieso wieder nur eine Farbe? Hätte man nicht zwei Materialien nehmen können? Z.B. für den Sockel, die Felder unter den Fenstern oder die horzontalen Bänder....?
Hab jetzt ein Bild von der "neuen" Fassade. Bahnbrechende Veränderungen sind mir jetzt nich so aufgefallen:
http://img13.exs.cx/img13/7138/dscn38585yt.jpg
http://img13.exs.cx/img13/8792/dscn38592xa.jpg
Freue mich ehrlich gesagt über den Abriss des Royal-Palastes anscheinend ist es ja so gut wie sicher, das Saturn in den Neubau einzieht ( jedenfalls haben sie von irgendjemandem unterschriebene Verträge = Für so eine Große Fläche kommt
eigentlich nur ein Elektor-Fachmarkt in Frage).
Würde mich über edle Fassade ebenso freuen wie Ben.
Die Aussichtsetage ist eine sehr gelungene Idee, auf die Sache auf dem Dach bin ich sehr gespannt, was wäre denn mit nem Riesenrad?
Nee, nicht wirklich...Ist ja aber nicht so schlimm...Wenigstens kommt da was vernünftiges rein, und kein 99Cent-Ramsch-Laden, wie so oft in letzter Zeit...
Hier mal der Vergleich:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/pix/baubilanz/geschaeftsgebaeude/salamander_haus.jpg
Quelle:http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/baubilanz/en/salamander_haus.html
danke jo.
http://www.stoffelholding.de/media/dbmedia/produkte/Kurfuerstendamm.jpg
ist das denn überhaupt schon im bau? wg. fertigstellung '05...
stoffel plant doch glaub ich auch das motel one neben dem theater d. w. ... da ist doch auch noch nichts passiert, oder? und planen die nicht auch das ekz das gerade verschoben wurde?
wenn die mal keine finanzprobleme haben...
das salamander-haus? mal abwarten.
Ja ist es, sogar bald fertig, jedenfalls was den Rohbau betrifft - ging wirklich zügig gerade in den letzten Wochen.
cheers matte. neuer mieter ist "plus". na ja, das haus ist wirlich schön.
Plus!?! Na, das hat der Ku'damm auf dieser Höhe gebraucht...:rolleyes:
Das Tier
03.04.2005, 13:19
Plus!?! Na, das hat der Ku'damm auf dieser Höhe gebraucht...:rolleyes:
Ich weiß nicht was Du hast, ist doch super man kann sich bei Monsieur Albert einen Kaschmirpullover für 300 € kaufen und muß dann nur noch die Straßenseite wechseln, um sich bei Plus `ne billige Pizza zu kaufen:D.
Nee jetzt mal im Ernst, wenn schon unbedingt einen Supermarkt auf dieser Kudammhöhe, dann doch bitte einen in der Art des Reichelts an der Mecklenburgischen.
Es gibt doch außerdem Kaisers und EDEKA gleich um die Ecke...
Die Vivico Real-Estate hat ein 53.000 qm Grundstück am oberen Ende des Ku'damms, in Berlin-Halensee an die Lutz Gruppe verkauft. Diese will dort ein Möbel Mitnahme Kaufhaus errichten.
http://www.vivico.de/php/PresseMeldung.php?lang=d&id=125
Hab noch einen Artikel gefunden (26.3.05; http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/03/26/bezirke/743461.html)
Es handelt sich um ein Möbel Neubert, allerdings wollen die jetzigen Mieter nicht so einfach weichen. Mal schauen...
Noch ein Bild von der Modernisierung des U-Bahnhofs Wittenbergplatz, rechts im Bild noch eine Baustelle:
http://img183.exs.cx/img183/8336/dscn38621vb.jpg
Das Tier
05.04.2005, 20:05
Die Vivico Real-Estate hat ein 53.000 qm Grundstück am oberen Ende des Ku'damms, in Berlin-Halensee an die Lutz Gruppe verkauft. Diese will dort ein Möbel Mitnahme Kaufhaus errichten.
http://www.vivico.de/php/PresseMeldung.php?lang=d&id=125
Hab noch einen Artikel gefunden (26.3.05; http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/03/26/bezirke/743461.html)
Es handelt sich um ein Möbel Neubert, allerdings wollen die jetzigen Mieter nicht so einfach weichen. Mal schauen...
Old!!!:D
http://deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=79759&postcount=48
bauen die eigentlich nur im kadewe alles um o. ist auch fassadenmäßig was geplant?
Die Fassade des KaDeWe steht unter Denkmalschutz, was willst du da umbauen?
Z.B. diese hässl. 70er-Jahre-Vordächer...
stativision
07.04.2005, 14:05
Z.B. diese hässl. 70er-Jahre-Vordächer...
Du meinst, die über den Schaufenstern? Ist zwar nicht direkt die Fassade, könnten aber wirklich ab/ersetzt werden...
Soweit ich weiß, ist nur eine Modernisierung im inneren vorgesehen.
Auf der KadeWe Homepage steht:Zugleich bauen wir die Verkaufsetagen des KaDeWe schrittweise um und gestalten sie mit einer innovativ auf den Markenanspruch des Hauses ausgerichtete Innenarchitektur und Einrichtung neu.
aber leider nix von Fassade. Man muss ja auch nicht an der Fassade rumoperieren, aber mal mit nem Sandstrahl drübergehen müsste doch zum 100 drin sein. :lach:
Z.B. diese hässl. 70er-Jahre-Vordächer...
z.b.
schön wär auch wenn sie das rote "plastikdach" durch schwarze ziegeln ersetzen würden. :o nicht das ich daran glauben würde.
gg. ne fassadenreinigung (von der ich nicht weiß wie effektiv sie wäre) hätte ich auch nichts einzuwänden. aber karstadt muss ja sparen.
die pr-generierten vergleiche mit bergdorf-goodman, barney's, harvey nichols, harrod's, lafayette (in paris), printemps o. auch nur selfridges werden auch nach dem umbau sehr wahrscheinlich nur anmaßung bleiben, wenn man sich den laden von der karstadt-hausarchitektin aus essen umbauen lässt.
so'n paar mini dior und chanel-counter (taschen, accessoires only) machen kein luxus-kaufhaus.
stativision
07.04.2005, 15:10
schön wär auch wenn sie das rote "plastikdach" durch schwarze ziegeln ersetzen würden. :o nicht das ich daran glauben würde.
Um Gottes Willen kein schwarzes Dach! Sähe fürchterlich aus. Mal davon abgesehen, dass es vom Boden eh keinen großen Unterschied macht, ob es Plastik oder Ziegel ist.
so'n paar mini dior und chanel-counter (taschen, accessoires only) machen kein luxus-kaufhaus.
Für Deutschland-Verhältnisse schon.
Mal davon abgesehen, dass es immerhin historisch gesehen mit den Kaufhäusern mehr als mithalten kann (jaja, die guten alten Zeiten ;))
Ich fände es nicht schlecht, wenn man es im Innern ein wenig an die Kaufhäuser der Jahrhundertwende anpassen würde und alles etwas nobler erscheinen lässt.
Wusste gar nicht, dass das Dach aus Plastik ist, dann wären Ziegeln wirklich wünschenswert... aber bitte historisch korrekt in rot.
Echte Konkurrenz zu Harrod's oder zum LaFayette hätte evtl. ein rekonstruiertes Wertheim am Leipziger, da der Name noch einen super Ruf hat (wenn Karstadt sein Wertheim am Ku'damm umbenennt, verstehe sowieso nicht, wieso die Wertheim-Erben das zulassen) und außerdem die entsprechende Inneneinrichtung hatte.
stativision
08.04.2005, 09:56
Wusste gar nicht, dass das Dach aus Plastik ist, dann wären Ziegeln wirklich wünschenswert... aber bitte historisch korrekt in rot.
Ich weiß auch nicht, ob das wirklich so ist... Hab's einfach mal geglaubt. Quellen zu solchen Aussagen wären übrigens immer ganz gut.
Ob Wertheim (auch am Leipziger Platz) einen besseren Namen als das KaDeWe hätte, würde ich übrigens bezweifeln. Dazu sind die momentanen Wertheims einfach zu billig.
Wirklich luxuriös finde ich im KaDeWe aber immer noch die Lebensmittelabteilung.
Also, ich glaube daß das KaDeWe sehr wohl eine Konkurrenz zu Harrod's und erst recht zum LaFayette ist - hat doch kein europäisches Warenhaus so viele Artikel im Sortiment!
Was uns fehlt sind die internationalen Shoppingtouristen, was aber an mangelhaften Flugverbindungen und dem noch stark verbesserungswürdigem internationalem Auftritt Berlins liegt - aber Ihr seht ja selbst was im Berlin-Forum los ist, nur Posemuckelsch . . . :Nieder:
Also, ich glaube daß das KaDeWe sehr wohl eine Konkurrenz zu Harrod's und erst recht zum LaFayette ist - hat doch kein europäisches Warenhaus so viele Artikel im Sortiment!
yep, masse.! aber klasse?
harrod's, harvey nichols u. das pariser lafayette sind luxustempel. der departmenstore im q206 ist ähnlich exclusiv wenngleich nicht mehr als ein mini-store. das kadewe ist ein gutbürgerliches haus. massenkompatibel. ein größeres bloomingdales oder il corte ingles. und selbst deren flagships haben teilweise wesentlich hochwertigere sortimente. was im kadewe unter luxus u. designerkleidung fungiert ist volksverdummung.
marken die mit "high fashion" absolut nichts zu tun haben. zweitlinien der designer - franchise-kolletionen, (d.h. so'n zeug von pucnto von akris, d&g von dolce & gabbana, polo von ralph lauren, collezioni von armani.)oder geschmacklosigkeiten von escada oder bogner. sachen die du in keinem "fashion conscious" laden auf der welt finden würdest. bei bergdorf, der pariser lafayette-niederlassung und harrod's gibt's ready-to-wear (nicht bloß handtaschen wie im kadewe) von den großen (chanel, valentino, givenchy, etc.) und den wirklch teuren und exclusiven (alaia, roger viviet, pellat-finet, miyake, u.a.) - die kollektion jedes designers auf dem erdball und bestimmt nichts von gerry weber o. marc cain - industriell gefertigter mittelklassiger ramsch aus baden-württemberg mit pseudo-engl. o. -franz namen.
sorry, aber der vergeich bleibt eine grenzenlose anmaßung. i'm done. :)
Das Tier
27.04.2005, 01:08
Am Breitscheidplatz gehts jetzt los, es wird gebaut:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/volltext.shtml?/nachricht1897.html
"Umbau des Breitscheidplatzes und der Budapester Straße
26.04.05
Ab Dienstag, den 3. Mai, werden am Breitscheidplatz in Charlottenburg die beiden Fahrspuren des Tunnels in Richtung Osten gesperrt. Die Sperrung erfolgt im Rahmen der Umbaumaßnahmen am Breitscheidplatz.
Der Verkehr wird für maximal ein Jahr auf eine provisorische Fahrbahn umgeleitet. Der Tunnel wird im Rahmen der Umbaumaßnahmen zugeschüttet. Ab 2006 fließt der Verkehr oberirdisch auf zwei Spuren in Richtung Osten auf der ehemaligen Tunnellage und daneben auf zwei Spuren in Richtung Westen, zuzüglich einer Busspur.
..."
Wieso hat man eigentlich überhaupt diesen Tunnel gebaut? :confused:
nitsche86
28.04.2005, 14:29
Hhhhm viel besser sieht der Breitscheidplatz immer noch nicht aus.
Die 50er Jahre Fassaden sollten die mal wegmachen (z.B. vor dem Europacenter) und das Bikinihaus umbauen oder neu bauen, sieht extrem hässlich aus, besonders weil dieser Platz viel Potenzial hat...
Hhhhm viel besser sieht der Breitscheidplatz immer noch nicht aus.
Die 50er Jahre Fassaden sollten die mal wegmachen (z.B. vor dem Europacenter) und das Bikinihaus umbauen oder neu bauen, sieht extrem hässlich aus, besonders weil dieser Platz viel Potenzial hat...
Ich persönlich finde, dass z.B. das Bikini-Haus an sich auch sehr viel Potential hat. Mann müsste nur die Fassade mal neu gestalten bzw. überhaupt mal erneuern, dann würde das schon anders aussehen. Ich bin da ganz optimistisch, dass die Bayrische Immobilien GmBh da bald aus den Hüften kommt, da sie ja auch die Tunnel zuschüttung finanzieren. Sowas machen die ja auch nicht aus Spaß... ;)
@ das tier
könntest du den saturn-entwurf doch noch mal einscannen?
Hab den Saturn Entwurf endlich im Netz gefunden, auf irgendso einer Kino-Fan Seite... :lach: ;)
http://img182.echo.cx/img182/1762/kaufhaus2006entwurfnpstchobanv.jpg
aus der Berliner Morgenpost vom 4.3.05
Ist leider mehr vom Europa-Center zu sehen als vom Neubau...
Hmm...Ist ja keine wirkliche Verbesserung...:rolleyes:
Man muss auch bedenken, dass diese Ecke des Tauntziens eher von modernen Glasbauten ( von denen hier nicht alle Fans sind, ich weiß, ich weiß) geprägt wird ( Peek&Cloppenburg, Nike Town;
das neue Adidias Gebäude, das Gebäude mit dem neuen McDonalds).
Ich denke, dass so eine moderne, offene Fassade im Gegensatz zur Royal-Palast "Fassade" eine Verbesserung darstellt.
Och, P&C und Salamender bzw. Adidas finde eigentlich ganz gut. Die haben eben doch einen gew. "Kick", z.B. die Eckbetonung beim Adidas oder diese gewellten Glasdächer bei P&C. Dieses scheint hingegen - soweit man das auf diesem Bild beurteilen kann - einfach nur glatt gläsern zu werden. Naja, der Tauentzien ist ja eh nicht grad eine Vorzeigestraße...
Jetzt muss nur noch was anstelle des Leiser-Flachbaus ggü. des KaDeWe passieren bzw. etw. neues gebaut werden...
Die Frage ist bloß, ob dieses Bild dem Entwurf gerecht wird, wenn man sich die anderen Objekte des Architektur Büros anschaut eher nicht.
(http://www.nps-tchoban-voss.de/)
Hmm...Dass es Glas ist, ist glaube ich zieml. gut zu ereknnen, oder? Da sind echt einge gute Entwürfe bzw. Bauten dabei, z.B. dass am Ku'damm/Ecke Knesebeckstr. oder dieses Boarding Haouse am Leipziger Platz...Wieso können sie nicht auch hier diesen Stil anwenden?
Ich denke, dass es schon ein bißchen extravaganter Entwurf ist, denn sonst würden mir die Kosten von 60 Mio. Euro zu exorbitant hoch erscheinen. Ein einfacher Glaskasten sollte für die Hälfte zu haben sein, mit Abriss des Royal Palastes höchstens 35 Mio.. Also wird man auf bessere Renderings warten müssen.
Hier noch ein Bild von der gleichen Seite, ist zwar nur eine Studie, aber dennoch sehr interresant, ein Geschäftshaus auf der Stelle des Schimmelpfennighauses, vom Breitscheidplatzt aus:
http://www.nps-tchoban-voss.de/gfx/93.jpg
Den Bau würde ich in Stuttgart als provinziell, hässlich und einfallslos einstufen.
Mir ist gerade etwa aus dem Netz zu diesem Haus in die Hände gefallen...( Stiller-Haus)
Das arme Haus steht unter Denkmalschutz und deshalb muss es leider weiterhin so aussehen... ;)
danke for das pic, jo.
ich finds ganz nett. weil die ebenen ein wenig asymetrisch scheinen und weiss als kontrast zu viel glas einen tollen effekt haben kann. siehe p&c-stammhaus bei uns in d'dorf.
übrigens hat nps hat auch das mcdonald's building gebaut.
http://img67.echo.cx/img67/2545/s0172cl.jpg
Das Tier
02.05.2005, 13:39
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.05.2005/1793748.asp#art
Ohne Röhre
Morgen wird der Tunnel unter der Budapester Straße gesperrt – und dann dichtgemacht
Von Klaus Kurpjuweit
Jetzt ist es soweit: Nach langjährigen Diskussionen wird morgen der Straßentunnel unter der Budapester Straße am Breitscheidplatz für immer geschlossen. Das Bauwerk mit den zwei Fahrspuren Richtung Osten verschwindet. In Zukunft rollt der Verkehr auch hier oberirdisch. So wollen ansässige Geschäftsleute und die Stadtentwicklungsverwaltung die „Aufenthaltsqualität“ für Fußgänger in diesem Bereich verbessern und den nördlichen Bereich des Breitscheidplatzes attraktiver machen. 1,6 Millionen Euro soll der Straßenumbau kosten. Zwei Drittel der Kosten steuern Anlieger bei, 500 000 Euro gibt es als Zuschuss vom Senat. Hinzu kommen weitere 1,6 Millionen Euro für Arbeiten auf dem Breitscheidplatz, die das Land tragen muss.
..."
Jetzt gehts also los. :daumen:
Das Tier
02.05.2005, 13:42
Wieso hat man eigentlich überhaupt diesen Tunnel gebaut? :confused:
Die Antwort auf diese Frage gibt der zuletzt von mir gepostete Artikel:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox-neu.php?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.05.2005/1793748.asp#art
"...
Der Tunnel ist verkehrsmäßig schon lange überflüssig geworden. Er war zu Beginn der 60er Jahre gebaut worden. Damals wurde der Platz grundlegend umgebaut und der bisherige Kreisverkehr rings um die Gedächtniskirche aufgegeben. Eine so genannte Schnalle vor dem Europa-Center verband den Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße mit der Budapester Straße. Beim Einbiegen auf die Budapester Straße sollte der Verkehr Richtung Osten nicht stören und wurde deshalb in einen Tunnel geführt. Bei einem weiteren Umbau des Platzes 1977/78 wurde die „Schnalle“ dann geschlossen, der Tunnel aber blieb. So mussten auch Fußgänger beim Überqueren der Budapester Straße nur die Fahrbahnen Richtung Westen überqueren.
..."
auf dieser seite kann man denn bauvorgang verfolgen:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/staedtebau-projekte/breitscheidplatz/
Ach Mensch, manche lernens nie.
Da kommt einer und will der Stadt seine Kunstsammlung präsentieren, dafür ein kauft er ein Haus, dass will er umbauen, damit sich sein Museum aber trägt, will er Büro's bauen, dafür muss das Haus eine Gewisse höhe haben, sagen wir einfach mal etwa 40 m. Da kommt der Bezirk und ist schockiert über die Höhe, schlägt stattdessen erstmal 21 m vor. Und so weiter und so fort.
Ist ein recht prominentes Grundstück, direkt hinter dem 60m Neubau an der Joachimsthalerstr... :nono: :nono: :nono: :nono:
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/05/08/bezirke/752381.html
ist auch ein Photo des bestehenden, zu "erweiternden" Gebäudes mit im Artikel.
Kann man denn nicht erst Mal klären, wie hoch man bauen will und darf, damit man weiß, ob man es auch wirklich haben will bevor man es kauft?! :confused:
WIe auch immer, ich hoffe, dass man ihn nichts draufbauen lässt. Was er im Hinterhof macht, ist mir rel. egal.
Ich hoffe ja mal stark, dass gar nicht gebaut wird, denn das Gebäude sieht so gut aus, Glasummantelung oder ähnliches machen es nur noch häßlicher...
... aber selber Schuld würde ich sagen, wenn man vorher nicht nachfragt.
mal wieder ne nette provinzposse. :nono:
mit irgendwas muss sich ja der beamtenstaab die zeit (und investoren) vertreiben.
Die erste neue Bank auf dem Breitscheidplatz steht. Sie ist rund, bietet angeblich 20 Leuten Platz und ist aus Granit. Sechs weitere Bänke sollen folgen.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/05/09/bezirke/752557.html
Vlt. kann ja mal jemand ein Photo machen.
Das Tier
11.05.2005, 00:35
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/446795.html
"Statt fünf Sterne nur noch drei
Neue Hotelpläne für die Nürnberger Straße / Kaufhaus P&C will sich vergrößern
Birgitt Eltzel
SCHÖNEBERG. Seit fast fünf Jahren stehen Dutzende Läden in der Nürnberger Straße leer - Folge eines gescheiterten Bauprojekts. In den früheren Räumen der Senatsfinanzverwaltung an der Nürnberger Straße 50-56 wollte Hotelgigant Ekkehard Streletzki gemeinsam mit seinem Sohn Julian das Fünf-Sterne-Haus Monopol errichten. Doch aus den Plänen wurde nichts, die eigens gegründete Firma Strehlhaus KG ging im Sommer 2004 in die Insolvenz. Jetzt gibt es wieder Hoffnung auf eine Belebung der einst viel besuchten Nebenstraße von Tauentzien und Kudamm.
..."
Die Fakten kurz zusammengefaßt:
- ein drei Sterne Hotel
- Erweiterungsbau von P&C
- die leerstehenden Läden sollen hochwertige Geschäfte einziehen, Interessenten gibt es angeblich schon
- der Hauptinvestor soll die Ideal Versicherung sein, die 75% der Kosten übernimmt
- angeblich soll alles bis zur WM fertig sein---> Bezirksamt hat schon ein Entgegenkommen signalisiert
Das hört sich doch ziemlich gut, hoffe es ist nicht wieder so `nen aufgebauschtes Projekt ohne viel dahinter, haben wir in Berlin ja leider schon so oft erleben müssen. Ich würde es auf jeden Fall sehr begrüßen, zwar stört mich das Hotel(gibt ja nun wirklich genug), aber wenigstens ist es nichts im übersättigten Highclass-Segment. Außerdem ist für mich die Wiederbelebung der, früher so netten, Nürnbergerstraße, die durch den komplett leerstehenden Block mit seinen schmutzigen leeren Ladenfenstern total verschandelt worden ist, wichtiger als das Jammern über ein neues Hotel. Und eine Wiederbelebung würde durch neue Geschäfte, das Hotel und nicht zuletzt durch den P&C-Erweiterungsbau ohne Frage eintreten.
Schmittchen
11.05.2005, 18:48
(erledigt)
http://img80.echo.cx/img80/6765/dscn41603ym.jpg (http://www.imageshack.us)
die neuen Bänke am Breischeidplatz.
http://img10.echo.cx/img10/4548/dscn41613iy.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img10.echo.cx/img10/6017/dscn41676do.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img10.echo.cx/img10/8899/dscn41646fe.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img10.echo.cx/img10/1021/dscn41657rz.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img10.echo.cx/img10/4389/dscn41665bv.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img10.echo.cx/img10/8352/dscn41704mt.jpg (http://www.imageshack.us)
Oh, die Bank sieht ja gar nicht Mal schlecht aus! Hoffenlich ist sie auhc stabil genug, um vandalistischen Steinbrechern zu widerstehen. Ich finde man hätte anlässl. Charlottenburgs 300sten Geburtstages auch noch diese Pflanzenkübel aus Beton, die den ganzen Ku'damm runter uaf dem Mittelstreifen stehen, durch neue, schöne (vielleicht auch aus grauem Granit, wie die Mittelstreifenbefestigung) ersätzen können.
Hoffe auch, dass das Haus an der Knesebeckstr. bald Mal fertig ist. Die Fassade, die man hinter den Planen bereits teilw. sehen kann, hat mich echt neugierig gemacht!
Wie kamst du denn da hinein? Ich will auch Mal! Wenn ich da bin ist die Tür immer zu:???:...Das Finnazamt oder was das war ist doch nicht mehr da drinnen, oder?
Die Oberfinanzdirektion ist nicht mehr drinnen, das ganze steht leer und wartet darauf, von jemanden gekauft zu werden. Sehr viel ist da nicht zu sehen, ich war allerdings nur auf dem Erdgeschoss. Da ist sehr viel umgebaut worden, mit abhangdecken usw. Lediglich die Eingangshalle sieht nach original aus.
Der Hausmeister ist sehr freundlich und lässt Gründerzeit-fans gerne kurz rein. Wenn er da ist (nicht so oft) brennt in der Halle das licht, weil der Bau von innen sehr düster ist.
Gut, danke! Ich probiers dann einfach hin und wieder Mal.Vor ner Weile habe ich mal Bauarebiter im Eingangsbereich gesehen. Sah echt schön aus, sofern man was sehen konnte.
Dem geplanten Möbelhaus am S-Bahnhof Halensee schlägt reichlich Wind entgegen, da durch den Neubau ein Kleines Gewerbegebiet (29 Betriebe;200 Bes chäftigte) gefährdet wäre.
So verlangt der Bezirk, dass das Möbelhaus nicht 30.000 qm umfassen soll, sondern weniger, zudem sei ein 6 Geschossiges Parkhaus am "Eingang zum Ku'damm" ein "Unding".
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/05/18/bezirke/754179.html
Das Tier
18.05.2005, 22:44
...ein Kleines Gewerbegebiet (29 Betriebe;200 Beschäftigte)...
Ich kenne die Ecke eigentlich einigermaßen gut, aber ein Gewerbegebiet mit 29 Betrieben und 200 Beschäftigten habe ich da noch nie gesehen:confused:. So auf Anhieb fallen mir nur ATU, ein Reifen- und Felgenhändler, ein Weinhändler und noch irgend so ein Betrieb ein und diese liegen noch nicht mal alle auf derselben Seite der Autobahn.
Eben, das hat mich ja alles auch wieder stutzig gemacht...Es sah eben nur so "echt" aus, weil es hinter dem Glas so noch Bauarbeit aussah. Werden dann wohl nur die Utensilien fürs Set gewesen sein. Schade...:wein:
Hoffe auch, dass das Haus an der Knesebeckstr. bald Mal fertig ist. Die Fassade, die man hinter den Planen bereits teilw. sehen kann, hat mich echt neugierig gemacht!
Hier Teile der besagten Fassade:
http://img285.echo.cx/img285/1507/dscn41731zf.jpg
(http://www.imageshack.us)http://img285.echo.cx/img285/4706/dscn41749th.jpg (http://www.imageshack.us)
anscheinend immer noch nicht ganz fertig:
http://img82.echo.cx/img82/5430/dscn41833wo.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img148.echo.cx/img148/9075/dscn41851qq.jpg (http://www.imageshack.us)
und das besagte Haus um das es Streit gibt:
http://img148.echo.cx/img148/6086/dscn41866bu.jpg (http://www.imageshack.us)
hab gerade auf www.architekten24.de ein paar technische Infos zum geplanten "Erweiterungsbau" des Europacenters gefunden:
"vollkommen transparenten Baukörper, der die Ablesbarkeit der Funktionen im Inneren nach außen hin verdeutlicht"
"Zunächst wird die Bestandsstruktur bei laufendem Betrieb des Centers vorsichtig bis auf die Bodenplatte abgetragen und anschließend wird sich dieser Bereich in kürzester Bauzeit zu einem eigenständigen Baukörper mit Warenhausnutzung, bestehend aus sechs Verkaufsgeschossen für 12.000 qm "Flag Ship Stores""
http://www.architekten24.de/news/reisen_architektur/2973-berlin-moskau-tchoban-aedes-east/
http://img140.echo.cx/img140/7234/dscn44045ki.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img140.echo.cx/img140/2614/dscn44061lw.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img140.echo.cx/img140/5307/dscn44056bv.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/2620/dscn44071pb.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img140.echo.cx/img140/6255/dscn44096hn.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/1365/dscn44118rm.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/4534/dscn44128hv.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/9589/dscn44133kz.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/645/dscn44145mv.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/1220/dscn44178pe.jpg (http://www.imageshack.us)
http://img239.echo.cx/img239/1348/dscn44206yd.jpg (http://www.imageshack.us)
Ich war gestern in einer Ausstellung von Tchoban, dem Architekten von NPS Tchoban&Voss. Dort habe ich Fotos von zwei Projekten gemacht, inwieweit diese
auch in die Tat umgesetzt werden sollen weiß ich nicht. Ich bürge für nichts ;)
einmal das umgebaute Bikini-Haus, mit Themen-Hotel:
http://img232.echo.cx/img232/3929/dscn44624my.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44624my.jpg)http://img232.echo.cx/img232/6479/dscn44639gk.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44639gk.jpg)http://img232.echo.cx/img232/3801/dscn44645ql.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44645ql.jpg)
argerlicherweise ist mir dieses Bild sehr verwackelt, ich poste es mal trotzdem:
http://img232.echo.cx/img232/3089/dscn44666ll.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44666ll.jpg)http://img232.echo.cx/img232/3391/dscn44671pc.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44671pc.jpg)http://img232.echo.cx/img232/5709/dscn44688ac.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44688ac.jpg)
http://img232.echo.cx/img232/4493/dscn44879qv.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44879qv.jpg)http://img232.echo.cx/img232/3025/dscn44880ez.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44880ez.jpg)http://img232.echo.cx/img232/7774/dscn44893gv.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44893gv.jpg)
http://img255.echo.cx/img255/1383/dscn44901cz.th.jpg (http://img255.echo.cx/my.php?image=dscn44901cz.jpg)
Ein weiteres Interessantes Projekt ist der Neubau auf dem jetzigen Grundstück des Royal-Palastes am Europacenter:
http://img232.echo.cx/img232/1984/dscn44701qd.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44701qd.jpg)http://img232.echo.cx/img232/3749/dscn44729ce.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44729ce.jpg)http://img232.echo.cx/img232/6104/dscn44735oi.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44735oi.jpg)
http://img232.echo.cx/img232/423/dscn44830aj.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44830aj.jpg)http://img232.echo.cx/img232/93/dscn44847jt.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44847jt.jpg)http://img232.echo.cx/img232/9350/dscn44857fp.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44857fp.jpg)
http://img232.echo.cx/img232/2894/dscn44862zk.th.jpg (http://img232.echo.cx/my.php?image=dscn44862zk.jpg)
auch hier bitte ich die Verwackler zu entschuldigen, war ein Scheiß-Licht in den Ausstellungsräumen.
dank dir, jo!
ich hasse das bikini-haus! das konzept ist dennoch das beste was ich mir an dieser stelle vorstellen könnte.
das saturn-teil ist mir nen bisschen zu nervös. schöner als der royal-palast ist es trotzdem. man kann nur hoffen, dass die üblichen verdächtigen bezirksfuzzis ihr o.k. geben.
Hab noch ein bißchen rumgeschnippelt: TATA, ein größeres Bild des Bikinihauses:
http://img226.echo.cx/img226/8379/kudammbikinihaus9im.jpg (http://www.imageshack.us)
TheBerliner
04.06.2005, 12:28
Das Ding steht doch sowieso unter Denkmalschutz oder? Wie wollen die dann die ganzen Umbauten durchsetzen?
nitsche86
08.06.2005, 16:27
warum stellt man das bikinihaus unter denkmalschutz? das ist so ziemlich der grösste architekturelle bockmist, den ich je gesehen hab. eine echte abwertung des breitscheidplatzes.
stellt euch vor, auf dem platz vom biknihaus wäre eine bebauung ähnlich, wie auf der gegenüberliegenden seite. Das sähe wunderbar geschlossen, urban als auch weltstädtisch aus.
stativision
08.06.2005, 20:23
Es gibt halt nicht viel vergleichbares zum Bikinihaus (Zentrum am Zoo, falls es einer im Architekturführer sucht) und es entsprach der optimalen Kauf/Bürohausarchitektur der Architektur. Ursprünglich sah es auch noch besser aus, richtig hässlich wurde es durch den Umbau in den 70er Jahren. Die Neugestaltung gefällt mir eigentlich ganz gut.
Habe mich mal mit der Bayrischen Immobilen GmbH in Verbindung gesetzt, hier ein paar Auszüge aus der durchaus sympathischen Antwort:
Für ein Projekt wie die Entwicklung des Zoobogen liegen wir in einem normalen Zeitrahmen, da der Zoobogen aufgrund seiner Lage (z.B. Zoo als Nachbarn; gerade erst angegangene Verkehrsproblematik "Tunnel Budapester Straße") und seiner Heterogenität (Büro, Kino, Einzelhandel, Gastronomie, Medien) ein sehr komplexes Immobilien-Projekt ist, das eine Vielzahl von Möglichkeiten bietet aber gleichzeitig auch enge Rahmenbedingungen, wie z.B. durch ensemblegeschützte Teilbereiche steckt.
Schließlich entwickelt sich der Immobilienmarkt in Berlin in den unterschiedlichen Segmenten (Einzelhandel, Büro Hotel) sehr uneinheitlich. Daher stecken wir großen Aufwand in Research, Vorab-Akquise und Planung, um eine Immobilie zu entwickeln, die nicht nur architektonischen Ansprüchen gerecht wird, sondern auch seine Mieter finden wird.
Wir haben uns als Bayerische Immobilien Gruppe maßgeblich an den Finanzierungskosten zur Zuschüttung des Tunnels an der Budapester Straße beteiligt. Wir beteiligen uns hier an öffentlichen Entwicklungskosten, da wir an die Perspektive dieses Standorts glauben. Dies und die bereits in Angriff genommene Umgestaltung des Breitscheidplatzes wird das Herz der City-West spürbar aufwerten und sind die Vorausetzungen für anstehende Entwicklung des Zoobogens.
leider nicht wirklich direkte Zeitdaten, aber hat er sich viel Mühe gemacht alles zu erklären.
Ich denke, die Umbauten sind insofern mit dem Denkmalschutz zu vereinbaren, da sie die Optik von Vorne nicht wirklich verändern, Glasaufbauten hinten sind ja nicht so relevant. Die Fassade wird ja eher nur wieder erneuert, nicht umgestaltet, dass einzige was noch zu "bemängeln" wäre, sind die Glasaufbauten auf dem Dach, die sind ja aber aus Glas, damit sie nicht so das Bild stören, eher "leicht" und dezent. ;)
Das Tier
10.06.2005, 01:06
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/10.06.2005/1868960.asp#art
"Mit dem Helikopter durch die U-Bahn Europa-Center baut Flugsimulator
Vom Dach des Europa-Centers können Berliner und Touristen bald zu einem Hubschrauberflug über Berlin abheben – zumindest virtuell. Denn das älteste Einkaufszentrum der Stadt will Ende Juli am Breitscheidplatz einen aufwändigen Flugsimulator eröffnen und damit weltweit Aufsehen erregen. Die Kabine für 14 Personen wird nicht nur mit einer Leinwand und Lautsprechern ausgestattet, sondern auch über eine Hydraulik mit sechs Achsen in alle Richtungen bewegt. Dabei soll es keineswegs gemächlich zugehen – vielmehr werden sich die Insassen fühlen wie auf der Achterbahn.
Fast eine Million Euro investiert Center-Eigentümer Christian Pepper in den Simulator unterm Mercedes-Stern. Vorerst wird das Spektakel auf 40 Wochen befristet, Pepper schließt eine Verlängerung aber nicht aus. Im 20. Stock entsteht auch eine „Panorama-Etage“, die durch große Fenster einen Rundumblick auf Berlin ermöglicht. Anlass für die Projekte sind das 300-jährige Jubiläum Charlottenburgs und das 40. Center-Jubiläum.
..."
Dann war die Meldung vor einigen Monaten also doch keine Luftnummer, hört sich gut an. Besonders freut mich, dass das Europa Center bald wieder eine Panoramaetage bekommt. :daumen:
stativision
14.06.2005, 10:40
Seit wann werden denn andere Perspektiven so vehement verdrängt? Außerdem hat der Aspekt ja auch städtische Aspekte, die offenbar von dir übersehen wurden?!?
Seit wann werden denn andere Perspektiven so vehement verdrängt? Außerdem hat der Aspekt ja auch städtische Aspekte, die offenbar von dir übersehen wurden?!?
ist halt meine meinung, vlt. war ich da ja etwas zu direkt.
dann halt ich mich hier am besten einfach zurück. ;)
dann könnts ihr hier fröhlich weiterdiskutieren.
Bald ein Apple Flagship store am Ku'damm???
angeblich suchen momentan Apple-Offizielle nach geeigneten Ladenflächen in der City West....
http://www.netzeitung.de/internet/345422.html
wäre doch ganz cool, ich mag apple.
Nichts wirklich neues zum Museumsprojekt von Immobilien-Hengst und Kunst Groß-Sammler Hans Grothe an der Joachimsthaler (etwas weiter vorne im Thread hatte ich schonmal was gepostet, ist schon ein bißchen her)
"...um ein Doppelprojekt auf der Joachimsthaler Straße. Dort will der Immobilien-Tycoon in einem alten, denkmalgeschützten Gebäude eine private Kunstakademie einrichten und - in einem Neubau dahinter - ein museales Ambiente für den Künstler Anselm Kiefer schaffen...."
"...die Berliner Behörden allerdings zieren sich, eine Baugenehmigung zu erteilen."
"Nach außen mag er damit drohen, während die Bezirksverwaltung mit Achselzucken reagiert. Freilich werden solche Dinge auch gern geheim und auf der Ebene des Regierenden Bürgermeisters (oder höher) verhandelt. Noch ist der Ausgang jedenfalls offen."
Die Welt, 28.Juni.2005;http://www.welt.de/data/2005/06/28/737982.html
Die Morgenpost greift das Thema auch auf, die Artikel sind in großen Teilen identisch...http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/06/28/feuilleton/762978.html
Beide Artikel beginnen mit: ""Es ist noch zu früh, um darüber zu sprechen." Das läßt Großsammler Hans Grothe denen ausrichten, die ihn zu seinen Berliner Plänen befragen wollen."
EDIT:
Die Berliner Zeitung nimmt das Thema auf und bringt ein wenig Licht ins Dunkel:
"Das Kiefer-Museum und die ebenfalls von Grothe erträumte private Kunstakademie sind Teil einer großen Bauinvestition; das muss man wissen, will man Grothes Antrieb neben seiner - unbezweifelbaren - Kunstleidenschaft verstehen. Der Duisburger Bauinvestor baute das neue Kudamm-Eck und gleich nebenan ein siebzehnstöckiges Hochhaus, in dem im Herbst ein Luxushotel eröffnen wird. Als dritte Immobilie in der Joachimsthaler Straße erwarb er von der Technischen Universität das angrenzende Backsteingebäude..."
" Doch hat Grothe - unbenommen - auch hier ein wirtschaftliches Ziel: einen 42 Meter hohen Neubau im Hinterhof, der das denkmalgeschützte Backsteingebäude schwer bedrängen würde. Kommerz ermöglicht Kunst, und Kunst nobilitiert den Kommerz.
Diesen Zusammenhang sprach der Investor schon vor zwei Jahren freimütig aus. Wenn er der Öffentlichkeit viel gäbe, müsse er auch viel bekommen."
"Das Bezirksparlament und der Stadtbaurat, die bereits der Erhöhung des Hochhauses von 11 auf 17 Stockwerke zugestimmt hatten, sahen das aber anders. Sie verwiesen auf die vorgeschriebenen Blockhöhen und machten einen Kompromissvorschlag von 26 Meter. Grothe wollte aber mindestens 30 Meter"
"Im Oktober wisse er mehr. Pokert er? Will er mit dem Museum als Köder die Zustimmung zu seinen Bauplänen ertrotzen? Um die harte Haltung des Bezirks noch aufzuweichen, bedürfte es wohl einer Intervention von oben. Schwer zu glauben, dass Grothe noch nicht seinen guten Kontakt zum Regierenden Bürgermeister - oder seinen noch besseren Draht zum Kanzler - bemüht hätte."
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/461830.html
aha, also ein Geduldsspiel bis Oktober.
Aber ich bin mal wieder der Meinung, dass man ihn das machen lassen sollte.
Die engstirnigkeit einiger Bezirkspolitiker verhindert IMO Berlins Aufstieg zur der METROPOLE in Europa. Sicherlich, vlt. ist es nicht das beste für den roten Backsteinbau, wenn er von einem Glasbürobau erdrückt wird. Aber man muss doch auch die Chance sehen, an dieser Ecke (Immerhin fast gegenüber vom Q-Dorf :nono: :nono: ) eine Kunstakademie und ein Museum mit einer privaten Sammlung entstehen zu lassen. Das würde den Kulturstandort Berlin enorm vorranbringen. Zudem Die City-West bzw. Charlottenburg-Wilmersdorf als Museumstandort wieder stärken. Der Verlust des Ägyptischen Museums ist da, aber die Sammlung Berggruen und vor allem das Newton Museum gleich um die Ecke sind ein gutes Standbein, nun muss man diesen Sektor noch weiter ausbauen.
Sonntag ist es soweit, das Europacenter erhält den Hubschrauber Simulator, aber leider noch in Einzelteilen. Dafür wird der Tauentzien gesperrt, ein Hubschrauber bringt die Einzelteile aufs Dach.
Im Juli soll der Simulator dann zur verfügung stehen, auch die Panoramaetage in der 20 wird dann zur verfügung stehen.
"Simuliert werden rasante Hubschrauberflüge über Charlottenburg und Mitte. Damit das Erlebnis fühlbar wird, erhält das Gerät außer einer Videoleinwand und Lautsprechern auch eine Hydraulik. Diese kann den Simulator über sechs Achsen in alle Richtungen bewegen. Wahrscheinlich werden sich die „Passagiere“ wie auf der Achterbahn fühlen: Der Flug soll sogar durch das Brandenburger Tor und U-Bahnschächte führen. Der Eintritt wird 9,50 Euro kosten – den Besuch auf der Aussichts-Etage inklusive. Wer nur den Rundumblick aus dem 20. Stock genießen will, zahlt drei Euro."
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02.07.2005/1911148.asp#art; 2.7.05
"Wowereit hat den Bahnhof Zoo aufgegeben"
"Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sieht keine Chancen mehr, den Bahnhof Zoo als Station für den Fernverkehr zu erhalten. Dass Wowereit jetzt sogar Verständnis für die starre Haltung der Bahn zeigt, ist bei der Opposition auf scharfe Kritik gestoßen."
"Jetzt äußerte der Regierende Bürgermeister überraschend Verständnis für die ablehnende Haltung der Bahn. Wowereit sei bei Mehdorn „nicht auf offene Ohren gestoßen", sagte der stellvertretende Senatssprecher Günter Kolodziej. Er sehe nur noch „einen relativ geringen Spielraum“ bei der Bahn und es mache deshalb keinen Sinn, sich in der Angelegenheit zu „verkämpfen“. Dass die Bahn nicht Milliarden investiere, ohne dass sich etwas ändert, sei „eine Logik, der man sich schwer entziehen kann."
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/05.07.2005/1915724.asp#art
"Marc O´Polo mietet am Berliner Kurfürstendamm"
"Die Marc O´Polo Einzelhandels GmbH hat eine 1.030 qm große Ladenfläche am Kurfürstendamm 220 angemietet. Vermieter des drei Stockwerke umfassenden Ladenlokals ist Becker & Kries. DB Immobilien Berlin vermittelte den Abschluss."
http://www.immobilien-zeitung.de//htm/news.php3?id=14691&rubrik=2
Gibts nicht schon nen großem Marco polo am Kudamm?
Hmm...Kenne nur den Hilfigger...Wo ist jetzt 220?
Wo ist jetzt 220?
ecke meineke. stand ziemlich lange leer.
http://img157.imageshack.us/img157/4283/polo0024ia.th.jpg (http://img157.imageshack.us/my.php?image=polo0024ia.jpg)
http://www.kurfuerstendamm.de/cms/neueroeffnungen/images_neueroeffnungen/12/marc_o_polo.jpg
source: kurfürstendamm.de
Ach da! Endlich kommt da wieder was vernünftiges rein, nach der "Knüllerkiste"...Danke, nikos.
Ich war heute am Tauentzien und war doch recht erstaunt, das Stiller Haus steht nicht mehr, es klafft eine Riesenlücke. ist komplett weg. Direkt neben dem adidas Haus.(noch Salamander)
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hieß es nicht von irgendjemandem hier, es würde nur die Fassade neu gemacht? :confused:
hieß es nicht von irgendjemandem hier, es würde nur die Fassade neu gemacht? :confused:
umgekehrt. die fassade steht unter denkmalschutz. hinter der fassade sollte der altbau einem neubau mit alter fassade weichen.
wahrscheinlich wird sie dann also originalgetreu wiederaufgebaut. wenn dem nicht so wär, könnten wir es glaub auch alle verschmerzen. ;)
cinerama
14.07.2005, 18:05
Die Fassade war doch ganz annehmbar! Jahrzehntelang (einschließlich meiner Großeltern) konnte man hierüber "Identifikation mit der Stadtkultur" definieren.
Kein Mensch hat schon wieder auf eine "luftig gläserne" Fassade aus der Giftküche des Shopping-Gewerbes gewartet.
Hier wird ein ganzer Stadtraum im Moment entsorgt und als Experimentierfeld für entfesselte Immobilientycoone und weltfremde Architekten mißbraucht.
Nichts gegen kühne Entwürfe auch gläsener Kaufhauskathedralen, nur: warum wird das nicht an den Stadtrandgebieten oder brach liegenden Flächen unternommen? Warum wird die in er kühlen Sachlichkeit der 60er Jahre oder im Aufbruch der 50er Jahre konzipierte City-West abgerissen, anstatt saniert und restauriert?
Folgender Artikel über das Stiller-Haus an der Wilmdersdorfer Strasse zeigt mehr Einfallsreichtum, als er derzeit am Tauentzien die Runde macht:
Wilmersdorfer Str. 58
Schirmständerhaus
Das Haus wurde 1956 von Hans Simon für das Schuhhaus Stiller errichtet. Es ist ein fünfgeschossiges Geschäftshaus mit einem über die Fassade ragenden Flugdach mit runden Öffnungen, das ihm den Namen "Schirmständerhaus" eintrug. 2002 wurde das Haus von Regina Herrmann und Isolde Kepler für die Münchner WDS Immobilien denkmalgerecht renoviert. Dank neuer Neonröhren leuchtet das Haus als "Blaues Wunder" wieder im Dunkeln. Die Beleuchtung war seit den 70er Jahren nicht mehr eingeschaltet.
(Aus: http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/aktuelles/rundgaenge/030614.html )
Stiller-Haus ( nicht mehr da... ;) )
http://img147.imageshack.us/img147/1028/dscn56555up.th.jpg (http://img147.imageshack.us/my.php?image=dscn56555up.jpg) http://img147.imageshack.us/img147/6938/dscn56567vm.th.jpg (http://img147.imageshack.us/my.php?image=dscn56567vm.jpg) http://img332.imageshack.us/img332/1622/dscn56579zr.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56579zr.jpg)
http://img332.imageshack.us/img332/9531/dscn56585aq.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56585aq.jpg) http://img332.imageshack.us/img332/8922/dscn56591fk.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56591fk.jpg) http://img332.imageshack.us/img332/7420/dscn56659db.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56659db.jpg)
Der Breitscheidplatz wird gereinigt, aber die Fläche wird sofort wieder super-schmutzig:
http://img332.imageshack.us/img332/3016/dscn56606xz.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56606xz.jpg) http://img332.imageshack.us/img332/1540/dscn56614hb.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56614hb.jpg) http://img332.imageshack.us/img332/5590/dscn56623bp.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56623bp.jpg)
http://img332.imageshack.us/img332/3102/dscn56675sx.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56675sx.jpg)
(rechts schon gesäubert, rechts gerade gesäubert, rechts ist es also schon wieder schmutzig geworden.)
http://img321.imageshack.us/img321/8209/dscn56700aa.th.jpg (http://img321.imageshack.us/my.php?image=dscn56700aa.jpg)
http://img332.imageshack.us/img332/4914/dscn56642qj.th.jpg (http://img332.imageshack.us/my.php?image=dscn56642qj.jpg) http://img321.imageshack.us/img321/678/dscn56742qg.th.jpg (http://img321.imageshack.us/my.php?image=dscn56742qg.jpg)
möchte mich mal für die große Mühe vieler Forumteilnehmer für die vielen Bildillustrationen hier bedanken, die das Lesen auflockern und wunderbar veranschaulichen.
Habe auf der Berlin Stadtentwicklungshomepage unter Breitscheidplatz noch von 2 Hochhausprojekten gelesen, hier der etwas längere Link:
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/staedtebau-projekte/breitscheidplatz/de/bauprojekte/index.shtml
Weiß jemand von euch, ob diese Pläne weiterverfolgt werden, oder nicht?
cinerama
16.07.2005, 22:56
Das verzögert sich alles noch etwas. Gerade die Bayerische Immobilien AG (Bikini-Haus, Zoo-Palast) ist zurzeit in "Warteschleife", da die Kosumfreude etwas abgeklungen ist.
Ich denke, spätestens 2009 wird sie loslegen, wenn auch der Mietvertrag des ZOO PALAST abgelaufen ist, der als hinderlich gilt.
Gegenüber am Breitscheidtplatz verzögern sich ebenfalls die Wolkenkratzerbauten, die umstritten sind, da sie die Gedächtniskirche in einen Dauerschatten versetzen werden.
Am Tauentzien soll im Europa-Center der ROYAL PALAST abgerissen werden und einem Kaufhaus weichen: trotz erteilter Behördengenehmigungen wird vor März dort nichts passieren.
Ungeachtet der vielen luftig-gläsernen Fassadenentwürfe möchte ich mir den Kommentar nicht verkneifen, daß ich und viele andere Altberliner einen Horror vor diesen Projekten haben. Nach unserer Auffassung verbessern Sanierungen und Fassadenverschönerungen bestehender Gebäude den Standort, nicht jedoch Abrisse, langweilige Kaufhäuser und unvermietete Wolkenkratzer.
chamisso
16.07.2005, 23:14
Da stimme ich cinerama bedingt zu; jedoch ist der Abriss des Schimmelpfeng-Hauses (und anschließender Neubau) die wohl notwendigste und lohnendste Maßnahme in der City West überhaupt. Ich finde es einfach unerträglich, wie dieses Gebäude die Kantstraße an ihrem östlichen Ende zu einer verranzten Gasse verkommen lässt...
Am Breitscheidplatz kann man eigentlich machen was man will, so schön und einladend wie vor dem Krieg wird er nie wieder werden, auch wenn man den Kreisverkehr um die K-W-G-Kirche aufgegeben hat.
Das Tier
17.07.2005, 00:31
@ Cinerama
Mein Ästhetikgefühl wird durch ein Hochhäuschen (zur Erinnerung wir reden hier von 118 m) weitaus weniger gestört, als durch eine jahrelang vor sich hingammelnde Baugrube. Das mag bei Dir natürlich anders sein, Geschmäcker können bekanntermaßen ja verschieden sein.
@ Chamisso
Bezüglich des Schimmelpfeng Hauses stimme ich Dir zu 100%ig zu.
@DasTier:
DA stimme ich dir mal wieder um 100% zu. ;)
cinerama
17.07.2005, 02:40
Das Schimmelfpennighaus wurde nicht ohne Grund mit einer Unterschutzerklärung des Denkmalamtes versehen.
Ich persönlich war von diesem nie begeistert, überlege mir jedoch neuerdings meine Pauschalurteile zweimal.
Im Stadtbild stellt es durchaus eine Individualästhetik dar, und an solche Geschichtszeugnissen mangelt es sehr.
Die Häßlichkeit des heutigen Eindrucks ist - wie oben erwähnt - durch die Verslumung in dieser Region und der Unfähigkeit der Vermieter zu erklären, die Ihre Immobilien originellen oder sinnvollen Nutzungen nicht zugänglich machen.
Originell und sinnvoll können - sozialpolitisch und kulturell gesehen - auch Mietergemeinschaften sein, die selbst Obdachlose, wieder einzugliedernde Straftäter, Drogenabhängige oder Asylantragende z.B. im entmieteten Schimmelpfennighaus ansiedeln. Es können auch Kulturgruppen oder politische Parteien sein, die dort agitieren.
Das ist alles nicht derart deprimierend und menschenfeindlich wie eine Skyline á la Frankfurt am Main anno 2010.
Nein: die Verslumung in der Region nimmt nicht durch Unterkünfte sozial Gestrauchelter dort zu, sondern durch deren Ausgrenzung und den Gegensatz realen Stadtlebens und seiner Bedürfnisse zu den Elfenbeintürmen der Börsen- und Bankerspekulanten.
Bei der Frage: was ist verslumter und verkommener: ein sprudelnder Kiez in Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln mit all seiner Armut, den kulturellen und ethnischen Unterschieden und einer Unzahl kleiner Läden und Angebote oder eine Geschäftsstrasse der Textiltempel, Banken und (in Kaufhäuser) umgewandelten Filmtheatern, würde ich sagen: die City West wird künftig mit solchen Bauten, die in den Startlöchern stehen, noch töter, seelenloser, häßlicher (durch inhumane Architektur) und noch langweiliger als sie es jetzt ist, geschweige denn 1955. 2010 wird hier niemand nach 20 Uhr noch freiwillig flaniueren wollen: keine Kinos, immer weniger Kneipen, Verbot für Strassenhändler und Hausierer, drohende Theaterschliessungen, einfallslose Einkaufscenter (Europacenter und Kudamm-Karree) sowie ein noch stärker vom Autoverkehr beeinträchtigter Breitscheidtplatz.
Insofern gab es um das Jahr 1965 möglicherweise die beste Zeit in der Nachkriegsära, die dieser Standort erlebte, und seine schlimmste steht noch bevor...
http://search.netscape.com/ns/boomframe.jsp?query=breitscheidtpla tz+50er+JAhre&page=1&offset=0&result_url=redir%3Fsrc%3Dwebsearch% 26requestId%3D33c94d9b9db0b153%26cl ickedItemRank%3D1%26userQuery%3Dbre itscheidtplatz%2B50er%2BJAhre%26cli ckedItemURN%3Dhttp%253A%252F%252Fww w.stadtentwicklung.berlin.de%252Fde nkmal%252Flandesdenkmalrat%252Fde%2 52Fpressemitteilungen%252Fpresse_pr otest.shtml%26invocationType%3D-%26fromPage%3DNSCPTop%26amp%3BampTe st%3D1&remove_url=http%3A%2F%2Fwww.stadten twicklung.berlin.de%2Fdenkmal%2Flan desdenkmalrat%2Fde%2Fpressemitteilu ngen%2Fpresse_protest.shtml
http://search.netscape.com/ns/boomframe.jsp?query=breitscheidplat z+1965&page=3&offset=0&result_url=redir%3Fsrc%3Dwebsearch% 26requestId%3D33c94d9b9db0ea82%26cl ickedItemRank%3D24%26userQuery%3Dbr eitscheidplatz%2B1965%26clickedItem URN%3Dhttp%253A%252F%252Fwww.berlin online.de%252Fberliner-zeitung%252Farchiv%252F.bin%252Fdum p.fcgi%252F2000%252F0415%252Fmagazi n%252F0348%252F%26invocationType%3D next%26fromPage%3DNSCPNextPrev%26am p%3BampTest%3D1&remove_url=http%3A%2F%2Fwww.berlino nline.de%2Fberliner-zeitung%2Farchiv%2F.bin%2Fdump.fcgi %2F2000%2F0415%2Fmagazin%2F0348%2F
[...] derart deprimierend und menschenfeindlich wie eine Skyline á la Frankfurt
[...]
inhumane Architektur [...]
Ich gebe mal Folgendes zu bedenken: Derzeit gibt es auf diesem Planeten ca. 6.000 höhere Gebäude als jene, die am Breitscheidtplatz geplant sind. Ca. 15.000 weitere entsprechen etwa dieser Größenordnung (bis minus zehn Prozent). Wenn dieser Gebäudetypus wirklich so "derart deprimierend und menschenfeindlich" ist, wie Du behauptest, weshalb stürzen sich dann nicht die (Boulevard-)Medien darauf? Die sind doch sonst an jeglicher, teils absurder Panikmache interessiert? Weshalb nutzt statt dessen z. B. die Werbebranche ausgiebig derartige Kulissen? Und warum ist das Leben in Städten, die en mass über diesen Typus verfügen, oft wesentlich teurer und zieht die "High Society" in ihren Bann?
Ich stimme Dir zu, als dass auch Deine Meinung unter einigen Zeitgenossen - gerade hierzulande - populär ist. Wenn es Dich deprimiert und Du es gegenüber Dir verächtlich empfindest, bitte. Auch das muss berücksichtigt werden. Nur, dann solltest Du nicht solche Verallgemeinerungen bilden. Das ist Populismus. Ich weise Dich auch darauf hin, selbst bei Realisierung der Planungen für den Breitscheidtplatz besteht die gebaute Umwelt in absoluter Mehrheit aus Gebäudetypen Deines Geschmackes. Konzentriere Deine Aufmerksamkeit doch bitte weiterhin auf diese. Den Befürwortern des Types "Wolkenkratzer" (was sie per Definition erst ab 500 Fuss, gleich 150 Metern wären) solltest Du auch Raum bieten können. Andernfalls käme noch irgendwer auf den Gedanken, Du seiest statt dessen "inhuman". Oder sind Leute, die Deiner gegenteilige Ansichten vertreten, keine Menschen?
[...] Ihre Immobilien originellen oder sinnvollen Nutzungen nicht zugänglich machen [...]
Das gilt im Übrigen analog für die Nutzung von "Wolkenkratzern" - wie Du sie nennst. Dein Wunsch auf Besserung sollte m. E. der Fairness halber für alle gelten, oder?! Und ganzheitlich betrachtet haben sozial Schwache selbst von einer leer stehenden (aber zuvor errichteten!) Immobilie mehr, als vom Aufmöbeln des Bestands. das gilt zumindest, wenn man volkswirtschaftlich denkt und das bestehnde Wirtschaftssystem akzeptiert. Ich hoffe, das trifft auf Dich zu. Als etwaiger WASG-Wähler könntest Du diesen Absatz natürlich überspringen ;).
[...] was ist verslumter und verkommener: ein sprudelnder Kiez in Kreuzberg, Friedrichshain und Neukölln mit all seiner Armut, den kulturellen und ethnischen Unterschieden und einer Unzahl kleiner Läden und Angebote oder [...]
Darüber ist noch nicht abschließend verhandelt worden. Gegenteiliges zu behaupten, hilft hier auch nicht. Das Problem ist, der Charme, von dem die genannten "Kieze" (bist Du ursprünglich von auswärts? ;)) derzeit profitieren, basiert großenteils auf der Zelebrierung temporärer Verfallszustände und der Nutzung längst abgeschriebener Objekte, die unter heutigen Rahmenbedingungen nicht so reproduzierbar sind. Für Letzteres ist auch und gerade der soziale Staat verantwortlich.
Was willst Du? Willst Du die Bourgeoisie auf der Belle Etage und den Pöbel mit Aussenklo unterm Dach oder im Hinterhaus unterbringen, bis zu 20 Leute pro Zimmer? Willst Du Dumpinglöne und Tierquälerei? Willst Du krankheitsgefährdete "Trockenwohn-Brigaden"? Willst Du soziale Segration, die Armen hier, die Reichen da? Willst Du Deutschland in einen Krieg verwickeln lassen, um anschließend möglicherweise Reparationszahlungen zu kassieren, von denen Du kleinen Bauherren großzügige Kredite einräumen kannst? Und willst Du dann 100 Jahre warten, bis alles so geschliffen und umgenutzt ist, dass es wieder Deinem Gusto entspricht? Du wirst es wissen, das sind die Bedingungen, unter denen der Großteil dessen entstanden ist, was Du heute nachempfinden möchtest. So funktioniert das aber nicht mehr!
Und von all dem Genannten profitiern heute Nutzer, für die das alles in diesen "Kiezen" so nie errichtet wurde. Das es gut ist, dass es das heute gibt, stelle ich nicht in Frage. Es ist nur nicht reproduzierbar.
Nebenbei, die sozialen Missstände werden in solchen Quartieren auf Grund der Szenewirkung allzu gerne ausgeblendet. Aber gehe einfach mal durch dortige Straßen und picke Dir wahllos zehn Passanten raus. Gerade dort hast Du vermutlich auch 'nen Depressiven dabei - aus welchen Gründen auch immer. Verwahrlosung und Verfall sind sowohl auf menschlicher, wie auf baulicher Ebene ebenso wenig wegzudiskutieren! Als Letztes verweise ich in diesem Kontext noch auf die in solchen "Kiezen" häufig anzutreffernde soziale Abgrenzung und Verdrängung - nicht zwischen Reich und Arm, sondern zwischen jung und hip und alt und eingesessen! Ein Thema, das unter Experten schon längst als eines der Hauptprobleme angesehen wird.
Du kannst natürlich statt Nachahmung auch einfach Konservierung fordern. Aber bedenke, dass Stillstand Rückschritt ist, ist keine lahme Floskel.
Gruss
AeG
@ AeG: Irgendwie verstehe ich deine Argumentation bzgl. der gesellschaftlichen Missstände nicht so ganz...
... aber zu den Hochhäusern:
Diese lassen sich doch aufgrund ihrer Höhe lediglich als Büro- oder Wohnhochhäuser nutzen, Einzelhandel, Kultur und Gastronomie ist nur sehr, sehr eingeschränkt möglich.
Hinzu kommt, dass sehr viele Menschen lieber in normalen Mietshäusern anstatt in Hochhäusern wohnen, z.B. weil man dort bei einem Brand leicher aus den oberen Stockwerken evakuiert werden kann.
Warum muss man dann unbedingt Hochhäuser mitten ins Stadtzentrum setzen? Okay, für Investoren vielleicht aufgrund der hohen Mieten verlockend aber zumindest Bürohochhäuser sind städtebaulich doch dort total fehl am Platz, wo eher Einzelhandel, Kultur und Gastronomie, vermischt mit Wohnungen angebracht wären.
Der ideale Platz für ein Hochhaus ist m.M. immer noch ein Gewerbegebiet nicht weit vom Stadtzentrum entfernt aber mit Autobahn- und ÖPNV-Anschluss. So wie z.B. in Dortmund die Telekom-Verwaltung.
Also mir fällt kein Grund ein, das Schimmelpfeng Haus stehen zu lassen. Es hat m.E. weder eine geschichtliche noch eine städtebaulich besondere Bedeutung. Abgesehen davon dass es m.E. nun wirklich potthässlich ist. Die beiden dort geplanten Hochhäuser würden der City-West echte Highlights verschaffen und wohl auch etwas mehr Urbanität am Breitscheidplatz erzeugen. Wenngleich ich das Zoo-Fenster irgendwie etwas klotzig und schlicht geraten finde.
Leider setzt der Bau beider Häuser eine Nutzung voraus, so dass beide wohl noch etwas auf sich warten lassen. Wenn Mieter gefunden sind, wird sich Boonis Einwand bezüglich der Nutzung damit aber von selbst auflösen. Im übrigen dürften sich die Nutzungsmöglichkeiten der neuen Hochhäuser und des bestehenden Schimmelpfeng Hauses nur in der Menge der Fläche unterscheiden.
In Sachen Brandschutz und Evakuierung braucht man in solchen modernen Hochhäusern übrigens wenig Angst haben. Dank entspr. Evakuierungspläne und Einrichtungen kommt man da sogar sicherer und schneller heraus als aus die Abstellraum-Treppenhäuser manch anderer wunderschöner Berliner Immobilie.
z.B. weil man dort bei einem Brand leicher aus den oberen Stockwerken evakuiert werden kann.
Mal wieder ein typisches an den Haaren herangezogenes unüberlegtes Totschlag-Argument :nono: .
Deutschland hat mitunter die höchsten Brandschutz Auflagen für Hochhäuser auf der ganzen Welt, vor allem für die Hochhaus-Neubauten.
Ältere Gebäude, auch Wohnhochhäuser müssen sogar mit Brandmeldern, zusätzliche Nottreppen etc. nachgerüstet werden.
Da wird sogar mehr Wert darauf gelegt als bei einem typischen deutschen 4stöckigen Mietbau und man lebt durchaus genauso sicher wenn nicht sogar sicherer in einem Hochhaus als in einem Altbau mit einem einzigen Holztreppenhaus.
Lächerlich.
Vielleicht ist es nicht so, aber die meisten denken halt so.
Ich hab auch andere Gründe, nicht in ein Wohn-HH zu ziehen.
nitsche86
17.07.2005, 18:04
hat jemand fotos vom altem schimmelpfenninghaus?
Vielleicht ist es nicht so, aber die meisten denken halt so.
Könntest Du da Quellen nennen?
Ich hab auch andere Gründe, nicht in ein Wohn-HH zu ziehen.
Was glaubst Du, was da hinkommt? Sozialer Wohnungsbau oder was??? Schuldigung, aber das kann doch nicht wahr sein??? :confused:
@Nitsche: Auf die schnelle mal das: http://deu.archinform.net/medien/00111866.htm Es ist dieses durchaus bekannte Haus am Breitscheidplatz, was über eine Straße gebaut wurde.
Und da ist noch ein Link von der Stadtentwicklungssenatorin: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/wanderungen/de/s2_schimmelpfeng.shtml
@ Manuel: Nein, Quellen könnte ich nicht nennen, hab allerdings in meinem Bekanntenkreis schon öfter darüber diskutiert und das war irgendwie immer das erste Argument. Und sooo begehrt scheinen Wohnhochhäuser ja auch nicht zu sein sonst würde man da sicher mehr von bauen.
... und meine Gründe haben nichts mit sozialen Wohnungsbau zu tun sondern einfach damit, dass ich zum einen ein Fan von Altbauten bin und Hochhäuser im Kernstadtbereich generell ablehne, abgesehen davon auch leider an Höhenangst leide, weswegen ich in so einem Glasdildo in höheren Stockwerken durchaus Probleme hätte, näher als 2 Meter an so eine Glaswand zu gehen.
Meines Erachtens müssen in der Architektur einer Stadt alle Epochen ablesbar sein, auch die zukünftigen müssen ihren Platz bekommen. Die historische Architektur erhält ihren Glanz ja häufig gerade im Wechselspiel mit der Gegenwart. Gleichzeitig muss eine Stadt aber nach vorne schauen. Ergo nicht immer historisches nachbauen oder immer den gleichen Stil kopieren. Also was neues machen. Und drittens ist Berlin nicht Kuhkackerode, sondern will ja sowas wie eine Metropole sein. Und zum urbanen Stadtbild gehören Hochhäuser eben dazu. Meines Erachtens sind es im Berliner Stadtbild viel zu wenige (und ich rede hier nicht von Wohnhochhäusern wie im Märkischen Viertel oder Marzahn). Und ebenso viel zu wenig unkonventionelle Architektur und wenn, dann meistens immer in dieser furchtbaren Traufhöhe, so dass da ja nichts aus der Reihe tanzt.
Der Breitscheidplatz verströmt m.E. den Mief eines 500.000 Einwohner Stadt-Marktplatzes und nicht den Glanz einer Metropole, die keine Grenzen kennt.
Und zum urbanen Stadtbild gehören Hochhäuser eben dazu. Meines Erachtens sind es im Berliner Stadtbild viel zu wenige (und ich rede hier nicht von Wohnhochhäusern wie im Märkischen Viertel oder Marzahn
Das sehe ich anders. Rom hat m.E. ein deutlich urbaneres Stadtbild als Berlin. Und auch Paris, das ja im eigentlichen Kernbereich auch keine Hochhäuser hat, wirkt urbaner. Vielleicht könnte man New York oder Chicago als Gegenbeispiel heranziehen, aber ich sehe diese Städte nicht als urbaner sondern lediglich als höher an. Nur weil es in den Straßen ein wenig schattiger ist, heißt es nicht, dass diese Stadt auch "städtischer" ist.
Urban wirkt eine Stadt m.E. erst, wenn sie lebt, quasi 24h am Tag 365 Tage im Jahr auf den Straßen was los ist. Und dazu braucht man keine Hochhäuser.
Und gegen moderne Architektur habe ich auch nichts gesagt, bin allerdings der Ansicht, dass in unzerstörten Städten nicht unbedingt modern neugebaut werden muss wenn die historische Architektur noch alle wichtigsten Anforderungen erfüllt. Wenn irgendwo wenig bedeutsame und unansehnliche Altbauten etwas modernem Platz machen, ohne das ein historisches Ensemble darunter leidet, ist das völlig okay.
Wenn man jedoch eine Stadt hat, dessen Präsentanz der Kulturepochen bis 1945 vielleicht noch 10-30% beträgt, so ist es durchaus wünschenswert, wenn man Ensembles durch Rekonstruktionen ergänzt oder bedeutende Bauten rekonstruiert so wie es beim Hildesheimer Marktplatz oder in Frankfurt mit der Römerberg Ostzeile passiert ist.
Bitte nicht wieder eine Für oder Gegen Hochhaus Diskussion, wenn weiterhin darüber geredet wird machen wir ein neues Thema daraus...
cinerama
17.07.2005, 21:12
Auf den Glanz einer Metropole durch gepushte Hochhäuser (mit Büroräume in Überkapazitäten) können wir verzichten, da sie ein stimmiges Gesamtbild einer bestimmten Epoche auseinanderreissen.
Der Schritt zurück wäre da durchaus sinnvoller, und es gibt im Ausland wohl Stadtverwaltungen, die ihre Stadträume "zurückbauen".
Eine Manhattan-Skyline am Breitscheidplatz kreiert überhaupt keine Urbanität, wenn dafür
Theater, Restaurants, Kinos (Zoo-, Gloria- und Royal-Palast) abgerissen werden und selbst die "High Society", für die solche profanen Geschäftshäuser erbaut wurden, nach 18.00 Uhr nicht weiß, wohin sie gehen soll.
Die Imitiation eines Gewerberaumes á la Potsdamer Platz ist kreuzgefährlich. Auch wenn der Potsdamer Platz noch bommt, so werden seine "Halbwertzeiten" immer offensichtlicher. Kürzlich war Albert Speer jr. ebendort und lamentierte: "Ist doch trostlos hier! Aus Stein kann man doch Besseres bauen!"
Urbanität heißt m.E. auch Einschluss aller Klassen, auch der Unterpriviligierten (zum Beispiel durch Integration in Kneipen, Kinos, Kirchen, Zoologischen Gärten, bei Strassenhändlern usw.). Indem man gläserne Hochhäuser für die "High Society" baut (Fritz Langs "Metropolis" und billigere Science-Fiction-Filme läßt grüssen), aber das Proletariat außen vor oder in verslumten (und dennoch romantischen) Altbaugebieten in Neukölln und Kreuzberg beläßt, macht man sich zum Totengräber einer City.
Noch ein Nachtrag zur Hochhaus-/Geschäftsarchitektur, die angeblich so viel Fortschritt und Zukunft aufzeige: sie hat allgemein so wenig Charakter und Substanz, daß sie bereits nach wenigen Jahren "out" ist. Man vergleiche etwa Frankfurt/Main mit London: Gottseidank sind in London die historischen Stadtzentren weitgehend erhalten geblieben. Es war neulich dort einfach traumhaft zu flanieren im Gegensatz zu Berlin, Stadt der Abwickler, in der man leider geboren ist und sich zunehmend schämt für die Verantwortlichen, die hier alles platt machen mit Verweis auch angeblich zukunftsträchtige Investitionen. Bürger, Touristen, Proletarierer, Rennter, Jugendliche, Kinder, Kulturfreunde und das Kleingewerbe haben aber davon überhaupt nichts.
Die Bautendenzen in Berlin sind nach meinem dunklen Verdacht der Anfang eine irreparablen sozialen und wirtschaftlichen Verslumung, Vorboten einer sterbenden Stadt.
cinerama
17.07.2005, 21:18
@3rdwave: bitte nicht schon wieder einen neuen Thread aufmachen, der den Diskussionsfaden zerreisst! Dies geschah erst neulich (in der Filmtheaterdebatte) und hat zur Ausdünnung des Themas beigetragen.
Die Diskussion geht hier sehr konkret um Kurfürstendamm und Breitscheidplatz/Tauentzien.
In einer "separaten " Hchhausdiskussion verliert sich die Konkretion und gerät zum reinen Theoretisieren.
Es wundert mich schon, daß, sobald hier längere Beiträge und nicht nur private Nachrichten auf dem Einsatz-Modus ausgetasucht werden, plötzlich "Neben-Rubriken" eröffnet werden.
Bitte bleiben wir in der City-West, das möchte ich beantragen, denn ich bin hier vor 40 Jahren aufgewachsen!
Vielen Dank!
Ach ja ich vergaß wo Du mir Zensur vorgeworfen hast :nono:
Die "Neben-Rubriken" werden eröffnet um das Forum bzw. ein spezifisches Thema übersichtlich und lesbar zu halten. Was nutzt uns das ständige thematische Abschweifen?
Wie gesagt schick mir eine Private Nachricht wenn Du darüber weiterreden möchtest.
nitsche86
17.07.2005, 22:00
Das sehe ich anders. Rom hat m.E. ein deutlich urbaneres Stadtbild als Berlin.
Einspruch,
Und auch Paris, das ja im eigentlichen Kernbereich auch keine Hochhäuser hat, wirkt urbaner. Vielleicht könnte man New York oder Chicago als Gegenbeispiel heranziehen, aber ich sehe diese Städte nicht als urbaner sondern lediglich als höher an.
Ich finde New York ist die urbanste Stadt überhaupt.
Nur weil es in den Straßen ein wenig schattiger ist, heißt es nicht, dass diese Stadt auch "städtischer" ist.
Urban wirkt eine Stadt m.E. erst, wenn sie lebt, quasi 24h am Tag 365 Tage im Jahr auf den Straßen was los ist. Und dazu braucht man keine Hochhäuser.
Ich stimm dir da 100% zu.
Jedoch machen einige Hochpunkte eine Strasse / ein Viertel auch abends interessanter. Das wichtigste ist, das es nicht nur Büro ist. Warum gibts es noch keine Disco auf einem Hochhaus in Berlin? Oder zumindest ein chilliger Club.
Außerdem sind nachts beleuchtete Hochhäuser wunderschön und geben einer Strasse mehr Abwechslung. 1-3 moderne Hochhäuser am Kuhdamm, warum nicht? Es ist doch nicht gleich ein neues Manhattan.
Außerdem kann man in Berlin in den Kiezen nachts in der Woche an 365 Tagen feiern -und das seeeeehr gut-
Und gegen moderne Architektur habe ich auch nichts gesagt, bin allerdings der Ansicht, dass in unzerstörten Städten nicht unbedingt modern neugebaut werden muss wenn die historische Architektur noch alle wichtigsten Anforderungen erfüllt. Wenn irgendwo wenig bedeutsame und unansehnliche Altbauten etwas modernem Platz machen, ohne das ein historisches Ensemble darunter leidet, ist das völlig okay.
Wenn man jedoch eine Stadt hat, dessen Präsentanz der Kulturepochen bis 1945 vielleicht noch 10-30% beträgt, so ist es durchaus wünschenswert, wenn man Ensembles durch Rekonstruktionen ergänzt oder bedeutende Bauten rekonstruiert so wie es beim Hildesheimer Marktplatz oder in Frankfurt mit der Römerberg Ostzeile passiert ist.
Meine Rede, am Breitscheidtplatz findet man jedoch nur wenig historische Gebäude, die erhaltenswert sind, meiner Meinung nach.
Und das Schimmelpfennighaus find ich nicht wirklich besonders.
@cinerama: Also wenn das Zoo-Fenster mitsamt Hotelnutzung kommen sollte, erhält es jawohl auch Gastronomie und vielleicht würden die ja sogar noch so eine Bar gaaaaanz oben machen, was dann ja genial wäre (finde das Haus aber trotzdem irgendwie klobig). Und das neue Schimmelpfeng Haus (das wesentlich besser aussieht) bekommt ja ein vorgelagertes Geschäfsthaus. Das also durch die beiden Hochhäuser am Platz die Geschäftsdichte sinkt steht demnach nicht zu befürchten.
Ansonsten ist die Diskussion für oder wider Hochhäuser hier ja ohnedies müßig. Booni und cinerama mögen halt keine Hochhäuser. Geschenkt... ;)
cinerama
18.07.2005, 00:43
Ich fuhr selber eine Zeitlang gerne (in meiner Jugend) die Hochhäuser hoch, damals waren sie auch noch zugänglicher, bis sie gänzlich "privaitisiert" wurden. Stand dann der 80er/90er und dieser Jahre aber war: Aussichtsplattformen gab es am Kudamm schon lange nicht mehr, und das Europacenter hatte den I-Punkt schon Anfang der 80er Jahre geschlossen (jetzt macht er wieder auf, wo das Center mit Bürotower, Shopping-Fläche und dem kino-abrisswütigem Management in die Krise geraten ist: ein Flugsimulator muß schnell her, Motto: "Helicopter fliegt neues Kino aufs Dach des Europacenters" - Schlagzeile aus: Berliner Morgenpost). Allerdings: dieser eine I-Punkt im Eruopa-Center nebst dem nachwievor fast unvermieteten Bürotower reicht wohl völlig aus! Weitere kalte, sterile und blasse Glasfassaden und Bürohäuser (anstelle von Form und Charakter aus Stein) reissen die Region stilistisch m.E. auseinander. Wozu neue leere Bürohäuser? An der Ecke Joachimsthaler Str./Kantstr., an der ich täglich vorbeikomme, steht seit vier jahren ein neues, völlig unvermietetes neues Bürohaus (lediglich ein Sportgeschäft ist ins EG gezogen. Vorher gab es dort immerhin noch Privatwohnungen, ein mittelmässiges Restaurant und das Kino "Olympia", das ich gerne besuchte. Heute sehen wir dort eine tote Mars-Architektur ohne Sinn und Nutzen, übrigens mitverwaltet und vergeblich feilgeboten vom Management des Europacenters).
Nur ein totaler Rückbau in die 50er und 60er Jahre stellt warscheinlich den stimmigen Gesamteindruck in der City-West wieder her - oder andererseits der Totalabriss sämtlicher historischer Gebäude zugunsten der neuen Immobilienfonds.
Zuviel ist dort verbaut worden, und die Neugestaltung des Zoo-Borgens mit Hotels löst nicht die sozialen, kommunikativen und kulturellen Defizite der Region. Wer geht denn schon in Hotel-Restaurants und Nobel-Bars der High Society? Tatsächlich die urbane Population?
Nein, ich denke nämlich, selbst die jetzigen Klein-, Souvenir- und Ramschhändler im Bikini-Haus sorgen für mehr Leben, Abwechslung und Spaß als sämtliche ehrgeizigen Luxus-Projekte zusammengenommen, die noch anstehen. Selbstverständlich muß das gammelige Ambiente, der Drogenverkauf und die Unsauberkeit in der Region beseitigt werden. Dass aber ist die Aufgabe der Stadtreinigung, der Police und der Wachleute, die in der City-West selten einen Finger krumm machen.
"Back to the roots", würde ich schwärmerisch postulieren wollen. Gerne auch in Wiedererstehung von im Krieg zerstörten Gebäuden wie der Ecke am Gloria-Palast oder am Europa-Center, wo vorher das Romanische Café stand, wenn es hierfür denn Investoren gäbe...
Cinerama,
der von Dir verwendete Sprachgebrauch und die aufgezeigten Analogien lassen m. E. nur den Schluss zu, Du möchtest Deine Kindheitserinnerungen konservieren. Alles, was sich Dir dabei in den Weg stellt, wird mit Scheinargumenten überrollt (wie z. B. dem Leerstand, der Dich nicht die Bohne zu interessieren hat - Du musstest dazu extra das sehr seltene Beispiel des angeblich zuvor mit Leben gefüllten Ortes anführen, der einem leeren Bürohaus weichen musste).
Aber es sind nur Deine individuellen Erfahrungen und die daraus resultierenden Wünsche. Andere haben andere Wünsche und Sehnsüchte, wie Du hier eindrucksvoll lesen kannst. Verrate mir einen Grund, weshalb sich Planer, Investoren oder auch nur einfach gegenteilig denkende Personen in diesem Forum Deinen Ideen unterordnen sollten! Das funktioniert bestenfalls über konstruktive Debatten. Um zu überzeugen, solltest Du jedoch unumstößliche Sachargumente im Portfolio mitführen. Da Du nicht einmal auf meine Kommentare Deiner Aussagen eingehst, mag das bezweifelt werden.
Die von Dir bevorzugten Bauwerke der City-West, die in den 50er bis 60er Jahren entstanden sind, waren zu jener Zeit nichts weiter als Versatzstücke einer, nach Deinen Maßstäben wesentlich "inhumaneren" Stadtutopie. Es gilt hier also das Gleiche, wie in meinen ersten Anmerkungen zu Deinen Beiträgen zu lesen war: Beachte und akzeptiere den Kontext, in dem die jeweiligen Objekte enstanden sind! Nur so kannst Du der sich anbahnenden Depression entgehen. Oder willst Du das Schicksal kleingeistiger Kaffeetanten teilen, die immernoch den Kaiser wiederhaben wollen? ;)
Booni,
Dein Vergleich Berlins mit Rom hinkt - und das an vielen Stellen. Auch in der Senatspolitik ist man seit Jahren redlich bemüht, mediterrane Städte als Leitbild fungieren zu lassen. Trotz aller Bemühungen, bisher ohne sichtbaren Erfolg.
Erstens, die Urbanität Roms bedingt sich am anteilig wesentlich stärkeren Touristenaufkommen. Das widerum liegt an Attraktoren, die man in Berlin niemals so aus dem Boden stampfen könnte. Viele urbane Merkmale Roms sind ohne die Touristenströme nicht denkbar.
Zweitens, die dortigen Lebensgewohnheiten sind schon aus klimatischen Gründen nicht auf Berlin und den Breitscheidtplatz übertragbar.
Drittens, entsteht Roms Urbanität aus Dichte. Diese Dichte entstammt historischen Begebenheiten und ist auf die in weiten Teilen noch sehr junge Stadt Berlin nicht übertragbar. In jüngeren Städten wird Dichte daher meist eher durch Extensivierung (Höhe), statt duch Intensivierung (Enge) erzielt.
Viertens, verfügt Rom zwar über kein einziges Hochhaus im hier debattierten Sinne, zeichnet sich dafür jedoch gerade in den großen, im Laufe der letzten hundert Jahre gewachsenen Quartiere durch eine durchschnittliche Geschosszahl bei Wohngebäuden aus, die beinahe dem doppelten der in Berlin üblichen entspricht.
Fünftens, wird man in Rom die Konkurrenz von Neuem zu bestehenden, historisch wertvollen Objekten berechtigterweise vermeiden wollen. Über derartige überregional aktive Attraktoren verfügt Berlin kaum - schon garnicht am Breitscheidtplatz!
Sechstens, Berlin konkuriert vielmehr mit Metropolen wie Warschau, Paris, Wien, London oder auch Madrid. Im Vergleich zu Genannten sind wir, hochbautechnisch gesehen, Entwicklungsland. Und Dein Vergleich mit Paris hinkt auch insofern, als dass es a) im unmittelbaren Paris auch sehr wohl Gebäude gibt, die die Planungen am Breitscheidtplatz bis um den Faktor zwei übertreffen und b) La Concorde vom Pariser Zentrum nicht weiter entfernt ist als der Breitscheidtplatz von Berlin-Mitte.
Gruss
AeG
EDIT: Das muss natürlich "La Defense" heißen :)
cinerama
18.07.2005, 02:36
Das sind noch ganz gezielte Verdrehungen, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen urbane Strukturen anderer Städte mit Berlin ebendort vergleichen, wo der historische und architektonische Kontext gar nicht gegeben ist. Für Berlin-West ist die City-West sowohl Symbol des Wiederaufbaus wie auch ein Treffpunkt in stadtebaulich in den 50er/60er-Jahre geprägten Kultureinrichtungen. Diese mit den historischen altrömischen Zentren oder mit einem völlig neu erstandenen Stadtviertel wie dem pariser Platz La Concorde zu vergleichen, greift nicht durch, weil die City-West Berlins anders ist: eine Mixtur der Gründerarchitektur und der 50er Jahre, die stets strittig war.
Diese zugegebenermassen angestrengte Balance nunmehr durch Frankfurter Banker-Architektur gänzlich zunichte zu machen, überzeugt mich und andere auch dann nicht, wenn uns Gefühle oder "Jugenderinnerungen" entgegengehalten werden. Vermutlich ist der Verfasser des vorherigen Beitrages ein Mitstreiter der neuen City-West-Investoren? Oder der Fraktion "Alte gebt die Löffel ab?" Soviel Jubel auf Immobilien- und Banker-Investments ist schon nicht mehr rational nachvollziehbar und läßt mutmassen, daß hier jemand bestimmte Branchen und Geldinteressen vertritt, frage ich einmal höflich an.
Im übrigen greift jene Polemik meines Vorredners, ich würde den Anlegern etwas verbieten können, ins Leere, da diese Gesellschaften sich einen erheblichen Macht- und Gestaltungsraum (bis hinein in die Politik) verschafft haben, der den Gesamtinteressen der Stadt, seiner Bürger und der sozialen Wohlfahrt nicht zwingend verbündet ist und leider auch nicht "abwählbar" ist. Hier werden von meinem Vorredner die tatsächlichen Herrschaftsverhältnisse von den Füssen auf den Kopf gestellt, und diejenigen, die sich gegen einen verbauten Lebensraum in dieser Stadt zur Wehr setzen, mit einem Diktaturs-Nimbus etikettiert, der unter den gegebenen Verhältnissen jeglicher Grundlage entbehrt.
Der Gipfel des Chuzpes meines Vorredners ist gar die Zurechtweisung, es habe mich "nicht die Bohne zu interessieren", ob und wo ein (angeblich seltener) Leerstand in Berlin vorherrsche. Das klingt schon sehr verdächtig in anbetracht des tatsächlichen und bedrohlichen Bürohaus-Leerstandes (gerade wird ein weiteres an der Joachimsthaler Str. neben dem Swiss-Hotel fertiggestellt), der stadtweit bekannt ist und nunmehr den einst urbanen Kulturraum City-West zu überschwemmen hat, so daß ich jegliche Fortsetzung solcher Unternehmungen des Abrisses und durch zwielichtige Investoren verbaute Stadtzentren allmählich für ein Kapitalverbrechen halte.
"Eigentum verpflichtet!". Meine Herren - so steht es im Grundgesetz!
[...] Vermutlich ist der Verfasser des vorherigen Beitrages ein Mitstreiter der neuen City-West-Investoren? Oder der Fraktion "Alte gebt die Löffel ab?" Soviel Jubel auf Immobilien- und Banker-Investments ist schon nicht mehr rational nachvollziehbar und läßt mutmassen, daß hier jemand bestimmte Branchen und Geldinteressen vertritt, frage ich einmal höflich an.
Das ist eine völlig aus der Luft gegriffene Behauptung. Leider hat sie den Charackter einer Unterstellung. Daher muss ich annehmen, "mein Vorredner" ;) glaubt, lediglich er sei befähigt, Volkes mehrheitliche Meinung zu postulieren. Niemand hat Dich dazu legitimiert. Cinerama, das ist kleingeistiger Dünnpfiff, leider. Ich akzeptiere Deine Bedenken und versuche, sie zu entkräften. Dir hingegen fällt nichts besseres ein, als meine wohlgemeinte Absicht als Manipulationsversuch in kognito zu missdeuten. :nono:.
[...] Der Gipfel des Chuzpes meines Vorredners ist gar die Zurechtweisung, es habe mich "nicht die Bohne zu interessieren", ob und wo ein (angeblich seltener) Leerstand in Berlin vorherrsche[...]
Du hast mich auch hier missverstanden. Nicht der Leerstand ist selten (bis unwahrscheinlich), sondern die Tatsache, dass ein funktionierendes urbanes Quartier einem leerstehenden Renditeobjekt geopfert wird. Da Du offenbar die direkten Worte liebst nenne ich das mal so: Dein Beispiel ist an den Haaren herbeigezogener, konstruierter Unfung! Konkretisiere das doch bitte einmal. Weder das Viktoria-Areal, das Ku'damm-Eck, das alte C&A -Kaufhaus, der Royal-Palast oder die Leibnitz-Kollonaden waren/sind nach unserer Konvention vormals urbane Orte, die zwangsweise etwas Platz schaffen mussten für heutigen Leerstand. die Frage, was Dich am Leerstand von Orten interessiert, die zuvor nie so intensiv bewirtschaftet oder aber aufgegeben wurden, hast Du leider noch nicht beantwortet, Polemiker.
Und der Höhepunkt Deiner Argumentation ist der Verweis auf demokratische Instanzen! Das klingt hier gerade so, wie: "Ich bin zwar ungewillt, mich inhaltlich mit der Sache zu befassen (bzw., die Meinungen Andersdenkender zu akzeptieren), aber ich darf trotzdem mitreden, so steht's nunmal im Gesetz!" :lach: Aber erstens ist der demokratische Planungsprozess nicht dazu gedacht, als Verhinderungswerkzeug der Ewiggestrigen missbraucht zu werden und zweitens hat Demokratie in dieser Sache bisher nur dafür gesorgt, zu konservieren oder (faule) Kompromisse zu finden. Demokratische Beteiligung dient als Reißleine, um unbillige Härten für einzelne Betroffene zu verhindern. Neues, gar Innovatives kann sie dem Wesen nach im Falle von Architektur nicht erbringen. Nicht einmal in einer Wettbewerbsjury sind paritätische Verteilungen wünschenswert. Das ist auch gut so. Welche Merkmale der heute von Dir geliebten City-West wären denn möglich gewesen, hätte Demokratie in Deinem Sinne schon zu Zeiten vergangener Planungswellen "gewütet"? Denk mal darüber nach!
Ich wähle mal ein einfaches Beispiel, das auch Dir gerecht werden sollte: Der "Pöbel" kauft(e) wie verrückt Bohlen-Platten. Niemand, der sich intensiv mit Musik beschäftigt, wird Herrn Bohlen wegen seiner kompositiorischen, texterischen Qualitäten verehren (allenfalls sein Instinkt für die Masse würde Anerkennung finden). In Architektur und Städtebau verhält es sich ähnlich. Würdest Du einem ernsthaften Musiker mit Hilfe "demokratischer" Daumenschrauben nahelegen wollen, zukünftig nur noch Bohlen-Geklimper und -Gejodele zu imitieren? Nein? Aber warum hältst Du dann Architekten und Planer für "weltfremd"? Sind die alle im ersten Semester einer Gehirnwäsche unterzogen worden? Für den Fall, Du bist ein ganz Schlauer und sagst, in diesem Vergleich wären die neuen Planungen für die City-West die Entsprechung zu Bohlen-Mucke frage ich Dich vorauseilend, willst Du den Massengeschmack "demokratisch" verbieten? Letztlich entscheidet der Markt.
Die derzeitige "Balance" der City-West entstammt Deiner individuellen Wahrnehmung. Dass Du die bewahren willst, dürften inzwischen alle verstanden haben. Für mich ist sie das nicht, da ich - offenbar im Gegensatz zu Dir - über den Tellerrand hinaus schaue, Fantasie und Vorstellungskraft besitze und auch Risiken in Kauf nehme, wenn ich Chancen erkenne. Die City-West als kulturelles Zentrum von gestern ist auch Schnee von gestern. Sie funktioniert nicht als Freiluftmuseum für die Kindheitserinnerungen des Herrn Cinerama. Das musst Du begreifen! Du kannst sie nicht auf Kosten anderer konservieren. Dafür ist es eh zu spät. Sie muss sich neu erfinden. Und das tut sie gerade (oder schon seit Jahren). Die Chancen sind zu groß, als dass man sie den Wünschen von ein paar Krawallmachern, die irgendwann ins Gras beißen, unterordnen sollte. Es tut mir Leid um Deine Trauer. Aber versuch doch einfach im nächsten Leben, als Investor oder Planer auf die Welt zu kommen ;).
Gruss
AeG
nitsche86
18.07.2005, 12:03
Die City-West nach Vorbild der 50er und 60er Jahre Architektur wieder aufbauen und dann so zu konservieren.
Der Vorschlag sagt alles aus. Die City-West muss auch mit der Zeit gehen um zu überleben und die neuen Gebäude gefallen mir sehr gut.
cinerama
18.07.2005, 13:51
Diese Kontemplationen von @Aeg stellen unter dem Deckmantel der „Realpolitik“ die bis dato hemmungs- und skrupelloseste Manipulation von Öffentlichkeit dar, die ich wirklich seit langem vernommen habe. Ich verfechte daher einen mir sinnvoll erscheinenden Gegenstandpunkt, ob er nun Volkes (oder Investors) Meinung sei oder nicht. Der von meinem Vorredner bemühte Diskurs über Demokratieverständnis entlarvt sich schon dadurch, dass dieser Begriff stets dann instrumentalisiert wird, wenn es um eigene Interessen geht. Ich brauche also keineswegs „legitimiert“ zu sein, wie @Aeg einfordert, um das Wort zu ergreifen (notabene: es gibt seti dem 19. Jhd. in der bürgerlichen Verfassungeschichte Grundrechte, ohne die auch der Investor oder Spekulant keinen Handlungsraum hätte – und diese „Legitimation“ [Freibrief] wird ihm per Autorität als bestitzende Elite zuerkannt). Mein Vorredner @Aeg attestiert mir „Dünnpfiff“. Um hernach neuerlich kulturelle Bedürfnisse zu negieren, die Geschichte zu leugnen und den Bedürfnishorizont zu verrehen. Aus solchen Invektiven spricht (nach meinem Eindruck) elitärer Dünkel eine bestimmten Wirtschaftsklasse, die für sich reklamiert, Standortinteresse, Verantwortung und Leistungsbereitschaft inkarniert zu haben. Rhetorik und Ideologiegehalt jeher Ausführung sind ebenso polemisch wie mein Ansatz, und so sollte es auch offengelegt werden. Man kann doch nicht wie der Vorredner es tut einerseits einen Demokratiediskurs beginnen wollen (Historisches, Form, Verfassung, Plebiszit und Klassenspezifik würden hierbei zu unterschiedlichsten Kategorien führen, wo sich der Dikutan nicht heranwagt), andererseits aber „Demokratie“ (welche denn denn nun? Die bestehende?) als schädlich im Meinungs- und Entscheidungsprozess zu deklarieren, ich zitiere:
Aber erstens ist der demokratische Planungsprozess nicht dazu gedacht, als Verhinderungswerkzeug der Ewiggestrigen missbraucht zu werden und zweitens hat Demokratie in dieser Sache bisher nur dafür gesorgt, zu konservieren oder (faule) Kompromisse zu finden. Demokratische Beteiligung dient als Reißleine, um unbillige Härten für einzelne Betroffene zu verhindern. Neues, gar Innovatives kann sie dem Wesen nach im Falle von Architektur nicht erbringen. Nicht einmal in einer Wettbewerbsjury sind paritätische Verteilungen wünschenswert. Das ist auch gut so.
„Ewiggestrig“ als Vorwurf ließe sich beliebig in jede Richtung polemisieren: liest man solche Tiraden genauer, könnte man sie sogar zugunsten der „Legitimation“ der … sagen wir hier ruhig einmal … Nationalrevolutionären wenden: für Albert Speer sr. und seinen Mäzen wäre dies der Freibrief gewesen, halb Berlin abzubrennen und eine neue (geschichtslose und auf reine Machtrepräsentanz angelegte Metropole namens) Germania zu errichten. Dies wird mein Vorredner als überspitzt vehement von sich weisen, aber in der Rigorosität der epidemischen Abriss- und Neubaudebatten, in der die evidente Gesichts- und Charakterlosigkeit der neuen Fassaden zutage tritt (die statt Charakter lediglich ein kristallines Funkeln dem etwas gammeligen Look der Altfassaden entgegensetzen) erkenne ich einen globalisierten Macht-, Gestaltungs- und Konsumtionswahn ungebremster Spekulanten und freiwillig sich unterwerfender Konsumenten, der allenfalls der Rendite der Anleger zu dienen hat, wekche hier wie dort eine Dependenz durchboxen möchten, ungeachtet der vorherigen Kultursphäre in der Region. Die Kultursphäre in der City-West war (und ist) aber sehr vielgestaltig, Licht und Schatten finden sich hier, und es ist ein Unverfrorenheit, wenn die Ausführungen meines Vorredners @Aeg insinuieren, Volkes Wille, Wunsch, Bedürfnis und Entäusserung tendiere stets zur „Dieter-Bohlen-Mentalität“. Eine Carte blanche für Wirtschaftseliten, die im Staat das Sagen haben sollten, entlehne ich hieraus.
Die City-West hatte an Wertschöpfung, Entertainment, Kultur und Kommunikation mehr zu bieten. Sich hinzustellen und zu sagen, das sei alles vorbei, nun müsse was Neues her, gibt ganze Stadträume, um die selbst von den Investoren becircte Bezirkspolitiker noch kämpfen, dem Verfall preis und zur Gänze auf. Mir ist der Hintergrund solchen Abbruchs- und Neubauradikalismus nicht unbekannt, wird doch stets damit argumentiert, diese Stadt vertrage nicht drei Zentren: Alexanderplatz, Potsdamer Platz, City West.
Selbstredend verwahre ich mich dagegen. Auch ist zu fragen, ob das Projekt Potsdamer Platz (und die kommenden am Alexanderplatz) einen solchen Preis wert waren, in dem nun die Relikte der Wiederaufbauära zur Gänze geschleift werden? Dieser Tendenz einer Wirtschaftsdiktatur der Baulöwen und internationalen Konzerne muss massiv entgegengetreten werden, denn diese „Machtelite“ bringt es ungeniert fertig, nicht nur Geschichte, Kunst, Kommunikation und Baudenkmäler zu entsorgen, sondern am Ende den Menschen selbst. Dies bedeutet für mich "mit der Zeit gehen".
Konkret noch zu einigen angesprochenen City-West-Bauten, ich zitiere den Abgesang meines Vorredners:
Weder das Viktoria-Areal, das Ku'damm-Eck, das alte C&A -Kaufhaus, der Royal-Palast oder die Leibnitz-Kollonaden waren/sind nach unserer Konvention vormals urbane Orte, die zwangsweise etwas Platz schaffen mussten für heutigen Leerstand. die Frage, was Dich am Leerstand von Orten interessiert, die zuvor nie so intensiv bewirtschaftet oder aber aufgegeben wurden, hast Du leider noch nicht beantwortet, Polemiker.
Was warum und durch wen „intensiv“ genug bewirtschaftet wurde, darf gerne diskutiert werden! Aber eine Skizzierung der Mißwirtschaft ist m.E. keine Legitimierung für Abschaffung sinnvoller Gewerbeansiedlungen. Zumindest hatten diese Stätten eine höchst wechselhafte, abwechslungsreiche und sprudelnde urbane Kultur zu bieten, selbst an der Ecke Joachimsthaler Str. /Kantstr. wie bereits erläutert. Das Kudamm-Karree hatte das Panoptikum, eine Bowlingbahn, die Kinos „Camera“, „Oscar“ und „Smoky“, zwei Sexkinos und Videokabinen für das kleinstmögliche Vergnügen. Jetzt tobt sich dort die Monokulturation aus: Textilhopping ohne Ende, bis zum Abwinken. Sofern an einigen der genannten Orte sogar ein Leerstand auftritt („Filmbühne Wien“, das Bürohaus Ecke Joachimsthaler Str./Kantstr.), so erscheint mir der vorherige Zustand, mittlerweile selbst das Sexgewerbe, „humaner“ konzipiert gewesen zu sein, als spekulatives Investment und Kapitalverbrennung.
Noch ein Zitat des Herrn @Aeg:
Die City-West als kulturelles Zentrum von gestern ist auch Schnee von gestern. Sie funktioniert nicht als Freiluftmuseum (...).
Warum eigentlich nicht? Der authentische Rückbau in die 50er/60er Jahre, die ich antithetisch einmal als Maximalposition vorstelle, könnte eine atemberaubende Faszination und einen echten Publikumsmagneten – gerade auch für die Touristen – exemplifizieren. Diese City hätte – von Halensse bis zum Wittenbergplatz – hundertfach mehr zu bieten als die beiden anderen genannten Stadtzentren. Sie hat auch jetzt noch mehr zu bieten, wie mir einmal Dr. Hassemar, gleichwohl er einer der Schöpfer des Potsdamer Platzes war, kundtat.
Ein „Freiluftmuseum“ kann unter entsprechenden Bedingungen eine Sensation sein. Ich finde diese Idee ausgesprochen zündend! Ein authentischer Wiederaufbau von Stadtsektoren ist nicht unbedingt ein Zeichen von Einfallslosigkeit oder seines Sinns entraubtem Konservatismus: so wurde etwa die Altstadt Krakau authentisch wieder aufgebaut: eine Sensation.
Nichts gegen kühne, strahlende Architekturentwürfe des dritten Jahrtausends: wir brauchen diese Evolution, wenn sie den Stadtbewohnern dient. Warum aber, das wurde bereits von anderen Forumsteilnehmern gefragt, geschieht dies nicht auf brach liegenden Geländen, unbebautem Terrain oder auch am Stadtrand? Wenn diese Konzepte und Gewerbe derart überragend propektiert, dann dürften sie sich auch anderenorts durchsetzen. Dafür aber schafft man nicht die Geschichte ab, sondern engagiert sich für ihre Zeugnisse, erhält oder reaktiviert ihre Kultur.
Hier aber, in der City-West, besteht aus wohlüberlegtem Grunde ein Denkmalschutz.
@cinerama: Ich glaube, Dein Post könnte man tatsächlich schon als "schriftliches Filibustieren" bezeichnen. Um sich mit Deinem Post wirklich auseinanderzusetzen, müsste man ihn vollständig lesen, aber dagegen ist sogar das FAZ-Feuilleton kurzweilig formuliert... ;)
cinerama
18.07.2005, 14:02
Dies tut mir leid. Aber eine Diskussion (oder glaubhafte Erwiderung) ist nicht mit einem Einzeiler abzuhaken! Wer nicht diskutieren mag, sollte auch nicht "unflätig" Einzeiler absondern!
(Immerhin ist @AeG noch des Formulierens fähig). :lach:
Cinerama,
wir reden aneinander vorbei. Offenbar fokussierst Du Dich so sehr auf den vermeintlichen Wohlklang der eigenen Ausführungen, dass es Dir schwer fällt, meine Kommentare auf Anhieb richtig zu deuten.
Erstens, nicht ich habe den Demokratiebegriff instrumentalisiert. Du warst es! Aber ich liege wohl richtig in der Annahme, Du begreifst Dein verbrieftes Mitspracherecht als Waffe im Klassenkampf: Du, der kulturvolle Bürger gegen die niederen Interessen des Großkapitals. Richtig? Da liegt der Hase im Pfeffer begraben! Eingemauert in Deinen Kampfposten nimmst Du alles, was Deinen Zielen widerspricht, als Angriff auf Dich war. Und da Du Dich für eine gebildete Persönlichkeit hältst (Deine Wortwahl legt das nahe ;)) und die Nähe zu Gleichgesinnten suchst besteht Verdacht, Du/Ihr seid eine rechtschaffende Minderheit, wenn nicht gar eine unterdrückte Mehrheit. Zu bewegen haben sich die Anderen. Stimmt's? Dass vieles von dem, was an jüngeren Entwicklungen in der City-West sichtbar ist, bereits aus von Deinesgleichen bzw. der von Dir angerufenen Politik mitinitiierten Kompromissen besteht, blendest Du dabei aus. Musst Du auch, nur so kannst Du Deine prekäre Lage verkaufen.
Der 'Spekulant' bist im Übrigen Du. Du spekulierst darauf, wenn Du genug Wind machst, geschieht alles nach Deinem Gusto. Dumm nur: auf der 'grünen Wiese', wo Du das Kapital lieber verbuddelt sehen möchtest, warten schon längst Deine ländlichen Glaubensbrüder. Kalkül?
Zweitens, 'Dünnpfiff' bezog sich offensichtlich und ausschließlich auf Deine Unterstellung, ich wäre Teil Deines verfeindeten Gegenübers. Du hast natürlich recht, aus Deinem Klassenkampf-Mikrokosmos betrachtet hast Du gar keine andere Wahl, als diesen Schluss zu folgern. Das beweist aber leider nur Deine Verklemmtheit, Dein Schmoren im eigenen Saft!
Drittens, ich habe nirgends behauptet 'Volkes Wille, Wunsch, Bedürfnis und Entäusserung tendiere stets zur 'Dieter-Bohlen-Mentalität'". Das war ein rein hypothetischer Vorgriff auf mögliche Argumente Deinerseits. Abgesehen davon hat Herr Bohlen leider auch wesentlich mehr Tonträger umgesetzt, als viele ernstzunehmendere, engagiertere Zeitgenossen. Als jemand, der vorab nach Mehrheitsmeinungen ruft - ich tue das ausdrücklich nicht (Mehrheitsmeinungen bilden sich schließlich oft erst auf der Basis avantgardistischer Ergebnisse) - verwundert es mich sehr, dass diese auf einmal nicht mehr gelten sollen.
Der authentische Rückbau in die 50er/60er Jahre, die ich antithetisch einmal als Maximalposition vorstelle, könnte eine atemberaubende Faszination und einen echten Publikumsmagneten _ gerade auch für die Touristen _ exemplifizieren. [...]
Ein "Freiluftmuseum" kann unter entsprechenden Bedingungen eine Sensation sein. Ich finde diese Idee ausgesprochen zündend! Ein authentischer Wiederaufbau von Stadtsektoren ist nicht unbedingt ein Zeichen von Einfallslosigkeit oder seines Sinns entraubtem Konservatismus: so wurde etwa die Altstadt Krakau authentisch wieder aufgebaut: eine Sensation.
Siehst Du, Du stellst "Maximalforderungen" auf und Dein Gegenüber tut das ebenso. Was am Ende dabei herauskommt kannst Du an den neuesten Projekten der City-West ablesen. Das ist nämlich bereits das Ergebnis demokratischer Positionsfindung. Es zeugt nur von Deiner Unkenntnis, dass Du das nicht wahr haben willst. Wir sind bei meiner Lieblingsthese: Demokratie ist ein schlechter Bauherr.
Zu den "Sensationen": Ja, mag sein, für Krakau gilt das. Aber andernorts gibt es ebenso gegenteilige Entwicklungen, die hin und wider auch als "Sensation" Eingang in die Geschichte finden. Dein Beispiel war also überflüssig. Es manifestiert lediglich Deine, inzwischen wohlbekannte, Geisteshaltung.
"Ewiggestrig" als Vorwurf ließe sich beliebig in jede Richtung polemisieren [...] für Albert Speer sr. und seinen Mäzen wäre dies der Freibrief gewesen, halb Berlin abzubrennen und eine neue (geschichtslose und auf reine Machtrepräsentanz angelegte Metropole namens) Germania zu errichten.
So leid es mir tut, aber auch diese Ereignisse sind Bestandteil unserer Geschichte. Bei allem Übel, das dieses Regime über die Welt gebracht hat, wäre auch Deine Beispiel-Argumentation in sich schlüssig. Entgegen Deiner naiven Annahme wären die Speerschen Planungen keineswegs "geschichtslos" gewesen. Das, was Dich an der City-West an "historischen", scheinbar "gewachsenen" Strukturen so sehr zu beeindrucken scheint ist ebenso das Ergebnis weniger Jahre forcierter Bauwut! Aus heutiger Sicht wären Speers Umsetzungen zeitlich, wie von der hoheitlich determinierten Planung, näher an der zweiten Welle der Gründerzeit, wie sie die City-West bestimmt, als es das Hier und Jetzt ist. Begreife das! Es gibt in der City-West keinerlei Substanz, die sich mit der Altstadt von Krakau messen ließe!
Und bedenke auch, die Umsetzung der heutigen Quartiere in Charlottenburg und Wilmersdorf geschah keinesfalls ausschließlich auf der grünen Wiese. Es ist das Überstülpen des vor allem wilhelminischen Zeitgeschmacks auf Bestehendes/Bestandenes. Hier erneut mein Einwand: Wäre es unter Teilnahme von Deinesgleichen damals so entstanden? Alles, was im späteren Verlauf an Kriegszerstörtem ersetzt oder einfach nur hinzugefügt wurde entspricht architektonisch wie ökonomisch den jeweiligen Erfordernissen seiner Zeit. Weshalb die Zäsur ausgerechnet Punkt 1914 oder, wie in Deinem Falle: 1969, erfolgen solle, müsstest Du mit ernstzunehmenden Argumenten belegen.
Dieser Tendenz einer Wirtschaftsdiktatur der Baulöwen und internationalen Konzerne muss massiv entgegengetreten werden, denn diese "Machtelite" bringt es ungeniert fertig, nicht nur Geschichte, Kunst, Kommunikation und Baudenkmäler zu entsorgen, sondern am Ende den Menschen selbst. Dies bedeutet für mich "mit der Zeit gehen".
Wieder eine Deiner Klassenkampf-Parolen! Dieses Szenario stammt vielleicht aus einer fragwürdigen Science Fiction -Vorlage. Fakt ist, "Baulöwen" oder auch "internationale Konzerne" sind immanent gezwungen, ihre Investitionen so zu tätigen, dass sie auf eine Mehrheit nicht abstoßend wirken. Sie werden von Personen gelenkt, deren eigener Wohlstand an den der Konsumenten gekoppelt ist. Für Auswüchse existieren demokratische Instanzen! Letztere können jedoch nicht in die detaillierte Gestaltung eingreifen, wie weiter oben erläutert wurde: zu recht! Und für den Fall, es geht dennoch etwas schief, so haben wir das unter "try&error" zu verbuchen. Nur wer nichts tut macht auch keine Fehler!
Gruss
AeG
Es gibt ja auch erhaltenswertes an der Ecke, was ja auch nicht zur Disposition steht. Die 3 Gebäude der Gedächtniskirche, der Zoo-Palast (naja gut, der steht schon zur Disposition) und auch das Europa-Center und natürlich die Kranzler-Rotunde. Und natürlich auch dieses furchtbare Bikini-Haus. Es ist ja nicht so, dass hier ein Kahlschlag ansteht.
Eben! Das, was erhalten wird und das, was neu hinzukommt entstammt einem weitestgehenden Konsens zwischen Politik und Planern. Cineramas bewußte(?) Verdrängung der Realitäten - bis hin zur Infragestellung der Integrität am Planungsprozess Beteiligter - dient lediglich dem vordergründigen Zweck, seinen individuellen Maximalforderungen das Antlitz öffentlich zu fordernder Notwendigkeiten einzuhauchen!
In meinen Augen ist das einzig erhaltenswerteder gründerzeitliche Stumpf der K-W-Gedächtniskirche. M.E. sollte man - wenn man sie als Mahnmal gegen den Krieg stehen lassen will - die Eiermann-Bunker abreißen oder ins Hansaviertel versetzen und den Rest rekonstruieren, den Eiermann damals beseitigen lassen hat. So wie jetzt ist es in meinen Augen eher ein Mahnmal gegen die Abrisswut und 50er-Jahre-Architektur.
Und ich sehe für den Breitscheidplatz nur eine Rettung und zwar ein kompletter Neubau um den Rest der Gedächtniskirche in den Dimensionen der Vorkriegsbebauung. Am liebsten natürlich eine Rekonstruktion, denn das Ensemble um die Gedächtniskirche war schon was einmaliges aber da steh ich sicher alleine auf weiter Flur.
Man soll die Meinung anderer ja respektieren, aber was sich hier abspielt... :puke:
Konsequenzen aus diesem Post nehme ich in Kauf...
Von mir brauchst du keine erwarten, denke manchmal genauso über deine Postings, kann mich aber zurückhalten das zu sagen, ich denk mir dann auch immer, andere Meinungen muss man akzeptieren.
... anders würden Internetforen auch gar nicht funktionieren.
cinerama
19.07.2005, 00:29
Cinerama,
Aber ich liege wohl richtig in der Annahme, Du begreifst Dein verbrieftes Mitspracherecht als Waffe im Klassenkampf: Du, der kulturvolle Bürger gegen die niederen Interessen des Großkapitals. Richtig? Da liegt der Hase im Pfeffer begraben! Eingemauert in Deinen Kampfposten nimmst Du alles, was Deinen Zielen widerspricht, als Angriff auf Dich war.
Mir sagt es wenig, wer hier Dinge persönlich abhandelt: es geht um objektiv vorhandene Fragestellungen zur Urbanität und Lebensqualität. Hierbei kann gar nicht konsequent genug gestritten werden.
Und da Du Dich für eine gebildete Persönlichkeit hältst (Deine Wortwahl legt das nahe ) und die Nähe zu Gleichgesinnten suchst besteht Verdacht, Du/Ihr seid eine rechtschaffende Minderheit, wenn nicht gar eine unterdrückte Mehrheit. Zu bewegen haben sich die Anderen. Stimmt's?
Das ist möglich, ebenso aber auch auf Irrtum beruhend. Dass vieles von dem, was an jüngeren Entwicklungen in der City-West sichtbar ist, bereits aus von Deinesgleichen bzw. der von Dir angerufenen Politik mitinitiierten Kompromissen besteht, blendest Du dabei aus.
Von Anbeginn war es ein politischer Skandal, an einem historisch seit 40 Jahren zerstörtem und an Bedeutung verlorenenen Standort (Potsdamer Platz) eine überflüssige und minderwertige neue City zu erbauen, die zur Verdrängung von m.E. beachtlicheren Standorten führte.
Musst Du auch, nur so kannst Du Deine prekäre Lage verkaufen.
Bitte?
Der 'Spekulant' bist im Übrigen Du. Du spekulierst darauf, wenn Du genug Wind machst, geschieht alles nach Deinem Gusto.
Na zumindest, dass endlich die Vernunft einkehrt und die Einsicht in die Kurzsichtigkeit eines Abrissautomatismus die Überhand gewinnt. Die Entsorgung gerade der 50er und besonders der 60er Jahre-Architektur ist derzeit én vogue.
Dumm nur: auf der 'grünen Wiese', wo Du das Kapital lieber verbuddelt sehen möchtest, warten schon längst Deine ländlichen Glaubensbrüder. Kalkül?
Wie bitte?
Zweitens, 'Dünnpfiff' bezog sich offensichtlich und ausschließlich auf Deine Unterstellung, ich wäre Teil Deines verfeindeten Gegenübers. Du hast natürlich recht, aus Deinem Klassenkampf-Mikrokosmos betrachtet hast Du gar keine andere Wahl, als diesen Schluss zu folgern. Das beweist aber leider nur Deine Verklemmtheit, Dein Schmoren im eigenen Saft!
Sorry, Deine Äusserungen sprechen eine klare Sprache. In einer Stadt, die von solchen Projekten und Machern bestimmt wird, mögen wir nicht mehr leben. Es ist doch pervers, was hier ansteht.
Drittens, ich habe nirgends behauptet 'Volkes Wille, Wunsch, Bedürfnis und Entäusserung tendiere stets zur 'Dieter-Bohlen-Mentalität'". Das war ein rein hypothetischer Vorgriff auf mögliche Argumente Deinerseits.
Lassen wir das.
Abgesehen davon hat Herr Bohlen leider auch wesentlich mehr Tonträger umgesetzt, als viele ernstzunehmendere, engagiertere Zeitgenossen. Als jemand, der vorab nach Mehrheitsmeinungen ruft - ich tue das ausdrücklich nicht (Mehrheitsmeinungen bilden sich schließlich oft erst auf der Basis avantgardistischer Ergebnisse) - verwundert es mich sehr, dass diese auf einmal nicht mehr gelten sollen.
Bohlen ist genauso eine vorübergehende Mode wie Konsumarchitektur, die uns von Spekulantenseite als glitzerndes Trugbild verkauft werden soll. In wenigen Jahren (wenn es zu spät ist) rauft man sich darüber die Haare, da sich dieser Stil als kurzlebig oder inhaltsleer erwiesen hat.
Siehst Du, Du stellst "Maximalforderungen" auf und Dein Gegenüber tut das ebenso.
So ist es. Das klärt die Positionen.
Was am Ende dabei herauskommt kannst Du an den neuesten Projekten der City-West ablesen. Das ist nämlich bereits das Ergebnis demokratischer Positionsfindung. Es zeugt nur von Deiner Unkenntnis, dass Du das nicht wahr haben willst. Wir sind bei meiner Lieblingsthese: Demokratie ist ein schlechter Bauherr.
Auf Senats- und Bezirksebene ist noch überhaupt nichts entschÃ*eden. Diese Planungsvorhaben gehen sowohl über den Tisch der Senatskanzlei (Ingeborg Junge-Reyer) wie auch – da der Bezirk sich ein „Mitspracherecht“ zurückerkämpfen will, über den Tisch von Baustadtrat Dr. Gröhler und Bezirksbürgermeisterin Frau Thiemann. Diese Leute sind mir bereits begegnet (als Folge meiner Anti-Abriss-Kampagne am Europacneter). Auch die BVV wünscht ein Mitspracherecht. Entscheiden werden auch die Bauämter. Rein rechtlich betrachtet. Die Praxis wird wohl wieder vom Kapital diktiert.
Zu den "Sensationen": Ja, mag sein, für Krakau gilt das. Aber andernorts gibt es ebenso gegenteilige Entwicklungen, die hin und wider auch als "Sensation" Eingang in die Geschichte finden.
Welche denn? Der neue, kulturlose Breitscheidplatz anno 2010? Oder der Potsdamer Platz?
Dein Beispiel [Albert Speer-Entwürfe für "Germania", Erg. d. V.] war also überflüssig. Es manifestiert lediglich Deine, inzwischen wohlbekannte, Geisteshaltung.
So leid es mir tut, aber auch diese Ereignisse sind Bestandteil unserer Geschichte. Bei allem Übel, das dieses Regime über die Welt gebracht hat, wäre auch Deine Beispiel-Argumentation in sich schlüssig. Entgegen Deiner naiven Annahme wären die Speerschen Planungen keineswegs "geschichtslos" gewesen. Das, was Dich an der City-West an "historischen", scheinbar "gewachsenen" Strukturen so sehr zu beeindrucken scheint ist ebenso das Ergebnis weniger Jahre forcierter Bauwut!
Auf die 50er Jahre bezogen ist dies zutreffend. Tlws. widersprüchlich und auch im Geschmack verirrt, mitunter stilistisch sogar entgleisend. Aber: es war ein Unterhaltungsparadies noch in den 90er Jahren gegenüber dem, was an Neubauwüsten dort droht.
Aus heutiger Sicht wären Speers Umsetzungen zeitlich, wie von der hoheitlich determinierten Planung, näher an der zweiten Welle der Gründerzeit, wie sie die City-West bestimmt, als es das Hier und Jetzt ist.
Das ist hypertroph aufgeblasener Neo-Klassizismus: weder Avantgarde noch geschichtsbewußt. Ein zu Stein gewordener Totalitarismus, nicht mehr und nicht weniger.
Begreife das! Es gibt in der City-West keinerlei Substanz, die sich mit der Altstadt von Krakau messen ließe!
Die Häuser der Gründerzeit sind durchaus beachtliche Stätten. Auch der Eiermann-Bau der KWG (habe dort jahrelang gewirkt) und fast alle pompösen oder auch verschachtelten Filmtheater (habe dort ebenfalls jahrelang gewirkt). Etliche Theaterbauten sind es: TeDeWe, Renaissance-Theater, Theater und Komödie am Kurfürstendamm (ebenfalls schliessungsbedroht), etliche Restaurants und Hotels (das alte Kempinski ebenso wie der Neubau (!) des Swiss-Hotels), das Kaufhaus KaDeWe ist es ohnehin.
Und bedenke auch, die Umsetzung der heutigen Quartiere in Charlottenburg und Wilmersdorf geschah keinesfalls ausschließlich auf der grünen Wiese. Es ist das Überstülpen des vor allem wilhelminischen Zeitgeschmacks auf Bestehendes/Bestandenes.
Kein Einwand: es ist wilheminische Protzarchitektur. Sie hat aber eine historische Autonomie entwickelt, ein Eigenleben und sinnstiftende Moment und Identitäten hervorgebracht: man fühlt sich darin heute „wohler“, als unter den Fittichen seelenloser Bürohausarchitektur (siehe Potsdamer Platz).
Hier erneut mein Einwand: Wäre es unter Teilnahme von Deinesgleichen damals so entstanden?
Nein. In einer – wir kehren gern zurück zur „Klassenkampfpolemik“ – siegreichen Arbeiterrepublik wäre einiges anders und nützlicher gebaut worden.
Alles, was im späteren Verlauf an Kriegszerstörtem ersetzt oder einfach nur hinzugefügt wurde entspricht architektonisch wie ökonomisch den jeweiligen Erfordernissen seiner Zeit.
Nein. Nicht nur ökonomischen. Auch ideologische und kulturelle Botschaften sollten damit ausgesandt werden: die City-West als Sinnbild des Lebenswillens einer isolierten Stadt, als Symbol der Vitalität und Lebensqualität (Unterhaltung & Kultur) der sozusagen bedrängten Westberliner im Widersatz zur SBZ.
Weshalb die Zäsur ausgerechnet Punkt 1914 oder, wie in Deinem Falle: 1969, erfolgen solle, müsstest Du mit ernstzunehmenden Argumenten belegen.
Der Höhepunkt der Vitaltität am Breitscheidplatz erfolgte m.E. mit der Ergänzung der umliegenden Theater, Restaurants und Filmtheater durch die umstrittende Erbauung des Europacenters mit dem kühnsten Kinoentwurf, den ich kenne. Nach 1965 setzte somit die Degenerationsphase ein, da die dort tätigen Unternehmen selten reform- und erneuerungsfähig waren. Der Abriss des MGM-Kinos 1977 war ein erster Schock für dei Berliner, der Bau des Kudamm-Karrees und des Kudamm-Ecks eine unaugegorene Replik auf das Europccenter, gleichwohl sich dort als Subkultur beachtliche Biotope entwickelten, den neuen Glitzerbauten am Breitscheidplatz nicht zutraue,
Fakt ist, "Baulöwen" oder auch "internationale Konzerne" sind immanent gezwungen, ihre Investitionen so zu tätigen, dass sie auf eine Mehrheit nicht abstoßend wirken.
Dafür gibt es aber leider zu genüge Gegenbeispiele! Das Vertrauen in die Vernunft und Bildung des Bauherrn ist ein sehr frommer Wunsch. Ich kenne einige dieser Herren: aus meiner Sicht verdienen sie die Verfrachtung in eine LPG.
Sie werden von Personen gelenkt, deren eigener Wohlstand an den der Konsumenten gekoppelt ist.
Das ist bereits auch ideologisch, entspringt scheinbar der fordististischen Auffassung: der Markt richtet es schon irgendwie. Leider aber hat sich das Gegenteil als richtig herausgestellt: ein kurzsichtiges Profitinteresse einiger weniger zerstört seit längerem die Lebensgrundlagen vieler. Dies ist eine nun wirklich unumstößliche Tatsache – darüber kann ich nicht diskutieren.
Für Auswüchse existieren demokratische Instanzen!
Bitte? Wir leben in einer Phase der Entpolitisierung von Politik. Politiker als Weisungsempfänger von Lobbyisten, die sich auf eine „Realpolitik“ oder den „Sachzwang“ berufen, um somit zu verharmlosen, dass sie dem Zerstörungszug des Kapitals nicht mehr entgegenzusetzen wissen.
Letztere können jedoch nicht in die detaillierte Gestaltung eingreifen, wie weiter oben erläutert wurde: zu recht! Und für den Fall, es geht dennoch etwas schief, so haben wir das unter "try&error" zu verbuchen. Nur wer nichts tut macht auch keine Fehler!
Die „Versuch und Irrrtum“ entsorgt derzeit unsere Nachkriegsgeschichte, unsere Identität, unsere Lebens- und Unterhaltungszentren, die Kultur, die Theater, die Kinos und durchaus restaurierungswürdige Nachkriegsgebäude. Schönen Dank!
Es gibt ja auch erhaltenswertes an der Ecke, was ja auch nicht zur Disposition steht. Die 3 Gebäude der Gedächtniskirche, der Zoo-Palast (naja gut, der steht schon zur Disposition) und auch das Europa-Center und natürlich die Kranzler-Rotunde. Und natürlich auch dieses furchtbare Bikini-Haus. Es ist ja nicht so, dass hier ein Kahlschlag ansteht.
Also: wenn das Schimmelpfennighaus abgerissen wird, der ROYAL PALAST (als einzig bedeutender Teil des Europacenters) abgerissen wird, wenn auch der ZOO PALAST (nach Vorstellung von Herrn Strieder und seiner Nachfolgerin) „weichen“ soll, wenn die Flachbauten im Bikinihaus definitiv verschwinden sollten, dann nenne ich das einen Kahlschlag, der auch durch neue Glitzerbauten, deren Modernität bekanntlich schnell verblasst, nicht ersetzt werden kann, da diese Objekt keine Nutzung der sinnvollerweise bislang bekannten Spezifik vorsehen. Diese Bebauungswut hat zur Folge, dass man sich das neue Zentrum zwei- oder dreimal anschaut, und danach die City-West abhakt, die für Touristen, Theater- und Filmfreunde, für Souvenirsammler, Caffé-Besucher und Flaneure immer weniger zu bieten hat. Die dort zu erwartenden High-Society-Vergnügungen (im 25. Stockwerk eine Bürohochhauses) laufen am Leben der Bevölkerung vorbei.
Eben! Das, was erhalten wird und das, was neu hinzukommt entstammt einem weitestgehenden Konsens zwischen Politik und Planern. Cineramas bewußte(?) Verdrängung der Realitäten - bis hin zur Infragestellung der Integrität am Planungsprozess Beteiligter - dient lediglich dem vordergründigen Zweck, seinen individuellen Maximalforderungen das Antlitz öffentlich zu fordernder Notwendigkeiten einzuhauchen!
Es gibt keinen „Konsens“ der Politiker, soweit ich die Positionen in der BVV und in der Stadtverwaltung kenne. Diese Eintracht der Vernunft ist eine Illusion. Der Mahlstrom der Globalisierung und des (derzeit sehr „bösen“!) Kapitals ordnet die kulturellen Bedürfnisse den Expansionsinteressen des Großhandels unter, der nur an willfährigen Konsumenten interessiert ist, selten aber soziale und kulturelle Zukunftsvisionen hat. Man schaue sich nur um in dieser Stadt, vom Leerstand und langweiliger Bürohausarchitektur wird man förmlich erdrückt.
WwwwooooooooHhhhooooooooo!!!
@cinerama und AeG:
Sobald man fürs Abscrollen eines Beitrags mit dem Maus-Rad mehr als vier Umdrehungen braucht, ist die Schmerzensgrenze um einiges überschritten. :hammerlol
Trotzdem RE-SPEKT für Euren Einsatz! ;)
Deadeye,
die Sache mit dem Mausrad lässt sich irgendwo einstellen ;)
Cinerama,
die Art, wie Du Zitate formatierst ist gewitzt, lässt meinerseits kein sinnstiftendes Zitieren zur Beantwortung zu. Leider! Ich hoffe dennoch, Du behältst den Überblick.
Mir sagt es wenig, wer hier Dinge persönlich abhandelt: es geht um objektiv vorhandene Fragestellungen zur Urbanität und Lebensqualität. Hierbei kann gar nicht konsequent genug gestritten werden.
Ja, die Fragestellungen sind objektiv vorhanden. Ob das für Deine Positionen gilt, sei dahingestellt. Sicher ist lediglich, Du streitest "konsequent".
Das ist möglich, ebenso aber auch auf Irrtum beruhend.
Schön, dass wir darüber gesprochen haben, Spaßvogel.
Von Anbeginn war es ein politischer Skandal, an einem historisch seit 40 Jahren zerstörtem und an Bedeutung verlorenenen Standort (Potsdamer Platz) eine überflüssige und minderwertige neue City zu erbauen, die zur Verdrängung von m.E. beachtlicheren Standorten führte.
Endlich lese ich mal das lang ersehnte "m. E." in Deinen Ausführungen. Das geschieht viel zu selten. Folgerichtig muss es aber auch heißen: es war aus Deiner Sicht von Anfang an skandalös - nur aus Deiner Sicht! Hast Du jemals darüber nachgedacht, ob es nicht bewußtes politisches Kalkül war, den miefigen Breitscheidt- und Alexanderplätzen dieser Stadt einen "Zonen"-übergreifenden, integrativen Mittelpunkt zu Seite zu stellen? Und "minderwertig" ist am Potsdamer Platz vor allem, dass er bei seiner Entstehung nicht auf Höhe der Zeit war und die ambitionierten Planungen der Investoren dergestalt kastriert wurden. Er ist objektiv ein Kompromiss der Politik zwischen dem "bösen" Großkapital und Bedenkenträgern wie Deinesgleichen. Dass er (noch) nicht so geschliffen und umgenutzt ist, wie Dein geliebter Breitscheidtplatz, kann man ihm aufgrund seines Alters kaum zum Vorwurf machen. Was hättest denn Du am liebsten an jener Stelle errichtet? Hättest ihn wohlmöglich als Brachland belassen, den politischen Resultaten Deiner geliebten 50/60er Jahre folgend?
Bitte?
Haha! Sätze aus ihrem Kontext lösen, zitieren und dann an der eigenen Interpretation scheitern, das ist schon sehr komisch!
Na zumindest, dass endlich die Vernunft einkehrt und die Einsicht in die Kurzsichtigkeit eines Abrissautomatismus die Überhand gewinnt. Die Entsorgung gerade der 50er und besonders der 60er Jahre-Architektur ist derzeit én vogue.
Da gebe ich Dir ausnahmsweise recht. Das ist wirklich "en vogue", leider. Das bedeutet aber nicht, dass ich deshalb die Qualität des Ersatzes in Frage stelle. Nebenbei bemerkt, das ist kein neues Spiel. Um 1905 wurden viele Villen aus der Zeit um 1850 platt gemacht, um 1960 dann vieles aus der Zeit um 1905 usw. Auch hier wieder die Frage, was stört Dich an der Vereinnahmung der Stadt durch die jeweilige Zeit? Weshalb muss es auf einmal eine Zäsur geben?
Wie bitte?
Was ist daran unklar? Du fokussierst Dich argumentativ auf den Bestand der City-West. Andere reklamieren ihre jeweiligen Bedenken. Das Bedenkenträgertum, verbunden mit der Ausnutzung rechtsstaatlicher Lücken und dem "Marsch durch die Institutionen" ist nunmal hierzulande sehr populär. Wenn ich als Bauherr also eh mit Wiederstand zu rechnen habe (grundsätzlich! irgend eine Gruppierung kraucht immer aus ihrem Loch!), dann kann ich mir wenigstens den besten Standort aussuchen. Richtig?
Sorry, Deine Äusserungen sprechen eine klare Sprache. In einer Stadt, die von solchen Projekten und Machern bestimmt wird, mögen wir nicht mehr leben. Es ist doch pervers, was hier ansteht.
Die "Sprache Deiner Äußerungen" ist auch wohlbekannt. Eins zu eins, würde ich sagen. Benutze Du nur das kollektive "wir". Damit wäre auch die Frage zu Einschub Nummer zwei geklärt. Und vor dem Attribut "pervers" vermisse ich das "m. E." Andernfalls bitte ich um objektive Begründung! Apropos pervers: Wie stehst Du eigentlich zum Sex vor der Ehe?
Lassen wir das.
Gut.
Bohlen ist genauso eine vorübergehende Mode wie Konsumarchitektur, die uns von Spekulantenseite als glitzerndes Trugbild verkauft werden soll. In wenigen Jahren (wenn es zu spät ist) rauft man sich darüber die Haare, da sich dieser Stil als kurzlebig oder inhaltsleer erwiesen hat.
So, nun bist Du also doch in meine Falle getreten. Du hast meine Beispielargumetation scheinbar tatsächlich nicht verstanden. Darum stellt sich hier wiederholt die Frage: Geht's Dir nun um Mehrheitsentscheidungen, oder nicht? Oder ist das immer nur dann der Fall, wenn Du sie zu Deinem Nutzen gebrauchen kannst?
So ist es. Das klärt die Positionen.
Na Bitte. Aber weshalb spielst Du dann die beleidigte Leberwurst, wenn der Konsens nicht deutlich auf Deiner Hälfte des Meinungsspektrums zum Tragen kommt?
Auf Senats- und Bezirksebene ist noch überhaupt nichts entschÃ*eden. Diese Planungsvorhaben gehen sowohl über den Tisch der Senatskanzlei (Ingeborg Junge-Reyer) wie auch ? da der Bezirk sich ein ?Mitspracherecht? zurückerkämpfen will, über den Tisch von Baustadtrat Dr. Gröhler und Bezirksbürgermeisterin Frau Thiemann. Diese Leute sind mir bereits begegnet (als Folge meiner Anti-Abriss-Kampagne am Europacneter). Auch die BVV wünscht ein Mitspracherecht. Entscheiden werden auch die Bauämter. Rein rechtlich betrachtet. Die Praxis wird wohl wieder vom Kapital diktiert.
Ich sprach zunächst von dem, was an neueren Projekten in der Citiy-West bereits realisiert wurde. Auch diese prangerst Du schließlich an. Und auf diesen konkreten Beispielen wird sich wohl Deine pauschale negative Einschätzung beziehen. Oft genug konnte das "Kapital" seine Vorstelungen nicht oder nur teilweise umsetzen, den von Dir genannten Instanzen sei gedankt. Wie Du bereits richtig erkannt hast, wird das auch zukünftig so sein. Aber ich verstehe Dich richtig, erst die Aufgabe von allem, was Dir und Deinesgleichen mißfällt, begreifst Du als demokratisch legitimiertes Ergebnis? Träum weiter, Extremist! Wie wärs mit einer späten Karriere als Bombenleger?
Nebenbei, ich bin auch Extremist. Entweder, man baut so, wie ursprünglich fachlich, gestalterisch und ökonomisch korrekt geplant wurde, oder man lässt es ganz bleiben. Die Stadt würde schon sehen, was sie vom Machtmißbrauch zu Gunsten marktschreierischer Wählerschaft hätte. Wobei, sie spürt es schon so. Das Investitionsklima und damit die wirtschaftliche Situation seiner Bewohner ist in Berlin alles andere als optimal. Ein Zufall, dass der wirtschaftliche Niedergang weltweit immer mit dem "Aufschrei der Gerechten" korreliert? Naja, Kompromisse sind unter Extremisten eben unerwünscht.
Welche denn? Der neue, kulturlose Breitscheidplatz anno 2010? Oder der Potsdamer Platz?
Die Welt ist voll davon. Dass die außerhalb Deines Fokus' liegen, hättest Du nicht extra erwähnen müssen. Auch der "alte" Breitscheidtplatz ist im Übrigen mal durch Neubau und nicht durch Konservierung entstanden.
Auf die 50er Jahre bezogen ist dies zutreffend. Tlws. widersprüchlich und auch im Geschmack verirrt, mitunter stilistisch sogar entgleisend. Aber: es war ein Unterhaltungsparadies noch in den 90er Jahren gegenüber dem, was an Neubauwüsten dort droht.
Erstens stellt sich die Frage, was zuerst wegbrach: das Unterhaltungsangebot, oder dessen Nachfrage? Zweitens kannst Du in einer liberalen Gesellschaft weder zum Kulturkonsum zwingen, noch kannst Du die Monopolstellung bestimmter Kulturbetriebe staatlich verordnen. Das realsozialistische Gegenbeispiel hat das schon nicht überlebt.
Das ist hypertroph aufgeblasener Neo-Klassizismus: weder Avantgarde noch geschichtsbewußt. Ein zu Stein gewordener Totalitarismus, nicht mehr und nicht weniger.
Das hebt meine Festellung nicht auf. Es ging auch nicht um die Frage, ob es "geschichtsbewußt" sei, sondern darum, ob es die Geschichte widerspiegelt. Und das würden die Speerschen Planungen im heutigen Stadtbild tun. Abgesehen davon war diese Spielart des Neo-Neo-Klassizismus zu jener Zeit weltweit populär. Das wird nur gerne ausgeblendet, um das Abschreckende des NS-Regimes auch auf dieser Ebene besser bildlich darstellen zu können. Am Rande: mir ist auch keine "wissenschaftliche" Literatur zur Baugeschichte/Architekturtheorie bekannt, die so unwissenschaftlich wäre, wie die Abhandlungen zur Architektur des dritten Reiches.
Die Häuser der Gründerzeit sind durchaus beachtliche Stätten. Auch der Eiermann-Bau der KWG (habe dort jahrelang gewirkt) und fast alle pompösen oder auch verschachtelten Filmtheater (habe dort ebenfalls jahrelang gewirkt). Etliche Theaterbauten sind es: TeDeWe, Renaissance-Theater, Theater und Komödie am Kurfürstendamm (ebenfalls schliessungsbedroht), etliche Restaurants und Hotels (das alte Kempinski ebenso wie der Neubau (!) des Swiss-Hotels), das Kaufhaus KaDeWe ist es ohnehin.
Sehr schön. Ich behaupte auch nicht, sie seien unbedeutend. Sie sind - mehr oder weniger - bedeutend auf kultureller Ebene. Aber alle von Dir genannten Stätten stehen nicht zur Disposition. Und ich dachte schon, wir sprechen von bauhistorisch wichtigen Zeugnissen? Interessant ist auch, dass hier noch das Swiss-Hotel in deiner Haben-Liste geführt wird. Dabei huldigst Du doch weiter unten der Ramsch-Kultur des vormaligen Ku'damm-Ecks.
Kein Einwand: es ist wilheminische Protzarchitektur. Sie hat aber eine historische Autonomie entwickelt, ein Eigenleben und sinnstiftende Moment und Identitäten hervorgebracht: man fühlt sich darin heute ?wohler?, als unter den Fittichen seelenloser Bürohausarchitektur (siehe Potsdamer Platz).
Aha! Putz, Stein und Ornamentik gleich Seele! Stahl, Glas, Beton gleich seelenlos! Das trifft nur leider nicht auf "man" zu, sondern auf "einge", zu denen Du offenbar gehörst (wer hätte das gedacht?!). Ich behaupte hingegen, Deine Wahrnehmung (der ich nur schlecht widersprechen kann), basiert nicht rational auf den verwendeten Materialen und der Formensprache, sondern einzig auf der von Dir bereits genannten "historischen Autonomie". Diese Bauten wären auch aus bereits zuvor genannten Gründen nicht so reproduzierbar - mit Sozialromatikern wie Dir gleich garnicht! Dass jüngere Gebäude, die ein Abbild ihrer jeweiligen Zeit darstellen, diese "Autonomie" noch nicht besitzen können, muss eigentlich klar sein. Gerade Dir, als jemandem, dem die Bauten der 50er und 60er Jahre ans Herz gewachsen sind sollte erkannt haben, dass solche Bezüge Kopfgeburten sind. Räume neueren Entwicklungen die Chance ein, ihre ganz eigene Identität ebenso im Laufe der Zeit entwickeln zu können! Nur, weil Du das vielleicht nicht mehr erleben wirst, musst Du nicht auf die Barrikaden gehen. Derartigen Entwicklungen pauschal abzusprechen, würde nur von verengter Sichtweise zeugen.
Nein. In einer ? wir kehren gern zurück zur ?Klassenkampfpolemik? ? siegreichen Arbeiterrepublik wäre einiges anders und nützlicher gebaut worden.
Thema verfehlt! Aber ich räume Dir eine zweite Chance zur Beantwortung meiner Frage ein. Oder sollte ich das Geschriebene als Eingeständnis werten?
ein. Nicht nur ökonomischen. Auch ideologische und kulturelle Botschaften sollten damit ausgesandt werden: die City-West als Sinnbild des Lebenswillens einer isolierten Stadt, als Symbol der Vitalität und Lebensqualität (Unterhaltung & Kultur) der sozusagen bedrängten Westberliner im Widersatz zur SBZ.
Da stimme ich Dir zu. Allerdings sind die Resultate dieser Auferstehung häufig so provinziell gehalten wie es das Leben der Stadt zu jener Zeit war. Sie war politisch eingeengt. Und wegen dieser Fesseln wurde sie im Verlauf von vielen Metropolen baugeschichtlich und wirtschaftlich überrundet. Die politischen Rahmenbedingungen sind heute andere. Die Forderung, die Zeit der Isolation und der wirtschaftlichen Allimentierung bauhistorisch wie kulurell konservieren zu wollen, muss daher scheitern.
Der Höhepunkt der Vitaltität am Breitscheidplatz erfolgte m.E. mit der Ergänzung der umliegenden Theater, Restaurants und Filmtheater durch die umstrittende Erbauung des Europacenters mit dem kühnsten Kinoentwurf, den ich kenne. Nach 1965 setzte somit die Degenerationsphase ein, da die dort tätigen Unternehmen selten reform- und erneuerungsfähig waren. Der Abriss des MGM-Kinos 1977 war ein erster Schock für dei Berliner, der Bau des Kudamm-Karrees und des Kudamm-Ecks eine unaugegorene Replik auf das Europccenter, gleichwohl sich dort als Subkultur beachtliche Biotope entwickelten, den neuen Glitzerbauten am Breitscheidplatz nicht zutraue
Siehst Du, auch das Europa-Center - samt dem von Dir geliebten Kino - ist so ein Fall, der nie entstanden wäre, wären Deinesgleichen früher geboren und hätten lautstärker getrommelt. Zweitens, Du kannst den historischen Bedeutungswandel der City-West, der Deiner Meinung nach auch Management-Fehlern geschuldet ist, nicht mit dem Erhalt der Bausubstanz seiner Blütezeit stoppen!
Dafür gibt es aber leider zu genüge Gegenbeispiele! Das Vertrauen in die Vernunft und Bildung des Bauherrn ist ein sehr frommer Wunsch. Ich kenne einige dieser Herren: aus meiner Sicht verdienen sie die Verfrachtung in eine LPG.
In der Kanalisierung ausufernder Interessen sehe ich dann auch die Legitimation politischer Planungsinstanzen. Das gilt allerdings nicht für ihren Mißbrauch durch die Interessen einzelner Extremisten.
Das ist bereits auch ideologisch, entspringt scheinbar der fordististischen Auffassung: der Markt richtet es schon irgendwie. Leider aber hat sich das Gegenteil als richtig herausgestellt: ein kurzsichtiges Profitinteresse einiger weniger zerstört seit längerem die Lebensgrundlagen vieler. Dies ist eine nun wirklich unumstößliche Tatsache ? darüber kann ich nicht diskutieren.
Fakt ist, die Horror-Szenarien Dir offenbar nahestehender, philosophischer Vordenker haben sich auch nicht erfüllt! Mit dem Verweis auf Negativ-Beispiele Chancen zunichte zu machen ist das heutige Grundübel! Verantwortlich dafür ist u. a. die Politik, die Dich als potentiellen Wähler nicht vergraulen will. Was das "kurzsichtige Profitinteresse" betrifft: Gerade die Berliner Bauten der Gründerzeit, die Du heute so schätzt und denen Du eine eigene Identität nachsagst, sind in Organisation, Konstruktion und Ausführung ursprünglich oft gerade jenem Interesse unterworfen gewesen. Auch hier gilt wieder, ich bitte um Objektivität!
Bitte? Wir leben in einer Phase der Entpolitisierung von Politik. Politiker als Weisungsempfänger von Lobbyisten, die sich auf eine ?Realpolitik? oder den ?Sachzwang? berufen, um somit zu verharmlosen, dass sie dem Zerstörungszug des Kapitals nicht mehr entgegenzusetzen wissen.
Das ist Dein politischer Standpunkt, keinesfalls aber eine Tatsache! Bisher musste sich noch jede politische Strömung in der Machtposition den Realitäten beugen. ich würde gerne sehen, wie Oskar und Gregor daran zerbrechen. Wenn Du Positionen vertrittst, die unsere Wirtschaftsodrnung anzweifeln und der Politik die Integrität absprichst, dann kämpfst Du hier aber an der falschen Stelle, findest Du nicht?
Die ?Versuch und Irrrtum? entsorgt derzeit unsere Nachkriegsgeschichte, unsere Identität, unsere Lebens- und Unterhaltungszentren, die Kultur, die Theater, die Kinos und durchaus restaurierungswürdige Nachkriegsgebäude. Schönen Dank!
Nein, nein und nochmals nein! Es steht lediglich ein Bruchteil dessen zur Disposition, was diese Geschichte ausmacht! Ich dachte, Deine Maximalforderungen seien taktisch initiiert? Aber scheinbar bist Du wirklich ein Extremist. Und wenn Du Deine Identität eins zu eins kommenden Generationen überhelfen willst, ohne Raum für Veränderung zu schaffen, dann beweißt das nur, für wie wichtig Du Dich und Deine Positionen hältst. Ansonsten gelten die Einschübe 1 bis 24 auf diesen Kommentar.
so: wenn das Schimmelpfennighaus abgerissen wird, der ROYAL PALAST (als einzig bedeutender Teil des Europacenters) abgerissen wird, wenn auch der ZOO PALAST (nach Vorstellung von Herrn Strieder und seiner Nachfolgerin) ?weichen? soll, wenn die Flachbauten im Bikinihaus definitiv verschwinden sollten, dann nenne ich das einen Kahlschlag, der auch durch neue Glitzerbauten, deren Modernität bekanntlich schnell verblasst, nicht ersetzt werden kann, da diese Objekt keine Nutzung der sinnvollerweise bislang bekannten Spezifik vorsehen. Diese Bebauungswut hat zur Folge, dass man sich das neue Zentrum zwei- oder dreimal anschaut, und danach die City-West abhakt, die für Touristen, Theater- und Filmfreunde, für Souvenirsammler, Caffé-Besucher und Flaneure immer weniger zu bieten hat. Die dort zu erwartenden High-Society-Vergnügungen (im 25. Stockwerk eine Bürohochhauses) laufen am Leben der Bevölkerung vorbei.
Ich halte das nicht für einen "Kahlschlag". Aber zugegeben, für engstirnige Gemüter ist das sicher etwas viel auf einmal. Und auch hier gilt wieder: wenn sich die Nutzungsgewohnheiten ändern, stehen auch die Hüllen zur Disposition. Die Gründe für den Erhalt, bzw. den Ersatz einzelner, von Dir genannter Bauwerke sind auch viel zu differenziert, als dass es Deinem pauschalen Gejammer gerecht würde.
Es gibt keinen ?Konsens? der Politiker, soweit ich die Positionen in der BVV und in der Stadtverwaltung kenne. Diese Eintracht der Vernunft ist eine Illusion. Der Mahlstrom der Globalisierung und des (derzeit sehr ?bösen?!) Kapitals ordnet die kulturellen Bedürfnisse den Expansionsinteressen des Großhandels unter, der nur an willfährigen Konsumenten interessiert ist, selten aber soziale und kulturelle Zukunftsvisionen hat. Man schaue sich nur um in dieser Stadt, vom Leerstand und langweiliger Bürohausarchitektur wird man förmlich erdrückt.
Wie Du von Leerstand erdrückt wirst, musst Du mir mal vormachen. "Konsens" bedeutet auch kaum, dass alle am Verfahren Beteiligten dem Ergebnis zujubeln. Das ist auch nicht das Ziel. Aber die Politik sitzt letztlich am längeren Hebel, wie augenscheinlich an vielen Projekten in dieser Stadt erkennbar ist. Sie macht nach wie vor die Vorgaben - wenn auch offenbar nur selten in Deinem Interesse. Bemühe dazu nur dieses Forum und Du weißt, wie oft schon die Planungen von Investoren zu Rohrkrepierern wurden. Und versuch ruhig, ohne Investoren auszukommen. Laß mich raten, die einen spielen Theater, die anderen führen Filme vor und wieder andere predigen. Daraus basteln wir uns dann einen Super-Wirtschaftskreislauf. Bravo! Nach meiner Meinung ist die Realität in dieser Stadt immernoch die, dass Politiker eher zu sehr auf ihr Wahlvolk achten und diesem nachgeben, statt sich strategisch am Allgemeinwohl zu orientieren. Für diese These findet man mehr Belege, als für Deine.
Ich wage die Aussage, ohne die Regulierungswut und den Machtanspruch politischer Instanzen wäre der alte Rogers-Entwurf für das vormalige Brau-und-Brunnen -Areal längst realisiert worden. Möglich, dass er nicht optimal für diesen Standort gewesen wäre. Aber besser als die Jahrhundert-Brache wäre er auf jeden Fall. Das gilt analog für viele gescheiterte Projekte der Boomzeit zu Beginn der 90er Jahre, als die Politik noch großspurig und machtversessen meinte, den scheinbar unbegrenzten Andrang filtern zu müssen. Möglicherweise hätte die Stadt an der Realisierung vieler gescheiterter Projekte partizipiert und eine ganz andere Signalwirkung im harten Wettbewerb europäischer Metropolen erzielt. Der Aufsprung auf den Zug neuer weltwirtschaftlicher Begebenheiten mit dem Ende der Sowjetunion und ihrer Verbündeten hat die Berliner Politik auf dieser Ebene alles andere als optimal erzielt.
Gruss
AeG
Edit: Der von Dir geschätzte Volker Hassemer vertrat seinerzeit teils wesentlich radikalere Positionen. Von Fachkundigen wird er vielfach als der letzte intelligente Amtsinhaber auf diesem Senatorenposten gehandelt.
Wollt ihr euch nicht nen Extra Thread aufmachen??? die übersichtlichkeit leidet hier langsam ganz gewaltig. Und ihr bezieht euch zwar auch auf die City West. Aber eigentlich geht es hier ja um was anderes. Etwas grundsätzliches. Schön, wenn euch die Diskussion spaß macht, aber ich wäre halt dafür, das ihr euch dafür nen Thread aufmacht. ;)
(der Einwand kommt auch nicht von mir allein, ich weiß, dass es anderen hier genauso geht)
(der Einwand kommt auch nicht von mir allein, ich weiß, dass es anderen hier genauso geht)
Klar, ist ja auch schon schriftlich fixiert worden ;).
Meinetwegen soll's 'nen neuen Thread geben. Aber dafür wäre der Genosse Cinerama zuständig. Der ist gerade am Drücker. Aber wer weiß, ob er/es dazu kommt? Die Positionen scheinen eh verhärtet.
Edit: Meine, wie auch Cineramas Positionen orientieren sich jedoch sehr stark an der City-West. Und ich für meinen Teil betrachte den Wert des jeweiligen Bestandes auch individuell und fälle keine Pauschalurteile über Altes, wie Neues.
Ku'damm ecke Kneesbeck nimmt immer weiter Form an:
http://img329.imageshack.us/img329/2139/dscn58224fn.th.jpg (http://img329.imageshack.us/my.php?image=dscn58224fn.jpg) http://img307.imageshack.us/img307/9499/dscn58235bn.th.jpg (http://img307.imageshack.us/my.php?image=dscn58235bn.jpg) http://img307.imageshack.us/img307/5766/dscn58247gu.th.jpg (http://img307.imageshack.us/my.php?image=dscn58247gu.jpg) http://img307.imageshack.us/img307/7746/dscn58253lt.th.jpg (http://img307.imageshack.us/my.php?image=dscn58253lt.jpg)#
http://img307.imageshack.us/img307/3187/dscn58272oa.th.jpg (http://img307.imageshack.us/my.php?image=dscn58272oa.jpg) http://img307.imageshack.us/img307/6707/dscn58293qd.th.jpg (http://img307.imageshack.us/my.php?image=dscn58293qd.jpg)
Hmm, die Platten sehen etw. locker aus, irgendwie...Aber endlich sieht man Mal etw. mehr. Muss ich mir demnächst Mal live anschauen.
Der Breitscheidplatz ist jetzt "sauber" sieht allerdings ein bißchen nach "Flickenteppich" aus, da überall unterschiedlich Weiß bzw. sogar schon wieder Grautöne zu sehen sind.
Des Weiteren hat im Kranzler Eck gestern Vodafone einen recht großen Shop eröffnet (neben dem Schuhof Ecke Johannisthale glaube ich), jetzt ist diese ecke also wieder vermietet.
ansonsten wird irgendwo auf höhe der Bleibtreustraße(bzw. eine davor(richtung Tauentziehn) glaub ich) ein Eckhaus eingerüstet und wahrscheinlich saniert.
@ Breitscheidplatz:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/472717.html
"Das Facelifting dauert noch"
"Weitere Baustellen verzögern die Sanierung des Breitscheidplatzes"
"Auf der nördlichen Seite verschwindet der Autotunnel an der Budapester Straße, in der Mitte wird der achteckige Bau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche saniert und auf dem Platz selbst werden die Bodenplatten aufgeraut."
"Eigentlich wollte der Bezirk bereits in diesem Jahr mit seinen Arbeiten fertig sein. Doch daraus wird nichts. "Die Arbeiten am Tunnel und an der Kirche verzögern die Sanierung des Platzes bis 2006", sagt Klaus-Dieter Gröhler (CDU), Baustadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf. So wolle zum Beispiel die Kirche auch die Stufen sanieren - bis dahin müsse mit dem Aufrauen der Platten gewartet werden."
"Dass sich der Breitscheidplatz verändert, ist nicht zu übersehen. 300 Quadratmeter Bodenplatten wurden bereits ausgetauscht, neue Bänke aufgestellt, Bäume gepflanzt und das Pflaster aufgeraut - so dass es jetzt deutlich heller erscheint. Auch die Hochbeete und die vergammelten Holzbänke an der Budapester Straße sind verschwunden. Als "Facelifting" hatte Baustadtrat Gröhler die Arbeiten vor einem Jahr bezeichnet und "mehr Sauberkeit, Sicherheit und optische Veränderungen" versprochen."
"em Baustadtrat ist das Müllproblem bekannt. Deshalb soll der Breitscheidplatz neue, größere Müllbehälter bekommen. "Wir haben schon ein Modell gesehen, sind damit aber nicht zufrieden", sagt Gröhler. Sie könnten leicht zerkratzt werden, zudem würden Aufkleber an ihnen gut haften. Gröhler kündigte an, mit der BSR über einen anderen Reinigungsmodus verhandeln zu wollen. "Mir wäre es lieb, wenn der Platz einmal täglich nass gereinigt werden könnte.""
(EDIT: Mir auch;))
Hier noch ein paar historische Infos:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/472721.html?2005-08-09
"Der erste Name war Gutenbergplatz"
"Die Lage: Der Breitscheidplatz wird im Norden von der Budapester Straße begrenzt und im Süden von Kurfürstendamm und Tauentzien. Seine heutige Form hat er seit dem Jahr 1984."
"Die Namensgeber: Der 1889 angelegte Platz hieß zunächst Gutenbergplatz, ab 1892 Auguste-Victoria-Platz. 1947 wurde er nach dem Sozialdemokraten Rudolf Breitscheid benannt."
"Der Tunnel: Viele Jahre führte zwischen Budapester Straße und Tauentzien eine Straße quer über den Platz. Um den Knotenpunkt zu entlasten, wurde 1960 ein Tunnel auf der Budapester Straße gebaut. Die Straße über den Platz verschwand 1970. "
Ideologische Vorbehalte mal über Bord geworfen frage ich mich, ob nicht am Ende der "Rückbau" des Platzes zum Verkehrsknotenpunkt das Gesündeste für die Gegend wäre.
Es würde bestimmt die Kreuzungen Joachimsthaler/Ecke Ku'damm und /Ecke Kantstraße entlasten. Wenn ich sehe, was dort sich manchmal für Knoten bilden, weil nicht nur die, die zum Bhf. Zoo und zur TU wollen bzw. von dort kommen da langfahren, sondern auch die, die zur Budapester wollen dort lang müssen.
Wie meint ihr das mit dem Verkehrsknotenpunkt? Einen Kreisel um die K-W-G-K? Fänd ich gut.
cinerama
09.08.2005, 22:40
Cinerama,
(…) Hast Du jemals darüber nachgedacht, ob es nicht bewußtes politisches Kalkül war, den miefigen Breitscheidt- und Alexanderplätzen dieser Stadt einen "Zonen"-übergreifenden, integrativen Mittelpunkt zu Seite zu stellen?
Das war mit eine Dr.-Helmut-Kohl-Enscheidung, internationale Konzerne nach Berlin zu holen und in einer frei werdenden Brache anzusiedeln. Den „Rest“ (ein bisschen „Kultur) hatte halt sein Parteigenosse Dr. Hassemer irgendwie durchzukämpfen, was Kohl nicht sonderlich tangierte (das weiß ich aus internen Verlautbarungen).
Nur: für mich persönlich (und viele anderen Bevölkerungsgruppen) war der Potsdamer Platz keine Notwendigkeit, da dessen Funktionen durch die anderen City wahrgenommen wurde, die jetzt zusammenbrechen.
Dieses Projekt war m.E. also ein irrationale, ja geradezu gewaltsame Unternehmung, die mehr Schaden als Nutzen gebracht hat. Viele mögen diesen Platz nicht, einige hassen ihn, wirklich brauchen tat ihn keiner.
Und "minderwertig" ist am Potsdamer Platz vor allem, dass er bei seiner Entstehung nicht auf Höhe der Zeit war und die ambitionierten Planungen der Investoren dergestalt kastriert wurden. Er ist objektiv ein Kompromiss der Politik zwischen dem "bösen" Großkapital und Bedenkenträgern wie Deinesgleichen. Dass er (noch) nicht so geschliffen und umgenutzt ist, wie Dein geliebter Breitscheidtplatz, kann man ihm aufgrund seines Alters kaum zum Vorwurf machen. Was hättest denn Du am liebsten an jener Stelle errichtet? Hättest ihn wohlmöglich als Brachland belassen, den politischen Resultaten Deiner geliebten 50/60er Jahre folgend?
Ich habe gerade erst vor drei Tagen in einer Bibliothek die Architektur-Entwürfe von etwa 2005 zum Potsdamer Platz gesehen, die Du vermutlich hier auslobst. Dort waren unscharf das Daimler-Gelände und das Sony-Gelände skizziert: nichts vom Filmhaus (Filmmuseum, Kinemathek; Arsenal, Filmakademie) oder der Festspiele GmbH erkennbar, nicht einmal die unsäglichen CineStar- und CinemaxX-Kinos (letztere wurden ja erst sehr kurzfristig in dieses Bürohaus an der Voxtr. 2 eingemiet) gab es dort, auch kein Kugelkino (IMAX-Discovery) oder das billige Stella-MusicaöTheater waren verortbar. Allerdings führte eine Auto-Entlastungsstraße noch vor Ende der Potsdamer Straße und vor dem Hyatt-Hotel und Staatsbibliothek vorbei über das Terrain des heutigen Musical-Theaters.
Dieser Entwurf war ein rein "Potemkinsches „Dorf“, eine fade, gestaltlose, unmenschliche und sinnentleerte Konzernzentrale, wie man sie langweiliger kaum mehr finden dürfte.
Nebenbei bemerkt, das ist kein neues Spiel. Um 1905 wurden viele Villen aus der Zeit um 1850 platt gemacht, um 1960 dann vieles aus der Zeit um 1905 usw. Auch hier wieder die Frage, was stört Dich an der Vereinnahmung der Stadt durch die jeweilige Zeit? Weshalb muss es auf einmal eine Zäsur geben?
Natürlich gab es Abrisse und Niederreissungen zu allen Zeiten, von der großen Bilbiothek in Alexandria bis hin zu Karthargo. Von der Potsdamer Garnisons-Kirche bis hin zum Berliner Stadtschloß. Alles dies sind ahistorische, partei-herrschaftlich bezweckte oder anderseits vom Ausbeutertum durchgeführte Handlungen gegen die freie Entfaltungsmöglichkeit und gegen sinnstiftende Lebensräume der Bevölkerung.
Du fokussierst Dich argumentativ auf den Bestand der City-West. Andere reklamieren ihre jeweiligen Bedenken. Das Bedenkenträgertum, verbunden mit der Ausnutzung rechtsstaatlicher Lücken und dem "Marsch durch die Institutionen" ist nunmal hierzulande sehr populär. Wenn ich als Bauherr also eh mit Wiederstand zu rechnen habe (grundsätzlich! irgend eine Gruppierung kraucht immer aus ihrem Loch!), dann kann ich mir wenigstens den besten Standort aussuchen. Richtig?
Was heißt „Bedenkenträger“? Wenn es diese überhaupt noch gibt, dann sind es die letzten Funken an Widerstand gegen einseitig umgenützte Lebensräume zugunsten ausschließlich weniger Profithaie, die sich nicht die Bohne für die Lebensqualität der Bevölkerung kümmern.
Ich sprach zunächst von dem, was an neueren Projekten in der Citiy-West bereits realisiert wurde. Auch diese prangerst Du schließlich an. (…). Oft genug konnte das "Kapital" seine Vorstelungen nicht oder nur teilweise umsetzen, den von Dir genannten Instanzen sei gedankt. Wie Du bereits richtig erkannt hast, wird das auch zukünftig so sein. Aber ich verstehe Dich richtig, erst die Aufgabe von allem, was Dir und Deinesgleichen mißfällt, begreifst Du als demokratisch legitimiertes Ergebnis? Träum weiter, Extremist! Wie wärs mit einer späten Karriere als Bombenleger?
Ja, denn trotz einer beachtlicheren Architektur ist die Ecke Joachimsthaler Strasse/Kudamm mit lediglich einem textilkaufhaus und einem Swiss-Hotel eine relativ einfallslose, dröge Gegend geworden. Der „Ramschladen“ Kudamm-Eck (von der Sittenlosigkeit begonnen bis hin zum Panoptikum, zur Kegelbahn, zu Souvenirgeschäften, zu drei kleinen Kinos) hatte mehr „Leben“, mehr Großstadt-Flair. Die originellste Fassade also nützt wenig, wenn die Mieter für die Bevölkerung wenig bieten. Daher meine Farbe an die etwas Älteren in diesem Forum? Ward Ihr früher häufiger im Kudamm-Karree als im jetzigen Gebäude, oder umgekehrt? Wenn ja, warum ist das so? An diesem Punkt hätte der Inhalt für mich Priorität vor einer gleissenden, leider aber sinnentleerten Fassade. Auch das sind Fragen vom Zweck und der Zielsetzung von Architektur.
Nebenbei, ich bin auch Extremist. Entweder, man baut so, wie ursprünglich fachlich, gestalterisch und ökonomisch korrekt geplant wurde, oder man lässt es ganz bleiben. Die Stadt würde schon sehen, was sie vom Machtmißbrauch zu Gunsten marktschreierischer Wählerschaft hätte. Wobei, sie spürt es schon so. Das Investitionsklima und damit die wirtschaftliche Situation seiner Bewohner ist in Berlin alles andere als optimal. Ein Zufall, dass der wirtschaftliche Niedergang weltweit immer mit dem "Aufschrei der Gerechten" korreliert? Naja, Kompromisse sind unter Extremisten eben unerwünscht.
Wenn Du in Deinem Sinne ökonomische Ziele, also Besitztümer, Immobilien und Ansiedlungen anstrebst, so werden diese aussschließlich Deinem Interesse der Gewinnmaximierung (ein Begriff der BWL-Lehre) dienen, der nicht kongruent mit den Lebensinteressen eines Großteils der Bevölkerung gehen muß. Die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, kulturelle Einfalt, poltische Gleichschaltung, Arbeitslosigkeit, Umwelt- und friedenssichernde Maßnahmen werden von Deiner Klasse nicht zuallererst problematisiert. Deine Gruppierung verfolgt nur ihre eigenen Interessen und hat ein Interesse an der Spaltung und Verdummung der Gesellschaft. Diesem „Machtanspruch“, ideologisch, ökonomisch, kulturell, kann Architektur durchaus dienlich sein. Sie „veredelt“ also hochbrisante, politische Ambitionen.
Auch der "alte" Breitscheidtplatz ist im Übrigen mal durch Neubau und nicht durch Konservierung entstanden. Erstens stellt sich die Frage, was zuerst wegbrach: das Unterhaltungsangebot, oder dessen Nachfrage? Zweitens kannst Du in einer liberalen Gesellschaft weder zum Kulturkonsum zwingen, noch kannst Du die Monopolstellung bestimmter Kulturbetriebe staatlich verordnen. Das realsozialistische Gegenbeispiel hat das schon nicht überlebt.
Das Unterhaltungsangebot in der City-West war durchaus auch ökonomisch bedeutsam, bis (überflüssige) Überkapazitäten am Potsdmaer Platz entstanden. Dies ist eine katastrophale Entscheidung der Bundespolitik gewesen, denn es war absehbar, dass Berlin nicht 3 Citys aufrechterhalten kann. Der Neo-Liberalismus und die Blase des „New Economy“ haben hier zu schweren Verwerfungen geführt. Ich halte diese Entwicklungen für durchaus bekämpfenswert.
Aha! Putz, Stein und Ornamentik gleich Seele! Stahl, Glas, Beton gleich seelenlos! Das trifft nur leider nicht auf "man" zu, sondern auf "einge", zu denen Du offenbar gehörst (wer hätte das gedacht?!).[…]. Gerade Dir, als jemandem, dem die Bauten der 50er und 60er Jahre ans Herz gewachsen sind sollte erkannt haben, dass solche Bezüge Kopfgeburten sind. Räume neueren Entwicklungen die Chance ein, ihre ganz eigene Identität ebenso im Laufe der Zeit entwickeln zu können! Nur, weil Du das vielleicht nicht mehr erleben wirst, musst Du nicht auf die Barrikaden gehen. Derartigen Entwicklungen pauschal abzusprechen, würde nur von verengter Sichtweise zeugen.
Welche Identität entwickeln bitteschön C & A, das Swiss-Hotel, der Abriss von Zoo- und Royal-Palast, der hier ebenfalls im Forum schon geforderte Abriss der Gedächtniskirche (umd dort ein Verkehrskreuz zu errichten, der Abriß des Schnimmelpfennighauses ohne Nutzungsidee für die angedachten Wolkenkratzer usw.? Bisher ist das doch ziemlicher Dünnschiss, was hier einige Immbilienhaie aus der Erde stampfen.
Siehst Du, auch das Europa-Center - samt dem von Dir geliebten Kino - ist so ein Fall, der nie entstanden wäre, wären Deinesgleichen früher geboren und hätten lautstärker getrommelt. Zweitens, Du kannst den historischen Bedeutungswandel der City-West, der Deiner Meinung nach auch Management-Fehlern geschuldet ist, nicht mit dem Erhalt der Bausubstanz seiner Blütezeit stoppen!
Mißverständnis: ich bewundere nur das Kino, nicht das Center (selbst wenn es „alt“ ist).
Der Vergleich von Dir ist zudem eine Geschichtsfälschung, dass die Orte aufgrund meines Protestes (oder dem möglicher Bedenkenträger annos 1965) so nie entstanden wäre: das gesamte Gelände am Europa-Center war Brachland! Außer Müll und gelegentlichen Zelten mit Box- und anderen Vergnügungen) fand dort nach dem Bombenagriff 1944 nichts mehr statt. Dennoch gab es erhebliche Planungsfehler beim Pepper-Center, ebenso aber auch eine weltstädtische Vision, mit dem Kino und dem Kabarett so etwas wie den New Yorker Broadway oder den Champ-Elysees nach Berlin zu holen. Das ist doch etwa verschieden von den jetzigen Bürhaus-Türmen, Elektronikkaufhäusern und Textiltempeln, die jetzt dort ersthehen und wenig mehr von New York repräsentieren, als das Wall-Street-Milieu.
Berlin, wie haste Dir verändert! Traurig ist sowas.
Mit dem Verweis auf Negativ-Beispiele Chancen zunichte zu machen ist das heutige Grundübel! Verantwortlich dafür ist u. a. die Politik, die Dich als potentiellen Wähler nicht vergraulen will. Was das "kurzsichtige Profitinteresse" betrifft: Gerade die Berliner Bauten der Gründerzeit, die Du heute so schätzt und denen Du eine eigene Identität nachsagst, sind in Organisation, Konstruktion und Ausführung ursprünglich oft gerade jenem Interesse unterworfen gewesen. Auch hier gilt wieder, ich bitte um Objektivität!
Es gibt bei den neuen City-West-Projekten mehr Negatives als Positives zu konstatieren. „Chancen“ gibt es hier nur für einige Investoren, ihre Objekte zu vermieten. Ob dies die Stadt interessant und lebendig macht, ist eine andere Frage. Ich weiß, dass es sie schädigt, und die gerade unter den kleinen Gewerbetreibenden anzutreffende Devise „der Kudamm ist tot“, wird hierdurch nicht gestoppt, sondern zementiert. Wiederholen möchte ich mich bitte nicht.
Das ist Dein politischer Standpunkt, keinesfalls aber eine Tatsache! Bisher musste sich noch jede politische Strömung in der Machtposition den Realitäten beugen. ich würde gerne sehen, wie Oskar und Gregor daran zerbrechen. Wenn Du Positionen vertrittst, die unsere Wirtschaftsodrnung anzweifeln und der Politik die Integrität absprichst, dann kämpfst Du hier aber an der falschen Stelle, findest Du nicht?
Diese Forum verbietet es nicht, politische, kulturelle, soziale oder historische Konnotationen der Architekturfragen zu diskutieren. Ja, daran kann es nur wachsen. Ein reine Bilder- und Jubelschau kann dem Thema langfristig nicht gerecht werden. Schließlich mss doch erklärt werden, was neu entsteht, wem es nutzt, ob es lohnt, ob ein Abriss vertretbar ist, ob Lebensinteressen der Bevölkerung tangiert werden, ob künstlerische Aspekte ausreichend analysiert wurden. Vielleicht ist dies unbequem für einige User, aber diese Fragen lassen sich nicht verdrängen und auch nicht auslagern. Das wäre ein Beweis an Dummheit und Provinzialität. [Mit „Oskar“, „Joschka“ und „Gregor“ hat es nichts zu tun, diese unterscheiden sich m.E. wenig von „Gerhard“, „Guido“, „Angela“ oder Herrn Ackermann – Schluß jetzt aber mit dem Wahlkampfgetöse!]
Nein, nein und nochmals nein! Es steht lediglich ein Bruchteil dessen zur Disposition, was diese Geschichte ausmacht! Ich dachte, Deine Maximalforderungen seien taktisch initiiert? Aber scheinbar bist Du wirklich ein Extremist. […]
Das ist doch Unsinn. Es wurden genügend Beispiele angeführt, was zur Disposition steht. Das, was bleibt, was nützt uns das dann noch? Ich sehe nur eine seelenlose, tote und unpassend modernisierte City-West. Nachstehend äußerst Du Dich plötzlich zu den von mir problematisierten Abrissgebieten, und nennst es selbst „Kahlschlag“:
Ich halte das nicht für einen "Kahlschlag". Aber zugegeben, für engstirnige Gemüter ist das sicher etwas viel auf einmal. Und auch hier gilt wieder: wenn sich die Nutzungsgewohnheiten ändern, stehen auch die Hüllen zur Disposition. Die Gründe für den Erhalt, bzw. den Ersatz einzelner, von Dir genannter Bauwerke sind auch viel zu differenziert, als dass es Deinem pauschalen Gejammer gerecht würde.
Doch. Indem sie geschützt und erhalten werden. Indem Konzerninteressen zurückgeschraubt werden. Indem versucht wird, den Negativsog, der vom Potsdamer Patz ausgeht, so gut es geht, einzudämmen.
"Konsens" bedeutet auch kaum, dass alle am Verfahren Beteiligten dem Ergebnis zujubeln. Das ist auch nicht das Ziel. Aber die Politik sitzt letztlich am längeren Hebel, wie augenscheinlich an vielen Projekten in dieser Stadt erkennbar ist. Sie macht nach wie vor die Vorgaben - wenn auch offenbar nur selten in Deinem Interesse. […]Nach meiner Meinung ist die Realität in dieser Stadt immernoch die, dass Politiker eher zu sehr auf ihr Wahlvolk achten und diesem nachgeben, statt sich strategisch am Allgemeinwohl zu orientieren. Für diese These findet man mehr Belege, als für Deine.
Nach meiner Auffassung sind die Politiker Lobbyisten und Weisungsempfänger der Konzerne geworden. Die Stadtbesiedlungspolitik spricht hierfür Bände. Daß â€žAllgemeinwohl“ (etwa der „normal“ und abhängig Werktätigen) wird mit den Füßen getreten, denn dafür gibt es keine Lobby.
Möglicherweise hätte die Stadt an der Realisierung vieler gescheiterter Projekte partizipiert und eine ganz andere Signalwirkung im harten Wettbewerb europäischer Metropolen erzielt. Der Aufsprung auf den Zug neuer weltwirtschaftlicher Begebenheiten mit dem Ende der Sowjetunion und ihrer Verbündeten hat die Berliner Politik auf dieser Ebene alles andere als optimal erzielt.
Bitte wie? Indem der Breitscheidplatz im Sinne der Frankfurter Bankenarchitektur umgebaut wird, einer ebenfalls seelenlosen, menschenfeindlichen Region? Unglaublich, Deine raffgierigen Postulate.
Edit: Der von Dir geschätzte Volker Hassemer vertrat seinerzeit teils wesentlich radikalere Positionen. Von Fachkundigen wird er vielfach als der letzte intelligente Amtsinhaber auf diesem Senatorenposten gehandelt.
Ich schätze ihn nicht, sondern machte ihm einen schweren Vorwurf hinsichtlich seiner Protegierung der Potsdamer-Platz-Projekte. Jetzt versucht er einiges in der City-West zu protegieren, jedoch ist hier mittlerweile der Zug ins Reich des Bösen längst abgefahren.
*wow* gut Argumentiert und das Thema sachlich behandelt :daumen:
Sehe es städtebaulich übrigens ähnlich wie cinerama, will aber eure Diskussion nicht weiter stören.
Das war mit eine Dr.-Helmut-Kohl-Enscheidung, internationale Konzerne nach Berlin zu holen und in einer frei werdenden Brache anzusiedeln. Den ?Rest? (ein bisschen ?Kultur) hatte halt sein Parteigenosse Dr. Hassemer irgendwie durchzukämpfen, was Kohl nicht sonderlich tangierte (das weiß ich aus internen Verlautbarungen).
Na also, es war eine politische Entscheidung ;). Welche Gründe er für diese Entscheidung hatte, wird er dargelegt haben. Du kannst natürlich Herrn Kohl gerne vorwerfen, er sei lediglich eine Marionette des "Großkapitals" gewesen. Aber damit hättest Du Dich endgültig als halbgebildeter Klassenkämpfer manifestiert ;).
Nur: für mich persönlich (und viele anderen Bevölkerungsgruppen) war der Potsdamer Platz keine Notwendigkeit, da dessen Funktionen durch die anderen City wahrgenommen wurde, die jetzt zusammenbrechen.
Stopp! Diese Aussage stellt m. E. einen Manipulationsversuch dar. Es wird hier unterschlagen, dass der Platz (zumindest derzeit) wesentlich populärer ist, als es seine Kritiker je wahrhaben wollten. Die Touristenströme und Berliner Verkehrer, (die es nach Deiner Argumentation zu Hauf geben muss, da sie ja vom Breitscheidplatz das Publikum abziehen :)) entlarven Dein Statement als luftleere Phrase .
Dieses Projekt war m.E. also ein irrationale, ja geradezu gewaltsame Unternehmung, die mehr Schaden als Nutzen gebracht hat. Viele mögen diesen Platz nicht, einige hassen ihn, wirklich brauchen tat ihn keiner.
Ich erwarte von Dir einen Alternativ-Vorschlag zum Ort, der die Wunde mitten in der Stadt schließt, der zentralen Lage gerecht wird, der nicht das wirtschaftliche und politische System der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellt und der frei vom Vorwurf möglicher "Gewinnmaximierung" ist!
Ich habe gerade erst vor drei Tagen in einer Bibliothek die Architektur-Entwürfe von etwa 2005 zum Potsdamer Platz gesehen, die Du vermutlich hier auslobst. Dort waren unscharf das Daimler-Gelände und das Sony-Gelände skizziert: nichts vom Filmhaus (Filmmuseum, Kinemathek; Arsenal, Filmakademie) oder der Festspiele GmbH erkennbar, nicht einmal die unsäglichen CineStar- und CinemaxX-Kinos (letztere wurden ja erst sehr kurzfristig in dieses Bürohaus an der Voxtr. 2 eingemiet) gab es dort, auch kein Kugelkino (IMAX-Discovery) oder das billige Stella-MusicaöTheater waren verortbar. Allerdings führte eine Auto-Entlastungsstraße noch vor Ende der Potsdamer Straße und vor dem Hyatt-Hotel und Staatsbibliothek vorbei über das Terrain des heutigen Musical-Theaters.
Dieser Entwurf war ein rein "Potemkinsches ?Dorf?, eine fade, gestaltlose, unmenschliche und sinnentleerte Konzernzentrale, wie man sie langweiliger kaum mehr finden dürfte.
Du pickst Dir natürlich ein - zudem "geschöntes" - worst case scenario heraus, um mich zu widerlegen. Du solltest aber alle Stufen studieren, wenn Du die Planungen pauschal in den Kakao ziehen willst.
Natürlich gab es Abrisse und Niederreissungen zu allen Zeiten, von der großen Bilbiothek in Alexandria bis hin zu Karthargo. Von der Potsdamer Garnisons-Kirche bis hin zum Berliner Stadtschloß. Alles dies sind ahistorische, partei-herrschaftlich bezweckte oder anderseits vom Ausbeutertum durchgeführte Handlungen gegen die freie Entfaltungsmöglichkeit und gegen sinnstiftende Lebensräume der Bevölkerung.
Die "freie Entfaltungsmöglichkeit" sagt nun aber gerade: Ich gehe zum Potsdamer Platz oder ins "Cinemaxx" :D. Was nun? Frage: Nenne mir zehn Beispiele für demokratisch initiierte städtische "Lebensräume" und zehn für angeblich "Ahistorische". Und wenn ich schon wieder "Ausbeutertum" lese, dann könnten wir es auch gleich belassen ... :nono:
Was heißt ?Bedenkenträger?? Wenn es diese überhaupt noch gibt, dann sind es die letzten Funken an Widerstand gegen einseitig umgenützte Lebensräume zugunsten ausschließlich weniger Profithaie, die sich nicht die Bohne für die Lebensqualität der Bevölkerung kümmern.
Stimmt, "Bedenkenträger" ist bei Dir unangebracht. Du besitzt schließlich keine Bedenken, die innerhalb des möglichen Diskurses liegen. Du stellst ideologisch verbrämte Maximalforderungen auf und weichst keinen Schritt zur Seite. Als - zugegeben - Liberaler - frage ich Dich, womit macht denn der Hai seinen Profit? (über unerwünschte Nebenwirkungen und notwendige Schranken hatten wir schon diskutiert)
Ja, denn trotz einer beachtlicheren Architektur ist die Ecke Joachimsthaler Strasse/Kudamm mit lediglich einem textilkaufhaus und einem Swiss-Hotel eine relativ einfallslose, dröge Gegend geworden. Der ?Ramschladen? Kudamm-Eck (von der Sittenlosigkeit begonnen bis hin zum Panoptikum, zur Kegelbahn, zu Souvenirgeschäften, zu drei kleinen Kinos) hatte mehr ?Leben?, mehr Großstadt-Flair. Die originellste Fassade also nützt wenig, wenn die Mieter für die Bevölkerung wenig bieten. Daher meine Farbe an die etwas Älteren in diesem Forum? Ward Ihr früher häufiger im Kudamm-Karree als im jetzigen Gebäude, oder umgekehrt? Wenn ja, warum ist das so? An diesem Punkt hätte der Inhalt für mich Priorität vor einer gleissenden, leider aber sinnentleerten Fassade. Auch das sind Fragen vom Zweck und der Zielsetzung von Architektur.
Die Architektur war/ist in beiden Fällen in Deinem Sinne nicht direkt an die Nutzung gekoppelt. Nur so viel, wer - im Gegensatz zu Dir - keinerlei besonderes Interesse an den Feinheiten der Kinolandschaft sowie an bestimmten Amüsements hegt(e), der ist mit dem heutigen "Swiss-Hotel" allemal besser dran. Ich betrachte den Wegfall genannter Nutzungen im ehemaligen Ku'damm-Eck als positiv. eine vergleichbare "Kultur" findest Du in allen möglichen Berliner Kiezen (ein architektonisch gehaltvolles "Swiss-Hotel" hinegen nicht ;)). Wie soll sich Berlins City West denen gegenüber behaupten? Um Deine Vorlieben ist es natürlich schade, aber sie sind eher individuell und das Geld für Deine große Trommel nicht wert.
Und ja, ich war drin (ich bin schon alt genug :)). Danke.
Wenn Du in Deinem Sinne ökonomische Ziele, also Besitztümer, Immobilien und Ansiedlungen anstrebst, so werden diese aussschließlich Deinem Interesse der Gewinnmaximierung (ein Begriff der BWL-Lehre) dienen, der nicht kongruent mit den Lebensinteressen eines Großteils der Bevölkerung gehen muß. Die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich, kulturelle Einfalt, poltische Gleichschaltung, Arbeitslosigkeit, Umwelt- und friedenssichernde Maßnahmen werden von Deiner Klasse nicht zuallererst problematisiert. Deine Gruppierung verfolgt nur ihre eigenen Interessen und hat ein Interesse an der Spaltung und Verdummung der Gesellschaft. Diesem ?Machtanspruch?, ideologisch, ökonomisch, kulturell, kann Architektur durchaus dienlich sein. Sie ?veredelt? also hochbrisante, politische Ambitionen.
Starker Tobak. Marx hätte es nicht besser formuliert :D. Aber erneut: Du verkennst die real existierenden Abhängigkeiten z. B. der Produzenten von ihren Konsumenten. Das Ganze ist auch viel zu komplex, die Trennung zwischen "Arm" und "Reich" ist nicht stetig, dafür aber viel zu schwammig interpretierbar und ideologisch belastet. In den englischen Verhältnissen des 19. Jahrhunderts hätte Deine kurzatmige Analyse vielleichtnoch gegriffen.
Ich frage Dich mal ganz konkret: Welche Art der Gewinnmaximierung betreibst Du - und zu welchem Zweck? Falls Du glaubst, keine zu betreiben (Deinen Lebensunterhalt und Deinen kleinen Luxus soll ruhig das "Großkapital" finanzieren - dafür ist es gut genug?), weshalb agierst Du dann nicht "systemkonform" und nutzt Deinen Gewinn für die Errichtung/ den Erhalt von Dir gewünschter Kulturgüter? (Die Schnittmenge derer, die aus Unvermögen zu Klassenkämpfern wurden, ist im Ürigen nicht ohne.)
Das Unterhaltungsangebot in der City-West war durchaus auch ökonomisch bedeutsam, bis (überflüssige) Überkapazitäten am Potsdmaer Platz entstanden. Dies ist eine katastrophale Entscheidung der Bundespolitik gewesen, denn es war absehbar, dass Berlin nicht 3 Citys aufrechterhalten kann. Der Neo-Liberalismus und die Blase des ?New Economy? haben hier zu schweren Verwerfungen geführt. Ich halte diese Entwicklungen für durchaus bekämpfenswert.
Aah! "New Economy"! Ist das auch aus der BWL-Lehre ;? Deren Zusammenhang mit dem hier behandelten Thema darfst Du gerne mal näher erläutern. Was bedeutet "ökonomisch bedeutsam" im genannten Sinne, dass es zur "Gewinnmaximierung" Einzelner beiträgt"? Also jetzt doch? Wenn dem tatsächlich so war, dann schafft es m. E. nur der (Neo-)-Liberalismus, dass sich das auf "natürlich wachsendem Wege" wieder von selbst einpegelt. Wenn der Potsdamer Platz doch so scheußlich ist, weshalb wird sein "Überangebot" dann angenommen?
Welche Identität entwickeln bitteschön C & A, das Swiss-Hotel, der Abriss von Zoo- und Royal-Palast, der hier ebenfalls im Forum schon geforderte Abriss der Gedächtniskirche (umd dort ein Verkehrskreuz zu errichten, der Abriß des Schnimmelpfennighauses ohne Nutzungsidee für die angedachten Wolkenkratzer usw.? Bisher ist das doch ziemlicher Dünnschiss, was hier einige Immbilienhaie aus der Erde stampfen.
Für einen verbohrten Ewiggestrigen kann natürlich nichts seine Identität entwickeln, dass ihm nicht ins (ideologische) Konzept passt. Eine realistischere Beurteilung wirst Du nach angemessener Zeit von Unvoreingenommeren erhalten.
Die Nummer mit dem Abriss der K.-W.-G.-Kirche glaubst Du selbst nicht, oder? Das hat im genannten Zusammenhang niemand vorgeschlagen. Sofern Du tatsächlich schon so alt (und halbgebildet) bist wie Du tust, dann weißt Du, der Platz war seinerzeit auch MIT Kirche ein stark frequentierter Ort. Und mit dem "Rückbau" des Platzes auf seine frühere Dimension könnte man doch auch hier mal zur Reanimation des "historisch Gewachsenen" beitragen, oder?! ;)
Mißverständnis: ich bewundere nur das Kino, nicht das Center (selbst wenn es ?alt? ist).
Selber "Mißverständnis"! Ich schrieb nichts anderes. :lach:
Der Vergleich von Dir ist zudem eine Geschichtsfälschung, dass die Orte aufgrund meines Protestes (oder dem möglicher Bedenkenträger annos 1965) so nie entstanden wäre: das gesamte Gelände am Europa-Center war Brachland! Außer Müll und gelegentlichen Zelten mit Box- und anderen Vergnügungen) fand dort nach dem Bombenagriff 1944 nichts mehr statt.
Punkt für Dich! Aber nennen wir es Unwissenheit, statt "Geschichtsfälschung" (Du wirst den Nimbus des KPD-Symphatisanten einfach nicht los ;))
Dennoch gab es erhebliche Planungsfehler beim Pepper-Center, ebenso aber auch eine weltstädtische Vision, mit dem Kino und dem Kabarett so etwas wie den New Yorker Broadway oder den Champ-Elysees nach Berlin zu holen. Das ist doch etwa verschieden von den jetzigen Bürhaus-Türmen, Elektronikkaufhäusern und Textiltempeln, die jetzt dort ersthehen und wenig mehr von New York repräsentieren, als das Wall-Street-Milieu.
Berlin, wie haste Dir verändert! Traurig ist sowas.
Na bitte, da haben wir's! Europa-Center(-Nebenfunktionen) und Ku'damm-Eck = weltstädtisch! Kaufhäuser und Bürotürme = wenig weltstädtisch (nur Wall Street -Milieu)! :daumen: :lach:
Aus Sicht der Freunde bestimmter kultureller Vergnügungen ist das natürlich so. Aber eben nur aus derer! Nebenbei, das, was andere unter dem Kultur-Begriff verstehen, verbirgt sich auch in zahlreichen Fällen andernorts in dieser Stadt.
Es gibt bei den neuen City-West-Projekten mehr Negatives als Positives zu konstatieren. ?Chancen? gibt es hier nur für einige Investoren, ihre Objekte zu vermieten. Ob dies die Stadt interessant und lebendig macht, ist eine andere Frage. Ich weiß, dass es sie schädigt, und die gerade unter den kleinen Gewerbetreibenden anzutreffende Devise ?der Kudamm ist tot?, wird hierdurch nicht gestoppt, sondern zementiert. Wiederholen möchte ich mich bitte nicht.
Ob die Stadt eher von denen lebendig gemacht werden soll, die die angemieteten Büros nutzen (und die das Geld für kulturelle Betätigungen erwirtschaften!) oder von jenen, die sich in Schmuddelkinos rumtreiben, ist ebenso "eine andere Frage" :).
Die Schuld des Sterbens der kleineren Gewerbetreibenden liegt in erster Linie bei denen, die das veränderte Angebot nutzen (ach nee, die gehören ja - ideologisch betrachtet - in Deine "Klasse". Geht also nicht ;)).
Diese Forum verbietet es nicht, politische, kulturelle, soziale oder historische Konnotationen der Architekturfragen zu diskutieren. Ja, daran kann es nur wachsen. Ein reine Bilder- und Jubelschau kann dem Thema langfristig nicht gerecht werden. Schließlich mss doch erklärt werden, was neu entsteht, wem es nutzt, ob es lohnt, ob ein Abriss vertretbar ist, ob Lebensinteressen der Bevölkerung tangiert werden, ob künstlerische Aspekte ausreichend analysiert wurden. Vielleicht ist dies unbequem für einige User, aber diese Fragen lassen sich nicht verdrängen und auch nicht auslagern. Das wäre ein Beweis an Dummheit und Provinzialität. [Mit ?Oskar?, ?Joschka? und ?Gregor? hat es nichts zu tun, diese unterscheiden sich m.E. wenig von ?Gerhard?, ?Guido?, ?Angela? oder Herrn Ackermann ? Schluß jetzt aber mit dem Wahlkampfgetöse!]
Sicher, dieses Forum stellt auch eine Plattform für Deine Positionen und unsere Debatten dar. Dennoch meine ich, Dein Problem mit der sich abzeichnenden Entwicklung der City West liegt nicht so sehr auf architektonischer, sondern mehr auf ideologischer Ebene. Dein Beispiel Ku'-damm-Eck/Swiss-Hotel, sowie die von Dir verwendeten Begrifflichkeiten und Deine fortwährend in den Vordergrund gestellten ideologisch motivierten Ansichten und Lösungsvorschläge legen das nahe. Aber laut Lenin (kennst Du sicher gut ;)) entwickelt sich alles vom Niederen zum Höheren. Mit anderen Worten: dieses Forum stellt für Dich sicher nur einen Zwischenschritt dar auf dem Weg zur (Kultur-)Revolution. :lach:
Das ist doch Unsinn. Es wurden genügend Beispiele angeführt, was zur Disposition steht. Das, was bleibt, was nützt uns das dann noch? Ich sehe nur eine seelenlose, tote und unpassend modernisierte City-West. Nachstehend äußerst Du Dich plötzlich zu den von mir problematisierten Abrissgebieten, und nennst es selbst ?Kahlschlag?:
Was bleibt nutzt Dir nichts? Naja, durch Deine Kino-Brille magst Du recht haben. Aber ich sag' doch, Du bist ein Extremist - alles oder garnichts, stimmt's?!
"Nachstehend" äüßere ich mich dazu, dass ich es gerade NICHT für einen Kahlschlag halte. Sind alle Revoluzzer so schlecht im Lesen und Verstehen? Kein Wunder, dass der Sozialismus ein Auslaufmodell ist. :D
Doch. Indem sie geschützt und erhalten werden. Indem Konzerninteressen zurückgeschraubt werden. Indem versucht wird, den Negativsog, der vom Potsdamer Patz ausgeht, so gut es geht, einzudämmen.
Aha, wenn ich ein Gebäude vor den "Konzerninteressen" schütze, dann ist seine Nutzung weiterhin gewährleistet? Staatlich verordneter Kulturzwang? Oder was wolltest Du sagen?
Das "Zurückschrauben von Konzerninteressen" scheint auch gängige Praxis zu sein. Vergleiche hierzu andere, in diesem Forum aufgeführte Projekte und auch Dein oben vorgestelltes Beispiel zwischenzeitlicher Potsdamer Platz -Planungen.
Nach meiner Auffassung sind die Politiker Lobbyisten und Weisungsempfänger der Konzerne geworden. Die Stadtbesiedlungspolitik spricht hierfür Bände. Daß ?Allgemeinwohl? (etwa der ?normal? und abhängig Werktätigen) wird mit den Füßen getreten, denn dafür gibt es keine Lobby.
Geworden? Nach Deiner Auffassung muss schon Kohl (s. o.) einer von denen gewesen sein. Dazu wurde aber eigentlich schon alles gesagt. Und der böse, böse Potsdamer Platz wird natürlich nur von Großkapitalisten bevölkert (oder deren Marionetten)! Dabei fällt es diesen Schweinen schwer, über die errichtete Autobahn (die natürlich nur von eben diesen Bonzen benutzt wird!) zu gelangen um auf die andere Platzseite zu kommen. Wenn sie dann drüben sind, gibt gleich 'ne Gehirnwäsche. :D
Und was ist eine "Stadtbesiedlungspolitik" und wie gelangt man da hin? Bitte etwas ausführlicher!
Bitte wie? Indem der Breitscheidplatz im Sinne der Frankfurter Bankenarchitektur umgebaut wird, einer ebenfalls seelenlosen, menschenfeindlichen Region? Unglaublich, Deine raffgierigen Postulate.
"Raffgierig" kann ich nicht sein, da ich im von Dir vermuteten Sinne an keinem einzigen Projekt der City West partizipiere oder gar überhaupt irgendwo involviert bin. Zu Frankfurt: Vergleiche mal andere Zahlen als die der (wohl kaum vorhandenen) Porno-Kinos in Hochhäusern mit denen von Berlin. Dann dämmert's vielleicht auch bei Dir.
Ich schätze ihn nicht, sondern machte ihm einen schweren Vorwurf hinsichtlich seiner Protegierung der Potsdamer-Platz-Projekte. Jetzt versucht er einiges in der City-West zu protegieren, jedoch ist hier mittlerweile der Zug ins Reich des Bösen längst abgefahren.
Dass er Dir nicht genehm ist, konnte ich nicht ahnen. Du hast diesen Namen zur Bekräftigung Deiner Aussagen benutzt. Aber Dein neuerliches Statement zeigt mir, mit wieviel Symbolik und Schlagworten Du jonglieren kannst, aber wie wenig Substanz in Deinen Parolen steckt.
Gruss
AeG
BITTE.
Weniger zitieren, die Datenbank meine Lieben.....
Es wird alles neu abgespeichert und ist wirklich ein unnötiger Resourcenverbrauch.
nitsche86
10.08.2005, 08:27
Also ich gehe in Belrin (wenn ich mal da bin) hauptsächlich in der City - West einkaufen.
Und mit jedem Besuch fand ich se schöner, attraktiver und weltstädtischer.
(Besonders das Swiss-Hotel und das Concorde, mit dem großen Plakaten und der Laufschrift)
cinerama
10.08.2005, 11:14
Na also, es war eine politische Entscheidung. Welche Gründe er für diese Entscheidung hatte, wird er dargelegt haben. Du kannst natürlich Herrn Kohl gerne vorwerfen, er sei lediglich eine Marionette des "Großkapitals" gewesen. Aber damit hättest Du Dich endgültig als halbgebildeter Klassenkämpfer manifestiert.
Wessen Marionette er ist oder nicht, haben andere viel kompetenter beschrieben als ich. Was ihn nicht hinderte, als Politiker auch selbständige Entscheidungen zu treffen.
Stopp! Diese Aussage stellt m. E. einen Manipulationsversuch dar. Es wird hier unterschlagen, dass der Platz (zumindest derzeit) wesentlich populärer ist, als es seine Kritiker je wahrhaben wollten. Die Touristenströme und Berliner Verkehrer, (die es nach Deiner Argumentation zu Hauf geben muss, da sie ja vom Breitscheidplatz das Publikum abziehen ) entlarven Dein Statement als luftleere Phrase .
Zur Frage der „Popularität“ kam dezidiert Dein Einwand, auch der Dieter-Bohlen-Boom sei kein Zeugnis für einen gereiften Geschmack. Nun übertrage ich Deine Devise auf den von mir tlws. abgelehnten Potsdamer Platz (natürlich handelt es sich um eine „Abstimmung mit den Füßen“), und mit diesem Topos wandelt sich auch Deine Maxime, die ich hiermit nur bediene, allenfalls zur Phrase.
Ich erwarte von Dir einen Alternativ-Vorschlag zum Ort, der die Wunde mitten in der Stadt schließt, der zentralen Lage gerecht wird, der nicht das wirtschaftliche und politische System der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellt und der frei vom Vorwurf möglicher "Gewinnmaximierung" ist!
Warum „Wunde“? Es handelt sich doch um weitgehend illustre, nicht immer schöne, aber funktionsfähige Gebäude. Der Breitscheidtplatz hat somit eine seit langem ausgeformte Infrastruktur. Dies mit einer „Wunde“ zu vergleichen, etwa der des unbebauten Potsdamer Platzes vor etwa zehn Jahren, ist ein sachlich falscher Vergleich. Er bedient nach meinem Eindruck nur das Investoreninteresse; von Leuten, die immer und überall um jeden Preis einen Profitmachen wollen und bestehende Strukturen als „Wunde“, „Ruine“, „Schandmal“ u.a. titulieren. Dein Vergleiche sind rein interessenbezogene und per se kapital-freundliche Manipulationen – egal, was am Ende dabei herauskommt. Das ist mein Eindruck.
Soll man doch die derzeit vergammelten Ecken in der City-West sanieren und zweckdienlich vermieten. Renovierung, Sauberkeit, mehr Farbe und Kultur tragen mehr zu einer lebenswerten, für Freizeiterlebnisse jeder Art geeigneten City dar als Abrissgenehmigungen, wo keiner weiß, was danach kommt (außer einer gleißend-funkelnden Fassade, die am Computer simuliert wurde).
Zur anderen Frage: indertat kommt man nicht umhin, das wirtschafltiche System anzuzweifeln, wenn man die Fehlentwicklungen, in concreto den nach meiner Auffassung nicht erst seit gestern bestehenden „kulturellen Verfall“ oder auch die Klassenspaltung kritisiert. Eine vollkommen andere Politik, politisch teilhabende Bevölkerung, basisdemokratische Kultur, andere Eigentums- und Machtverhältnisse – sicherlich: dies wäre eine Notwendigkeit. Aber bitte: beenden wir die Klarstellung unserer divergenten Weltanschauungen: sie sind hinlänglich evident geworden.
Zum Potsdamer Platz erwähnte ich die Entwürfe von Mitte der 90er Jahre, die außer ein paar Bürohäusern für Daimler und Sony wirklich nichts anzubieten hatten! Du schreibst darauf:
Du pickst Dir natürlich ein - zudem "geschöntes" - worst case scenario heraus, um mich zu widerlegen. Du solltest aber alle Stufen studieren, wenn Du die Planungen pauschal in den Kakao ziehen willst.
Nun habe ich einen der weitestverbreiteten Entwürfe beschrieben – leider kommt von Dir keine Gegenbeschreibung anderer Konzepte, allenfalls der Vorwurf, ich hätte nicht alle Stufen „studiert“ und ein „worst case scenario“ herausgegriffen.
Nun: wenn die von mir beschriebenen Planungen nach Deiner Erwiderung einem „worst case scenario“ entsprechen, dann legitimierst Du ex post genau die chirurgischen Eingriffe der Politik und der Bendenkenträger, die Du vormals als inkompetent und hörig ihrer Wählermasse apostrophiert hattest. Ein peinlicher Widerspruch, denke ich. Aber es trifft zu: von Hassemer hörte ich ebenfalls, wie schrecklich dröge die ursprünglichen Planungen gewesen waren und wie er leidenschaftlich jahrelang mit den Unternehmen dort gekämpft habe, um bestimmte Kulturinstitutionen dort (anfänglich gegen deren Willen) anzusiedeln. Und Hassemer ist als CDU-Mann ein sehr kapitalfreundlicher Mensch, gelle?
Trotzdem kritisierte ich ihn hierfür, da er der dafür besser geeigneten City West das Grab bereitet hat. Pauschale Antwort seinerseit zum Potsdamer Platz: „Es funktioniert doch“.
Na, wie prima…
Die "freie Entfaltungsmöglichkeit" sagt nun aber gerade: Ich gehe zum Potsdamer Platz oder ins "Cinemaxx". Was nun? Frage: Nenne mir zehn Beispiele für demokratisch initiierte städtische "Lebensräume" und zehn für angeblich "Ahistorische". Und wenn ich schon wieder "Ausbeutertum" lese, dann könnten wir es auch gleich belassen ...
Ja, da stimme ich zu. Der Primat der freien Entscheidung kann auch zum Negativen tendieren, wen bestimmte Marketing-Kreisläufe und Vernachlässigungen kulturell bedeutsamerer Stätten zu einer „Abstimmung mit den Füßen“ führten. Ein freie Entscheidung: auch zum Schlechten ist sie möglich. (Aber ganz so frei ist sie nicht, da sie nicht unbedingt zur menschlichen Emanzipation führt, sondern oftmals auf Manipulation zurückzuführen ist. Die Debatte wäre hier philosophisch zu führen.)
Stimmt, "Bedenkenträger" ist bei Dir unangebracht. Du besitzt schließlich keine Bedenken, die innerhalb des möglichen Diskurses liegen. Du stellst ideologisch verbrämte Maximalforderungen auf und weichst keinen Schritt zur Seite. Als - zugegeben - Liberaler - frage ich Dich, womit macht denn der Hai seinen Profit? (über unerwünschte Nebenwirkungen und notwendige Schranken hatten wir schon diskutiert)
Meine Standpunkte sind indertat sehr kenntlich gemacht worden. Da in Kürze das ausgemerzt wird, was ich für bedeutsam halte, kann kann nur eine eindeutige Position beziehen. Ein Kompromiß ist nicht mehr vorstellbar. … Im Übrigen: es wird auch keiner angeboten, soweit ich die Lage überblicke. Wer also ist, in Deinem Sprachgebrauch formuliert, hier der eigentliche "Bombenleger"? Es sind gewisse Standortheuschrecken und Deine geistigen Bundesbrüder.
Die Architektur war/ist in beiden Fällen in Deinem Sinne nicht direkt an die Nutzung gekoppelt. Nur so viel, wer - im Gegensatz zu Dir - keinerlei besonderes Interesse an den. Aber erneut: Du verkennst die real existierenden Abhängigkeiten z. B. der Produzenten von ihren Konsumenten. Das Ganze ist auch viel zu komplex, die Trennung zwischen "Arm" und "Reich" ist nicht stetig, dafür aber viel zu schwammig interpretierbar und ideologisch belastet. In den englischen Verhältnissen des 19. Jahrhunderts hätte Deine kurzatmige Analyse vielleichtnoch gegriffen.
Die gegenseitigen Abhängigkeiten von Produzenten und Konsumenten verkenne ich nicht. Dennoch würde ich von keiner wirklich gleichberechtigten „Parität“ sprechen. Der Begriff des „verblendeten“ Konsumenten ist hier durchaus ein erörterbares Problem - und betrifft auch Architekturfragen. Man kauft und akzeptiert Dinge, die man nicht wirklich braucht, die nicht wirklich einen Wert haben, die nicht wirklich zur persönlichen Emanziaption führen, sondern das Scheinverhältnis zu den warenproduzierenden Produzenten mit dem glücksverheißenden Fetischcharakter des Warenkonsums vernebeln.
Ich weiß, das sind uralte, für Leser dieses Forums bestimmt lächerlich klingende „Kampfbegriffe“ (noch aus der Frankfurter Schule von Adrono und Horckheimer), sie treffen aber nach wie vor einen Kern unseres derzeitigen Daseins, auch den der Kulturindustrie (Dieter Bohlen u.a., um eben konkret Dein großes Argument aufzugreifen.).
Ich frage Dich mal ganz konkret: Welche Art der Gewinnmaximierung betreibst Du - und zu welchem Zweck? Falls Du glaubst, keine zu betreiben […], weshalb agierst Du dann nicht "systemkonform" und nutzt Deinen Gewinn für die Errichtung/ den Erhalt von Dir gewünschter Kulturgüter? […]
Keine Frage: wäre Geld vorhanden, würde ich die gewünschten Kulturgüter (Theater, Kinos in der City-West) twls. reaktivieren – oder zumindest vor dem Abriß bewahren.
Aah! "New Economy"! Ist das auch aus der BWL-Lehre ;? Deren Zusammenhang mit dem hier behandelten Thema darfst Du gerne mal näher erläutern. Was bedeutet "ökonomisch bedeutsam" im genannten Sinne, dass es zur "Gewinnmaximierung" Einzelner beiträgt"? Also jetzt doch? Wenn dem tatsächlich so war, dann schafft es m. E. nur der (Neo-)-Liberalismus, dass sich das auf "natürlich wachsendem Wege" wieder von selbst einpegelt. Wenn der Potsdamer Platz doch so scheußlich ist, weshalb wird sein "Überangebot" dann angenommen? [...] Na bitte, da haben wir's! Europa-Center(-Nebenfunktionen) und Ku'damm-Eck = weltstädtisch! Kaufhäuser und Bürotürme = wenig weltstädtisch (nur Wall Street -Milieu)! Aus Sicht der Freunde bestimmter kultureller Vergnügungen ist das natürlich so. Aber eben nur aus derer! Nebenbei, das, was andere unter dem Kultur-Begriff verstehen, verbirgt sich auch in zahlreichen Fällen andernorts in dieser Stadt.
Ja, aus meiner Sicht spielten sich die Licht- und Schattenseiten der urbanen Kultur der alten Frontstadt Westberlin eher an diesen Orten ab als Ende 2009 in den vorgestellten Bürotowern der Wall-Street-Investoren und Kaufleuteam Breitscheidtplatz. Der Kapitalismus hat sich demgemäß gewandelt: hin zum Großhandel, zur Scheinfassade, zum Börsengeschäft, zur weiteren Absentierung der nicht-besitzenden Bevölkerung. Letzere hat wohl nur noch in Friedrichshain und am Prenzlauer Berg Lebensräume und kulturelle Angebote - in der City-West haben alle diese Untermenschen demgemäß wohl nicht mehr verloren, denn diese wird nunmehr „gesäubert“. Dankeschön, Grundstückseigentümer der City-West, vielen Dank an die Investoren und Ihre Wall-Street-Fassaden! (Das ist immer deutlicher erkennbar ein neuer Totalitarismus: der des anonymen Geldkreislaufs und der nur sich selbst verantwortlichen Immobilienhaie).
Was bleibt nutzt Dir nichts? Naja, durch Deine Kino-Brille magst Du recht haben. Aber ich sag' doch, Du bist ein Extremist - alles oder garnichts, stimmt's?!
Verzeihung, aber die Aspekte der Kinoarchitektur und Infrastruktur sind in diesem Forum indertat bisher nur marginal abgehandelt worden. Ich fordere nicht alles oder nichts, sondern sehe nur, das von alledem fast nichts übrig bleibt, da ganz andere Entscheidungsträger (Immobilienkaufleute) jetzt an diesem Standort „alles oder nichts“ fordern. Verdrehen wir doch bitte nicht die Wirklichkeit! Somit bin ich in diesem Augenblick auch nicht „Kulturrevolutionär“, sondern sogar CDU-kompatibler Konservator. Daß dies für Deinesgleichen unverständlich bleibt (Motto: Kapital und Anleger haben immer Vorfahrt, andere Bevölkerungsgruppen sind entweder manipuliert /Dieter-Bohlen-Syndrom/ oder sind inkompetente „Bedenkenträger“) haben die Leser dieses Threads verstanden. Es rechtfertigt aber nicht Deine Beanspruchung von Macht und Willkür auf Grund und Boden, der nicht einer Minderheit, sondern allen gehört.
Aha, wenn ich ein Gebäude vor den "Konzerninteressen" schütze, dann ist seine Nutzung weiterhin gewährleistet? Staatlich verordneter Kulturzwang? Oder was wolltest Du sagen?
Ja, natürlich: ein bedeutsames Gebäude, das unter dem Druck von Konzerninteressen abgerissen werden soll, das muss geschützt werden. Durch den Staat oder notfalls durch Bürgerwehr. Wenn die Bayer. Immo-AG auf Grund und Boden des Zoo-Palastes ein Bürogebäude errichtet oder das Europa-Center auf Grund und Boden des Royal-Palastes „Saturn“ einziehen lässt, dann sind das markante Beispiele der Verödung der City-West, des Verlustes an Urbanität.
Sag’ mal, Kollege @AeG, ist das so unklar ausgedrückt, oder muß ich mich für dieses nicht unberechtigte Anliegen auf 100 weiteren Seiten wie ein Verbrecher rechtfertigen?
Es gibt hier unversöhnliche Fronten. Ein Kompromiß ist leider nicht in Sicht.
Lassen wir es doch bitte bei diesen Positionen! Es wäre zwecklos, anzunehmen, unsere antagonistisch determinierten Positionen könnten zu einer Annäherung gelangen. Ohnehin nimmst Du in Deiner Argumentation kaum bezug auf konkrete Baukörper oder Objekte, sondern verteidigst allenfalls schwammig und global die Vorrechte des freien Unternehmertums. Damit kommen wir ab von der spezifischen Problematik des hier diskutierten Standortes City-West. Ohnehin habe ich den Eindruck, dass Du hier gar nicht „in location“ weilst, um die Lage beurteilen zu können, alles hört sich bei Dir an wie eine Ferndiagnose aus einer anderen Stadt...
Ich versuche, ohne Zitate auszukommen und mich kurz zu fassen (;)).
Meine Maxime lautete weder "Verbietet unausgereiften Geschmack!", noch "Schützt das Großkapital vor dem Pöbel!". Sowohl die "Gewinnmaximierung" Einzelner, wie auch die "Abstimmung mit den Füßen" sind Realitäten an denen auch Du nicht vorbei kommst. Mehr solltest Du zunächst nicht realisieren!
Meine Frage nach dem Alternativ-Vorschlag hast Du mißverstanden. Sie stand hinter einer Deiner Aussagen zum Potsdamer Platz. Folglich bezog sie sich auch auf diese ehemalige Wunde.
Du kannst das System, das in der Tat hier und da auch Fehlentwicklungen beschleunigt gerne kritisieren und in Frage stellen. Die Nebenwirkungen alternativer Systeme solltest Du dabei nur nicht aus den Augen verlieren.
Ich trenne zwischen "Politik" und "Bedenkenträgern". Zumindest gilt das bis zu diesem Zeitpunkt, an dem Letztere die Politik infiltriert haben, um ihre ureigenen Bedürnisse zu befriedigen. Ich sehe auch keinen Wiederspruch darin, wenn ich die freie Entfaltung aller(!) fordere und dennoch die Politik als Regulator akzeptiere und wünsche. Sie darf eben nur nicht die untergeordneten Interessen Einzelner aus wahltaktischen Gründen über Gebühr beachten. Entsprechend halte ich das Regulieren der Planungen am Potsdamer Platz auch für gerechtfertigt. Jedoch entstammen die Planungen, die Du konkret anführst, einem gänzlich anderen Kontext aus der Zeit, als das Areal noch Grenzgebiet in Stadtrandlage war, als die kulturellen Aspekte an jenem Ort aus Sicht aller Beteiligten ein untergeordnete Rolle spielten. So, wie Du es darstelltest, war es also stark verkürzt und Sinn-entstellt .
Herr Philosoph, auch bei der entsprechenden Passage gilt: Die Trennung zwischen "Manipulation" und "freier Entscheidung" ist nicht einfach. Wir agieren alle nicht autark! Frage Dich doch mal, wie weit Dein Hang zum Kino lediglich von Filmproduzenten und -Verleihern "manipuliert" sein könnte. ;).Das Gleiche gilt für die Frage
"Wer braucht Was?"! Auch der Kino-Konsum ist eine "Ware".
Bei der kulturellen "Verarmung" stimme ich Dir zu. Und die Fokussierung auf die Warenwelt und Scheinfassaden sind mir auch bekannt und machen mich ängstlich. Aber ich verweise auf meinen ersten Absatz und frage Dich, wie Du es schaffen willst, hoheitlich für alle gerechter zu entscheiden?! Nach meiner Auffassung werden sich Irrwege eher von selbst also solche entlarven. Das zeigt die Geschichte. Sie zeigt jedoch nicht, dass totalitäre Forderungen und der Machtanspruch einzelner Ideologen Bestand gehabt hätten.
Deine mehrfache, plakativ und einfältig vorgenommene Bezugnahme zur CDU untermauert nur Deinen "Klassenstandpunkt". Ich weiß es längst, Du hast die komplexe Realität nicht verstanden - oder willst sie nicht verstehen!
Die Gegenthese zu "Kapital und Anleger haben immer Vorfahrt" (was, nebenbei, auch eine stark verkürzte Interpretation und Unkenntlichmachung meiner Aussagen ist) wäre "Anlieger haben immer Vorfahrt"? Ich präferiere den Ausgleich durch natürliche Abhängigkeiten und Wechselwirkungen zu gegenseitigem Nutzen. Du vertrittst Extrempositionen und unterstellst mir das Gleiche auf der anderen Seite des Spektrums. Da liegt schon Dein Denkfehler!
Ich kan mich auch gerne auf konkrete Baukörper beziehen. Mir sind die Orte (teils aus täglichem Erleben) sehr gut bekannt. Du jedoch pauschalisierst die Anliegen von Anlegern, Unternehmen und Grundstücks-/Immobilieneignern! Daraus leitest Du Deine generellen ideologischen Positionen ab. Und auf diese reagiere ich lediglich auf vergleichbarer Ebene. Schließlich war ich es, der Dich ein paar Beiträge zuvor darauf aufmerksam gemacht hat, dass die Gründe für den Erhalt, bzw. den Ersatz einzelner Objekte in der City West zu vielschichtig und unterschiedlich sind, als dass es Deiner pauschalen Verurteilung gerecht würde!
Gruss
AeG
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/17.08.2005/1991564.asp#art
"Auch Bauprojekte und Geschäftsansiedlungen zeigen, dass die City-West eine Top-Lage geblieben ist. Im Herbst sollen ein Adidas-Sportkaufhaus in der Tauentzienstraße und ein Luxushotel der französischen Concorde-Gruppe in der Joachimstaler Straße eröffnen. Einen Altbau neben dem Hotel will der Unternehmer und Kunstsammler Hans Grothe zum Museum für zeitgenössische Kunst machen. Die Bayerische Immobilien AG plant eine Modernisierung des so genannten Zoobogens in der Budapester Straße. Und die Betreiber des Europa-Centers reißen bald das leer stehende Kino Royal Palast ab; in einen dort geplanten Neubau zieht voraussichtlich ein Saturn- Elektronikmarkt."
nitsche86
17.08.2005, 10:52
Nicht schlecht, in 3 Wochen bin ich wieder in Berlin, vielleicht kann ich mir irgendwo ne Digicam ausleihen :)
ich weiß, ich weiß, ihr seid eig. besseres von mir gewöhnt, da ich meine Cam aber nich beihatte, hier ein paar hübsche Handy Bildchen:
am Kudamm 124 ist nämlich das Gerüst ab:
http://img223.imageshack.us/img223/3261/29080508487xp.th.jpg (http://img223.imageshack.us/my.php?image=29080508487xp.jpg) http://img223.imageshack.us/img223/6982/29080508494mi.th.jpg (http://img223.imageshack.us/my.php?image=29080508494mi.jpg) http://img223.imageshack.us/img223/2381/29080508532yr.th.jpg (http://img223.imageshack.us/my.php?image=29080508532yr.jpg) http://img223.imageshack.us/img223/8817/29080508554wi.th.jpg (http://img223.imageshack.us/my.php?image=29080508554wi.jpg)
und als Bonus das Haus, welches um die Ecke restauriert wurde, dass ist nämlich auch sein Gerüst los:
http://img214.imageshack.us/img214/1521/29080508586ki.th.jpg (http://img214.imageshack.us/my.php?image=29080508586ki.jpg) http://img214.imageshack.us/img214/8958/29080508592wg.th.jpg (http://img214.imageshack.us/my.php?image=29080508592wg.jpg)
(Und wie gesagt, für die Photoqulität: Beschwerden bitte an Motorola...;)) :lach: :lach:
Da macht er sogar mit dem Handy Fotos um dem DAF zu dienen!;)
Was man auf den Bildern sehen kann, schaut sehr gut aus! Schön vor allem, das man die Ecke betont hat.
Das Tier
30.08.2005, 14:51
Gefällt mir auch sehr gut, vielen Dank für den aufopferungsvollen Einsatz :), Jo.
jaja, überschüttet mich ruhig mit hohn und spott;) :lach:
hier jetzt richtige Bilder:
http://img378.imageshack.us/img378/1533/dscn65441bp.th.jpg (http://img378.imageshack.us/my.php?image=dscn65441bp.jpg) http://img378.imageshack.us/img378/2024/dscn65459xv.th.jpg (http://img378.imageshack.us/my.php?image=dscn65459xv.jpg) http://img378.imageshack.us/img378/5917/dscn65460iv.th.jpg (http://img378.imageshack.us/my.php?image=dscn65460iv.jpg) http://img378.imageshack.us/img378/1563/dscn65476rh.th.jpg (http://img378.imageshack.us/my.php?image=dscn65476rh.jpg)
http://img378.imageshack.us/img378/3368/dscn65485ls.th.jpg (http://img378.imageshack.us/my.php?image=dscn65485ls.jpg) http://img390.imageshack.us/img390/1146/dscn65495te.th.jpg (http://img390.imageshack.us/my.php?image=dscn65495te.jpg) http://img390.imageshack.us/img390/5669/dscn65501sh.th.jpg (http://img390.imageshack.us/my.php?image=dscn65501sh.jpg)
gefällt mir wirklch ausgesprochen gut!
Am Breitscheidplatz geht das großreinemachen weiter:
http://img390.imageshack.us/img390/5151/dscn65573il.th.jpg (http://img390.imageshack.us/my.php?image=dscn65573il.jpg)
Da wo das Leiser-Haus stand, klafft eine iesige Baulücke:
http://img368.imageshack.us/img368/3795/dscn65591dd.th.jpg (http://img368.imageshack.us/my.php?image=dscn65591dd.jpg) http://img368.imageshack.us/img368/3749/dscn65594gv.th.jpg (http://img368.imageshack.us/my.php?image=dscn65594gv.jpg)
Die Veränderung am Salamanderhaus fällt wie erwartet vollkommen gering aus (was ist da anders?):
http://img368.imageshack.us/img368/9278/dscn65619nn.th.jpg (http://img368.imageshack.us/my.php?image=dscn65619nn.jpg)
Und dann sah ich noch folgendes:
http://img399.imageshack.us/img399/6899/dscn65624jf.th.jpg (http://img399.imageshack.us/my.php?image=dscn65624jf.jpg) http://img399.imageshack.us/img399/8214/dscn65638us.th.jpg (http://img399.imageshack.us/my.php?image=dscn65638us.jpg)
Man beachte wo sie stehen: Vorm Royal-Palast...
Man beachte die Referenzen der Herren:
z.B. Lehrter Bahnhof und Reichstag
Also wird man bald hoffentlich Neues vom geplanten Neubau an der Stelle des Royal-Palastes hören. :daumen:
cinerama
02.09.2005, 17:13
jaja, überschüttet mich ruhig mit hohn und spott;) :lach:
Man beachte wo sie stehen: Vorm Royal-Palast...
Man beachte die Referenzen der Herren:
z.B. Lehrter Bahnhof und Reichstag
Also wird man bald hoffentlich Neues vom geplanten Neubau an der Stelle des Royal-Palastes hören. :daumen:
Hoffentlich nicht!
Ein Kulturschande für die City-West.
und eine Frechheit, ein solches Kino durch einen "Geiz-ist geil!"-Laden zu ersetzen.
Man muß sich schämen für die Heimatstadt, die solchen Kahlschlag zuläßt.
(Im übrigen ist der Schuhladen gleich unterhalb des Kinos noch bis März vermietet, bis dahin reißt hier hoffentlich niemand etwas ab!!!)
@ cinerama:Ähm, ja dieser SALE-Schuhladen (dessen Inventar aus nichts weiter als Schukartons zu bestehen scheint) wird sich sicher nicht irgendwo anders im Europacenter unterbringen lassen...An diesem Schuhladen wird sicher nichts scheitern.
@all:
Die Baugrube gegenüber des Royal Palastes ist vom Bus aus sehr gut einzusehen, ist echt groß:
http://joking.pytalhost.de/tou19/thumbnails/dscn6595.jpg (http://joking.pytalhost.de/tou19/images/dscn6595.jpg)http://joking.pytalhost.de/tou19/thumbnails/dscn6596.jpg (http://joking.pytalhost.de/tou19/images/dscn6596.jpg)http://joking.pytalhost.de/tou19/thumbnails/dscn6597.jpg (http://joking.pytalhost.de/tou19/images/dscn6597.jpg)
cinerama
05.09.2005, 14:22
@ cinerama:Ähm, ja dieser SALE-Schuhladen (dessen Inventar aus nichts weiter als Schukartons zu bestehen scheint) wird sich sicher nicht irgendwo anders im Europacenter unterbringen lassen...An diesem Schuhladen wird sicher nichts scheitern.
Du mußt es ja wissen ... bist offenbar Mitarbeiter der dortigen Eigentümergemeinschaft?
Übrigens gehört zum sog. Abrissgebiet ebenso das Mexx-Kaufhaus, Scholz und ein dutzend anderer Läden. Das solltest Du erst einmal herausfinden, für wann deren Umsetzbehausung terminiert ist - erst wäre in etwa klar, wann Beginn der Baurarbeiten ist.
(Alles andere sind daher Vermutungen, aber sie sind durchaus erlaubt und willkommen, und gelegentlich kommt dabei auch etwas ans Tageslicht. Allerdings wäre ein Kinoabriss kein Grund für "Daumen hoch!"-Manifestationen, nur weil die Fassade derzeit keine Hochgefühle aufkommen läßt. Aber hier wiederhole ich mich ja; und wir sind ja kein "Kinoforum", wie ich mich belehren lassen mußte.)
@cinerama:
ich bin nirgendwo dort Mitglied, dass sind doch einfach Marktgesetze:
Ein Schuhladen, oder ein 12.000 qm Saturn... Da wird den eigentümern sicher dran gelegen sein, die exorbitant höhere Miete so früh wie möglich zu erhalten...
Zudem tust du immer so, als wenn mich der Abriss des Royal Palastes freuen würde...Wie gesagt: dem ist nicht so. So bezieht sich auch mein Daumen Hoch auf ein Weitergehen der Situation. Ein geschlossener Royal-Palast hilft doch weder dir, als Kino-Enthusiastem, noch mir als Freund eines attraktiven Neubaus.
Die Zeit wird alles zeigen.
(das der MeXX und die anderen Geschäfte auch zur "Abrissfläche" gehören, wusste ich nicht, dass macht die Sache sicher komplizierter als ich annahm)
cinerama
05.09.2005, 16:51
Sehr kompliziert: einerseits ist es der grüne Kupfer-Kubus des Kino 1 ("ROYAL PALAST"), der in betracht kommt (908 Plätze-Saal) und rechts daneben liegend der Kubus von Kino 2 ("CITY", 642 Plätze), der in braunen Natursteinplatten gehalten ist. Alle Gewerbeformen unterhalb dieses Komplexes (oder anders gesagt: "oberhalb des erkennbaren Umrisses") müssen umgesetzt oder zeitweilig pensioniert werden. Natürlich hat man dies im Blick, daher nur noch vorübergehende Vermietungen, etwa an den Schuhhändler "Sale" oder den Oldtimerhändler "Car Wheels".
http://userpage.fu-berlin.de/~cinerama/Royal-History/I-Punkt-Perspektive__1.8.2005__DSCN2631__sh arpened__gradiation__small.jpg
Vor dem Umbau 1995 sah die Kinofassade, wenn auch durch geschmacklose Kleinplakathalter und Verwitterung beeinträchtigt, durchaus noch attraktiv aus (ich hatte einige Bilder eingestellt.)
Insofern - ganz unabhängig davon, ob man ein Elektronikkaufhaus mag oder nicht - erscheint auch der Entwurf der neuen Fassade vom Architekturbüro Tchoban als ein Abziehbild der Potsdamer Platz-Architektur resp. des Swiss-Hotels an der Joachimsthaler Str.
Ein Nachwort zum Kino-"Leerstand": es gab und gibt genügend Interessenten, die das Kino betreiben möchten. Es lag und liegt also auch am Eigentümer, einen solchen Betrieb (auch durch Eineleitung von Sanierungsarbeiten) zu unterstützen oder nicht.
Er mocht das nicht mehr, was aber kein Grund ist sich in Berlin zu freuen, daß etwas wegkommt, nur weil es geschlossen wurden. Mir wäre der Leerstand recht, sofern daran eine Wiederinbetriebnahme anschließt.
Die Bezirksverordnetenversammlung war alles andere als erfreut, und ich bin der letzte, der mit Steinen nach diesem Ort wirft.
Zudem gibt es den Vorschlag der "Hybridlösung": d.h. Kaufhausmantel umschließt einen auf nur noch einen Saal reduzierten Kinokomplex. Dafür habe ich Lagepläne im Schubfach.
Aus diesem Grund bin ich ein überzeugter Abrissgegner, da eine neue Fassade, hinter der nur noch das Ge-Piepe von Handy, PCs und Flachbildschirmen tobt, keinen begeisternden Fortschritt gegenüber dem spektakulären Kinbobetrieb darstellt. Und jenseits der Theater, Kabaretts, Kinos und Restaurants gab es noch nie einen Grund, mich in der "City West" aufzuhalten. :Nieder:
Was die Flächenverteilung betrifft:
Wird nicht bald der Esprit ins gegenüberliegende Salamanderhaus ziehen? dann sind ja quasi inhouse einige Flächen frei.
cinerama
05.09.2005, 16:58
So ungefähr könnte rotiert werden, und es wurde auch so angekündigt.
Dennoch wundert mich die fast um ein Jahr sich hinauszögernde Sanierung des Centers, obwohl doch angeblich alle Mietverträge unter Dach unter Fach sind und man schon im April (dem 40. Geburtstag des Centers) mit dem "Lifting" beginnen wollte. :nono:
Vlt. ist der Umbau jetzt ja auf einmal doch komplizierter als Gedacht.
Würde den Besuch der Ingenieure letzte Woche erklären. Sollte ja jetzt (4 Monate nach der Ankündigung des Beginns der Umbaumaßnahme) eigentlich nicht mehr Thema sein, die Statik und ähnliches.
Ich war letzten Samstag im Rahmen des Tag des offenen Denkmals auf der Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche. Man konnte etwa bis zur mitte des Turmes hoch, dort ist eine Art Rundgang.
Hab eine Galerie erstellt:
http://joking.pytalhost.de/KWGK/
Hab heute vom Bus aus mal die zugeschüttete Tunnelbaustelle fotografiert.
Sieht allerdings noch sehr unfertig aus...
http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6829.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6829.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6830.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6830.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6831.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6831.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6832.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6832.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6833.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6833.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6834.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6834.jpg)http://joking.pytalhost.de/Hallo/thumbnails/dscn6835.jpg (http://joking.pytalhost.de/Hallo/images/dscn6835.jpg)
In der Nähe des Ku'damms, nämlich an der Joachimsthaler habe ich heute zwei Bauprojekte endeckt, einmal einen Neubau Joachimsthaler/Lietzenburger und einen "Bau im Bestand" Joachimsthaler 20...
http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6964.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6964.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6966.jpghttp://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6971.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6966.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6972.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6972.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6975.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6975.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6977.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6977.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6968.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6968.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6973.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6973.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6974.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6974.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6976.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6976.jpg)
http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6962.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6962.jpg)http://joking.pytalhost.de/tour24/thumbnails/dscn6963.jpg (http://joking.pytalhost.de/tour24/images/dscn6963.jpg)
Der Neubau ist ja so ziemlich fertig, würde ich mal sagen.
nitsche86
19.09.2005, 14:43
Naja, nicht das Gelbe vom Ei
cinerama
19.09.2005, 17:15
Der Meinung bin ich auch: eben nicht das, was ein urbanes Leben verdelt.
Was sich in der City-West an Projekten realisiert, hat nicht einmal eine Halbwertzeit von 15 Jahren und paßt einfach nicht in diese Region, würde ich wetten. Fast dasselbe Büro- und Geschäftshaus an der Ecke Joachimsthaler-Str./Kantstr. steht seit 3 Jahren fast leer. Weder avantgardistische Architektur noch originelle Nutzungskonzepte feiern in dieser City Urständ, sondern gang andere Akteure. Schade um Westberlin. :nono:
Tja...Besser, als der Vorgängerbau, aber eben Mal wieder nichts weltbewegendes...Kalt und abweisend Mal wieder! Und selbst wenn der noch unvollendete Neubau besser wird: Er wird mit seinem Nachbarhaus und dem Altbau am anderen Ende des Abschnitts durch das dazw. liegende "Kuhdorf" (das gelbe Ding) erdrückt...
Aber die Lietzenburger kann man von dort an ohnehin vergessen. Eine Magistrale umgeben von Sozialbauten. Am Anfang (dem Bereich, wo in den 60ern/70ern nicht rumgespuscht wurde) ist sie noch recht passabel.
@cinerama:
sind die Filmbilder schon lange ab? ich glaube nicht, oder?
http://joking.pytalhost.de/Sept/thumbnails/dscn7018.jpg (http://joking.pytalhost.de/Sept/images/dscn7018.jpg)http://joking.pytalhost.de/Sept/thumbnails/dscn7019.jpg (http://joking.pytalhost.de/Sept/images/dscn7019.jpg)http://joking.pytalhost.de/Sept/thumbnails/dscn7020.jpg (http://joking.pytalhost.de/Sept/images/dscn7020.jpg)
cinerama
20.09.2005, 15:36
Die Filmtransparente wurden schon vor einem Viertel Jahr abgenommen, waren auch bereits zerfleddert.
Nun folgte die Demontage des UFA-Logos (rot-weisser Rhombus) und des Neon-Schriftzugs "Marke Aldi-Vertrieb" ROYAL PALAST. Dies betrifft zunächst die Westseite des ehemaligen Kinokubus CITY, währendessen die Südseite noch unversehrt ist.
Der Anblick ist ein Alptraum, bedenkt man, was dort vorher einmal hing!
http://userpage.fu-berlin.de/~cinerama/Royal-History/Berlinale__27.6.65.jpg
(Dass wir uns beim Fotografieren nicht begegneten, ist auch schon Zufall, habe dort Tage verbracht, um die Veränderungen zu dokumentieren...)
"Auch für den seit Jahren leerstehenden Gebäudekomplex an der Nürnberger Straße zwischen Tauentzien und Augsburger Straße gibt es nach langer Ungewißheit endlich eine Lösung: Nachdem dort Pläne für ein Luxushotel scheiterten, will die Ideal-Lebensversicherung gemeinsam mit der Streletzki-Gruppe ("Estrel"-Hotel) bereits im Dezember 2006 ein Drei-Sterne-Hotel eröffnen."
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/21/titel/780868.html
Wenigstens sind sie so schlau nicht noch ein Luxus Hotel zu eröffnen, sondern im Eher Niedrigpreisigen Segment ihr Heil zu suchen!
EDIT:
"Drei-Sterne-Haus im alten Femina-Palast - Auch Peek & Cloppenburg zieht in den denkmalgeschützten Komplex"
"Der seit neun Jahren zu großen Teilen leerstehende Gebäudekomplex an der Nürnberger Straße 50-56 wird endlich saniert: Die denkmalgeschützte Fassade des ehemaligen Femina-Palastes, in dem einst die Senatsfinanzverwaltung ihren Sitz hatte, wird noch in diesem Herbst mit einem Baugerüst versehe""
"Nicht nur die Natursteinfassade soll erhalten bleiben, sondern auch zahlreiche Stilelemente im Inneren. Ferner wird den Hotelgästen einer der letzten in Deutschland zugelassenen Paternoster zur Verfügung stehen. "Wir erhalten das bestehende Gebäude in seiner Grundsubstanz und bauen es zu einem design-orientierten Art-déco-Hotel im Stil der Goldenen Zwanziger Jahre um", beschreibt Ideal-Chef Jacobus das Vorhaben."
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/21/bezirke/780774.html
EDIT II:
Sanierter U-Bahnhof-Wittenbergplatz:
http://joking.pytalhost.de/wittenberg/thumbnails/dscn7089.jpg (http://joking.pytalhost.de/wittenberg/images/dscn7089.jpg)http://joking.pytalhost.de/wittenberg/thumbnails/dscn7087.jpg (http://joking.pytalhost.de/wittenberg/images/dscn7087.jpg)
vlt. jemand interesse? ist sicher super interessant:
http://joking.pytalhost.de/Townhouses/images/dscn7165.jpg
cinerama
26.09.2005, 10:41
Klar, da wollte ich möglichst hinkommen.
Vielleicht sieht man sich ja dort?
@cinerama: Ich schaffs leider nicht hin. Aber es wäre echt super, wenn du ein bißchen von dort berichten könntest!
"Cumberland: Noch kein Hotelbetreiber gefunden"
- Ausbau zum Luxus-Hotel zwar seit Anfang 2005
"gestattet"---> findet sich aber kein Betreiber und
deshalb---> auch kein Investor
-Düsseldorfer Entwickler (NPC) zieht sich zurück, Hamburger Entwickler will Konzept beibehalten (Will aber nicht genannt werden)
Helmut John, Verkaufsleiter beim Liegenschaftsamt:
"Wir verhandeln und haben Vertraulichkeit vereinbart." Er schätzt, daß es noch ein Jahr bis zum Baubeginn dauert.
-Alle Beteiligten warten Quasi darauf, das der Berliner Hotelmarkt anzieht, auch wegen Preis"krieg" im 5-Sterne Segment.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/27/berlin/782142.html
nitsche86
28.09.2005, 08:47
Der Ku'Damm wird zur Luxus-Meile
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/28/berlin/782313.html
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/487090.html
Das KaDeWe eröffnet Mode-Etagen
http://www.welt.de/data/2005/09/28/781885.html
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/487086.html?2005-09-28
Die Zukunft des Bikinihauses
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/487112.html
@cinerama: hast du gerufen?:
"Der Saal, so Stindt, rechne sich nicht mehr. Zwar wurden keine genauen Zahlen vorgelegt, doch kam aus dem Publikum der Einwurf: "Geht mehr in den Zoo-Palast." "
vlt. noch eine kurze zusammenfassung des von Nitsche86 geposteten Bikini-Haus Artikels:
- Bikini-Haus soll Shopping Mall bekommen:
"Höfe sollen überbaut, die Haupt- und die ersten Obergeschosse sowie ein neues Untergeschoss mit etwa 60 Läden hin zu einem "Magnetmieter" wie einem Elektro- oder Bekleidungsgeschäft führen."
Der eingang dafür ist am Hochhaus zum Zoo hin vorgesehen, auch ist es möglich, dass der Zoo s
einen haupteingang in die Mall verlegt, mehrere Ausgänge, z.B. zum Breitscheidplatz sind vorgesehen.
-Zoo Palast soll entweder entkernt werden und als Lichthof für die Shopping-Mall genutzt werden, oder es soll dort "entertainment" hingebaut werden (z.B. Multiplex)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/487112.html
nitsche86
28.09.2005, 10:23
auf die Gefahr hin, hier einen Aufschrei zu verursachen.
Aber ich finde das Bikinihaus hässlich und nicht erhaltenswert. Immer wenn ich nach Berlin komme und am Breitscheidtplatz bin, fühle ich mich von diesem Gebäude abgestossen.
Aus dieser Lage zwischen Zoo, Bahnhof, Gedächtniskirche und Breitscheidtplatz könnte man viel mehr machen als diesen langgezogenen 50er Jahre Klotz.
Liegt vielleicht auch daran, das ich die 50er Jahre Architekturqualitäten allgemein anzweifle.
Bei solchen Bilder krieg ich jedenfalls das *otzen
http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/hbf-msd/HBF-promo/Dirk/Dirk-page.html
@nitsche86: und was hälst du von diesem Bild?
http://img226.echo.cx/img226/8379/kudammbikinihaus9im.jpg
ich finde, man darf an der City West nicht zuviel "rumoperieren" dann verliert sie tatächlich irgendwann vollkommen ihre Identität.
Ich finde den Entwurf von Tchoban sehr gelungen, das Gebäude hat Potential, Tchobans entwurf nutzt es aus.
nitsche86
28.09.2005, 10:55
Ich find das schon ein wenig schöner als der Ist-Zustand, aber vom Hocker reissen, kann es mich nicht.
Es ist einfach nich urban oder wie man so schön sagt "weltstädtisch".
Ich möchte auch nochmal anmerken, das es durchaus gelungene Nachkriegs-Bauten gibt (leider nur sehr wenige)
Zum Beispiel den Anbau der Gedächtniskirche, Kranzler-Eck oder das Europacenter.
noch ein Artikel über den möglichen Bikini-Haus "abriss"--> EDIT: Umbau natürlich...:
Die ideen seien im Bauplanungsausschuß des Bezirkes
nicht gut angekommen, alle Fraktionen kritisierten, dass der Zoo-Palast nicht weiter als Kino genuzt werden soll (kurze Frage von mir: Was hat der Bauplanungsauschuss mit Kinos am Hut? Ist dafür nicht ein Kulturausschuss oder so zuständig? ,dass aber nurmal am Rande...)
"Baubeginn - so die bisherigen Planungen - könnte nach der Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr sein."
UND zum Royal Palast heißt es:
"... Sergei Tchoban hat auch das Kaufhaus entworfen, das ab nächstem Frühjahr im ehemaligen Royal Palast im Europa Center entstehen soll. Die Baugenehmigung ist bereits erteilt. "
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/29/bezirke/782589.html
stativision
29.09.2005, 09:50
? Über den möglichen Abriss vom Bikini-Haus kann ich da nix finden - ich dachte das wäre klar, dass das erhalten bliebe (inkl. Restaurierung)...
Wie das direkt nach Bau aussah, war das Bikini-Haus eigentlich ganz ok, die Verschlimmbesserung mit dem Zubau des Luftgeschosses macht das Haus imo viel schlimmer und eine Erneuerung und Renovierung könnte das Teil optisch schon ganz fit machen. Den Plan (in der Berliner Zeitung ist auch ein Modell zu finden, kann ich gleich mal abfotografieren), das scheint ganz in Ordnung zu sein.
Man braucht auf jeden Fall keine historische Rekonstruktion in anderen Teilen Berlins durchführen, wenn man die City-West gleichzeitig geradezu ausradiert :mad: Aus für den Zoo-Palast und Integration in eine Shopping-Mall (als Haupteingang mit Gastro-Lounge oder was???): Da kommt einem ja der Kaffee wieder hoch... :nono: In dem Fall bleibt wirklich mal zu hoffen, dass die Politik das so nicht mitmacht!
ach quatsch, abriss...ich muss mir erstmal nen Kaffe holen glaub ich, nix abriss Bikini-Haus...ist ja ensemble geschützt. das einzige was zur debatte steht ist der Zoopalast.
EDIT: Ich hab mal in einer Austellung bilder vom geplanten Umbau gemacht, wenn ihr in diesem Thread auf seite 6 geht und dann in Post 89 schaut, könnt ihr die alle bewundern... ;)
Das Bikini-Haus wird umgebaut und das ist ja wohl auch Okay. Aber das in dem Zusammenhang der Zoo-Palast nun auch mal schnell geschlossen wird / werden soll ist für mich bis auf weiters der Aufreger des Tages. Demnächst wird dann noch die Gedächtniskirche geschlossen und zur Eishalle ausgebaut oder was... :angry2:
"Zoo Palast: Kino sollen auf jeden Fall bleiben"
"Der Betreiber des Zoo Palastes will das Kino auch nach den Umbauten des Zoobogens weiterbetreiben. Ralf Schilling, Geschäftsführer der UCI Kinowelt, sagte, daß selbst wenn kein neues Kino gebaut würde, er den Mietvertrag auch über den Dezember 2009 hinaus verlängern möchte: "Die Miete müßte natürlich bezahlbar bleiben." Nach den Besucherzahlen - rund 650 000 Gäste pro Jahr - sei das Kino trotz der schwierigen Zeiten wirtschaftlich zu betreiben."
Die UCI hat aber gleichzeitig angeregt, ein neues Kino zu integrieren, der Zoo-Palast, mit 8 kleinen und einem großen (1000 Plätze(!)) Saal, sei nicht mehr Zeitgemäß.
"Wir müssen auf Wirtschaftlichkeit achten. Doch wenn wir mit der UCI und dem Denkmalschutz einen Kompromiß finden, machen wir das natürlich. Wir sind doch keine Kinototmacher. Bei gleicher Miethöhe wie jetzt könnte es gehen", sagte gestern Karl Stindt, Projektentwickler der Bayerischen Immobilien Gruppe. "
Der Baustadtrat würde wohl den Denkmalschutz aufheben, um den Kino-Standort zu behalten. (--> würde also auf Abriss des Zoo-Palastes und Neubau eines Multiplexs hindeuten).
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/30/bezirke/782834.html
ist ja insofern interessant, dass es wirtschaftlich betrieben wird, auch jetzt. Ein Multiplex wäre doch allerdings für die Besucherströme am Kino-Standort (jetzt mal abgesehen von Denkmalschutz, Kino-Qualität etc.) besser, da mehr Leute ins Multiplex reinpassen und reingehen. Ich wollte letzte Woche mit nem Kumpel in irgendeine 22:00 Uhr Vorstellung im Zoo-Palast, und ES GAB KEINE! AN EINEM FREITAG:...das war vlt. nervig (abgesehen davon das wir pro viertelstunde am Zoo 75 Cent Parkgebühren zahlen mussten.) und ein nächst nahes Kino, das viele Filme anbietet gibt es nicht. das nächste ist ja erst das Cinnemaxx am Po-pLatz.)
Da müsste man ja aber auch den Zoo-Palast umbauen bzw. nach hinten, unten oder zur Seite erweitern können, so dass das bekannte Gebäudeäußere dabei erhalten bleibt.
@ Manuel: hängst du so sehr am Zoo-Palast?? ist IMO ein reiner Zweckbau, der fast nichts ästethisches hat.
cinerama
30.09.2005, 10:35
Was für ein Forum!
Da biegen sich einem die Fussnägel vor Sprachlosigkeit.
Diese Disksussion werde ich einmal kopieren und in anderen Foren vorstellen.
So etwas habe ich noch nie erlebt...
@Jo-King: Ich häng halt an der City-West. ;) Nichts dagegen, wenn man neu baut und umbaut und verändert und erneuert, aber dabei sollte das eine oder andere Vertraute bleiben. Und der Zoo-Palast gehört für mich absolut dazu, was aber sicherlich sehr subjektiv ist.
Zoo-Palast, Bikini-Haus & Co. stehen ja auch für eine Epoche. Das dann alles zu Fresstempeln und Shopping-Malls umzubauen finde ich nicht gut. Anders würde es sich verhalten, wenn man den Zoo-Palast aber irgendwie zum Multiplex umbauen und die Fassade dabei erhalten könnte, was m.E. möglich sein sollte.
cinerama
30.09.2005, 11:06
Völliger Schwachsinn: offenbar kennt hier keiner mehr den Unterschied zwischen der Innenarchitektur glanzvoller Filmpaläste und der Profanarchitektur billig in Modul-Baukastenweise errichteter Multiplexe (die übrigens immer mehr Besucher ankotzen, technisch miserabel, aber mitnichten wirtschaftlich sind! Bitte mal die wirtschaftlichen Tatsachen nicht verdrehen!)
@Cinerama: musst du beleidigend werden? Wir versuchen auch relativ neutral zu bleiben, "Schwachsinn" finde ich da etwas hart. Ich spreche für mich. Ich gehe liebend gern ins z.B. Cubix.
ich hab irgendwie dasgefühl, du trauerst eine längst vergangen zeit nach. die glanzzeiten der City West sind numal vorbei. Aber weil die Autos in den 20igern noch so schön aussahen und so stilvoll waren, darf ich keine modernen Autos mögen? Weil die Strohhutmode und Gehstöcke etc. mir so gut gefallen darf ich jetzt nichts modernes mögen? Das seh ich nicht ein. Die einen mögen dass, die anderen Dass. ich finde den Abriss gut, du den Abriss schlecht. das ist doch normal, dass es verschiedene Meinungen gibt. Du freust dich, wenn er stehn bleibt, ich freu mich wenn er abgerissen wird. Na und? deswegen braucht sich niemand so aufzuregen.
mfg
Jo-King
EDIT: warst du auf dem Architekten gespäch? wenn ja, wie wars denn?
cinerama
30.09.2005, 11:49
Die Mehrheit der Cineasten findet den Profan-Bau CUBIXX am Alexanderplatz schlecht, der ebenfalls vom Architektenbüro nps Tchoban stammt, der auch das SATURN-Kaufhaus anstelle des ROYAL PALAST-Kinos entwarf.
Auch ist es technisch im CUBIXX bedeutend schlechter als in den City-West-Kinopalästen (ich stamme aus dem Gewerbe und kenne die Details): wacklige, unscharfe Projektion mit trötigem Ton, relativ niedrige Rekopaldecken, flache und kleine Leinwände, ein schwaches Programm, dürftiger Service und billige Ausstattung).
Mir bleibt es ein Rätsel, wie man sich davon blenden lassen kann. Demgenüber waren die beiden grossen ROYAL PALAST-Säle (selbst noch im unrenovierten Zustand!) gewaltige und hochmoderne Auditorien, oder auch die beiden großen Säle im ZOO PALAST fantastische Kreationen im Stile der italienischen Opernarchitektur.
Kritisieren kann man auch diesen Stil der moderen Sachlichkeit oder des Neo-Jugendstils von 1957 resp. 1965 - natürlich. Aber einen Vergleich zu den Kino-Billig-Modulen im CinemaxX oder Cubixx am Potsdamer Platz/Alexanderplatz zu ziehen, kennzeichnet m. E. einen depremierenden Wertewandel. Es ist so, als wenn ich meinen Roll-Royce wegwerfe und gegen einen VW-Fox ersetze, nur weil dieser einen Airback und neuen Aussenlack aufweist.
Ganz schreckliche Zeiten sind dies, in denen wir leben!
(Hoffentlich kommt hier irgendwann eine Revolution, nach der man solche Investoren zum Teufel schickt...)
stativision
30.09.2005, 12:01
Ich wollte letzte Woche mit nem Kumpel in irgendeine 22:00 Uhr Vorstellung im Zoo-Palast, und ES GAB KEINE! AN EINEM FREITAG:.
Aber welche um 22:30, 22:45, 23:00. Entweder mehr Flexibilität oder vorherige Information hätte Abhilfe geschaffen ;)
Im Cubix gibt es übrigens auch keine 22 Uhr vorstellung
eine um 22:30 die war aber mist. wenn man einmal keine karten vorbestellt kommt halt sowas bei raus. warum gibt es denn in den ganzen kinos keine 22 Uhr vorstellungen? ich geh gern mittelspät ins kino. ;)
stativision
30.09.2005, 12:42
wahrscheinlich weil die meisten vorstellungen davor zwischen 19:45 und 20:30 anfangen und 22:00 für die nächste vorstellung etwas knapp wäre. aber cinerama gibt da bestimmt näher auskunft ;)
vielleicht wäre das ja mal eine nische für ein erfolgreiches kino...
cinerama
30.09.2005, 14:02
Spätvorstellungen gibt es dort natürlich, jedoch arg spät. Inhaltlich/programmatisch originell genutzt weden sie kaum: http://www.uci-kinowelt.de/programm/berlin_zoo_palast/
Für die Idee "Neuer Royal-Palast" hatte ich die Stärkung der Spätschienen angedacht: Betreiber und Vermieter zeigten sich desinteressiert, obwohl die Verlängerung der Prime-Time-Vorstellung auf die Spätschiene seit Jahren nur noch nur noch Rinnsale an Publika einbringt: www.royal-palast.de
stativision
30.09.2005, 17:54
Hier der Übersichtsplan inkl. leicht verändertem Bikinihaus-Modell aus der Berliner Zeitung vom 28.10.
http://frank.lemm.free.fr/citywest.jpg
Was für ein Forum!
Da biegen sich einem die Fussnägel vor Sprachlosigkeit.
Diese Disksussion werde ich einmal kopieren und in anderen Foren vorstellen.
So etwas habe ich noch nie erlebt...
Dass würde ich mal schön lassen, Du hast kein Urheberrecht auf die Beiträge.
Wir hatten doch diesen Kinothread, warum geht es hier nur noch um dieses Kino?
cinerama
01.10.2005, 01:00
Warum ist es nicht gestattet mit Link-Verweis auf diesen Beitrag zu lenken?
Sind diese Beiträge nicht repräsentativ für die Dialogkultur? (Nur eine höfliche Anfrage.)
Weiters: dieses eine Kino (Zoo-Palast) habe nicht ich thematisiert, sondern die User. Zufällig spielt es in der Diskussion um die Bebauung des Zoo-Bogens eine zentrale Rolle.
Sofern es Dir als Administrator dieses Forums mißhagt, hierüber unbequeme Stellungnahmen zu vernehmen, so frage ich mich, worüber sonst im Thema "Zoobogen", der Unterrubrik "Kurfürstendamm/Tauenztzine/CIty-West", diskutiert werden sollte?
(Bitte um Aufklärung, wie es zu dieser Ghettoisierung der Kinofrage kommt, die zumindest in der Presse der letzten Tage der Hauptknackpunkt aller städtebaulichen Erwägungen in der Presse war.
Irgendwie herrscht hier ein Verständnisproblem, was der Sinn dieses Thread denn sein soll, der doch nur durch seine Themenstellung klar beantwortbar ist. Zudem geht es nicht um Kino-Nostalgie, sondern die aktuelle Lage in der City-West. Darauf ist explizit eingegangen worden)
Eine höfliche Antwort:
Verweisen kannst Du soviel Du willst in Deine so repräsentativen intelligenten Kulturforen, nur kopieren darfst Du nicht.
Mir missfällt nicht dass über diese Themen auch in diesem Thema gesprochen wird, mir misshagt der Ton und die Art des Diskutierens, vor allem von Deiner Seite.
cinerama
01.10.2005, 02:42
Die letzte Anmerkung von Dir trifft auch eher den Sachverhalt, da klar wird, daß die Debatte nicht mehr im Rahmen eines netten Chats oder harmlosen Small-Talks abgehandelt werden kann.
Ich bitte nur eines zu bedenken, und eventuell ist man sich in dieser Sichtweise sogar einig: die im Verlauf dieses Threads vorgestellten Intentionen einiger Bauherren/Investoren, aber auch die Wünsche und Bewertungen der User (mich eingeschlossen) werfen ganz ernste Fragen auf: zur Zukunft der Stadtplanung aber auch der Lebensqualität in dieser Region.
Die Postutale auf Abriss oder Umgestaltung einiger Objekte haben massive Probleme heraufbeschworen, die aber auch durch längeren Leerstand oder Herabwirtschaftung diverser Immobilien verursacht worden sind.
So geht es aktuell nicht mehr nur um Änderungen oder Verbesserungen von Fassaden oder des Stadtbildes, sondern auch um konkrete Folgen für die Nutzungsziele und irreversiblen Umgestaltungen etablierter sozialer Räume. Die Nutzungskonzepte, die im Raum stehen, erweisen sich als noch folgenschwerer als die Umgestaltung von Fassaden (die im Falle des Bikini-Hauses nicht einmal der gravierenste Eingriff wären, obwohl der Direktor des Landesdenkmalamtes, Herr von Buttlar, allergrößte Bedenken äußerte, wonach die "Balance" des Stadtbildes vom Schimmelpfennighaus über den Riegel am Hardenbergplatz, den Zoo-Palast, das Bikinihaus bis hin zum als massiven Störfaktor empfundenen Kugelkino "kippen" würde.)
Das kam auf der kontroversen Veranstaltung "Architekturgespräch 77" in der Vorwoche heraus. Hierbei war dem opportunistischen Baustadtrat Dr. Gröhler (die Berliner Zeitung bezeichnet ihn als "Populisten") der Denkmalschutz weniger wichtig als das Nutzungskonzept, und auch (irgendein) Kinokomplex am Zoobogen müsse s.E. eine Komponente dieses Konzeptes sein.
Gerade in diesem Zwiespalt entstehen verheerende Fehlentscheidungen und Fehlgeburten für die Zukunft: es kommt definitiv sowohl zu einer Aufgabe der architektonischen Balance am Zoobogen zugunsten (wirtschaftlich) erneuerter Nutzungskonzepte, die dann sogar einen "modernisierten" Kinobetrieb tragen könnten, so wie zu einer Zerrissenheit der Nutzungsarten, folgt man Gröhler.
Das Resultat ist ein doppelter Verlust: der des ausbalancierten Stadtbildes um den Breitscheidplatz und das Europa-Center (mit seinem kommenden Kaufhaus á la "Potsdamer Platz"-Shopping-Ästhetik) und auch der von vormals kulturell gestalteten, urbanen Nutzungskonzepten, die letzlich Business-Bauten, Firmenbüros oder 5-Sternehotels weichen. Ebenso ist der "Staubsauger"-Effekt des neuen Shopping-Mall, welche vom Hochausriegel ausgehend die Menchenstörme bereits vom Bahnhof Zoo abgreift, um sie bis zum Ende des Bikini-Hauses zu schleusen, ein urban abträgliche Lösung in dieser Region.
Diesbezüglich warnte selbst Gröhler vor einer Verelendung des (derzeit von Drogenhändlern bevölkerten) Breitscheidplatzes, die in diesem "Staubsauger"-Konzept der Bayerischen Immobilien AG keinesfalls gestoppt würde. Gleichzeitig schlägt Gröhler (ohne über irgendwelche Branchenkenntnisse und über Umsatzzahlen zu verfügen) den Bau eines Multiplexkinos vor, in der naiven Erwartung, dies entspräche dem Trend der Zeit.
(Hier empfehle ich einmal die Umsätze und die Architektur der UCI-Kinowelt in Friedrichshain als Zukunftsperspektive zu bewerten, die dann den Zoo-Palast überkommen wird).
All dies zeigt m.E. die Ohnmacht und völlige Hilflosigkeit einiger Politiker, die durch beliebige Investmenterfolge Wahlen gewinnen wollen, ohne die Folgen durchdacht zu haben.
Vollkommen unverständlich erscheinen mir aber die in diesen Thread enthusiastisch formulierten generellen Abrisspostulate, die noch die kühnsten Umgestaltungspläne diverser Immbobilienfirmen, die bekanntlich alles bauen, wofür sie geraden einen meistbietenden Mieter finden, in den Schatten stellen. Ich frage mich, ob dienjenigen, die solche Postulate erheben, ernsthaft über die Nutzungskonzepte nachgedacht haben resp. eine Vorstellung entwickelten, wie die jetzt im Raum stehenden Konzepte zukünfitg auf Touristen oder Freizeitler mit Entertainment und Kulturbedürfnissen wirken würden?
Ebenfalls bleibt mir unverständlich, wie in dieser Diskussion die eine oder andere neue Fassade (die doch nur gut aussieht, solange sie neu ist) hier wie dort die Gewichtung der Nutzungskonzepte ausblendet oder marginalisiert.
Nach diesen nachhaltig mich entsetzenden Bewertungen, die ich hier zur Kenntnis nehme, möche ich anmerken, daß selbst der Ist-Zustand des leicht schmuddeligen Bikini-Hauses (mit seinen "Tante-Emma-Trödelläden) absolut der sterilen Kälte eine Shopping-Mall, die Europas bekanntestes Filmtheater durchschneiden wird, noch vorzuziehen ist.
Sollten die derzeitigen Pläne realisiert werden, wo man nur noch zu massiver Bürgergegenwehr aufrufen kann, könnte es sein, dass in wenigen Jahren die Einsicht einkehrt, dass hiermit die City-West als zwar widersprüchlicher, dennoch aber entwickelter urbaner Lebensraum irreparabel zerstört wurde.
"Die Rückkehr des Luxus"
"Gucci, Valentino oder Hèrmes: Der Kurfürstendamm ist diebesteAdresse für exklusive Marken geworden"
"Der Kurfürstendamm ist wieder wer. Die neue Flaggschiff-Filiale des italienischen Luxuslabels Valentino, die gestern Abend mit einem großen Fest eröffnet wurde, ist nur eine von vielen Glitzerperlen, die sich neuerdings vor allem zwischen Knesebeckstraße und Olivaer Platz dicht an dicht reihen."
"Der alte Westen leuchtet sichtlich auf. ... Die neuen Direktverbindungen nach New York, die Menschen von überall- her in die Stadt bringen, haben dem Luxus-Boom einen weiteren Schub versetzt, sagt Peter Huber, Vorstandsmitglied der AG City."
"Zu den sehr gehobenen Flaggschiffen gehören die Dependancen von Lacoste, Bogner und René Lézard. Bulgari, Piaget und Porsche Design liefern erlesenen Schmuck und teure Accessoires. Bei Tod's, Bruno Magli und Budapester Schuhe gibt es die passende Fußbekleidung dazu und bei Mont Blanc die Stifte zum Abzeichnen der Kreditkartenabzüge. Auch Armani, Dolce und Gabbana und Longchamps sehen sich nach Geschäftsräumen um."
http://www.tagesspiegel.de/berlin/index.asp?ran=on&url=http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.10.2005/2092575.asp#art
hier noch eine Karte mit einer Auflistung aller Luxusläden:
http://www.tagesspiegel.de/bilder/berlin/051001_grafik_kudamm_500x355.jpg
hoffentlich entscheiden sich die Firmen die noch fehlen für gute Standorte, dann ist der Ku'damm wieder vollkommen glanzvoll...
stativision
01.10.2005, 08:49
Ebenso ist der "Staubsauger"-Effekt des neuen Shopping-Mall, welche vom Hochausriegel ausgehend die Menchenstörme bereits vom Bahnhof Zoo abgreift
Das muss nicht sein, was man auch an anderen Einkaufsgegenden mit naher Shopping Mall sieht (Schönhauser Allee, Schlossstraße, Wilmersdorfer Straße (zwar keine Shopping Mall, aber ähnliches).
neue Fassade (die doch nur gut aussieht, solange sie neu ist)
Das stimmt nicht. Besonders nicht heutzutage, wo Fassadenmaterialen eingesetzt werden können, deren Reinigung sehr einfach ist. Man muss ja nicht immer von 50er Jahre Architektur ausgehen.
daß selbst der Ist-Zustand des leicht schmuddeligen Bikini-Hauses (mit seinen "Tante-Emma-Trödelläden) absolut der sterilen Kälte eine Shopping-Mall, die Europas bekanntestes Filmtheater durchschneiden wird, noch vorzuziehen ist.
Woher hast du denn die Zahlen mit Europas bekanntestem Filmtheater? Wurden da echt mal Umfragen durchgeführt?
Jedenfalls ist der Ist-Zustand (Tante Emma Trödelläden wären ja super, ist aber eine extrem stark positive Bezeichnung dieser Trash-Läden) keines Zentrums würdig, da wäre mir die "sterile Kälte" einer Shopping Mall durchaus lieber (dass der überwiegende Teil der Bevölkerung diese offensichtlich gerne annimmt, scheint dir entgangen?). Völlig übereinstimmen tue ich dagegen bezüglich der Kino-Debatte. Der Abriss wäre ein weiterer schwerer Verlust der Berliner Kinoszene und wäre mit keinem noch so guten Multiplex-Kino auch nur annähernd zu verkraften. Ich sehe allerdings eine "Durchschneidung" (konkrete Pläne gibt es dafür meines Wissens ja noch nicht, wie dieser "Eingang" aussehen soll), je nachdem wie sie durchgeführt wird, als nicht so schlimm an.
cinerama
01.10.2005, 10:15
Also zur "Rückkehr des Luxus" würde ich anmerken, daß natürlich zum Weltstadtboulevard auch einige Flaggship-Dependancen oder Luxus-Einzelgeschäfte gehören.
Nicht einmal gegen die tradierte Bezeichnung "Schaufenster des Westens" hätte ich etwas einzuwenden, da selbst für ärmere Bevölkerungsschichten das gelegentliche Gucken und Flanieren an Schaufenstern bis zu einem bestimmten Punkt Unterhaltungswert hat.
Wie ist es aber, wenn diese Balance, die auch aus den wenigen, nunmehr auf der Kippe stehenden Theatern (Komödie und Theater am Kurfüstendamm) sowie den "Luxus"-Traditionskinos (als Antithese zur "Supermarkt-Filmabnudelbetrieb" etlicher Multiplexe, die ich nicht nur von aussen, sondern auch von den Betriebsräumen her kenne) sich zusammensetzt, nunmehr völlig kippt, wodurch der "Boulveard" nach 20 Uhr wie tot ist?
Genau diese Friedhofsruhe ist auch die Befürchtung der Politiker - von aussen rechts bis ganz weit links. Durch die sinkende Kaufkraft, das sinkende Inlandsprodukt, Arbeitslosigkeit und Konsumflaute haben wir dann einen Zweiklassen-Boulevard geschaffen: die einen, die "rein dürfen", und die anderen, die besser "draussen bleiben" sollten.
Es ist daher gar nicht erstrebenswert, die gesamte Region lückenlos mit Flaggship-Dependancen und Luxus-Geschäften zu überfremden, ebensowenig aber auch "Low-Price"-Dependenzen wie SATURN an die Stelle ehemaliger großer Entertainment- und Kulturstätten zu setzen.
Um letztere Etablissements geht es mir, die in der City-West auf dem Rückzug sind. Nun kann man argumentieren, daß sei der Trend der Zeit, auch der Trend zum Großhandel und die Besucherströme bewiesen doch, daß dieses Konzpet angenommen würde.
Das alles mag schon zutreffen, ob das alles jedoch urban und sozialpolitisch bekömmlich ist, muß ich bezweifeln. In Wiederholung: Dass nach 20 Uhr die Lichter ausgehen und ausserdem der Drogenhandel zunimmt, man ausschließlich nur noch von Flaggship-Dependancen spricht oder der Fernabhnhof geschlossen wird, ist ein Symptom des urbanen Niedergangs. Weiters nehmen die kleinen Theater und (kleinen wie grossen) Kinos immer die Funktion der Bindung auch der sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten am öffentlichen Leben ein. Auch dies scheint (von SATURN- oder McDonalds-Vergnügungen einmal abgesehen) nunmehr einen Rückzug anzutreten.
Zur Fassadenkonstruktion zu sprechen kommend, ist mir schon klar, daß es sich heute um pflegeleichte Materialien handelt. Ob aber die Stahl-/Glaskombination (die man überall bis hin zum Potsdamer Platz en masse antrifft) in jedem Falle einer historisch-determinierten City originelle Impulse gibt, kann ebenfalls zu berechtigtem Streit führen. Persönlich würde ich aufgrund die Gleichförmigkeit (renovierte) Fassaden der derzeitigen Gebäude präferieren. Und auch an bestehenden Nutzungskonzepten festhalten, zu denen durchaus auch einige Trödel-, Tante-Emma oder Ramschläden gehören, auch und gerade etwas abseits vom gestylten Einheitsgeschmack der Verkaufsästhetik der Flaggship-Dependancen (das ist tlws. ein Reiz auch einiger Läden im Europa-Center jenseits des Mainstreams).
Zoo-Palast als "Europas bekanntestes Filmtheater" (wiewohl ich den Rioyal-Palast immer eindeutig vorzog) läßt sich daraus ableiten, weil dieses Haus internationale über Jahrzehnte hinweg als Hauptveranstaltungsort der Berlinale in allen in- und ausländischen Medien abgelichtet wurde.
Ob der Zoo-Palast nun tatsächlich Europas bekanntestes Kino ist, kann durchaus angezweifelt werden, er ist auf jeden Fall außerordentlich bekannt und das Bild des Zoo-Palast wird z.B. in TV-Reportagen nach wie vor gerne genommen um "Kino" darzustellen. Die Architektur (also außen) ist nicht nur für mich eigentlich der inbegriff von Kino. Auf jeden Fall ist der Zoo-Palast sozusagen ein echter Klassiker.
Nichts desto trotz muss natürlich auch der Zoo-Palast dem Stand der Zeit und auch der Technik angepasst werden. Und so sagt mir der oben geopstetet Zeitungsausschnitt auch absolut zu. Entkernen und dann: außen Zoo-Palast und innen Multiplex. Und das mit dem Bikini-Haus mal was geschehen sollte, kann jawohl kaum jemand bestreiten.
Ich denke es sollte darum gehen, das Vorhandene weiterzuentwickeln und nicht sozusagen periodisch alles platt machen und dann neu bauen.
Von Ideologien ist allerdings wenig zu halten, zumal im Städtebau. Die Menschen mit Mitteln der Stadtentwicklung dahingehend lenken zu wollen, sich "urban und sozialpolitisch bekömmlich" zu verhalten, ihnen sozusagen den Großmarkt, McDonalds und das Multiplex dann verwehren zu wollen, um sie in die kleinen Läden und Theater zu führen, ist naiv und arrogant. Das Bedarf ja nicht zuletzt auch, dass jemand vorschreibt, was dann urban und sozialpolitisch gut und was falsch ist.
cinerama
01.10.2005, 14:07
@ Manuel
Wenn (gerne) angezweifelt wird, dann müßte auch ein Gegenbeispiel genannt werden, woraus entnehme ich dieses bitte?
Der Rest der Argumentation ist leider vollkommen widersprüchlich. "Zoo Palast eine echter Klassiker ... entkernen ... und dann innen Multiplex".
Verzeihung: mit welcher Chuzpé werden hier Entkernungen gefordert aufgrund flüchtig goutierter Zeitungsartikel, die bereits für sich genommen von wenig Orts- und Sachkenntnis zeugen (einige der Journalisten kenne ich, die vorher nichts von den Sachverhalten wußten und nach Besuch von Bauausschüssen oder Symposien unreflektiert die Auffassung der "Investoren" übernehmen)?
Frage an Sie: kennen Sie die wirtschaftlichen Zahlen des hier angesprochenen Betriebs und dessen Bedarf an "Modernisierung" wirklich? Und warum fordern Sie pauschal die Entkernung von architektonisch wertvollen und auch unter Denkmalschutz gestellten Auditorien?
Sind Sie ggf. imstande, den Widerspruch Ihrer Aussagen aufzulösen?
a) echter Klassiker ... und andererseits ihn zu
b) entkernen!
These: Besteht ein Gebäude nicht aus der Gesamtheit seiner aussen- wie innenarchtektonischen Chrakters sowie seiner ureigenen Nutzungskonzepte und urbanen wie auch geschäftlichen Bedürfnisse oder habe nur ich als "arroganter Ideolge" mir dies herausgenommen anzusprechen?
Ist es denn Ihr Ziel oder entspricht es dem Bedürfnis der Bevölkerung und auch den veranstaltungsspezifischen Anforderungsprofilen nunmehr den obig exemplifiziertren Saal durch einen (kleineren und natürlich auch schlichteren) Multiplexsaal zu ersetzen? Hierfür ebenfalls ein kurzes Beispiel, das Folge der beworbenen Entkernung sein könnte:
Frage: welcher "Stand der Technik" ist im Multiplex dem Traditionskino überlegen: etwa die zumeist verwackelte Bildwiedergabetechnik, die billigen, kompressionsverzerrenden Lautsprecher, die Massenabfertigung und Personalpolitik, die Steilprojektionen, Bildbeschnitte und Bildunschärfen? Oder die "einladenden" Foyers mit leckerster Gastronomie und multimedialer "Concession-Technik"?
Es tut mir leid, aber mehrheitlich sehe ich (der die Häuser kennnt) diese Vorzüge nicht durchgreifen.
Einen SATURN-Markt andererseits zu befürworten (dessen projektierte Kaufhausfassade am Tauentzien selbst in diesem Forum mit wenig Enthusiasmus aufgenommen wurde!) und genau an dessen Stelle Kinopaläste kahlzuschlagen, kennzeichnet nach meiner Auffassung einen zivilisatorischen Rückschritt.
Ideen auf Konzepte aber, die "urban und sozialpolitisch bekömmlich" sind, wären ganz dringend geboten, alles andere bedeutete doch nur, der Geldarroganz der Anleger und dem Eigennutz einiger Dependenzen nachzugeben. Und eine allgemeine Ignoranz alldessen - das kann sicher nicht verantwortliches Handeln der bezirklich verantwortlichen Politiker und der schreibenden Presse ausmachen.
"Passieren" muß unbedingt etwas am Bikini-Haus, aber nicht pauschal abnickend das, was die Investorgruppe unserer Stadt auftischt.
Die Einseitigkeit und auch Einsilbigkeit der hier anzutreffenden Argumente und Forderungen macht mich völlig sprachlos, sie sind vermutlich auch nicht repräsentativ für die Bevölkerung und gottlob auch nicht der "repräsentativen" Politik (was man von deren Überzeugungen auch halten mag), da bin ich zuversichtlich.
@Cinerama: Ich fordere keine Entkernung des Zoo-Palast, sondern die Erhaltung der Außenfassade. Allgemein mache ich mir Sorgen, dass die City-West in kürzester Zeit praktisch ihr Gesicht verliert. Die Art, wie in Berlin immer wieder durchaus bedeutende Bauwerke zur Disposition gestellt werden halte ich für gefährlich. Das ist meines Erachtens nicht nur z.B. der Zoo-Palast, sondern auch z.B. Deutschlandhalle und ICC oder der Palast der Republik (was aber in diesen Thread nicht hineingehört).
Gleichwohl kann man sich aber nicht den wirtschaftlichen Interessen der Eigentümer verschließen. Wenn der Zoo-Palast mit neuem Innenleben also wirtschaftlicher ist bzw. mehr Gewinn abwirft, muss eben ein Kompromiss gefunden werden. Und das Neues grundsätzlich schlechter ist, lehne ich entschieden ab. Wenngleich die Diskussion über die in Kinos eingebaute Technik zweifellos ebensowenig in diesen Thread gehört.
Die Variante, dass Bikini-Haus umzubauen und den Zoo-Palast zu entkernen, um ihn dann mit neuem Innenleben und alter Fassade weiterhin als Kino zu nutzen findet meine Zustimmung (ist jedenfalls besser als Abriss). Deine Zustimmung findet es offensichtlich nicht. Ich denke, dass wir beide zu diesem Thema dann kaum noch weiteres beitragen können.
nitsche86
06.10.2005, 09:39
Hier einige Artikel über die Überlegungen den Ku'Damm während der WM teilweise zur Fussgängerzone zu machen
Fußgängerzone Kurfürstendamm
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/489301.html
Dieser Plan stößt auf heftige Kritik. "Wir sind strikt dagegen", sagte gestern Eberhard Waldau, Vorstandsmitglied des Automobilclubs ADAC. Der Kudamm sei gerade deswegen so interessant, weil man sich dort zu Fuß, im Bus oder im Auto bewegen könne. Die Industrie- und Handelskammer sprach sich ebenfalls gegen die geplante Sperrung aus. Davon wären hunderte Händler sowie Busunternehmer betroffen, die von der City West aus Stadtrundfahrten für Touristen anbieten.
IHK und AG City gegen Sperrung des Kudamms
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/06/berlin/783889.html
Lehrke, der zudem Generaldirektor des Palace-Hotels ist, verweist auch auf touristische Aspekte: "Die Touristen wollen eine authentische Stadt erleben und keine Biermeile mit fliegenden Händlern und Wurstbuden." Zur WM reise ein "hochkarätiges Publikum" an, das mit solchem Budenzauber nicht vertrieben werden dürfe, zürnt er. An das Bezirksamt habe er gestern einen deutlichen Brief geschrieben.
Was haltet ihr von den Plänen? Ich finde sie nicht besonders toll. Der Ku'Damm als Fußgängerzone hat irgendwie weniger Flair.
Stellt euch mal vor, in Paris würde man den Champs-Elysee zur Fugängerzone machen...
cinerama
06.10.2005, 11:42
@Manuel
Der Punkt des Primats der Aussenfassade oder der Saalarchitektur sollte nicht mit einem "entweder oder" beantwortet werden (gleichwohl solche Abwägungen städtebaulich immer wieder zur "Realität" gehörten: siehe KOMISCHE OPER in Berlin, innen "Hui", aussen "Pfui"!).
Auch entwickelten sich in diesem Thread verschiedene User-Betrachtungen, die bspw. der Fassade des ZOO PALAST wenig Originäres zuerkannten und diese gerne abreissen würden.
Daher möchte ich gerne für die Einheit der Innen- und Aussenarchitektur sowie der Innen- und Aussenfunktionen werben.
Übrigens haben sich die "wirtschaftlichen Bedenken", derart große (und natürlich auch expensiver zu betreibene ältere) Säle weiterzuführen, mittlerweile relativiert. So meldete sich unerwartet UCI-Kinowelt zurück, sehr wohl gerne den alten Mietvertrag verlängern zu wollen. Und plötzlich räumte auch Stindt von der Bayerischen Immobiliengruppe (Eigentümerin des Zoo-Bogens) ein, zu diesen Konditionen "ginge es".
Natürlich: mit einem komplett neuen Multiplexbau (ergonomisch sparsame Kaufhausarchitektur) lassen sich (gleiche Besucherfrequenzen vorausgesetzt...) noch höhere Margen erzielen - und wer wünscht sie sie nicht?
In der Abwägung Denkmalschutz resp. Eventcharakter eines Filmpalastes zur sog. Wirtschaftlichkeit erinnere ich daher an die Einheit solcher Baudenkmäler. Und hierbei stelle ich kurz die Saalarchitektur des grossen Saales im ZOO PALAST der eines heutigen Plexkinos, des CINEPLEX SPANDAU, gegenüber. Aus dieser sich ständig wiederholenden Erfahrung heraus fiel mir die Entscheidung nie schwer:
http://www.kinokompendium.de/foto/ucizoo09.jpg
http://www.kinokompendium.de/foto/cplexpandau04.jpg
Bildquelle: mit Erlaubnis von www.kinokompendium.de [Bildrechte bei © Monika Perkovic]
ich dachte eigentlich, dass wir genau für diese Diskussion diesen ( http://deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=4333&page=3 ) Thread hätten...
cinerama
06.10.2005, 18:49
@Jo King... dies ist einerseits richtig. Jedoch wurde von den Usern genau in diesem Thread (und nicht ein einem anderen) eine ZOO PALAST-Diskussion begonnen. Ich war dies also nicht gewesen, der diese Problematik angerissen hatte.
Und da eine Abrissempfehlung im Raum stand (ein ernstzunehmender Diskussionspunkt), mochte ich gerne direkt darauf antworten, hierbei auch kurz die beiden Bilder einstellen, womit ich deutlich hinter dem von Dir vorgestellten Konvolut (an alten aber auch aktuellen Bildern) zurückliege.
In der Überschrift dieses Threads erkenne ich nicht, dass Theater-Kino-Restaurant-Bilder vom Tauentzien/Kurfüstendamm ausgespart werden müssen, stattdessen also nur ausschliesslich über die Fassadengestaltung gesprochen wird?
Der Sonder-Thread "Kinoarchitektur" wäre nach meinem Verständnis eher aus historischer Sicht von Relevanz. Würde dort ein Mindestinteresse vorherrschen, so hätte ich sicherlich ausführlich dort umfängliches Material eingestellt. Da aber dort kaum jemand diskutiert, sondern nur in diesem Thread die City-West-Kinos angesprochen wurden, sehe ich keine Möglichkeit, angemessen dazu eine Auffassung kundzutun.
Wie gesagt: der Anstoss zur Kinogebäude-Debatte wurde hier stets von anderen Usern gegeben. :toll2:
@Cineranma: Das Spandauer Kino hat für mich den unschlagbaren Vorteil, dass ich in 5 Minuten zu Fuß da bin. Die Leinwände sind halt sehr klein, sonst halten sich meine Probleme mit dem Kino aber in Grenzen. :) Bezüglich Zoo-Palast hatte ich in meiner letzten Äußerung ja bereits darauf hingewiesen, dass wir beide unsere Standpunkte hier geäußert haben. Bedarf an einer "Kinogebäude-Debatte" besteht für mich auf jeden Fall nicht, zumal seitens Investoren ja noch nichts entschieden und beantragt ist.
Können wir uns darauf einigen dass im Kinothread über Kino und hier über das ursprüngliche Thema diskutiert wird? Dann verschiebe ich die Beiträge einfach in den Kino-Thread und alles läuft wieder in geregelten Bahnen...
Es geht nicht darum sich 'sklavisch an Überschriften' zu halten, sondern um die Wahrung bzw. Wiederherstellung des Überblicks. Gerade "Neuleser" finden sich so viel besser zurecht und müssen keine X Seiten nachlesen um sich auf dem laufenden zu halten bzw. dem mal hierhin und mal dorthin abdriftenden Diskussionsstrang zu folgen. Differenzierung und Separierung sind dafür adäquate Mittel!
cinerama
10.10.2005, 03:03
Ich finde, die Diskurszuspitzung hält sich noch in Grenzen und entspricht auch den Themen, die von einigen Usern (aber nicht von mir) kurz angesprochen wurden - es könnte also alles so stehen bleiben. (Sollte jedoch eine Mammut-Diskussion zu einem ganz speziellen Aspekt folgen, dann bietet sich natürlich eine Unterrubrik an: diese behalte ich ohnehin gerne im Auge...).
Vielleicht einen Schritt zurück - zum übergeordneten Thema "Bikini-Haus"?
Zum "Architekturgespräch 77" http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/veranstaltungen/downloads/ag_77.pdf (da ich gefragt wurde) möchte ich nachtragen, daß ich auf diesem Symposium anwesend war und dort die Auffassungen sehr kontrovers vertreten wurden. Allgemein schien mir die Vorläufigkeit der Konzepte evident zu bleiben: man will zwar eine Shopping-Mall, aber ein ganz bestimmtes Gebäude verunmöglicht diese Trasse vom Hochhausriegel zur blauen Kugel. Ähnlich diesem Forum war auf dem Symposium das Landesdenkmalamt primär an Aspekten der Stadtansicht, des Stadtbildes und seiner "Balance" interessiert. Zu kurz kam dabei m.E. ein damit konform gehendes Nutzungskonzept. Dieses folglich somit nur vom Investor, der Bayerischen Immobilien AG konkretisiert, wobei die denkmalschützerischen Aspekte ein eminentes Hindernis darstellten.
Wollte man nun für das Denkmalamt Partei ergreifen, dann muß man diesem jedoch zum Vorwurf machen, dass es weder die Nutzungssituation noch die Bedeutung der Innenarchitektur ausreichend verdeutlicht hat.
Das war dann auch der Gund, warum ich kurz in meinem obigen Beitrag hierfür ein Beispiel herausgriff, das aufzeigen soll, daß man eventuell künftig wieder "von innen nach aussen" denken sollte, und sich nicht nur auf Probleme des "Stadtbildes" beschränken kann. Es sind doch beide Variabeln unbedingt miteinander verknüpft, sei behauptet.
LuckyLuke
10.10.2005, 15:23
Hier mal eine äusserst positive Nachricht :daumen:
Kudamm zieht exklusive Marken aus aller Welt an
Aufschwung an der Prachtstraße in der City West - "Kein Leerstand im Ladenbereich"
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/10/berlin/784764.html
Ich war diesen Mittwoch auf dem Europacenter, nur Panorama Etage kostet lächerliche 2 Euro (ermäßigt)/ 3 Euro und die sind sagenhaft gut investiert:
ich habe mal alles für diesen Thread relevante von der City West von oben abgelichtet:
http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7359.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7359.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7367.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7367.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7385.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7385.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7402.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7402.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7395.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7395.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7396.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7396.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7362.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7362.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7364.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7364.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7398.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7398.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7379.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7379.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7380.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7380.jpg)
Und weils so schön war, noch meine Favourites:
http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7392.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7392.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7393.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7393.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7413.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7413.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7353.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7353.jpg)http://joking.pytalhost.de/Euro/thumbnails/dscn7360.jpg (http://joking.pytalhost.de/Euro/images/dscn7360.jpg)
(meine gesamten Photos von Oben könnt ihr hier anschauen: http://joking.pytalhost.de/Euro/index.html)
EDIT:
hatte ich gestern ganz vergessen:
http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/2005/10/14/bezirke/785643.html
"Wieder Chancen für Riesen-Möbelmarkt auf Güterbahnhof"
"Es bestehen doch noch Chancen für das geplante Möbel-Einkaufszentrum - Gesamtverkaufsfläche 54 500 Quadratmeter - auf dem ehemaligen Güterbahnhof Halensee."
Es geht darum, dass man die Verkehrströme anderes behandeln müsste, damit das überhaupt möglich sei (neue Zufahrten, diese Überdeckeln etc.)
GIGI DAG
15.10.2005, 14:13
Danke für die tollen Bilder Jo-King!
Solche Ansichten bekommt man nicht alle Tage!
"Charlottenburg - ... Das 5-Sterne-Hôtel Concorde eröffnet nach eineinhalb Jahren Bauzeit. Mit seinen gerundeten Ecken und der markanten Fassade erinnert die Architektur an amerikanische Hochhäuser der 20er und 30er Jahre. Architekt Jan Kleihues hat sich auch um die Innenausstattung der 311 Zimmern und Suiten gekümmert."
"Moderne deutsche Kunst auf allen elf Etagen. Dezenter Luxus ist stilprägend - die Zimmer sind geräumig (40 bis 50 Quadratmeter) und funktional modern eingerichtet. Die Nacht kostet ab 230 Euro."
http://bz.berlin1.de/aktuell/berlin/051015/concorde.html
hehe, und der Jo-King hat undercover recherchiert, das die Betten sehr bequem sein sollen, die Zimmer sehr schön, das Essen sehr, sehr gut und der service schon jetzt hervoragend....jetzt fragt ihr euch sicher woher ich das weiß...tja...
(meine schwester und ihr freund haben letzte Woche Freitag schon drin geschlafen...geht nicht? geht doch, Probedurchlauf, mit am Bau beteiligten Personen (der Freund meiner Schwester ist (bald) Bauingenieur. ) ;)
super aussichten, jo. und super recherche. :cool:
schade nur, dass die abgerissene fifties-kiste ihre auferstehung feiern wird.
"Anselm-Kiefer-Museum wird nun doch gebaut"
"Kunstmäzen Grothe einigt sich mit Behörde - Panoptikum soll auch wiedereröffnen"
"Bauunternehmer und Kunstsammler Hans Grothe einigte sich mit dem Bauamt auf die Höhe des Neubaus im Blockinnenbereich. Er verzichtet auf ein Hochhaus und bestätigte dieser Zeitung: "Der Bau wird nur noch so hoch wie das Vorderhaus." Das denkmalgeschützte Gebäude an der Joachimstaler Straße 31-32 neben dem neuen Hotel Concorde ist annähernd 24 Meter hoch. "
Das Panoptikum soll in den zweiten Stock des Concorde Baus ziehen.
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/21/bezirke/787012.html
artikel vom 24.10.:
"Kudamm-Seitenstraßen im Aufwind"
"Viele Geschäfte mit hochwertigen Produkten bestimmen das Bild - 200 Neueröffnungen allein in diesem Jahr"
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/24/bezirke/787701.html
nitsche86
01.11.2005, 08:49
Noch'n Luxusschuppen
Artikel des Focus über das neue Concorde Hotel
http://focus.msn.de/hps/fol/article/article.htm?id=17477
Die Berliner Zeitung über Jan Kleihues, dem Architekten des Concorde-Hotels
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/feuilleton/496789.html
nitsche86
01.11.2005, 13:05
Auch hier steht man wieder vor einem Berlin, das Angst hat vor seiner Zukunft und sich lieber der Erinnerung widmet - sei sie nun barock wie auf dem Schlossplatz, klassizistisch wie am Pariser Platz oder klassisch-modern wie am Joachimsthaler Platz. Wer tatsächlich einen Anschluss an die Ideale der Moderne, den widerständigen Aufbruchsgeist des Weimarer Berlins erleben will, der muss entweder die Kunstveranstaltungen in der Ruine des Palastes der Republik besuchen - oder nach Dahlem fahren und sich dort die neue Bibliothek Norman Fosters ansehen.
Der Autor tut so, als ob es in Berlin nicht genug Platz für Moderne geben würde. Was hat der Autor, gegen einen klassischen Pariser-Platz oder das Stadtschloss?
stativision
01.11.2005, 13:17
Immerhin lobt der Autor korrekterweise die Einfügung des Hochhauses in das bestehende Stadtbild und die sehr gute Ausführung des Baus. Ich glaube, er hätte von Kleihues eben mehr erwartet als eine Rückbesinnung auf alte Zeiten. Ich finde es jedenfalls toll, auch ohne gänzlich neue Impulse. Eine derartig gelungene Synthese gibt es jedenfalls in Berlin nicht, und auch kein derart schönes Ensemble. (Den Pariser Platz, insbesondere das Adlon, finde ich übrigens auch ziemlich übel, weil auch noch schlecht/falsch "rekonstruiert")
Hier ein paar Fotos von der Ecke:
http://frank.lemm.free.fr/concordehotel.jpg
http://frank.lemm.free.fr/ecke-ku-jo1.jpg
http://frank.lemm.free.fr/ecke-ku-jo2.jpg
nitsche86
01.11.2005, 13:44
Das letzte Bild finde ich wirklich beeindruckend.
stativision
01.11.2005, 13:55
Ist ein typisch urbanes Bild, finde ich optisch auch beeindruckend - es war nur eine Qual mit dem Fahrrad dadurch zu kommen ;)
Man sieht aber schön, wie gut die Gebäude zueinander passen.
mit dem Hochhaus auf der anderen Seite noch dazu, da stimme ich dem Autor auch zu, kommt das ganze Ensemble änhlich wie der Times Square daher.
Die Ecke ist echt klasse!
MartyMUC
01.11.2005, 16:10
Sieht schön aus, hätte aber ein paar Stockwerke mehr noch gut vertragen.
Allerdings ein paar Stockwerke mehr. Abgesehen davon, dass die gesamte Urbanität (Times Square und so) sich ja letztlich auf eben jenen Bildausschnitt beschränkt. ;)
das ist halt typisch Berlin und sein Schicksal vom immerwährenden Werden und nie Sein-Können
stativision
01.11.2005, 17:49
Finde die Höhe genau richtig, da es sich so optisch besser mit C&A/Swiss Hotel und neuem Kranzler-Eck versteht. Ein paar Stockwerke mehr hätten dem Gebäude fast schon Solitärcharakter zugesprochen, was weder gewollt war, noch hätte es das Zeug dazu.
Wo wir aber gerade bei "ein paar Stockwerke mehr" sind: Wird mal Zeit, dass das beim Kant-Dreieck passiert, das durch den Höhenverlust wirklich an Ansehnlichkeit verloren hat.
viel wichtiger ist, dass endlich mal mit der Zoofensterbrache was passiert. Das Teil wird ja eh nie gebaut, aber vielleicht findet sich ja ein anderer Investor der ein ganz neues Projekt dort verwirklichen kann.
Dieses sture Festhalten an veraltete Pläne seitens der Senatsverwaltung ist einfach nur nervend.
"Charlottenburg: Restaurant am Kudamm Ecke Fasanenstraße geschlossen - Neugestaltung mit Rundtreppe und Markisen im Stil der 50er Jahre"
Der eingeschossige Restaurant Vorbau wird abgerissen und durch einene 2 Geschossigen, verglastes Vorbau ersetzt.
"Mit Markisen überdachte Terrassen im ersten Stock und im Erdgeschoß werden an das Straßenbild der Berliner Bummel-Meile in den fünfziger Jahren erinnern. Auch eine Rundtreppe im Restaurant wird es geben - genau wie im alten Kranzler Eck."
Es werden fünf Mio. € investiert, gleichzeitig werden auch die Bankettsäle erneuert.
Architekt: "Potsdamer Architekt Bernd Schmidt"
http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/11/09/bezirke/791111.html
na vlt. mach das jetzt alle Fans der 50er bzw. 20er Jahre Zeit am Ku'damm etwas glcüklicher, ist natürlich super, der jetztige Vorbau war nicht gerade überwältigend.
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