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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leipzig: Eröffnung Citytunnel + Start S-Bahn Mitteldeutschland


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Wagahai
21.03.05, 13:06
2009 soll in der sächsischen Metropole eine unterirdische S-Bahnstrecke mit 4 Stationen in Betrieb gehen, die den Hauptbahnhof mit dem "Bayerischen Bahnhof" verbindet.
Das Projekt nennt sich "City-Tunnel Leipzig"
http://www.citytunnelleipzig.de/

styla
14.04.05, 14:50
Ich bin gespannt, wie die Stationen am Ende wirken. Auf den Computer-Generierten Bilder sehen sie ja schon ziemlich gelungen und großzügig aus. Aber sonst nichts als ein reines Prestige-Objekt.

goschio1
14.04.05, 16:08
Ab und zu braucht man auch mal ein bischen Prestige!

Grade deutsche Städte zeigen sich ja gerne allzu bescheiden.

FMJFRA
14.04.05, 16:25
angeblich ein Milliarden-Grab. Der S-Bahn wird eine geringe Auslastung vorhergesagt und die Bahn nach eigenen Angaben zur Zeit keine weitergehenden Verbindungen (z.B. Fernverkehr) durch den Tunnel.. aber mein Gott, Geldverschwendung, wo gibt's das nicht... :nono: Besonders in der Verkehrspolitik siegt die Ideologie ja des öfteren über die Vernunft (siehe Streit Straßenbahn vs. U-Bahn)

larved
14.04.05, 16:39
Leipzig wahrscheinlich auch "Boomtown" was die Einstreichung von Staatssubventionen anbelangt, was auch mal angemerkt sein soll.

Vor Kurzem wurde ja auch zusätzlich zur bereits bestehenden und wahrscheinlich kaum ausgelasteten Regionalbahn-Verbindung die neue, über 200 Mio € teure S-Bahn-Trasse nach Halle eingeweiht, ohne Halt am Flughafen inklusive, aber schneller isse und mehr Haltepunkte hat sie auch. Aber wieviel nachhaltige "Jobs" mit diesen teuren und nicht immer sinnigen Bahnprojekten geschaffen werden?

Berlinfreak
14.04.05, 16:42
Na besser zuviel Nahverkehr als zu wenig und gerade für eine Stadt wie Leipzig(könnte man als boomtown bezeichnen)bestimmt kein schlechtes Projekt.

rec
14.04.05, 16:55
Vollkommen überflüssiges Prestigeprojekt. Im Westen wartet man Jahrzehnte auf wichtige Infrastrukturprojekte, weil kein Geld vorhanden ist, und dort wird es mit vollen Händen aus dem Fenster geworfen.

Ernst
14.04.05, 17:03
Na ja - im Westen sind die Infrastrukturen lange gewachsen und wesentlich dichter ausgebaut, auch in kleineren Städten. Ich verweise nur auf die Bonner Stadtbahn. Leipzig ist mit Schnellbahnen unterversorgt. Es gibt, soweit ich weiß, in Deutschland nur noch zwei weitere Städte dieser Größenordnung, die nicht über ein dichtes Schnellbahnnetz verfügen: Bremen und Dresden. Aber diese beiden Städte sind anders als Leipzig nicht in ein größeres Ballungsgebiet eingebunden.

rec
15.04.05, 04:39
Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich habe nichts gegen einen bedarfsgerechten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Ob dieser Tunnel in Leipzig zum jetzigen Zeitpunkt notwendig ist, bezweifle ich stark. Das Fahrgastpotential dürfte nicht annähernd mit dem westdeutscher Großstädte vergleichbar sein, die über eine ähnliche Einrichtung verfügen (Bonn gehört nicht dazu ;)). Das Geld hätte man sicher in anderen Verkehrsprojekten der Region oder anderswo effektiver einsetzen können, aber das ist nur meine bescheidene Meinung.

Max BGF
15.04.05, 05:21
Nachdem jetzt die OB-Wahl vorbei ist, könnte man das Prestigeprojekt doch unauffällig ad acta legen :cool:

styla
15.04.05, 12:43
Danach sieht es in der Stadt nicht aus, das grösste Verkehrsvorhaben seit man Denken kann bricht mit Donnerschall über der Stadt herein. Dazu noch der Ausbau der Jahnallee, der Neubau zweier Ring-Haltestellen sowie der Tunnelbau mit den momentanen Bauknotenpunkten Hauptbahnhof, Marktplatz und Wilhelm-Leuschner-Platz lässt die Stadt scheinbar in Staub ersticken.

Der OB scheint bis zur WM nächstes Jahr, die Innenstadt schmuck herrichten lassen zu wollen. Auch nach seiner Wiederwahl ist er immernoch bestrebt, in Ostdeutschland mit Leipzig die führende Stadt in Entwicklung, Baufortschritt und Modernisierung zu sein. Die Leipziger und die Touristen haben momentan eher darunter zu leiden. :/

rec
15.04.05, 16:09
Sollte Herr OB Tiefensee tatsächlich was für seine Stadt tun wollen, sollte er sich für einen Wiederaufbau der Paulinerkirche und einen Stop der großangelegten Gebäudeabrisse in den Altbauvierteln einsetzen.

Wagahai
18.04.05, 14:01
Ich finde das Projekt auf den ersten Blick sehr sinnvoll.
Es ist doch ein Unterschied für den potenziellen S-Bahnfahrer aus Halle oder Borna (?), ob man am Leipziger Hbf Richtung Innenstadt nochmal umsteigen muss oder nicht. Da überlegt man sich wahrscheinlich schon, ob nicht die Fahrt mit der S-Bahn doch sinnvoller ist als mit dem Auto in den Stau zu fahren, wobei ich die dortige Verkehrssituation nicht kenne.

styla
18.04.05, 18:13
[..] wobei ich die dortige Verkehrssituation nicht kenne.


Hoffnungslos! Zumindestens wäre gerade jetzt, so eine U-Bahn durch die Innenstadt sehr sinnvoll, bei den ganzen innerstädtischen Baumaßnahmen rund um das Thema "Verkehr". Spätestens wenn die U-Bahn fertig ist, wird sich alles wieder beruhigen. :nono:

Wagahai
20.04.05, 08:41
angeblich ein Milliarden-Grab. Der S-Bahn wird eine geringe Auslastung vorhergesagt
Die Negativprognosen haben Tradition wie Konjunktur in Deutschland, nicht nur wenn es um Großprojekte geht.
Wenn aus Leipzig ein ernsthafter Wirtschaftsstandort werden soll, muss man auch angemessen investieren und das ist (aus dem Bauch heraus) hier der Fall :)

münchner
20.04.05, 13:55
Ein entscheidender Aspekt wurde bisher nicht erwähnt. Der Tunnel wird auch für Fernverkehrszüge nutzbar sein. Bisher ist der Kopfbahnhof Leipzig, so schön er auch sein mag, ein echter Zeitverlust. Für eine Direktverbindung im Fernzugsystem ist er einfach ein Hindernis. Der Tunnel könnte die Einfahrt von Süden her durch den Tunnel zum HBF ermöglichen!!

Max BGF
20.04.05, 18:42
Verstehe ich das richtig: Der erst vor kurzem aufwendig erneuerte Leipziger Fernbahnhof soll schon wieder umgebaut werden?


Zum S-Bahn-Tunnel: Kann ja sein, daß der Sinn macht. Wie immer möchte ich bekunden, daß imo erst Substanz aufgebaut werden und auf dieser gesicherten Basis die Infrastruktur mitwachsen sollte. Zumindest wenn eine ausreichende Infrastruktur schon besteht, was für Deutschland flächendeckend zu unterstellen ist. Der umgekehrte Weg wurde zu lange erfolglos praktiziert.

Es ist also schön, daß sich Leipzig neben Dresden einigermaßen positiv entwickelt. Ein Porsche-Montagewerkchen, ein subventioniertes BMW-Werk und eine politisch motivierte nationale Olympiabewerbung, der international die Grenzen aufgezeigt wurden, machen eine Stadt wie Leipzig jedoch noch nicht zur Boomstadt. Auch das DHL-Drehkreuz samt Zulieferer taugen dazu noch nicht.

Nüchtern betrachtet führen diese Investitionen eher dazu, den negativen Trend abzuschwächen, allenfalls auszugleichen. Denn auch Leipzig unterliegt zunächst einmal dem negativen demografischen Wandel in ganz Deutschland, maroden öffentlichen Finanzen, einer hohen Arbeitslosigkeit und dem Mangel an hochwertigen Firmensitzen.

Wenngleich ein gewisser Zweckoptimismus trotzdem oder gerade deshalb vertretbar ist, darf nicht dazu führen, ersten kleinen Hoffnungssignalen gleich steuerfinanzierte Megaprojekte hinterherzuschmeißen.

Wagahai
20.04.05, 19:36
Sachsen siegt, Berlin weit hinten

Beim Wirtschaftswachstum hat Sachsen 2004 Maßstäbe gesetzt und alle anderen Bundesländer deutlich übertrumpft. Auch das Saarland, Rheinland-Pfalz und Bayern landeten in der Spitzengruppe. Die deutsche Hauptstadt aber schnitt wieder einmal miserabel ab

Quelle:http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,349087,00.html

Gerade für Sachsen ist das "alles Subvention, alles für die Katz" imo nicht zutreffend.

Max BGF
20.04.05, 19:53
Komisch, wo doch so viele Hollywood-Stars in Börlin ein- und ausgehen.

Wagahai
20.04.05, 20:12
Wieviel verdient man denn als Rotenteppichausroller?

styla
21.04.05, 10:15
Verstehe ich das richtig: Der erst vor kurzem aufwendig erneuerte Leipziger Fernbahnhof soll schon wieder umgebaut werden?

Nein, die U-Bahn-Station im Bahnhof, besteht schon seit Anfang des 20ten Jahrhunderts. Hier wird nur wieder hineingebaut - nicht umgebaut. Im Bahnhof selbst merkt man so gut wie nichts von den Baumaßnahmen.


Ein Porsche-Montagewerkchen, ein subventioniertes BMW-Werk und eine politisch motivierte nationale Olympiabewerbung, ..., machen eine Stadt wie Leipzig jedoch noch nicht zur Boomstadt. Auch das DHL-Drehkreuz samt Zulieferer taugen dazu noch nicht.

Nüchtern betrachtet führen diese Investitionen eher dazu, den negativen Trend abzuschwächen, allenfalls auszugleichen. [..]




Komisch, wo doch so viele Hollywood-Stars in Börlin ein- und ausgehen.


Achso, aber ein Haufen Hollywood-Stars lassen die Wirtschaft schier explodieren? Du scheinst deiner Linie nicht ganz treu zu bleiben...
Ich mein, was haben irgendwelche Fernsehstars mit realen Wirtschaftsvorgängen zu tun?
Rein wirtschaftlich ist Berlin nunmal absolut unterste Liga...schwarz auf weiss (siehe oben)

:o

Max BGF
21.04.05, 14:15
@styla
Deshalb wars auch ironisch gemeint ;)


Der Tunnel wird auch für Fernverkehrszüge nutzbar sein. Bisher ist der Kopfbahnhof Leipzig, so schön er auch sein mag, ein echter Zeitverlust.Andernorts würde ich behaupten, daß Fernzüge, die auf U-Bahn Gleisen unterirdisch durch das Stadtzentrum fahren, eingermaßen zu Buche schlagende Umbauten erfordern. Wenn sich das in Leipzig anders verhält, soll es mir recht sein.

Manuel
21.04.05, 14:52
Sachsen siegt, Berlin weit hinten

Also betrachtet man nach besagter Spiegel-Liste das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, steht Sachsen mit rund 17.000 nicht nur auf Platz 12 der 16 Bundesländer, sondern eben auch direkt hinter Berlin, das mit rund 22.000 (immerhin noch) Platz 11 bekleidet. - Wir Berliner müssen uns ja auch nicht jeden Vergleich gefallen lassen... :)

Wenn durch den Tunnel übrigens je Fahrtrichtung und Stunde ein Zug fahren kann (laut Info), handelt es sich dann wohl um eine feste ICE-Linie? - Also ein Zug im Sinne von zusätzlichem Fernzug. Da fahren natürlich mehr Züge durch. ;)

landgraf
21.04.05, 19:43
http://www.welt.de/data/2005/04/09/670786.html

Wagahai
22.04.05, 09:37
^
Danke für den interessanten Artikel.
Dass sich nicht Alles in der Region so entwickelt, wie man es sich wünscht oder glauben mag, ist klar.
Sicherlich hat das Projekt auch was mit Prestige sowie mit Arbeitsbeschaffung zu tun. Dennoch sollte man das Ganze als Investition in die Zukunft begreifen, für eine reine Inszenierung einer "Boomtown" wären die Kosten natürlich zu hoch.
Ich meine, dass das Projekt auf längere Sicht eine sinnvolle Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung der Stadt und der Region darstellt.

CityHai
22.04.05, 10:06
Um vielleicht besser mit anderen U-Bahn Großprojekten vergleichen zu können, empfehle ich Euch diesen Link zum gigantischen Kölner U-Bahn Bau der
NORD-SÜD-STADTBAHN (http://www.nord-sued-stadtbahn.de)

Momentan im Umbau aber sehr detaillierte Informations Plattfom

styla
22.04.05, 12:27
Wenn durch den Tunnel übrigens je Fahrtrichtung und Stunde ein Zug fahren kann (laut Info), handelt es sich dann wohl um eine feste ICE-Linie? - Also ein Zug im Sinne von zusätzlichem Fernzug. Da fahren natürlich mehr Züge durch. ;)

Also laut meiner Informationen wird alle 7 Minuten theoretisch ein Zug in jede Richtung fahren. Die U-Bahn ist keine U-Bahn im herkömmlichen Sinne, wie man es von anderen Städten kennt. Es ist lediglich eine Verbingung des Hauptbahnhofs mit dem architektonisch ansehnlichem Bayrischen Bahnhof. Die Gleise werden ICE-gerecht sein. D.h., dass die Bahn es in Erwägung ziehen könnte, ICEs von München nach Berlin durch diesen Tunnel fahren zu lassen. Die Fahrtzeit würde sich in diesem Fall um 45 Minuten verkürzen.



zu dem Welt-Artikel von landgraf noch:

Uraufführung und 10 Neuproduktionen zum Opern-Einstand von Chailly

Leipzig. Mit einer Uraufführung und zehn Neuproduktionen gibt Riccardo Chailly als Generalmusikdirektor der Oper Leipzig in der Spielzeit 2005/2006 seinen Einstand. „Wir hoffen, auch mit einer so hohen Zahl an Produktionen Qualität zu garantieren“, sagte Chailly am Freitag in Leipzig. Am 2. September tritt der Italiener offiziell das Amt des Generalmusikdirektors und Gewandhauskapellmeisters an. Die erste Uraufführung unter der Intendanz Henri Maiers mit dem Titel „Der schwarze Mönch“ feiert am 6. Mai nächsten Jahres Premiere.

Quelle: www.lvz-online.de

Manuel
22.04.05, 14:38
dass die Bahn es in Erwägung ziehen könnte, ICEs von München nach Berlin durch diesen Tunnel fahren zu lassen. Die Fahrtzeit würde sich in diesem Fall um 45 Minuten verkürzen.

Das hatte ich nämlich auch gedacht, weil auf der City-Tunnel-Homepage steht: "Es ist vorgesehen, dass stündlich je Richtung ein Fernverkehrszug den Tunnel benutzen kann. Gegenüber der Ostumfahrung der Innenstadt bedeutet dies einen Fahrzeitgewinn von 17 Minuten." - Hatte mich oben nur ungeschickt ausgedrückt.

Würde sich bei Berlin-München die gesamte Fahrzeit gar um noch mehr als 17 Minuten verkürzen, wäre dies ja ein interessanter Mehrwert aus dem Tunnel. Dann darf natürlich nicht nur der Effekt als "U-Bahn" zählen und die Investition in einen U-Bahntunnel, sondern dann muss das ganze auch als Maßnahme für die Schnellstrecke gesehen werden. Das macht den Nutzen dieser Investition ja deutlich klarer. :Licht:

baukasten
06.03.06, 18:22
Eigentlich wollte ich nur auf eine sehr gut gemachte private Homepage verweisen, habe aber nach dem Lesen der anderen Beiträge den Eindruck bekommen das noch nicht richtig klar ist, welchen Zweck der Tunnel erfüllen soll. Deshalb eine kurze Erläuterung:

Erste Planungen für eine Nord-Süd-Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Bayrischen Bahnhof gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, schon beim Bau des Hauptbahnhofes 1912 wurden unter der Osthalle einige hundert Meter Tunnel und die erste Station errichtet. Im Unterschied zu heute war die Verbindung ausschließlich als U-Bahn für den innerstädtischen Verkehr geplant. Leipzig - in den 20/30er Jahren nach Berlin, Hamburg und München immerhin viertgrößte Stadt in Deutschland - sah sich damals auf dem Weg zu einer Millionenstadt und die Straßenbahn sollte langfristig durch ein U-Bahn-Netz nach Berliner Vorbild abgelöst werden.

Der im Bau befindliche City-Tunnel wird dagegen ausschließlich von S-Bahnen und Regionalzügen befahren werden und nicht wie 1912 geplant, unter dem östlichen Innenstadtring sondern direkt durch das Zentrum vorangetrieben werden. Der damals begonnene U-Bahntunnel kann deshalb nicht revitalisiert werden.

Ziel des Projektes ist es, die Voraussetzungen für eine Neuordnung des Leipziger Nahverkehrs zu schaffen. Die S-Bahn, die zur Zeit noch herzförmig um die Innenstadt herumfährt und nur für tangentiale Verkehre interessant ist, kann nach dem Bau des Tunnels direkt unter der Innenstadt hindurchgeführt werden. Somit entstehen attraktive und effiziente Durchmesserlinien mitten durch die City. Wichtige Entwicklungsgebiete (Alte Messe, Flughafen) und einige große Arbeitergeber der Stadt (Landesversicherungsanstalt, MDR, DHL, Leipziger Messe) können in ein neu zu schaffendes Nahverkehrsnetz eingebunden werden. Außerdem entstehen attraktive regionale Verbindungen. So wird es z.B. möglich sein, aus dem bevölkerungsreichen Südwestsachsen (Zwickau, Plauen) direkt zum Leipziger Markt, zur Messe oder zum Flughafen zu fahren. Aus Halle wird man ohne Umsteigen zum Frachtzentrum von DHL, ins Zentrum, zur Messe oder dem MDR gelangen können. Stadtrand- (Taucha, Markleeberg) und Umlandgemeindengemeinden (Delitzsch, Borna) erhalten erstmals eine schnelle Schienenanbindung an die Innenstadt.

Das alles wird einen gewaltigen qualitativen Zugewinn für den Nahverkehr in der Region Leipzig-Halle bedeuten, erreicht allein durch den Lückenschluss zwischen den beiden Bahnhöfen. Ein wie ich finde sinnvolles Vorhaben, das wenn die Finanzsituation besser gewesen wäre, wahrscheinlich schon zu DDR-Zeiten verwirklicht worden wäre (Planungen hierfür gab es).

Ob Fernverkehrszüge ab 2009 durch den Tunnel fahren ist noch unklar, ursprünglich waren sie für den City-Tunnel nicht vorgesehen. Bestehende ICE-Verbindungen werden auch definitiv nicht durch den Tunnel geführt werden. Von sächsischen Politikern wird aber immer wieder eine neu einzurichtende ICE-Verbindung zwischen Berlin und Nürnberg über Hof mit Halt im City-Tunnel ins Gespräch gebracht. Dafür müssten aber zuvor die Strecken im fränkischen und sächsischen Vogtland ausgebaut werden, hierfür gibt es aber soweit ich weiß noch keine Planungen.

Weitere Informationen: http://citytunnelleipzig.soic.de/

rako
08.03.06, 08:59
Während in Städten wie München, Köln oder Frankfurt der öffentliche Nahverkehr am Rande der Kapazität angelangt ist; Züge und Anlagen veraltet sind und nicht einmal mehr genügend Geld für den Unterhalt der bestehenden Anlagen da ist, geschweige denn für einen notwendigen Ausbau (weitere Tunnelröhren in Frankfurt und München), verpulvert man Milliarden in einer darbenden Großstadt, die seit der wende einen nicht gekannten Bevolkerungsverlust erfahren musste. Bei all der Euphorie um gelungene Einzelansiedlungen, niemand in Gelsenkirchen würde auf die Idee kommen eine S-Bahn durch die Stadt zu graben.

micro
08.03.06, 20:03
Glückwunsch nach Leipzig! Ein solcher Citytunnel wird der Stadt sicher Auftrieb geben.

Rohne
08.03.06, 21:56
Dieser Tunnel wird kein U- oder Stadtbahn-tunnel, wie manche hier glauben. Sondern durch ihnen sollen S-Bahnen (auch keine speziellen Fahrzeuge: ganz normale mit E-Loks bespannte mit Doppelstockwagen) und wohl auch Regionalzüge fahren. Insofern eigentlich auch problemlos möglich die ICEs Richtung München da durch zu schicken, was aber wohl nix wird, da die Strecke nach München über den Flughafen und weiter Richtung Erfurt verläuft.
Ich persönlich erkenn schon einigen Sinn in der Maßnahme. Und so extrem ist die demografische Entwicklung in Leipzig auch nicht. Durch Eingemeindungen ist die Bevölkerung jüngst sogar wieder leicht gestiegen. Aber insgesamt ist trotzdem viel falsch gelaufen dort und zu viel wurde in sinnlose Prestigeobjekte gesteckt. Denken wir nur mal an die Olympiabewerbung...

LugPaj
02.04.06, 10:41
Während in Städten wie München [...] nicht einmal mehr genügend Geld für den Unterhalt der bestehenden Anlagen da ist, geschweige denn für einen notwendigen Ausbau (weitere Tunnelröhren in Frankfurt und München), ...

Naja, Muenchen kann sich ja wirklich nicht beschweren, die 2. SBahnstammstrecke waere schon laengst in Bau, wenn man nicht auf die Nach-WM Zeit warten wuerde. Und der UBahnbau geht auch gut voran. Und in Frankfurt ist rein UBahnmaessig doch auch einiges geplant.

Wagahai
22.08.06, 14:39
Habe gestern einen Report in der ARD gesehen, wo der City-Tunnel von einem Vertreter des Wirtschaftsinstituts in Halle bzw. von SPD (?)- und PDS-Abgeordneten sinngemäß als vollkommen überflüssig bezeichnet wird. Werden tatsächlich keine ICEs oder ICs den Tunnel durchfahren?

Knotsch
22.08.06, 15:06
Ja und nein, wir hatten das Thema schonmal hier: im Forum (http://deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=3781&page=3).

Die ICEs / ICs nach München fahren über die Neubaustrecke im Westen via Erfurt, Leipzig-Gröbers ist ja schon fertiggestellt. Die Züge nach Dresden fahren auch über die alte Stammstrecke erst nach Norden aus dem Bahnhof raus. Bleibt: Chemnitz, Plauen etc...also für (zukünfige) Verbindungen Chemnitz - Berlin beispielsweise, die dadurch wirklich viel Zeit sparen könnten, aber mehr als ein Zug pro Stunde wird's wohl nie werden, wenn überhaupt.

Der Citytunnel ist in erster Linie ein Nahverkehrsprojekt, wie z.B. der Frankfurter S-Bahn Tunnel unter der Innenstadt, wo ja auch keine ICEs/ICs fahren. Ob der Tunnel sich rechnet ist also in erster Linie eine Nahverkehrskalkulation...

Dr.Faust
18.03.07, 20:53
Neues vom City Tunnel Leipzig (Hauptbahnhof; Markt; Bayrischer Bahnhof)
Bilder von der Haltestelle Hauptbahnhof.
http://img232.imageshack.us/img232/3871/haltebahnhofjb3.jpg

http://img232.imageshack.us/img232/3871/haltebahnhofjb3.jpg

Haltestelle Markt.
http://img231.imageshack.us/img231/6605/ctlmarktfr0.jpg

Blick zum TBM (Tunnelbohrmaschine). Die Bilder wurden kurz vor dem Start gemacht.
http://img59.imageshack.us/img59/3098/bohrerle5.jpg

http://img231.imageshack.us/img231/8534/tunnelblickrs5.jpg

Manuel
18.03.07, 21:54
Ich hätte nicht gedacht, dass der Tunnel tatsächlich direkt durch den Hauptbahnhof geht. Wie wird man den Tunnel erreichen? - Wird das so eine Art Tiefbahnsteig?

Dr.Faust
19.03.07, 11:19
^

Hier findest du alle Stationen vom City Tunnel

http://www.citytunnelleipzig.de/Stationen_11.html

und wer lust hat, der kann auch schon mal durch den City Tunnel fahren.

http://www.citytunnelleipzig.de/Visionund_33.html

Manuel
19.03.07, 11:37
Danke für den Link. Das sieht ja genial aus. - Ein Bahnsteig wird sozusagen tiefergelegt. :daumen:

Dr.Faust
19.06.07, 21:47
Beim Bau des City-Tunnels in Leipzig hat der Riesenbohrer "Leonie“ das erste Etappenziel erreicht. In der Nacht zu Dienstag kam "Leonie“ an der Station Wilhelm-Leuschner-Platz an. Damit hat der 67 Meter lange Bohrer seit dem Start zu Jahresbeginn 630 Meter zurückgelegt. Nun stehen Wartungsarbeiten und die Vorbereitung auf den veränderten Untergrund im zweiten Abschnitt auf dem Programm. Die Planungsgesellschaft Deges rechnet den Angaben zufolge für den Spätsommer mit der Weiterfahrt.
Der Leipziger City-Tunnel ist eines der größten innerstädtischen Infrastrukturprojekte in Deutschland. Er soll den Hauptbahnhof und den Bayerischen Bahnhof durch zwei Tunnelröhren verbinden. Der Schienenverkehr in der Region soll dadurch um etwa 20 Minuten schneller werden. Zeitverzug und voraussichtliche Kostenüberschreitungen sorgten immer wieder für Zündstoff. Der Tunnel soll mit dem Fahrplan 2011/12 in Betrieb gehen - deutlich später als ursprünglich geplant.

Ben
19.06.07, 21:55
Hm...Son Aufriss - im wahrsten Sinne des Wortes - wegen 20 Minuten...?

micro
19.06.07, 23:52
20 Minuten sind Grund genug!
Zehntausende von Fahrgästen sparen tagtäglich 20 Minuten auf dem Hinweg und 20 Minuten auf dem Rückweg, das addiert sich...

KurushiX
05.08.07, 02:39
Was ist an dem Tunnel eigentlich so spektakulär daß man gleich Fernsehreportagen drüber drehen muß ?? Glaube der Bau unseres "City Tunnels" vor 29 Jahren war mindestens genauso spektakulär.. Hydraulik abstützung vom Hbf Portal.. absichern des Lorenzkirchenturms.. usw. usw. Finde leider die Website nicht mehr die alle Details beschrieben hat.

könnte mir vorstellen das diverse Münchner, Frankfurter oder Berliner ein bisschen ähnlich denken.

Im übrigen bezeichne ich Leipzig schon als Boomtown.. in dieser Stadt steckt Potential.. aaaaaaber .. diese Größenwahnprojekte wie der "InterkontinentalAirport" oder mal eben eine Neue Messe lassen mir die Nackenhaare aufstehen.
Ich geh halt immer von unserer Städtischen Situation aus .. daß bei uns z.B. der Airport seinen bescheidenen behutsamen Ausbau meistens aus eigener Kasse zahlt.. die Messe Schritt für Schritt erweitert wird.. und eigentlich nie so brachiale Milliardensummen aus Länder- Bundes oder Subventionskassen verbraten werden... na gut .. außer vielleicht bei der U-Bahn :-)

DiggerD21
05.08.07, 03:13
Vor 29 Jahren war die PR-Maschinerie noch nicht so ausgefeilt. Heutzutage hat Stadtmarketing erheblich an Bedeutung gewonnen (und das Medium Internet ist dazugekommen). Dazu gehört auch die öffentlichkeitswirksame Begleitung von wichtigen Infrastrukturprojekten, steigern sie doch die Attraktivität der Stadt.

KurushiX
05.08.07, 03:31
@Digger

Dem Namen nach bist du Experte für Tunnelprojekte :-)

Cowboy
05.08.07, 12:51
Beiträge in der Art "ihr verschwendet unseren Soli!" sind natürlich wenig konstruktiv, und im übrigen auch völlig falsch. Mir ist es zu blöd, darauf einzusteigen. Vielleicht aber nur soviel: Wenn's dem Kurushix in seinem verschlafenen Nürnberg zu langweilig werden sollte, dann wird er sich womöglich auch darüber freuen, dass er dann dank des City Tunnels und dem damit verbundenen Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale mit der Bahn in Nullkommanix in der Boomtown ist - oder in Berlin, da ist noch mehr los.

LugPaj
05.08.07, 12:58
Also die Zuege Nuernberg <-> Leipzig werden doch nie durch den Citytunnel fahren.

dj tinitus
05.08.07, 13:41
okay, da müssen vorher noch ein paar streckenabschnitte in bayern elektrifiziert werden. aber der tunnel selbst ist sogar ice-tauglich konzipiert.

und um die wogen etwas zu glätten: dann kommt man natürlich auch schneller ins schöne nürnberg...

Waxo Khana
05.08.07, 13:59
Das Problem ist halt, daß sich jeder unfair behandelt fühlt, dabei muss ich hervorheben das sich beide Seiten auch zurecht unfair behandelt fühlen.

Die Personen aus dem Westen sehen wie Großprojekte mit staatlichen Mittel finanziert 3 Nummern zu groß für die derzeitige Nachfrage aus dem Boden schiessen, während dringender Finanzierungsbedarf im Westen von den betroffenen Kommunen, Bezirken und was sonst noch immer selbst bezahlt werden muss.
Beispiel der neue Flughafen S-Bahnhof für den Hamburger Airport. Der nur als 0-8-15 mini S-Bahnhaltestelle ohne Aufzug und einer Rolltreppe bezahlt wird. Obwohl es das erste ist was Touristen von Hamburg sehen.

Dann sehen die Personen aus dem Osten die über Jahrzehnte gewachsene Infrastruktur im Westen, und fordern zurecht auch soetwas ein. Sie fordern zurecht die gleiche Art der Problemlösung für Ihre Städte, die es auch im Westen gibt.

Nun ist es leider so das die Objekte die vor 20-30 Jahren im Westen gebaut wurden im Gegensatz zu den vor 5 Jahren fertiggestellten Objekten im Osten aussehen wie der letzte verottete Müll. Nun ist es so das einige Objekte die wirklich im Westen gebraucht werden nicht gebaut werden können, da kein Geld da ist und im Osten die Infrastruktur von 50 Jahren DDR nachgeholt werden muss und für zukunftige Nachfrage überdimensioniert gebaut werden.

Es ist mehr als verständlich das beide Seiten in so einer Situation meckern.

KurushiX
05.08.07, 20:24
@Cowboy... hab zwar kein wort von Soli geschrieben .. aber wenn du meinst .. ok !
Ganz nebenbei hatte ich erwähnt das ich auf LE stehe.

Zum Thema langweiliges Nbg. kann ich nur lachen. Mein "Städtchen" ist halt die friedlichste Metropolregion in Europa. Und täusch dich mal nicht.. dieses Städtchen ist wirtschaftlich und lebensqualitätsmässig größer als sich viele überhaupt vorstellen können. :-)

Und der Tunnel ist eigentlich wirklich nur für die S-Bahn relevant.. Fahrzeitersparnis für Fernzüge wäre doch höchstens .. allerhöchstens 10 Minuten. Ob ich nun ab Connewitz 10 Minuten über den Ostring fahre .. oder 2 Minuten durch den Tunnel.
Außerdem ist so ein Tunnelbahnhof wegen der Umsteigeverbindungen denkbar ungeeignet.. weil die Züge bei verspätungen anderer Züge auf "Umsteiger" warten.. bei einem Gleis pro Fahrtrichtung im Tunnel ein Unding.

dj tinitus
05.08.07, 20:26
na gut, wenn sich "beide seiten zurecht unfair behandelt fühlen", geht es ja vielleicht doch ziemlich fair zu. dazu gehört natürlich auch, den osten nicht als kolonie zu betrachten, deren eingeborenen man viel zu grosse goldene löffel schenkt, damit sie ihre hartz4-suppe weniger mürrisch auslöffeln.

beispiel messe: sie war die weltweit erste mustermesse und hatte bis zur deutschen teilung das grösste messegelände. nach der wende hat die messegesellschaft das neue messegelände finanziert, indem das alte gelände und die innerstädtischen messepaläste verkauft wurden.
beispiel flughafen: der ist 70 jahre alt. nach der wende gab es nur die alternativen schliessung oder modernisierung. land und stadt haben gleich nach der wende riesige flächen in flughafennähe gekauft, dort die neue messe angesiedelt und eine hervorragende verkehrsinfrastruktur geschaffen. ohne das gäbe es heute weder messe noch flughafen und hätten sich nicht dort firmen wie quelle, siemens, porsche, bmw, amazon, dhl, lufthansa cargo etc. mit über 10 000 neuen arbeitsplätzen angesiedelt. durch gründstücksverkäufe und steuereinnahmen sind die investitionskosten längst wieder rein.
beispiel city-tunnel: notwendigkeit und pläne für diese verkehrsverbindung bestehen seit über 100 jahren. durch flughafen und neue messe ist sie noch sinnvoller geworden. wenn man die finanzierung dieses projekts vergleicht, sieht man, dass der anteil des bundes dabei auch nicht höher ist als bei der hamburger u4.

mit anderen worten: hier wurde und wird nicht geld sinnlos zum fenster rausgeschmissen, sondern sinnvoll investiert - mit dem ziel, dass die region wieder wirtschaftlich auf die beine kommt und spezielle ostförderprogramme mal überflüssig werden. was wäre denn die alternative?

und nun das beste: auch der westen mit seiner exportorientierten wirtschaft hat vom fall des eisernen vorhangs profitiert. der enorme aufschwung hamburgs und seines hafens ist dafür das beste beispiel. in der stadt kann man froh sein, dass man rolltreppen für die flughafen-s-bahn-station auch aus eigener tasche bezahlen kann.

und so braucht man sich ja auch nicht mehr benachteiligt fühlen, wenn man erfährt, dass es im leipziger flughafen einen rolltreppigen ice-bahnhof gibt. ist ja alles für die gute sache. aufschwung nord-süd-ost-west.

Waxo Khana
05.08.07, 21:26
Ist ja gut, wir haben alle verstanden das du verbittert bist.

Nein, der Finanzierungsbeitrag des BUNDES ist beim Flughafen Leipzig und beim Citytunnel wesentlich höher.
Sachsen bekommt Mittel aus dem Solidarpakt die es gut und als einziges ostdeutsches Bundesland auch richtig einsetzt.

Es sind Bundesergänzungszuweisungs (http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarpakt) Mittel die vom BUND dem Land Sachsen gegeben werden damit es seine Infrastruktur verbessern kann um seinen Rückstand aufzuholen.

Man kann also sagen der BUND bezahlt Leipzig den Flughafen. Da Sachsen im Jahr 2007 2,6 Milliarden € Bundesergänzungszuweisungen bekommen hat um seine Infrastruktur zu verbessern. Die Mittel die Sachsen also berechtigterweise für ein gutes Infrastrukturmittel ausgibt kommen also eigentlich auch vom BUND.

Es gibt aber keinen Grund hier im Forum so einen Stunk deswegen zu machen.
Man kann Personen wesentlich besser von seiner Meinung überzeugen indem man Ihnen Fakten zeigt als mit solchen Sätzen wie

In der stadt kann man froh sein, dass man rolltreppen für die flughafen-s-bahn-station auch aus eigener tasche bezahlen kann.
Und so braucht man sich ja auch nicht mehr benachteiligt fühlen, wenn man erfährt, dass es im leipziger flughafen einen rolltreppigen ice-bahnhof gibt.

Mit solchen Texten kann man im deutschen Bereich des SSC vielleicht punkten, aber von seiner Meinung überzeugt man damit niemanden.

Ich versteh jetzt auch nicht warum du gegen Hamburg wetterst (Schimpfen).
Natürlich ärgern wir uns das unser Flughafen keinen Bahnanschluss hat nun bauen wir endlich wenigstens einen S-Bahnanschluss der schon seit 1974 aufgrund fehlender Mittel auf Eis lag. Natürlich nervt es uns das der BUND sagt aufgrund fehlender Mittel ist zur Zeit nur ein S-Bahn Bahnhof der untersten Kategorie drinn. Noch nichtmal einen Aufzug für Behinderte oder Kinderwagen, Rolltreppe nur nach oben aber nicht nach unten, einfach billig.

dj tinitus
05.08.07, 22:42
ich finde es gut und richtig, dass der hamburger flughafen endlich eine zuganbindung bekommt. wenn es auf der strecke läge, wäre es sicher auch ein ice-anschluss. und 1974 wanderten die gelder übrigens noch nicht in den osten.
ansonsten kann ich nur dabei bleiben: mir wäre es auch lieber, wenn man ohne fördergelder auskäme. allein schon, um sich pöbeleien zu ersparen. andererseits werden grossprojekte (wie z.b. stuttgart21 oder der münchner transrapid) auch in zukunft nicht ohne bundesförderung machbar sein. das ist völlig normal und in ordnung. übrigens zahlt man dafür auch in ostdeutschland.
alles in allem: es gibt keinen grund, verbittert zu sein. ich bin es nicht - und du, wenn du es recht bedenkst, eigentlich auch nicht.

locker zu bleiben, ist die beste art, souveränität zu zeigen.

Cowboy
06.08.07, 13:42
@ Kurushix, nein, von Soli hast du nichts geschrieben (habe ich auch nicht behauptet), aber die Art und Weise erinnert mich stark daran.

Ansonsten kann ich dj tinitus nur beipflichten: Die kritisierten Projekte (City Tunnel, Airport, Messe) sind selten schlechte Beispiele dafür, dass das Geld dort schlecht angelegt sei. Und es ist beim City Tunnel auch völlig unerheblich, ob der ICE nun letzendlich da hindurch rollt oder nicht (ich sage, er wird auf alle Fälle), die Fahrzeit wird sich für ihn in jedem Fall verringern. Der Leipziger Hbf ist ein Sackbahnhof, da wäre es gut, wenn zumindest Regionalzüge und S-Bahn einen durchgehenden Tiefbahnhof-Anschluss bekommen statt dass sie die Gleise oben blockieren. Das hat sich schließlich auch in Frankfurt (ähnliche schlechte Situation, weil ebenso Sackbahnhof) mehr als bewährt.

Im übrigen ist die ICE-Strecke Berlin-Leipzig und Nürnberg-München ja jüngst bestens ausgebaut worden, da macht es ja auch Sinn, die Strecke zwischen Leipzig und Nürnberg so auszubauen, dass der ICE Berlin-München ab Leipzig nicht mehr im Schneckentempo über Erfurt fahren braucht.

LugPaj
06.08.07, 13:54
Die ICE Strecke Nuernberg <-> Leipzig wird ueber Erfurt ausgebaut werden (bzw wird sie ja schon seit jahren) und _niemals_ durch den City Tunnel fahren.

dj tinitus
06.08.07, 17:19
das stimmt.
andererseits hat sich sachsen darum bemüht, statt dessen lieber die strecke über plauen und hof auf vordermann zu bringen. (wäre erheblich billiger gekommen; soviel zum thema rausgeschmissenes geld.) na gut, irgendwann wird die strecke auch mal fit sein. welche züge nach der bahnreform wo langfahren, steht ja auch in den sternen.
mit anderen worten: einen tunnel zu bauen, der nicht für künftige anforderungen tauglich wäre - da wäre kritik berechtigt.

Cowboy
06.08.07, 20:46
Auf Wikipedia gibt es eine Erläuterung zur Neubaustrecke Nürnberg - Erfurt (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2 %80%93Erfurt) und Erfurt-Leipzig/Halle (http://de.wikipedia.org/wiki/Neubaustrecke_Erfurt%E2%80%93Leipzi g/Halle). Komisch, aber ich glaube Informationen gelesen zu haben, dass die Franken-Sachsen-Magistrale sich durchgesetzt hat. Aber 3,75 Stunden von Berlin nach München ist ja dann schonmal nicht schlecht, ob nun über Erfurt oder Plauen/Hof.

baukasten
08.08.07, 15:25
Fernverkehr (außer vielleicht einen Interconnex) wird es im Citytunnel definitiv nicht geben. Das war auch nie vorgesehen. Während der Planungszeit in den 90ern hieß das Projekt nicht umsonst „S-Bahn-Tunnel Leipzig“. Erst als die Finanzierung der ICE-Strecke Leipzig-Nürnberg vom Bund auf Eis gelegt wurde und Sachsen daraufhin die Alternativstrecke über das Vogtland und damit durch den Tunnel ins Gespräch brachte, wurde daraus der „Citytunnel“ mit Fernverkehrsoption. Seit dem die Strecke über Erfurt aber in Bau ist, hat sich das Thema Fernverkehr im Citytunnel endgültig erledigt. Es wird nun so wie ursprünglich geplant und auch genehmigt ein Nahverkehrstunnel errichtet.
Den zukünftigen Netzplan kann man sich übrigens bereits downloaden (http://www.l-nv.de/fotos/aktuelles_20060309_ctl-netz.pdf).

Ein paar aktuelle Bilder vom Baugeschehen:

Am Hauptbahnhof ist die erste der beiden nördlichen Tunneleinfahrten rohbaufertig.
http://img511.imageshack.us/img511/2774/hbf2uv7.jpg (http://imageshack.us)

In der Bahnsteighalle werden zurzeit die Schlitzwände für das Stationsbauwerk errichtet. 2009 soll der Rohbau abgeschlossen sein.
http://img511.imageshack.us/img511/9715/hbf1ky8.jpg (http://imageshack.us)


Bei den anderen Stationen ist man schon deutlich weiter:
Zunächst ein Bild von den Arbeiten am Markt kurz vor Ende des Erdaushubs im Mai. Zwei Meter bis zur finalen Tiefe von 22 Metern fehlten zu diesem Zeitpunkt noch.
http://img120.imageshack.us/img120/2857/markt1tc7.jpg (http://imageshack.us)

Zurzeit wird die Sohle erstellt.
http://img511.imageshack.us/img511/4647/markt2dr4.jpg (http://imageshack.us)

Am Wilhelm-Leuschner-Platz ist der Rohbau weitestgehend fertig gestellt. Nach erfolgter Wartung soll die TBM ab September von hier aus die nächsten 500 Meter bis zum Markt bohren.
http://img409.imageshack.us/img409/2176/wlpuf0.jpg (http://imageshack.us)

Ein Blick in den ersten fertigen Tunnelabschnitt. Bis Ende 2007 soll die erste Röhre zwischen dem Bayerischer Bahnhof und dem Hauptbahnhof aufgefahren sein.
http://img120.imageshack.us/img120/7637/tunneldx8.jpg (http://imageshack.us)

Am Bayrischen Bahnhof ist man gerade mit den Stationswänden fertig geworden, als nächstes folgt der Stationsdeckel.
http://img511.imageshack.us/img511/9906/bbftb8.jpg (http://imageshack.us)

Quelle: www.citytunnelleipzig.de
(Bilder dieser Website dürfen unter Angabe der Quelle frei verwendet werden.)

Rohne
08.08.07, 15:49
Was für Bahnsteigshöhen sind für den Tunnel eigentlich vorgesehen?
Aufgrund der Tatsache dass die S-Bahn Leipzig mit normalen Doppelstockzügen fährt und der Tatsache dass es eben nicht nur S-Bahnen sein werden tippe ich mal auf 760mm, also nix mit ebenerdigem Einstieg. Kann das jemand bestätigen?

KurushiX
08.08.07, 21:16
@ Cowboy .. Fernverkehr wie ICE's werden und können nie durch diesen Tunnel rollen.. nicht wegen der Technik sondern weil Leipzig ein Großbahnhof ist .. ein Umsteigebahnhof. Oder glaubst du bei einer verspätung eines anderen Zuges .. wartet ein ICE im Tiefbahnhof.. und die S-Bahnen stellen sich hinten an. Der Bahnhof ist nicht vergleichbar mit z.B Frankfurt Flughafen .. der spuckt und saugt ja nur die Passagiere auf die schnelle aus und ein .. und weiter gehts.

Knotsch
08.08.07, 23:35
... wird es im geringen Umfang geben. Ich kann nur nochmal auf meinen Post Nr. 35 hier im gleichen Thread verweisen. So ähnlich steht es auch in Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/City-Tunnel_%28Leipzig%29), ohne konkrete Linienpläne, allerdings.

dj tinitus
09.08.07, 13:51
@rohne: die bahnsteighöhe wird die hier ortsüblichen 550 mm betragen.

Cowboy
09.08.07, 14:38
@ Kurushix, hast recht, ich war auf dem falschen Dampfer. Trotzdem, meiner Meinung nach ist jeder Cent, der für den Ausbau des Nah- und Fernverkehr auf der Schiene verwendet wird, immer gut angelegt.

@ dj tinitus, ich denke, dass die Neubaustrecke über Erfurt insoweit in Ordnung geht, als dass noch eine weitere Landeshauptstadt von der Strecke München - Berlin profitiert. Außerdem wird die Strecke über Erfurt ja auch noch von den anderen Schnellverbindungen (z.B. Dresden - Frankfurt/Wiesbaden/Saarbrücken) genutzt.

@ Baukasten, schöne und beeindruckende Bilder.

baukasten
15.08.07, 22:41
Fernverkehr im Citytunnel wird es im geringen Umfang geben.

Eigentlich kämen nur Berlin-Nürnberg oder Berlin-Chemnitz in Frage. In beiden Fällen müssten zahlreiche Streckenabschnitte (Reichenbach-Nürnberg, Chemnitz-Geithain) noch elektrifiziert werden. Finanzierungszusagen diesbezüglich fehlen bisher. Und selbst nach einem Ausbau wären die Fahrzeiten auf der Strecke Berlin-Nürnberg über Hof gegenüber der Rennstrecke durch den Thüringer Wald nicht konkurrenzfähig. Problem bei Chemnitz-Berlin ist, dass die Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz erst kürzlich ausgebaut wurde. Die DB müsste ihre Neubaustrecke schon 2011 wieder aufgeben, um einen Parallelverkehr zu vermeiden...

Dr.Faust
31.08.07, 20:52
Ich hatte das Glück heute den Baustellenbereich Wilhelm Leuschner Platz - Bayrischer Bahnhof zu besichtigen und habe auch einige Fotos gemacht.

Blick zum Tunnel Richtung Bay. Bahnhof
http://img241.imageshack.us/img241/493/tunnelleuplatzzn3.jpg

Blick zum nächsten Tunnelabschnitt Richtung Markt
http://img407.imageshack.us/img407/441/tunnelleuplatz2wy3.jpg

Schneiderad vom TBM
http://img180.imageshack.us/img180/8415/schneideradmq7.jpg

http://img64.imageshack.us/img64/306/blickindentunnelga2.jpg

Haltestelle "Bayrischer Bahnhof"
http://img444.imageshack.us/img444/631/bayhaltestelledl0.jpg

Blick zum Portikus
http://img204.imageshack.us/img204/1986/blickrichtungbx3.jpg

dj tinitus
31.08.07, 21:11
vielen dank für die fotos.
was man am besten erkennen kann, ist wohl die angenehme höhe (oder tiefe) der stationsbauwerke. da wird wohl gar nicht erst das etwas entwürdigende gefühl aufkommen, irgendwo unter der erde herumzukrauchen.
hast du erfahren können, wann weitergebohrt wird?

Cowboy
01.09.07, 09:22
Ja, besten Dank für die Fotos. An einer solchen Führung hätte ich auch gern teilgenommen.

Dr.Faust
02.09.07, 20:48
Cowboy: Das war keine Führung sondern "Tage des offenen Tunnels" und es gab gerade mal 10000 Karten für 3 Tage. Es war auch nicht leicht an Karten zu kommen, da sie umsonst waren und 7000 Karten wurden binnen 90 Minuten ausgegeben, der Rest wurde verlost.

dj tinitus: Der nächste Tunnelabschnitt soll September/Oktober beginnen.

Dr.Faust
17.09.07, 20:54
City-Tunnel: Leonie startet wieder - Sensible Etappe

Der Bau des City-Tunnels in Leipzig geht in die nächste Phase. Riesenbohrer Leonie geht ab Dienstag wie geplant in Richtung Markt weiter. Mehr dazu unter:

http://www.lvz-online.de/aktuell/content/39985.html

Cowboy
23.09.07, 20:58
Lückenfüller-Beitrag!

Dr.Faust
30.09.07, 21:41
Habe heute ein Paar Foto`s von der Haltestelle "Hauptbahnhof" gemacht.

http://img219.imageshack.us/img219/7723/img0291yb4.jpg

http://img219.imageshack.us/img219/9550/img0292ao3.jpg

Dr.Faust
22.11.07, 18:44
Etappenziel "Station Markt" fast geschaft

Leonie hat heute nach einer reibungslosen Fahrt die äußerste Betondichtung der zweiten Station Markt erreicht. Nun folgt die vorsichtige Einfahrt.
Diese wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Information der Fachleute ist dies der schwierigste Vorgang für den Riesenbohrer. Sicherheit habe hier Priorität. So müsse ein Teil der bereits bestehenden Betonwand in Handarbeit unter Druckluft von einer Spezialfirma abgebrochen und anschließend eine Reihe von Sicherheitstests durchgeführt werden. Nach dem Zeitplan soll LEONIE voraussichtlich in der ersten Dezemberhälfte ans Tageslicht kommen.

Cowboy
10.12.07, 12:03
Leonie hat heute um 03:40 Uhr das Etappenziel "Markt" geschafft (LVZ-Artikel (http://www.lvz.de/aktuell/content/48906.html)). Bauarbeiter haben schon seit gestern 21:20 Uhr darauf gewartet. Die Betonwand am Markt durchbrach Leonie erst bei einer Dicke von 30 cm. Bei dieser Statik hätte sie auch schon bei einer Stärke von 1,5 Metern brechen können, so ein Experte.


gespanntes Warten
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/leoniemarkt2.jpg


Endlich, die Mauer gibt nach
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/leoniemarkt3.jpg


Leonie hat's geschafft, und wird bis Januar ruhen.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/vieleleuteguckenzu.jpg

Bilder Leipziger Volkszeitung

Dr.Faust
10.12.07, 19:22
Noch ein paar mehr interessante Bilder gibt es auf http://citytunnelleipzig.soic.de/ zu sehen.

dj tinitus
15.12.07, 22:28
auf dem ersten bild in cowboys beitrag kann man gut erkennen, wie hoch (bzw. tief) die künftige station unter dem markt sein wird. über 20 meter raumhöhe - so gefallen mir unterirdische stationen.

Cowboy
16.12.07, 02:46
Wie gestern aus diesem Artikel (http://www.lvz.de/aktuell/content/49363.html) zu erfahren war, werden die Kosten des Projekts um noch einmal 60 Millionen auf nunmehr 704 Millionen Euro nach oben korrigiert. Die Gründe seien gestiegene Energie- und Materialkosten sowie höhere Sicherheitsaufwendungen. Der sächsische Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Mangold erklärte, dass mit einem finanziellen Mehraufwand zu Beginn der Planungen vor 10 Jahren gerechnet werden musste. Ursprünglich waren für das Tunnelprojekt 572 Millionen Euro veranschlagt worden.

Cowboy
02.01.08, 13:17
Bevor ich morgen oder in den nächsten Tagen mit einem kleinen Update vom Bayerischen Bahnhof weiter mache, möchte ich euch die Visualisierung der einzelnen Stationen zeigen. Mich wundert's, dass es auf den letzten 6 Seiten noch keiner getan hat.

Station Hauptbahnhof:
Über 3 so genannte Atrien, die in Zukunft auch den Zugang zur Shoppingmall und den Straßenbahn-Haltestellen vorm Bahnhof ermöglichen, ist der Tiefbahnhof mittels Rolltreppen und Aufzüge zu erreichen. Vorgesehene Bahnsteiglänge: 215 Meter, bei Bedarf kann auf 400 Meter ausgebaut werden.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/34758911_1113976362.jpg



Station Markt:
Diese Station wird über 2 Eingänge nördlich und südlich des Marktes erreichbar sein. Für den südlichen Eingang wird der historische Eingang des ehemaligen Untergrundmessehaus (Bj. 1925, wegen des City Tunnels abgebrochen) aus Rochlitzer Porphyr wieder hergerichtet werden. Vorgesehene Bahnsteiglänge: 140 Meter.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/1072523536_1105610527.jpg



Station Wilhelm-Leuschner-Platz:
Vorgesehene Bahnsteiglänge: 140 Meter
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/1815989674_1105610419.jpg



Station Bayerischer Bahnhof:
Der älteste Kopfbahnhof Deutschlands soll mit dieser modernen Station zu einem unverwechselbaren Ensemble zusammenwachsen. Ausgefeilt: Großzügig gestaltete Lichträume sollen die 20 Meter tiefe Station mit Tageslicht ausleuchten. Vorgesehene Bahnsteiglänge: 140 Meter.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/884261480_1105610306.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/1405878144_1105610146.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/275619209_1105610103.jpg



Haltepunkt Semmelweisstraße:
Dieser neue, oberirdische Haltepunkt mit seinen 2 neuen Bahnsteigen liegt in der Südvorstadt, und soll eine direkte Anbindung an die MDR-Zentrale erhalten.

Bilder: Freistaat Sachsen
Hinweis des Urhebers: Honorarfreie Veröffentlichung unter Angabe der Quelle erlaubt

EDIT: Blöder Fehler von mir, ich habe die Bilder der Stationen Bayerischer Bahnhof und Wilhelm-Leuschner-Platz vertauscht. Ist jetzt korrigiert, Entschuldigung.

dj tinitus
02.01.08, 22:14
na, von den letzten sechs seiten gingen doch vier dafür drauf, zu erzählen, dass das ganze projekt blödsinn sei...

zu den stationen:
hauptbahnhof - vom bahnsteig in rund 20 metern tiefe kann man das fast 30 meter hohe hallendach sehen. ergibt zusammen eine 50 meter hohe station. wirkt sicher imposant.
markt - die schlanken säulen sollen ein bahnsteigdach symbolisieren. die terrakotta-fliesen an böden und wänden sollen daran erinnern, dass hier im mittelalter eine lehmgrube war, aus der die ziegel für den bau des ortes libzi gewonnen wurden. den entwurf finde ich angemessen und durchdacht. der südliche eingang mit dem untergrundmessehaus-portal wird spitze, beim nördlichen zugangsbauwerk kann man nur hoffen und bangen.
leuschnerplatz - durch die streichung des fussgängertunnels in halber höhe zur strassenbahn hat das stationsbauwerk an reiz eingebüsst. die gleichmässige helligkeit soll durch hinterleuchtete glasbausteine gewährleistet werden. mal sehen, wie das wird.
bayerischer bahnhof - kein schlechter gedanke, die rolltreppen durch die verstrebungen hindurchgleiten zu lassen. ein guter kompromiss aus statik, transparenz und effizienz. die farbigkeit ist wohl geschmacksache. der name und die geringe dimensionierung der zugangsbauwerke sind eine referenz an die eisenbahnhistorische bedeutung des ortes. nach der (rück)verschiebung des portikus vom bayerischen bahnhof wird dieses gebäude grundhaft saniert (und hoffentlich wieder mit der bahnhofsglocke versehen).
haltepunkt semmelweisstrasse - teil der bahnsteigüberdachung wird eine neue brücke sein, die endlich die südvorstadt mit dem deutschen platz verbindet. sehr clever, gleich auch noch diese fliege mit der klappe city-tunnel zu schlagen.

insgesamt: natürlich wurden auch hier im vorfeld die vor- und nachteile eines einheitlichen streckendesigns abgewogen. für eine noch bessere orientierung wäre es sicher gut gewesen, den beiden fahrtrichtungen durchgängig jeweils eine wandfarbe zuzuordnen. andererseits befinden sich die stationen unter ganz unterschiedlichen städtbaulichen kontexten. da macht es auch sinn, gestalterisch darauf einzugehen. ist imo auch ganz gut gelungen.

baukasten
05.01.08, 17:21
Angesichts der mittlerweile 10-jährigen Planungszeit (1997 gab es einen Architektenwettbewerb zu den Stationsbauwerken), den jüngst explodierten Kosten (http://www.ad-hoc-news.de/Marktberichte/de/14632195/Leipziger-City-Tunnel-kostet-133-Millionen-Euro-mehr) und der Tatsache, dass frühestens in 3 Jahren die Stationen ausgeschrieben werden, muss man mit diesen Visualisierungen vorsichtig sein. Neben den schon länger bekannten Einsparungen (Wegfall der Tramanbindung Leuschner-Platz, Einkürzung des Tunnels um einige hundert Meter) wurde nun auch das mittlere Atrium am Hauptbahnhof, also der direkte Zugang zu den Promenaden gestrichen. Gut möglich, dass das nicht die letzte Einsparung war.

Cowboy
07.01.08, 10:19
Update Bayerischer Bahnhof

Zu diesem Bahnhof möchte ich bevor ich die Bilder zeige noch ein paar Worte verlieren. Er gilt nämlich nicht nur als ältester, noch erhaltener Kopfbahnhof der Welt (Bj. 1842-1844), sondern er ist auch ein Zeugnis für den rasanten Wandel Leipzigs, noch lange bevor die sog. Gründerzeit ganz Deutschland erfasste. In den Jahren vor 1840/50 kam es zur ersten Stadterweiterung in Leipzig. Östlich der Innenstadt ließ sich das mittlere Bürgertum nieder und gründete fleißig Unternehmen. Besonders die Buchindustrie florierte in dieser Gegend. Um 1840 gab es bereits über 100 Verlagsbuchhandlungen, 24 Druckereien und 7 Schriftgießereien. Zur gleichen Zeit gründete sich der erste Literaturverein Deutschlands und das erste Boulevard-Blatt Deutschlands, die Illustrierte Zeitung, ging hier an den Start. 60 Jahre später tummelten sich in der Ostvorstadt, dem sog. Graphischen Viertel (http://www.aphforum.de/forum/viewtopic.php?t=1755&start=0), 848 Verlage und Buchhandlungen, 113 Musikalienhandlungen, 44 Antiquariate, 201 Buchbindereien und 189 Druckereien.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Leipzig-Altenburg im Jahr 1842, strömten fortan zahlreiche Pendler auf der Suche nach Arbeit in die Stadt, und belebten die Gegend um den Bayerischen Bahnhof. Fabriken und Wohnungen, meist einfache Mietkasernen mit Flach- oder Pultdach, wurden aus dem Boden gestampft. Diejenigen, die schnell zu Reichtum gelangten, ließen sich spätklassizistische Villen errichten, von denen heute noch viele in der Ostvorstadt stehen (In der Dresdner Str. oder in der Dafourstr. z.B., alle so um 1850/60 errichtet). Leipzig wandelte sich von der Stadt zur Großstadt.

In diverser Literatur und historischen Romanen habe ich gelesen, dass wohl vielen damals diese Zeit sehr suspekt war: rasant, hektisch und schnelllebig. Wie immer man den Begriff definieren mag, die Moderne in Leipzig begann genau zu dieser Zeit...


Um die Bauarbeiten zu vereinfachen, wurde der 1844 eingeweihte Portikus um 30 Meter nach Osten verschoben. HIER (http://www.citytunnelleipzig.de/Visionund_33.html) könnt ihr euch 3 Videos von der Verschiebung ansehen.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300535_ShiftN.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300548.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300549.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300551.jpg


Blick in die Station
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300537.jpg


Die Bausubstanz der verbliebenen Bahnhofsgebäude wurde mit höchster denkmalpflegerischer Sorgfalt 1999/2000 saniert, und ggf. nach historischen Vorlagen ergänzt. Heute werden die Gebäude gastronomisch (http://www.bayerischer-bahnhof.de/) genutzt.

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300538.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300545.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300547.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300539.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300540.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300541.jpg


Dahinter verliefen die Gleise in Richtung Süden, unter denen sich in Zukunft der City Tunnel befinden wird. Jetzt nagelt mich bitte nicht auf die genaue Meterzahl fest, aber ich meine gelesen zu haben, dass der Tunnel in 400 bis 500 Metern wieder ans Tageslicht kommt. Die auf dem Bild zu sehende Brachfläche soll in eine attraktive Parkanlage umgewandelt werden.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300544.jpg


Und jetzt noch ein Blick in die Station aus Richtung Süden.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300542.jpg


Zoom
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/PC300543.jpg

Bilder von mir

Dr.Faust
07.01.08, 20:09
Am 28.Januar soll "LEONIE" wieder loslegen und soll im April die Station "Hauptbahnhof" erreichen. Danach wird das Schneiderrad vom TBM demontiert und wird zum Bayrischen Bahnhof transportiert. Der Nachläufer des TBM fährt dann durch den Tunnel wieder zur Haltestelle "Bayrischen Bahnhof" zurück.

baukasten
07.01.08, 20:23
Sehr informativer Beitrag, vielen Dank Cowboy. Wer noch etwas mehr über die Geschichte der Buchstadt Leipzig erfahren möchte, dem empfehle ich diese Seite: http://www.mdr.de/leipzig-liest/618607.html

Interessant auch, dass die Station am Bayrischen nun scheinbar eine Gewölbedecke erhält. Ist das eine weitere Umplanung?

baukasten
08.01.08, 15:19
Zum Thema Buch- und Verlagsstadt möchte ich noch einen Artikel aus der Zeit nachreichen, geschrieben anlässlich der Buchmesse 2007:
„Der Puls der Welt“ (http://www.zeit.de/2007/13/st-leipzig)

dj tinitus
08.01.08, 20:49
gar nicht so einfach, von da wieder die brücke zum eigentlichen thema zu schlagen.
cowboys galerie vom graphischen viertel zeigt ja eindrücklich, wie verfallen manche gebäude sind und welche schmuckstücke aus ihnen wieder werden könn(t)en. in diesem zusammenhang: das ehemalige interdruck-gebäude am johannisplatz ist kürzlich verkauft worden. damit dürfte hoffentlich ein weiteres zeugnis jener glanzzeit bald saniert und für die zukunft gerettet sein. das ist das wichtigste.
auch der bayerische bahnhof sollte ja bis in die 70er jahre hinein für ein wohnhochhaus mit lenin-denkmal abgerissen werden. totaler wahnsinn.

anders ausgedrückt: sicher werden in dieser gegend heute kleinere brötchen gebacken. aber wenigstens ist der ofen nicht aus. vor 20 jahren hätte sich wohl niemand vorstellen können, dass es dort überhaupt irgendwie vorwärts gehen könnte. gemessen daran (und woran sonst?) hat sich schon einiges bewegt. hoffentlich können projekte wie der city-tunnel dazu beitragen, dass sich das umfeld - und damit der anreiz, in diesem gebiet zu investieren - weiter verbessert.
na ja, zumindest in meinen augen können jedenfalls beton-mediacities das graphische viertel nicht ersetzen.

Dr.Faust
13.01.08, 12:12
Blick in die Haltestelle "Markt" bzw. zum TBM "LEONIE".

http://img153.imageshack.us/img153/448/img0800ub6.jpg

Cowboy
20.01.08, 07:20
Die Station Hauptbahnhof gewinnt lt. diesem LVZ-Artikel (http://www.lvz.de/aktuell/content/52135.html) weiter an Kontur. Bis Ende des Jahres sollen die Bauwerke im und vor dem Hbf rohbaufertig sein. Jetzt heißt es, den Stationsteil vor dem Hbf mit der Baugrube zu verbinden. Dabei werden die Pfähle, auf denen das 1997 errichtete Dienstleistungszentrums steht, mittels Vereisungstechnik vor eindringendem Grundwasser geschützt.

Im Artikel oben links könnt ihr euch in der Rubrik „Zum Thema“ aktualisierte Fotos von den Tunnelarbeiten am Leipziger Hauptbahnhof anschauen.

LEgende
04.03.08, 22:24
Aktuelle Bilder vom City-Tunnel und dem Drumherum.

Die folgenden 3 Bilder wurden von dieser Fußgängerbrücke (Provisorium für den früher vorhandenen Fußgängertunnel) geschossen.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0071.jpg

180° Blick gen Süden

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/360Grad.jpg

Im Detail.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0082_1.jpg

Nach Norden.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0058.jpg

Eventuelle zusätzliche Brücke über den City-Tunnel? (Weiß dazu Jemand mehr?)

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0069.jpg

Das Gelände ringsum die neue Semmelweisbrücke (Codename: Tangentenviereck Süd).

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0083.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0078.jpg

Straßenverlauf gen Osten mit Blick auf die noch unsanierten Büchertürme der Deutschen Nationalbibliothek.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0082.jpg

Dieser alte Turm steht wohl im Weg und dürfte daher wahrscheinlich "gefällt" werden.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0079.jpg

Bilder von der Brücke Richard-Lehmann-Straße.

Richtung Süden.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0012.jpg

Richtung Norden.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0014.jpg

LEgende
06.03.08, 22:00
Bei Microsoft Virtual Earth ist mir gerade witzigerweise aufgefallen, dass dort die neue (bislang noch nicht existente) Semmelweisbrücke schon besteht. Bei Microsoft ticken die Uhren scheinbar schneller... :D

http://maps.live.de//LiveSearch.LocalLive?cp=51.32134625 541066~12.385561466217037&scene=10798917&style=r&lvl=16

Dr.Faust
07.03.08, 17:12
Das ist mir auch schon aufgefallen.

LEgende schrieb:Bei Microsoft ticken die Uhren scheinbar schneller...

Kann ich nicht sagen. Mir kommts so vor als ob die hinterm Mond leben. Du kannst ja mal versuchen die A38 vom Dreieck Parthenaue bis Leipzig - Südwest als Luftbild zu finden.

Dr.Faust
10.03.08, 14:26
Um 0.12 Uhr durchstieß Riesenbohrer Leonie die Wand zur künftigen Tunnel-Station Hauptbahnhof. Die Bauzeit der ersten Röhre dauerte über 1 Jahr und ist im Rohbau fertig.

http://www.lvz.de/aktuell/content/56948.html

Cowboy
18.04.08, 09:40
Am ersten Maiwochenende werden wieder Besichtigungstouren im Citytunnel angeboten. Weitere Infos im folgenden kleinen Videobeitrag:

http://www.lvz.de/aktuell/content/59826.html

Cowboy
30.04.08, 21:13
Vor der offiziellen Besichtigungstour am kommenden Wochenende durfte schon die LVZ in den Tunnel steigen und Fotos schießen, die unter folgendem Link angeschaut werden können:

http://www.lvz-online.de/fotogalerie/2008_lvz_citytunnel/index.html?s=1

Dr.Faust
11.05.08, 22:21
Seit dem 09.05.2008 gräbt sich "LEONIE" wieder durch den Untergrund von Leipzig und soll Ende 2008 am Hauptbahnhof ankommen.
www.lvz.de (http://www.lvz.de/aktuell/content/62015.html)
Da bin ich ja mal gespannt ob die DEGES den Termin halten kann.

LEgende
28.05.08, 19:57
Zwar spät, aber besser als nie, gibts von mir ein paar Bilder vom Tage der Tunnelbesichtigung.

Blick zur Station Markt.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0255.jpg

Station Markt.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0256.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0265.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0268.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0270.jpg

Dr.Faust
15.06.08, 21:04
Konnte heute ein paar Fotos vom City Tunnel hinterm Hauptbahnhof machen.

Bauupdate: 15.06.2008

http://img102.imageshack.us/img102/9317/img1946bc9.jpg

http://img147.imageshack.us/img147/4415/img1949hx9.jpg

Blick zur Westrampe
http://img181.imageshack.us/img181/8479/img1951em4.jpg

Blick zur Nordrampe
http://img294.imageshack.us/img294/5121/img1954pv7.jpg
Bilder: Dr.Faust

Cowboy
23.06.08, 12:58
^ Danke noch für die seltenen Einblicke, LEgende und Dr.Faust. Von mir ein kleines Update von der Station Markt. Was die Bilder nicht vermitteln, ist der ohrenbetäubende Baulärm, der aufgrund der vielen Baustellen die ganze Innenstadt einnimmt. Und dennoch erfreut sich die Innenstadt ständig wachsender Beliebtheit. Die vielen Unkenrufe vorher, dass jeder die Innenstadt meiden wird, die Touristen ausbleiben werden, die Geschäfte reihenweise Pleite gehen werden usw., waren unbegründet.

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Natalie026.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Natalie027.jpg

Dr.Faust
09.07.08, 20:28
Der TBM "Leonie" soll in der kommenden Nacht den Leuschner Platz erreichen. Er soll dann in 4-6 Wochen wieder losziehen in Richtung Markt.

Quelle:
Leipziger Volkszeitung (http://www.lvz.de/aktuell/content/67436.html)

LEgende
09.07.08, 20:56
...und auf einmal läuft das Ganze so richtig an, und Leonie gräbt sich schneller voran als man dachte. Freut mich. Da kann man danach gleich mit der Ost-West-Trasse beginnen, mit Umstieg am Markt. :D

LEgende
10.07.08, 23:38
Aktuelle Info zu zukünftigen HS und Streckenverlauf:
http://www.bauportal-deutschland.de/download.php?TblName=asm_projectrai lway_download&DownloadID=8

LEgende
29.07.08, 12:51
Ist eigentlich bekannt, wie das gesamte Areal "hinterm" Bayrischen BHF entlang der Gleise gestaltet werden soll? Freigabe für Bebauung? Renaturierung? Parkähnliche Anlagen?
Ich könnte mir einen schönen langgezogenen Grüngürtel mit Radwegen, Fußwegen und Bäumen links und rechts vom Bayrischen BHF bis zum MDR-Gelände vorstellen; quasi eine Flanier- und Erholungsmeile.

Das ist schon ein riesiges Areal.
http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/Bayrischer_BHF.jpg
Quelle: http://maps.google.com/maps

Hinweis: Bild "geurlt". Das Einbinden der Bilder von google earth ist erlaubt, Bilder von google maps, wie in deinem Fall, hingegen leider nicht. Bitte in Zukunft darauf achten, siehe Richtlinien des DAF (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=5682). Danke

DAvE LE
29.07.08, 14:12
..hab vor langer Zeit mal von einem Landschaftspark gehört. Ab besten noch mit Stadthäusern entlang des Tunnels ;-)...

ungestalt
29.07.08, 16:03
es gab vor 4-5 jahren einmal eine publikation der stadt zur weiterentwicklung der nunmehr ungenutzten bahnflächen in leipzig. darunter war auch exemplarisch der eilenburger bahnhof (heute lene-voigt-park) mit drin.
zum bayrischen bahnhof gab es eindeutige richtlinien, in mehreren ausführungsvarianten.

dazu gehörte auf jeden fall die ost-erweiterung der südvorstadt über den ehemaligen kohlenbahnhof bis zu einer gedachten parallelachse zur rechten begrenzung des areals. im nördlichen abschnitt davon mehr gewerbe, südlich mehr büroflächen in anlehnung an die mediacity. der rest wohnungen.

man hat im bebauungsplan auch eine wiedererrichtung des linken flügelbaus des bayrischen bahnhofs vorgesehen und einzelhausbebauung dahinter bis ungefähr zur höhe, wo der tunnel ans licht tritt.

der ca 100m breite grünstreifen dazwischen soll als park-flanier-stadtklimatischer-ausdünst-kanal erhalten bleiben.

der runde wagenschuppen ist übrigens das einzige gebäude auf dem gelände, was unter denkmalschutz steht.

da sich aber die mediacity eher verhalten entwickelt hat und die semmelweisbrücke errichtet wird, lässt sich schwer sagen, wie sich das gebiet entwickeln wird. noch ist meines wissens nach nichts verkauft.
on va sera...

LEgende
29.07.08, 16:30
man hat im bebauungsplan auch eine wiedererrichtung des linken flügelbaus des bayrischen bahnhofs vorgesehen


Hast du hierzu eventuell Bilder parat?
Sehr interessante Informationen im übrigen, dankeschön!

Der gesamte Streifen vom Leuschnerplatz über den Bayerischen BHF bis runter zur Media City wird sich in den nächsten 10 Jahren wohl am meisten wandeln. Auch dank des City-Tunnels und dessen Sog-Wirkung (im wahrsten Sinne des Wortes). :)

ungestalt
29.07.08, 17:30
wenn ich in meinem kleinen bücherurwald die publikation ausfindig mache, kann ich was einscannen. ich mach da aber mal keine hoffnungen. ist schon so manches buch verschollen...
es gab eine studie von einem dieser urbanen büros. die überlegungen bzw. vorschläge waren: hotel, gastronomie oder wohnungen dort hinzubauen. vom grundriß war es identisch mit dem alten grundriß des bahnhofes. das waren alle informationen dazu.

LEgende
29.07.08, 18:08
Wenn man mal die recht hohe Anwohner-Zahl berücksichtigt die in der Nähe des Bahnhofs vorhanden ist (auch aufgrund der Plattenbauten), wäre grundsätzlich auch Potenzial für Einkaufsgeschäfte. Wobei ich davon kein Fan bin. Aber räumlich ist der Bayerische BHF ja absolut perfekt gelegen. Ein schönes historisierendes Hotel mit direkten Blick auf den Bayerichen BHF könnt ich mir auch sehr gut vorstellen. Moderne Architektur passt im nördlichen Bereich nicht wirklich. Richtung Media City könnt ich mir das schon eher vorstellen. Ich hoffe nicht, dass dieser Bereich mit diesen dörflichen Stadthäusern zugebaut wird (zu niedrig!). Hier ist mal Platz, um Leipzig wieder etwas mehr großstädtisches Flair zu verleihen. Auch schon aus dem Grund, dass "nebenan" Hochhäuser stehen; wenn auch hässliche.

AdLErhorst
29.07.08, 20:34
Eine Neubebauung oder Neubegrünung des ehemaligen Bahngeländes würde auch dem Gebiet oberhalb der Arthur-Hoffmann Straße guttun und viell. könnte man sogar wieder eine sinnvolle Verbindung des Stadtteils zur Straße-des-18.-Oktober herstellen.

Die Begrünung des ehemaligen Eilenbunger Bahnhofs finde ich nicht so gelungen - es wirkt dort tagsüber wenig lebendig und nachts würde ich nicht hingehen - da hätte ich Angst, dass man mir die Flügel stutzt:D .

Ein paar Geschäfte oder Gebäude generell sollten es dann am Bayrischen Bhf. schon werden - um etwas Leben reinzubringen.

ungestalt
29.07.08, 21:19
@adLErhorst: wie oft bist du denn im lene-voigt-park? im sommer ist dort tagsüber echt die hölle los. bunt gemischtes volk, weil in diesem stadtteil neben studenten auch viel immigranten leben. für mich manchmal wesentlich spannender zum verweilen und beschauen als die szeneparks johannapark und clara-zetkin-parks. ;)

Cowboy
01.08.08, 17:06
"Leonie" startet heute Nacht zu ihrer nächsten Etappe vom Wilhelm-Leuschner-Platz zum Markt. Die ca. 490m lange Strecke wird damit einen Monat früher als geplant in Angriff genommen. Grund: Die Wartungsarbeiten des Riesenbohrers konnten einen Monat früher als geplant beendet werden.

http://www.lvz.de/aktuell/content/69614.html

LEgende
01.08.08, 17:42
Respekt! Das ganze wird ja langsam zur Routine. Da dürfte Ende des Jahres also die zweite Röhre fertiggestellt sein. Da kann man sich gar nicht vorstellen, dass der Bau des City-Tunnels noch 2 Jahre bis 2011 zur endgültigen Fertigstelllung dauern soll. Vielleicht klappts ja widererwarten schon 2010.

DAvE LE
02.08.08, 07:30
Hoffen wir's.. wenn Leonie dann weiter entfernt ist von der Station Leuschnerplatz, dann können die Arbeiter richtig loslegen mit dem Innenausbau. Genauso wie die zweite Decke bei der Station Bayrischer Bahnhof. Dort entsteht selbst schon das Treppenhäuschen. In der Station Hbf. ist man leider auch noch nicht wirklich soweit, besonders was die Rampen in West und Nord betreffen.

Vielleicht hat einer mehr Ahnung davon, kann der Termin vielleicht doch schon zum 4. Dezember 2009 gehalten werden? Aber, ob man das alles in einem Jahr schaffen wird. Vielleicht doch eher dann Mitte 2010 :D

ungestalt
02.08.08, 09:08
soweit ich das einschätzen kann ist es ja nicht nur der tunnel. der ausbau des kreuzungsbauwerk süd, die semmelweißbrücke, die gleisanlagen am hauptbahnhof sind ebenfalls noch mitten im bau und dauern vielleicht länger als der eigentliche tunnelbau.
und dann vielleicht noch die organisation der taktung und so...obwohl man das ja eigentlich alles simultan bearbeiten kann.

Cowboy
05.08.08, 20:47
Bis Jahresende erfolgt ein kompliziertes Teilprojekt des CityTunnels. Unter der Westhalle des Hbfs werden mittels Stollen zwei Teilgruben miteinander verbunden. Das Unterfangen ist nicht ganz ungefährlich, denn der Boden unter den Fundamenten der Westhalle wird abgetragen. Andreas Irngartinger, Projektleiter der Deges, erklärt, dass die Statik der Betondecke aus Sicherheitsgründen bei jedem Baufortschritt auf's Neue berechnet wird. Weiterführende Infos dazu hier (http://www.lvz.de/aktuell/content/69975.html).

Verschiedene Fotostrecken zum Bau des CityTunnels (http://www.lvz.de/aktuell/content/58797.html)

LEgende
09.08.08, 09:12
Aktuelle Bilder vom Bau der Semmelweisbrücke.

Blick gen Osten, auf den zukünftigen Straßenverlauf, von der Kurt-Eisner-Straße über die Semmelweisbrücke und die Semmelweisstraße links (nördlich) entlang der Großmarkthalle.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0421.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0422.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0423.jpg

Westlich der Baustelle sind die Tübbinge für die Verschalung des City-Tunnels zu sehen.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0424.jpg

Blick auf die Brücke gen Westen.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0435.jpg

Wo jetzt noch Zäune und Schilder die Durchfahrt behinden, wird in ein paar Jahren die Trasse der Semmelweisstraße verlaufen.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0434.jpg

Aktuelle Bilder vom Kreuzungsbauwerk im Süden.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0429.jpg

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0430.jpg

ungestalt
09.08.08, 18:32
weiß jemand im forum, wie die planungen der lvb bezüglich trassenführung über die semmelweißbrücke aussehen? die brücke hat auf jeden fall vier spuren für autos und dazwischen platz für die bahngleise. wahrscheinlich kommt eine abbiegespur von der arthur-hoffmann-straße über die brücke zur zwickauer/str. d.18. Oktobers, oder?

LEgende
09.08.08, 19:29
Höchst interessante Frage, die mich auch schon seit längerer Zeit bewegt! Eins steht fest, es muss eine Schnittstelle zw. S-Bahn und Tram bzw. Bus her.

Wie ich schon desöfteren hörte, überlegt die LVB bekanntlich die Stadtteile Schleußig und Südvorstadt per Tram zu verbinden. Einzig die hohen Investitionskosten (gerade bei den derzeit hohen Stahlpreisen) dürften dieses Vorhaben bislang behindert haben.
So richtig würde diese Tangententrasse auch nicht in das Radial-System der LVB passen. Die Linie 22 wurde ja u.a. auch aus diesem Grund eingestellt.

Ich könnte mir vorstellen, dass man ab Betriebsbeginn des City-Tunnels zunächst einmal die alte Route (Blaue Linie) des 60er Busses über die Semmelweisbrücke verlaufen lässt (Blaue/Hellblaue Linie). Je nach Stärke des Fahrgastaufkommens würde nach einer gewissen Probezeit dann sicher einmal eine Straßenbahntrasse zur Debatte stehen.

Aus Kostengründen wird man in den nächsten Jahren jedoch sicher auf einen Tram-Ausbau des Schleußiger Weges verzichten.

Eine andere und meiner Meinung nach recht günstige Alternative wäre die, dass man die bisherige Tram "2" (Rote/Hellrote Linie) ab Bayerischem Platz auf die Trasse der aktuellen "9" führt und bis zur Ecke Arthur-Hoffmann-/Kurt-Eisner-Straße fahren lässt und dort dann auf die Semmelweisstraße links abbiegen lässt (Rote Linie). Nach halt auf der Semmelweisbrücke würde diese dann an der Ecke Zwickauer Straße/Semmelweisstraße auf das bestehende Gleisnetz der "16" stoßen, um dann an der Ecke Phlipp-Rosenthal-Straße/Semmelweisstraße wieder nach rechts auf ihre aktuelle Trasse Richtung Naunhofer Straße abzubiegen.

Fazit: Die Bus-Variante wäre sicherlich die günstigste und aktuell recht einfach zu realisierenste Variante. Die einzigen zwei Haltestellen, die vom 60er Bus nicht mehr angefahren werden würden (Körnerstraße und Bayerischer Platz) könnten dann von der "9" abgedeckt werden. Wenn man diese denn beibehält. Wobei die Diskussion ja in dem Fall maximal darum geht, die "9" am Wildpark enden zu lassen. Fände ich bei einem ordentlichen S-Bahn-Takt und den geplanten neuen S-Bahn-Haltepunkten in Markkleeberg auch gar nicht mal so unsinnig.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/Straba-Semmelweisstrae.jpg
Quelle: http://maps.live.de/LiveSearch.LocalLive

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geURLed, da Copyright fuer Verbreitung nicht gegeben. LugPaJ.

ungestalt
09.08.08, 20:04
danke LEgende. da schaut man mal ein stündchen nicht ins forum und dann... klasse.

da die brücke für gleise ausgelegt ist und nicht als busspur (in der beschreibung steht ausdrücklich "gleisanlagen") wird wohl die tramvariante umgesetzt werden. ich hoffe, die lvb lässt dann die kurt-eisner-str im abschnitt zwischen arthur-hoffmann- und lösniger str. schön die großen bäume stehen. platz für die tram ist dazwischen ja genug. würde m.m.n. einen wunderschönen effekt haben, wenn die tram da zwischen den bäumen durchfahren würde.
außerdem würde das die erreichbarkeit des dt. platzes ja deutlich erhöhen. jetzt wo der so wiederbelebt wird.

und da gibt es immer noch eingeborene leipziger, die den tunnel für sinnlose geldverschwendung halten...

der bayrische platz soll ja 2011/12 auch komplett umgestaltet werden. die gemeinsame haltestelle windmühlenstraße wird geteilt: die 16 kommt in die str.d.18.Okt., die 9 auf die arthur-hoffmann-str.; beide jeweils gleich neben den ausgang des citytunnels.
das areal zwischen portikus und den o.g. straßenzügen soll (aufgrund des leichten gefälles) mit natursteinen gepflastert und evtl. mit etwas fließgewässer aufgewertet werden.
diese infos stammen aus einem lizzy-artikel und sind "planungen" und noch keine abgesegneten sachen.

vielleicht hat leipzig bis 2012 ja auch genug gewerbeeinnahmen und kann sich ein paar träume leisten und hängt nicht mehr am dresdner tropf...

LEgende
09.08.08, 20:17
Jepp, dieses ganze südöstliche Areal wird man wohl schon in 5 Jahren kaum wiedererkennen. Hoffentlich!
Aber an eine Straßenbahntrasse entlang des Schleußiger Weges und somit auch der Kurt-Eisner-Straße glaube ich persönlich trotzdem nicht so recht.
Neben den hohen Investitionskosten dürfte es sicherlich auch viele Proteste der Anwohner geben, da dann eine erhebliche Anzahl an PKW-Parkplätzen wegfallen würde.
Der 60er Bus ist da eigentlich die ideale Zwischenlösung. Zumal entlang des Schleußiger Weges sowieso fast keiner ein- und aussteigt.

Daher finde ich "meine" Variante mit der leicht abgeänderten Trassenführung der "2" eigentlich Kosten/Nutzenmäßig recht gut.

DaseBLN
09.08.08, 21:11
Neben den hohen Investitionskosten dürfte es sicherlich auch viele Proteste der Anwohner geben, da dann eine erhebliche Anzahl an PKW-Parkplätzen wegfallen würde.

Wieso? Was spricht dagegen, die bisherige Aufteilung mit den Gleisen auf den inneren Fahrspuren wieder zu beleben? Mal abgesehen von den Förderrichtlinien?

LEgende
09.08.08, 21:22
Achso, ihr meint den Verlauf der alten Gleise. Ich dachte die Gleise von West nach Ost zw. den Bäumen entlang. Ja OK, wenn es so kommen würde, wäre ich der Letzte der dagegen wäre. Aber ich sehe diese Lösung als zu teuer an. Vor allem wenn ich bedenke, das die LVB selbst für 2008 fest eingeplante Projekte mittlerweile aufgrund klammer Kassen eingestellt hat. Da wäre eine komplett neue Trasse reiner Luxus.

Nachtrag: Nach Eröffnung der neuen Semmelweisbrücke dürfte der Durchgangsverkehr in der Kurt-Eisner-Straße (Teil des Tangentenvierecks) sicherlich zunehmen. Ich weiß nicht, ob da eine Reduktion auf nur noch einen reinen Kfz-Fahrstreifen so die richtige Lösung wäre.

BautzenFan
28.08.08, 16:01
Nach den diversen „Stockungen“ und Problemen in der Anfangsphase des Baus läuft das ja jetzt offenbar wie geschmiert. Das Sächsische Wirtschaftsministerium vermeldet schon wieder einen „Rekord“ (Pressemeldung von heute):

City-Tunnel Leipzig: „Leonie“ erreicht in Rekordzeit Markt
Durchbruch für Sonnabend Mittag geplant

Leipzigs Tunnelbohrer „Leonie“ erreicht am kommenden Sonnabend (30.08.2008) knapp zwei Wochen früher als geplant das nächste Etappenziel: den Leipziger Markt. Die Ankunft wird zwischen 11 bis 15 Uhr erwartet.

Die Tunnelbohrmaschine war am 1. August gestartet und fuhr innerhalb nur einen Monats nonstop bis zum Markt durch. Die Unterquerung der Leipziger City verlief nach Plan. Das für die Sicherheit von Mensch und Gebäuden installierte aktive Gebäudesicherungssystem hat dabei seine Leistungsfähigkeit bewiesen.

Journalisten haben die Gelegenheit den Durchbruch live zu erleben, Ansprechpartner für die Presse ist Christoph Sorger von der Pressestelle der Stadt Leipzig, 0341-1232058 oder 0162-4218486, mail christoph.sorger@leipzig.de . Bitte melden Sie sich mit Ihrer Handynummer an, Sie werden dann am Freitagnachmittag per SMS über die genaue Uhrzeit informiert.

DAvE LE
31.08.08, 06:04
Gestern, 30.08. ist die TBM um 17.10 Uhr an der Station Markt angedockt.

Bauarbeiter, Schaulustige und die Presse standen stundenlang (12:30-17:10) um das Spektakel zu sehen, mich drückte es nach 3 Stunden weg :(

http://img413.imageshack.us/img413/5857/89833508wn2.jpg
Zwischen-Etage, etwa 10 Meter Tief. Blick zur Station Markt.

http://img214.imageshack.us/img214/5638/59746931ke0.jpg
Rechts der 1,5 Meter dicke Betonklotz.

http://img214.imageshack.us/img214/8251/42129290xy9.jpg
Bauarbeiter, Schaulustige und Pressefuzzis.. :D

http://img214.imageshack.us/img214/5314/85515101ib7.jpg
1. Röhre Richtung Hauptbahnhof.

Cowboy
31.08.08, 06:42
Grund für die verspätete Ankunft der Tunnelbohrmaschine war lt. diesem LVZ-Artikel (http://www.lvz.de/aktuell/content/71829.html) die Pumpe im Bohrer, die kurz vor dem Etappenziel schlapp machte.

stoney85
04.09.08, 14:11
Gruß,

ein paar Seiten zuvor wurde mal die Nachnutzung des Bayrischen Bahnhofs besprochen (besonders das Gelände im Rückraum in Richtung Süden..)

Hier hab ich von 1998 was interessantes Gefunden (klein aber fein)


Planung zur Nutzung des Areals (http://www.as-p.de/base/showpopupnews.php?image=1047306070-leipzig_baybhf.jpg)

Ich glaube sogar die neue Brücke und dahinter die Schienen erkennen zu können? Sieht meiner Meinung nach ganz brauchbar aus dieser Entwurf.

ungestalt
04.09.08, 15:50
dieser entwurf ist echt ziemlich alt. sogar der tunnel sollte noch bis hinter die semmelweißbrücke gehen. ist ja mittlerweile leider nicht mehr der fall ;)

DaseBLN
04.09.08, 17:03
Genau, damals hätte es sozusagen keine Brücke gegeben, sondernd er Tunnel wäre direkt hinter der Semmelweißstrasse aus der Erde gekommen - die Station Semmelweißstraße war also trotzdem bereits als unter "oberirdische" Station geplant.

Was ich mich frage - ungeachtet der Tatsache, dass das Gelände bald zur Verfügung steht, scheint es keine aktuellen Informationen zu Planungen zu geben. Selbst im aktuellen (von 2002 :nono: ) Flächennutzungsplan ist an der Stelle noch von Bahngelände die Rede. Sollte da nicht langsam mal ein Wettbewerb ausgeschrieben werden, oder wenn es konkrete Planungen gibt, warum werden die nicht publiziert? Will die Stadt warten, wie sich die Nachfrage entwickelt?

ungestalt
05.09.08, 14:37
Und gleich noch eine handvoll Fragen: Weiß jemand, wie der Nordeingang der Station Markt gestaltet wird? Analog zum Südeingang in schickem roten Rochlitzer Porphyrtuff? Und werden diese fiesen 90er Entwürfe der Stationen noch einmal dem Zeitgeist entsprechend überarbeitet? Oder müssen wir uns ab 2011 über quietschbunte Röhren am Bayrischen Bahnhof freuen?
Ist dieser Frank Witt mit seiner superinformativen Internetseite da vielleicht ein Quell des Wissens?

Markkleeberger
05.09.08, 15:00
..soweit mir bekannt, wird der nördliche Eingang zur Haltestelle "Markt", im Gegensatz zum alten Entwurf, nun nicht mehr überdacht ausgeführt. Die genaue
Auswahl der Materialien steht glaube ich noch nicht genau fest. Eine zeitgemäße
Porphyrvariante schwebte mir auch mal vor.

Dieses Kulka-Mikado am Bayerischer Bahnhof hat mir noch nie gefallen, hoffe das es dort eine leichte Überarbeitung gibt, die Entwürfe der Stationen stammen aus dem Jahre 1998!

dj tinitus
08.09.08, 21:04
willkommen im forum, markkleeberger!

das kulka-mikado ist nicht nur spielerei, sondern hat eine statische funktion. umgeplant wird das nicht mehr. war auch damals beim wettbewerb der eigenständigste entwurf.
zum nordeingang am markt: bist du sicher, dass es dort keine überdachung geben wird? fahrstuhl und rolltreppe sollten schon irgendwie eingehaust werden. um den optischen eindruck der markt-nordseite nicht zu beeinträchtigen, wird sicher viel glas ins spiel kommen.

ungestalt
09.09.08, 07:49
lieber dj tinitus. es geht ja nicht um statik, sondern um die vielfarberei. es ist eines dieser städtebaulichen beispiele, wo man dem ruf deutschlands "grau in grau" zu bauen ausgesprochen kindergärtnerisch entgegen getreten ist. würde es ein farbdreiklang nicht auch machen?
und die visualisierungen des leuschnerplatzes gruseln auch ein wenig.
naja, besser abwarten und dann notfalls mit angehaltenem atem aussteigen ;)

Cowboy
09.09.08, 09:11
Mal abwarten, ob das Kulka-Mikado so bunt umgesetzt wird. Ich glaube nicht, dass es das wird, zumal die Farben in der Tat ein bisschen den Zeitgeist der 90er-Jahre widerspiegeln. Dass aber (hoffentlich noch) vorgesehen ist, genügend Tageslicht in die Station zu lassen, gefällt mir sehr gut. So wird die Station heller und freundlicher.

Um die Diskussion, was die Station Bayerischer Bahnhof samt "Kulka-Mikado" betrifft, besser zu veranschaulichen, noch einmal folgende Visualisierung:
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/275619209_1105610103.jpg
Bild: Freistaat Sachsen

DrZott
09.09.08, 09:30
Die geplante Figureninstallation ist zum Glück nicht so bunt! :D
Okay, der war jetzt billig ...

19 century boy
11.09.08, 15:55
Ich war letztens etwas überrascht als ich mit die Citytunnelbaustelle am Bayrischen Bahnhof angeschaut hab:

http://s8.directupload.net/images/080911/dmm68spk.jpg (http://www.directupload.net)
sportlich, sportlich die Untergrundjungs


Hier mal zur Veranschaulichung der Größe der Fläche, die im südlich des Bayrischen Bahnhofes zur Nutzung umgestaltet werden soll, fotografiert vom Eingang zum Tunnel einmal in Richtung Norden:
http://s5.directupload.net/images/080911/aakggtsc.jpg (http://www.directupload.net)

Und Richtung Süden:
http://s2.directupload.net/images/080911/fq7xyf5w.jpg (http://www.directupload.net)

Fotos von mir

ForzaLE
11.09.08, 19:50
:lach: Wie geil... Naja ist sicher ne nette Abwechslung wenn man sonst zwangsläufig wie eine Fledermaus lebt.

In diesem Thread bitte kein Chat. Cowboy

LEgende
12.09.08, 11:45
Im übrigen taucht der Tunnel deswegen schon soweit vor der Station "Semmelweisstraße" wieder auf, weil das für die beteiligten Bauherren des Projektes CTL einfach die günstigere Variante ist. In den Anfangszeiten war geplant, den Tunnel erst direkt an der Station "Semmelweisstraße" wieder ans Tageslicht kommen zu lassen. So aber muss die Stadt Leipzig die Kosten tragen; in diesem Fall die Kosten für die Errichtung der Brücke über die Semmelweisstraße. Dadurch wurde natürlich auch eine größere Nutzfläche verschenkt...wobei davon ja aktuell sowieso fast schon zuviel vorhanden ist.

BautzenFan
01.10.08, 08:55
Pressemitteilung des Sächsischen Wirtschaftsministeriums von heute:

City Tunnel Leipzig: Leonie beginnt die letzte Etappe
Start des Tunnelvortriebes auf der Strecke Markt - Hauptbahnhof


Leonie arbeitet sich ab heute vom Markt aus in Richtung Hauptbahnhof vor. Diese letzte Etappe wird für Leonie und ihre Mannschaft erneut anspruchsvoll, denn es muss das Museum der Bildenden Künste und der Gebäudekomplex Hotel Marriott / Goldene Kugel unterfahren werden.

Zur Sicherung von Menschen und Gebäuden in der Leipziger Innenstadt ist ein aufwändiges und technisch anspruchsvolles Sicherungssystem installiert worden. Aus den Schächten heraus wurden Bohrungen unter den Gebäuden hergestellt, um Zementsuspension unter die Gebäude zu pressen. Dadurch wurde der Boden stabilisiert. Im Bereich des Hotel Marriott / Goldene Kugel musste zudem eine Bohrpfahlwand entfernt werden, die für die Errichtung der Tiefgarage notwendig war und noch in den Tunnelquerschnitt ragte.

Die Tunnelbohrmaschine Leonie war am 30.08.2008 in den Haltepunkt Markt eingefahren. Die erforderlichen Sicherheitsprüfungen und -abnahmen konnten schneller abgeschlossen werden als
geplant.

Vor Leonie liegt nun eine Strecke von rund 440 Meter. Voraussichtlich in rund sechs Wochen wird sie den Hauptbahnhof erreichen. Dabei wird wie bisher an sieben Tagen pro Wochen rund um die Uhr gearbeitet.

Während des Tunnelvortriebs werden wir wieder wöchentlich über den Stand der Arbeiten informieren.

LEgende
11.10.08, 16:32
http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/IMG_0079.jpg


Zwei aktuelle Infos:

Der von mir vor längerer Zeit gezeigte Turm wurde abgerissen und ist nun verschwunden...war abzusehen: Platz schaffen für die neue Semmelweisstraße inkl. Brücke.

Zudem ist mir aufgefallen, das die alten Hallen an der Straße "An den Tierkliniken" komplett beseitigt und das gesamte Areal beräumt wurde.
Ich vermute, dass man nun im Zuge der Fertigstellung der Semmelweisbrücke auch die Verbindung zur Zwickauer Straße herstellen möchte, um zu vermeiden das sich an der Kreuzung Semmelweisstraße/Zwickauer Straße Staus bilden.

http://maps.google.com/maps?f=q&hl=de&q=Leipzig,+Leipzig,+Sachsen,+Deutsc hland&ie=UTF8&cd=1&geocode=FaBhDwMdZcW8AA&ll=51.316887,12.394799&spn=0.004821,0.013947&t=h&z=17

LEgende
12.10.08, 19:30
Ist eigentlich am Bayerischen BHF im Zuge der Umgestaltung des Areals nach Fertigstellung des City-Tunnels geplant, die zerstörte linke Seite auf dem Foto, also quasi das Pondon zum bestehenden Gebäude, wieder zu errichten?

Fotos:

http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/bb046821.jpg

http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0006722.jpg

http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0006718.jpg

http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0006730.jpg

So sah es am Bayrischen Platz übrigens früher aus:

http://museum.zib.de/sgml/bilder/gross/s0030403.jpg

LEonline
13.10.08, 11:42
In der ursprüngl. stadträumlichen Entwurfsfassung, die auch ein Punkthochhaus am Bayr. Platz vorsah, ist von der Rekonstruktion der zerstörten Seite die Rede. Weiß allerdings nicht ob das heute noch gilt.

Cowboy
28.10.08, 23:23
Am 31. Oktober gegen 15:00 Uhr wird Leonie am Hauptbahnhof erwartet, eineinhalb Monate früher als geplant. Danach sind die zwei Röhren fertig, und Leonie vorerst in die Arbeitslosigkeit entlassen. In der Westhalle des Bahnhofes wird die Ankunft per Videoübertragung live übertragen. Wer will, kann zum Bablik Fjuhwing kommen.

http://www.leipziger-internet-zeitung.de/Wirtschaft/Leipzig/2008/10/City-Tunnel-Leipzig-Leonie-sol-200810281826.html

LEgende
29.10.08, 18:05
^ Schon kurios das sich Leonie schneller durch den Untergrund als geplant gewühlt hat, es nun aber zu einer Verschiebung der Eröffnung des Tunnels um 1 ganzes Jahr kommt! Die LVZ schreibt: Erneut Zeitverzug beim City-Tunnel Leipzig (http://www.lvz.de/aktuell/content/77445.html).
Somit wird der Tunnel erst Ende 2012, also erst in mehr als 3 Jahren fertig sein! Kann man sich gar nicht wirklich vorstellen. Dürfte sicherlich auch wieder zu Kostensteigerungen führen.

Dr.Faust
29.10.08, 21:08
Habe gehört das die Probleme mit dem Grundwasser haben. Es sollen noch neue Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

leipziger
30.10.08, 09:22
......

LEgende
30.10.08, 10:08
^ Aufgeregt hab ich mich nicht; wirklich nicht. ;) Ich hab mich eben nur gewundert, dass das eine Verzögerung von einem ganzen Jahr mit mit sich bringt. Scheint also schon ein sehr großes Problem zu sein. Ich selber bin ja auch ein Tunnel-Befürworter und habe mich auch mit den vielen geologischen Problemen ausführlich beschäftigt.

DAvE LE
30.10.08, 14:04
LEONIE dockt morgen zwischen 12 und 18 Uhr an.

Eine genaue Uhrzeit kann ich jedoch nicht geben.

DrZott
30.10.08, 16:12
Ich habe höchsten Respekt vor den Tunnelbauern, ich möchte bei diesem Projekt nicht dafür gerade stehen, dass nicht die halbe Stadt absackt. Von daher kann ich nicht verstehen, wie man sich darüber aufregen kann, dass diese schwierige Maßnahme nun 1 Jahr länger dauert als geplant. Ist halt so, geht nicht anders.

Aber noch ein Jahr und noch ein Jahr und noch ein Jahr .... das geht doch schon ein Weilchen so! Mal ganz abgesehen von den Kosten! Es ist doch wirklich schwer zu vermitteln, daß morgen der Tunnel fertig wird, und es dann immer noch 4 Jahre dauert! Was, bitte, macht man in der Zeit????

dj tinitus
31.10.08, 00:34
das problem ist nicht der tunnelbau an sich, sondern der sumpfige untergrund. vielleicht hat sich schon mancher gewundert, warum das abgepumpte grundwasser am hbf nicht in die nahe liegende parthe geleitet wird, sondern durch rohrleitungen zwei kilometer weiter in den elstermühlgraben. das lässt erahnen, wie schwierig der baugrund an dieser stelle ist. verzögerungen sind natürlich nicht schön. aber die tunnelidee ist schon über hundert jahre alt, da kommt es auf ein jahr mehr oder weniger bis zur fertigstellung auch nicht an.

DAvE LE
31.10.08, 18:39
"LEONIE hat's geschafft"

heute hatte die TBM "LEONIE" ihren letzten Einsatztag "31.10.2008". Gegen 18 Uhr schaffte sie den Durchbruch zur Station Hauptbahnhof.

http://img100.imageshack.us/img100/7228/14966659ks3.jpg
Der 1,30m dicke Beton vor dem Durchbruch.

http://img100.imageshack.us/img100/6840/95826791np0.jpg
Der Sekt kommt, Mitarbeiter fotografieren.. wenig später folgte ich...

http://img407.imageshack.us/img407/1655/40063368jv9.jpg
...das Rad dreht sich, Leonie hat's geschafft *Jubel*.

http://img407.imageshack.us/img407/3186/10851371gf4.jpg
...wenig später folgten die anderen Mitarbeiter, Paparazzis und geladene Gäste.

Ein Video dazu gibt's auch noch, kommt später. Man, war das geil..!! :D

ForzaLE
10.11.08, 23:41
Wer schonmal von Hauptbahnhof zum Bayrischen Bahnhof fahren möchte, bitte sehr:
http://de.youtube.com/watch?v=AKLo3U22btY&feature=related

Außerdem hab ich noch ein Video vom alten Tunnel von 1912 entdeckt, die Tonqualität ist lausig aber die Bilder sehr interessant: http://de.youtube.com/watch?v=y7fu_utrQ9I

Cowboy
20.11.08, 17:55
In diesem (http://www.lvz.de/aktuell/content/79680.html) LVZ-Artikel schildert die für den CityTunnel zuständige Bauleitung, warum sich das Bauprojekt verzögert, mit welchen Schwierigkeiten sie unter Tage zu kämpfen hatten. Filmreif finde ich die Aussage der Bauleitung, "was sie unter dem Hbf vorfanden, habe ihre schlimmsten Befürchtungen übertroffen". Als ob sie mit mutierten Kreaturen zu kämpfen hatten. Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Bauleitung statisch gesehen eine Gefahr für den ganzen Hbf sahen, und deswegen die Westhalle neu berechnet werden musste, was in ganz Deutschland nur "zwei bis drei Leute" können.

Cowboy
27.11.08, 10:04
Nachdem uns DAvE LE schon an der spektakulären Ankunft von Leonie teilhaben ließ, kommen von mir noch ein paar aktuelle Fotos von den Arbeiten am Hbf. Die leichte Unschärfe bitte ich zu entschuldigen, das Sauwetter hat die Linse beeinträchtigt.


Blick auf die Baustelle vorm Hbf
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild123-1.jpg


Grundwasser im Dock A
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild126.jpg


Blick auf die sog. Kreuzungsbaustelle
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild127.jpg


Blick auf die Bahnhofshalle
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild128-2.jpg


Hier wird das Grundwasser abgepumpt
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild130-2.jpg


Blick aufs Dock A im Hbf. Die vorangegangenen Bilder folgen dem Vorbild der S-Bahnstation in Frankfurt am Main. Soll heißen, die S-Bahntrassen führen vorm Hbf in die Tiefe. Der Unterschied zum Leipziger Hbf wird allerdings der sein, dass die Tiefebene nicht von zwei Decken (Zwischenebene) zum Hochbahnhof getrennt sein wird. Ich denke, dies und das eindringende Tageslicht bis runter in die Station, wird dem Wohlbefinden der Reisenden gut tun.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild131-2.jpg


Auf dem Querbahnsteig bekommt man von den Arbeiten so gut wie nichts mit. Dort weihnachtet es sehr. Selbst der Baulärm dringt nur ganz minimal in den Hbf.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild132.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild119-1.jpg

http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild117-1.jpg

Eigene Bilder

LEgende
27.11.08, 18:12
Die letzten drei Bilder aus dem HBF sind wunderschön! Der Leipziger HBF ist wirklich einer der schönsten die es gibt. Hier harmonieren die historische Architektur und die modernen Gestaltungselemente wirklich ausgezeichnet. Ich finde die Kombination von historischer Hülle und modernem Inneren sowieso recht optimal, da sie die Funktionalität der heutigen Welt mit der bestmöglichen Ästhetik verbindet und so zu einem Erlebnis für die Augen und Sinne führt.

dj tinitus
27.11.08, 23:15
besonders gelungen am umbau war, dass durch ihn der charakter des bahnhofes - seine weitläufigkeit und luftigkeit - nicht geschmälert, sondern noch verstärkt wurde. schön, dass dieses konzept wie geplant nun auch bei der unterirdischen station umgesetzt wird.

was man nebenbei auch mal würdigen sollte: ohne den originalgetreuen wiederaufbau der kriegszerstörten querbahnsteighalle in den 50ern (!) sähe die situation heute vermutlich ganz anders aus.

different
28.11.08, 15:50
Da muss ich dj tinitus und Cowboy widersprechen. Auch ich hätte es äußerst reizvoll gefunden, vom Bahnsteig des Citytunnels im Hauptbahnhof den freien (25m?) Blick nach oben zu haben. Dies wird aber nicht so gebaut. Auf die Station kommt nach Fertigstellung wieder der Deckel drauf und es wird eine klassische U-Bahnstation werden. Diese Information habe ich von Frank Eritt (www.citytunnelleipzig.info).

dj tinitus
28.11.08, 17:10
hallo different, willkommen im forum und danke für den link zu dieser sehr informativen seite! habe mich mal durchgeklickt und beide lagepläne gefunden. der mittlere zugang von der einkaufspassage zum tunnel wird nicht gebaut, aber von ihm aus hätte man eh nicht bis zum bahnhofsadach blicken können. das funktioniert nur beim großen atrium unter der bahnhofshalle - und das wird auch nach den neuen plänen gebaut.

Cowboy
28.11.08, 19:11
Hallo Different, meine Aussage, dass man von der Station Hbf aus bis zum Hallendach blicken kann (das müssten sogar gut 30 Meter sein), beruht auf dieser Visualisierung (http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/34758911_1113976362.jpg), die lt. der offiziellen Homepage des CityTunnels immer noch aktuell zu sein scheint.

http://www.citytunnelleipzig.de/Stationen_11.html

different
04.12.08, 16:16
Aha, sehr interessant. Wenn es so realisiert wird, wie es auf der Visalisierung zu erahnen ist, darf man sehr gespannt sein. Dass das Atrium nur auf einen kleinen Bereich beschränkt ist und nicht die ganze Bahnsteiglänge einnimmt, ist wohl zu verschmerzen.

stoney85
05.12.08, 11:48
Gruß,

unter LVZ Online (http://www.lvz-online.de/slideshow/content/081204_bayerischerbahnhof.html)
sowie in der LVZ von heute (5.12) gibt es sehr schöne Photos vom der fast fertigen (Rohbau, nicht Innenausbau) Station am Bayrischen Bahnof.
Sieht schon toll aus, man muß sich nur noch Menschen und Züge vorstellen, dann ist es fertig ;)
Auch die Eingangsgestaltung mit den Streben kann man sich gut vorstellen.

Cowboy
06.12.08, 16:18
was man nebenbei auch mal würdigen sollte: ohne den originalgetreuen wiederaufbau der kriegszerstörten querbahnsteighalle in den 50ern (!) sähe die situation heute vermutlich ganz anders aus.

Das stimmt wohl. Der originalgetreue Wiederaufbau des Querbahnsteigs fand lt. Wikipedia in den Jahren 1961 bis 1963 statt. Man beachte die Zeit, in der die historisch nahezu vollständige Wiederherstellung des Querbahnsteigs mit seinen traditionellen Rundbögen stattfand. Es hätte auch ein zeittypischer Wiederaufbau werden können *würg*.

Wie sehr der Querbahnsteig zerstört war, vermittelt nachfolgendes Bild von 1953. Dass er so stark zerstört war, wusste ich noch nicht. Das Hallendach war ebenfalls fast vollständig zerstört. Die Instandsetzung erfolgte hier ab 1955.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bundesarchiv_Bild_183-21042-00112C_.jpg
Bundesarchiv Bild 183-21042-0011
Urheber: Krüger, 1953
Quelle: Wikipedia


Zum Vergleich noch einmal mein Bild vom Querbahnsteig, so wie er sich heute präsentiert. Hier hatte man in der DDR saubere Arbeit geleistet.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild132.jpg
Eigenes Foto

Edit: Und hier (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/40/Leipzig_Hauptbahnhof_Passage.jpg) noch eine Aufnahme von der anderen Seite mit den Rundbögen, die die Perspektive des ersten Bildes oben ungefähr wiedergibt.

LEgende
06.12.08, 16:42
^ Vielen Dank für die Informationen.

Da fragt man sich warum nicht häufiger rekonstruiert wird? Das Ergebnis spricht doch Bände!

dj tinitus
07.12.08, 01:51
dass der bahnhof nach den alten plänen wiederaufgebaut wurde, könnte unter anderem dem schwierigen baugrund zu verdanken gewesen sein. der ganze komplex steht ja auf pfählen. welche statischen probleme veränderungen mit sich bringen, erlebt man ja derzeit beim bau der untergrundstation.

kuriosität am rande: in der ddr wurde der bahnhof nicht nur wiederaufgebaut, man hat sich auch die mühe gemacht, die völlig unversehrten kronen über den sächsischen und preussischen wappen von den fassaden der beiden eingangshallen zu schlagen - die firma hiess trotzdem weiterhin "deutsche reichsbahn". erst unter der deutschen bahn wurden die kronen rekonstruiert.

Mattes
09.12.08, 16:46
Hi,

kurze Frage: inwiefern wird denn die S-Bahn in Leipzig für den innerstädtischen Verkehr genutzt? Das läuft doch meist alles über die Straßenbahn ab, oder?

Gruß aus Nürnberg

Mattes

LEgende
09.12.08, 16:55
Noch kann man sagen, so gut wie gar nicht! Leipzig hatte bislang ein herzförmiges S-Bahnnetz. Da kannst du dir vorstellen, wie effektiv das war. Und das ist ja auch der Grund für den City-Tunnel.
Und meiner Meinung nach reicht selbst dieser Nord-Süd-Tunnel noch nicht wirklich, um die S-Bahn für alle Leipziger interessant zu machen. Es fehlt quasi noch ein West-Tunnel. Dieser wäre im Zuge einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung gebaut worden. Ist so jedoch Wunschdenken für die Zukunft. Ob es wieder fast 100 Jahre bis zur Realisierung dauert?

dj tinitus
09.12.08, 17:11
@ mattes: das (künftige) s-bahn-netz wird mehr dem stadt-umland-verkehr dienen, strassenbahn und busse übernehmen die feinverteilung innerhalb der stadt.

LEgende
10.12.08, 09:10
Noch eine kleine Anmerkung zum ÖPNV und der S-Bahn in Leipzig:

Leipzig ist zwar recht dünn besiedelt (1715 Einwohner je km²) besitzt dafür jedoch eine relativ große Ausdehnung (297,60 km²). Bedeutet letztlich nichts anderes, als dass der öffentliche Nahverkehr relativ große Entfernungen (und Kosten) bewältigen muss, um seine Kunden zu erreichen. Darunter leidet letztlich die Frequenz von Tram, S-Bahn und Co. . Irgendwo müssen ja Kosten für das "lange Netz" wieder gespart werden (Leipzig hat nach Berlin das zweitgrößte Straßenbahnnetz Deutschlands). Zumindest außerhalb des Innenstadt-Ringes bedeutet dies für die Kunden ein relativ teures, langsames und somit unattraktives ÖPNV-System im Vergleich zu anderen Städten sowie vor allem zum PKW. Hinzukommt eben in Leipzig, dass die Straßenbahn auf längeren Distanzen viel zu langsam ist. Hier wurde eben schon vor Jahrzehnten verpasst, ein attraktives Schnell-Bahn-System aufzubauen. Für dessen Betrieb eben jedoch Tunnel hätten gebaut werden müssen.
Es krankt daran, dass man sich nicht traut, große Summen zu investieren. Man merkts ja an den Diskussionen um den City-Tunnel. Erkennt man zudem auch wiederum gut daran, dass man jetzt auf den Stadtbahn-Ausbau setzt. Was m.M.n. jedoch auch nicht die Vorteile im Vergleich zu einer S-Bahn bringt. Alles nur Stückwerk. Was nicht heißt, dass das Leipziger Netz an sich schlecht wäre. Aber es kann eben nicht die Sog-Wirkung entfalten, wie es der ÖPNV in anderen Städten zu schaffen vermag. Leider! Ich hoffe, dass der City-Tunnel zu steigenden ÖPNV-Fahrgästen führt und somit auch ein Umdenken bei den Verkehrsplanern bewirkt.

Mattes
10.12.08, 10:15
Ok, so wie ich es mir gedacht hab! In Nürnberg übernimmt die S-Bahn (auch nach dem baldigen Komplettausbau) ebenfalls die Aufgabe das Umland an die Stadt anzubinden. Der innerstädtische Verkehr entfällt ansonnsten auf U-Bahn, Straßenbahn, Bus...

Denn oftmals wird kritisiert dass die S-Bahn eben am Innerstädtischen Verkehr vorbei fährt... Für den Innerstädtischen Verkehr ist sie allerdings nur bei Städten 1Mio EW aufwärts mit zuständig (oder bei entsprechender Ausdehnung der Stadt)

Nürnberg hat mit seiner U-Bahn ein wirklich spitzen System! Das für Leipzig sogar noch eher passen würde! N hat eine Fläche von (nur) 186km² bei 500.003 EW

Könnte man denn nicht eine "Express-Tram" fahren lassen um große Distanzen besser zu überwinden?

LEgende
10.12.08, 10:27
Mit "Express-Tram" meinst du eine Tram, die nur z.B. jede vierte oder fünfte Haltestelle anhält? Naja, da hast du trotzdem das Problem der ebenerdigen Kreuzungen mit dem normalen PKW-Verkehr. Da muss die Tram ohnehin warten! Zudem würde dies ja auch wieder bedeuten, dass die Leute lange warten bzw. zur nächsten Express-HS laufen müssten. Ob das so sonderlich attraktiv ist?

Wie du schon sagtest, in Leipzig wurde die U-Bahn m.M.n. verpasst. Waren es vor 1945 die zwei Weltkriege, so war es danach die wirtschaftlich schwere Phase zu DDR-Zeiten. Eine Stadt wie Leipzig hätte ohne die Teilung heute mit großer Wahrscheinlichkeit eine U-Bahn. Aufgrund der Bodenverhältnisse wahrscheinlich tendenziell eine direkt unter der Straßenoberfläche verlaufende Unterpflasterbahn: http://de.wikipedia.org/wiki/Unterpflasterbahn
Aufgrund der extremen Tiefe, in der der City-Tunnel gebaut wurde, würde dies wahrscheinlich sogar irgendwann einmal Kreuzungspunkte von unterirdischer City-Tunnel-S-Bahn und U-Bahn (Unterpflasterbahn) ermöglichen.

Hier eine Broschüre zur ganzen Problematik des Leipziger ÖPNV: http://www.citytunnelleipzig.de/downloads/503844024_1189770176.pdf

DaseBLN
10.12.08, 11:23
^Bei allem Optimierbedarf: Unterpflasterbahnen a la Hannover oder Stuttgart sind eine Idee der 60er und zum großen Teil mit Nachteilen für die Nutzer und die Städte verbunden. Tunnel sind unglaublich teuer, die Stationsabstände größer etc. Sofern heute noch so etwas umgesetzt wird, dann weil eine Rückkehr zum Ursprungszustand noch teurer wäre. Es hat shcon seinen Grund, warum die Straßenbahnrenaissance in Frankreich fast ausschliesslich oberirdisch stattfindet. Insofern kann Leipzig, auch aus städtebaulicher Sicht (Stichworte: Zersiedlung, Hochbahnsteige), sehr froh sein, dass hier so etwas nie umgesetzt wurde.

Der City Tunnel ist wie gesagt weniger zur Feinverteilung in der Stadt denn zur Anbindung des Umlandes gedacht, auch wenn mit dem neuen S-Bahn-Netz, dass durch den Tunnel möglich wird, erstmals für innerstädtische Relationen sinnvoll nutzbar zu sein, einerseits weil Umwege entfallen, andererseits weil die neue Stammstrecke erstmals konkurrenzfähige Frequenzen ermöglicht. Das gegenwärtige S-Bahn-Netz hat aufgrund der (inzwischen verstümmelten) Herzform ulkigerweise neben der Anbindung des Umlandes auch Tangentialfunktionen innerhalb Leipzigs übernommen, die seit Einstellung der Straßenbahnlinie 22 sonst ausschliesslich von Bussen bedient werden.

Was einen Ost-West-Tunnel betrifft: welchen Sinn sollte der machen? Leipzig hat sowohl im Straßenbahn, als auch im S-Bahn Bereich gute Radialen in Ost-West-Richtung. Wo soll da zusätzlicher Bedarf herkommen?

LEgende
10.12.08, 12:01
Naja, dass muss man schon differenzierter sehen! Denk mal an die Probleme, die die Tram in der Vergangenheit gebracht hat und
heute noch macht. Ich denke da nur an Lärm, Häuserabrisse durch Platzmangel (siehe hier: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=202169&postcount=55), Behinderung des Autoverkehrs, etc.

Zudem halte ich das mit den Stationen für eine These. Kommt eben drauf an, wieviele (relativ teure) unterirdische
Haltepunkte man bauen will; das dürfte der Knackpunkt sein. Und man darf eines nicht vergessen:
Es wäre ein erheblicher Geschwindigkeitsvorteil! Eine Geschwindigkeit, die auf bestimmten Abschnitten ähnlich der S-Bahn wäre,
da keinerlei bzw. je nach Umfang nur noch wenige Kreuzungen zu queren wären. Als den entscheidenen Nachteil (zumindest wenn man nur
kurzfristige betriebwirtschaftliche Aspekte der LVB betrachtet) sehe ich natürlich auch die Kosten. Wenn man jedoch
einmal den volkswirtschaftlichen Nutzen sieht, dann sieht die ganze Sache schon anders aus.

Man braucht ja nix schlecht oder schön reden, letztlich hat jedes System seine Vor- und Nachteile. Ich bin jedoch der
Meinung das man offener und umfangreicher die theoretischen Möglichkeiten in Leipzig diskutieren sollte.

Man muss und sollte ja auch nicht generell alles nun unter die Erde verlagern, das machen andere erfolgreiche U-Bahn-Städte ja auch nicht. Aber bestimmte Trassen wären durchaus sinnvoll! Gerade dort, wo die Straßenbahn keinen oder wenig Platz hat. Ich denke da z.B. an die Nürnberger Straße, wo eine Tram an sich schon wünschenswert wäre, aber aufgrund der Straßenbreite bei Realisierung einer entsprechenden Tram-Trasse kein Platz mehr für den dichten PKW-verkehr ist. Oder eben die letztens schon diskutierte Trasse durch die Kurt-Eisner-Straße und Semmelweisstraße. Allgemein gesagt Trassen, die für die "Feinverteilung" in nördlicher Ost-West-Richtung, südlicher Ost-West-Richtung, sowie Nord-Süd-Richtung ausgelegt und stark frequentiert sind, und die eine entscheidene Rolle beim SCHNELLEN und daher
kreuzungsfreien Transport von Personen in besagten Richtungen übernehmen müssen. Und die Geschwindigkeit sehe ich eben aktuell immer noch als größten Nachteil des ÖPNV in LE den es zu beseitigen gilt. Die aktuellen und zukünftig bekannten LVB-Maßnahmen bringen da keine weltbewegenden Verbesserungen. Schon gar nicht auf langen Distanzen, die wie ich Ansprach eben in Leipzig sehr ausgeprägt sind. Am besten erkennt man sowas immer noch, wenn man einfach mal den Test macht und selber den ÖPNV nutzt. Lass dein Auto mal stehen und Versuch mal von Prostheida schnell nach Markranstädt oder Grünau, von mir aus auch nur nach Plagwitz bzw. Lindenau zu kommen. Klar kommt man da irgendwie auch hin, aber wie schnell! Die Geschwindigkeit ist keine Konkurrenz zum PKW-Verkehr. Aber genau die muss zumindest annähernd der Maßstab sein, um DIE Alternative darzustellen! Was die LVB zudem ja sehr gern macht, ist die monatlichen Kosten von PKW und LVB-Monatsabo gegenüber zu stellen (siehe Homepage). Schön, mag ja stimmen, denken sich die meisten PKW-Fahrer, aber was nützt mir das wenn ich langsamer damit bin?

Und machen wir uns nichts vor: Sollten die Energie- und Treibstoffpreise, sowie der Zuzug zurück in die Städte mittel- bis langfristig weiter zunehmen, dann wird man um diese Möglichkeit nicht drumherum kommen. Das Gegenteil ist der Fall, man müsste heute schon darüber nachdenken, wie man dass dann handeln und realisieren kann.

dj tinitus
10.12.08, 21:39
ein projekt ost-west-citytunnel würde keine kosten-nutzen-analyse überleben.
das gleiche gilt für unterirdische strassenbahnstrecken. da kämen ja nicht nur die baukosten auf die lwb zu, sondern auch die unterhaltskosten für die stationen.
wie dase richtig schrieb, gab es in den 60ern überlegungen, die strassenbahnen in der innenstadt unterirdisch fahren zu lassen. letztlich hat man sich für die oberirdische variante rund um den ring entschieden und sie hat sich bewährt.
was hingegen wirklich bedauerlich ist: am wilhelm-leuschner-platz wurde der geplante übergang zwischen city-tunnel-station und strassenbahnhaltestelle gestrichen. aus kostengründen. angesichts dessen lohnt es nicht, sich über andere tunnel gedanken zu machen...

DaseBLN
11.12.08, 12:26
^ Dito. Fakt ist, folgendes:

1. Tunnel rechnen sich (wenn überhaupt) nur ab bestimmten Frequenzen - in Leipzig wären dies allerhöchstens die Stadtbahnlinien, die ja entsprechend beschleunigt werden - 7, 11, 15, 16.

2. Damit sich die Tunnel rechnen, würde Parallelverkehr abgebaut werden - das Aus für so ziemlich alle sekundäre Tramlinien in Leipzig

3. Die Fahrzeitersparnis wird durch längere Stationsabstände oft mehr als wieder aufgefressen. Aus den Erfahrungen in Köln, Düsseldorf und Hannover kann man schlussfolgern, dass aus zwei Stationen eine wird.

4. Wenn ich (mal von der Nacht abgesehen) aus Richtung Grimma mit dem Auto ab Meusdorf in die Innenstadt fahre, bin ich inklusive Parkplatzsuche keinesfalls schneller als mit der 15.

5. Umfragen zeigen, dass trotz äusserst kostenaufwändiger Maßnahmen das Sicherheitsgefühl in Tunnelstationen gerade Nachts weitaus geringer ist als auf der Straßenebene, außerdem wird die Straßenbahn als Verkehrsmittel an der Oberfläche viel eher wahrgenommen.

6. Die Kosten: wir reden hier nicht vom doppelten oder dreifachen. Für das Geld, das eine Tieferlegung beispielsweise der Stadtbahnlinie 15 kosten würde, kann man das gesamte Leipiger Tramstreckennetz sanieren und noch ein paar neue Fahrzeuge kaufen. Doch damit nicht genug: die Betriebskosten von Tunnelstrecken sind unglaublich hoch. Wo das Geld wieder eingespart wird - siehe 2.

7. Es gibt in Leipzig nur sehr selten Platzprobleme. Mir bekannt sind die Kuhturmstrasse, der Ranstädter Steinweg und nun die hintere Prager Strasse. Ansonsten sind Stadtbahnwürdoge Strecken in Leipzig meist auf Magistralen zu finden, in denen es eben keine Platzprobleme gibt.

8. Lieber einen kurzen Autotunnel (Beispiel innere Jahnallee) als lange Stadtbahntunnel - die Tram funktioniert besonders gut in Fussgänger- und verkehrsberuhigten Zonen.

9. Stadtbahntrassen haben auch ein nicht zu unterschätzendes Städtebauliches Potential. Das Beispiel frankreich habe ich ja bereits genannt. Mehr dazu hier: Städtebauliche Potenziale beim Stadtbahnausbau (http://www.l-nv.de/archiv/magazin_stadtbahntrassen.html)

LEgende
12.12.08, 23:15
^ Zu ein paar Punkten möchte ich hiermit noch ein paar Diskussions- und Denkanstöße geben:

Zu 1.: Es bleibt die Frage, was man unter "sich rechnen" versteht! Rein monetäre Größen, oder auch andere Faktoren? Ich bin der Meinung, dass man eben nicht nur die rein monetäre Sicht betrachten sollte!
Eventuell bzw. wahrscheinlich sind ja auch die Rahmenbedingungen der Fördermittelgeber "falsch". Warum eine Stadtbahn nur bei Realisierung eigener Gleistrassen gefördert wird, ohne auf städtebauliche, jahrhundertealte Gegebenheiten/Baulichkeiten Rücksicht zu nehmen? Mag wohl auch daran liegen, das der Gesetzgeber in solchen Fällen gar nicht daran gedacht hat, dass Städte überhaupt einen Gedanken daran verschwenden, historische Häuser für eine lächerliche Straßenbahn abzureißen! Es wären eben andere Lösungen in diesen Fällen sinnvoller! Für die es wiederum sicher auch Fördermöglichkeiten gäbe! Nur blöd, dass sowas von Seiten der Stadt nie öffentlich kommuniziert wird.

Zu 6.: Mir gehts um streckenweise Teilabschnitte, die tiefergelegt sind. Von kompletten unterirdischen Trassen habe ich zumindest nie gesprochen.
Letztlich wäre eine Mischung aus Straßenbahn- und U-Straßenbahn-Teiltrassen das Optimum.

Zu 7.: Also an Platzproblemen mangelt es in Leipzig sehr wohl nicht! Ich denke da nur an den Bereich Peterssteinweg/nördliche Karl-Liebknecht-Straße. Dieses Nadelöhr führt alltäglich zu abrupten Bremsmanövern auf Seiten aller Verkehrsteilnehmer. Die Straße ist einfach nicht für vierspurigen Auto-Verkehr und eine Tram geeignet. Hinzu kommen die parkenden Autos. Wobei ich das Parken gerade richtig und wichtig finde. Das ist für die anliegenden Geschäfte teilweise überlebensnotwendig!

Weiteres Bsp. ist das Chaos im Bereich Ranstädter Steinweg, Einmündung Jahnallee. Wenn man bedenkt, was hier für Gelder verbaut worden, fragt man sich, was das ganze effektiv gebracht hat oder ob es nicht eher ein Schnellschuss war!
Die Beschleunigung, welche die Unterführung im mittleren Bereich der Jahnallee bringt bzw. bringen sollte, frisst der Stau von PKW und Tram im südlichen Bereich gnadenlos wieder auf. Kein Wunder, ist die Straße doch auch hier viel zu schmal für solche Verkehrsströme.
Wers nicht glaubt, einfach mal selber mit der Tram dort lang fahren!
Also damit hat man sich beileibe keinen Gefallen getan! Und wenn man dann mal berücksichtigt, dass das DIE Stadtbahntrasse, das Aushängeschild, der LVB sein soll, frag ich mich, warum eigentlich? Wie gesagt: Immer im Vergleich zur vorherigen Situation und den investierten Geldern betrachtet.
Ist das mehrmalige Verschwenden von Investitionsgeldern letztlich nicht uneffektiver, als einmal richtig Geld in die Hand zu nehmen und zukunftsweisende Lösungen zu realiseren? Ich stelle die Frage nur mal so in den Raum! Denn bis auf die wirklich hilfreiche kreuzungsfreie Querung der Marschnerstraße sehe ich keinen Sinn der ganzen Investitionen. Wie teuer war eigentlich der ganze Ausbau insgesamt?

Die bessere Lösung wäre wohl die fast komplette Tieferlegung der Tram-Trasse im mittleren und südlichen Bereich der Jahnallee, sowie des Ranstädter Steinwegs gewesen (siehe Grafik: Hellrot = Tunnelabschnitte).
Und so wirds wohl eines Tages eventuell auch noch kommen, wenn mal wieder Geld da sein sollte. Nur schade, dass man die Olympia-Gelder damals nicht gleich für eine zukunftssichere, wenn auch sicherlich teurere Lösung verwendet hat. Wobei die teurere Lösung aufgrund der Olympia-Euphorie sicher auch jede Machbarkeitsstudie bestanden hätte. Es hängt eben immer davon ab, wer die Machbarkeitsstudie erstellt. ;)
Dann hätte man auch die kleine Funkenburg stehen lassen können und Leipzig wäre ein Teil seines historischen Stadtbildes erhalten geblieben.

http://i249.photobucket.com/albums/gg231/TheBassTian/Jahnallee_untertunnelt.jpg

Zu 8.: In Leipzig fährt die Tram selten bis gar nicht durch Fussgänger- oder verkehrsberuhigte Zonen. Mir fällt da nur der Lindenauer Markt und die Angerbrücke ein. Der Rest verläuft komplett durch stark befahrene und bewohnte Hauptverkehrsstraßen. Ist ja auch gut so! Da wo eben der Einzugsbereich am größten ist! Bei entsprechend großer Straßenbreite stellen Stadtbahntrassen mit eigenem Gleiskörper ja kein Problem dar und sind zu begrüßen. Aber so ist es eben nicht überall.

Zu 9.: Stadtbahntrassen schließen ja keine Tunnelabschnitte aus, oder?
Zudem sehe ich es ähnlich, dass Tram-Tassen durchaus städtebauliche und ästhetische Gestaltungs-Vorteile bringen; wie das Bsp. "Zwickau Bahnhofstraße" unter deinem angegegenem Link zeigt.

Nochmal: Mir gehts nich darum irgendwas zu verteufeln oder schlecht zu reden, sondern darum, dass einfach mal Konsequenzen aus der täglichen Realität gezogen werden. Reines Schwarz-Weiß-Denken bringt keine optimalen Lösungen. Auf die Mischung kommts an.

dj tinitus
12.12.08, 23:55
legende, du machst dir viele gedanken.
aber diese und noch viel mehr haben sich auch die planer gemacht. glaub es ruhig.

deine ideen sind nicht nur nicht finanzierbar, sondern würden teilweise sogar nachteile mit sich bringen (umsteigebeziehungen am waldplatz). mal nebenbei: in engen strassenabschnitten bringen tunnel keine platzersparnis, wenn haltestellenzugänge errichtet werden müssen.

da diese diskussion keine reale grundlage hat, kann sie eigentlich beendet werden.

LEgende
13.12.08, 15:42
Kommen wir von der Tram-Tunnel-Diskussion wieder zum derzeit im Bau befindlichen Tunnel, dem City-Tunnel, zurück.

Es gibt nämlich neue Infos zum Bau und Gestaltung der Station "Bayrischer Platz":

Durch einen Zufall habe ich im Internet eine Querschnitt-Skizze des umgebauten Bayerischen Bahnhofes entdeckt.
Diese Grafik löst das Rätsel auf, warum wir auf den Fotos der LVZ keine Rolltreppenkonstruktion gesehen haben. Es liegt ganz einfach daran, dass die Bilder den Südausgang zeigen! Dort ist eben keine Rolltreppe vorgesehen! Die bisherigen Modellfotos zeigen also den Nordausgang, auf dem man die normale Treppe und die Rolltreppe sieht.
Siehe hier: http://www.lokomotive.de/sachsen/ddlz/bilder/bayneu.jpg

Interessant ist zudem, dass anscheinend auch das ehemalige Bahnhofsdach wiederhergestellt werden soll und der Südausgang somit direkt im heute nicht mehr vorhandenen Mitteltrakt, dem eigentlich Hauptbereich des Bayrischen Bahnhofs, dann an die Oberfläche kommt. Wär das schön, das hatte ich mir genau so vorgestellt. Hoffen wir, dass die Grafik so auch noch stimmt und dass das Ganze 2012 dann auch so sein wird und so ausschaut!

Cowboy
08.01.09, 21:33
Es wird Zeit, euch über die Baufortschritte der Stationen zu informieren. Der Rohbau aller Stationen nähert sich dem Ende. So (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=161165&postcount=76) sollen sie spätestens zum Fahrplanwechsel 2011/12 aussehen. Und so sehen sie derzeit aus (Aufnahmen von Dez. '08):



Station Hauptbahnhof

Im Dock A, wo im November noch das Grundwasser stand (http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/Bild126.jpg), wird gegenwärtig Kies als Ausgleichs- und Drainaigeschicht eingebaut. Später folgt eine Schicht Beton und anschließend die Sohle.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/hbfdocA.jpg


In der Station am Hauptbahnhof werden zwischen Dock C1.3 und Dock A die Wände miteinander verbunden.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/hbfhalle.jpg


Die Tunnelbohrmaschine Leonie wird nun unterm Hauptbahnhof nach getaner Arbeit in ihre Einzelteile zerlegt und abtransportiert.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/hbfleonie.jpg




Station Markt

Arbeiter räumen Hindernisse um den Einfahrtstopf beiseite, damit dieser abgerissen werden kann.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/markt.jpg




Station Wilhelm-Leuschner-Platz

Die Sohle wird bei Schnellfall vollendet
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/leuschnerplatz.jpg



Station Bayerischer Bahnhof

Blick auf die Station mit transloziertem Portikus. Nach Abschluss der Arbeiten wird er wieder 30 Meter zurückversetzt und thront dann direkt über dem Tunnel.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/bayerischerbportikus.jpg


Blick in die Station. Ob die Querstreben den geplanten bunten 90er-Jahre-Schick bekommen, bleibt abzuwarten.
http://i196.photobucket.com/albums/aa170/Slache/bayerischerbahnhof.jpg

© Freistaat Sachsen
Honorarfreie Veröffentlichung unter Angabe der Quelle

DaseBLN
23.01.09, 21:21
@ LEgende/Beitrag 170: Leider hatte ich rund um Weihnachten nicht die Muße, detailliert auf deine Pläne zu antworten. Der folgende Link passt aber ganz gut: Stadtbahnen vor dem Kollaps (http://www.derwesten.de/nachrichten/waz/rhein-ruhr/2009/1/14/news-104818714/detail.html) -> zeigt glaube ich ganz gut die horrenden Folgekosten auf.

LEgende
23.01.09, 21:37
Deswegen schrieb ich ja auch das man "eben nicht nur die rein monetäre Sicht" betrachten sollte. Von einer kompletten Untertunnelung von ganz Leipzig habe ich nie gesprochen.
Ich habe von bestimmten, verkehrlich heiklen Stellen, wie z.B. Ranstädter Steinweg/Beginn Jahnallee, Kurt-Eisner-Straße, sowie eventuelle Teile vom Ring gesprochen.

Dieses einseitige Schlechtmachen von Tunneln ist genauso falsch und nicht objektiv, wie das Bestreiten der Vorteile von ebenerdigen Trassen.

Situative, standortadäquate Lösungen, die die besonderen Umstände vor Ort berücksichtigen, und nicht gesamthaft eine bestimmte Verkehrsidee (in Leipzig: ebenerdige Straßenbahn in der ganzen Stadt) auf alle Bereiche der Stadt anzuwenden versuchen, sind gefragt. Was ist uns Erhalt und Schaffung von Qualität (Architektur, Aufenthaltsqualität, Verkehrsfluss, Zeiteinsparung, Bewegungsfreiheit und Erreichbarkeit) wert? Also auch in Geld. Daher bleibe ich dabei, dass bestimmte Teilstrecken unter Beachtung aller Gegebenheiten und der Schaffung weiterer Optimierungen durchaus sinnvoll sind und sich gesamthaft betrachtet auch lohnen. Dass die ganze monetäre Seite natürlich oft bei den Städten hängen bleibt, und die Profiteure und Vorteile nicht direkt greifbar sind, ist genau DAS Problem. Aber das ist in einer so eng verzahnten Volkswirtschaft wie der Deutschen, auch nicht ungewöhnlich. Inwiefern ist jene Investition für diese und andere Erfolge verantwortlich? ...usw. usf. Alle genauen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu analysieren ist schier unmöglich. Und das ganze wird auch immer schwerer aufgrund der steigenden Vernetzung und Abhängigkeiten. Daher gibts ja eigentlich auch andere Elemente, die hier finanziell ausgleichend und unterstützend eingreifen sollen. In dem Zusammenhang finde ich daher das verstärkte Zurückziehen des Bundes auch nicht so ganz gut.

Das habe ich damit ausdrücken wollen. Aber gut, dass ich diese eventuelle Unklarheit hiermit nochmal klarstellen konnte.

Mod: Bitte beim Thema bleiben, dies ist ein Projektstrang! Deine Vorschläge zum Tunnelbau sind im Kaffeeklatsch besser aufgehoben.

DAvE LE
24.01.09, 08:06
Wie ich gestern von der DEGES in erster Linie hörte, ist es geplant, die 4 CT-Stationen bis Ende 2010 im Rohbau fertig zustellen. Der Hp. Hauptbahnhof braucht etwas länger, aber das kann man ja jetzt auch schon sehen. Danach soll mit dem Gleisbau begonnen werden.

Wird wohl doch nichts mit meinen ehrgeizigen Träumen, das er tatsächlich bis zum 12. Dezember 2009 fertig wird. Wie einst geplant. Gut, konnte ich mir schon am Anfang des Jahres denken. Wenn man sich so die letzten Bilder von einer gewissen Projektseite anschaut :(

Cowboy
28.01.09, 13:45
Unter dem Titel „Eine Milliarde Euro: Sachsens Milchmädchen und Leipzigs Citytunnel“ thematisiert Ralf Julke in der Leipziger Internetzeitung die Milchmädchenrechnung der Leipziger Linken zum Citytunnel und den Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der diese Rechnung ohne Prüfung auf dem CDU-Parteitag scharf kritisierte.

Was war passiert? Die Abgeordneten der Linken befragten den sächsischen Wirtschaftsminister Thomas Jurk nach den bereits verausgabten Kosten des Citytunnels bis Ende 2008. Dieser antwortete, dass sich die Kosten bis zum 15.11.08 auf 481,45 Millionen Euro beliefen. Gut, dachten sich die „Wirtschaftsexperten“ der Linkspartei, hier in Gestalt der Leipziger Abgeordneten Volker Külow und Dietmar Pellmann, da der Citytunnel weitere 4 Jahre im Bau ist, verdoppeln sich damit auch die laufenden Kosten, also ungefähr auf 1 Millarde Euro - was konkret heißt: doppelt so viel wie ursprünglich geplant.

Pellmann und Külow berücksichtigten jedoch nicht, dass die kompliziertesten und teuersten Arbeiten mit der Fertigstellung der Tunnelröhren bereits beendet sind. Jetzt folgt noch der Stationsausbau und die nötigen Installationen und Anschlussstrukturen, die weit weniger Kosten verursachen als der Tunnelbau. Seriöse Berechnungen sehen die Kosten für den Citytunnel derzeit bei etwa 725 Millionen Euro.

MP Tillich (CDU) ist den Experten von der Linkspartei auf dem Leim gegangen, als er ihre Milchmädchenrechnung im CDU-Wahlkampfauftakt zum Anlass nahm, gegen die für den Citytunnel zuständigen Personen, Bundesverkehrsminister Tiefensee und Wirtschaftsminister Jurk (beide SPD), zu wettern. Auch in einem Superwahljahr sollte so etwas nicht passieren...

http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Mobilit%C3%A4t/2009/01/Eine-Milliarde-Euro-Sachsens-M-200901272035.html

Stahlbauer
28.01.09, 22:00
Frank Eritt kündigt auf seiner web site jede Menge neuer FOTOS (http://www.citytunnelleipzig.info/index.php) vom Bau des Citytunnels an. Es lohnt sich.:daumen:

LE Mon. hist.
03.02.09, 11:28
Nach den neuesten Ideen von Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Thomas Jurk (47, SPD) könnte der City-Tunnel nun doch noch ICE-Verkehr aufnehmen. „Die Wiedereinbindung von Chemnitz in den zeitgemäßen Eisenbahnfernverkehr gehört zu meinen wichtigsten eisenbahnpolitischen Zielen.“ Mit einer ICE-Verbindung "könnte der Großraum Chemnitz über den City-Tunnel Leipzig endlich schnell und direkt an den Flughafen Leipzig-Halle angebunden werden.“

Millionenplan soll ICE nach Chemnitz lotsen
Von Mandy Schneider
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2064499

Siehe auch: http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=209141&postcount=200

DaseBLN
03.02.09, 12:15
^ Aus verkehrstechnischer Sicht ist eine Fernverkehrslinie das schlimmste, was dem Tunnel passieren kann. Die ganze Idee wurde bisher ausschliesslich von Politikern kolporiert, ob als Alternative für die Strecke München-Berlin oder nun Chemnitz-Berlin. Ich hoffe, da kehrt noch Vernunft ein.

ungestalt
03.02.09, 12:56
;) ich schiebe es mal auf mein alter:
warum wäre es das schlimmste, was passieren kann? so oft fährt doch dann kein ICE durch den tunnel, dass es die taktzeiten ausbremsem würde, oder?

DaseBLN
03.02.09, 14:21
^ Momentan ist ein 5 Minuten-Takt geplant. In sämtlichen bisher in Deutschland in Betrieb genommenen Tunneln war die Initialfrequenz nicht das Ende der Fahnenstange. Zwei Probleme gäbe es mit einem zwischengeschobenen ICE - um überhaupt die Strecke in der Zeit zu fahren, in der der vorhergehende Zug den Hauptbahnhof erreicht (der ICE hält schliesslich nicht so oft wie die S-Bahn), müsste man _direkt_ vor der nächsten S-Bahn in den Tunnel einfahren. Überholstellen vor den Tunneleinfahrten sind aber m.W. nicht geplant. Das heisst, entweder der ICE müsste warten, oder die S-Bahn (wahrscheinlicher). Wenn allerdings einmal die Stunde der S-Bahn-Takt durcheinander kommt, wird das nicht unbedingt für eine bessere Akzeptanz bei den Nutzern führen. Zweites Problem ist der Fahrgastwechsel im Hbf - man hätte äußerst optimistisch gerechnet 3 Minuten - das ist nie und nimmer zu schaffen. Man müsste also für den ICE eine Taktlücke in den Fahrplan einbauen. Was aber, wenn der ICE Verspätung hat? Hier ein hypothetischer Fahplan (www.bundesverkehrtprojekt.de/pdf/bvp_8_klick_2.pdf), der allerdings einen 10 Minuten S-Bahn Takt im Tunnel voraussetzt. Quintessenz: der Tunnel könnte für seinen eigentlichen Zweck, die Anbindung des Umlands, nicht adäquat genutzt werden.

LE Mon. hist.
03.02.09, 15:35
Ich habe mich noch nicht intensiv mit der Tunnelproblematik befaßt, es mag also sein, dass die folgenden Fragen bereits beantwortet wurden. Dann bitte ich um Entschuldigung und um den Hinweis, wo ich es finde.

Warum muß denn ein IC oder ICE, der da nicht drin hält, durch den Tunnel? Nur aus Prestigegründen, um den Tunnel allen zu zeigen und ihn "auszulasten"? Oder weil man den ICE dann nicht drehen muß wie bisher?

Wie sollte ursprünglich die in dem Plan genannte IC / ICE-Strecke in Richtung München über Markleeberg dahin kommen, d.h. welche Streckenführung? Momentan wird die Nord-Süd-Verbindung Berlin - München ja über Leipzig - Halle - Erfurt gebaut (siehe vorn und http://de.wikipedia.org/wiki/Neubaustrecke_Erfurt%E2%80%93Leipzi g/Halle ). Das ist ja von der DB auch nie anders geplant gewesen:
FAKT vom 21.08.2006
Verkehrsprojekt-Ost: City-Tunnel
http://www.mdr.de/fakt/3341467.html

Selbstverständlich braucht Chemnitz einen Anschluss an das Fernverkehrsnetz. Aber einen ICE? Wohin soll der dann nach Chemnitz weiterführen oder soll der etwa in Chemnitz enden? Kommt ein ICE auf der Strecke überhaupt auf Touren? Wie groß wäre die Zeitersparnis gegenüber einem IC oder IR? Wohin soll ein ICE von Chemnitz nach Leipzig danach weiterführen?

ungestalt
03.02.09, 16:03
#182. danke dase. ich hätte ja gedacht, der ice rollt da einfach dazwischen mit durch und wird kurz hinter dem bahnhof auf einem nebengleis verlangsamt um dann quasi in den hbf zurückzurollen. das ein ICE am S-bahnpunkt halten sollte, war mir gar nicht in den sinn gekommen ;]
für mich war der tunnel nur das schnelle von-süden-in-den-stadtkern-kommen für IC und ICE. aber natürlich funktioniert das andersherum auch nicht richtig. denn der ICE würde dann wieder anfahren und richtung süden fahrt aufnehmen, müsste aber ja eine weile die tippeltour der S-Bahn mitmachen. Ob das am Ende die eingesparte Umrundungszeit nicht wieder auffressen würde?

LE Mon. hist.
03.02.09, 17:33
Ähnliche Grundaussage und mit bewegten Bildern, allerdings ist hier nicht von einem ICE die Rede:

Sachsen-Fernsehen, 3. Februar 2009 15:02
Chemnitzer Bahnanbindung verbessern

http://www.sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=1095&showNews=344227&newVideo=NiF_Bahnanbindung%20_C-Le_030209.wmv

lguenth1
03.02.09, 17:53
Ich wage die Prophezeiung, daß weder eine Elektrifizierung der Strecke noch die damit mögliche Nutzung des CityTunnels für den Fernverkehr kommen wird. Für solche zweitrangigen Projekte mit schlechtem Kosten-Nutzen-Verhältnis wird zukünftig ohnehin kein Geld mehr da sein, schließlich ist der Staatshaushalt schon jetzt in seinen Grundfesten erschüttert. Viel wichtiger wäre in der Tat das zweite Gleis zwischen Narsdorf und Wittgensdorf (und auch in Chemnitz fehlt das auf einem kurzen Stück). Warum das beim Ausbau der Strecke nicht mit berücksichtigt wurde, wird mir wohl auf ewig ähnlich schleierhaft bleiben wie der Verzicht auf die dritte Fahrbahn beim Ausbau der A72...

Wenn das Geld doch irgendwo aufgetrieben würde, wäre das aus Chemnitzer Sicht jedenfalls zu begrüßen. Den Widerstand gegen solche Geschenke überlassen wir den Stuttgartern...

DaseBLN
03.02.09, 18:20
@ LE Mon. hist.: Ursprünglich wurde immer eine alternative Berlin-Leipzig-Nürnberg-(München) Verbindung über die Sachsen Magistrale und damit über Plauen und Hof kolporiert. Natürlich Jahre, nachdem der Ausbau über Erfurt (der Leipzig übrigens ordentlich Verbindungen & Fahrgäste kosten wird) beschlossene Sache war. Das mit Chmenitz ist neu, macht aber noch weniger Sinn. Eine Elektrifizierung und zweigleisiger Ausbau sind aber trotzdem wünschenswert - für einen RE, der im Stadtgebiet Leipzig als S-Bahn fährt.

@ ungestalt: die Bahnsteige im S-Bahnhof L-Hbf sind optional verlängerbar, was aber aufgrund der genannten Zeitprobleme wenig Sinn macht. Sinnvoll wäre ein reiner Fernverkehrstunnel, das hätte man dann aber statt der ICE-Strecke durch Thüringen machen müssen. Da was das betrifft alle Messen gelesen sind, wird sowas in den nächsten 30 Jahren nicht mehr kommen.

Stahlbauer
03.02.09, 19:42
Ursprünglich wurde immer eine alternative Berlin-Leipzig-Nürnberg-(München) Verbindung über die Sachsen Magistrale und damit über Plauen und Hof kolporiert....
.
.
.der Ausbau über Erfurt -der Leipzig übrigens ordentlich Verbindungen & Fahrgäste kosten wird-



Das eine alternative ICE-Strecke von Leipzig durch den Citytunnel über Hof an der Saale nach Nürnberg geplant war ist mir neu.

Der DEGES-Plan (http://www.citytunnelleipzig.de/CTLArtikel_11.html) sah vor, Optionen für eine Fernverbindung (http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Regensburg–Hof) Leipzig - Regensburg offen zu halten.



Warum soll der Ausbau über Erfurt Leipzig Fahrgäste kosten? DaseBLN kannst Du das näher erläutern?

DaseBLN
03.02.09, 20:07
^ Wie gesagt, es ging nicht um konkrete Pläne der DEGES, sondern dass, was diverse Provinzpolitiker immer wieder an Wünschen äußerten. Die optionale Verlängerung des HP Hbf. ist aber tatsächlich auf die von dir verlinkte Option zurückzuführen. Ich denke allerdings, dass auch diese nur aufgrund von Politikerwünschen entstanden ist. Betriebliche Gründe sprechen seit jeher für eine Separierung von Fern- und Nahverkehr auf hochfrequentierten Strecken.

Was Erfurt betrifft: die Strecke über Halle ist kürzer, ergo werden, so ist die Planung, die Hälfte aller Züge über Halle zu führen. Sollten die Fahrgastzahlen nicht explodieren und die Anzahle der Züge erhöht werden, wird das heissen, dass man nur noch zweistündlich nach Berlin und München kommt. Offizieller Umsteigepunkt zwischen den ICE-Linien 28 und 50 wird dann, da dort sämtliche Züge vorbeikommen, Erfurt werden und damit die jetzige Rolle des Leipziger Hauptbahnhofs übernehmen. Der dortige Bahnhofsneubau wurde explizit als Schnittpunkt dieser zwei Linien gebaut. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob das nun ein Verlust ist oder nicht, ich persönlich finde aber schon. Umsteigen bedeutet auch immer Passantenfrequenz, zusätzliche Umsätze etc.

Stahlbauer
03.02.09, 21:53
@DaseBLN


Nun ja , wir werden sehen. Die Region Halle-Leipzig ist nicht wirklich der Verlierer. Das Halle/Saale nicht vom ICE-Netz abgekoppelt wird, ist für die Entwicklung des mitteldeutschen Raumes von Vorteil.




http://i246.photobucket.com/albums/gg100/Stahlbauer/2009Fotos/2009Citytunnel/450px-ICE_Network.jpg





Andere Städte wie Gera, Rostock und Chemnitz haben keinen Anschluss an das ICE-Netz.


Foto:Wikimedia Commons

DaseBLN
03.02.09, 22:52
^ Das stimmt natürlich. Ob der Verlust der Umsteigefunktion nun wirklich ökonomisch relevant ist, weiß ich leider auch nicht. In welche Richtung das allerdings führen kann, hat die Diskussion um die Flughafenkurve (Kurve von der Ausbaustrecke Berlin auf die Ausbaustrecke Leipzig-Gröbers) gezeigt. Der Hbf Leipzig wäre dann nur noch von einzelnen Zügen aus Berlin angefahren worden, die Leipziger Station auf der ICE-Linie 28 wäre dann am Flughafen gewesen. Dies hätte wiederum auch Implikationen für die Leipziger Messe (keine ICE-Halte zu Messezeiten).

Wir dürfen nicht vergessen, dass die DB Fernverkehr die Züge so fahren wird, wie es ökonomisch am sinnvollsten ist. Leipzig Hbf als Kopfbahnhof hat da von Natür aus gewisse Nachteile, die nur durch entsprechende Nachfrage ausgeglichen werden können. Hoffen wir also das Beste.

Dr.Faust
10.03.09, 20:30
Vor ein paar Tagen hat die DEGES die ersten Abschnitte des City Tunnels an die Deutsche Bahn übergeben. Jetzt wird mit den bahntechnischen Innenausbau begonnen.

Zu erst wird in den Abschnitt Semmelweisstrasse bis Markt eine Betonsohle eingebaut, auf der später die elastisch gelagerte Feste Fahrbahn montiert wird. Gleich zeitig werden Kabelkanäle, für die elektrischen Signale angelegt.

Auch im Bereich Hauptbahnhof wird der Tunnel an das Schienennetz angebunden. So entsteht an der Westtampe ein Kreuzungsbauwerk, für den Verkehr aus Richtung Halle und Leipzig/ Leutzsch.

Es wird auch im Bereich Berliner Brücke/Theresienstrasse eine neue Haltestelle gebaut, laut der Deutschen Bahn AG.

Um den City Tunnel an das Schiennetz anzubinden, müssen 12km Gleise verlegt werden, sowie 30 km Oberleitungsanlagen, 50 Weichen und ca. 5000 m² Stützwände verbaut werden.
Quelle: Deutsche Bahn AG (http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/unternehmen/presse/presseinformationen/ssat/ssat20090309.html)

DAvE LE
11.03.09, 06:16
Danke für die Info, Dr.Faust - ...auf der später die elastisch gelagerte Feste Fahrbahn montiert wird > Einige Bilder dazu auf www.citytunnelleipzig.info vom 08.03.09, müssten ziemlich in der Mitte der Galerie liegen :D

LE Mon. hist.
01.04.09, 20:02
PM 2009-084:
GRÜNE: Sächsischer Nahverkehr leidet unter Leipziger City-Tunnel
Dienstag, 31. März 2009
http://www.johannes-lichdi.de/pm+M5f924440a5b.html

Wirtschaftsminister Jurk muss Ausreichung der Fördermittel sicherstellen

Geplante Investitionen der Verkehrsbetriebe in Chemnitz, Dresden und Leipzig liegen auf Eis, weil der Freistaat die Fördermittel seit Monaten zurückhält. Betroffen davon sind die Erneuerung von Gleisen, der Bau von barrierefreien Haltestellen und die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Schuld daran ist eine erneute Kostenexplosion beim Leipziger City-Tunnel.

Dazu erklärt Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

"Das Millionengrab Leipziger City-Tunnel darf nicht den Nahverkehr in Sachsen ausbremsen. Die Mehrkosten dürfen nicht zulasten wichtiger Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur umverteilt werden. Die im Haushalt eingestellten Fördermittel für notwendige Investitionen wie den Austausch von verschlissenen Gleisen, der barrierefreie Umbau von Haltestellen und die Anschaffung umweltfreundlicherer Busse müssen unverzüglich ausgereicht werden. Die Fehlplanungen beim überdimensionierten Tiefensee- Prestigeprojekt City-Tunnel Leipzig dürfen für die Verkehrsbetriebe in den sächsischen Städten zu keinen wirtschaftlichen Nachteilen führen.

Ich erwarte von Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) Aufklärung, welche Projekte vom momentanen Fördermittel-Stopp betroffen sind und wann die Fördermittel endlich ausgereicht werden."

Siehe auch:

Fördermittel auf Eis: Sächsischer Nahverkehr leidet unter Leipziger City-Tunnel
Ralf Julke
01.04.2009
http://www.l-iz.de/Wirtschaft/Mobilit%C3%A4t/2009/03/F%C3%B6rdermittel-auf-Eis-S%C3%A4chsisch-200903312039.html

LEgende
01.04.09, 23:32
Den City-Tunnel als Schuldigen herzunehmen ist ja wohl mehr als einfach. Viel eher liegt das Problem darin, dass der ÖPNV seit Jahren im Vergleich zu Straßenbaumaßnahmen stiefmütterlich behandelt und ausgedünnt wird, statt diesen attraktiver zu machen. Der City-Tunnel ist das erste Projekt seit Jahrzehnten, der hier mal zu einer wirklichen Innovation führt und für den ein oder anderen Leipziger eine attraktivere Alternative zum eigenen Auto bietet.

ÖPNV bedeutet doch derzeit, selbst in Leipzig, immer noch Stückwerk und Flickenteppich. Von einer flächendeckenden und vor allem schnellen Alternative zum Auto kann keine Rede sein. Stattdessen werden "von oben" weiter die Mittel gekürzt, Preise müssen erhöht und Strecken eingestellt werden.

dj tinitus
01.04.09, 23:39
die kritik der grünen am city-tunnel ist völlig unglaubwürdig.
man stelle sich nur mal vor, den tunnel gäbe es bereits und er sollte aus irgendwelchen gründen demnächst stillgelegt werden. die pressemitteilung der grünen dazu könnte ich im schlaf schreiben. ein paar textbausteine:
- "verkehrspolitischer gau"
- "der osten wird vom schienengebundenen nahverkehr abgekoppelt"
- "eine ökologisch und ökonomisch unverantwortbare entscheidung"
undsoweiter.

angeischts dessen ist die kritik totaler käse. der sächsische nahverkehr wird nicht unter dem leipziger city-tunnel leiden. im gegenteil. darum wird er ja gebaut. allenfalls könnten sich durch die erhöhten baukosten andere projekte verzögern. das wäre nicht erfreulich und sollte möglichst vermieden werden. um das zu erreichen, sollte man allerdings anders argumentieren, als wider besseren wissens den tunnel als millionengrab zu diffamieren. erst recht, weil einem solche argumente schnell auf die füsse fallen. schliesslich ist der ganze öpnv eine subventionsveranstaltung.

DaseBLN
01.04.09, 23:44
^ Sehe ich ähnlich. Ich finde durchaus, dass die Haushaltsplanung des Landes kritikwürdig ist, aber die Grünen nutzen das Ganze zu billiger Polemik gegen den CT, weil ihr Regionalstadtbahnprojekt in den 90ern nicht durchgekommen ist. Nicht das "Millionengrab" Citytunnel bremst den ÖPNV in Sachsen aus, sondern die Politik des Landes, den ÖPNV-Etat trotz erheblicher Mehraufwände nicht zu erhöhen.

LEgende
02.04.09, 16:51
Hoffen wir, dass durch die Krise und die damit verbundenen öffentlichen Zusatzinvestitionen auch ein Umdenken in Sachen ÖPNV stattfindet. Wenn "von oben" die Devise kommt, nur zu sparen, kann ja nix weitsichtiges passieren. Eine LVB oder ein MDV alleine wird sicherlich nichts ausrichten können. Da ist der Bund gefragt. Gerade wenn sich abzeichnet, dass die Bevökerung wieder vermehrt in die Städte zieht und sich somit auch das Bedürfnis nach Mobilität in den Städten selbst erhöht, bietet sich doch hier die Gelegenheit und auch die Notwendigkeit Investitionen zu tätigen. Eben gerade um zu vermeiden, dass der MIV ebenfalls ansteigt. Vor allem im Hinblick auf Feinstaubbelastung, effizientem Umgang mit Ressourcen und gesamthaft der Steigerung der Lebensqualität in den Städten.

Kleine Anmerkung zum CT: In München, wo man aufgrund der olympischen Spiele '72 ein U-Bahn-Netz und einen unterirdischen S-Bahn-Tunnel unter der Stadt hindurch gebaut hat (also wie in Leipzig), reicht der bestehende Tunnel mittlerweile nicht mehr aus und man überlegt, einen zweiten!!! Tunnel zu bauen. Klar, München ist heute fast dreimal so groß wie Leipzig, aber diese Stadt hat sich auch erst nach und nach entwicklelt. Sicherlich auch, da die Infrastrukturen Kapazitäten für Wachstum bereitgestellt haben. (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=216655&postcount=228)

Wenn ich mir die teilweise proppevollen Straßenbahnen schon heute in Leipzig anschaue, frage ich mich ob man seitens der LVB überhaupt in der Lage ist, sehr viel mehr Leipziger mit dem ÖPNV zu transportieren. Ich glaube nicht. Viel eher müssen die LVB wohl selbst froh sein muss, dass der Großteil der Leipziger noch immer mit PKW unterwegs ist. Die Grenzen sind heute schon erkennbar: Schon der 10 min. Takt führt zum Aufeinandertreffen mehrerer Straßenbahnen auf einer Trasse. Und längere Wagen als die ClassicXXL Trams von Bombardier sind sicher auch nicht möglich. Wenn man dann noch bedenkt, dass Leipzig heute in den inneren Stadtteilen noch erheblichen Leerstand hat, dann kann die LVB fast froh sein, dass viele Einwohner heute noch am Rande der Stadt verteilt in Grünau/Paunsdorf/Lößnig wohnen, da sonst die Massen überhaupt nicht mit der heutigen Infrastruktur transportierbar wären. So gesehen ist der CT ein Segen und wird die aufstrebende Stadt vor einem Kollaps im ÖPNV vorerst bewahren. Zumindest auf dem Nord-Süd-Ast.
In München hat man schon erkannt, dass die Diskussion um den angedachten zweiten Tunnel eigentlich viel zu spät kommt. Man bräuchte ihn heute schon. D.h. für Leipzig, dass man heute schon mindestens 15 Jahre vorausdenken muss um sich nicht später selbst im Wege zu stehen.

DAvE LE
03.04.09, 06:47
Und längere Wagen als die ClassicXXL Trams von Bombardier sind sicher auch nicht möglich. > Doch, sind sie schon. Hannover fährt auch mit 70-Meter-Wagenlänge, nur handelt es sich hier um einen Dreiwagenzug und in Budapest mit 54 Metern, am Stück und gilt somit als die längste der Welt. Jedoch muss ja jeder einzelne Milimeter genehmigt werden. Unser XXL ist schon 0,9 cm länger als der Dresdner XXL (NGTD12DD).

Auf der anderen Seite sind unsere Bahnsteige nur für 46-Meter-Bahnen ausgebaut. Außer Doppelhaltestellen mit 90 bis 100 Metern Länge wie am Sportforum und dem Connewitzer Kreuz. Aber das bringt auch nicht viel.

Bitte zurück zum Thema.

LE Mon. hist.
07.04.09, 18:22
Ja, nein, doch, nicht,vielleicht ... oder

Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt,
wer hat soviel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld? ...
[Walter Stein (Kurt Feltz) 1949]

Jurk: Kein Investitionsstau durch Mehrkosten bei City-Tunnel
07.04.2009 | 18:06 Uhr

Dresden (ddp-lsc) Die steigenden Kosten für den Leipziger City-Tunnel führen nach Ansicht von Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) zu keiner Gefährdung anderer Verkehrsprojekte. ...
http://www.ad-hoc-news.de/uebersicht-neu-jurk-jurk-kein-investitionsstau-durch--/de/Wirtschaft-Boerse/Wirtschaft/20172288

DAvE LE
10.04.09, 07:19
CityTunnel wird mit Geld für A72-Bau finanziert

Das sächsiche Wirtschafts- und Finanzministerium hat sich geeinigt: Das 58 Millionen Loch bei der Finanzierung des CityTunnels wird mit Geld, das anfangs für den Bau der A72 geplant war, gestopft. Sachsen beteiligt sich mit 45 Millionen Euro am Autobahnbau in seinem Land. Diese wurden jedoch dieses Jahr nicht in Anspruch genommen. Der Bund finanziert den Bau nun aus Mittels des Konjukturpakets II. Der Freistaat wird natürlich in den nächsten Jahren seinen Beitrag zur A72 leisten. Weitere 13 Millionen Euro, die für den Straßenbau gedacht waren und nicht benötigt werden, fließen ebenso in den Bau des CityTunnels.

Das macht einen Betrag von 150 Millionen Euro für den CTL.

Stahlbauer
03.06.09, 16:39
Über Sinn oder Unsinn des Leipziger Citytunnels wird immer wieder heftig diskutiert.
Im Chemnitzer Raum hatte ich letztens erst die Diskussion um die Verteilung der Konjunkturprogrammgelder. Vertreten wurde die in den Medien kolportierte Auffassung, dass die in den Leipziger Citytunnel fließenden Gelder Verkehrsprojekte in anderen sächsischen Kommunen verhindern oder verzögern. Da mag ja etwas dran sein. Mein Eindruck ist aber, dass Sachsen kein übermäßiges Interesse am weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hat. Der Bau der A72 – sollte ursprünglich 2006 bis Leipzig fertig sein- dümpelt vor sich hin. Chemnitz ist vom Fernverkehr der Deutschen Bahn AG praktisch abgeschnitten. Dresden glänzt diesbezüglich auch nicht gerade. Ruht man sich in Sachsen etwa aus?





Wenn man z.B. durch Thüringen fährt, kann man ganz andere Projekte entdecken. Allein die neugebauten Autobahnstrecken der A 71 und A 73, die den Harz mit Schweinfurth bzw. Bamberg verbinden werden, sowie die A38 noch Göttingen, sind schon wesentlich länger als die wenigen bislang neu gebauten Autobahnkilometer von A 17, A72 und A 38 in Sachsen.

Besonders die Autobahn- und Bahnprojekte durch den Thüringer Wald sind ingenieurtechnische Meisterleistungen.

Allein für die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_N%C3%BCrnberg%E2 %80%93Erfurt) werden im Thüringer Wald 29 Brückenbauwerke und 22 Tunnel gebaut. Viele davon deutlich länger als Waldschlösschenbrücke oder Citytunnel.

Der Rennsteigtunnel der A71 in Thüringen ist mit 7.918 m Deutschlands längster Straßentunnel. Die in Sachsen-Anhalt im Verlauf der ICE-Strecke Erfurt-Berlin gegenwärtig in Bau befindliche Saale-Elster-Talbrücke (http://de.wikipedia.org/wiki/Saale-Elster-Talbr%C3%BCcke) , wird mit 8.614 m Deutschlands längstes Brückenbauwerk sein und durch eine überregional bedeutsame Auenlandschaft mit großer Artenvielfalt führen.




Das der Leipziger Citytunnel Auswirkungen bis nach Bayern hat, zeigt dieser Artikel aus der Frankenpost (http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/laenderspiegel/art2388,1016904) von einer Konferenz des Bayerisch-Sächsischen Städtenetzes, in der es um die Wiedereinführung des ICE-Verkehrs auf der Franken-Sachsen-Magistrale ging.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig benannte dort die Kosten für den Bau des Leipziger Citytunnels mit 1 Milliarde Euro, die für eine Fahrzeitverkürzung von wenigen Minuten und den Bau von vier Stationen ausgegeben würden.

Die Bayern sehen dort andere Probleme. Da im Leipziger Citytunnel nur E-Loks fahren können, die Bahnstrecken der Franken-Sachsen-Magistrale aber nur zum Teil elektrifiziert sind, wird es nach der Indienststellung des Leipziger Citytunnels keine direkten Zugverbindungen von Hof nach Leipzig mehr geben. Zumindest solange nicht, bis die Strecke Hof-Reichenbach elektrifiziert ist. Daher versucht man alles um die Streckenelektrifizierung vorranzubringen.

DaseBLN
03.06.09, 17:03
Zum Vergleich Sachsen-Thüringen: die von dir genannten Beispiele gehören zu den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit. Das Schienenverkehrsprojekt Nr 8 (Berlin-Erfurt-Nürnberg) führt nun mal nur zu einem kleinen Teil über topographisch einfaches sächsisches Gebiet. Auch A71 und A73 sind Verkehrsprojekte deutsche Einheit. Im Gegensatz dazu ist der Teilabschnitt Südumfahrung Leipzig im Gegensatz zur A143 (gehört zum VDE Nr. 13) Westumfahrung Halle und der gesamten restlichen A38 vom Land finanziert. An Neubauten im Rahmen der VDE entstanden in Sachsen nur das Teilstück Bautzen-Görlitz der A4 sowie die A17. Ansonsten A9 und A4 Ausbau. M.E. beachtlich, trotzdem ein stückweit also ein Apfel-Birnen-Vergleich.

Zum Verkehr Sachsen-Franken: es gibt momentan genau zwei täglich von Plauen nach Hof weitergeführte Regionalexpresszüge. Einer von beiden wurde mal am Wochenende über Regensburg bis München verlängert. Nach einer vitalen und wirtschaftlich unbedingt nötigen Verbindung, wie im Artikel dargestellt, klingt das eher nicht.

Die Gesamtkosten wie von OB Ludwig genannt entstammen einer Milchmädchenrechnung der Linken (?) und liegen um etwa 300 Mio. Euro zu hoch. Die weitere Argumentation erinnert mich an Beiträge einiger Leipziger wie "vom Leuschnerplatz vom Bayrischen Bahnhof kann isch och latschen oder de Bimmel nähm", die man jetzt nicht unbedingt kommentieren muss. Die Verschlechterungen für Hofer werden im übrigen mit erheblicher Zeitersparnis für Zwickauer oder Altenburger einhergehen. Sofern man hier attraktive Anschlüsse schafft, ist das überhaupt gar kein Problem. Eine fehlende Elektrifizierung Ab Reichenbach ist übrigens auch der Grund für den nicht mehr vorhanden Fernverkehr Dresden-Chemnitz-..., da sollte man nicht den schwarzen Peter auf den CT schieben.

dj tinitus
03.06.09, 17:33
nun ja,
- der bau von autobahnen und ice-strecken ist ja keine ländersache
- die projekte sind im bundesverkehrswegeplan festgelegt
- es ist sinnvoll, mit den (zeit-)aufwändigsten vorhaben wie tunnel und brücken zuerst zu beginnen
- die effekte werden sich erst bemerkbar machen, wenn alle projekte fertiggestellt sind

davon abgesehen:
um schneller mit dem bau der a72 beginnen zu können, hatte sich sachsen bereit erklärt, dem bund einen teil der kosten vorzufinanzieren. dieser modus wurde nun im zuge der kostensteigerung bei city-tunnel geändert. das ist alles.
vor allem aber sollte die chemnitzer ob bedenken, dass durch den city-tunnel auch die chemnitzer schneller und bequemer zum flughafen und zu messe gelangen werden.

Stahlbauer
03.06.09, 19:58
Ihr habt noch Argumentationen wie : "Von diesem Geld sollte man lieber Kindergärten bauen!" vergessen. Nichts gegen Kindergärten, aber die wären mit diesem Geld sicher nicht gebaut worden. Oder: "Noch nicht einmal ICEs fahren durch den Citytunnel!" Soweit ich weiß, ist dies technisch zwar möglich, die Frage ist doch, ob S-Bahnstrecken dafür (vom Betriebsablauf her) wirklich geeignet sind.

Bei Beiträgen mancher Journalisten oder Statements einiger Politiker habe ich doch den Eindruck, dass sie sich auf den Citytunnel eingeschossen haben. Warum auch immer.



Die ICE-Strecke München- Nürnberg- Erfurt- Halle/Leipzig- Berlin ist nicht unumstritten. Ingenieurtechnisch ist sie aber beeindruckend. Besonders auch in Thüringen und gerade wegen der dortigen Topographie.





@DaseBLN

Zum Verkehr Sachsen-Franken: es gibt momentan genau zwei täglich von Plauen nach Hof weitergeführte Regionalexpresszüge. Einer von beiden wurde mal am Wochenende über Regensburg bis München verlängert. Nach einer vitalen und wirtschaftlich unbedingt nötigen Verbindung, wie im Artikel dargestellt, klingt das eher nicht.



Aber man interessiert sich selbst dort für die Auswirkungen des Citytunnels auf die Region. Die OB von Chemnitz hat da andere Sorgen.

Der Citytunnel wird eben nicht für den Weg vom Markt zum Hauptbahnhof gebaut. Manche Leipziger wollen das aber nicht sehen.





Egal:Es ist schon beeindruckend in welch kurzer Zeit Brücken wie DIESE (http://de.wikipedia.org/wiki/Unstruttalbrücke) entstehen.

DaseBLN
03.06.09, 21:36
Nun ja, mit einfachen (aber bereits dementierten bzw. richtiggestellten) Behauptungen wie der, dass aufgrund des Citytunnels Straßen nicht gebaut werden können, hat man nun einmal eine der größten Wählergruppen, zu denen hier inklusive mir sicherlich auch einige zählen, die Autofahrer, hinter sich. Glaubt man. Die ganze Region wird profitieren, aber selbst in Leipzig, dass im Endeffekt natürlich den größten Nutzen vom Tunnel hat, finden sich solche und ähnliche Argumente - einfach weil man gar nicht verstanden hat, welchen Netznutzen vom CT ausgehen und wieviele periphäre Investitionen in den ÖPNV dadurch erst angeschoben werden. Wenn man allgemein etwas gegen Letzteren hat, tangiert einen das natürlich eher periphär, ich bin mir aber ganz sicher, dass die wenigsten Leipziger den Tunnel und das neue Netz missen wollen werden, sobald er erstmal in betrieb ist - so viel Optimierungsbedarf die aktuellen Planungen auch haben.

Eine wichtige Maßnahme wäre die angesprochene Elektrifizierung ab Reichenbach, die sowohl wieder Fernverkehr über die Sachsen-Franken-Magistrale als auch Regionalverkehr aus Franken/hinteres Vogtland durch den Citytunnel ermöglichen würde.

Bei einer Fahrt über die A71 fährt man ja in einigen Teilen parallel zur ICE-Strecke - wirklich beeindruckend, da kann ich dir nur recht geben

Stahlbauer
04.06.09, 16:11
Der Leipziger Citytunnel wird auch deshalb so teuer, weil das Gleisnetz außerhalb des Tunnels umfangreich umgebaut wird. Zu den Kosten und Aufwendungen bei Tunnelbauten wird auch HIER (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=225073&postcount=931) diskutiert.



Die Baustellen des Citytunnels liegen zwar im Stadtgebiet, sind aber schlecht einsehbar.


Auf dieser (schon oft genannten)Web site (http://www.citytunnelleipzig.info/jahr2009/mai/20090512-24.html) kann man den Baufortschritt gut verfolgen. Auf dem verlinkten Foto ist rechts unten ein "kleiner" Tunnel eines "Überwerfungsbauwerks" zu sehen, durch den der kreuzungsfreie Verkehr der S-Bahn möglich wird.


Wer den "Kohlenbahnhof" des Bayrischen Bahnhofs noch kennt, wird neben dem inftrastrukturellen Effekt auch die städtebaulichen Veränderungen an der Kohlenstraße und anderswo zu würdigen wissen.

Stahlbauer
26.06.09, 14:17
Die Station "Hauptbahnhof" wird "überdeckt" (http://citytunnelleipzig.soic.de/jahr2009/juni/20090624-18.html).

Wie soll die dort entstehende Fläche später einmal genutzt werden?

Gärtner
26.06.09, 17:28
Anscheinend gibt es da noch keine Pläne. Siehe FAQ auf der CityTunnel-Seite: http://www.citytunnelleipzig.info/faq.php#frage20

Vielleicht könnte man da die Büros und Parkplätze für die Autovermietungen unterbringen. Oder Fahrradabstellanlagen für Pendler? Das würde die Sicherheit erhöhen und das Fahrradchaos vorm Hauptbahnhof etwas entschärfen.

LEgende
26.06.09, 17:44
^ Ich tippe auf eine grüne Wiese. Also gebaut wird da sicher nicht viel. Die Fläche zwischen dem verbliebenen Bahnhofsgebäude und den CTL-Gleisen dürfte für den späteren Ost-West-Tunnel (seit 2004 unter dem Namen Olympia-Tunnel bekannt) reserviert sein, der vielleicht so gegen 2030 gebaut wird. ;)

DAvE LE
26.06.09, 17:53
War auf der nordwestlichen Seiten der Bahnhofshalle und dem Gleis 1 mal kein Büro- und Gewerbekomplex geplant? Direkt an der Parthe. Aber dies trifft eher auf diesen Teil zu, wo schon einige alte Bahnhofsschuppen abgerissen wurden. Also ein grüner Streifen auf den Gleisen 1-4/5. Ist auch nicht schlecht, neben den ganzen Gleisanlagen und Strippen.

DaseBLN
09.07.09, 11:49
Im südlichen Auftauchbereich des Tunnels werden momentan die ersten Gleise verlegt. Diese sollen laut LVZ möglichst rasch für den Innenausbau des Tunnels verwendet werden.

http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1110387.jpg

http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1110390.jpg

DaseBLN
09.07.09, 17:41
Inzwischen ist man auch viel weiter als am Montag, wie eine LVZ-Slideshow (http://www.lvz-online.de/slideshow/content/090709_tunnel_gleise.html?s=1) zeigt.

stoney85
18.07.09, 15:57
Gruß,

hier mal ein Bild aus der anderen Richtung, von der Station Semmelweisbrücke. Die Station ist (mal wieder) von allen Bemschmierungen befreit und wird nun bald an die Gleise angschlossen sein (Photo täuscht, Gleise liegen noch auf halber Strecke rum).

http://i492.photobucket.com/albums/rr286/rtzley33/forum/semmelbr1.jpg

Da die Behelfsbrücke hinter dem Bayerischen Bahnhof nun weg ist und eine asphaltierte Straße an deren Stelle entstanden ist (mit Beleuchtung und allem drum und dran), kann man Recht bequem von der Kohlenstraße rüber auf die Straße des 18. Oktobers gelangen.

DAvE LE
21.07.09, 09:08
Hallo,

laut LVZ-Angaben soll der Bayrische Bahnhof im Herbst 2009 wieder an seiner gewohnten Stelle gebracht werden. Am 10. April 2006 wurde er um 30,50 Meter nach Osten verlegt.

DAvE LE
22.07.09, 08:27
www.rund-blick-leipzig.de

nun ist auch der CityTunnel im Visier von LVZ-Online <<

So wie es scheint, baut die LVZ Woche für Woche ihre Datenbank aus.

http://www.rund-blick-leipzig.de/lvzs.site,postext,startseite.html

Link zum City-Tunnel-Rundblick nachgetragen. Cowboy.

Dr.Faust
27.08.09, 20:45
Habe mal ein paar Bilder vom City Tunnel von den letzten Woche zusammen gestellt.

Blick Richtung Süden
http://img521.imageshack.us/img521/5812/img5195n.jpg (http://img521.imageshack.us/i/img5195n.jpg/)

Bereich Haltestelle Semmelweisstraße
http://img197.imageshack.us/img197/9493/img5190w.jpg (http://img197.imageshack.us/i/img5190w.jpg/)

Südliche Einfahrtsbereich
http://img197.imageshack.us/img197/5915/img5197h.jpg (http://img197.imageshack.us/i/img5197h.jpg/)

Bereich Haltestelle Marktplatz
http://img521.imageshack.us/img521/4304/img5226.jpg (http://img521.imageshack.us/i/img5226.jpg/)

http://img39.imageshack.us/img39/8602/img5230l.jpg (http://img39.imageshack.us/i/img5230l.jpg/)

Bereich Wilhelm-Leuschner-Platz. Schön zu sehen wo die Rolltreppe entsteht.
http://img39.imageshack.us/img39/4219/img5231q.jpg (http://img39.imageshack.us/i/img5231q.jpg/)

http://img204.imageshack.us/img204/1580/img5233g.jpg (http://img204.imageshack.us/i/img5233g.jpg/)
Bilder: Dr.Faust

hedges
28.08.09, 12:23
wird denn nun eigentlich der "alte eingang" vor der deutschen bank mit einbzogen?

DAvE LE
28.08.09, 15:30
wird denn nun eigentlich der "alte eingang" vor der deutschen bank mit einbzogen? > Meinst Du die (verseuchte) steinere Wendeltreppe im Gebüsch von Bäumen an der Ecke...?

DaseBLN
28.08.09, 16:16
^ Frage ich mich auch. M.W. sind lediglich 2 Eingänge geplant: einer am Wilhelm-Leuschner-Platz und der Treppenabgang zur alten Unterführung im Schillerpark. Vielleicht meinst du Letzteren, das Gebäude ist allerdings ein ehemaliges Bundesbankgebäude. Der Aufgang ist auf den letzten 2 Bildern von Dr. Faust zu sehen.

dj tinitus
29.08.09, 00:51
der "alte eingang" führte mal zu einer bedürfnisanstalt. wird nicht mit einbezogen.

Phoenix
07.09.09, 18:51
Gibt es eigentlich schon Pläne für die neue große Fläche der ehemaligen Gleisanlagen des Bayrischen Bahnhofes entlang der Lößniger Straße?

LEgende
07.09.09, 19:54
^ Ja, gibt es, aber noch keine konkreten, erstmal nur Ideen.

Ein Blick ins APH ist ab und zu nicht so verkehrt. Schau dir einfach meinen Beitrag vom 4. Jun 2009 19:49 an. Viel Spaß!

http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?f=19&t=2044&start=36

PS: So wie es ausschaut soll die im Krieg zerstörte, nördliche Seite des Bayerischen Bahnhofs wieder ergänzt werden. In welcher Formensprache scheint noch nicht festzustehen.
Alles andere als eine annähernde Rekonstruktion der Fassade in traditioneller Formensprache wäre aber wohl eine optische Katastrophe. Aber dem ein oder anderen Entwurf nach zu urteilen, gibt es Menschen die mögen es katastrophal...

Ab und zu nicht so verkehrt sind auch Direktlinks (http://www.architekturforum.net/viewtopic.php?p=88663#p88663). Nicht jeder kennt deinen Namen im APH-Forum. Cowboy.

... aber dafür Datum und Uhrzeit. Davon abgesehen aber danke für den Direktlink.

Cowboy
09.09.09, 10:43
Der City-Tunnel wird natürlich noch teurer. Aus einem internen Prüfbericht des sächsischen Wirtschaftsministeriums, so berichtet heute die LVZ (http://www.lvz-online.de/aktuell/content/110510.html), geht hervor, dass sich die Mehrkosten für das Projekt auf mindestens 300 Mio Euros belaufen, so dass sich die Gesamtsumme auf knapp 900 Mio Euro erhöht. Zudem ist aufgrund eingegangener Nachprüfungsanträge beim Kartellamt nun von einer Eröffnung erst im Dezember 2013 die Rede - 4 Jahre später als ursprünglich geplant.

Die Mehrkosten werden wohl im neu konstituierten Landtag für heftige Diskussionen sorgen, da sie zu über 90 Prozent - also mindestens 270 Mio Euro - das Land Sachsen tragen muss. Der Begriff "Milliardengrab", der von der Opposition bislang schon gern benutzt wurde, ist zumindest was die Kosten betreffen dann gar nicht mehr so verkehrt. Interessant dürfte außerdem sein, wie sich die SPD, jetzt in der Opposition ohne Jurk, in Zukunft zum Thema City-Tunnel positionieren wird.

Ranger
09.09.09, 13:38
irgendwann wurde sicherlich festgelegt, wer im falle von mehrkosten die kosten übernehmen wird. also muss sich JETZT ja wohl niemand aufregen. weder das bundesland sachsen noch irgend ein politiker und erst recht nicht politiker aus der oppisition! wenn ich mir angucke, wie in berlin steuergelder rausgeschmissen werden brauch kein mensch mit dem finger auf leipzig zu zeigen!!! und das bauvorhaben der öffentlichen hand am ende fast IMMER teurer wird als geplant, ist ja seit gründung der bundesrepublik kein geheimnis mehr ^^ also haltet mal bitte den ball flach! (ist nicht auf dich bezogen, Cowboy, du hast ja nur sachlich den sachverhalt geschildert)

ungestalt
09.09.09, 13:57
^ ich glaube hier im forum ist auch kein stammtischklugschwätzer, der sich über die verschwendung "seiner" steuergelder aufregt. dein post scheint also hier ein wenig voreilig ins rennen gebracht zu sein ;p

Ranger
09.09.09, 14:52
ich wollte damit nur jeglichen diskussionen vorgreifen und jene, die sich eventuell aufregen wollten, zum nachdenken anregen :)

LE Mon. hist.
11.09.09, 17:57
Als Ergänzung der Zahlen aus dem von Cowboy genannten LVZ-Artikel die PM der Stadt:

Neues vom City-Tunnel: Mehrkosten und Tage des offenen Tunnels
(11.09.2009)
http://www.leipzig.de/de/buerger/newsarchiv/2009/14927.shtml

Bau des City-Tunnels verteuert sich erneut
Der City-Tunnel wird nach derzeitigem Stand rund 300 Millionen Euro teurer als geplant. Die aktuellen Berechnungen gehen von Gesamtkosten in Höhe von rund 893 Millionen Euro aus. Als Grund der Verteuerung nannte die sächsische Staatsregierung Planungsveränderungen, die Erhöhung der Sicherheitsanforderungen sowie die mit Kosten verbundene, durch unvorhergesehene Schwierigkeiten verursachte Verlängerung der Bauzeit.

Den mit Abstand größten Teil der Mehrkosten trage der Freistaat. Sachsens Partner – der Bund und die Bahn – müssten davon zusammen nur gut 15 Millionen Euro übernehmen.

Der rund vier Kilometer lange Tunnel ist derzeit neben dem U-Bahn-Bau in Köln und Hamburg das ingenieurtechnisch anspruchsvollste Projekt Deutschlands.

Tage des offenen City-Tunnels am 18. und 19. September
Am 18. September von 13 bis 20 Uhr und am 19. September von 9 bis 20 Uhr besteht noch einmal die Möglichkeit, den City-Tunnel Leipzig im Werden zu erleben: Bei den wohl letzten „Tagen des offenen City-Tunnels“.

Zur Besichtigung geöffnet sind die rohbaufertige Tunnelstation Bayerischer Bahnhof und der Tunnelabschnitt in Richtung Semmelweisstraße. Kostenlose Eintrittskarten gibt es am Eingang. Gerechnet wird mit 10 000 bis 50 000 Besuchern. Beim letzten „Tag des offenen City-Tunnels“ wurden rund 20 000 Besucher gezählt.

Wer sich zu dem Besuch entschließt, sollte fit sein: Zunächst geht es über eine Treppe 25 Meter abwärts in die Station. Die zu absolvierende Tunnelstrecke selbst beträgt 600 Meter. Erforderlich sind ebenfalls festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung.

DaseBLN
13.09.09, 15:41
@Ranger: diskutiert werden sollte schon dürfen. Parolen wie "Baustopp!", "Zuschütten!" oder ähnliches nerven zwar und sind weltfremd, aber man sollte schon hinterfragen dürfen, warum Kosten im dreistelligen Millionenbereich steigen - ich weigere mich hier persönlich, so etwas bei öffentlichen Bauten als "normal" anzusehen, auch wenn es das inzwischen vielleicht ist. Laut LVZ schlüsseln sich die Mehrkosten wie folgt auf:


81 Mio. Euro sind für die Korrektur der 1. mangelhaften Planung durch die inzwischen aufgelöste S-Bahn-Tunnek-Leipzig GmbH entstanden - dieser Posten müsste ja eigentlich längst bekannt sein.
82 Mio. Euro gingen für erhöhte Sicherheitseinrichtungen daruf - Frage hierzu wäre, inwieweit das unvorhersehbar war oder ob von vorne herein nur das allernötigste eingeplant wurde
119 Mio. Euro haben steigende Materialpreise und die Streckung der Bauzeit durch das temporäre Verschliessen der Baustellen zur WM 2006 gekostet - hier kann man dem Bauherren wohl keinen Vorwurf machen
39 Mio. Euro sind bahnspezifische Mehrkosten


Wie gesagt, zumindest die Punkte 1 und 2 sind doch zu hinterfragen bzw, Verantwortliche auszumachen.

DaseBLN
13.09.09, 16:22
Ich habe mir gestern mal die auf dem Gelände des ehemaligen Bayerischen Bahnhofs verbliebenen Gebäudereste angeschaut, da hier im Forum ja mal die idee aufkam, man könnte diese eventuelle renovieren und im Rahmen des neu entstehenden Parks nutzen. Leider muss man sagen, dass die noch vorhandenen und architektonisch vielleicht erhaltenswerten Gebäude wie Stellwerke oder Lokschuppen durch Brände bzw. Vandalismus so weit zerstört sind, dass eine Renovierung wohl außerhalb den gegenwärtigen finanziellen Möglichkeiten liegt, weil sie einer Reko gleich kommen würde. Die Nutzbaren Hallen sind normale DDR-Industriegebäude, die m.E. keinesfalls erhaltenswert sind.

Alter Lokschuppen, brandbeschädigtes Dach:
http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1140902.jpg

altes Stellwerk, nur noch Grundmauern vorhanden:
http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1140904.jpg

Wie auf den Bildern weiter oben zu erahnen, kann die Semmelweissbrücke auch unterquert werden - die Nutzer aus Richtung Stötteritz können also wahrscheinlich den S-Bahnsteig erreichen, ohne die Straße queren zu müssen:
http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1140901.jpg

Der S-Bahnhof Semmelweisstraße in seiner ganzen vollgeschmierten Pracht:
http://i238.photobucket.com/albums/ff195/disco_sucks/Leipzig%202009/P1140899.jpg

Würde nur zu gern wissen, was das dann 2012 oder 2013 kosten wird, ihn wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen :)

Cowboy
13.09.09, 19:53
^ Das Beseitigen der Schmierereien wird das Tunnel-Projekt noch einmal verteuern. Aber mal im Ernst: Wenn man graffitifreundliche Sichtbetonwände hochzieht für ein Bauvorhaben, das wahrscheinlich erst 2013 fertiggestellt ist, und diese Wände von allen Seiten frei zugänglich sind, dann darf man sich über diese Schmierereien nicht wundern. Das ist ja geradezu einladend. Selbst auf dem artigen Land wäre bis Fertigstellung alles verschmiert gewesen.

LEgende
13.09.09, 20:38
^ Was nicht nur bei S-Bahn-Haltestellen zu beobachten ist, sondern auch bei so gut wie allen Brückenneubauten. Diese riesig langweiligen Betonflächen provozieren ja geradezu die Sprayer und laden sie zum Beschmieren ein. Die oftmals abgeschiedene Lage tut ihr übriges.

Wenn sich Betonflächen schon nicht vermeiden lassen, so sollten diese doch bitteschön dann gleich für legales und geordnetes Graffiti freigegeben werden. Erinnert sei hier an das wunderschöne Motiv in der Prager Straße, welches an die Völkerschlacht erinnert. Und in Markkleeberg wurden schmucklose Laternen kreativ bepinselt.

Aber diese grauen Betonflächen will nun wirklich keiner haben.

leipziger
14.09.09, 07:24
...

DaseBLN
14.09.09, 08:37
^ Nein, wenn ich die Berichte korrekt verstehe, sind das zusätzliche Sicherheitsanforderungen bzw. mangelhafte ursprüngliche Planung, d.h. keine freiwilligen Kosten. Die könnte angesichts der bisherigen Kostensteigerungen auch keiner mehr verargumentieren. Aus gleichem Grund wird es auch kein Sichtmauerwerk geben, dass übrigens viel schlechter von Farbe zu reinigen ist als Spundwände oder Sichtbeton.

leipziger
14.09.09, 10:04
............

DaseBLN
14.09.09, 10:42
^ Das mag ja alles sein, nur befindet sich die Kostensteigerung beim CT inzwischen in einem Rahmen, in dem auch politische Konsequenzen gefordert werden. Trotz "Vorfilterung" durch die Medien kann ich angesichts dessen nicht daran glauben, dass vollkommen unnötige Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, bloß damit ein Ingenieur mal eine neue DIN-Norm ausprobieren kann. Aber vielleicht hast du da ja ein paar Infos. Sicherheit geht vor äußeres Erscheinungsbild. Ich finde jedenfalls die Verkleidung des Einfahrtsbauwerkes vollkommen belanglos, viel wichtiger ist, dass künftig die S-Bahn-Station ausreichend im Stadtorganismus deutlich werden (siehe U-Bahn-Kuben und riesige S-Bahn-Schilder in Berlin) - die bisherigen blauen DB-Schilder mit Mini-S-Bahn-Logo sind lächerlich. Und wenn schon Geld für Sichtverblendungen von Betonmauern ausgegeben wird, dann doch bitte beim Elstermühlgraben, da halte ich das für weitaus wichtiger fürs Stadtbild.

Ranger
14.09.09, 11:11
schau dir doch bitte mal an, wann der ct ursprünglich geplant wurde. seitdem sind viele viele jahre vergangen. und auch in der entwicklung von sicherheitstandards sind wir mitlerweile jahre weiter. alleine die annahme, das gewisse technische einrichtunen eventuell nach heutigem standard redundant sein müssen könnte ausgaben für sicherheit verdoppeln ... (so als milchmädchenrechnung ;) ) und es ist bestimmt auch dem steuerzahler lieber pro kopf 1 euro mehr zu zahlen als durch ein jetzt schon veralteten nagel-neuen tunnel zu fahren .... ein tunnel ist nunmal nicht vegleichbar mit einer kleinen brücke oder einer autobahnabfahrt, bei denen man in alle himmelsrichtung fliehen kann und auch von allen himmelsrichtungen brände o.ä. bekämpfen kann. und da kann auch der beamte im rathaus nichts dafür. und auch nicht die herren aus dresden oder berlin

ungestalt
14.09.09, 11:39
und vllt. sollte in dem ganzen nicht vergessen werden, dass ein riesiger teil der kostensteigerung damit zusammenhängt, dass eine firma in den neunziger jahren beim unterbau des hauptbahnhofes nicht besonders gewissenhaft vorgegangen ist. wer weiß wie die qualitätsprüfung damals ablief...

DaseBLN
14.09.09, 16:16
@Ranger: sag ich doch. Es ging mir darum, dass die Kostensteigerung kaum durch ingenieurtechnische Spielereien, sondern halt wirklich durch zusätzliche Anforderungen, die auch irgendwie begründet sein werden, verursacht werden.

@ungestalt: der Walther-Bau-Anteil an der Kostensteigerung dürfte bei 15-20% liegen, was natürlich immer noch eine Wahnsinnssumme ist. Von einem "riesigen Anteil" kann man damit aber nun wirklich nicht sprechen ;)

LEgende
14.09.09, 19:50
Wenn man sich mal anschaut was Tunnel in anderen Städten kosten, so ist das Leipziger Tunnelprojekt doch unter Berücksichtigung aller Kostensteigerungsgründe im Rahmen. Blöd natürlich nur, dass man wohl damals ein wenig zu knapp kalkuliert hat um nicht wieder die Gefahr der Einstellung des einhundertjahrealten Projektes zu riskieren.

Was mich persönlich viel mehr überrascht ist die lange Bauphase. Die Fertigstellung war einst für 2006 angedacht! Dann war jahrelang von 2009 die Rede, bis dann in regelmäßigem Turnus der Termin weiter nach hinten verschoben wurde. DAS ist für mich der eigentliche Mangel an dem ganzen Projekt. Wenn man bedenkt, dass die Röhren mittlerweile längst fertig und der Rohbau der Haltestellen so gut wie fertig sind, fragt man sich schon, warum die Bauarbeiten noch 3 Jahre und nach neuesten Berichten ja sogar noch event. wahnsinnige 4 Jahre dauern sollen? Da wundern einen die Kostensteigerungen nicht wirklich. Die Mitarbeiter wollen ja auch alle bezahlt werden. 3 oder 4 Jahre lang zusätzliche Lohnzahlungen. Da kommen einige Millionen zusammen.

dj tinitus
14.09.09, 22:54
während der bauzeit wurde auch das vergaberecht geändert. unterlegene bieter können nun jede auftragsvergabe anfechten, was zu massiven verzögerungen führen kann.

Stahlbauer
18.09.09, 20:15
Heute konnte man die Station "Bayrischer Bahnhof" besichtigen.
Hier einige Fotos.





http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6753.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6756.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6757.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6759.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6760.jpg





http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6761.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6763.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6767.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6768.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6769.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6770.jpg




http://i714.photobucket.com/albums/ww148/stahlbauer03/2009/200909Citytunnel/200909Citytunnel6772.jpg



Alles eigene Fotos.

DaseBLN
20.09.09, 11:23
^ Danke für die Bilder. Die Station wirkt auf mich nicht so hoch wie erwartet (die anderen 3 Stationen sind da beeindruckender), wahrscheinlich weil man fürs Rendering (http://www.citytunnelleipzig.de/img/275619209_1105610103.jpg) einen geschickten Ausschnitt mit Treppe und Lichtschacht gewählt hat. Auch war für mich neu, dass ein Großteil der Wände dieser Station im Sichtbetonlook verbleiben soll - so wurde jedenfalls ein Verantwortlicher in der LVZ zitiert. Ich hoffe mal, es kommt wenigstens eine Beschichtung drauf, auch E-Loks und Triebwagen machen Schmutz...

KurushiX
20.09.09, 21:04
hmmmmmmm .. ganz nett .. aber was ist daran so spektakulär das sowas gleich im TV laufen muß. Die Unterquerung der Innenstadt ? . kann so spektakulär nicht sein .. wurde bei uns vor 30 Jahren durchgeführt.. in anderen Städten noch weit früher. Tiefensees Milliardengrab ist bei weitem nicht so spekakulär wie es immer hingestellt wird. Wenn es mit der Geschwindigkeit weitergeht hat Leipzig im Jahr 2030 evtl. schon 5-7 unterirdische Stationen.

dj tinitus
20.09.09, 22:06
weitere stationen sind nicht geplant.

es muss auch kein stadtarchiv einbrechen, damit über solche projekte berichtet wird. wenn der portikus vom ältesten erhaltenen kopfbahnhof der welt im herbst wieder an seinen standort zurückversetzt werden wird, ist dies auch von interesse.

genau wie erweiterungen und (hoffentlich) sanierungen von "eurem" 30 jahre alten milliardengrab...

dj tinitus
20.09.09, 22:17
@#243:

der abschnitt im von dir verlinkten rendering ist der nördliche stationsausgang zum bayrischen platz und war bei der besichtigung nicht zugänglich. letztlich wird sich schon ein ganz guter raumeindruck ergeben.

LEgende
20.09.09, 22:18
@KurushiX:

Auch wenn ich deinen Kommentar arg überspitzt finde, so kann ich dich in gewisser Weise sogar verstehen. Aber du solltest dir ins Gedächtnis rufen und bitte nicht vergessen, dass Leipzig seit 19 Jahren dabei ist, über 40 Jahre infrastrukturellen Rückstand aufzuholen. Und es ist weder "Tiefensees" Idee gewesen, sondern ein seit über 100 Jahren angedachtes Projekt, welches nur durch Krieg, Nationalsozialismus und Sozialismus bislang nicht realisiert werden konnte, noch ist es ein "Milliardengrab", da die Kostensteigerungen zum großen Teil nachvollziehbare Ursachen haben. Aber wie heißt es so schön: Was lange währt, wird gut. In diesem Sinne! :)

hedges
21.09.09, 01:10
@KurushiX

hier plant keiner eine U-Bahn! ausserdem kann ich nicht so richtig verstehen warum eine buendelung aller S-Bahnlinien zwischen zwei kopfbahnhoefen im groessten/wichtigsten bahn-knotenpunkt des ostens (berlin ausgenommen) ein milliardengrab ist. desweiteren sind es keine milliarden sondern ungef. 900 millionen.

das ist eine verkehrstechnische und infrastrukturelle notwendigkeit um den grossraum leipzig ueberhaupt konkurenzfaehig zu machen und weiter zu staerken. ausserdem ist der HBF der ausgangspunkt div. ICE und IC linien die damit in das nahe und weitere umfeld vernetzt werden.

also! > das war nicht nur eine initiative lokaler politiker sondern auch eine der DB um das netz weiter zu modernisieren/straffen in dem knoten oder hubs errichtet werden! warum glauben so viele dass ein OB so eine grosse investition alleine durchsetzen koennte?

schau dir nochmal alles genau an und vergleiche auch das heutige S-Bahnnetz in frankfurt/main mit dem zukuenftigen leipziger.

PS. wenn man um 20.00 vom flughafen nuernberg in die innenstadt mit der U-Bahn faehrt stirbt man vor einsamkeit! > grab?

Stahlbauer
22.09.09, 20:42
Tiefensees Milliardengrab ist bei weitem nicht so spekakulär wie es immer hingestellt wird. Wenn es mit der Geschwindigkeit weitergeht hat Leipzig im Jahr 2030 evtl. schon 5-7 unterirdische Stationen.


Schön für Nürnberg, dass dort vor dreißig Jahren eine U-Bahn gebaut worden ist. Darf ich an die Rolle Nürnbergs im Dritten Reich erinnern? Das Reichsparteitagsgelände (http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsparteitagsgelände)ist sicherlich per U-Bahn erreichbar. Dort kann man sich über den Beitrag Nürnbergs zur Weltgeschichte informieren. Dieser hat leider auch dazu geführt, dass der heute Citytunnel genannte Tunnel erst jetzt realisiert werden kann. Vielen Dank nochmal nach Nürnberg.



Dass beim Leipziger Citytunnel immer wieder von einem Milliardengrab gesprochen wird , kann wohl nur daran daran liegen, dass der Tunnel mitten in der Stadt gebaut wird und daher immer wieder in das Bewusstsein der Bürger gerät. Die Deutsche Bahn AG vermag die Bedeutung und Auswirkung für die Verkehrsinfrastruktur im Großraum Halle-Leipzig nicht wirklich zu vermitteln. Gebaut wird nicht nur ein Tunnel - die gesamte S-Bahnnetzführung wird umgestellt. Ich bin jetzt schon gespannt, wer in zehn Jahren schon immer für den Tunnel war.:D




Die Verteuerung und der immer wieder verschobene Fertigstellungstermin sind ärgerlich, scheinen aber zu derartigen Projekten immer aufzutreten.


Ein Beispiel ist die ICE-Strecke Nürnberg-München (http://de.wikipedia.org/wiki/Schnellfahrstrecke_Nürnberg–Ingolst adt–München), die sich von 2,3 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro (Stand 2006) verteuerte. Diese Strecke ist Teil der ICE-Strecke München- Berlin. Unter der letzten Rot-Grünen Regierung wurde ein Baustopp verhängt und der Fertigstellungstermin auf nach 2040 verschoben. Gegenwärtig wird wieder kräftig gebaut. Sollte die SPD am Sonntag gewinnen - na ja mal sehen was dann passiert.






Wieso hat Nürnberg eigentlich keine eigene Universität?:o