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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sanierung von Plattenbauten


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Der_Geograph
17.09.10, 23:10
Da die Sanierung bestehender Plattenbauten mit primärer Wohnnutzung auch 20 Jahre nach der Wende noch längst nicht beendet ist, lege ich hier mal einen Auffangthread für solche Projekte an.
Aktuell geht seit längerem mal wieder eine kleinere "Sanierungswelle" durch die Stadt. Davon betroffen sind vor allem Gebäude des Wohntyps WHH/GT18.

Dieses Gebäude (Website dazu: http://www.gruenerwohnen-berlin.de/) an der Landsberger Allee stand viele Jahre als Ruine in der Stadt. Dies gab den Investoren die Möglichkeit eine innovative Sanierung durchführen zu können. Daher konnten die Wohnungen grundlegend umstrukturiert und vergrößert werden. Balkons wurden der alten Bausubstanz hinzugefügt.
Weiter stadtauswärts begann kurz nach der Fertigstellung dieses Projekts die Sanierung eines weiteren WHH/GT18; der jedoch bewohnt ist (Landsberger Allee/Arendsweg).

Das ewig leerstehende Gebäude an der Ecke Singer-/Andreasstraße wird seit einigen Monaten ebenfalls saniert. Als ich heute vorbeiging, konnte ich folgende Fotos machen:

http://img408.imageshack.us/img408/5135/bild0162.th.jpg (http://img408.imageshack.us/i/bild0162.jpg/)

und
http://img824.imageshack.us/img824/4511/bild0165y.th.jpg (http://img824.imageshack.us/i/bild0165y.jpg/)

Dies ist m. E. eine der gelungensten Sanierungen eines Plattenbaus. Die Fassade sieht sehr hochwertig aus, des weiteren lässt die dunkle Farbe mit den silbergrauen, vertikalen Streben und den verspiegelten Fenstern das Haus nun sehr modern wirken.
Sehr einfallslos sieht hingegen der bereits seit längerem renovierte Silver-Tower nebenan aus (http://www.panoramio.com/photo/40909390).

Von welchen Projekten ich zwar noch keine Bilder habe, die aber durch ihre zentrale Lage sehr markant sind, sind die Zwillingshäuser an der Kreuzung Greifswalder Straße/Prenzlauer Berg sowie das Paar zweier WHH/GT ETP85'er an der Ecke Lichtenberger-/Holzmarktstraße (kann man sehr gut von der S-Bahn aus zw. S Jannowitzbrücke und Ostbahnhof beobachten).
Erstere wurden jedoch nur teilsaniert. Das heißt, die Fenster wurden ausgestauscht und die Waschbetonfassade wurde lediglich in weiß-blauen Farben angetrichen ohne dabei eine isolierende Schicht zu installieren.

(alle drei Bilder sind von mir)

jan85
18.09.10, 13:06
Solche Sanierungen finden ja auch in West-Berlin statt, schließlich wurden Plattenbauten nicht nur in der DDR errichtet. Da die Wohnungen an sich oft gar nicht so schlecht sind und es dann mehr an der Optik liegt, macht es mE an vielen Ecken Sinn, über solche Sanierungen nachzudenken, bevor abgerissen und neu gebaut wird.

Mir gefallen da einige der Gebäude in der Gropius-Stadt. Ich hoffe allerdings, dass da bald weitersaniert wird. Einige der Bauten hätten viel mehr Potential, wenn sie nicht mehr durch diese hässlichen braunen und grauen Platten verunstaltet würden.

Das gezeigt Projekt ist da ein sehr schönes Beispiel. Das sieht eigentlich fast schon nicht mehr nach Patte aus, finde ich. Eher ein, zwei Klassen besser. Auch am S-Bhf Storkower Straße wurde der Bestand deutlich aufgewertet. Der Platz dort hat spürbar an Lebendigkeit und Aufenthaltsqualität gewonnen. Ich war letztens zufällig mal dort und war wirklich überrascht. Im Märkischen Viertel wird derzeit ebenfalls viel gemacht, ich war aber lange nicht mehr dort.

Augsburger
18.09.10, 14:15
^Richtig ist dass Großsiedlungen mal als sehr progressiv galten und daher weltweit populär waren. Bis sich die bekannten Probleme eingestellt haben, wenn soviele Menschen auf so kleinem Raum in anonymen Betongebirgen leben. Im Ostblock ging den Bauherren zudem rasch das Geld aus, so dass sich spartanische, am Fliesband produzierte, Gebäudetypen entwickelten die eher an lieblose Fabriken und Lagerhallen in Industriegebieten als an Home Sweet Home erinnerten.

Außerdem zählte zum städtebaulichen Konzept der Großsiedlungen ganz zentral entsprechende Infrastruktur zu entwickeln, vom Nahkauf bis zum Kindergarten. An reine "Schlafstädte" haben die Vordenker wie Le Corbusier nie gedacht! Auch dafür war in der DDR aber kein Geld da, außerhalb Ostberlins oft nicht einmal für das Notwendigste (beispielsweise gepflasterte Wege - über Jahre mussten Bewohner über baustellenartige Schlammwüsten zu ihren Gebäuden stapfen).

Es gibt nun die Chance aus den gemachten Fehlern zu lernen, auch mit Konzepten angloamerikanischer Apartmenthäuser, also diverse Serviceleistungen durch Personal, welche umgelegt auf die große Zahl der Bewohner im Verhältnis zum Nutzen sehr preiswert sind und die Wohnqualität massiv erhöhen. Apartmenthäuser können durchaus begehrenswert sein!

Der_Geograph
18.09.10, 16:20
Was die Gropiusstadt anbelangt, ist mir von einem Mieter des Hochhauses am Zwickauer Damm zu Ohren gekommen, dass entweder dieses oder nächstes Jahr eine Stragsanierung ansteht. Ob darin auch eine Erneuerung der Fassade enthalten ist, weiß ich nicht.

Die Gegend um den Fennpfuhl (S Storkower Straße) befindet sich längerem mal wieder etwas im Aufwind. Zudem auf der gegenüberliegenden Friedrichshainer Seite des Bahnhof ein vollkommen neues Wohnviertel errichtet wird.
Das Zentrum dieser ältesten planmäßig angelegten Plattenbausiedlung der DDR, der Anton-Seafkow-Platz wird z. Z. gänzlich neu angelegt, was die Aufenthaltsqualität erheblich bessern konnte. Darüberhinaus wird auch das alte Kaufhaus aus DDR Zeiten wiederbelebt und saniert. Es soll dann einen Supermarkt, mehrere Geschäfte, Arztpraxen sowie Wohnungen mit kleinen Balkons enthalten. Die anliegende Extra-Kaufhalle wird anschließend abgerissen und neu gebaut.

Meines Erachtens sind diese Großwohnsiedlung immernoch progressiv. Sie haben lediglich ein schlechtes Image, was sich natürlich auch auf deren Investitionen auswirkt. Denn schließlich können hochwertige Siedlungen dem Problem des Urban Sprawl, sowie langen Verkehrswegen entgegenwirken und haben somit auch einen erheblichen ökologischen Nutzen.

Die Siedlungen der DDR waren meist wesentlich besser und effektiver angelegt, als die des Westens. Daher sind sie auch heute seltener soziale Brennpunkte, als viele denken. Das lag vor allem an der sozialen Infrastruktur, wie Kindergärten, Schulen, Treffpunkte, usw. Diese wurden z. B. in der Gropiusstadt erst nachträglich errichtet, als bemerkt wurde das die anfänglich geplanten EInrichtungen nicht ausreichten.

Nahezu jedes sanierte Doppelhochhaus, sei es nun in Lichtenberg oder Marzahn hat heute einen Conciergeservice, der in manchen Fällen sogar die Koordination von Dienstleistungen (wie Elektrohandwerk, Sanitär, usw.) innerhalb eines Hauses übernimmt, indem er zwischen einzelnen Mietparteien vermittelt.

Klarenbach
19.11.10, 00:05
Eine kaum für möglich gehaltene Sanierung erfahren derzeit die beiden Punkthäuser Hellersdorfer Straße 171 und 173 in Berlin - Hellersdorf. Eine wechselhafte Geschichte scheint nun doch ein gutes Ende zu finden.
Die beiden Plattenbau-Punkthäuser des Typs PH 12 wurden 1986 errichtet. Das Punkthaus PH 12 ( 12 Geschosse, 55 Wohnungen, Plattenbau, 6,3 Mp) wurde 1978 vom VEB Wohn- und Gesellschaftsbau Frankfurt/Oder (Dipl. Ing. Güttler, Dipl. Ing. Jochen Beige, Architekt Hensel) entwickelt. Seitdem wurde es in großer Zahl sowohl im Bezirk Frankfurt/Oder als auch in Berlin errichtet. Die Punkthäuser in der Hellersdorfer Straße 171/173 wurden allerdings nie als Wohnhäuser genutzt, stattdessen dienten sie als provisorisches Rathaus für den Stadtbezirk Hellersdorf.
Nach dem Auszug der Verwaltung 1998 wurden die Gebäude privatisiert, der neue Eigentümer überließ die Gebäude dem Leerstand und Verfall. 2002 sorgte die Kunstaktion "Dostoprimetschatjelnosti" im Haus Hellersdorfer Straße 173 für Aufmerksamkeit, anschließend folgte wieder der Leerstand. Mehrfach gab es Abrissanträge, doch diese scheiterten an fehlenden Fördergeldern. Denn das Stadtumbau Ost - Programm gewährte zwar Gelder für den Abriss von Wohnhäusern, nicht aber für den Abriss von Bürohäusern. Und da die Punkthäuser nie als Wohnhäuser genutzt worden waren, galten sie als Bürohäuser. Dieser Umstand rettete die Punkthäuser, die von großer städtebaulicher Bedeutung für Hellersdorf sind, vor dem Abriss.
Im Januar schließlich begann die Sanierung der Punkthäuser. Der Bauherr ist die Rhin Verwaltungsgesellschaft mbH&Co.KG, der Planer ist Axel Larsen Vefring (Berlin). Die Sanierung umfasst Wärmedämmung, Grundrissänderungen und neue Sanitärstränge. Die Bausubstanz war trotz des jahrelangen Leerstandes noch völlig intakt.
Dank der attraktiven Lage der Häuser mit Blick auf das Wuhletal dürften sich für die sanierten Häuser schnell Mieter finden lassen.

Backstein
22.11.10, 09:27
Hier hab ich tatsächlich ein aktuelles Foto, da ich nach Nowosibisrsk musste. :D

http://www.deutsches-architektur-forum.de/pics//backstein/daf/alte/03hel.jpg

Früher sahen die beiden Plattenhochhäuser so aus:
Google Maps (http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=berlin+hellersdorf&sll=52.531183,13.591225&sspn=0.00528,0.009602&g=Bundesratufer,+10555+Berlin&ie=UTF8&hq=&hnear=Hellersdorf+Berlin&ll=52.533062,13.584123&spn=0.021015,0.05476&t=h&z=15&layer=c&cbll=52.530992,13.591121&panoid=Uw3m7tcinzgcbmUg-ktFlg&cbp=12,16.95,,1,-0.4)

Dann standen sie längere Zeit entkernt mit leeren Fensterhöhlen da rum, und jetzt nennen sie sich hochtrabend Rhin Tower's (wobei weder der Rhin noch die Rhinstr. in der Nähe sind...)

DaseBLN
22.11.10, 12:49
^ Und ein Deppenapostroph ist auch dabei, Glückwunsch :)

Klarenbach
11.02.11, 23:44
Aus Marzahn-Hellersdorf werden sehr positive Nachrichten gemeldet. Die Berliner Zeitung vom 2.2.2011 berichtet, dass nach Marzahn-Hellersdoerf immer mehr junge Familien mit Kindern ziehen. Die Folge ist ein wachsender Bedarf an Schulen und Kindergärten. Derzeit besuchen 20000 Kinder Grundschulen im Bezirk, bis 2014/15 wird eine Steigerung um 20 Prozent erwartet. Ähnlich sieht es bei den Kitas aus. Hier wird bis 2013 ein Anstieg um 6 Prozent erwartet.

Das Problem ist nun, dass in Marzahn-Hellersdorf seit 2003 rund 70 Kitas und Schulen abgerissen worden sind, weil die Experten von kontinuierlich rückläufigen Einwohnerzahlen ausgegangen waren. Dieser Abriss rächt sich jetzt. Seit 2009 mussten vier Kitas neu gebaut werden, drei neue Grundschulen sind geplant.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/329294/329295.php

Der Tagesspiegel vom 3.2.2011 und die Berliner Morgenpost vom 5.2.2011 melden, dass Marzahn-Hellersdorf neben Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte zu den Berliner Berliner Bezirken mit der größten wirtschaftlichen Dynamik zählt. Besonders markant war der Rückgang der Arbeitslosenquote, die vom Januar 2008 bis zum Januar 2011 von 15,5 Prozent auf 12,4 Prozent zurückgegangen ist. Andere Bezirke verzeichneten wesentlich höhere Arbeitslosenquoten, wie Mitte - 16,4 Prozent, Friedrichshain-Kreuzberg - 16,7 Prozent, Reinickendorf - 15,3 Prozent, Neukölln - 20,0 Prozent, Spandau - 15,1 Prozent.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/abstieg-west/3792272.html
http://www.morgenpost.de/berlin/article1534355/Wie-der-Aufschwung-in-Berlin-wirkt.html

Insgesamt sieht es ganz danach aus, dass die viel geschmähten Großsiedlungen eine echte Erfolgsgeschichte werden könnten. Angesichts der vielen Grabgesänge, die schon auf die Großsiedlungen gesungen wurden, ist das eine echte Sensation.

berliner1983
12.02.11, 03:07
^
auch hier die Frage, wie soll sich diese Hochverschuldete Stadt sich das alles leisten?? , und zum anderen sollten sich die Hellersdorfer mal nen Job suchen, anstatt sich hier Kinder ohne ende zu zeugen, weil man kann von HARTZ IV nicht sein leben lang leben, lasst mich *Assoziales denken vorwerfen* aber ich kenne genug Verwandte die dort Wohnen und nur noch von Stütze leben (diese sagen genau dasselbe, und meckern rum, das man sie allein lässt - weil auch hier die LINKE zuwenig getan hat, um neue Arbeitsplätze zuschaffen) - hohe Arbeitslosigkeit prägt, diesen eig. grünen Bezirk, und das finde ich traurig, man hat es nicht geschafft (industrien,großere firmen,brachflächen zu füllen!) denn das hätte denen am meisten geholfen, diese Leute schreien nach JOB`s aber diesen Senat hat auch dieses nicht gestört! aber ich sage mal egal, Berlin nimmt gerne Gelder aus Bayern und Baden Württemberg an ne? =) kostet ja nichts, und man muss dagegen ja auch nichst tun, ausser die Hand aufhalten, in Hellersdorf entsteht derzeit eine neue DDR, dank der SED-Nachfolgepartei, ich finde Kinderzuwachs etwas großartiges, aber Bitte Eltern ohne Sozialleistungen und ohne Finanzhilfen aus anderen Bundesländern, diese Assoziale Politik des Händeaufhaltens finde ich furchtbar, ich will auch keine Hellersdorfer hier angreifen, aber Leute wacht auf.. jetzt machen SPD/LINKE noch Geschenke, und vieele neue Kindergärten und Schulen - wofür Sie aber kein Geld haben! und das räscht sich spät. dann wenn unser schönes Berlin pleite ist! und da der "Klarenbach" irgendwie selbst ein Linker Politiker sein wird, ist es ein Armutszeugnis so die Leute zu Manipulieren, Berlin ist kein vorbild wenn man nur auf kosten anderer solche dinge ermöglicht! sowas darf man nicht mehr tolerieren! auch nicht in Hellersdorf, BERLIN ist und bleibt unter ROT-DUNKELROT das armenhaus Deutschland`s und das muss sich ändern, obwohl...ich denke LINKE & SPD wollen keine armut, warum ist es dann so schlimm geworden? die größe Kinderarmut, die höchste Arbeitslosigkeit und die meisten Obdachlosen, wo bleibt denn da die Soziale Politik?? so schlimm, war es in BERLIN vor dieser Regierung nicht! und der trend setzt sich weiter fort, und alles was diese Regierung 2011-2015 fortsetzt sind unsere Steuergelder bei einer verschuldung von 65 Mrd. € und natürlich auf kosten der Bayern, die sich übrigens (kostenlose kitajahre nicht leisten können) das gibt doch zum denken? :Nieder: PS: Klarenbach: du versuchst hier eindeutig Popolismus deiner Partei durchzusetzen! schäm dich, Leute das sind alles nur Manipuliere Zahlen "wie ein Märchen" hier wird gelogen ohne das man es bereut!

Spreesurfer
12.02.11, 13:54
^
Und was hat uns dein polemischer und pauschalisierender Beitrag nun gebracht?
Richitg ... nichts.
Es sind doch reine Fakten, dass die Arbeitslosenquote gesunken ist und es einen Zuzug an jungen Familien gibt. Marzahn-Hellersdorf besteht nicht nur aus Plattenbauten. Warst du schonmal in Mahlsdorf, Kaulsdorf oder Biesdorf? Ich denke nicht, ansonsten würdest du nicht solche Aussagen tätigen. Viele junge Leute ziehen in diese Gebiete und bauen sich Eigenheime. Selbst in den Plattenbauten leben viele Menschen aus dem Mittelstand. Natürlich gibt es viele Probleme, die man auch nich ausblenden kann und darf. Ich finde es aber einfach nur schade, dass es Leute gibt, die jede positive Entwicklung wegblenden und sich einer peinlichen Polemik bedienen. Mit so einer Einstellung kann sich diese Stadt auf keinen Fall weiterentwickeln.

necrokatz
12.02.11, 18:39
Es gibt gerade in Westdeutschland ein extremes Misverständnis, was Platten angeht. Wo in Westdeutschland tatsächlich die meisten Platten ausnahmslos vom unterstem Gesellschaftsrand bevölkert sind, hat sich das im Osten noch nicht so stark entmischt. Viele der Platten sind im Gegenteil echt gut und energetisch saniert, liegen stadtnah und trotzdem im Grünen, so dass sich sehr viele 'normale Menschen' dort nach einer Wohnung umschauen.

berliner1983
12.02.11, 19:09
zu #10:

sicherlich kenne ich diese ecken (die zum glück noch dorf-altstadt-charakter haben, weil die SED-Nachfolgepartei dort kein Interesse hatte, und es uninteressant war, was man an Dresden sieht, alle Ostdeutschen Städte,Länder waren doch stark heruntergekommen, weil es der DDR nicht interessiert hat,

nur Berlin war dort die ausnahme!, und das darf man Bitte nicht vergessen, wäre Berlin ein Dorf/ oder eine kleinere Stadt gewesen und Dresden die große Metropole gewesen, hätte auch hier die DDR/SED/LINKE nicht zurückgeschreckt die gesamte Altstadt abzureißen,

wie Sie es in Berlin zum teil doch auch getan wurde (Kirchen weg,Häuser wech, Schloss weg - alles stand noch) und da wollt ihr nicht von willkürlichem Abriss reden! denkt doch mal nach, Hellersdorf hat denen nur gepasst, weil da nie etwas war, ausser Felder! zum glück eigentlich, sonst wären diese kranken Phantasien dort auch noch durchgesetzt worden (falls alte Häuser dort gestanden hätten) ich selbst habe dort Verwandte, die dort seit Jahrzehnten Wohnen, und komischerweise genau dasselbe erzählen!

wie soll sich ausserdem dieser Stadtteil unter Rot-Dunkelrot weiterentwickeln? nur weitere Ghettos! hier hat sich gar nichts entwickelt, ausser das Häuser Saniert wurden, (an die Menschen hat doch keiner gedacht) hier wurde Saniert, um die Sorgen der Menschen zu vertuschen! ganz eindeutig.

Hellersdorf zeigt ausserdem viel Assoziales verhalten der Leute, ich höre von vielem Menschen und sehe es doch selber, fahrt doch mal die U5 ab, hinter dem Tierparkt trifft man nur noch auf junges Arbeitslosen Volk, was Pöbelt (selber gesehen) Leute anmacht, in der Bahn sich zu Saufen! soll das eine positive entwicklung sein? hier wird wieder mal von LINKEN alles "positiv" geredet, so wie es dem Senat auch passt, was wirklich typisch ist, hier werden sachen doch generell schön geredet, es ist so, Hellersdorf zählt, als das "armenhaus" und der Bezirk zusammen mit Neukölln die mit der höchsten Arbeitslosenquote, und das trotz einer Partei namens "LINKE" , wer es langsam nicht mal begreift, ist selber schuld.

Hellersdorf ist verbessert worden klar mit einer (Stadt-struktur-Sanierung), aber die vielen Sozialen Probleme blieben - BSP: (Müll aus dem Fenster werfen (gibt es wirklich viele, Böller werden gezündet bis nach Neujahr - gar 2 bis 3 Wochen danach noch - ist das NORMAL?, Rechte Pöbelein,Massenarbeitslosigkeit - ich habe selbst Leute die über 12 Jahre zuhause sind, weil es dem Jobcenter unter federführung der LINKEN völlig wurscht ist, die armen Leute, genau darum hat Berlin auch diese massiven Probleme, weil sich LINKE und SPD doch gar nicht anstrengen!, und das kann keiner schönreden! in 10 Jahren Rot-Rot hat sich dort jedenfalls nichts verändert, nur der Häuserstil.

Ich will auch nichts ganz schlecht reden, aber was soll man gut reden, wenn es den Leuten doch nicht besser geht? wie kann man auf Sanierte Häuser stolz sein, wenn doch gleichzeitig Massenarmut,Kinderarmut usw herrscht?

Desweiteren wurden doch nur die Häuser Saniert, damit die Leute hingelockt werden, mit Billigen Mieten (um so auch Normalverdiener herzulocken, damit sich das Volk vermischt, weil man ja dachte Assis kann man auch mit normalen Leuten mischen, dann wird sich das schon ändern, ich denke nicht so, das es Assis sind, aber ich habe das gefühl das dem Senat das so auch recht ist?! das sogenannte "Soziale-Stadt-Modell" misch Arm mit Reich - dann wird sich alles ändern , und wir brauchen nichts mehr tun?! das ist reine augenwicherei!

Statistik:

Hellersdorf hat:

- Massenarmut
- Kinderarmut
- Massenarbeitslosigkeit
- geringe Einkaufskraft, warum wohl?! Armutszeignis, arme Leute die da Wohnen!
(und dieses spiegelt sich in Statistiken und von Bewohnern die es hautnah erleben) , und das kann nicht im sinne dieser Sozialen Stadt sein, ausser man glaubt denen unter SPD/LINKE alles, Hellersdorf ist bis zum hals verschuldet, weil es genau diese probleme gibt! der Mittelstand sorgt höchstens dafür, das es nicht ganz zu 100 % verarmt.

Ich denke das ist Statistik genügend zeigt, und ich laber hier auch keinen Unsinn, sondern beziehe mich auf Seriöse und der wirklichkeit entsprechende Argumentationen bzw. Aussagen!

sowas darf man nicht mehr Unterstützen diese ganze Augenwicherei und Trickserei, die hier mit der Berliner Bevölkerung betrieben wird!

und PS: das Hellersdorf so aussieht, kann man auch dem Länderfinanzausgleich und natürlich dem Solidaritätszuschlag verdanken, ansonsten hätte der Senat hier auch nichts gemacht,

doch: MIT NOCH MEHR SCHULDEN!

ich bin selber ein "echter" ehem. Ost-Berliner, habe nur erkannt, wie hier Augenwicherei getrieben wird (arrogante und selbstzufriedene SPD/LINKE Politik) , und das gefühl wird mir nicht mehr los:das der Senat unter Herrn Wowereit denkt wir Berliner "wären wirklich Hohlbirnen" die würden nie was sagen, denn ich bin der Sonnengott! so ist es doch in der Bevölkerung, jeder Wählt diesen hansdampf, weil niemand anders es packen könnte, und er eine große Popularität hat, aber darauf kann man auch verzichten, ich bin kein CDU-Wähler schon gar nicht auf Bundesebene auf ich denke das der CDU-Kandidat Henkel, sicherlich die Berliner probleme erkennen würde, und das Berlin solche Schulden hat ist ebenfalls ein Relikt der SPD/CDU Zeit bis 2000! aber diese Partei unter Henkel, hat aus seinen Fehlern gelernt und kann Berlin in eine sichere Zukunft geleiten, denn in CDU Regierten Ländern,Städten gibt es solche probleme gar nicht! (Hamburg, hat keine Massenarmut, Bayern erst recht nicht, schon komisch - und nun Fr. Hannelore Kraft SPD Führend - die schnell mal NRW um 9 Milliarden € Neuschulden bringt, das klingt verdammt nach Berliner SPD Politik)! ich denke die Leute hier im Forum, wissen was ich meine, und hoffentlich wissen es bald noch mehr! das man sich mit geschenken, und fremden Geld nichts kaufen kann, um sich seine Stadt so zu schaffen wie man es gerne hätte, ohne an die Berliner selbst zudenken! denkt, was ihr wollt, aber diese probleme passen wirklich gut hierrein, auch in diese Rubrik! (PS: ich möchte keinen Wahlkampf führen, oder Leute Manipulieren, sondern nur wachrütteln!) =)

und ich will keinem Menschen bzw. Hellersdorfer zunahe treten,
ich weiß, wie schwer es ist einen Job zufinden, aber ich sage nur die Wahrheit, und rede hier nichts schön, so wie es bei einigen hier getan wird! Probleme darf man einfach nicht kleinreden, sondern anpacken! MIT LÖSUNGEN!

denn Hellersdorf hat mehr verdient: viel Grün (das auch bewirtschaftet wird) , schöne sanierte Häuser , und natürlich Arbeit und viele Kinder , denn nur so kann ein Kiez oder Stadtteil auch glücklich sein, und nicht nur mit schönsanierten Buden!
denn anstatt hier weiterauszubauen müssen: auch Arbeitsplätze entstehen, Löhne wachsen, und die Leute müssen sich ihr täglich Brot auch leisten... - und nicht nur mit schlechtem Image leben, denn das haben diese Bürger dort nicht verdient! erst dann, kann man auch mit dem ergebnis zufrienden sein, und nicht die Leute hier erzählen wie Positiv das ganze doch dort ist! denn das , ist wirklich ein Skandal!

Spreesurfer
12.02.11, 21:29
Sorry, aber einen Post, der so politisch gefärbt ist, kann ich einfach nicht ernst nehmen.

berliner1983
12.02.11, 21:37
Sorry, aber einen Post, der so politisch gefärbt ist, kann ich einfach nicht ernst nehmen.

@Spreesurfer:

vielleicht solltest du es aber! denn das sind reine Wahrheiten!
dann würde es allen Berlinern besser gehen (Neuköllnern,Hellersdorfern,die Leute rund um die Kieze Wedding,Tiergarten und Co. es ist einfach nur mal eine offenbarung, das hier versucht wird, ein Berlin aufstehen zulassen, was völlig an der Realität vorbeigeht, was Finanziell nicht möglich ist, und was reine Utopie ist! eine Stadtentwicklung nicht mit Berlinern sondern gegen die Berliner! und das wird immerwieder bewiesen! Tempelhof, Alexanderplatz, RF , MEF , Gendarmenmarkt (nach Protesten eingelenkt) usw...

denn das ganze geht uns allen etwas an!

aber ich will hier nicht nur über Politik reden, obwohl das auch was mit Stadtplanung zutun hat, sondern ich wollte diese "schönrederei" von Hellersdorf mal korrekt darstellen! , um es zu Verbessern=)

Neues Thema... und denkt wirklich mal nach =) LG euer Berliner1983

necrokatz
12.02.11, 21:44
Tt mir Leid, aber ich glaube du hast wirklich keine Ahnung, wie es in Hellersdorf aussieht.

berliner1983
12.02.11, 22:06
Tt mir Leid, aber ich glaube du hast wirklich keine Ahnung, wie es in Hellersdorf aussieht.

Ohhh doch!! das alleine lese ich schon durch Neutrale Zeitungen, Verwandte und durch Livebesuche in Hellersdorf, und es passiert irgendwie immer wenn ich dort bin!

die fahrt der U5 vom Alex bis nach Hönow spricht ab Tiergarten bände! und das können mir wirklich viele bestätigen! (Besoffene Koma-Jugend-Säufer, und davon iss die Bahn überfüllt, jedes WE, und das ist kein Spinnen!) aber ich denke das die LINKEN hier in diesem Forum mir diesen wiedersprechen werden, warum eine Niederlage eingestehen?

aber OK , ich lasse euch in eurer Idiologie und schönrederei! dann kann man nicht mehr Helfen und Themen offen ansprechen,schade drum ehrlich!

lassen wir diese Diskussionen, und kommen wieder zurück zu wichtigen Themen OK?! Architektur :P

Der_Geograph
12.02.11, 22:44
Dieser doch sehr politisch geratenen Diskussion schiebe ich mal zwei Bilder zwischen, die ich heute geschossen habe:

http://www.panoramio.com/photo/48006800
http://www.panoramio.com/photo/48006913

http://www.panoramio.com/photo/48006955

Die ersten beiden Bilder zeigen dasselbe Gebäude, welches ich schon einmal im ersten Post gezeigt habe. Die Sanierung kommt m. E. nach sehr schleppend voran, denn ein allzu großer Unterschied ist nicht wahrnehmbar. Jedoch wurde bei diesem Gebäude, meines Wissens nach erstmalig, das erste OG fassadengestalterisch mit in das EG integriert. Der Eingangsbereich wurde mit schwarzen Glas zeitlos edel gehalten. Ich kann es nur wiederholen, dass dieses Gebäude eines der gelungensten Plattensanierungen überhaupt ist.

Das zweite Bild zeigt das sanierte WHH-GT ETP85 Hochhaus (von zweien) zwischen Ostbahnhof und Jannowitzbrücke. Diese neue Fassade finde ich eher unglücklich geraten. Die Farbkombination aus rot und hellem grau ist an sich ganz akzeptabel. Jedoch geraten ohne die Plattenfugen die Fenster doch sehr klein innerhalb dieser roten Masse. Besonders schade finde ich, das bei fast jeder Sanierung dieses Typus' die ursprünglich recht großen Fenster der Ein-Raumwohnungen ebenso fast verloren gehen, obwohl die Bausubtanz es gestatten würde an dieser Stelle Fenster zu installieren, die vom Fußboden bis zur Decke reichen.

Neubau
13.02.11, 02:44
Schön, das du wieder über Architektur reden möchtest, Berliner1983. Mit deiner "politischen" Meinung kannst du dich ja auf dem nächsten NPD-Parteitag zu Wort melden!

(Grausam.. genau wie deine Politische Argumentation, als es hier um den Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz ging.)

tux77
13.02.11, 08:17
Aus Marzahn-Hellersdorf werden sehr positive Nachrichten gemeldet. Die Berliner Zeitung vom 2.2.2011 berichtet, dass nach Marzahn-Hellersdoerf immer mehr junge Familien mit Kindern ziehen.

Die Familien ziehen nach Marzahl aus einem einfachen Grund. Die Mieten in Berlin werden unverschämt teuer. Richtig würde man schreiben: "... immer mehr junge Familien MÜSSEN nach Marzahn ziehen ..."

Ohhh doch!! das alleine lese ich ... (Mod: Zitat gekürzt, für den gesamten Text bitte auf das blaue Quadrat mit Pfeil klicken.)


Niederlage?
Warst Du schon Mal in Schlafbezirken von Spandau, Rudow und Wittenau? DAS sieht grauenvoll aus. Und auch dort werden die richtigen Kapitalverbrechen verübt. Die Koma-Jugend von Hellersdorf wirkt dann wirdklich harmlos.

Du gehörst wahrscheinlich zu den Menschen, die beispielsweise in Spandau geboren sind und dort wohnen, aber noch nie in Kreuzberg waren und ganz schreckliche Geschichten über diesen Bezirk verbreiten

berliner1983
13.02.11, 15:12
Die Familien ziehen nach Marzahl aus einem einfachen Grund. Die Mieten in Berlin werden unverschämt teuer. Richtig würde man schreiben: "... immer mehr junge Familien MÜSSEN nach Marzahn ziehen ..."



Niederlage?
Warst Du schon Mal in Schlafbezirken von Spandau, Rudow und Wittenau? DAS sieht grauenvoll aus. Und auch dort werden die richtigen Kapitalverbrechen verübt. Die Koma-Jugend von Hellersdorf wirkt dann wirdklich harmlos.

Du gehörst wahrscheinlich zu den Menschen, die beispielsweise in Spandau geboren sind und dort wohnen, aber noch nie in Kreuzberg waren und ganz schreckliche Geschichten über diesen Bezirk verbreiten

@tux:

1: die "Berliner Zeitung" ist ein Linkes Blatt unter "DuMont" , was mich da überhaupt nicht wundert, das die sowas alles immer gut heißen,

2: wem Interessiert dein gefasel von "Kapital" ? deine wirklich Kindlichen Thesen kannst du gerne für dich behalten! als wenn alle Menschen böse Kapitalisten wären, das zeugt von wenig sportsgeist! also ich verstehe das alles gar nicht, och Wohne seit 20 Jahren in Alex-Nähe und kann mich bei einer Miete von 385 € Warm (2 Zimmer), nicht beklagen?! wo werde ich Bitte vertrieben? ich Wohne also genau dort, wo es am meisten Boomt, das sind doch alles nur LINKE-Parolen, die in die schublade gehören!

3: schlafbezirke?! also lieber da Wohnen als in einem Bezirk, wo mir jeder zweite den Hitlergruß entgegenstreckt! dieser Bezirk, hat nachholbedarf, und das ist kein geheimnis! das sowas hier noch "schöngeredet" wird, die Leute müssen endlich erwachsen werden, und in Arbeit kommen, und hier endlich einen wirklich Grünen Bezirk draus machen, ohne verruntergekommenen Brachen!

ist ein Skandal! und dann nur noch "LINKEN-Bürgern,Politikern" was denke ich hier immerwieder zum vorschein kommt, da wohl nicht zu übersehen ist!

ihr Begreift es wirklich immernoch nicht oder??? ausserdem was ist an einem Bezirk wie Spandau,Wittenau so schlimm? ich habe gesagt, nichts gegen die Hellersdorfer, aber was sich teilweise dort abspielt, kann nichts gutes sein! "Komasäufer und davon gibt es genug, Randalierende Jugendliche die von Hellersdorf nach Mitte kommen, ich habe viele getroffen, und pardon kennen auch ne menge die sowas auch zugeben! und nichtz zu vergessen dieses Assoziale benehmen "Müll,Dreck,Böller,Gläser sowas aus dem Fenster zuwerfen, und davon fast erschlagen zuwerden" hier werden Böller noch Wochen nach Neujahr bezündet sowas ist doch wirklich auch krank? und zeugt von wenig Intelligenz.

3: du wirst lachen, ich komme aus Mitte (auch nicht Westberlin) ich bin ein ehemaliger Ostberliner , und habe mich nur in 20 Jahren wirklich weiterentwickelt! aber wenn es noch Berliner gibt besonders in diesen Ostbezirken unter der LINKEN, frage ich mich ob man euch überhaupt noch ernst nehmen darf! ich denke in diesem Herbst muss wirklich mal ein Politischer Wechsel her,

das wird doch hier immermehr klar, hier werden sachen vertuscht und schön geredet! und sowas spiegelt sich auch in diesem Roten Senat wieder! traurig, und ein echtes Armutszeugnis für unser schönes Berlin! aber was sage ich *hust* wir sind ja das ARMENHAUS DEUTSCHLAND´S =)

Neubau
13.02.11, 15:48
Du fragst, wen das "Gefasel" von tux77 interessiert. Ich frage, wen interessiert denn dein "Gefasel"?

Du bringst hier ständig die selben Argumente. Hast du Belege dafür, das in Hellersdorf überall Müll aus den Fenstern geworfen wird? Deine "Freunde" und "Livebesuche" zählen hier sicherlich nicht als Beweis.

Ich empfinde Marzahn-Hellersdorf entgegen deiner Beschreibungen immer als wesentlich aufgeräumter und sauberer als die Innenstadt. Sicherlich liegt hier und da Müll auf den Gehsteigen, aber das wird sich nie ganz vermeiden lassen weil viele Leute immer zu faul sein werden, die leere Zigarettenpackung bis zum nächsten Mülleimer zu tragen.

Jugendliche Komasäufer gibt es genauso gut in allen anderen Teilen Berlins. Warst du jemals am Wochenende Nachts am Hermann-Ehlers-Platz (Steglitz, "feinstes" Westberlin)?

...also lieber da Wohnen als in einem Bezirk, wo mir jeder zweite den Hitlergruß entgegenstreckt! Das es dort leider (wie auch in vielen anderen Ecken im Osten UND im Westen) Rechtsradikale gibt ist zwar kein Geheimnis, aber jeder zweite? Ich wusste nicht, das die BVV dort zu 50% mit Leute der NPD besetzt ist. Informier dich doch mal ein bisschen besser bevor du solch völlig verdrehten und falschen Dinge von dir gibst.

berliner1983
13.02.11, 16:49
^
jeder zweite hab ich auch nicht gesagt - Bitte lese richtig! ;-)
die Zählen nicht als beweis? also ich erlebe es immerwieder wenn ich Freunde und Verwandte dort besuche, ich weiß das man sowas nicht verallgemeinern darf, aber es war jedesmal so, ich Fahre jedes WE mit der U5 vom Alex bis nach Hönow und hinter Tierpark, musste ich feststellen, das sich solche Jugendliche so behehmen, und SORRY aber die meisten von denen kommen doch nach Mitte zum Alex um dort sunkt zumachen und zu Pöbeln (ich fahre nämlich die U5 auch wieder nachhause zurück),

das ist doch kein wunder, das die Innenstadt so verdreckt aussieht, diese Jugendlichen haben doch ausser Hart IV und Saufen keine anderen Hobby´s , ich habe auch beweise "neutrale Medien,auch Kollegen die dort mal wohnten, sagen genau dasselbe, will will hier nicht motzen, aber warum erkennt das denn niemand? seit ihr alle Taub und Blind? , nee der BVV ist nichtr besetzt, aber es Wohnen doch trotzdem übermößig viele Nazis dort, und ich merke auch hier werden probleme, wieder KLEINGEREDET, ist schon Interessant sowas!

dann verrate mir mal, warum Wohnen denn dort kaum Ausländer,Migranten - und keine Türken?? das ist einfach zuerklären - weil genau diese Bevölkerungsschicht weiß - das Sie dort gehetzt,bespuckt und vertrieben würde! und das ist die Reine Wahrheit - leugnet es nicht! denn das wäre Fatal und verlogen! aber was rede ich, ich denke ihr werdet es eh wiedersprechen! LIEBER WEGSEHEN und abwarten ne? so entstand auch das III.Reich! ich dachte das diese Zeit hinter uns läge?!

1: hier wird doch gerne und viel über den jordan gesoffen! was doch auch kein geheimnis ist!
2: hier ist Kinderkriegen schöner und von Hartz IV zuleben doch einfacher - und das wird mit Statistiken wohl bewiesen, und wenn ich duch diesen Bezirk laufe, und das tue ich, dann sehe ich viele Jugendliche mit Kindern in der Hand die gerade mal 18 sind und vom Papa Staat leben, weil Sie wissen, das sich keiner für Sie Interessiert! ausser:

Kindertagesstätten die gebaut werden, was nichts verkehrtes ist,
aber Bitte mit logig bedenken,
Massenarmut-Arbeitslosigkeit kann man nicht unter den Tisch kehren! das kann doch keine Zuunft sein?
3: Perspektivlosigkeit! - dieses Phänomen hat unter Rot-Rot doch dramatisch zugenommen!

Leute kamen aus anderen Bundesländern um Berlin wieder ein gesicht zugeben, eine klientel die auch Geld hat, was gut ist für unsere Stadt, hier kamen viele Ausländische Firmen nach Berlin , bsp: Ali Balah mit seinem Konzern kommt nach Berlin kommt - seine Leute gleich mit - aber Beschäftigt niemanden aus Berlin? warum? weil kein Englisch vorhanden ist, die Bildung ganz unten regiert?! besonders in armen Bezirken,Brennpunkten - ist doch Englisch ein Fremdwort! - dann sollen wir uns nicht wundern? das hier augenwischerei betrieben wird? hier wird sich doch nie ein großkonzern niederlassen, warum auch?! es würde ja Arbeitsplätze bringen, und das ist doch, das was die Leute hier brauchen!

und ihr wollt das nicht wahrhaben, ihr habt doch nur angst,

das wenn man euch Roten socken abgewählt -

euer Sozizentrum, und eure alten DDR-Ideen hier in unserem schönen neuen Demokratischen Berlin nicht mehr ausleben könnt! werdet endlich Erwachsen, und passt euch an!

aber naja Fr. Lötsch (LINKE) hat den Gong auch nie gehört! was soll man denn dort auch erwarten! dann bleibt Hellersdorf halt ein ARMUTSVIERTEL ohne PERSPEKTIVE , das haben die Leute dort bei weitem nicht verdient!

PS: was hat der Westen mit diesem problem am Hut?? dadrüben gibt es genauso viele arge Probleme wie hier! unterlässt euere "das ist unser Klassenfeind" einstellung! denn das ist wirklich Kindisch - wart ihr mal im Ruhrpott? da gab es Jahre höchste Armut und Massenarbeitslosigkeit! und das soll der "immernoch" Goldene Westen sein? Leute, wo lebt ihr? das problem ist, das wir Berlin,ich zähle mich nicht dazu, denke es gibt auch ausnahmen - nie einen Fuß in solche Gebiete gesetzt haben! einmal böser Westen immer böser Westen! und da hört die Freundschaft auf! weil genau das nämlich, dumm und ignorant ist!

ich bin selber ein ehemaliger Ostberliner gewesen, aber ich habe mir Deutschland angesehen und habe ein anderes Bild, als das was die Berliner allgemein über ihre Stadt sagen - die beste der Welt oder alles andere ausser Berlin ist Provinz und uninteressant *augenroll* - dieser Charakterzug ist durch Wowereit und seine Berlin ausrichtung erst richtig Manifestiert worden! *armes berlin*

Deutschland`s Städte mit Berlin eingenommen haben allesamt etwas zubieten auch das popelige Bonn oder Köln - ihhhh die Karnevalshochburg! ja aber die haben ihre Kultur behalten, und das vermisse ich in unsere Stadt Berlin! genau das haben uns doch Wowereit und Co. weggenommen!und das wird weiterfortgesetzt, eine schande ist sowas! und unterlasst in Zukunft diese betonung "feinster Westen" diese begriff ist doch nun wirklich Kindisch und albern, denn auch im Westen gibt es genug zutun, wir sind Berlin und Deutschland - und Leute ihr müsst es akzeptieren - Mauer nix mehr da! never ? ever!

und mit dieser einstellung Regiert doch Wowereit - mit seiner schmierigen und Arroganten Berlin-einstellung! klar Berlin ist eine aufregende Stadt, aber soviel freschheit und Ignoranz ist gestörtes verhalten, und so benimmt sich kein Regierender Bürgermeister! dem ist doch sein Party-Berlin wichtiger als den Menschen zuhelfen, und das hat der 10 Jahre lang versäumt! sowas kann kein vertrauenswürdiger Mensch sein, der so regiert, denn das ist für unser eig. schönes Berlin ein armutszeugnis und einfach nur peinlich!

Neubau
13.02.11, 17:22
...jeder zweite hab ich auch nicht gesagDoch, hast du - vielleicht schaust du ja nochmal, was du geschrieben hast?

...wenn ich Freunde und Verwandte dort besucheWieso wohnen die denn da? Da wohnen doch nur "Hartz IVler" und "Assis". Und was mich am meisten Interessiert: werfen die Ihren Müll auch aus dem Fenster?

Vielleicht findet sich ja jemand anderes, der den Rest deines Beitrages beantwortet.. ich hab keinen Nerv deine (immer wieder gleichen) Argumente zu widerlegen ;)

buergm
13.02.11, 17:32
@berliner1983

ich frage mich ja schon die ganze Zeit, von welchen "neutralen Medien" du so die ganze Zeit sprichst. Bild? Union-Kurier? ;-)

berliner1983
13.02.11, 17:34
@Neubau:

ja weil ihr ja nicht die Wahrheiten vertragen könnt!

und warum diese da noch Wohnen??

1: sind diese Verwandten selbst Hartzis,(bald aber nicht mehr) , neue Arbeitsstelle aber in einem anderen Bezirk , und die haben auch Freunde,Kumpel die selber alle Sozialleisten beziehen, und da es ja dort eh Dörtflich ist, kennt man sich halt um viele ecken! und das sind dann nicht wenige! und es gab auch Leute von mir, die da weggezogen sind, weil Sie gemerkt haben, das es dort einen Sozialenabstieg gab..und diesen gibt es gerade rund um "Helle Mitte"

ich habe hier von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen Plan der genau diesen bereich wiederspiegelt
sozialer Brennpunkt *hohe Armut/Arbeitslosigkeit) tja, ihr könnt diesen gerne abholen in der Senatsverwaltung oder Bestellen! denn dann wird euch genau das belegt!

und zeigt, das ich mir das ganze nicht ausdenke, nur wirklich schade, das es hier keinem wirklich Interessiert! lieber veröden und verkommen lassen, oder mal sagen "ja die probleme gibt es" aber das will man ja nicht, typisch LINKE ehrlich! das ist alles so verlogen / eine reine augenwischerei! traurig...

2: NEIN die werfen ihren Müll nicht aus dem Fenster, weil die noch ein wenig benehmen an den Tag legen, aber es gibt diese Leute, das ich auch schon selbst beobachtet haben (nur von Jungen Leuten)!! ich rede nur von denen!!

3:sagt mir was über das problem Ausländer , die dort nicht so Wohnen wie in PrenzlBerg,Wedding,Mitte,Steglitz usw..??? und es gibt viele Migranten die selber keinen JOB haben-finden ^^ also warum ist es dort anders als sonst wo?

Neubau
13.02.11, 17:46
ich frage mich ja schon die ganze Zeit, von welchen "neutralen Medien" du so die ganze Zeit sprichst. Bild? Union-Kurier? ;-)Ich tippe auf die neutrale "elde" :lach:

berliner1983
13.02.11, 17:52
@Neubau:

eher nicht:

1: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
2: Berliner Morgenpost (die "JA" zur Springer AG gehört , aber eine gewisse Neutralität an den Tag legt) - die haben ihre Quellen direkt beim Senat! also ist sowas auch sehr Vertraulich!
3: Historiker
4: selbstanschauung

PS: Zeitungen wie BILD,BZ und Co. zeigen die Probleme wenigstens! (auch wenn es schmuddelblätter sind :D:daumen:) , und sowas ist wichtig! damit die Gesellschaft, zum nachdenken animiert wird, und probleme zu verändern und zu verbessern! weil Sie offen reden, das ist Demokratie! -Meinung frei und Offen-

Zeitungen die sowas schönreden, haben in meinen Augen die Realität verloren!

alles andere ist Linke-vertuschung:

Kurier,Berliner Zeitung (DuMont) , Neues Deutschland!!! absolut Rotes Tuch!

Stadtaffe
13.02.11, 18:42
Dieser doch sehr politisch geratenen Diskussion schiebe ich mal zwei Bilder zwischen, die ich heute geschossen habe:

http://www.panoramio.com/photo/48006800
http://www.panoramio.com/photo/48006913



Diese Sanierung finde ich wirklich gut gelungen, sieht tausend mal besser aus jetzt! :daumen:

berliner1983
13.02.11, 18:54
@Stadtaffe:

ich stimme dir vollkommen zu! sieht jetzt wirklich, richtig Klasse aus! eine echte aufwertung, obwohl man bei früheren Bildern natürlich schon sagen muss, es hat nichts mehr vom alten Berlin! aber diese gegend hat sich ja positiv entwickelt, und ich hoffe das noch einige Projekte dort nachhelfen werden, es gibt noch viele alte Brachen und heruntergekommene Häuser (Koppenstraße) usw... aber wirklich Daumen :daumen:

DaseBLN
13.02.11, 20:39
@ berliner1983: du hast heute so viel Dünnes geschrieben, dass es noch schwerer fällt, dir zu Antworten, als deine grammatikalisch und orthographisch mangelhaften Satzkonstrukte zu lesen; insofern kommentiere ich nur mal ein paar Dinge, die mir ins Auge gestochen sind:

auch hier die Frage, wie soll sich diese Hochverschuldete Stadt sich das alles leisten??

Du meinst die von dir gewünschten Rekos ohne Bedarf? Gute Frage, weiß ich leider auch nicht.

dann verrate mir mal, warum Wohnen denn dort kaum Ausländer,Migranten - und keine Türken?? das ist einfach zuerklären - weil genau diese Bevölkerungsschicht weiß - das Sie dort gehetzt,bespuckt und vertrieben würde! und das ist die Reine Wahrheit - leugnet es nicht!

Dann schau dir mal an, wo in Berlin die meisten Russen und Russlanddeutschen leben. Kleiner Tipp: nicht im Wedding. Warum es kaum bzw. keine Türken in Marzahn-Hellersdorf gibt, ist leicht zu beantworten: die meisten waren bereits 1990 in Berlin bzw. sind danach geboren, und Nachziehende kommen logischerweise meist in Bezirken mit einem entsprechenden türkischen Umfeld samt zugehöriger Infrastruktur unter. Eigentlich gar nicht so kompliziert.

also ich verstehe das alles gar nicht, och Wohne seit 20 Jahren in Alex-Nähe und kann mich bei einer Miete von 385 € Warm (2 Zimmer), nicht beklagen?! wo werde ich Bitte vertrieben?

Warte mal, du wohnst seit du 7 bist alleine? Nee, anders herum, du wohnst noch bei Mutti? Oder wohnst du etwa noch keine 20 Jahre in deiner jetzigen Wohnung? Mal abgesehen davon, dass ein einzelner Mietvertrag nur schwerlich repräsentativ ist, solltest du, sofern dieser älter, als sagen wir mal, 5 Jahre ist, mal schauen, zu welchem Preis deine Wohnung heute neuvermietet werden würde.

4: selbstanschauung

Ja, ein wenig mehr Selbstanschauung mit darauf folgender Reflexion wäre bei dir in der Tat vonnöten, vielleicht hilft ja Kant (http://www.amazon.de/Selbstbewu%C3%9Ftsein-Selbstanschauung-Reflexion-Entzweiung-Subjekts/dp/3110152649).

Bleibt als Fazit:

wirklich Kindlichen Thesen
wirklich Kindisch und albern [...] peinlich!

Das sagt der Richtige.

Kleist
14.02.11, 12:47
Aus Marzahn-Hellersdorf werden sehr positive Nachrichten gemeldet. Die Berliner Zeitung vom 2.2.2011 berichtet, dass nach Marzahn-Hellersdoerf immer mehr junge Familien mit Kindern ziehen. Die Folge ist ein wachsender Bedarf an Schulen und Kindergärten.


Marzahn besteht nicht nur aus Platten.Biesdorf,Teile von Kaulsdorf und Mahlsdorf gehören ebenso zu Marzahn,haben eher Vorortcharakter.Dort ziehen viele Eigenheimbauer hin,weil die Grundstückspreise noch erschwinglich sind und die Innenstadt gut erreichbar ist.
Aber auch die Platten mausern sich.Nach der unvermeindlichen sozialen Entmischung der 90er Jahre,haben sich die Viertel gefangen.Der Sanierungsgrad ist hoch,einzelne Gebäude wurden rückgebaut oder teilrückgebaut,die Umgebung aufgewertet.
Ein weiterer Vorteil.In Marzahn gibt genügend Parkplätze.Der geringere Anteil an Arbeitslosen gegenüber z.B.Reinickendorf dürfte u.a.auch mit der geringeren Quote an Ausländern zusammenhängen.
Der Leerstand bei einigen Wohnungsbaugesellschaften in Marzahn beträgt deutlich unter 5 %.In einigen Gebieten von Marzahn-Hellersdorf kann man von Vollvermietung sprechen.

Backstein
14.02.11, 15:33
Auch von mir ein paar Anmerkungen zum Stadtteil Hellersdorf, der nach Meinung von berliner1983 ja eine hoffnungslose No-Go-Area ist.

Reden wir mal nur von dem Plattenbaugebiet Hellersdorf. Ich selbst wohne dort nicht, bin aber ziemlich häufig dort und kann mir daher ein eigenes Urteil erlauben.

Ja, auf der U-Bahn-Fahrt dorthin ändert sich die Zusammensetzung der Fahrgäste ab Lichtenberg, spätestens ab Tierpark - ähnlich ist es aber auch, wenn man nach Hennigsdorf, Rudow oder Wittenau fährt. Einfaches Vorort-Publikum halt. Sicher sieht man des öfteren Leute mit einer Bierpulle in der Hand, blondierte Tussis mit mäßig originellen Tattoos und jogginghosen-bekleidete übergewichtige Prolls, gelegentlich auch mal den einen oder anderen Besoffenen. Ansonsten überwiegen ganz normale Menschen - viele Kinder, Jugendliche, normale Arbeitnehmer etc. etc.

Steigt man dann an einem U-Bahnhof ab Kaulsdorf Nord bis Hönow aus, kommt man in der Tat oft an mehr oder weniger stilvollen gastronomischen Einrichtungen vorbei - Spielcasinos, Imbissbuden und Prollkneipen, die bisweilen 24 Std. lang geöffnet haben und sich um einige der U-Bahnhöfe konzentrieren. Dort kann man sicher viele Arbeitslose und/oder Harz-IV-Empfänger antreffen. Ich muss aber sagen, in Wedding, Moabit, Teilen von Schöneberg, Lichtenberg u. ä. sieht man diese Etablissements und diesen Menschenschlag wesentlich häufiger.

Das Stadtteilzentrum "Helle Mitte" hat sicher keine optimalen Mix an Geschäften zu bieten, hier hat die Eröffnung des Eastgates (in Marzahn!) viel Kaufkraft abgezogen. Seit dem ist das Niveau der Geschäfte leider abgesackt. Aber auch hier gibt es schlimmere Beispiele, speziell die verödeten Einkaufstraßen wie Müller-, Turm- oder Potsdamer-/Hauptstr.

Wenn man diese sicher weniger erfreulichen Seiten Hellersdorfs mal beiseite lässt und sich dann mit offenen Augen umschaut, sieht man fast durchgängig sanierte Wohnkomplexe in einem sehr grünen und durchaus attraktiven Umfeld. Die Platten sind in unterschiedlichster Form saniert worden, mit verschiedenen Farbgestaltungen, mal aufwändiger, mal einfacher - die alte graue DDR-Platte sieht man nur noch sehr vereinzelt. Gleiches gilt für die Grünflächen. Große Areale sind zu gepflegten Parks und Grünanlagen mit zahlreichen Spielplätzen umgestaltet worden, modellierte Reliefs ergeben künstliche Hänge und Hügel, und deren Zustand ist nicht der schlechteste. Da kann manch eine innerstädtische Grünfläche nicht mithalten. Der in den letzten Jahren umgestaltete Wuhlegrünzug und der Erholungspark Marzahn mit den Gärten der Welt (liegt aber zw. Marzahn und Hellersorf) sind sogar Grünflächen von überregionaler Bedeutung und Attraktivität.

Auch ich habe in Hellersdorf schon einmal einen Böller krachen gehört (sowas passiert in Kreuzberg, Mitte oder Wedding natürlich nie), und man findet auch immer mal wieder verwahrloste Grundstücke und Brachflächen, wo sich Müll ansammelt. Es handelt sich aber auch nicht um ein Villenviertel oder ein gutbürgerlichen Stadtteil wie Friedenau. Und Müll haben ich bisher noch aus keinem Fenster fliegen sehen - da muss berliner1983 wohl Pech gehabt haben (oder Ziel gewesen sein ;) ).

Ich will Hellersdorf auch keinesfalls schönreden und möchte dort auch nicht wohnen - es gibt aber wesentlich unattraktivere Wohngegenden in Berlin. Die ÖPNV-Anbindung ist gut, die Gastronomie könnte deutlich besser sein und die ein oder andere Ecke müsste noch aufgewertet werden. Es handelt es sich nun mal um eine große Plattenbau-Trabantenstadt, aus der man keinen Gründerzeit-Kiez machen kann. Und natürlich gibt es auch Probleme durch den sozialen Wandel und die veränderte Alterststruktur seit 1990.

Tipp: Einfach mal - am besten bei schönem Wetter - dort hinfahren und einen ausgiebigen Spaziergang durch diesen Stadtteil machen, dann wird bestimmt so manch ein (Vor-)Urteil revidiert.

MattSid
18.02.11, 17:36
Es sieht wunderbar die Sanierung der grau Platte! hast du andere Photos mit mehr Details?

Spirit, ich mochte fragen, ob du viellecht kennst etwas ueber die Sanierung der diese Plattenbau (http://maps.google.com/maps?q=Berlin&oe=utf-8&client=firefox-a&ie=UTF8&hq=&hnear=Berlino,+Germania&ll=52.523069,13.426291&spn=0.002654,0.004823&z=18&layer=c&cbll=52.523629,13.425917&panoid=UnG1J74gFPbZB0pgCoSFWQ&cbp=12,330.72,,0,-18.03). Ich bin nicht sicher, aber es muss ein P2/10 sein, saniert in der 1995. Hast du anderen interessant informationen?

Der_Geograph
19.02.11, 01:01
Lassen Sie mich durch, ich bin Plattenbauwissenschaftler! ;-)

Hi Mattsid!

Ja, ich würde das auch als eine modifizierte Variante des P2/10 einordnen. Eine Variante, bei der anstatt von Balkons diese großen Fenster eingesetzt wurden. Zu keinem der anderen, mir bekannten Typen würde es sonst passen.
Die Rathauspassagen am Alexanderplatz sind übrigens derselbe Typ; Ein P2 jedoch ohne Balkons.

Ja, andere Bilder von dem Hochhaus habe ich noch, aber sie sind alle in derselben Auflösung.

MattSid
25.02.11, 18:43
Bis bald die ganz Photo set von der Platte :daumen:

http://img689.imageshack.us/img689/9739/1000436og.th.jpg (http://img689.imageshack.us/i/1000436og.jpg/)

MattSid
26.02.11, 01:57
Mein Gott es war Wunderschonfuckingbar! Ich habe gesprochen mit ein Paar neu Bewohner, und sie war sehr zufrieden. Es gibt auch die Bodenheizung, und in die letzte Etage es gibt eine Wäscherei und auch eine Terrasse mit ein wunder Blick. Die Qualität ist hoch, 10 etage 2 zimmer wohnung 650€? Unglaublich (ich hoffe, dass habe ich gut verstandt), ...ich bin in Liebe :)

http://farm6.static.flickr.com/5135/5477821238_58aba23a32.jpg (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477821238/)
100_0462 (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477821238/) di MattSid (http://www.flickr.com/people/43708622@N06/), su Flickr

http://farm6.static.flickr.com/5091/5477820560_4f4fdd4723.jpg (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477820560/)
100_0461 (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477820560/) di MattSid (http://www.flickr.com/people/43708622@N06/), su Flickr

http://farm6.static.flickr.com/5173/5477812764_4caa8a64f9.jpg (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477812764/)
100_0404 (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477812764/) di MattSid (http://www.flickr.com/people/43708622@N06/), su Flickr

http://farm6.static.flickr.com/5294/5477218951_d122206be5.jpg (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477218951/)
100_0440 (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477218951/) di MattSid (http://www.flickr.com/people/43708622@N06/), su Flickr

http://farm6.static.flickr.com/5097/5477212295_8202e66fd9.jpg (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477212295/)
100_0397 (http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/5477212295/) di MattSid (http://www.flickr.com/people/43708622@N06/), su Flickr

in meine Flickr profile mehrere Photos :daumen:

Stadtaffe
26.02.11, 09:37
Mein Gott es war Wunderschonfuckingbar!

:D Geile Bilder, danke! Ich hoffe das bald mehrere alte Plattenbauten so werden aussehen:daumen:

GIGI DAG
26.02.11, 14:27
Dem kann ich zustimmen. Wenn alle Plattenbauten so saniert werden würden, dann wären deutsche Städte um einiges schöner. Hätte nicht gedacht, dass das Ergebnis SO gut aussehen würde!

mescha
26.02.11, 14:44
Auch ich bin begeistert! Man sieht dem Gebäude kaum noch an, dass es ein Plattenbau ist. Bei sonstigen Erneuerungen von Plattenbauten blieb die Plattenbau-Optik meist erhalten, dieses Gebäude sieht nun aus, wie ein zeitgenössiges Wohnhochhaus. Wo genau steht denn dieser Bau? Solche Fassadenerneuerungen wären doch die Lösung, für die Zukunft der vielen Plattenbauten, insbesondere im Berliner Zentrum, die auf Grund des hohen Anteils an Eigentumswohnungen nur schwer abzureißen sind. Ich denke da vor allem an die Leipziger Straße, Fischerinsel und den Solitärbau am Hackeschen Markt, die mit neuen Fassaden sicherlich einen schönen Beitrag zu Berlins "Skyline" leisten könnten. Bei den meisten Plattenbauten, vor allem den Punkthochhäusern, ist es nämlich nicht die Kubatur, sondern meist die Fassade, die das Gebäude unattraktiv und "billig" wirken lässt.

quomodo
26.02.11, 14:58
Ich glaube es handelt sich um dieses Gebäude in der Nähe des Ostbahnhof:

http://www.bing.com/maps/?v=2&cp=srjz8pj3kcr0&lvl=18.23220919468392&dir=3.7472133400901417&sty=b

Ist in Google Street View interessanter Weise verpixelt worden.

NewUrban
26.02.11, 20:34
Deshalb plädire ich immer für die Erhaltung des Plattenbaues. Die Gebäude sind modular aufgebaut und deshalb besonders variabel wenn es um Sanierung/Umgestaltung geht. Mann muss sich nur ihrer annehmen. Was die Sanierung so hochwertig erscheinen lässt ist, dass man versucht hat, die eher horizontale Gliederung in eine vertikale zu ändern. Hochhäuser wirken immer gedrungen, wenn sie horizontal gegliedert sind. Das ist wie mit längs und quer gestreiften Klamotten. Das eine macht dick, das andere schmeichelt der Figur.

Stunden
26.02.11, 23:01
@quomodo #40 (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=293174&postcount=40):

Nicht ganz richtig, es handelt sich um das baugleiche Gebäude 200 Meter weiter nördlich, ebenfalls in der Andreasstraße; Ecke Singer.

Bei der Ansicht des Vorzustands (http://maps.google.com/maps?f=q&source=s_q&hl=en&geocode=&q=berlin&aq=&sll=37.09024,-112.5&sspn=55.411532,112.5&ie=UTF8&hq=&hnear=Berlin,+Germany&ll=52.515075,13.432658&spn=0.002644,0.006866&t=h&z=18&layer=c&cbll=52.515098,13.432462&panoid=HFbmZPv2lgTrVO_yJpNu3g&cbp=12,155.72,,0,-10.96) (StreetView) kommen mir fast die Tränen: wie aus etwas so Hässlichem etwas so Schönes entstehen kann. Wenn das auch die Schweizer von der Palu Suisse gemacht haben, dann Hut ab. Eine Top-Sanierung für meinen Geschmack.

DaseBLN
27.02.11, 08:18
Sieht wirklich gut aus. Wobei man einem Plattenbau allerdings auch per Sanierung die niedrigen Deckenhöhen nicht austreiben wird und 650 Euro (ob warm oder kalt) für eine Zweizimmerwohnung in dieser zwar relativ zentralen, aber nicht gerade kiezigen Gegend jetzt auch nicht unbedingt günstig sind. Das zeigt, dass bei solchen Sanierungen der Kostenvorteil von Plattenbauten flöten geht und damit auch eine ihrer Existenzberechtigungen. M.E. ein zweischneidiges Schwert.

necrokatz
27.02.11, 10:41
^^ Plattenbau =/= billig!

Kleist
27.02.11, 20:06
Ich war heute in Lichtenberg unterwegs.Meine Begeisterung für den Plattenbau,ob Ost oder West,hält sich in Grenzen.Diese Plattenbauviertel wirken doch trist,überdimensioniert und trostlos.Wenn die Vegetation wieder erblüht,wird es nicht mehr ganz so fade wirken.Ich denke,die Platten werden noch gebraucht.Aus ästhetischer Sicht könnte man auf die meisten Vertreter dieser Gattung glatt verzichten.

MattSid
27.02.11, 23:30
^ In welche Ort genau?

Klarenbach
28.02.11, 22:46
@Kleist
Ich denke, dass man den Plattenbauten nicht gerecht wird, wenn man sie isoliert betrachtet. Plattenbauten sind industriell errichtete Gebäude, die nur wenig Spielraum für eine individuelle Gestaltung geboten haben. Bei den meisten Plattenbautypen gab es höchstens Möglichkeiten individueller Giebelgestaltungen, die QP-Typen konnten immerhin mit verschiedenfarbigen Keramikfliesen verkleidet und auf diese Weise farblich gestaltet werden. Folgerichtig ging es beim komplexen Wohnungsbau der DDR von vornherein nicht um die Schaffung interessanter Einzelgebäude.

Das bedeutet aber nicht, dass die Planer keine Gestaltungsmöglichkeiten hatten. Diese bezogen sich allerdings nicht auf das Einzelgebäude, sondern auf den Wohnkomplex, der mit verschiedenen Mitteln ein möglichst unverwechselbares Gesicht erhalten sollte. Diese Gestaltungsmittel waren:

1. Der Städtebau
Das Ziel der städtebaulichen Konzeption bestand darin, die Gebäude zu möglichst vielfältigen Stadträumen zu arrangieren. Großer Wert wurde auf die Schaffung großzügiger Grünzüge ohne Autoverkehr gelegt. In Lichtenberg etwa gibt es einen großen Grünzug vom Volkspark Prenzlauer Park über den Fennpfuhlpark (eine ursprünglich geplante Fußgängerbrücke über die Landsberger Allee wurde nie gebaut) und den Rudolf-Seiffert-Park bis zur Storkower Straße.

2. Die Landschaftsplanung
Eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Wohnkomplexen spielte die landschaftsarchitektonische Konzeption, in der die Gestaltung und Bepflanzung der Grünräume detailliert festgeschrieben wurde. Das Ziel war die Schaffung parkartiger, stark begrünter Freiräume.

3. Die bildkünstlerische Konzeption
Hier wurde genau festgelegt, welche Plastiken, Springbrunnen, Reliefwände, Wandmalereien an welchen Standorten in den Wohnkomplexen aufgestellt werden sollten. Insgesamt wurden gerade die DDR-Wohnkomplexe extrem großzügig mit Kunstwerken ausgestattet. Diese Kunstwerke sollten helfen, den Wohnkomplexen eine individuelle Prägung zu geben.

4. Die Konzeption zur visuellen Kommunikation
Hier ging es um die Gestaltung von Hinweisschildern, Orientierungstafeln, Hausnummern, aber auch um Leuchtschriften von Läden und Restaurants. Da es in den DDR-Wohnkomplexen keine privaten Läden oder Gaststätten gab, konnten diese Schriftzüge auch zentral und damit „aus einem Guss“ gestaltet werden.

Ziel der Planer war dabei, diese einzelnen Konzepte nicht isoliert voneinander, sondern als Einheit zu entwickeln, in der alle Gestaltungselemente aufeinander abgestimmt sind.

Der Anspruch wurde natürlich in der Praxis ganz unterschiedlich umgesetzt. Vor allem nach 1980 sahen sich die Planer zunehmenden finanziellen Restriktionen ausgesetzt, die sich negativ auf die Gestaltungsqualität ausgewirkt haben. Ich denke aber, dass es dennoch sehr gut gestaltete Plattenbausiedlungen gibt, in denen man schon etwas von dem angestrebten parkartigen Charakter erleben kann. Ich denke an das Gebiet um den Fennpfuhl oder an Teile von Marzahn. Und natürlich hängt die Attraktivität dieser Grünzüge auch von der Größe der Bäume ab, da braucht man einfach ein bisschen Geduld.

tel33
01.03.11, 19:34
^ es ist wohl zudem auch alles eine Zeitfrage. Tendenziell sind gerade in der Spätphase errichtete Siedlungen wenig attraktiv und leiden auch heute noch unter einer kaum vorhandenen Grundkonzeption. Andere Gebiete, ich denke da z.B. auch an das in den frühen 70ern entstandene Areal um die Frankfurter Allee Süd, bieten schon erheblich mehr Qualität. Eben weil der Baumbestand mittlerweile seine Endhöhe erreicht hat und so im Laufe der Jahrzehnte tatsächlich relativ dichte und auch gut gepflegte Parkanlagen entstanden sind. Diese bilden natürlich einen starken Kontrast zu den weitgehend isoliert stehenden Plattenbausolitären.

Kleist
01.03.11, 23:38
Plattenbauten sind dann am tristesten,wenn sie unter sich sind.In Mischsiedlungen,wo sie mit Bauten anderer Epochen angsiedelt und nicht zu dominant auftreten,sind sie besser erträglich.

Schlecht finde ich die häufig fehlende Eckbebauung,überall die gleichen Fenster.Und die Eingangsbereiche sind meist nur wenig überzeugend.

Vom Konzept her sind Grosssiedlungen wie Halle-Neustadt durchaus interessant und durchdacht.Und es gibt auch interessante Einzeltypen,wie das PHH 22,
http://www.halle-fotos.de/wp-content/uploads/blick-ueber-neustadt.jpg oder die sogenannten Scheiben,http://www.flickr.com/photos/in1hal/3370544873/in/set-72157613369979689/.

Aufgrund der geringen Individualisierungsmöglichkeiten wirken die Siedlungen aber zu gleichförmig.
Wie gesagt,ich denke,man braucht sie noch,aber eher aus wohnungspolitischer als aus baukultureller Sicht.

Der_Geograph
02.03.11, 03:58
Strenggenommen sind die sog. Scheiben gar keine Plattenbauten. Sie wurden in Stahlskelettbauweise mit monolithischem Gleitkern errichtet.
Es gibt aber auch Hybridtypen die Platten- und Stahlskelettbauweise in sich vereinen. :)

Klarenbach
08.03.11, 20:00
Mittlerweile wurde auch mit der Sanierung des zweiten GT 85 - Hochhauses an der Lichtenberger Straße / Holzmarktstraße begonnen. Mal sehen, wie diese Sanierung wird.

Dann habe ich mir auch mal das Hochhaus Andreastraße 22 angeschaut und war doch sehr angetan. Vor allem die Dachterrasse bietet einen sehr schönen Ausblick. Billig sind die Wohnungen nicht, da muss man schon Nettokaltmieten von über 10 Euro zahlen.

http://www.strategis.eu/ff_objekte/int_objekte.php?PHPSESSID=3a70fe0e9 6cd06bfb999ecbe555b5f45&LKAUFART=Mieter&LSTANDORT=ADB5D45F-1531-49A5-AC05-2DA42598699D&LORTBEZIRK=Berlin-Friedrichshain&LOBJART=Wohnungen

Konstantin
08.03.11, 22:05
xxx

Klarenbach
23.03.11, 15:22
Ich will nur noch zwei Fotos von der Andreasstraße 22 einstellen. Die Aussicht ist wirklich sehr schön.
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0087xurhps4b9v.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0086rx9dvm2qle.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

Alle Fotos von Klarenbach.

Hanseat
24.03.11, 02:05
Mein Gott, ist das grausam... da denke ich ja, ich stehe in Bukarest.
Hoffen wir, daß das alles mal beseitigt wird... : )

necrokatz
24.03.11, 08:54
Ganz im Gegenteil, auf den Bildern sieht man, wieviele Platten (appartment towers für die Leute, die denken Platten sind böse und fressen Kinder) schon saniert sind.

tel33
25.03.11, 17:54
^Dieser Zustand ist bereits seit ca. 10 Jahren nahezu erreicht. Die Hoch-Zeit der Plattenbausanierungen waren die Neunziger mit ihren entsprechenden Förderprogrammen.
Die 'Aussicht' ist daher auch bei einer sanierten Andreasstraße 22 nicht anders oder gar 'schöner'... mal abgesehen vom Holzfußboden da oben.

MattSid
24.04.11, 22:11
Sanieurung des Wohnhaus in Barnimstrasse 42 (http://maps.google.com/maps?oe=utf-8&client=firefox-a&ie=UTF8&q=barnimstr.+42+berlin&fb=1&hnear=&cid=0,0,16066859142362120089&hq=barnimstr.+42+berlin&ll=52.52305,13.422847&spn=0.010536,0.027466&z=16&iwloc=A&layer=c&cbll=52.524455,13.424219&panoid=gyU8ohYag4LhUPjamYlFcw&cbp=12,356.14,,0,0.42) beginnt am May.

Klarenbach
04.06.11, 01:00
So langsam werden auch die letzten unsanierten Hochhäuser angepackt. Derzeit in Sanierung befindet sich das Hochhaus Dathepromenade 3 im Wohngebiet Straße Am Tierpark. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wohnhochhaus des Typs GT 18 mit 136 Wohnungen. Dieses wird unter Leitung der PAN Ingenieurgesellschaft mbH für Bauplanung und Gebäudetechnik (Bwerlin) erneuert. Die Arbeiten umfassen den Anbau von Balkonen, die energetische Sanierung (Wärmedämm-Verbundsystem) und die Strangsanierung. Der Bauherr ist die Wohnungsbaugenossenschaft „Vorwärts“ e.G..

Ein paar Informationen zum Haustyp und zum Wohngebiet: Die Hochhaustypen WHH GT 18 (einzelnes Hochhaus, 18 Geschosse, 136 Wohnungen, Plattenbau 6,3 Mp) und WHH GT 18/21 (Doppelhochhaus, 18/21 Geschosse, 296 Wohnungen, Plattenbau, 6,3 Mp) wurden 1969/1970 vom Wohnungsbaukombinat Berlin durch ein Bearbeiterkollektiv unter Leitung von Egon Kreißl, Hans-Peter Schmiedel und Manfred Zumpe entwickelt.

Das Wohngebiet Straße Am Tierpark wurde von 1974 bis 1982 als Teil eines größeren Siedlungsbereiches errichtet. Ursprünglich umfasste es 3419 Wohnungen, die in fünf- und elfgeschossigen Wohnblöcken des Typs WBS 70, in Zehngeschossern des Typs QP 71, in einem vierzehngeschossigen Wohnhaus in Stahlbetonskelettbauweise des Typs SK Scheibe sowie in Hochhäusern des Typs WHH GT 18/21 untergebracht sind. (Mittlerweile gibt es ein paar Wohnungen mehr, da eine es eine Umnutzung einer ehemaligen KITA zu einem Wohnhaus sowie Neubauten gegeben hat.) Dank seiner günstigen Lage unmittelbar am Tierpark, der der guten U-Bahn- und Straßenbahnanbindung sowie der guten Ausstattung mit einem Einkaufszentrum, einer Schwimmhalle, einer Bibliothek und weiteren Freizeitangeboten ist das Wohngebiet bis heute beliebt.

jan85
04.06.11, 18:31
Die Degewo saniert am U-Bhf Wutzkyallee und am U-Bhf Zwickauer Damm je einen hohen Wohnturm.

Das Wutzkyzentrum (Einkaufszentrum) wird dabei enger mit U-Bhf und Hochhaus verschmolzen. Die Aussenfassade sah vorher eher grottig aus. Es wird also sicher besser werden.

Beim Zwickauer Damm weiß ich nicht genau, was alles geplant ist. Aber an sich finde ich den Ist-Zustand hier weniger schlimm als im ersten Fall.

Quelle: Bauschilder vor Ort und Info-Flyer. Aber es gibt sicher auch Online-Veröffentlichungen...

jan85
09.06.11, 00:03
Bei den besagten Objekten (U-Bhf Wutzkyallee und Zwickauer Damm) wachsen die Gerüste in den Himmel. Allerdings ist noch nichts von der neuen Fassade zu erkennen.

Klarenbach
17.07.11, 23:22
Auch in Marzahn geht die Sanierung weiter. Ein größeres Projekt ist die derzeit im Bau befindliche Sanierung der Wohnblöcke Murtzahner Ring 1-13, 17-29, 39-69.

Bei diesen Gebäuden handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70 der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort mit insgesamt 300 Wohnungen. Die Sanierung umfasst eine Strangsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau größerer Balkone. Die Planung stammt vom Büro BBP Bauconsulting mbH Berlin.
Die Gebäude liegen direkt am Springpfuhlpark und bieten daher ruhige Wohnungen mit großen Balkonen direkt am Park. Vor allem bei Familien mit Kindern sind diese Wohnungen gefragt.

Ein weiteres Sanierungsprojekt betrifft die Jan-Petersen-Straße 8-12. Bei diesem Haus handelt es sich um einen elfgeschossigen Plattenbau des Typs WBS 70. Bis 2008 befand sich der Wohnblock ebenso wie der Nachbarblock Jan-Petersen-Straße 2-6 im Eigentum der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor. Die Wohnungsgenossenschaft hatte ursprünglich Pläne für einen Teilrückbau der Gebäude entwickelt, diese scheiterten aber an der fehlenden Finanzierung. Daraufhin verkaufte die Genossenschaft die beiden stark vom Leerstand betroffenen Blöcke an einen Privateigentümer. Dieser sanierte 2010/2011 das Haus Jan-Petersen-Straße 2-6. Nun wurde mit der Sanierung des Gebäudes Jan-Petersen-Straße 8-12 begonnen.

Die Sanierungsarbeiten betreffen vor allem das Gebäudeinnere. Hier gibt es eine Strangsanierung, außerdem werden einige Wohnungsgrundrisse geändert. Die Außenfassade erfährt eine Fugensanierung und einen Farbanstrich. Immerhin erfolgt in diesem Zusammenhang eine Reinigung der Giebeldekorationen.

In dem fertiggestellten Block Jan-Petersen-Straße 2-6 ist vor allem die Nummer 2 gut vermietet. Dieser grenzt unmittelbar an ein Einfamilienhausgebiet und bietet daher attraktive Fernsichten.

LukaTonio
30.07.11, 10:47
Nachdem ich dies bereit in einem anderen Thema erwähnt hatte, wollte ich gerne auch hier noch einmal das Beispiel der vertikalen Unterteilung eines ehemaligen Blocks in Dresden anführen.

http://www.bobo-gmbh.de/wp-content/gallery/wundtstrase-dresden/wundtstrasse-dresden-eternit-textura-genietet-5400m2-002.jpg

Die Textur wirkt erheblich interessanter und urbaner als wenn diese gigantischen zum Teil Stadtteil trennende Wände einfach glatt saniert werden. Mir ist bewußt, dass die Kosten ungleich größer sind, es wäre aber wirklich sehr wünschenswert, wenn sich dieser Trend zumindest an einigen Stellen durchsetzen könnte.

Kleist
30.07.11, 14:45
..ist mal was Anderes.Bei der Fernansicht macht eine horizontale Gliederung solch schlanker,hoher Gebäude mindestens genauso viel her.

Ich persönlich bin ein Freund der horizontalen Ausrichtung von Gebäuden mit durchgezogenen Fensterbänder.

Klarenbach
30.07.11, 15:14
Beiliegend ein paar Fotos mit Aussichten aus dem in Sanierung befindlichen Wohnblock Jan Petersen-Straße 8-12 in Marzahn. Eine oft unterschätzte Qualität vieler Plattenbauten besteht ja darin, dass viele Wohnungen sehr schöne Aussichten bieten. Ich denke, diese Fotos vermitteln einen Eindruck von diesen Qualitäten.
http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0427f51iqe9bly.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0426c47j12ehvs.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/04343fbaey86lq.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/04411hk2aesdvo.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
Alle Fotos von Klarenbach

Klarenbach
12.08.11, 00:02
Auch in Hellersdorf gehen die Sanierungen weiter. Derzeit saniert wird der Wohnblock Schneeberger Straße 23-37 und Klingenthaler Straße 33-43 mit insgesamt 140 Wohnungen. Bei diesem Gebäude handelt es sich um einen fünfgeschossigen Plattenbau des Typs WBS 70/IW 83, der um 1989 vom Wohnungsbaukombinat Karl-Marx-Stadt errichtet wurde. Das Wohngebiet Hellersdorf wurde ja bekanntlich durch die Wohnungsbaukombinate aller 15 Bezirke der DDR errichtet, der Bereich um die Schneeberger und Klingenthaler Straße gehörte zum Baufeld des Wohnungsbaukombinates Karl-Marx-Stadt.

Jetzt hat die Eigentümerin, die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal e.G., mit der Sanierung der Blöcke begonnen. Die Arbeiten umfassen ein Wärmedämm-Verbundsystem, zusätzliche Balkone und Grundrissänderungen. Zwei Aufgänge werden auch mit Aufzügen ausgestattet. Die Planung stammt vom Berliner Büro Ullmann & Partner Bauplanung und Baubetreuung.

Noch ein paar Informationen zum Typ WBS 70/IW 83: Dieser Typ wurde von 1981 bis 1983 durch ein Kollektiv des Wohnungsbaukombinats „Wilhelm Pieck“ Karl-Marx-Stadt und der Bauakademie der DDR - Institut für Wohnungs- und Gesellschaftsbau entwickelt. Beteiligt waren Jürgen Schreiber, Peter Koch, Hans-Heinrich Förster und Jürgen Busch. Eine Besonderheit des Typs sind die Schlafzimmerfenster, die aus einem kleinen Fenster und einer Lüftungsklappe bestehen und die nicht bei allen Mietern auf Zustimmung stoßen.

Ein weiteres Projekt in Hellersdorf ist ein Neubau an der Maxie-Wander-Straße, der ebenfalls von der Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal e.G. errichtet wird. Bei dem Baugrundstück handelt es sich um das Gelände einer ehemaligen Kindertagesstätte, die nach 1990 geschlossen und abgerissen wurde. Hier entsteht derzeit die Wohnanlage „Maxie“ mit 42 Wohnungen. Geplant sind barrierefreie Wohnungen mit Balkon oder Dachterrasse, Aufzug und Tiefgaragenplätzen. Die Planung stammt von dem Büro HTGS Hoch- und Tiefbau - Generalplanung Schröder GmbH (Berlin). Bemerkenswert ist, dass der Neubau aus Beton-Fertigteilen errichtet wird. Derzeit ist der Rohbau fertig, die Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres geplant.

Schließlich nähert sich die bereits erwähnte Sanierung der Punkthäuser Hellersdorfer Straße 171/173 der Fertigstellung. Mittlerweile wurden die Freiflächen rings um die Häuser mit Sonnenblumen und anderen Blumen bepflanzt. Eine Werbeplane wirbt für altersgerechtes Wohnen.

Klarenbach
07.10.11, 20:19
Mittlerweile ist die Sanierung der Punkthäuser Hellersdorfer Straße 171 / 173 fast abgeschlossen, die ersten Bewohner sind schon eingezogen.

Nach meinem Eindruck wurde die ganze Sanierung von einem türkischen Familienunternehmen durchgeführt. Im Frühjahr sah man sogar eine türkische Großfamilie mit Großeltern und Kindern, die auf den Freiflächen rund um die Häuser Sonnenblumen gepflanzt haben. Die Baustelle wurde auch ständig bewacht.

Sicher hätte man die Gebäude eleganter gestalten können, man muss aber bei der Bewertung dieser Sanierung bedenken, dass die Häuser seit 1999 leer standen und dass immer wieder der Abriss beantragt wurde. Einzig die Weigerung des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf, auf der Abrissfläche einen Supermarkt zu genehmigen, rettete die Häuser vor dem Abriss. Da die beiden Punkthäuser für das Hellersdorfer Stadtbild von großer Bedeutung sind, wäre dieser Abriss eine Katastrophe gewesen. Daher bin ich insgesamt doch froh, dass die Häuser nun endlich saniert sind.

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/02956jztgnsm3i.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)
http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/02966gx7l8acjf.jpg (http://www.fotos-hochladen.net)

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spandauer
07.10.11, 23:32
Ich muss sagen, dass mir das als eigentlicher Plattenkritiker sehr gut gefällt. Wenn man das mit den ganzen anderen hässlichen Platten auch noch machen würde, hätte man super geschnittene Wohnungen, die energetisch zeitgemäß wären und auch noch schick aussähen. So kann man sich den Abriss sparen, der das Wohnungsproblem in Berlin ja nur nur verschärfen würde.

Saxonia
08.10.11, 13:43
Solche Punkthochhäuser halte ich grundsätzlich für erhaltenswerter als langgezoge Plattenriegel die ganze Stadteile wie eine Mauer trennen. Da ist es auch mit einer Fasadensanierung nicht getan. Da muss man schlichtweg lichten sonst wird man den Charme eines Wohnbunkers auf der Wiese nie los.

Japher
08.10.11, 18:30
Sehe ich das richtig, dass die beiden sanierten Punkthochhäuser als "Rhin Tower´s" beworben werden???
Mal abgesehen von diesem überflüssigen und lächerlichen Anglizismus: Kann mir jemand diesen peinlichen Apostrophen-Wildwuchs in Deutschland erklären? Da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. :nono:

Chandler
08.10.11, 18:52
Weshalb sind in den Häusern die Fenster so klein? Wenn man schon freistehende Hochhäuser hat dann könnte man doch wenigstens zum Balkon hin eine Glaswand einsetzen. So ist doch die gute Aussicht verschenkt.

Saxonia
08.10.11, 21:35
Warum haben die Stirnseiten von Platten gar keine Fenster? Ich bin mit den statischen Verhältnissen der WBS Platten ebenfalls nicht vertraut.
Interessant wäre es aber schon darüber etwas zu erfahren. Zumal sich bautechnisch die Westplatte sicherlich von der Ostplatte unterscheidet.

Klarenbach
20.12.11, 12:56
Mittlerweile wurde auch die Sanierung des Hochhauses Dathepromenade 3 abgeschlossen. Bei dem Hochhaus handelt es sich um einen Plattenbau des Typs WHH GT 18. Das Hochhaus erhielt ein Wärmedämm-Verbundsystem und einen neuen Eingangsbereich, zudem wurden die Wohnungen in den unteren Etagen mit Balkonen ausgestattet. Hier gibt es ein paar Fotos:

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0138uewdm8brag.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0139oj0ulsvy5d.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0145dgxt6she7i.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/01473umqwhcn79.jpg

Hier gibt es noch ein paar Aussichten aus dem Hochhaus:

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0728y42b8vgdzr.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0735cwnlmkz27b.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0730os9hkzyudg.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/07340vrsazxymd.jpg

Alle Fotos:Klarenbach

arnold
20.12.11, 16:48
Wie deprimierend die Gegend doch ist...

necrokatz
20.12.11, 19:11
Ach was, von wegen...

Diese Platten sind oft saniert und haben eine ansprechende Begrünung drumherum. Die Wohnungen sind hell, großzügig geschnitten und KEINE SOZIALWOHNUNGEN.

Saxonia
20.12.11, 19:17
Dass du das bei diesen Bildern extra betonen musst sagt eigentlich schon alles :daumen:

Neubau
20.12.11, 20:03
Es ist sicherlich keine herausragende Wohngegend, aber durch die U-Bahn ist die Anbindung ins Zentrum recht gut, es gibt -wie bereits gesagt- viele Grünflächen drumherum und nicht zuletzt durch das nahe EKZ auch Einkaufsmöglichkeiten über den täglichen Bedarf hinaus. Und wenn im Frühjahr/Sommer wieder mehr Grün steht sieht die Sache auch schon wieder ganz anders aus :)

Klarenbach
20.12.11, 20:38
Neubau und necrokatz haben Recht. Die Wohngebiete am Tierpark sind sehr beliebt. Der Wohnungsleerstand ist faktisch null, freie Wohnungen können sofort wieder vermietet werden, und dass nicht unbedingt zu Billigmieten. Umfragen ergeben regelmäßig, dass die Wohnzufriedenheit in diesem Gebiet überdurchschnittlich hoch ist. Auch ist das Gebiet keineswegs ein sozialer Brennpunkt, wir haben es hier eher mit mittleren Einkommen zu tun.

Interessant ist auch, dass es eine Nachfrage nach Eigentumswohnungen in diesem Gebiet gibt. Daher hat die Saxum AG (ein Unternehmen, das ursprünglich aus Chemnitz kommt) 2009 eine ehemalige Kindertagesstätte in der Elfriede-Tygör-Straße zu einer Eigentumswohnanlage umgebaut. Das ehemalige KITA-Gebäude wurde umgebaut, in dem Garten wurde ein Neubau errichtet. Die Wohnungen konnten schon kurz nach Vermarktungsbeginn verkauft werden. Derzeit baut die Saxum AG zwei ehemalige Schulen in der Elfriede-Tygör-Straßen zu Eigentumswohnanlagen um - bereits jetzt sind sämtliche Wohnungen verkauft.

Last but not least - direkt neben dem Wohnhaus Dathepromenade 3 befindet sich eine Schwimmhalle, die derzeit saniert wird. Diese Sanierung wird das Wohngebiet noch weiter aufwerten.

Kleist
22.12.11, 21:37
Wie ist das eigentlich ? Werden noch Plattenbauten in Berlin zurückgebaut ? Oder ist dies durch die bessere Vermietbarkeit vollständig zum Erliegen gekommen ?
Vor ein paar Jahren noch wollten einige Gesellschaften Blöcke abreissen oder 11 Geschosser zu 4-7 Geschosser umbauen. Ich kann mich erinnern,dass in der Marchwitzastrasse in Marzahn ein 23/21 Geschosser komplett zurückgebaut wurde.

Ich selbst sehe die Platten zwar kritisch,aber ich denke sie werden noch gebraucht.Und sie sind oft recht gut begrünt.

Konstantin
23.12.11, 09:05
Schön, dass jetzt unter den Forianern eine allgemeine Tafelbau-Euphorie ausbricht. Die sinkenden Leerstandsquoten in Plattenbauten haben aber verschiedenen Gründe:

1. Ganz generell laufen die Plattenbauten mit Mietern zu, die sich die steigenden Preise in der Innenstadt nicht leisten können.

2. Natürlich sind auch ausgewählte Neubaugebiete wie das Sewan- / ehem. Hans-Loch-Viertel attraktiv, weil sie viel Grün und einen guten ÖPNV-Anschluß haben. Jedoch ist gerade hier das Durchschnittsalter auf > 60 Jahre gestiegen http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1210/hauptmm.htm?http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1210/121022.htm.

3. Vergessen darf man nicht, dass der Flächenverbrauch der Platten immens ist. Beispielsweise in der Karl-Marx-Alle, 2. Bauabschnitt, eine Ikone der Moderne der 70er, wohnten 1935 50.000 Menschen heute 8.300. Selbst wenn man berücksichtigt, dass Altbaugebiete heute in den Blockinnenbereichen gelichtet wären und keiner mehr im 3. Hof, EG, wohnen möchte käme man noch auf eine Kapazität von ca. 25.000 Bewohnen (Beispiel Prenzlauer Berg: 1935 300.000 EW, 2010: 148.000 EW). Zudem ist das vermutete Grün in vielen Fällen nur an der Schauseite existent, die irrwitzig riesigen Parkplatzanlagen tragen ebenfalls zu einer schlechten Bilanz bei.

Batō
23.12.11, 11:34
^
Wobei der Vergleich in deinem 3. Punkt m.E. nur illustriert, dass das Berlin der Vorkriegszeit noch immer viel zu dicht bewohnt und bebaut war.

Saxonia
23.12.11, 12:06
Im Vergleich zu was? Berlin war nicht enger bebaut als andere Vorkriegsstädte in Deutschland. Allein die Anzahl der Mietskasernen war gewaltig aber deshalb wurden diese nicht enger gebaut als anderswo.

Bei zu dicht bewohnt kann man durchaus mitgehen, dass ist aber kein Problem der Bebauung sondern der sozialen Lage der Arbeiter gewesen. Auch wenn große Teile der Quartiere nicht eingeebnet worden wären, würden heute nicht 30 Mann in einer Wohnung hausen wie vor 100 Jahren.

DaseBLN
23.12.11, 12:15
^ Allein die Tatsache, dass in Berlin in einem Block meist zwei bis drei Hinterhöfe hintereinander lagen, wird für eine größere Dichte gesorgt haben. In anderen Städten ist das m.W. eher unüblich.

ulgemax
23.12.11, 12:25
Hinzu kommt die geringe Grundfläche der Höfe, die so knapp bemessen werden konnten, dass nur eine Feuerwehr-Spritze darin gewendet werden konnte. Bei 22 m Traufhöhe ergaben sich in den am dichtesten bebauten Quartieren Höfe, die eher Entlüftungsschächten glichen. Auch dies war in anderen deutschen Großstädten in dieser Ausprägung meines Wissens nach nicht anzutreffen.

Batō
23.12.11, 12:57
Im Vergleich zu was? Berlin war nicht enger bebaut als andere Vorkriegsstädte in Deutschland. Allein die Anzahl der Mietskasernen war gewaltig aber deshalb wurden diese nicht enger gebaut als anderswo.

Bei zu dicht bewohnt kann man durchaus mitgehen, dass ist aber kein Problem der Bebauung sondern der sozialen Lage der Arbeiter gewesen. Auch wenn große Teile der Quartiere nicht eingeebnet worden wären, würden heute nicht 30 Mann in einer Wohnung hausen wie vor 100 Jahren.
Das Grauen des "steinernen Berlin" kannst du dir hier anschauen (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtmodelle/de/innenstadtplaene/sp/index_sp-st3_6-1.shtml#). Chaotisches Straßenraster, viel zu große Blöcke mit tiefen Hinterhöfen. Wozu sollte ich das mit anderen Städten vergleichen wenn das bei dieser Draufsicht schon so offensichtlich ist?
Richtig schön wird es wenn man sich vorstellt, dass die meisten Gründerzeitler in den 30er/40er Jahren ja auch schon wieder über 50 Jahre alt und in einem nicht unbedingt ansehnlichen Zustand waren (kein Vergleich zu einem heute sanierten Gründerzeitler).

Klarenbach
23.12.11, 13:07
Zum Wohngebiet Karl-Marx-Allee 2. Bauabschnitt will ich ergänzen, dass es am 19.12 in der Kongresshalle eine Informationsveranstaltung zur Bereichsentwicklungsplanung für dieses Gebiet gab. Bemerkenswert an dieser Veranstaltung war, dass sich die Einstellung zu diesem Gebiet in den letzten Jahren fundamental gewandelt hat. Während das Gebiet in den 90er und 0er Jahren noch als städtebaulicher Problemfall galt, so übertrafen sich am Montag die Vertreter des Bezirks und des Senats in Lobliedern auf dieses Wohngebiet. Manfred Kühne von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bezeichnete das Gebiet gar als "eine der bedeutendsten städtebaulichen Leistungen nicht nur Deutschlands". Übereinstimmend wurde festgestellt, dass dieses Gebiet extrem beliebt wäre und dass zunehmend auch junge Leute in das Gebiet ziehen würden.

Folgerichtig spielen Planungen für eine Wiederherstellung historischer Strassenzüge heute keine Rolle mehr. Ziel der Planung ist stattdessen die Erhaltung des Viertel als ein durchgrüntes Wohngebiet.

Eine Anmerkung zu Kleist: Abrisse oder Teilrückbauten von Plattenbauten sind nicht geplant. Es gibt mittlerweile sogar die Einschätzung, dass zuviel abgerissen worden ist.

mkwiteaux
23.12.11, 13:24
Langsam wird es Offtopic, aber ich möchte trotzdem darauf hinweisen:
wenn ihr von dichter Bebauung und den anscheinend so katastrophalen Bedingungen der Mietskasernen redet, solltet ihr immer bedenken, wie hoch die Dichte in den meisten anderen Städten der Welt ist.

Vergleiche Wohnviertel, die zwischen 1850 und 1900 gebaut wurden:

Madrid:
http://g.co/maps/yr27q

Paris:
http://g.co/maps/6w54p

Berlin:
http://g.co/maps/wh7hm

Der in Berlin gezeigte Ausschnitt ist der Teil Berlins mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Stadt. Die Ausschnitte Paris und Madrid sind willkürlich gewählte pre-1900 Quartiere.

Die Enge ist also sehr subjektiv. Ich habe in allen drei Städten gelebt und bin immer noch erstaunt darüber, wie leer sich Berlin manchmal anfühlt (sogar in Prenzlauer Berg), und vor allem: wie leise es ist und wie wenig Verkehr hier fährt.

Batō
23.12.11, 13:31
^
Ist schon klar, aber wir vergleichen ja in diesem Teil der Diskussion nicht die Gegenwart.

schilling-ag
23.12.11, 13:33
^^
Hallo erstmal!
wir als Arbeitsgemeinschaft Schillingstrasse kennen die Situation der Karl-Marx-Allee natürlich ebenfalls, obwohl wir als Verein wie auch einige Anwohner diese Gegend nicht als Wohnlich (vom Aufbau der Wohnungen, sprich: Verbaute Zimmer) empfinden , da müssen wir @Klarenbach schon ein wenig widersprechen.

1: wurde auf der VerAnt nichts vom Zu zug neuer junger Menschen erwähnt
2: geht es den Menschen um das Grüne Umfeld, die Anwohner wollen einfach kein II. Manhattan vor der Haustür
3: das die Gegend Attraktiv geworden kann man so auch nicht erkennen, es ergibt sich einfach von selbst, da es einfach "Innenstadt" Lage ist!

es gibt aber auch viele Menschen gerade die Älteren die ihrer alten DDR nachtrauern, was natürlich auch dazu beiträgt.
wir vom Verein begrüssen natürlich den Erhalt, aber es geht den Menschen eher darum: das Grün die Ruhe und das man den Gebäudebestand erhält , sprich es nicht zu Baut mit neuen Hochhäusern, und das denken wir ist doch auch etwas Positives im Sinne der Anwohner. Was wir übrigens nur Begrüssen, denn immerhin geht es hier nicht nur um das nachtrauern einer Epoche sondern einfach um den Erhalt Deutscher Geschichte + Kultur

Anmerkend an Klarenbach:
Abrisse oder Teilrückbauten von Plattenbauten sind nicht geplant. Es gibt mittlerweile sogar die Einschätzung, dass zuviel abgerissen worden ist.
-
also das wurde so nun auch nicht direkt erwähnt, aber man möchte diese Strenge Struktur der Karl-Marx-Allee einfach erhalten, und die Gebäude sollen nach und nach Aufgewertet werden.
wem es Interessiert die Berliner Zeitung hat sich ebenfalls den Alexanderplatz bzw. sich der KMA befasst:
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/alexanderplatz-ende-eines-ideologiestreits,10809148,11341598. html

Allen einen schönen Tag und Morgen ein besinnliches Weihnachtsfest.!

Saxonia
23.12.11, 15:13
Das Grauen des "steinernen Berlin" kannst du dir hier anschauen (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtmodelle/de/innenstadtplaene/sp/index_sp-st3_6-1.shtml#). Chaotisches Straßenraster, viel zu große Blöcke mit tiefen Hinterhöfen. Wozu sollte ich das mit anderen Städten vergleichen wenn das bei dieser Draufsicht schon so offensichtlich ist?
Richtig schön wird es wenn man sich vorstellt, dass die meisten Gründerzeitler in den 30er/40er Jahren ja auch schon wieder über 50 Jahre alt und in einem nicht unbedingt ansehnlichen Zustand waren (kein Vergleich zu einem heute sanierten Gründerzeitler).

Dann vergleiche Quartiere in Chemnitz oder im Ruhrpott mit der Berliner Situation. In Gera sind ähnliche Komplexe mit massenhaften Hinterhöfen bekannt.
Ich weiß nicht genau was du mit deiner Argumentation bewirken willst. Eine Rechtfertigung weshalb man die urbanen Räume für Konzeptionssprengende 10 Geschosser abgerissen hat? Klar war etliches zerstört und niemand hat behauptet, dass die Gründerzeitquartiere zu ihrer Entstehungszeit ein Paradies waren. Das waren zahlreiche herrliche Fachwerkbauten in Altstädten auch nicht. Aber die Möglichkeiten der Sanierung samt des Wertes eines geschlossenen (und von Zubauten befreiten Hinterhofes) kann dir heute jeder der dort wohnt bestätigen.

Konstantin
23.12.11, 15:57
@ Bato: was heisst denn "viel zu dicht bebaut"? die in Rede stehenden Geschossflächenzahlen von etwa 3,5 bis 4, die Du als "Steinernes Grauen" beschreibst, sind in London und Paris sowohl vor 100 Jahren wie auch heute üblich. Über beide Städte sind mir keine Klagen über "Grauen" bekannt, im Gegenteil: die europäische Stadt hat eine steinerne Tradition.

Deshalb habe ich ja bewusst Quartiere angeführt, die seit den dreissiger Jahren schon um ca. 50 Prozent "gelichtet" wurden und sch heute der ununschränkten Begeisterung der Berliner wie der Zuzügler erfreuen, wie z. B. Prenzlauer Berg rund um den Kollwitzplatz, dem Bergmannkiez oder dem Savignyplatz.

Die Quartiere der 70-er-Jahre-Moderne, für die ich die KMA, 2. Bauabschnitt, pars pro toto anführte liegen aber bei Geschossflächenzahlen, die nochmals bei einem Drittel weniger als die "gelichteten Altbauviertel" liegen.

DaseBLN
23.12.11, 17:42
Dann vergleiche Quartiere in Chemnitz oder im Ruhrpott mit der Berliner Situation. In Gera sind ähnliche Komplexe mit massenhaften Hinterhöfen bekannt.

Kannst du die uns bitte kurz zeigen? In Gera und Chemnitz ist ähnlich wie in Leipzig mehr als ein Gartenhaus (wnen es überhaupt eins gibt) in Gründerzeitwohngebieten die absolute Ausnahme, in Berlin die Regel.

Ich weiß nicht genau was du mit deiner Argumentation bewirken willst

Du hats behauptet, Berlin wäre nicht dichter bebaut gewesen als andere Städte im Vorkriegsdeutschland. Das stimmt so schlicht und ergreifend nicht.

Kleist
23.12.11, 17:47
Die Bevölkerungszahlen einzelnener Gebiete sind natürlich gesunken. Hauptursache ist die Verringerung der Haushaltsgrösse.In jedem zweitem Berliner Haushalt wohnt nur eine Person,dass war vor 70,80 oder mehr Jahren ganz anders.

Natürlich gibt es dass steinere Grauen,diese engen Hinterhöfe gibt es in Deutschland sonst nirgends.Die Enge wird auch durch die Höhe der Bebauung erzeugt.Wo bitte sonst in Deutschland gibt es denn grossflächige fünfgeschossige Bebauung mit Vorder Seiten und Hinterhaus ? Nicht in Chemnitz,Gera und auch nicht im Ruhrgebiet,nicht in München,Köln,Frankfurt oder HH.

Ich weiss auch nicht,was an einer enormen Verdichtung attraktiv sein soll ? Wenig Grün,keine gute Aussicht, Parkplatzmangel.Ich finde es gut,wenn Städte nicht so stark verdichtet sind.Wir haben in Berlin und Deutschland im Allgemeinen kein Platzproblem,so dass wir uns eine grosszügigere Bebauung
auch leisten können.

Mir gefallen die Platten wahrlich nicht besonders,aber dieser Zwang,alles wieder in "alte Bahnen" lenken zu wollen,geht mir auf den Keks.Hinterhöfe nein Danke.

Saxonia
23.12.11, 17:58
Natürlich gibt es dass steinere Grauen,diese engen Hinterhöfe gibt es in Deutschland sonst nirgends.Die Enge wird auch durch die Höhe der Bebauung erzeugt.Wo bitte sonst in Deutschland gibt es denn grossflächige fünfgeschossige Bebauung mit Vorder Seiten und Hinterhaus ? Nicht in Chemnitz,Gera und auch nicht im Ruhrgebiet,nicht in München,Köln,Frankfurt oder HH.



So ein Hafer, natürlich gibt bzw. gab es das in Deutschland. Ihr tut fast so, als wäre Berlin die einzige Stadt gewesen die förmlich explodiert ist.

Kleist
23.12.11, 18:04
^ Lies doch bitte mal richtig.Natürlich gibt es auch in anderen deutschen Städten Hinterhöfe.Aber nur ganz vereinzelt in fünfgeschossiger Bauweise.Und es ist nun mal ein Unterschied,ob ein 150m² Innenhof von 2-3 geschossiger Bebauung umgeben ist,oder von Fünfgeschossern.

schilling-ag
23.12.11, 19:47
^ ich muss Kleist aber recht geben, es gibt Städte wie Köln,Düsseldorf , Rheinland allgemein, Ruhrgebiet und halt auch Berlin? wunderlich wie man auf solch eine Äusserung kommt? ;-) und Hinterhöfe sind doch nicht verwerfliches? sie spenden Ruhe? also ist es doch nichts´schlimmes! ich persönlich würde sehr gerne auf solch einem Leben, statt auf einer Autobahn und das mitten in der Innenstadt! das ist bei weitem viel besser!

Chandler
23.12.11, 21:06
^
Die Autos fahren so oder so.
Hier in Berlin kann man jetzt auch innenstadtnah wählen zwischen engen Straßen und Hinterhöfen oder anonymen Hochhausblöcken mit Bäumchen davor und weitem Ausblick. Jeder wie er mag. Ist doch schön.

Urbanist
24.12.11, 06:13
Da hier immer wieder auch das Ruhrgebiet als Beispiel für hochverdichtete Bebauung angeführt wird: Gerade das Ruhrgebiet ist ganz im Gegenteil durch eine sehr dezentrale, wenig verdichtete Siedlungsstruktur geprägt; das historische Gegenstück zur Mietskaserne ist dort die gartenstadtähnliche Arbeitersiedlung mit Reihen- oder Doppelhäusern und jeweils zugeordnetem (und ausdrücklich zur Selbstversorgung bestimmtem) Garten gewesen.
Eine Rechtfertigung weshalb man die urbanen Räume für Konzeptionssprengende 10 Geschosser abgerissen hat? Klar war etliches zerstört und niemand hat behauptet, dass die Gründerzeitquartiere zu ihrer Entstehungszeit ein Paradies waren. Das waren zahlreiche herrliche Fachwerkbauten in Altstädten auch nicht. Aber die Möglichkeiten der Sanierung samt des Wertes eines geschlossenen (und von Zubauten befreiten Hinterhofes) kann dir heute jeder der dort wohnt bestätigen.
An dieser Argumentation fällt mir die völlige Negierung des jeweiligen historischen Bewußtseins auf. Man kann den Verantwortlichen von 1945ff nicht vorwerfen, daß sie die Situation nicht aus der Sicht und nach den Kriterien des Jahres 2011 bewertet haben. Man war damals im Gegenteil in der Regel froh, daß der Krieg das bewerkstelligt hatte, was im Frieden ökonomisch wohl nie machbar gewesen wäre, nämlich eine weitgehende Zerstörung der dichten, steinernen Stadt; die Tabula Rasa wurde im Osten wie auch im Westen als große Chance betrachtet, eine neue Lebenswelt für eine neue, bessere, gerechtere Gesellschaft zu bauen (ja auch wenn manche es hier kaum glauben mögen, es gab mal Zeiten da hielt man so etwas für möglich).
Daß dieses Konzept heute obsolet erscheint, ist das Resultat von Erkenntnisprozessen und politischen Kämpfen, die sich in den 70er/80er Jahren zutrugen (Häuserkampf, behutsame Stadterneuerung etc.) und zur Rehabilitation der historischen Stadt führten, und mir scheint es manchmal daß dieser Prozeß mittlerweile selbst so weit zum Dogma geronnen ist daß die historische Stadt heute nicht nur rehabilitiert ist, sondern selbst zum unkritisch verklärten, unantastbaren Fetisch geworden ist.
Ich bin mal sehr gespannt, wie spätere Generationen über das gegenwärtige "Zurück zum Gestern" urteilen werden, aber egal über welche Epoche man urteilt, es sollte immer der Kontext des jeweiligen historischen Bewußtseinsstandes berücksichtigt werden, sonst wird jede Bewertung nur zum beliebigen "das versteh ich nicht und gefällt mir auch nicht, also weg damit"...

Konstantin
24.12.11, 12:50
Die "tabula rasa" gab es ja so nicht oder nur in Einzelfällen. Vom steinernen Berlin war ja mehr übrig geblieben, als sich die "Verantwortlichen von 1945 ff." gewünscht hatten.

Ich erinnere an den entsetzten Eiermann, als er erfuhr dass die Ruine der Gedächniskirche stehenbleiben sollte und er seine Bauten neu gruppieren musste. Abr auch in den heutigen innenstädtischen Plattenbaugebieten stand noch viel Altes.

Der radikale Neuanfang war nur möglich, indem man weiter Altes abriss. Dass sogar noch heute (2011) bei den Verantwortlichen des Bezirks Mitte gefordert wird, Altbauten die der orthogonalen Struktur der Karl-Marx-Allee, 2. BA, entgegenstehen, abzureissen ist doch grotesk. Hier wird versucht ein 70-er-Jahre-Neubaugebeite ex post zu ästhetisieren und dem heutigen, verklärten Idealbild der Moderne anzupassen.

Urbanist
25.12.11, 07:27
Dass sogar noch heute (2011) bei den Verantwortlichen des Bezirks Mitte gefordert wird, Altbauten die der orthogonalen Struktur der Karl-Marx-Allee, 2. BA, entgegenstehen, abzureissen ist doch grotesk.
Davon daß Altbauten im Bereich KMA BA2 abgerissen werden sollen ist doch keine Rede; wer hat das wann gefordert?
Es geht doch hier darum, daß dieses Gebiet behutsam weiterentwickelt werden soll, also auf eine zwanghafte Überformung entgegen der bestehenden Struktur verzichtet werden soll.
Der radikale Neuanfang war nur möglich, indem man weiter Altes abriss.
Das widerspricht ja nicht dem, was ich in meinem vorangehenden Artikel ausgeführt habe; es entsprach eben dem damaligen Bewußtsein und den damaligen Bedürfnissen, den durch den Krieg perforierten, entkernten, angeschlagenen Zustand der steinernen Stadt als Chance zu ihrer endgültigen Überwindung wahrzunehmen, und nicht daraus ein Gebot zu ihrer Wiederherstellung abzuleiten.
Die steinerne Stadt war 1945ff vollkommen diskreditiert, in städtebaulicher, aber auch ökonomischer und moralischer Hinsicht.
Soweit mir bekannt ist, war W. J. Siedlers "Gemordete Stadt" von 1964 (?) der erste Versuch im deutschsprachigen Raum überhaupt, die historische Stadt zu rehabilitieren, und mehrheitsfähig wurde dieser Diskurs erst während der 70er Jahre im Zuge der aufkommenden Postmoderne und Technokratiekritik.

Konstantin
25.12.11, 13:39
Die Vertreter des Bezirksamtes Mitte haben auf der oben zitierten Veranstaltungen am 19. Dezemberber im Haus des Lehrers derlei angekündigt. Es geht wohl um einen Seitenflügel an der Alexanderstrasse sowie um die Gebäude dahinter, die noch vom Polizeipräsidenten enutzt werden. Letztere sollen in eine Grünfläche umgewandelt werden.

@ Urbanist: Du wirst doch nicht das Planersprech einer "behutsamen Weiteentwicklung" übernehmen. Was derlei Ausdrücke bedeuten kannst Du doch an der "behutsamen Sanierung" der Staatsoper besichtigen: Vollentkernung und Abriss von Ergänzungsbauten.

Deine Hinweis auf das Siedler-Essay ist richtig. Natürlich kann man Geschichte nur aus dem Zeitkontext heraus verstehen und nicht nur mit heutigen Augen beurteilen. Das ist ja der Fehler bei der heutigen Beurteilung von Stadtplanung und vor allem Architektur der Kaiserzeit, der Republik von Weima und des Nationalsozialismus. Nur müßte man heute soviel aus der Geschichte gelernt haben, das derlei Stadtvandalismus wie der flächendeckende Abriss von historischer, gewachsener Stadt unterbleibt.

Klarenbach
27.12.11, 14:45
Ich denke, man sollte auch mit seinen Erwartungshaltungen nicht überziehen. Sicher sind auch die derzeitigen Vorschläge zur Bereichsentwicklungsplanung im Wohngebiet Karl-Marx-Allee 2. Bauabschnitt noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich halte beispielsweise die Planungen für neue Läden an der Schillingstrasse für unrealistisch.

Dennoch muss man auch anerkennen, dass die neuen Planungen eine entscheidende Verbesserung gegenüber der Situation der neunziger Jahre darstellen. Dmals gab es noch Leute wie Hans Stimmann, Dieter Hoffmann - Axthelm, Bernd Albers, die dieses Wohngebiet zerstören wollten und die die Meinung der Betroffenen mit Füssen getreten haben. ("Wer hat denn den Kalten Krieg gewonnen - Sie oder wir?" Dieter Hoffmann - Axthelm auf einer Bürgerversammlung) Von diesem Klima war die Veranstaltung am 19.12. weit entfernt. Insgesamt herrschte doch bei allen Konsens darüber, dass dieses Wohngebiet ein wichtiges Denkmal des Städtebaues des Moderne darstellt und dass dieses erhalten werden sollte. Ich denke, dass man solche Verbesserungen auch mal anerkennen sollte.

Zsara
13.01.12, 16:04
Eine Idee oder Anregung (nichts Neues, aber die Umsetzung ist gelungen, wie ich finde) Wohnblöcke in Plattenbauweise zu sanieren und/oder aufzuwerten.
Entdeckt in Prag, im nördlichen Randbezirk "Letňany" (die Bilder der gemachten Häuser liegen in etwa in und um der Straße Krausova http://maps.google.de/maps?q=Let%C5%88any&oe=utf-8&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&um=1&ie=UTF-8&hl=de&sa=N&tab=wl).

Leider hatte ich keine Bilder selber gemacht, es handelt sich unten um ein paar Screenshots von Google Earth.



http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/g3t8cfbqpr1.png (http://www.pic-upload.de/view-12613141/platte1.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/2w8d92lveuw2.png (http://www.pic-upload.de/view-12613152/platte3.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/6tduet1fk8k4.png (http://www.pic-upload.de/view-12613155/platte4.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/e1tz8ke2q6my.png (http://www.pic-upload.de/view-12613158/platte5.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/w9r9ufhir.png (http://www.pic-upload.de/view-12613163/platte7.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/9ki571r33c5.png (http://www.pic-upload.de/view-12613165/platte8.png.html)

http://www9.pic-upload.de/thumb/13.01.12/1g2jggger9z8.png (http://www.pic-upload.de/view-12613168/platte9.png.html)

Fotos: Google Earth
(Wer mag kann mir ja eine Nachricht schicken, wie ich hier Bilder einbinde ...? Danke (: )

_Flyn_
16.01.12, 18:53
Das ehemalige Kaufhaus am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg beherbergt heute, kleine, bezahlbare Wohnungen in einer sehr verkehrsgünstigen Lage (10 min zum Alexanderplatz).

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/immobilienmarkt-berlin-wohnen-im-kaufhaus,10809148,11458234.html

Die Platten scheinen wirklich ein ernstzunehmender Gentrifizierungspuffer zu sein...

MattSid
16.01.12, 22:03
^ Wie schoen! sieht wirklich moderne die Fassade, und der Lage ist wirklich gut (hier meine 2010 Fotos http://www.flickr.com/photos/43708622@N06/page7/), Fennpfuhl ist absolut meine Liebling DDR Siedlung in Berlin :)

Konstantin
16.01.12, 23:58
Cooles Projekt am Anton-Saekow-Platz.

Warum werden die Platten eigentlich stets so bunt saniert und nicht mit den keramischen Original-Oberflächen, wie an der Alexanderstrasse in Mitte?

Der_Geograph
17.01.12, 13:26
Die Fassade dieses Kaufhauses ist noch die ursprüngliche! Sie wurde weder erneuert noch aufgefrischt. Diese rostroten Metallplatten sind noch originale vom Bau des Gebäudes. Bevor die Sanierung begann, sah ich mal ein Rendering in der Berliner Woche, auf dem jeweils die Hälfte der einzelnen Balkons mit abwechselnd grünen, gelben und roten Glasfronten verkleidet werden sollten (Gedächtnisprotokoll). Das sah wesentlich frischer aus, als der gegenwärtige Zustand. Aber scheinbar ist man davon abgekommen.

@Konstantin
Die wenigsten Platten hatten Keramikfassaden. Die Bauten am Alexanderplatz stellen da eine Ausnahme dar. Für gewöhnlich bestanden die Fassaden aus nacktem Waschbeton, der nur ganz vereinzelt noch durch kleine Fließenbänder aufgehübscht wurde. Diese Elemente waren/sind es aber nicht unbedingt wert erhalten zu werden. Zudem kommen durch die Sanierungen auch mehr Farben in die Ostberliner Außenbezirke. :)

jan85
17.01.12, 13:46
Leider habe ich keine Fotos, aber in der Gropiusstadt werden weiterhin einige sehr exponierte Platten saniert, insbesondere an den U-Bhf Zwickauer Damm und Wutzkyallee. Im letzteren Fall kommt noch eine aufwendige Sanierung und Erweiterung des Ärzte- und Einkaufszentrums hinzu. Sehr unscharfe Visualisierungen gab es mal im Netz, aber im Original wirkt es mE deutlich besser.

Klarenbach
12.03.12, 20:35
In Lichtenberg hat der Umbau des ehemaligen EDV-Gebäudes der Deutschen Reichsbahn an der Lichtenberger Brücke begonnen. Das zehngeschossige Stahlbeton-Skelettgebäude, das jahrelang leer stand, wird von der Gesellschaft für Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensberatung (GPU) aus Dernbach zu einem Wohnhaus mit 450 Wohnungen umgebaut. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, im Herbst sollen die ersten 250 Wohnungen bezogen werden. Das Unternehmen hat bereits den Umbau des ehemaligen Warenhauses am Anton-Saefkow-Platz zu einem Wohnhaus realisiert.

Weiterhin plant das gleiche Unternehmen den Umbau eines ehemaligen Wohnheims am Sportforum Hohenschönhausen.

Einen Artikel zu dem Thema ist in der gestrigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen, dieser ist allerdings kostenpflichtig.

http://http://fazarchiv.faz.net/?q=%20Wohnungsbau&timeFilter=&KO=&crxdefs=&NN=&CO=&CN=&BC=&submitSearch=Suchen&sext=0&maxHits=&sorting=&toggleFilter=&dosearch=new#hitlist (http://fazarchiv.faz.net/?q=%20Wohnungsbau&timeFilter=&KO=&crxdefs=&NN=&CO=&CN=&BC=&submitSearch=Suchen&sext=0&maxHits=&sorting=&toggleFilter=&dosearch=new#hitlist)

Hobrecht
12.03.12, 22:01
Das ist ja spannend. Den Standort hätte ich nicht auf Anhieb als attraktive Wohnlage eingeschätzt - vorne die Frankfurter Allee, hinten zig Hektar Gleisanlagen und der Bahnhof. Kommt denn wenigstens die Tankstelle vor dem Haus noch weg? Zumindest die Fernsicht aus den oberen Stockwerken ist sicherlich nicht schlecht...

MattSid
13.03.12, 00:50
Diese?

http://g.co/maps/z24t7

Wow! Ich habe mich immer gewundert ueber diese Plattenbau, was war die "EDV"?

@Hobrecht
Die Wohnlage es ist nicht so schlecht, es findet sich genau neben die S-Bahn Lichtenberg und die U5.

tel33
13.03.12, 07:23
naja... wie schon geschrieben, es liegt ja quasi direkt an der Lichtenberger Brücke. Auf der einen Seite 8-spurige Straße plus Aral Tankstelle, auf der anderen das Gleisfeld des Bahnhofs Lichtenberg. Sicher was für Verkehrsfans. Ich hatte nach all den Jahren eher mit einem Abriss gerechnet...

tricki
13.03.12, 10:43
Diese?

http://g.co/maps/z24t7

Wow! Ich habe mich immer gewundert ueber diese Plattenbau, was war die "EDV"?

@Hobrecht
Die Wohnlage es ist nicht so schlecht, es findet sich genau neben die S-Bahn Lichtenberg und die U5.

Hallo MattSid!

EDV = Elektronische Datenverarbeitung

Gruß Tricki

MattSid
13.03.12, 11:46
^^ Fuer welche Daten? Etwas aehnlich wie die Haus der Statistik?

DaseBLN
13.03.12, 12:23
^ Alle Daten. Computer eben. Entsprechend gab es früher in Unternehmen keine IT- sondern eine EDV-Abteilung.

Hobrecht
13.03.12, 16:06
@Hobrecht
Die Wohnlage es ist nicht so schlecht, es findet sich genau neben die S-Bahn Lichtenberg und die U5.

Die mittelbare Umgebung mag ja ihre Vorzüge haben, die unmittelbare Lage des Gebäudes ist, wie tel33 schon schrieb, wohl aber eher was für hartgesottene Verkehrsfans.

edit: die von Dir verlinkten Fotos vermitteln einen prima Eindruck, wie ich finde...

Klarenbach
13.03.12, 18:28
Noch 2010 hatte das gleiche Unternehmen übrigens den Abriss des Gebäudes und den Bau eines Fachmarktzentrums geplant. Die Baugenehmigung war schon erteilt. Jetzt hat GPU offenbar umgedacht. Wie heißt es so schön: "Totgesagte leben länger".

Zu MattSid will ich noch ergänzen, dass in dem Gebäude die EDV-Abteilung der Reichsbahn ihren Sitz hatte, dort wurden die entsprechenden Zugläufe, der Einsatz der Waggons und Lokomotiven etc. berechnet.

Das Gebäude war übrigens Ende der siebziger Jahre relativ bekannt, weil jahrelang nur die unfertigen Gleitkerne herumstanden und nicht weitergebaut wurde. (Das zuständige Baukombinat hatte wohl damals nicht genug Betonelemente für den Weiterbau.) Erst Anfang der achtziger Jahre wurde das Gebäude zu Ende gebaut.

LE Mon. hist.
14.03.12, 05:58
Der interessante FAZ-Artikel ist mittlerweile frei zugänglich.

FAZ, 13.02.2012
Plattenbau. Der Wohnungsdiscounter
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/plattenbau-der-wohnungsdiscounter-11680031.html

"Dem Unternehmen schwebt eine Art „Wohnungsaldi“ vor" - tststssss.

Batō
16.03.12, 08:06
Hier ein Video (http://www.snacktv.de/channel/?itwvidbox=http%3A%2F%2Fsnacktv.n24 .de%2Fportal%2Flizenzgeber%2FN24%2F Videos%2F2012%2F03%2Fwohnung-als-luxusgut.html%3Fitwpub%3Dtagesspieg el%26itwbox%3D1) zum Thema Wohnungsmarkt Berlin. In den ersten Sekunden wird auch über das EDV-Gebäude berichtet. In Minute 0:17 wird eine Visualisierung gezeigt...all in white.

Der_Geograph
16.03.12, 08:33
"Dem Unternehmen schwebt eine Art „Wohnungsaldi“ vor" - tststssss.

Warum nicht? Die bisherigen Investoren auf dem Berliner Wohnungsmarkt konzentrierten sich nahezu ausschließlich auf das mittlere und höhere Preissegment. Zugegeben das Wort "Wohnungsaldi" klingt etwas drastisch. Aber ich finde es gut, dass endlich mal ein Investor seinen Fokus auf dringend benötigten kleinen und preiswerten Wohnraum setzt (und dabei sogar gleich noch größere ruinöse Schandflecke in der Stadtlandschaft verschwinden lässt). :)

budze
16.03.12, 09:33
Solche Vorhaben sind ja sicherlich zu begrüßen. Aber bei Preisen von 300€/Warm für 25m² kann man meiner bescheidenen Meinung nach nicht wirklich von einem "Wohnungsaldi" reden. Bei 75€ Nebenkosten wäre das immerhin 9€ Kaltmiete. Und das bei der unmittelbaren Lage ...

ReinhardR
16.03.12, 09:48
300 € warm für 25 qm - wo ist das Problem?
Doch wahrscheinlich nur in der Lage, oder?
Hier in Münster (Universitätsstadt mit insgesamt 55.000 Hochschul- und Uni-Studenten) würde dem Vermieter die Bude eingerannt, weil hier 400 € marktgerecht wären.
Berlin wird sich an noch höhere Preise gewöhnen müssen!

LE Mon. hist.
16.03.12, 10:04
Wieviel hat ein durchschnittlicher (studentischer) Haushalt im Monat in (Ost)-Berlin zur Verfügung und wieviel in Münster? Entweder Geld von Mama und Papa oder selbstverdient. Wieviel können Student_innen beim Jobben in Münster verdienen und wieviel in Berlin?

Laut der gestern vom Statistische Bundesamt (Destatis) vorgelegten Auswertung des Mikrozensus 2010 betrug die Mietbelastung, das heißt der Anteil der Bruttokaltmiete am verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen, im Jahr 2010 durchschnittlich 22,5 %. Auszubildende mussten dagegen im Schnitt 34 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben.
http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?p=330595#post330595

Wie sieht der kleinräumige Vergleich zwischen Münster (oder anderen "reichen" Städten) und Berlin (oder anderen armen Städten wie Leipzig) dann aus?

Wie hoch ist der Regelsatz für die Kosten der Unterkunft in Münster und wie hoch in Berlin? Und warum gibt es diese Unterschiede?

PS:
Bruttowarmmiete Berlin - 1-Personen-Haushalt 378,00 Euro; 2-Personen-Haushalt 444,00 Euro
http://www.berlin.de/jobcenter/tempelhof-schoeneberg/leistungsservice/kosten_der_unterkunft.html

Münster:
Gesamtbetrag aus angemessener Kaltmiete plus angemessenen Nebenkosten
1 Person im Haushalt - 47 m² Wohnflächenobergrenze - 7,02 - Kaltmiete je m² - 2,10 Nebenkosten
je m² - 428,85 € - 457,31 € bei hoher Energieeffizienz
2 Personen im Haushalt - 62 m² Wohnflächenobergrenze - 6,50 Kaltmiete je m² - 2,10 Nebenkosten
je m² - 533,40 € -571,02 € bei hoher Energieeffizienz
http://www.harald-thome.de/media/files/Kdu2/KdU-M-nster---19.01.2011.pdf

Hobbyist
16.03.12, 11:11
^
Also wer als Student alleine in einer Wozhnug wohnt und sich beschwert, daß es zu teuer ist, der ist ja wohl selber Schuld. Aber von solchen gibts ja nicht so viele, denn die meisten wohnen ja nicht alleine, sondern in WGs oder mit ihren Partner.
(und ich schreibe hier NICHT "Student_innen", weil ich das widerlich fürs Auge finde und mich an hysterische Gendertanten erinnert.)

leipziger
16.03.12, 11:16
Lieber LE Mon. hist.,
wenn du schon mal in Münster gelebt hättest, würdest du anderes sagen:
- Die Verdienstmöglichkeiten sind dort nicht pauschal sehr gut. Es kommt immer auf die Branche an, in der man arbeitet. Das ist in Berlin genau so, wenn auch der Verdienst statistisch ingesamt geringfügig niedriger ist.
In Münster gibt es ein gewaltiges Gehaltsgefälle zwischen den den Altersgruppen: Die alten (ab 45/50) Verdienen richtig viel, während die Jungen bis ca. 35/40 mit Studentengehältern nach Hause gehen oder von den Eltern unterstützt werden. Das sieht man auch daran, dass jüngere aus Norddeutschland aus normalen Verhältnissen immer so kleine Autos haben.
- Die Zahlen des Amts gehen davon aus, dass man eine Wohnung unter der Obergrenze bekommen kann. Dies ist in Berlin vergleichsweise leicht möglich. In Münster kann dies sehr schnell zu einer Unmöglichkeit werden, weil dort absoluter Wohnungsmangel herrscht. Es gibt regelrechte Bewerbungsverfahren um Wohnungen. Aber was tun, wenn mit einem immer mindestens 5 Lehrer, Beamte oder Professoren auf der Liste stehen? Hinzu kommt, dass der Markt sehr viel intransparenter ist als in Berlin oder Leipzig. Es werden in Münster nur Wohnungen, die irgendeinen gravierenden Mangel haben, öffentlich angeboten (z.B. alle Fenster zu einem winzigen Innenhof, in den niemals Sonne hinein kommt).
- Fakt ist, dass der "Kampf" auf dem Wohnungsmarkt in Münster sehr viel härter ist als in Berlin. In Münster lässt sich jedes Mauseloch für 10EUR/qm kalt vermieten. Vorbildlich ist das keinesfalls. In finde, das Jammern über den Wohnungsmarkt in Berlin oder Leipzig... ist Jammern auf hohem Niveau.

LE Mon. hist.
16.03.12, 11:22
@ Hobbyist:

Es geht hier doch immer noch um das konkrete Bauvorhaben der Gesellschaft für Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensberatung (GPU) aus Dernbach, oder?

Nur mal zur Erinnerung, in dem oben zitierten Artikel in der FAZ ( http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/plattenbau-der-wohnungsdiscounter-11680031.html ) heißt es, das Unternehmen setze in Berlin-Lichtenberg gezielt auf einfache Einzimmerwohnungen, deren Warmmiete bei 300 bis 350 Euro liegen soll. Lutz Lakomski, Inhaber und Geschäftsführer, der GPU, hatte festgestellt: „Gerade in einer Stadt wie Berlin gibt es einen riesigen Bedarf an Einzimmerappartements.“ Die kleinsten Wohnungen in den Häusern werden nur 20 Quadratmeter groß sein. Sie seien gedacht für Studenten, Auszubildende und andere junge Mieter, die in die Großstadt kommen und nur über ein Monatseinkommen von bis zu 1000 Euro verfügen oder für alleinstehende Sozialhilfeempfänger.

Auf 20 qm mit Partner oder Partnerin zu wohnen stelle ich mir jetzt wenig erbaulich vor. Und was, wen man gerade keine_n hat oder auch nur so lieber allein leben möchte?

LE Mon. hist.
16.03.12, 11:45
Noch mal eine ganz einfache Rechnung: Lutz Lakomski sagt, seine Mieter_innen werden überwiegend Student_innen und Auszubildende sein, die über ein Monatseinkommen von bis zu 1000 Euro verfügen, oder alleinstehende Sozialhilfeempfänger_innen. Bei 350 Euro Warmmiete sind das 35 Prozent des Monatseinkommens, bei einem noch geringeren Einkommen entsprechend mehr. Die Destatis hat festgestellt, dass Auszubildende im Schnitt 34 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen. Damit ist das Angebot maximal durchschnittlich, bei geringerem Einkommen als 1000 Euro sogar schlechter als der Durchschnitt. Günstig wäre etwas anderes.

Jedem/jeder Einwohner_in in Deutschland stehen durchschnittlich 45,2 m² Wohnraum zur Verfügung. Hier wird in etwa die Hälfte Wohnfläche angeboten. Nun werden wahrscheinlich gleich wieder Leute schreiben, das man da ja nicht einziehen muss, wenn man nicht will. Aber was ist, wenn man als "alleinstehender Sozialhilfeempfänger" (Lakomski) nur noch solche Wohnungen unter dem KdU-Regelsatz findet?

DaseBLN
16.03.12, 11:54
Mag ja sein, dass die Lage in Münster nicht besonders einfach ist (wobei ich mehrere Leute kenne, die dort studiert haben und mehrfach ohne Probleme die WGs gewechselt haben), aber ich weiß nicht, wieso man diese als Normalität akzeptieren und Berlin als Sonderfall, der sich schon Mal an die Anpassung an ebenjene Provinznormalität gewöhnen dürfe, bezeichnen sollte.

Die Wohnungssuche in Berlin ist in den letzten Jahren im Übrigen weitaus schwieriger geworden, das Klischee der günstigen Stadt stimmt so schon lange nicht mehr. Die durchschnittlichen Neuvermietungskaltmieten in zentralen Bezirken sind beispielsweise von 2010 auf 2011 um über zwanzig Prozent gestiegen.

Was das Projekt betrifft, sind 300€ warm für eine 25m²-Wohnung außerhalb des S-Bahn Rings in einer sanierten Platte natürlich eine Frechheit, so wie es momentan aussieht, wird man diese aber sicherlich ganz gut los werden.

PS: die meisten Studenten und Jungarbeitnehmer fahren kein kleines, sondern gar kein Auto :)

Hobbyist
16.03.12, 12:13
@ Hobbyist:

Es geht hier doch immer noch um das konkrete Bauvorhaben der Gesellschaft für Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensberatung (GPU) aus Dernbach, oder?

Nur mal zur Erinnerung, in dem oben zitierten Artikel in der FAZ ( http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/plattenbau-der-wohnungsdiscounter-11680031.html ) heißt es, das Unternehmen setze in Berlin-Lichtenberg gezielt auf einfache Einzimmerwohnungen, deren Warmmiete bei 300 bis 350 Euro liegen soll. Lutz Lakomski, Inhaber und Geschäftsführer, der GPU, hatte festgestellt: „Gerade in einer Stadt wie Berlin gibt es einen riesigen Bedarf an Einzimmerappartements.“ Die kleinsten Wohnungen in den Häusern werden nur 20 Quadratmeter groß sein. Sie seien gedacht für Studenten, Auszubildende und andere junge Mieter, die in die Großstadt kommen und nur über ein Monatseinkommen von bis zu 1000 Euro verfügen oder für alleinstehende Sozialhilfeempfänger.

Auf 20 qm mit Partner oder Partnerin zu wohnen stelle ich mir jetzt wenig erbaulich vor. Und was, wen man gerade keine_n hat oder auch nur so lieber allein leben möchte?

1. Wo ist denn da jetzt der Widerspruch zu meinem Post?
2. Ich habe nicht gesagt, daß man mit dem Partner auf 20qm wohnen soll. Bitte unterstelle mir das nicht.
3. Was willst Du jetzt eigentlich aussagen? Das dies Apartments zu teuer sind? Oder zu billig? Auf was willst Du eigentlich hinaus? Du vergleichst mit Bundesdaten, aber schau was nützt mir eine günstige 1-Raumwohnung in Münster, wenn ich in Berlin arbeite. Und nun schau doch mal den Marklt für 1-Raumwohnungen an. Das bewegt sich alles, wenn überhaupt zu finden, in dem besagten Bereich. Und ob sich die neuen Wohnungen rentieren, wird sich zeigen. Also was ist genau Dein Problem? (außer dieses unsägliche "_innen" zu benutzen)

Hans Dampf
16.03.12, 12:27
Nicht schlecht, 20 qm in einem frisch sanierten Gebäude für 300 EUR warm... das würde ich mir für die Studenten in süddeutschen Universitätsstädten auch wünschen. Mal abgesehen von der teilweise recht krassen Unterkunftsnot für Studenten, bekommt man hier für diesen Preis höchstens ein 11 qm WG-Zimmer in einem meist unsanierten Wohnheim. Damit bleibt zwar der zu zahlende Preis gleich, der Wohnkomfort ist aber höchst unterschiedlich. Falls man nicht das Glück hat ein WG-Zimmer zu ergattern oder die Höchstmietdauer abgelaufen ist, bleibt nur noch der private Wohnungsmarkt. Für eine vergleichbare Wohnung sind da locker 450-500 EUR drin...

LE Mon. hist.
16.03.12, 12:43
1. Wo ist denn da jetzt der Widerspruch zu meinem Post?
Es geht meines Erachtens in der Diskussion um das konkrete Bauvorhaben und unsere Einschätzungen dazu. Also geht es dem Investor zufolge hier in allererster Linie um Einraumwohnungen. Was bringt dann aber der Hinweis, dass man ja auch anderswo schöner und günstiger in Wohngemeinschaften leben könnte? Mal abgesehen von der Frage, was man mittlerweile in Berlin auch in für neuvermietete WG-Zimmer zahlt.


2. Ich habe nicht gesagt, daß man mit dem Partner auf 20qm wohnen soll. Bitte unterstelle mir das nicht.

Wenn man allerdings alleine wohnt, muss man auch alleine zahlen, oder? Dann sind wir wiederum bei der zentralen Frage, ob das Angebot tatsächlich so einzuschätzen ist wie uns der Investor hier verkaufen will: "Eine Art „Wohnungsaldi“ schwebt Lakomski als Modell vor. Er wolle wie ein moderner Discounter seine Ware günstig, aber mit verlässlicher Qualität anbieten."


3. Was willst Du jetzt eigentlich aussagen? Das dies Apartments zu teuer sind? Oder zu billig? Auf was willst Du eigentlich hinaus?

Wahrscheinlich nicht nur nach meinem Dafürhalten sind die Wohnungen - Apartments werden wohl nicht zufällig häufiger mit Appartements verwechselt und davon kann hier ja keine Rede sein - alles andere als "günstig". 300 Euro für 25 m² ergibt 12 Euro/m² warm. Gehen wir mal von 2,50 Euro Nebenkosten aus wären das 9,50 Euro/m² kalt.

Der offizielle Berliner Mietspiegel weist einen Durchschnittswert von 5,21 Euro pro Quadratmeter aus, die Angebotsmieten liegen im Moment bei durchschnittlich 6,59 Euro. Das "Spitzenangebot" in einer offenbar eher einfach sanierten Platte in nicht so optimaler Lage in Lichtenberg ist deutlich teurer als das, was Neumieter_innen im derzeit teuersten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg pro Quadratmeter im Monat an Kaltmiete zahlen muessen, nämlich 8,02 Euro, gefolgt von Charlottenburg-Wilmersdorf mit 8,00 Euro und 7,41 Euro in Pankow.

Berliner Mietspiegeltabelle 2011 (Neubau)
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel/de/download/Mietspiegeltabelle2011.pdf
einfache Wohnlage, bezugsfertig 1991 - 31.12.2009, 40 m² bis unter 60 m²: 6,52 Euro bzw. 6,02-6,70 Euro.
bis unter 40 m² dürfte ungefähr 1 Euro mehr sein, aber dafür gibt es im Mietspiegel keine Angaben

LE Mon. hist.
16.03.12, 12:55
@ Hans Dampf

Dazu hat DaseBLN bereits das Wesentliche gesagt.

Ich könnte mir vorstellen, dass vergleichbare Mietwohnungen in Zürich, Tokio, Genf, Osaka-Kobe, Oslo und Paris ( http://www.welt.de/wirtschaft/wall-street-journal/article13871396/Zuerich-ist-die-teuerste-Metropole-der-Welt.html ) noch mal deutlich teuer sind als in Münster, Stuttgart, Freiburg oder München. Nur frage mich gerade, wie die Reaktionen ausfallen würde, wenn ich mich dort auf den Marktplatz oder den Campus stellen und den Student_innen sagen würde, dass sie keinen Grund zur Klage hätten, denn in Zürich, Tokio ... würde man solche Preise wie bei ihnen mit Kußhand zahlen?

Die billigste Großstadt ist übrigens Karatschi in Pakistan, 13,1 Millionen Einwohner_innen und Sitz zahlreicher Universitäten und Hochschulen wie der NED University of Engineering and Technology und der University of Karachi. Weitere hervorragende Universitäten sind: Aga Khan University, Baqai Medical University, National University of Computer and Emerging Sciences (NUCES), Bahria University, Mohammad Ali Jinnah University, Dow University of Health Sciences, Sir Syed University of Engineering and Technology, Hamdard University und Jinnah University for Women. http://de.wikipedia.org/wiki/Karatschi#Bildung Warum also in Berlin oder Stuttgart studieren?

Hans Dampf
16.03.12, 14:00
^ Kann er wohl schlecht, da ich erst darauffolgend geschrieben habe.

Eine interessanter Vergleich. Diesen Test kann man allerdings auch umgekehrt durchführen und da wäre ich auf die Reaktionen mal gespannt. Miteinzubeziehen in die Betrachtung wären natürlich auch die länderspezifischen Studien- und Finanzierungssysteme, die dann auch die hohen Lebenserhaltungskosten berücksichtigen. Deshalb wird für uns nur ein deutschlandweiter Vergleich möglich sein.

M. W. n. sind die BAföG-Sätze deutschlandweit pauschaliert, d.h. von dem derzeitigen Höchstsatz i. H. 670 EUR ausgehend, bliebe einem Berliner Studenten wesentlich mehr im Geldbeutel zum Leben, bzw. der süddeutsche Student müsste sich mit einem weitaus eingeschränkteren Lebensstandard zufrieden geben. Und das ist auch der große Trumpf ostdeutscher Hochschulen im bundesweiten Standortwettbewerb.

DaseBLN
16.03.12, 14:22
^ Du hast LE Mon. hist. nicht verstanden. Der Vergleich zu anderen Städten, in denen die Verhältnisse besser oder schlechter sind, ist vollkommen irrelevant. Relevant sind die hiesigen Verhältnisse und wie diese sich Verändern. Mal abgesehen davon hinkt deine BAföG-Argumentation, da sich nur die wenigsten Studenten es sich leisten können, trotz BAföG ohne Nebenjobs durchs Studium zu kommen. Und für die gibt es wiederum in Berlin weniger als in den von dir eingebrachten Vergleichsstädten.

MattSid
16.03.12, 14:59
Die Projekt in Frankfurter Allee 216 ist absolut interessant, hier (http://www.rima-bau.de/Projekte-der-RIMA-Bau-GmbH/Aktuelle-Projekte) noch daten:

Komplettmodernisierung, Nutzungsumbau, Schaffung von 437 Wohnungen in Berlin Lichtenberg. Wohnfläche ca. 13.060 m²,ca. 5.000 m² Nutzflächen, Baubeginn Januar 2012, Fertigstellung April 2013

Hans Dampf
16.03.12, 15:01
@Dase

Ich kann verstehen, dass (euch) der Vergleich wenig bringt. Es ist auch offensichtlich, dass in Berlin die Mieten und dadurch die Lebenshaltungskosten steigen. Trotzdem mag der Einwand erlaubt sein, dass der ostdeutsche Student im Allgemeinen und der Berliner Student im Besonderen sehr sehr akzeptable Studienbedingungen vorfindet, von denen man im Süden nur träumen kann. Wer jammert soll bitte hierher kommen und einem abgewohnten Wohnheim aus den 1970ern in einer Kammer mal ein Semester für das gleiche Geld verbringen.

Und zum Thema Jobs: In Bayern und BW herrscht fast Vollbeschäftigung. Falls ein Student überhaupt etwas ergattert, darf er für 6,50 EUR/h Nachhilfe geben oder beim Penny an der Kasse arbeiten. Jedenfalls in mittelgroßen Städten ist der Jobmarkt völlig überlaufen, Lohndumping ist die Folge. Bspw. hat Heidelberg 145 Tsd. Einwohner und knapp 29 Tsd. Studenten, Tübingen 88 Tsd. Einwohner und 25 Tsd. Studenten. Natürlich wohnen diese nicht alle in den Unistädten - dennoch zeigt die Gegenüberstellung wie schwer es ist, sich auf derart kleinen Jobmärkten durchzusetzen. Rosige Zustände sehen anders aus.

LE Mon. hist.
17.03.12, 04:53
Die Märkische Oderzeitung bringt nun ebenfalls einen längeren, durchaus wohlwollenden Artikel über die Projekte der Gesellschaft für Immobilien-Projektentwicklung und Unternehmensberatung (GPU):

MOZ, 16.03.2012
Neue Apartments in alter Platte
http://www.moz.de/nachrichten/berlin/artikel-ansicht/dg/0/1/1013618/

Auch hier ist der Tenor "günstige Single-Wohnungen", "preiswerte Apartmenthäuser" und "Glücksfall". Die Idee ist, im großen Stil Abrisskandidaten zu kaufen und "darin wirklich günstige Kleinwohnungen einzurichten". "Wir schauen dabei auf den Otto-Normal-Mieter, der in Berlin immer mehr an den Stadtrand gedrängt wird", sagt Geschäftsführer Arndt Ulrich.

ehemaliges Konsument-Warenhaus am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg:
2009 vom Bezirk gekauft und und umgebaut;
86 barrierefreie Apartments mit riesigen Balkonen;
bunte Kunstwerke in den Fluren und Aufgängen;
"Nobel-Variante" der sonst üblichen Vorhaben;
552 Euro für die 60 Quadratmeter großen loftartigen anderthalb Zimmer, deren Decke vier Meter hoch ist = 9,20 Euro/m²

neunstöckiges ehemaligen DDR-Verwaltungsgebäude an der Frankfurter Allee:
430 Mini-Wohnungen;
die 32 Quadratmeter großen Einraum-Apartments sollen nicht mehr als 350 Euro Miete kosten = 10,94 Euro/m²;
Investitionssumme: 15 Millionen Euro;
Nur noch mal zur Erinnerung, der KdU-Satz der Bruttowarmmiete für einen 1-Personen-Haushalt in Berlin beträgt 378,00 Euro.

ehemaliges Sportler-Wohnheim an der Konrad-Wolf-Straße im Ortsteil Hohenschönhausen:
In dem Plattenbau sollen ebenfalls 300 neue Wohnungen entstehen.

Abschließend heißt es in dem Artikel, dass gerade kleine kostengünstige Wohnungen in Berlin schon jetzt Mangelware sind. "Das liegt auch daran, dass kleine Wohnungen im Vergleich unwirtschaftlicher sind, denn am teuersten ist das Bad", erklärt der Investor. Allerdings hätte ihn selbst ein wenig überrascht, wie groß die Nachfrage ist. Vor zwei Wochen habe man im Internet eine Testanzeige geschaltet. "Innerhalb von zwei Stunden hatten wir 280 Bewerber."

Man kann das nun so interpretieren, dass das Angebot besonders attraktiv und günstig sei. Man kann es aber auch als deutliches Zeichen ansehen, wie groß der Leidensdruck der Mieter_innen mittlerweile in Berlin bereits ist, vor allem für solche, bei denen die KdU-Sätze die Wohnungsauswahl im wesentlichen bestimmen.

LE Mon. hist.
17.03.12, 05:17
Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass es bei vergleichbaren Wohnanlagen anderswo noch deutlich kleiner und teurer geht:

Frankfurter Rundschau, 16.3.2012
Günstiger Wohnraum
Studentenwerk feiert Richtfest für Wohnheim
www.fr-online.de/darmstadt/guenstiger-wohnraum-studentenwerk-feiert-richtfest-fuer-wohnheim,1472858,11911054.html

Das Studentenwerk Darmstadt baut in der Berliner Allee 6 ( http://g.co/maps/ey3xv ) eine Anlage für 296 Studierende, die sich dort ab Oktober in 138 Zweier- oder Dreier-Wohngemeinschaften einrichten können. Jedes Zimmer hat einen Balkon oder eine Loggia. Neben einem Zimmer stehen Wohn-Essbereich und Bad zur Verfügung, ein Gemeinschaftsraum im Parterre, Waschräume und 75 Parkplätze im Keller. Der Standort liegt einen Steinwurf von der Hochschule Darmstadt (HDA) entfernt. Busse, Bahnen und der Hauptbahnhof sind in wenigen Minuten erreichbar. Die Gebäude gruppieren sich um einen Innenhof und stehen etwas abseits Straße. Die knapp 7400 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf sechs Geschosse. Insgesamt gibt das Studentenwerk Darmsstadt 20 Millionen Euro aus. Die Hälfte davon kostet der Neubau selbst, die andere Hälfte wurde für das Grundstück und die Ausstattung bezahlt.

Pro Platz stehen 16 Quadratmeter Einzel- plus acht Quadratmeter Gemeinschaftsfläche zur Verfügung - bei einer Kaltmiete von 260 Euro. Mal mit 20 m² Wohnfläche gerechnet sind das 13 Euro/m² kalt. Damit liegt die Miete allerdings 19 Prozent unter dem Darmstädter Mietspiegel.

Mikey
17.03.12, 16:57
Um den Thread mal mit ein paar Bildern aufzuhübschen, hier der besagte Plattenbau an der B1. Die Lage ist rein objektiv gesehen gut: S- und U-Bahn direkt vor der Tür, Tankstelle ebenso für Spätkäufe, Lidl gleich nebenan. Was braucht man als Student mehr? Der Lärm ist natürlich eine andere Sache...

http://www.abload.de/img/p31701308zjz3.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p31701308zjz3.jpg)

http://www.abload.de/img/p3170132j9jvf.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p3170132j9jvf.jpg)

http://www.abload.de/img/p317013385jal.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p317013385jal.jpg)

MattSid
17.03.12, 17:13
^^ Mit isolierte Fenster der Laerm ist relativ kein groesse Problem :)

Klarenbach
06.04.12, 22:11
Mit dem Einzug des Frühlings beginnt auch wieder die Sanierungssaison. Erfreulicherweise gibt es auch in diesem Jahr wieder umfangreiche Sanierungen von Plattenbauten. In Marzahn sind derzeit zwei Projekte im Gang.

1. Die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort hat mit der Komplettsanierung ihres Quartiers Am Kienberg II begonnen. Dieses Quartier umfasst die Wohnblöcke Blumberger Damm 83-117 und 143-161, Pöhlbergstraße 2-34 und Bärensteinstraße 19-31. Bei diesen Blöcken handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70, die um 1980 errichtet worden sind. Das Quartier umfasst insgesamt 520 Wohnungen.
Die Sanierung umfasst den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone. Die Planung stammt von der Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Berlin.

2. Die Wohnungsgesellschaft Degewo realisiert derzeit die Sanierung der Wohnblöcke Havemannstraße 19-31 und Golliner Straßer 1-7 in Marzahn Nord. Bei diesen Böcken handelt es sich um elfgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70, die um 1986 erbaut worden sind.
Die Sanierung umfasst den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und eines Hubliftes zwischen dem Straßenniveau und dem Erdgeschoss. Da der Aufzug erst im etwas höher gelegenen Erdgeschoss beginnt, soll der Hublift gehbehinderten Mietern den Zugang zur Wohnung erleichtern. Die Planung stammt auch in diesem Fall von der Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Berlin.

Die Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Berlin, die ihren Sitz im Gewerbegebiet Marzahn hat, ist übrigens eine richtige Marzahner Erfolgsgeschichte. 1990 wurde sie von Planern gegründet, die schon zu DDR-Zeiten Plattenbauten geplant hatten. Ein großes Pfund des Unternehmens ist zudem ein umfangreiches Archiv von Bauplänen von DDR-Plattenbauten. Mittlerweile ist das Unternehmen in zahlreichen Städten Deutschlands aktiv.

Klarenbach
14.04.12, 22:07
In Marzahn ist ein weiteres Sanierungsprojekt fertig gestellt worden. Konkret handelt es sich um die Wohnblöcke Mutzahner Ring 1-13, 17-29, 39-69 in der Nähe des Springpfuhls.

Bei diesen Gebäuden handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70 der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort mit insgesamt 300 Wohnungen. Die Sanierung umfasste eine Strangsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau größerer Balkone. Die Planung stammte vom der Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Berlin.

Die Wohnungen sind vollständig vermietet. Dies dürfte auch an der hervorragenden Lage der Wohnblöcke liegen. Die Gebäude liegen direkt am Springpfuhlpark und bieten daher ruhige Wohnungen mit großen Balkonen direkt am Park. Gleichzeitig gibt es gute Einkaufsmöglichkeiten und den nahe gelegenen S-Bahnhof.

Hier gibt es noch ein paar Fotos von den sanierten Blöcken:

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0452vj2xs5ei67.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0456nzqkwh3og0.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0473iq4t72pegr.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0459ow304ad76e.jpg

Dieses Foto vermittelt einen Eindruck davon, dass es in Marzahn extrem viele Kunstwerke gibt. Bei den Plastiken im Vordergrund handelt es sich um eine Arbeit von Horst Göhler, Robert Rehfeldt und Wolfgang Weber mit dem Titel: „Plastische Körper - große Blüten“ von 1984.

Und hier gibt es noch ein paar Fotos, die die städtebauliche Einordnung der Blöcke zeigen. Diese Fotos veranschaulichen auch ganz gut die gestalterischen Besonderheiten Marzahns. Ziel der Planer war es, durch eine differenzierte Anordnung von Fünfgeschossern, Elfgeschossern und Punkthochhäusern möglichst abwechslungsreiche Raum- und Silhouettenbildungen zu erreichen. Dieses Ziel wurde zumindest im Südteil Marzahns auch erreicht.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0465uz0j53qk9i.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0468512aj4iztb.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0466jk6dfcq2vi.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0467p3o1czqt5x.jpg

Alle Fotos: Klarenbach

Dionicar
14.04.12, 23:03
wowwwwwwww........habe das noch nie so gesehen. Ich frage mich, wer wohnt dort so gerne?? Dann lieber wie nomaden leben, frei in der natur...eigentlich hat Berlin viel von diesen schrecklichen Bauten, Gropiusstadt, Hohenschönhausen, teils Staaken, Reinickendorf (Märkisches Viertel), teils Marienfelde....Grausam, Das ist keine Architektur für mich!!!

Saxonia
14.04.12, 23:45
Warum man dort wohnt hat Klarenbach ganz gut beschrieben. Weiter schön reden sollte man das meiner Ansicht nach dann aber auch nicht. Sanieren kann man da so viel man will es bleibt halt ein Plattenbaugebiet.
Die besondere Anordnung ist mir auf den Bildern jetzt auf den ersten Blick auch nicht so ersichtlich.
Wärmedämmverbundsysteme an Plattenbauten, da dürfte es nicht lange dauern bis da die ersten Schlieren drann sind, ob das dann noch ansehnlich ist wage ich zu bezweifeln. Ich persönliche halte solche Quartiere aufgrund der ursprünglichen planung auch für wenig reformierungsfähig. Demzufolge kann es für die Gegend nur gut sein, dass da noch Vollvermietung herrscht.

Neubau
15.04.12, 00:57
Oh mann! Auf den Schrägluftbildern erkennt man gut das dort nahezu alles saniert ist und es viel Grün gibt (finde ich sehr positiv!) - warum da Leute lieber als Nomaden leben sollten ist mir ein Rätsel. Selten so etwas dämliches gelesen!

Außerdem fällt mir immer wenn ich mal in Marzahn oder Hellersdorf unterwegs bin auf, wie sauber die Straßen und Gehwege sind im Gegensatz zu meinem Kiez in Friedrichshain. Auch das Marzahn dreckig und nur von assozialen bewohnt ist, das ist im meinen Augen ein Gerücht das längst überholt ist.

nothor
15.04.12, 02:52
Nicht wenige schätzen den Plattenbau vor allem wegen:
- Durchdachter und sinnvoller Wohnungsgrundrisse,
- Standard ist 2,55m Deckenhöhe, das erreichen viele Neubauten nichteinmal
- bei Vollvermietung ist eine Plattenbauwohnung auch schön warm im Winter
- Aussicht (man hat eigentlich immer irgendwas grünes vor der Tür und der nächste Block ist weit weg, sodass man nicht dem Nachbarn ins Schlafzimmer sehen kann)
- Balkon
- viel Platz, auch Parkplätze
- meistens hervorragende Anbinung an das Nahverkehrssystem
- zumeist günstige Mieten.

Das alles zusammen macht die Platte für sehr viele attraktiv. In den schönen Gründerzeitvierteln findest du das eigentlich niemals auf einmal. Und wer so eine Wohnung sucht wohnt im Plattenbau.

Ich war im Februar diesen Jahres, als es -15 Grad hatte, ne Woche beim Kumpel in Berlin Lichtenberg in der Platte, und muss sagen, ich war sehr angetan. Da gegen stinken die meisten Neubauten, die als Lückenfüller in den Innenstadtbezirken gebaut werden, absolut gegen ab. Sie sidn nur in Details besser....

MattSid
15.04.12, 12:03
^^ Absolut stimmt, und ich wurde gern noch ein paar positive Aspekte nennen:
- Diese Abstand zwischen den Gebäuden laesst die Sonnenstrahlen fuer den ganz Tag auch in die ersten Etagen scheinen.
- Dann es gibt die Anwesenheit der Fahrstuhl, die wirkt gut fuer alles besonderes fuer die Alte und die Behinderter Menschen.
Ich habe in eine funfte Etage der eine Altbau gewohnt, und ich wurde diese erfahrung nicht mehr wiederholen.

DaseBLN
15.04.12, 13:54
^ Es gibt auch Altbauten mit Fahrstühlen.

@ Nothor: Ich bezweifle, dass ein Großteil der Neubauten weniger als 2,55 Deckenhöhe hat. Diese Deckenhöhe dürfte absolutes Minimum sein, geht gar nicht und ist für viele Leute ein Ausschlusskriterium. Charmant finden so etwas höchstwahrscheinlich eher die Leute, die da noch nie gewohnt haben und für die das einmal etwas anderes ist. Auch die so guten Einkaufsmöglichkeiten kann ich nicht nachvollziehen: das gilt doch nur für denjenigen, der auschließlich in Supermärkten einkauft. Kleinere Kietzläden um die Ecke gibt es da nämlich fast nie. Nachdem ich die ersten 18 Jahre meines Lebens in einer Platte gewohnt habe, kann ich persönlich aber nur sagen: nie wieder. Insofern kann ich da Saxonia nur zustimmen, man muss es jetzt auch nicht schön reden - die Preis-Leistung dürfte für viele hauptausschlaggebend sein.

Dionicar
15.04.12, 14:02
naja, eigentlich braucht man zur Platte nicht viel sagen. Die meisten Neubauten heute, haben eine Deckenhöhe von 2,74m-3,00m....Die mit Platten annähernd zu vergleichen ist schon eine Beleidigung. Die Neubauten haben meistens große flexible Grundrisse, Balkone oder Terassen und haben Raumbelüftungen und wer will auch Polenfilter...In Platten wohnen nur die Leute, die an sich von der Welt wenig verstehen oder alteingessene oder noch Leute, die die rote Fahne hochhalten....Es können nicht alle in Stadtmitte wohnen und sich die teuren Mieten leisten, aber deshalb die Platten toll zu reden bzw zubefürworten, ist für mich nicht nachvollziehbar und verstädnlich.

Mikey
15.04.12, 14:33
Tschuldigung Dionicar, aber das wird ja hier immer besser.

Innenstadtbewohner = verstehen was von der Welt, sind nicht links, sind nicht alteingesessen und haben Balkone und Terrassen und sogar den lebenswichtigen Pollenfilter.

Plattenbewohner: Alles von dir aufgezählte. Zusätzlich machen sie den Fehler eher am Stadtrand zu wohnen. Unerhört. Auf Klarenbach seinen Bildern konnte ich übrigens den ein oder anderen Balkon entdecken, aber vielleicht gehts ja auch nur mir so.

MattSid
15.04.12, 14:37
^ Es gibt auch Altbauten mit Fahrstühlen.


Nur manche die Saniert sind, haben die Fahrstuehlen, aber die Eingaenge finden sich zwischen die Etagen, deswegen sie bleiben Behinderunfreundlich.

naja, eigentlich braucht man zur Platte nicht viel sagen. Die meisten Neubauten heute, haben eine Deckenhöhe von 2,74m-3,00m....Die mit Platten annähernd zu vergleichen ist schon eine Beleidigung. Die Neubauten haben meistens große flexible Grundrisse, Balkone oder Terassen und haben Raumbelüftungen und wer will auch Polenfilter...

Das ist ein Vergleich zwischen Birne und Aepfel. Die Plattenbauten sind in eine andere Epoche geplant. Ich wuerde nie eine derzeitige Ferrari mit eine 60' Jahren Fiat 500 vergleichen, weil das haette kein Sinn.

In Platten wohnen nur die Leute, die an sich von der Welt wenig verstehen oder alteingessene oder noch Leute, die die rote Fahne hochhalten....Es können nicht alle in Stadtmitte wohnen und sich die teuren Mieten leisten, aber deshalb die Platten toll zu reden bzw zubefürworten, ist für mich nicht nachvollziehbar und verstädnlich.

In deine Unwissenheit du vergisst, dass in Stadtmitte es gibt vielen Plattenbauten, wo auch Leute ohne Rote Fahne und mit eine gute Verstaendnis der Welt wohnen :daumen:

spandauer
15.04.12, 15:12
Polenfilter...
Stimmt, wichtiger Aspekt in unserer Region, seit die Grenzen gen Osten geöffnet wurden, wars am 1. Mai 2011? Dahingehend nicht zu vergessen das Kreuzberger Pendant, den Türkenfilter, die Variante "Prenzlberg", nämlich den Schwabenfilter sowie seit Jahrzehnten in Spandau sehr beliebt, den Berlinfilter.

In Platten wohnen nur die Leute, die an sich von der Welt wenig verstehen oder alteingessene oder noch Leute, die die rote Fahne hochhalten....
Ja nee is klar, die bösen Linken mal wieder. Man sieht, du verstehst die Welt... :nono:

Der_Geograph
15.04.12, 16:52
In Platten wohnen nur die Leute, die an sich von der Welt wenig verstehen oder alteingessene oder noch Leute, die die rote Fahne hochhalten....Es können nicht alle in Stadtmitte wohnen und sich die teuren Mieten leisten, aber deshalb die Platten toll zu reden bzw zubefürworten, ist für mich nicht nachvollziehbar und verstädnlich.

Mit Verlaub, das ist der größte Unsinn den ich hier jemals gelesen habe. Wenn ich mich mal vorstellen dürfte; ich bin Akademiker und studiere Geographie. Ich habe auch schon sehr viel von der Welt gesehen, gelesen und verstanden. Ich kenne mich auch sehr gut mit Kunst und Kultur sowie Stadtplanung und Architektur aus. Als ich nach Berlin zog, habe ich mich ganz bewusst FÜR eine Plattenbauwohnung entschieden, in der ich mich auch sehr wohl fühle und die ich gegen keinen Alt- oder Neubau eintauschen würde. Mein Gebäude befindet sich in einem hervorragenden Zustand optisch wie energetisch. Mit meinen Nachbarn verstehe ich mich sehr gut und auch der Hausmeister ist stets zu erreichen und immer freundlich. Und auch auf Mitte kann ich von hier oben sehr gut herab sehen.

Man sollte sich mal etwas von den ganzen Vorurteilen trennen und nicht die eigene Meinung als einzig wahre ansehen. Es ist auch stadtplanerisch belegt, dass die Großwohnsiedlungen im Ostteil hervorragend angelegt und die Gebäude eine sehr gute Bausubstanz sind. Leider wird der Begriff Plattenbau permanent mit der politischen Ideologie der DDR in Verbindung gebracht, die diese errichtet hat. Die Schimpfereien sollten also direkt letzterem gelten. Es ist nur einfacher über etwas zu meckern, was man auch direkt vor sich sehen kann.

Soviel zu den wirren Thesen von Dionicar ...

nothor
15.04.12, 18:20
Dionicar lässt uns hier an seinen Vorurteilen teilhaben. Dafür Danke!

ich kenen auch genug, die Altbauten ablehnen aufgrund ihrer Vorurteile: Feuchte keller, Dunkel, im Winter nicht warm zu kriegen, schreckliche Grundrisse, schmutzig, zugig, hellhörig, eng. Wer sich heute für eine Altbauwohnung entscheidet, der schüttelt dabei sicher nur mit dem Kopf.

Das mit der Deckenhöhe ist so eine Sache, dass die meisten Neubauten 2,70 - 3m deckenhöhe haben halte ich ja mal für ein gerücht. Das mag für 500.000 EUR/100qm Eigentumswohnungen in Premiumlage einigermaßen hinhauen, aber oftmals werden in Altbauviertel die neubauten mit gelicher Traufhöhe mit einem oder zwei stockwerken mehr errichtet. Bei mir um die Ecke ist ein Altbau abgerissen worden, der neubau hat eine Etage mehr und laut bauplan - hier öffentlich kritisiert - 2,45 Deckenhöhe. Unglaublich, aber wahr.

Die Plattenbaubezirke v.a. in Berlin sind für die Stadt überlebswichtig! Und ich kenne niemanden!!!!, der dort wohnt und gerne woanders wohnen würde. Berlin hat für jeden was!

Saxonia
15.04.12, 18:39
Man sollte schon zwischen den Großwohnsiedlungen in Berliner Randlage und zwischen denen in Mitte unterscheiden. Dass die rund um die Karl Marx Allee entstandenen Platten nicht leer stehen ist leicht nachvollziehbar bei der Nähe zu allem was eine Großstadt ausmacht. Besonders ansehnlich oder besonderes architektonisches Schmankerl sind sie Abseits besagter Allee meist trotzdem nicht und Niemand würde sich ein Bein raus reißen um sie vor dem Abrss zu retten wie das einst mit alten Gründerzeitvierteln geschehen ist.
Fakt ist daher, dass oft nicht die Platte als solches Mieter anzieht sondern schlicht die Lage die für gleiches Geld keinen vergleichbaren Wohnstandard bieten kann.

Ob du im speziellen jetzt keine Leute kennst die unfreiwillig in Platten wohnen ist ja relativ unerheblich. Die Erfahrungen zeigen, dass dies der Fall war und auch heute noch ist. Nicht umsonst sind Plattenbauten schon en masse gefallen (Zwickau hat seinen Einwohnerrückgang fast nur über das Neubaugebiet in Eckersbach abgewickelt). Dabei wird selten Druck ausgeübt aber ab gewissen Leerstandszahlen werden solche Großwohnsiedlungen zur infrastruktuellen Kostenfalle wenn gleichzeitig sanierte Altbauten in der Kernstadt leer sind.

Das alles scheint in Berlin ja derzeit kaum zu zu treffen also erschließt sich mir die Debatte nicht so ganz. Solang keine Leerstände auftreten wird es auch keine Abrisse geben.

Dionicar
15.04.12, 19:11
@geograph...ich will hier kein Streit aufkommen lassen. Ausnahmen gibt es immer, aber guckt Dir den Durchschnitt an, wer in den Platten lebt. Es sind bestimmt keine Künstler und Architekten und wohlhabende Leute. Du bist wohl die Ausnahme, na dann verstehe diese Ausnahmeregel ja sehr gut. Du musst dann auch ein sehr spezieller Künstler sein. Soviel ich weiss, leben die meisten Künstler und architekten in reichen Vierteln oder in Kiezgebieten oder täusche ich mich??:doof:

Ich kenne gar keine Vorteile gegenüber den heutigen Neubauten und sanierten Altbauten!!! Ich kenne bei Platten nur Nachteile und ich würde Sie ohne mit den Wimpern zu zucken, abreisen. Aber wer es mag und möchte, der soll im Marzahn und co leben und sich wohlfühlen, ich muss es zum Glück nicht.

Scritch
15.04.12, 19:50
@Dionicar: Bitte versuche Dein Schubladendenken etwas zu reduzieren. Es mag korrekt sein, dass im Durchschnitt in den aussen gelegenen Stadtbezirken aufgrund der Lage und den damit verbundenen niedrigeren Mieten weniger wohlhabende Familien wohnen.

Aber Du darfst diese Tatsache nicht mit der prinzipiellen Wohnqualität von Plattenbauten in Verbindung bringen. Die Qualität der Wohnungen ist -wie in obigen Antworten bereits mehrfach erklärt- ausgezeichnet.

Meine persönliche Beziehung zu Plattenbauten ist übrigens dieselbe wie die von Der Geograph. Auch ich zähle mich zum Bildungsvolk und habe jahrelang in Plattenbauten gewohnt bevor es mich aus Berlin weggezogen hat.

PS: An den Wohnriegeln in den östlichen Aussenbezirken würde ich stadtplanerisch langfristig festhalten. Lediglich an den Innestadtgebieten in Mitte würd ich mir eine langfristige Planung weg von diesen DDR-Altlasten hin zu einer verdichteteren Bebauung wünschen.

Betonkopf
15.04.12, 20:25
nun...ich bin gerade in den Bezirken Friedrichshain und Mitte beruflich dauernd unterwegs und ich kann euch sagen, das der Großteil derer, die in besagten Plattenbauten wohnen, ihren Mietvertrag haben, seit das Gebäude da steht...in der Regel sind es Rentner, in gepflegten Wohnungen, die die Nähe zum Alex oder dem nächstbesten Supermarkt und dem U-Bahnhof um die Ecke schätzen, die Whg. sind zu einem grossen Teil seniorenfreundlich umgebaut worden, hier und da gibt es nen Pförtner/Consierge...Junge Leute und Yuppies, das ist dann doch eher Fischerinsel und Karl-Liebknechtstr. grade da kenn ich genug Junge, Erfolgreiche, Studierte, usw...es gab ja nun durchaus lange den Trend von Studenten etc. ne Plattenbauwhg. möglichst in ihrer Betonoptik zu belassen, die Tapete abzureissen...Platte war (und ist es noch immer - zumindest in Mitte) cool...
Ich war ja anfangs auch skeptisch, was Platte angeht, aber um ganz ehrlich zu sein, die Whg. sind bei weitem nicht so schlecht wie ihr Ruf. Teilweise gibt es wahre Schätze wie z.b am Platz der Vereinten Nationen (der Bumerang (http://de.wikipedia.org/wiki/Platz_der_Vereinten_Nationen_%28Ber lin%29#U-Block.2C_auch_Bumerang_genannt_.28H ausnummern_3.E2.80.9312.29)), welche sich über zwei Stockwerke erstrecken und eine wirklich unglaublich tolle Aussicht über Berlin bieten...!

zum Thema Dionicar sag ich besser nichts...

Klarenbach
16.04.12, 01:00
Die Einschätzung von Neubau, dass die Großsiedlungen einen gepflegten Eindruck verbreiten, kann ich bestätigen. Dieser gute Pflegezustand hat vor allem damit zu tun, dass es in den Großsiedlungen große Wohnungsgesellschaften oder Wohnungsgenossenschaften gibt, denen häufig ganze Quartiere gehören. Diese Unternehmen kümmern sich nicht nur um die Instandhaltung der Häuser, sondern auch um die Pflege des Umfeldes, teilweise finanzieren sie sogar soziale Einrichtungen, wie Jugendtreffs oder Seniorenzentren. Auch die Tatsache, die viele dieser Eigentümer nicht gewinnorientiert sind, trägt zur guten Entwicklung der Quartiere bei.

Dann zur Raumhöhe: Die Raumhöhe in den WBS 70 - Blöcken beträgt knapp 2,80 Meter. Ich denke, diese Raumhöhen sind ganz vernünftig. Zudem bieten die WBS 70 - Blöcke eine große Flexibilität bei der Grundrissgestaltung. Das Grundraster beträgt 6 Meter Breite und 12 Meter Tiefe, innerhalb dieses Rasters lassen sich die Wände beliebig versetzen oder entfernen. Zudem lassen sich auch in die tragenden Wände Öffnungen hineinsägen, die Öffnungen müssen dann allerdings mit Stahlträgern abgestützt werden.

Eine Bemerkung zu DaseBLN: Es gab auch in Großsiedlungen diverse Versuche, kleine Kiezläden zu etablieren (z.B an der Wuhlestraße in Marzahn). Diese Versuche sind fast durchgängig gescheitert, und zwar auch in Quartieren, in denen die Bewohner über relativ gute Einkommen verfügen. Dennoch wurden die kleinen Läden nicht angenommen. Selbst in der Marzahner Promenade gibt es viele leere Läden, während das benachbarte Eastgate-Center floriert. Offenbar bevorzugen die Bewohner doch den Einkauf im Supermarkt oder bei Kaufland, denn mit diesen Angeboten ist Marzahn ziemlich gut ausgestattet.
Zudem muss man sagen, dass das Sterben der kleineren Läden kein Phänomen der Großsiedlungen ist. In der Residenzstraße, der Müllerstraße oder der Berliner Allee in Weißensee gibt es das gleiche Problem.

Klarenbach
16.04.12, 21:55
Sehr interesssante Sanierungsprojekte können auch in der Rhinstraße 107-111 in Lichtenberg besichtigt werden. Dort wurde ein Komplex aus leer stehenden Arbeiterwohnheimen revitalisiert.

Ausgangspunkt waren Plattenbauten, die vom Wohnungsbaukombinat Schwerin errichtet worden sind und die als Arbeiterwohnheime, vor allem für das nahegelegene Kombinat Elektroprojekt und Anlagenbau, genutzt wurden. Doch nach 1990 fielen viele Gebäude dem Leerstand anheim. Jahrelang stellten die verwahrlosten Gebäude Schandflecke dar.

Umso erfreulicher ist, dass die Gebäude nun saniert worden sind. Bauherr ist die Saxum AG, die schon etliche Plattenbauten saniert und zu Eigentumswohnanlagen umgenutzt hat. Die Saxum AG hat die leeren Gebäude erworben und ebenfalls zu Eigentumswohnungen umgebaut. Die Wohnblöcke Rhinstraße 109 und 111 wurden bereits 2008 - 2009 in eine Wohnanlage mit 51 Wohnungen umgebaut. 2010 - 2012 folgte dann der Gebäudekomplex Rhinstraße 107 mit 4 Gebäuden. Hier entstanden 67 Wohnungen. In allen Gebäuden wurden umfangreiche Grundrissänderungen realisiert, teilweise wurden Maisonettewohnungen oder sogar Reihenhäuser mit Gärten geschaffen. Die Planung stammt in allen Fällen vom Büro Albert & Partner aus Chemnitz.

Die Nachfrage nach den Eigentumswohnungen war sehr groß, die Wohnungen konnten schon vor dem Baustart verkauft werden. Ich denke, dieser Erfolg zeigt deutlich, dass Plattenbauten eine zunehmende Akzeptanz finden.

Hier gibt es Fotos:

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Zudem wird derzeit noch das Gebäude Rhinstraße 105 E saniert. Der Investor und Planer ist in diesem Fall die HSI GmbH (Berlin). Auch in dieses leer stehende Arbeiterwohnheim soll zu einem Mehrfamilienhaus umgebaut werden.

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Diese Sanierungen zeigen, dass selbst völlig verwahrloste Plattenbauten eine Zukunft haben können. Bemerkenswert ist zudem, dass für dieses Revitalisierungsprojekt kein Cent an Fördergeldern in Anspruch genommen wurde. Daher stellt sich für mich die Frage, ob die derzeit ziemlich exzessive Städtebauförderung wirklich in diesem Umfang notwendig ist.

Alle Fotos: Klarenbach

Kleist
16.04.12, 22:59
Manko bei den Platten ist die lieblose Fenstergestaltung.Diese Standardfenster wirken von innen auf mich einfach nur abstossend.In Ahrensfelde ist man mit der Betonsäge ran und hat dadurch andere Fensterformate ermöglicht.Ich würde mir keine Eigentumswohnung mit solchen Fensterformaten kaufen.

Klarenbach
18.04.12, 22:31
Derzeit ist in Berlin ein regelrechter Plattenbau-Sanierungsboom zu beobachten. Es werden in einem Umfang Plattenbauten saniert, wie man ihn in den letzten Jahren nicht gekannt hat. Eines der größten Sanierungsprojekte von Plattenbauten wird derzeit in Buch realisiert. Hier saniert die Howoge Wohnungsgesellschaft mbH rund 1200 Wohnungen der Typen WBS 70/11, WBS 70/5, Mittelganghaus Gera und QP 71. Diese Wohnungen waren seit 1990 vernachlässigt worden. Umso erfreulicher ist es, dass sie nun saniert werden.

Die Sanierungen umfassen den Anbau von Wärmedämm-Verbundsystemen, die Erneuerung der Dächer, Fenster und Loggien, den Anbau zusätzlicher Loggien für Wohnungen, die bisher über keine Loggia verfügten, die Sanierung der Heizungs-, Sanitär-, Elektro- und Lüftungsanlagen. Zudem wird in den QP 71-Blöcken der Aufzug bis zum Straßenniveau verlängert.

Konkret ist der Stand der Dinge wie folgt:
Fertiggestellt sind die Abschnitte :

Georg-Benjamin-Straße 17-31, 65-71
-Wohnblöcke Typ WBS 70/5 mit 120 Wohnungen
-Planung: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH (Berlin)
-Farbgestaltung: Arge Benad / Opitz - Martin Benad (München) und Jürgen Opitz ( Lomar)
-Bauzeit: April 2011 - September 2011

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Lindenberger Weg 81, 83, 85
-Wohnblöcke Typ Mittelganghaus Gera mit 264 Wohnungen
-Planung: Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH (Berlin)
-Bauzeit: Juli 2011 - April 2012

Walter-Friedrich-Straße 53-57, 50-54, 56-60
-Wohnblöcke Typ QP 71 mit 338 Wohnungen
-Planung: Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH (Berlin)
-Farbgestaltung: Arge Benad / Opitz - Martin Benad (München) und Jürgen Opitz ( Lomar)
-Bauzeit: April 2011 - Dezember 2011

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Walter-Friedrich-Straße 59-63, Franz-Schmidt-Straße 12-18
-Wohnblöcke Typ WBS 70/5 mit 75 Wohnungen
-Planung: Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH (Berlin)
-Bauzeit: Juli 2011 - Dezember 2011

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Im Bau befinden sich folgende Bauabschnitte:
Bruno-Apitz-Straße 21-25, Wolfgang-Heinz-Straße 50-62
-Wohnblöcke Typ WBS 70/11 mit 399 Wohnungen
-Planung und Farbgestaltung: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH (Berlin)
-Bauzeit: Juni 2011 - September 2012

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Bruno-Apitz-Straße 1-7, Wolfgang-Heinz-Straße 40-46
-Wohnblöcke Typ WBS 70/11 mit 304 Wohnungen
-Planung und Farbgestaltung: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH (Berlin)
-Bauzeit: Januar 2012 - Dezember 2012

Georg-Benjamin-Straße 33-47, 49-63, Theodor-Brugsch-Straße 20-34, 36-50
-Wohnblöcke Typ WBS 70/5 mit 320 Wohnungen
-Planung: Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH (Berlin)
-Farbgestaltung: Arge Benad / Opitz - Martin Benad (München) und Jürgen Opitz ( Lomar)
-Bauzeit: März 2012 - Dezember 2012

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Ich denke, dass die Sanierung sehr positiv ist, zumal sich ein Teil der Wohnblöcke direkt am Biomedizinischen Forschungscampus in Buch befinden, auf dem derzeit neue Forschungs- und Unternehmensgebäude errichtet werden. Daher dürfte die Nachfrage nach Wohnungen in Buch noch zunehmen. Weitere Vorteile sind gute Einkaufsmöglichkeiten und die im Wohngebiet 4 gelegene Schwimmhalle.

Noch ein paar Informationen zum Wohngebiet Buch: Das Wohngebiet besteht aus 4 Wohngebieten, die etappenweise zwischen 1969 und 1987 errichtet worden sind. Insgesamt gibt es in den 4 Wohngebieten rund 6000 Wohnungen.

Alle Fotos: Klarenbach

Klarenbach
20.04.12, 22:29
Auch aus Hellersdorf gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Hier wurde die Sanierung der Wohnblöcke Schneeberger Straße 23-37 und Klingenthaler Straße 33-43 mit insgesamt 140 Wohnungen abgeschlossen. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um fünfgeschossige Plattenbauten des Typs WBS 70/IW 83, der um 1989 vom Wohnungsbaukombinat Karl-Marx-Stadt errichtet wurde.

Die Arbeiten umfassten ein Wärmedämm-Verbundsystem, zusätzliche Balkone und Grundrissänderungen. Zwei Aufgänge wurden auch mit Aufzügen ausgestattet. Die Bauherrin war die Wohnungsbaugenossenschaft Wuhletal e.G., die Planung stammte vom Berliner Büro Ullmann & Partner Bauplanung und Baubetreuung.

Hier gibt es ein paar Fotos:

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0500qx9i6jc8hb.jpg

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0502bdsj25f38n.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0503kcjwehoiga.jpg

Zudem hat die Wohnungsgenossenschaft Wuhletal in der Schneeberger Straße einen leer stehenden Kindergarten abgerissen und auf dem Gelände einen Garagenkomplex errichtet. Damit wurde auf die starke Nachfrage der Mieter nach Garagen reagiert.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/0505ecvui6rhn5.jpg

Alle Fotos: Klarenbach

Klarenbach
24.04.12, 21:26
Hier gibt es noch ein paar Fotos von der Sanierung des Quartiers Kienberg II der Wohnungsgenossenschaft Friedenshort, also der Wohnblöcke Blumberger Damm 83-117 und 143-161, Pöhlbergstraße 2-34 sowie Bärensteinstraße 19-31. Die folgenden Fotos zeigen den Zustand vor der Sanierung. Ich denke, dass die Blöcke in Anbetracht der Tatsache, dass seit der Erbauung 1979 kaum etwas an ihnen gemacht wurde, noch ziemlich gut aussehen.

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/04760zrljif6vs.jpg

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/04778bwohvrgcz.jpg

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0480ek7t6mxu0b.jpg

Die nächsten Fotos zeigen erste Sanierungsarbeiten. Die Planung stammt auch hier wieder von der Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting mbH Berlin.

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0479xwru509vez.jpg

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0481mbi1pl0avo.jpg

Alle Fotos: Klarenbach

Saxonia
24.04.12, 21:39
Was soll sich da äußerlich auch tun?^^ Grau werden vom Wetter geht schlecht.

necrokatz
28.04.12, 11:53
Ich bin immer wieder positiv überrascht, wieviel man aus der Ostplatte herrausholen kann. Ich habe jahrelang in einer WBS70/11 gewohnt und kann sehr gut nachvollziehen, warum sie immer noch so beliebt sind. Es gibt bei heutigen Neubauten kaum mehr so große und so gut geschnittene Wohnungen. Wichtiger Nachteil ist aber klar dass weder Bad noch Küche ein Fenster haben.

MattSid
28.04.12, 21:38
Ueber die Fassade demontage in Platz der Vereinten Nationen...sieth dass, die Platten unten die Neue Fassade Elemente haben Rissen die sollen saniert werden...deswegen die Gerueste.

Mikey
30.04.12, 15:19
Der Vollständigkeit wegen eine Aufnahme von der Sanierung/ Nachbesserung an der Fassade:

http://www.abload.de/img/p430001210bn8.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p430001210bn8.jpg)

http://www.abload.de/img/p4300013cjxt7.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p4300013cjxt7.jpg)

Klarenbach
05.05.12, 18:37
Ein kleineres, aber doch interessantes Sanierungsprojekt ist der „Werkpalast Lichtenberg“ in der Alfred-Jung-Straße 6-8.

Ausgangspunkt des Projektes war eine leer stehende Kinderkombination des Typs SK Berlin 72, die von einer Bauherrengemeinschaft umgebaut wurde. Die Arbeiten umfassten einen völligen Umbau der Grundrisse, den Ausbau der Loggien zu zusätzlichen Wohnräumen, den Anbau von Balkonen, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und Veränderungen der Fensterformate. Zudem wurde auf dem Dach eine Solaranlage installiert. Am Ende wurden durch den Umbau 18 Wohnungen, ein Büro und ein Gemeinschaftsraum geschaffen. Eine Attraktion ist der weitläufige Garten, der den Bewohnern als Gemeinschaftsgarten dient. Der Umbau erfolgte nach Entwürfen von Anita Engelmann (Berlin), die schon zu DDR-Zeiten Wohnquartiere projektiert hatte und daher mit dem Gebäudetyp bestens vertraut war.

Bemerkenswert ist auch, dass das Umbauprojekt von den Anwohnern von vornherein positiv bewertet wurde. Dies lag sicher auch daran, dass die Bauherren von Anfang an um ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn bemüht waren und diese zu Hausbesichtigungen mit selbstgebackenen Kuchen eingeladen haben. Zudem kann der Gemeinschaftsraum auch von den Bewohnern der benachbarten Häusern genutzt werden.

Hier gibt es noch ein paar Fotos:

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0273tlyughp0sj.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/02681cbq3af8zr.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/02709ozjt0bxwv.jpg

Bei diesem Foto kann man erkennen, dass bei einem Eingang die typischen Formsteine erhalten worden sind.

Alle Fotos: Klarenbach

ReinhardR
05.05.12, 20:49
Naja - sieht trotzdem irgendwie sch...e aus.
Ossi-Style eben... :Nieder:
Das Beste sind die geparkten Autos davor.

necrokatz
05.05.12, 20:57
Erinnert an Bauhaus, gerade die weiße Farbe gibt einiges Potential frei.

tel33
05.05.12, 22:17
naja... es gibt ja von dieser Sorte jede Menge Kita-Komplexe, oft noch in Funktion und viele davon in erheblich gefälligerer Art und Weise saniert als dieses Exemplar hier... Das könnte bei flüchtigem Blick doch glatt als Baustelleneinrichtung durchgehen.

Saxonia
05.05.12, 22:21
Find ich auch nicht so optimal gelöst.
Veränderung der Fensterformate.
Warum hat man diese seltsame Aufteilung gewählt? Der kleine Streifen unten ist ja praktisch nutzlos. Der direkte Ausblick auf den "Vorgarten" ist auch recht reudig.

KrauseGlucke
07.05.12, 01:44
Ist zwar nicht Berlin, passt aber: Ich bin heute in Dresden an den neu sanierten Studentenwohnheimen vorbei gefahren. Ich beziehe mich auf ein Ensemble aus 3 Punkthochhäusern, dessen Außenfassaden meiner Meinung nach sehr gut gelungen sind: http://www.jaeger-ausbau.de/uploads/tx_userreferenzen/004_22.jpg http://www.swenrudolph.de/img/20080826_Arch_DD_0226_2695.jpg

Backstein
07.05.12, 10:00
^ Auch wenn es viele gibt, die prinzipiell und per se Plattenbauten ablehnen - da sie nunmal da sind und auch nicht alle abgerissen werden können, muss man sich mit ihnen auseinandersetzen. Und bei einer Modernisierung bieten sich da viele Möglichkeiten, sie optisch aufzupeppen. Das gelingt mal schlechter, mal besser - oft auch interessant bis gelungen. Bei deinen gezeigten Beispielen aus DD zählen für mich zumindest die vorderen beiden zur letzteren Kategorie.

Das dunkle mittlere Hochhaus erinnert mich mit den Fensterkästen und dem kräftigen orange spontan an die belgische Botschaft in Berlin (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c8/Be_Belgian_Embassy_01.JPG).

Man muss dabei fair bleiben: Ein Hochhauskasten bleibt ein Hochhauskasten, da kann man keine klassizistische Villa und keinen stuckverzierten Gründerzeit-Altbau draus zaubern. Schaut man sich heute in den einschlägigen Plattenbau-Gebieten um (Marzahn, Hellersdorf usw.), überwiegt m. E. ein positiver Eindruck - natürlich immer unter realistischen Gesichtspunkten der (auch wirtschaftlichen und sozilapolitischen) Machbarkeit.

Batō
07.05.12, 22:28
Auch relativ gut gefiel mir dieser sanierte Block in der Rigaer Straße (http://binged.it/ISCOi2):

http://www.deutsches-architektur-forum.de/pics//bato/Berlin/Baustellen/16.04.12/IMG_1165.JPG

http://www.deutsches-architektur-forum.de/pics//bato/Berlin/Baustellen/16.04.12/IMG_1166.JPG

M.E. wurde mit recht einfachen Mitteln (Farbgebung und blaues Milchglas) ein gutes Ergebis erzielt (auch wenn dem Block bereits wieder die Zeichen des Alterns anzusehen sind). So oder so ähnlich hätte ich mir das bspw. bei dem Block in der Linienstraße (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=329862&postcount=159) gewünscht.

Klarenbach
12.05.12, 21:45
Heute hat die Sanierung des Hochhauses Allee der Kosmonauten 145 in Marzahn begonnen. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wohnhochhaus GT 18 mit 18 Geschossen und 136 Wohnungen, die Eigentümerin ist die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort. Heute wurde mit dem Gerüstaufbau begonnen, auch liegen schon Dämmplatten für ein Wärmedämm-Verbundsystem bereit.

An dem benachbarten WBS 70 - Fünfgeschosser Poelchaustraße 34-44 der Ersten Marzahner Wohnungsgenossenschaft wird auch gebaut, hier werden neue Loggien angebaut.

Ein weiteres Sanierungsprojekt wird derzeit an der Dolgenseestraße 29-31 im Wohngebiet „Am Tierpark“ realisiert. Bei diesem Wohnblock handelt es sich um einen Plattenbau des Typs QP 64 mit 91 Wohnungen. Dieser wurde nach meiner Erinnerung ursprünglich als Studentenwohnheim genutzt, in den letzten Jahren stand er allerdings leer. Nun hat die Howoge Wohnungsgesellschaft mbH den Block übernommen und die Sanierung begonnen. Dieser gehören auch die benachbarten Blöcke, die schon vor Jahren saniert worden sind.

Die Sanierung umfasst den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems, die Erneuerung der Loggien, den Anbau zusätzlicher Loggien für die Wohnungen, die bisher keine Loggia hatten. Im Inneren werden die Sanitär- Elektro- Heizungs- und Lüftungsanlagen erneuert. 37 Wohnungen werden zu seniorenfreundlichen Wohnungen umgebaut, in der Dolgenssestraße 30 wird zudem der Aufzug bis zum Straßenniveau erweitert. Die Planung stammt vom Büro Senator. Die Project Management Service GmbH. (Berlin). Die Bauarbeiten sollen vom Januar 2012 bis zum August 2012 dauern.

Die Vermietung der Wohnungen dürfte unproblematisch sein, das der Wohnblock in unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Rummelsburg-Betriebsbahnhof liegt. Das Umfeld ist sehr grün, um zum Einkaufen ist es auch nicht allzu weit.

http://img3.fotos-hochladen.net/uploads/0507skav1e5m47.jpg

Alle Fotos: Klarenbach

Mikey
13.05.12, 00:01
Heute hat die Sanierung des Hochhauses Allee der Kosmonauten 145 in Marzahn begonnen. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Wohnhochhaus GT 18 mit 18 Geschossen und 136 Wohnungen, die Eigentümerin ist die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort. Heute wurde mit dem Gerüstaufbau begonnen, auch liegen schon Dämmplatten für ein Wärmedämm-Verbundsystem bereit.

Gute Nachricht! Ich habe mich schon seit längerem gefragt, warum sie ein Hochhaus an einer solch doch recht markanten Lage nicht sanieren - zu mal im Umfeld alle weiteren Hochhäuser als gute Beispiele bereits saniert sind.

Ein Punkthochhaus gleichen Typs steht ein paar hundert Meter weiter nördlich in der Scheibenbergstraße, das ebenfalls noch unsaniert ist, damit dürfte dieses dann einer der letzten in Marzahn sein. Die Wohnungen haben einen schönen Blick über das Einfamilienhausgebiet von Alt-Marzahn. Bei der Gelegenheit wünsche ich mir natürlich, dass dieser ebenso wie sein Pendant in der Blenheimstraße 27 saniert wird - in warmen orange/rot-Tönen.

Atze Bauke
17.05.12, 15:53
Mitunter finde ich es schon erstaunlich, was man aus den Plattenbauten mit ein paar Ideen alles machen kann. Besonders gut gefallen mir diese Projekte, zwei Umbauten von DDR-Typschulbauten (http://de.wikipedia.org/wiki/Typenschulbauten) und eine 50er Jahre-Siedlung in Hamburg. Sind zwar nicht die klassischen DDR-Wohnplatten, aber ähnliche Problematik.

Umbau Grundschule Schulzendorf (http://www.zanderroth.de/ill/ill_1.html) bei Berlin
Umbau Bezirkbibliothek Friedrichshain (http://www.pws.eu/bauten/oeffentliche-bauten/show/15/Bezirkszentralbibliothek+Friedrichs hain-Kreuzberg%2C+Berlin) Karl-Marx-Allee
Erneuerung Siedlung Altenhagener Weg (http://www.baunetzwissen.de/objektartikel/Mauerwerk-Siedlung-Altenhagener-Weg-in-Hamburg_2455963.html) Hamburg

Klarenbach
18.05.12, 15:41
Der Tourismusboom scheint so langsam auch nach Marzahn zu schwappen. In der Allee der Kosmonauten 32 hat vor kurzem das "Hostel 7" eröffnet. Das neungeschossige Gebäude wurde um 1980 errichtet und diente zu DDR-Zeiten als Verwaltungsgebäude des VEB Kraftwerksanlagenbau. Nach dem Ende der DDR stand das Gebäude jahrelang leer. Nun hat hier ein Hostel aufgemacht, das billigste Bett kostet 7 Euro pro Nacht.

http://hostel7.com/

Das Konzept besteht offenbar darin, dass die Investitionen auf ein Minimum begrenzt werden und dann im Gegenzug niedrige Bettenpreise genommen werden. An der Fassade wurde nichts gemacht, und auch die Fenster und die Heizkörper aus der DDR-Zeit wurden beibehalten. Bemerkenswert ist, dass das Gebäude selbst nach jahrelangem Leerstand noch so gut erhalten ist, dass solch eine Nutzung bei so geringen Investitionen möglich ist. Das spricht doch sehr für die Qualität dieser Gebäude.

Backstein
21.05.12, 14:53
^ Es ist schon erstaunlich, wo überall Hotels/Hostels entstehen. Ich habe öfters das "Vergnügen", die Allee der Kosmonauten entlangzufahren. Speziell der Abschnitt zwischen Rhinstraße und S-Bf. Springpfuhl gehört für mich zu den städtebaulichen Katastrophengebieten. Kein Wunder, dass es auf der Webseite kaum Außenaufnahmen gibt.

Auch wenn die Anbindung durch S- und Straßenbahn in der Tat gut ist - hier von einer Top-Lage zu sprechen, ist schon gewagt. Aber wenn genügend Gäste kommen, warum nicht. Diese werden allerdings ausschließlich zum Schlafen dort hin fahren - in dem das Hostel umgebenden "Kiez" werden die sicher kein Geld lassen.

Mikey
21.05.12, 20:55
^ Im Reservierungsfeld in der linken Spalte wird der Hotelstandort gar mit "Berlin-Alexanderplatz" angegeben. In Kombination mit der Bewerbung:

Blick auf Grün oder Fernsehturm


könnte man fast annehmen, dass es sich hier um das Alexander Parkside handelt. Ehrlicherweise nennen sie aber die 8 km Entfernung zum Zentrum... ;)

Hobbyist
22.05.12, 08:54
"Blick auf grün oder Fernsehturm"? Das gibt es auch Müggelsee :))

Klarenbach
03.07.12, 19:55
Sehr erfreuliche Nachrichten gibt es zur IGA 2017. Diese soll nun nicht auf dem Tempelhofer Feld, sondern in Marzahn stattfinden. Diese Meldung wurde von Stadtentwicklungssenator Michael Müller bestätigt.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/entscheidung-des-senats-tempelhof-bleibt-volkspark/6830158.html

Ich denke, dass diese Entscheidung Marzahn enorm aufwerten wird und dass es nun möglich wird, den grünen und parkartigen Charakter Marzahns viel stärker als bisher nach außen transportieren. Ich sehe auch die Chance, eine IGA zu planen, die nicht nur aus einem geschlossenen Park besteht, sondern die die ganzen wohnungsnahen Grünzüge, die Marzahn durchziehen, mit einbezieht. Dadurch könnten viele Bürger von der IGA profitieren.

Hobbyist
04.07.12, 11:21
^
Und was hat das jetzt mit dem Thema direkt zu tun?

jan85
04.07.12, 12:42
Also ich sehe da schon einen gewissen Zusammenhang. Bei Plattenbauten handelt es sich doch i.d.R. um ein ganzes Ensemble und ein entsprechendes urbanes Konzept: Durch die Bauweise entsteht zum einen meist relativ günstiger Wohnraum und zum anderen trotz hoher Bevölkerungs-Verdichtung viel Platz für Grün, Infrastruktur und sonstige Angebote. Wenn dieser Ansatz in Berlin und auch in Marzahn Zukunft haben soll, dann muss man das Ganze stets noch attraktiver gestalten, insbesondere wenn ein solches Gebiet bereits ein etwas angeschlagenes Image zu beklagen hat - so wie eben in Marzahn. Da reicht es noch nicht zu dämmen und bunte Fassaden anzudübeln, während die Läden und die Kitas dicht machen und die Parks verwahrlosen. Gepflegtes Grün hebt eben die Lebensqualität spürbar und wird somit evtl. tatsächlich eine gewisse Aufwertung des Modells "Plattenbausiedlung" bewirken, zumindest in Marzahn aber vielleicht auch darüber hinaus. Man beobachtet doch gerade weltweit einen Trend zum Wohnen nahe an Parks oder am Wasser. Die Nachfrage und die Preise steigen an vielen entsprechenden Orten weltweit.

In der Nähe des Tierparks und der Wuhlheide ist übrigens bereits eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, wobei das sicher nicht nur an den Grünanlagen sondern sicher auch an der angespannten Wohnungs-Situation in Berlin liegt. Und in der Gropiusstadt werden momentan nicht nur zwei der höchsten Platten-Wohntürme saniert (je U-Bhf Wutzkyallee und Zwickauer Damm), sondern es sollen auch die Grünanlagen wieder hergerichtet werden, wie auch das "Wutzky" (Einkaufszentrum mit Ärztezentrum und sonstigen Dienstleistungen) modernisiert und vergrößert wurde. Man kann das mE daher nie völlig isoliert sehen, denn wie gesagt muss das ganze Konzept seine Wettbewerbsfähigkeit ständig aufs Neue unter Beweis stellen, sonst gibt es Verfall oder Abriss statt Sanierung und Modernisierung...

Langer Rede kurzer Sinn: Ich finde in so einem Thread darf es neben konkreten Projekten auch mal um die etwas größeren Zusammenhänge gehen, ohne dass gleich jedes Mal ein extra Sub-Thread für solche Diskussionen eingerichtet wird oder auf einen allgemeineren Thread verwiesen wird. Es darf halt nur nicht überhand nehmen ;)

Hobbyist
04.07.12, 20:59
^
Tut mir leid, ich sehe immer noch keinen direkten Zusammenhang zu dem Thema "Sanierung von Plattenbauten", bei dem solcherlei Sanierungsprojekte vorgestellt werden sollen.

jan85
05.07.12, 08:42
^Naja, ich habe doch auch gar nicht von einem direkten Zusammenhang sondern eher von einem größeren Gesamt-Zusammenhang gesprochen. Immerhin ist dies ein Forum für Architektur und Stadtentwicklung. In meinen Augen macht es keinen Sinn, beides zu scharf zu trennen. Wenn man sich diesen und auch diverse andere Threads mal etwas durchliest, sieht man wie es schnell mal etwas in diese Zusammenhänge abdriften kann. Wenn das auf einem gewissen Niveau passiert (nicht wie hier einmal: alle Plattenbaubewohner sind Assis und Sozialschmarotzer) und nicht über Seiten anhält, kann ich daran nichts Verwerfliches erkennen. Sonst zerfranst jedes Thema sehr schnell in viele Teilthemen, wenn man nicht mehr über Zusammenhänge sprechen darf. Dann gibt es halt einen Thread "Plattenbauten Sanierungsprojekte" und einen "Plattenbauten als urbanes Konzept". Man könnte aber genauso gut in den jeweiligen Threads über bestimmte Stadtteile (hier "Marzahn/ Hellersdorf", "Mitte" etc.) darüber diskutieren. Je nachdem, welcher Zusammenhang relevanter scheint;) Unübersichtlich und diskussionswürdig bliebe es in jedem Fall. Aber ich will meine Argumente auch nicht ewig wiederholen. Es bleibt Geschmacksache.

Klarenbach
05.07.12, 20:16
Ich denke schon, dass es einen Zusammenhang zwischen der IGA und der Sanierung von Plattenbauten gibt. Beispielsweise wird derzeit das Quartier Kienberg II an der Bärensteinstraße / Pöhlbergstraße saniert. Diese Wohnungen befinden sich in direkter Nachbarschaft des IGA-Geländes, die Nachfrage nach diesen Wohnungen wird meiner Meinung nach durch die IGA deutlich zunehmen. Ähnliches gilt für das Quartier Kienberg I im Bereich Kienbergstraße / Blumberger Damm. In diesem Gebiet gibt es derzeit noch viele unsanierte Blöcke. Ich habe keine Zweifel, dass dieses Quartier, das direkt am künftigen IGA -Park liegt, in den nächsten Jahren ebenfalls eine Sanierung erfahren wird. Weitere Sanierungsaktivitäten werden sicher von der konkreten Ausgestaltung der IGA abhängen. Aber ich meine schon, dass die IGA die Sanierung von Plattenbauten in Marzahn und vielleicht auch Hellersdorf fördern wird.

Ansonsten hat Jan85 viele richtige Dinge geschrieben, denen ich nur zustimmen kann. Ich meine auch, dass es sich bei Plattenbausiedlungen um komplexe Gebilde handelt (nicht umsonst gab es in der DDR den Begriff "Komplexer Wohnungsbau"), die eben nicht nur Gebäude, sondern auch entsprechende Freiflächengestaltungen, Kunstwerke, Kleinarchitekturen, Stadtmöbel, Systeme der visuellen Kommunikation etc. umfassen. Nun könnte man über all diese Dinge gesonderte Threads aufmachen, aber ich denke nicht, dass eine solche Zersplitterung hilfreich wäre.

Klarenbach
20.07.12, 22:24
Auch in der Gropiusstadt wird eifrig saniert. In der südlichen Gropiusstadt will die Degewo zwischen 2009 und 2013 insgesamt 65 Millionen Euro in Sanierungsmaßnahmen investieren. Geplant ist die Sanierung von 1244 Wohnungen und zwei Einkaufszentren.

Die wohl markantesten Vorhaben sind die Sanierung der beiden 28-geschossigen Hochhäuser Joachim-Gottschalk-Weg 1 und Zwickauer Damm 12. Beide Hochhäuser wurden um 1968 nach Entwürfen von Manfred J. Hinrichs errichtet. Das Haus Joachim-Gottschalk-Weg 1 umfasst 217 Wohnungen. Die aktuelle Sanierung wird von der Arge Senator AGT (Berlin) geplant. Die Arbeiten umfassen die energetische Sanierung der Fassaden, die Sanierung der Inneneinrichtung und die Strangsanierung. Die Bauarbeiten begannen im März 2011, die Fassadensanierung ist mittlerweile beendet, in den Innenräumen wird aber noch gearbeitet. Hier gibt es ein paar Fotos:

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Diese Fotos zeigen den in Sanierung befindlichen Gemeinschaftsraum im 28. Geschoss.

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Und hier gibt es ein paar Ausblicke:

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Das Haus Zwickauer Damm 12 umfasst 304 Wohnungen. Die Sanierungsarbeiten werden vom Büro Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesellschaft (Berlin) geleitet. Auch diese Sanierung umfasst eine energetische Sanierung der Fassade, eine Sanierung der Innenräume und eine Strangsanierung. Die Bauarbeiten begannen 2011, auch hier sind noch Arbeiten in den Innenräumen im Gang.

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Ein weiteres Sanierungsprojekt ist der Block Theodor-Loos-Weg 18-26. Das Haus verfügt über 132 Wohnungen, die Sanierung umfasst die energetische Sanierung und die Sanierung der Inneneinrichtung. Die Sanierungsplanung stammt vom Büro Anne Lampen Architekten (Berlin). Die Arbeiten begannen 2011, derzeit wird das Wärmedämm-Verbundsystem angebaut.

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Schon von 2009 bis 2010 wurde der Komplex Feuchtwangerweg 1-11 mit 316 Wohnungen saniert. Auch hier erfolgte eine umfassende Sanierung der Fassade und der Inneneinrichtung. Bei der Gestaltung hat man sich offenbar von der Bauhaus-Ästhetik leiten lassen, das Resultat kann sich durchaus sehen lassen.

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Schließlich wurde auch das Einkaufszentrum Wutzky-Center am U-Bahnhof Wutzkyallee umgebaut. Der Entwurf stammt vom Büro Granz & Zecher Gesellschaft von Architekten mbH (Berlin), die Arbeiten begannen im Dezember 2010 und gehen jetzt ihrem Ende entgegen.

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Der Neubau des Einkaufszentrums am U-Bahnhof Zwickauer Damm hat gerade gegonnen. Der Altbau wurde mittlerweile abgerissen, stattdessen soll ein Neubau errichtet werden.

Alle Fotos: Klarenbach

Klarenbach
23.07.12, 21:41
Ein sehr interessantes Sanierungsprojekt wird derzeit in Wilhelmsruh verwirklicht. Dort befinden sich drei Wohnblöcke des Typs WBS 70 / 5 Geschosse Beethovenstraße 4-4c, 9-9c und Mozartstraße 1-15. Diese Wohnblöcke werden derzeit von der Wohnungsbaugenossenschaft Wilhelmsruh e.G. saniert, die Planung stammt vom Büro IBRF GmbH Ingenieurbüro für Bauwesen (Berlin). Der Wohnblock Beethovenstraße 9-9c wurde bereits letztes Jahr saniert, am Block Mozartstraße 1-15 wird derzeit gearbeitet, und der Block Beethovenstraße 4-4c wird voraussichtlich nächstes Jahr angepackt.

Die Baumaßnahmen umfassen den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems, den Anbau neuer Balkone, die zu Wintergärten erweitert werden können, die Sanierung der Innenräume und den Anbau von Aufzügen. Hier gibt es einen Eindruck vom sanierten Block Beethovenstraße 9-9c.

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Zum Vergleich sieht man hier den unsanierten Block Beethovenstraße 4-4c.

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Hier ist schließlich der im Bau befindliche Wohnblock Mozartstraße 1-15.

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Besonders interessant ist die Lösung für den Aufzuganbau, der einen Halt auf den Wohnetagen ermöglicht. Zu den Details: Hier sieht man ein unsaniertes Treppenhaus. Hierbei handelt es sich um ein klassisches WBS 70 - Treppenhaus mit einem Treppenabsatz auf halber Höhe.

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Diese Bauweise führte zu Problemen beim Aufzuganbau. In den letzten Jahren wurden vor allem drei Varianten der Aufzugnachrüstung praktiziert. In zahlreichen Fällen wurde der Aufzug außen an das Treppenhaus angebaut, dann mussten die Haltepunkte auf den Treppenabsätzen auf halber Höhe eingeordnet werden. Die halbe Treppe zu ihrer Wohnung mussten dann die Mieter laufen. Diese Lösung widerspricht allerdings den Förderrichtlinien für den altersgerechten Umbau der Gebäude. In anderen Fällen wurde der Aufzug neben dem Treppenhaus angebaut und mit Haltepunkten auf der Wohnungsebene versehen. Bei dieser Lösung musste allerdings ein Teil der benachbarten Wohnung für die Schaffung eines Ganges zu den Wohnungseingängen geopfert werden. Etliche Hauseigentümer haben die Aufzüge auch eingebaut, dann mussten aber umfangreiche Stemmarbeiten durchgeführt werden, und auch bei dieser Lösung musste ein Teil des Wohnraumes geopfert werden.

Hier nun die Wilhelmsruher Lösung: Hierbei wurde das Treppenhaus komplett ausgeräumt, gleichzeitig wurden die Außenwandplatten entfernt.

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Anschließend wurden neue Treppen eingebaut, die keinen Absatz auf halber Höhe aufweisen, sondern die erst in Höhe der nächsten Etage enden. Um diese Treppen unterbringen zu können, wurde das Treppenhaus ein wenig hinausgezogen. Der große Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass nun problemlos ein Außenaufzug angebaut werden kann und dass dieser dann auch auf der Wohnungsebene hält. Hier ist nun der neue Zustand:

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Und hier noch ein paar bautechnische Details: Hier sieht man die statische Lösung der unteren Treppenaufhängung mit Stahlstützen und einem Betonträger.

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Und hier ist die obere Aufhängung mit einem Stahlträger zu sehen.

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Ich denke, dass mit dieser Variante das Aufzugproblem sehr gut gelöst wurde.

Alle Fotos: Klarenbach

Der_Geograph
23.07.12, 21:45
Die Berliner Zeitung hat heute einen Artikel veröffentlicht, der die künstlerische Gestaltung vieler großflächiger und fensterloser Giebel von Plattenbauten zum Inhalt hat (Link (http://www.berliner-zeitung.de/berlin/street-art-in-berlin-mehr-farbe-wagen,10809148,16692234.html)).
Dabei will die Howoge den Anfang wagen und 50.000 EUR in die Gestaltung eines Seitengiebels am Gebäude der Frankfurter Allee 192 investieren. Die Howoge beabsichtige jedes Jahr einen weiteren Giebel für die künstlerische Gestaltung freizugeben.

MattSid
24.07.12, 00:55
Klarenbach, danke fuer die Interessante Reportage! Koenntest diese folgende Foto auch in eine hohere Resolution nochmal Posten?

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Absolut traumhaft, es scheint so modern, bunt aber gleichzeitig nicht kitsch. Ich wunsche mir mehr Sanierungen mit diese qualitaet. Und naechstes Mal Fotos in hd ;)

Hobbyist
24.07.12, 08:49
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Diese Lösung sieht sehr gut aus.
Die Treppenhäuser wirken auf den Bildern viel großzügiger und klarer strukturiert.

Rotes Rathaus
24.07.12, 10:15
^ sehr interessant. Danke für den Bericht. Schön, dass sich die Wohnungsbaugenossenschaften um ihr Erbe kümmern. Ziemlich beeindruckend dieses Bäumchen wechsel dich. Z.T. sind die Dinger ja nicht wiederzuerkennen.

Aber leider sind auch ziemliche Scheußlichkeiten dabei. Auch mit der Kunst an der Platte habe ich so meine Schwierigkeiten, da sie oft aussieht wie eine überdimensionierte, grausig-kitschige Badezimmerkachelung bei "Omi".

Lieber Klarenbach, hast Du auch Bilder vom inneren der Wohnungen? Vielleicht von so einer Art Modellwohnung. Ich stelle mir die Räume trotz aller Umbauten etwas eng und insbesondere relativ dunkel vor.

Wunderknabe
24.07.12, 21:58
Mal eine zur Abwechslung sehr durchdachte Sanierung eines Plattenbaus. Zumindest was die eine Seite betrifft. Die meisten Sanierungen beschränken sich ja was das optische betrifft am ganzen Gebäude auf einen langweiligen farbigen Putz, der in 10 Jahren wieder zum Sanierungsfall geworden sein wird.

Hier hat man mal ein bischen weiter gedacht und auch wirklch eine Inhaltliche Weiterentwicklung vollzogen.

Optisch ist es auch ein gewaltiger Unterschied, um Klassen besser als die Standard-Sanierung.
Leider ist die RÜckseite halt doch ziemlich standard und lieblos.

Die Vorderseite sollte dagegen Vorbild sein. Auch wenn es sicherlich schon eine ganz andere Kostenregion ist verglichen mit der Standardlösung..

Klarenbach
01.08.12, 22:51
Die Bitte von MattSid kann ich gern erfüllen. Das Foto ist unskaliert unter diesem Link zu finden:

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Fotos von den Wohnungen in den Blöcken Beethovenstraße / Mozartstraße kann ich leider nicht anbieten, da sämtliche Wohnungen vermietet sind und daher auch keine Musterwohnung vorhanden ist. Ich werde aber künftig versuchen, bei anderen Sanierungsprojekten mehr Fotos von den Innenräumen zu machen.

Klarenbach
04.08.12, 20:55
Ein großes Plattenbau-Umbauprojekt hat in der Rhinstraße 145, 147 und 149 begonnen. Hier werden Bürohäuser zu Wohnhäusern umgebaut.

Ausgangspunkt der Planungen waren drei achtgeschossige Bürohäuser des Typs Mehrzweckgebäude WBS 70 - 10,8 C. Diese Blöcke waren jahrelang dem Leerstand und Verfall ausgesetzt. Doch nun hat sich der Investor Wohlfühlwohnen Berlin Rhinstraße GmbH entschlossen, die Blöcke zu Wohnhäusern mit insgesamt 232 Wohnungen umzubauen. Derzeit werden Türöffnungen für Balkontüren in die Fassade gesägt. Aufgrund der Bauweise des Typs mit Mittelgangerschließung ist zu erwarten, dass in den Blöcken vor allem kleine Wohnungen entstehen werden.

Erstaunlich an dem Projekt ist, dass selbst in dieser nicht allzu attraktiven Lage der Umbau von Bürohäusern in Wohnhäuser für lukrativ gehalten wird. Dieses Projekt ist umso interessanter, weil es in Berlin viele Bürohäuser des gleichen Typs gibt, die künftig vielleicht auch umgebaut werden.

Noch ein paar Informationen zum Mehrzweckgebäude WBS 70 - 10,8 C. Dieses Gebäude wurde 1986 vom Wohnungsbaukombinat Cottbus - Betrieb Projektierung unter Leitung von Marianne Fichte und Elke Stephan entwickelt. Die Zahl 10,8 bezieht sich auf die Gebäudetiefe von 10,80 Meter, das C steht für Cottbus. Dieser Typ, der auch als „Cottbuser Scheibe“ bezeichnet wird, wurde seitdem in großer Stückzahl in Berlin errichtet.

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Alle Fotos: Klarenbach

Betonkopf
04.08.12, 21:26
na bin ja mal gespannt was daraus wird...hoffentlich kein 0815, gedämmter, verputzter, bunt bemalter wohn-horror. grad in der ecke müsste man schon mit ein bischen mehr fantasie punkten, zumal, in nem plattenviertel ewig leerstehende plattenbüros in plattenwohnungen umwandeln ... das unterfangen klingt erst einmal ambitioniert. ich hab in mitte und fhain viel in plattenbauten beruflich zu tun und das ist eine gewachsene wohnstruktur, meistens leben die bewohner seit dem erstbezug dort (30-40 jahre!!), kennen ihre nachbarn, lieben die aussicht und achten auf haus, stockwerk, grünanlage, umgebung, besucher, man kennt sich, geht auch mal für den nachbarn einkaufen etc...man kennt sich halt.
in so ne umgewandelte büroplatte erst einmal leben reinzubringen stell ich mir schwierig vor, da muß so einiges geboten werden...ach mensch, da fällt mir die luxussanierte platte in der singerstrasse/andreasstr. in fhain ein...schwarze fassadenplatten, teure, leicht verspiegelte fenster, consierge in nem gold tapezierten empfang nebst div. kronleuchtern, herrliche dachterrasse ausgelegt mit tropenhölzern, gehobene ausstattung, kaisers direkt vor der tür...wohnungen sauteuer und deswegen ein nahezu leeres gebäude das die nachbarn (baugleiche platte schräg gegenüber, alles seniorengerechte wohnungen) durch die schwarzen fassadenplatten und die schießschartenfenster eher gruselt...

Klarenbach
08.08.12, 22:21
Ein wenig bekannter Sanierungsschwerpunkt ist die Siedlung Marienfelde Süd. Hier will die Degewo AG von 2011 bis 2016 2410 Wohnungen sanieren.

Bereits abgeschlossen ist die Sanierung des Blockes Waldsassener Straße 24-28.

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Derzeit im Bau ist der benachbarte Gebäudeabschnitt Waldsassener Straße 32-38. Die Arbeiten umfassen eine Strangsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems, neue Fenster und Loggiatüren, eine Erneuerung der Elektroleitungen, Küchen und Bäder. Die Planung stammt von der Arbeitsgemeinschaft Waldsassener Straße GbR, die Bauzeit ist von Mai bis Dezember 2012.

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Ebenfalls im Bau ist die Sanierung des Hochhauses Waldsassener Straße 29 mit 304 Wohnungen. Dieses 28-geschossige Hochhaus wurde von Manfred J. Hinrichs entworfen und ist baugleich mit dem Hochhaus Zwickauer Damm 12 in der Gropiusstadt. Die Sanierung umfasst wiederum eine Strangsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems, neue Fenster und Loggiatüren, eine Erneuerung der Elektroleitungen, Küchen und Bäder. Die Planung stammt ebenfalls von der Arbeitsgemeinschaft Waldsassener Straße GbR, die Bauzeit ist von August 2011 bis Oktober 2012, wobei ich bezweifle, dass der Termin eingehalten wird.

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Ein weiteres Sanierungsobjekt ist der Tirschenreuther Ring 5-9. Hier wird neben den üblichen Arbeiten (Strangsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Fenster und Loggiatüren, eine Erneuerung der Elektroleitungen, Küchen und Bäder) ein Teil der Wohnungen für Betreutes Wohnen umgebaut. Die Planung stammt vom Büro SPP Property-Projekt-Consult GmbH (Berlin), die Bauzeit ist von März bis Dezember 2012.

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Erste Gerüstaufbauten sind auch an dem Block Waldsassener Straße 44-60 zu sehen. Hier soll vom Juli 2012 bis zum August 2013 saniert werden. Weitere Bauabschnitte sollen demnächst beginnen.

Zudem führt auch der zweite große Vermieter in Marienfelde Süd, der Beamten-Wohnungsverein zu Köpenick e.G., Sanierungsarbeiten durch. Derzeit im Bau ist der Block Weskammstraße 9-13. Auch dieser erhält ein Wärmedämm-Verbundsystem, neue Fenster und Loggiatüren.

Zur Siedlung Marienfelde Süd ist zu sagen, dass sie zwischen 1968 und 1974 nach einem städtebaulichen Entwurf von Hans Bandel sowie nach Bauplanungen von Hans Bandel, Harald Franke, Rene Gages, Volker Theissen, Friedrich Karl Gettkandt, Michael von Möllendorff, Manfred J. Hinrichs, Günter Behrmann und Siegfried Fehr errichtet wurde. Typisch für diese Siedlung ist eine große Bebauungsdichte, die aus städtebaulicher Sicht nicht unproblematisch ist. Nach meinem Geschmack erzeugen die sehr dicht angeordneten bis zu fünfzehngeschossigen Wohnscheiben beengte Raumsituationen, die trotz intensiver Bepflanzung unbehaglich wirken. Daher hätte ich einen Teilrückbau einiger Blöcke durchaus begrüßt. Doch diese Variante scheidet wohl angesichts der derzeitigen Wohnungsnachfrage in Berlin aus. Ein weiteres Problem ist die schlechte Verkehrsanbindung. Nach den ursprünglichen Planungen sollte hier die U-Bahnlinie 9 enden, am Rande des Wohngebietes wurden sogar Flächen für einen Betriebshof reserviert. Doch diese U-Bahn hat derzeit keine Realisierungschance.

Alle Fotos: Klarenbach

Ostkreuzblog
09.08.12, 08:53
Noch ein paar Informationen zum Mehrzweckgebäude WBS 70 - 10,8 C. Dieses Gebäude wurde 1986 vom Wohnungsbaukombinat Cottbus - Betrieb Projektierung unter Leitung von Marianne Fichte und Elke Stephan entwickelt. Die Zahl 10,8 bezieht sich auf die Gebäudetiefe von 10,80 Meter, das C steht für Cottbus. Dieser Typ, der auch als „Cottbuser Scheibe“ bezeichnet wird, wurde seitdem in großer Stückzahl in Berlin errichtet.


Vielen Dank für die Detaillierten Informationen zu diesem Typ Haus. Ich glaube in der Nähe des Ostkreuzes, südlich der Bahntrasse steht auch so ein Gebäude. Ob genutzt oder ungenutzt weiss ich nicht man kommt ja recht schlecht ran.

Klarenbach
28.08.12, 23:20
Ein weniger bekanntes Sanierungsprojekt wird derzeit in der John-Locke-Siedlung in Lichtenrade verwirklicht. Hier will die Stadt und Land Wohnbauten-Gesellschaft mbH bis 2018 1800 Wohnungen sanieren. Für dieses Projekt sollen 70 Millionen Euro investiert werden.

Einen ersten Anfang stellt die Sanierung der Häuser Lichtenrader Damm 216, 218 und 220 dar. Bei diesen Gebäuden handelt es sich um drei Punkthäuser mit insgesamt 114 Wohnungen. Die Sanierung umfasst ein Wärmedämm-Verbundsystem, die Sanierung der vorhandenen Balkone, den Anbau neuer Balkone, Grundrissänderungen, die Sanierung der Innenräume und die Erneuerung der Haustechnik. Außerdem wird zwischen den Häusern ein eingeschossiges Seniorenzentrum errichtet, das von der Diakonie Lichtenrade betreut werden soll. Die Planung stammt vom Büro Gneise 66 Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH (Berlin). Die Sanierung der Gebäude erfolgte von Januar bis Dezember 2011, der Neubau des Seniorenzentrums ist noch im Gang.

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Weitere Gebäude in der John-Locke-Siedlung gehören der Genossenschaft Wohnungsbau-Verein-Neukölln (WVN). Besonders markant ist das Hochhaus Mellener Straße 1, das kürzlich saniert worden ist.

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Noch ein paar allgemeine Informationen zur John-Locke-Siedlung: Die Siedlung wurde von 1964 bis 1966 nach einer Planung von Norman Braum und der GSW-Planungsabteilung errichtet. Typisch für die Siedlung ist das Wechselspiel von orthogonal angeordneten Wohnscheiben verschiedener Höhe und siebzehngeschossigen Punkthochhäusern. Derzeit sind nur schätzungsweise 30 Prozent aller Wohnungen saniert, so dass man in großen Teilen der Siedlung noch die originale Atmosphäre der sechziger Jahre erleben kann.

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Alle Fotos: Klarenbach

Klarenbach
30.08.12, 20:36
Aktuell gibt es einige Jubiläen von Großsiedlungen zu feiern. Die Gropiusstadt begeht ihren 50. Geburtstag. Und das Allende-Viertel feiert sein 40jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass erschien in der Berliner Zeitung ein großer Artikel, der von sehr erfreulichen Entwicklungen in diesem Viertel berichtet. Zwar gab es nach 1990 auch hier Wegzüge, Wohnungsleerstände und wachsende soziale Probleme. Doch mittlerweile hat sich diese Situation umgekehrt. Derzeit ziehen immer mehr junge Familien und auch Besserverdiener in das Viertel. Sogar Zuzügler aus den alten Bundesländern entdecken das Viertel zunehmend für sich. Bei der Degewo gibt es daher kaum noch leere Wohnungen, bei der Wohnungsbaugenossenschaft Amtsfeld werden sogar schon Wartelisten geführt. Diese Entwicklung zeigt doch recht gut, welche Potenziale in den Plattenbausiedlungen stecken und wie gefragt diese Siedlungsform ist.

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/allende-viertel-feiert-40--jubilaeum-gruene-stadt-am-wald,10809148,16963598.html

Noch ein paar Informationen zum Allende-Viertel: Das Wohngebiet wurde zwischen 1971 und 1973 nach Entwürfen von Siegfried Klügel (Städtebau) Helmut Stingl und Edith Diehl (Hochbauprojektierung) sowie Rolf Rühle (Landschaftsarchitektur) errichtet. Es umfasst 2398 Wohnungen, verwendet wurden die Typen P 2 - 11 Geschosse, P 2 - 5 Geschosse und QP 64.

Klarenbach
31.08.12, 22:27
Mittlerweile ist auch der Umbau der beiden ehemaligen Schulen Elfriede-Tygör-Straße 1 und 3 in Friedrichsfelde abgeschlossen. Ausgangspunkt waren zwei Schulgebäude des Typs SK Berlin 68, die jahrelang leer standen und zu Schandflecken verkamen. Diese Gebäude wurden von der Saxum AG erworben und 2011-2012 zu einer Eigentumswohnanlage umgebaut.

Die Arbeiten umfassten den Abriss und den Neubau der Außenfassaden, die Neugestaltung der Grundrisse, den Anbau von Aufzügen, den Anbau von Balkonen. Ein Teil der Wohnungen wurde barrierearm gestaltet, ein anderer Teil wurde als Maisonettewohnungen ausgeführt. Die Wohnungen in den Erdgeschossen erhielten Mietergärten. Auf diese Weise entstanden Wohnungen mit einer Größe von 65 bis 125 Quadratmetern. Die Kaufpreise beginnen bei 95.900 Euro für eine 65-Quadratmeterwohnung und enden bei 179.900 für eine 125-Quadratmeterwohnung. Bereits vor der Fertigstellung konnten alle Wohnungen verkauft werden. Die Planung stammt vom Büro Albert & Partner aus Chemnitz.

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Gegenüber den ehemaligen Schulen befinden sich übrigens weitere Saxum-Objekte. Bei den Gebäuden Elfriede-Tygör-Straße 2 und 4 handelt es sich um zwei ehemalige Kindertagesstätten des Typs Kinderkombination 90/180 SK Berlin 72. Diese standen ebenfalls leer. Die Saxum AG hat die Objekte erworben und von 2008 bis 2009 zu einer Eigentumswohnanlage mit 18 Wohnungen umgebaut. Die Arbeiten umfassten den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems, den Anbau von Balkonen, die Neugestaltung der Grundrisse, den Bau von Carports und die Anlage von Mietergärten.

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Die Nachfrage nach den Eigentumswohnungen war dermaßen groß, dass die Saxum AG auf dem ehemaligen Gartengelände von 2009 bis 2010 den Neubau Elfriede-Tygör-Straße 4a-d errichtete. Dieser Neubau bietet 19 Eigentumswohnungen mit einer Größe von 82 bis 122 Quadratmetern. Auch hier gehören Balkone und Mietergärten für die Ersdgeschossbewohner zum Standard. Die Planung der Altbausanierung und des Neubaus stammte auch in diesem Fall vom Büro Albert & Partner aus Chemnitz.

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Die große Nachfrage auch nach diesen Wohnungen führte dann schließlich zum Ankauf der beiden Schulen. Der Kauf weiterer Schulen oder Kindertagesstätten wird allerdings nicht möglich sein, da in Lichtenberg die Kinderzahl steigt und daher leer stehende Schulen und Kindertagesstätten reaktiviert werden müssen.

Insgesamt denke ich, dass die Projekte den Stadttteil Friedrichsfelde auf jeden Fall aufwerten. Einerseits wurden Schandflecke beseitigt, andererseits sorgen die Umbauten für eine größere Vielfalt an Wohnungsgrundrissen und -typologien.

Alle Fotos: Klarenbach

Klarenbach
03.09.12, 18:18
Die Berliner Abendschau vom Samstag brachte einen ganz guten Beitrag zum 40-jährigen Jubiläum des Allendeviertels. Darin konnte man unter anderem erfahren, dass die Bezeichnung Allendeviertel nicht auf einer Anordnung der Behörden, sondern auf der Initiative einer Schule beruht. Offiziell hieß das Wohngebiet "Amtsfeld". Die Schule stellte dann nach dem Militärputsch in Chile 1973 den Antrag, den Namen Allendeschule tragen zu dürfen. Dieser Antrag wurde dann auch bewilligt. In der Folgezeit wurde dieser Name dann auch von den Bewohnern für ihr Wohngebiet übernommen.

http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/archiv.media.%21etc%21medialib%21rb b%21rbb%21abendschau%21abendschau_2 0120901_wohn.html

Mikey
04.09.12, 12:48
Die Sanierung des Hochhauses Allee der Kosmonauten 145 (siehe Post von Klarenbach (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=336749&postcount=176)) neigt sich dem Ende entgegen. Ich bin nicht überzeugt. Die unteren zwei Drittel sind im kräftigen orangenen Wärmeverbundsystem ausgeführt. Bei den oberen Etagen bin ich mir allerdings nicht ganz klar, was man sich dabei gedacht hat. Die kräftigen grünen Linien überdecken größtenteils die Naturmotive, über die Rundbögen am Technikgeschoss muss man wohl auch nicht zu viele Worte verlieren. Insgesamt doch recht schade.

Das dritte Bild zeigt ein typengleiches Hochhaus, das vor ein paar Jahren sehr unaufdringlich in hellgrau/hellgelb mit einigen kräftigen Streifen saniert wurde und gleich nebenan in der Poelchaustraße steht. Gefällt mir besser als dieses Durcheinander.

http://www.abload.de/img/p90400178abaq.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p90400178abaq.jpg)

http://www.abload.de/img/p9040013gbldc.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p9040013gbldc.jpg)

http://www.abload.de/img/p9040016w0z78.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=p9040016w0z78.jpg)

jan85
04.09.12, 14:22
@Mikey:
Das sehe ich genau so. Ich weiß nicht, weshalb die grünen Streifen da sind. Wenn sie keine wichtige technische Funktion erfüllen (aber welche?), hätte ich eher darauf verzichtet. In Kombination zu dem Naturmotiv ist es mE noch recht erträglich und die oberen Rundbögen stören zumindest mich dann auch nicht mehr zusätzlich.

Viel schlimmer finde ich aber das Zusammenspiel des oberen Bereiches mit diesem in Stufen kletternden gemuschelt-orangenen Sockel. Die Kombination dieser zwei Oberflächen ist dann doch too much :nono: Man hätte sich mE eher auf das Naturmotiv festlegen sollen, ob mit oder ohne grüne Streifen, oder notfalls eben komplett orange wenn es denn technisch sinnvoller wäre. Als letzte dezentere bzw. harmonischere Alternative - und nur für den Fall, dass man diese 2 Systeme überhaupt nebeneinander zeigen will - könnte ich mir noch vorstellen nach außen hin wieder eine Stufe um 3 Etg zurück zu gehen statt eine um 4 Etg hoch. Dann wäre das Ganze mE ebenso symmetrisch aber wie gesagt halt etwas dezenter und gleichmäßiger. Am schlimmsten finde ich die Sicht vom zweiten Bild aus, wo über dem orangenen Bereich (gefühlt bereits eine volle Hochhauslänge) noch ein kleiner Schlitz mit dem Naturmotiv bleibt. Zynisch könnte man da den Gestalter fragen, ob das irgendwie die Vögel anlocken/ irritieren soll. Da wünsche ich mir fast die alte Optik zurück oder eben was Dezentes wie auf dem dritten Bild.

Wirklich schade finde ich das Ganze insbesondere, weil das Naturmotiv als solches eigentlich eine ganz witzige Idee ist. Das hätte man nach unten durchziehen oder höchstens mit einem Fotomotiv kombinieren können. Ich frage mich nur, wie so etwas die Jahrzehnte überdauern soll...

ouyawei
04.09.12, 21:05
Ich frage mich wirklich, warum es manche Leute für eine gute Idee halten, diese Plattenbauten in kunterbunte Monster zu verwandeln, vor allem wenn sie schon allein durch ihre Größe herausstechen.
Der Originalzustand mit Waschbeton (?) und Fliesen ist da wesentlich dezenter, stilvoller.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7c/Oberweissbacher.jpg (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Oberweissbacher.jpg)
CC-BY-SA Eike Kreibohm

Kleist
04.09.12, 21:09
Wirkt ein wenig trashig auf mich,ich denke,dass haben die Planer so bewusst gewollt.
Ich finde es nicht wirklich toll aber akzeptabel.Solche Verkleidungen kann man bei späteren Sanierungen ohne grossen Aufwand dem jeweiligen Zeitgeschmack anpassen.

mkwiteaux
04.09.12, 21:43
@Mikey
"Das dritte Bild zeigt ein typengleiches Hochhaus, das vor ein paar Jahren sehr unaufdringlich in hellgrau/hellgelb mit einigen kräftigen Streifen saniert wurde und gleich nebenan in der Poelchaustraße steht."

Unaufdringlich ist meist auch langweilig.

Gerade in diesen "unaufrdringlichen" Stadtteilen bringt solch postmoderne/poppige Gestaltung ein bisschen Spannung rein. Auch wenn es nicht unbedingt dem allgemeinen Verständnis von Schönheit entspricht. Alles ist besser als Langeweile. Alles.

Klarenbach
05.09.12, 18:24
Die Hochhaussanierung in der Allee der Kosmonauten 145 ist wohl eher als Experiment zu werten, und insgesamt finde ich es auch gut, wenn Wohnungsunternehmen versuchen, einen "Hingucker" zu schaffen.
Die konkrete Lösung der Künstlergruppe Cite de la creation, die ja in Berlin gut beschäftigt ist, vermag mich bisher aber auch nicht zu überzeugen. Das Motiv soll ja ein Gewächshaus darstellen, diese Idee ist aber schwer erkennbar. Ich denke, dass das Motiv auch zu kleinteilig ist. Solch ein großmaßstäbliches Gebäude, das ja auch eine Fernwirkung entfaltet, benötigt meines Erachtens auch ein großmaßstäbliches Motiv, das auch aus der Ferne erfasst werden kann.

tel33
05.09.12, 19:31
Ich frage mich wirklich, warum es manche Leute für eine gute Idee halten, diese Plattenbauten in kunterbunte Monster zu verwandeln, vor allem wenn sie schon allein durch ihre Größe herausstechen.


Vermutlich aus dem selben Grund warum ein Zoofenster eine aufwändige Natursteinverkleidung erhält - weil farbloser Rohbeton-Charme nicht jedem wirklich gefällt.

Klarenbach
10.09.12, 12:34
Auch in den Potsdamer Plattenbausiedlungen sind umfangreiche Sanierungsarbeiten zu beobachten. Ein Sanierungsschwerpunkt ist der Stadtteil Waldstadt II. Die Sanierungsmaßnahmen umfassen dabei in der Regel eine Komplettsanierung, die energetische Sanierung und den Bau neuer Balkone. Zudem werden einzelne Aufgänge mit Aufzügen nachgerüstet. Ein großer Vorteil von Potsdam besteht darin, dass es hier kaum Sechsgeschosser ohne Aufzug gibt. Daher ist auch die Problem der schwer vermietbaren Obergeschosse nicht so drängend. Bei einem Teil der Wohnungen werden auch Grundrissänderungen vorgenommen, so dass Wohnungen mit großzügigen Bädern und Küchen entstehen.

Nun zu den konkreten Maßnahmen: Im Anfangsstadium befinden sich die Arbeiten am Block Kiefernring 68-76. Bauherr ist die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G., die Planung stammt vom Architekturbüro Lierow, Lange, Müller (Potsdam). Die Arbeiten umfassen eine Komplettsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone. Zwei Eingänge werden zudem mit Aufzügen ausgestattet.

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Hier sieht man, wie gerade eine Treppenhaus-Außenwand entfernt wird, um Platz für einen Aufzug zu schaffen.

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Fast fertig sind die Bauarbeiten am Wohnblock Am Moosfenn 20-30. Auch hier ist der Bauherr die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.. Die Arbeiten umfassen wiederum den Komplettsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone. Zwei Eingänge werden mit Aufzügen ausgestattet. Dabei werden - ähnlich wie bei der Lösung in der Mozartstraße /Beethovenstraße in Wilhelmsruh, die Treppenhäuser erweitert und die Aufzüge dann an diese angebaut.

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Ebenfalls saniert wird der Wohnblock Kiefernring 13-17. Der Bauherr ist wieder die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G., die Arbeiten umfassen wiederum den Komplettsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone.

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Gebaut wird auch am Wohnblock Kiefernring 56-66. Der Bauherr ist hier die pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.

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Weitere Projekte sind fertig gestellt:
Kiefernring 43-63
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Planung: Architekturbüro Lierow, Lange, Müller (Potsdam)
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Aufzuganbau Nr. 43, Grundrissänderungen
- Bauzeit: 2009 (Nr. 57-63), 2010 (Nr. 49-55), 2011 (Nr. 43-47)

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Ein typisches Gestaltungsmerkmal der Waldstadt sind die Hauszeichen an den Hauseingängen, die von einem Kollektiv des VEB Umweltgestaltung und bildende Kunst unter Leitung von Hans-Joachim Kölling und Heinz Fürstenberg entworfen wurden. Diese wurden auch nach der Sanierung erhalten.

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Kiefernring 39, 41
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Aufzuganbau Nr. 41, Grundrissänderungen,
- Bauzeit: 2009

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Kiefernring 44-52
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Aufzuganbau Nr. 48, Grundrissänderungen, Schaffung von Mietergärten für Erdgeschossbewohner
- Bauzeit: 2011

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Kiefernring 10-22
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Aufzuganbau Nr. 10, Grundrissänderungen, Schaffung von Mietergärten für Erdgeschossbewohner
In diesem Fall wurde das Treppenhaus erhalten und der Aufzug neben dem Treppenhaus angebaut. Bei dieser Lösung wurden dann Räume der benachbarten Wohnung dem Treppenhaus zugeschlagen, um Zugänge zum Aufzug zu schaffen.
- Bauzeit: 2010 (Nr. 14-22), 2009 (Nr. 10-12)

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Am Moosfenn 2 a,b,c, 4 a,b,c,d
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2008

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Saarmunder Straße 50-56
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone

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Am Schlangenfenn 19-33
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone

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Ein paar Informationen zum Wohngebiet Waldstadt II: Das Wohngebiet wurde von 1977 bis 1986 nach Entwürfen von Hermann Poetzsch, Heinz Karn, Peter Herling (Städtebau), Karl-Heinz Birkholz, Klaus Reichenbach, Wolfgang Müller (Hochbauprojektierung) und Horst Dethlaff, Klaus Modrach, Hildrun Berndt (Landschaftsarchitektur) errichtet. Es umfasst 4236 Wohnungen. Zur Anwendung kamen Punkthochhäuser des Typs IW 70 P-Halle/Potsdam und vor allem fünfgeschossige Wohnblöcke des Typs IW 75 P-Potsdam. Der Typ IW 75 ist ein spezifisch Potsdamer Typ, der aus dem Typ P-Halle entwickelt wurde.

Charakteristisch für die Waldstadt ist, wie der Name schon sagt, dass die Siedlung direkt in den Wald hineingebaut worden ist und dass dabei ein Teil des Waldes (17,5 Hektar von ursprünglich 66 Hektar) erhalten worden ist. Daher ist das ganze Wohngebiet von bewaldeten Grünzügen durchzogen. Heute zeichnet sich die Waldstadt II durch eine gute Nachfrage und eine hohe Wohnzufriedenheit aus.

Interessant ist zudem die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.. Diese Genossenschaft besitzt 6673 Wohnungen und ist damit die größte Wohnungsgenossenschaft in Potsdam. Derzeit sind rund 80 Prozent des Bestandes saniert, bis 2018 ist die Sanierung des gesamten Bestandes geplant. Eine große Stärke der Genossenschaft ist eine ausgeprägte demokratische Planungskultur. Baumaßnahmen werden generell im Konsens mit den betroffenen Bürgern geplant. Zu besonders wichtigen Themen veranstaltet die Genossenschaft regelmäßig Planungswerkstätten, bei denen sich die Bürger einbringen können. Die letzte Planungswerkstatt fand beispielsweise am 29.10.2011 zum Alten Markt statt. Das Ergebnis dieser Strategie ist ein extrem niedriger Wohnungsleerstand und eine zunehmende Zahl an Genossenschaftsmitgliedern. Zum 31.12.2011 standen von den 6673 Wohnungen der Genossenschaft nur 37 Wohnungen leer, und von diesen wurden 28 gerade saniert. Für viele Wohnungen der Genossenschaft gibt es Wartelisten. Ich denke also, dass diese genossenschaftliche Tätigkeit durchaus vorbildlich ist und dass sie Wege zu einer bürgerfreundlicheren Baukultur aufzeigt.

Alle Fotos: Klarenbach

Konstantin
10.09.12, 15:06
Solche Trivial"sanierungen" sind es, die der Platte mittelfristig vollends den Gar aus machen. Weg mit den Mosaiken, weg mit Fassadenkeramik oder anderem Bauschmuck - her mit Styroporhaut und grobkörnigem Putz, bitte bunt gestrichen wie die Sockel von Windrädern, die man in der Landschaft verstecken möchte. Grausam.

Original sanierte Plattenbauten gehören hingegen zu unserer Geschichte, einige sollten unbedingt unter Denkmalschutz gestellt werden. Der noch unversaute Thälmannpark?

Saxonia
10.09.12, 15:38
Man könnte sich über die frischen Farben noch eher freuen, wenn man nicht wüsste, dass diese nach wenigen Jahren von einer grünlichen Algenschicht überzogen sein werden und nur noch reudig aussehen.

Klarenbach
11.09.12, 17:34
Ein paar Bemerkungen zu den beiden vorangegangenen Kommentaren. Ich denke, dass Genossenschaften prinzipiell anders planen als private Investoren, die oft für Kapitalanleger planen. Solche Investoren planen oft spektakuläre Fassaden, die sehr gut in den entsprechenden Hochglanz-Verkaufsprospekten aussehen und die die Anleger beeindrucken sollen. Die konkreten Nutzungsqualitäten solcher Objekte sind dagegen oft genug sehr zweifelhaft.

Genossenschaften dagegen planen für konkrete Nutzer. Das heißt, bei ihnen stehen keine spektakulären Fassaden, sondern die Wünsche der Nutzer im Vordergrund. In den Planungsprozessen wird detailliert erfragt, wieviele Mieter große Bäder oder Küchen wollen, wie groß der Bedarf an Aufzügen ist, welche Balkongrößen gewünscht werden und wer alles einen Mietergarten will. Auch die Farbkonzepte werden mit den Mietern abgeglichen. Eine ganz große Rolle spielt oft die Freiraumplanung. Diese Wünsche drücken sich dann in den konkreten Planungen aus. Ich selbst habe an solchen Planungswerkstätten schon teilgenommen, und ich denke schon, dass die sanierten Gebäude den dort lebenden Bürgern gefallen. Daher sehe ich auch keinen Grund für einen herablassenden Blick auf diese Gebäude, auch wenn es sich bei ihnen sicher nicht um Architekturikonen handelt.

Zu Saxonia kann ich sagen, dass die Wohnungsunternehmen mittlerweile eine große Erfahrung mit dem Algenproblem haben und wissen, mit welchen Fungiziden sie Algenbewuchs verhindern. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich das Algenproblem allmählich erledigen wird.

Saxonia
11.09.12, 18:42
Ja so solange sich Umweltschützer aufregen weils die auswäscht und in den Boden gelangen. Dein Wort in Gottes Ohr aber ich bleib da skeptisch. In meiner Heimatstadt wurden zuletzt Altneubauten innerhalb von 5 Jahren saniert, als man mit dem letzten fertig wurde, war sahen die ersten schon wieder versifft aus.
Das ist jetzt allerdings keine spezielle Plattenbauproblematik sondern eher ein Problem des Wärmedämmverbundsystems, geb ich zu.

ouyawei
11.09.12, 20:34
Die Fungizide müssen sich prinzipbedingt schon im Wasser lösen, nach spätestens 5 Jahren sind die ausgewaschen.
So toll für die Umwelt ist das freilich auch nicht.

necrokatz
11.09.12, 20:54
^^ ... für die Pilze zumindestens. Die Umwelt an sich gibt es nicht. Ich wette, dass manche Pflanzen sogar besser gedeihen...

ouyawei
11.09.12, 22:34
Algen sind aber keine Pilze

necrokatz
12.09.12, 07:59
Nein, natürlich nicht. Allerdings sind Fungizide (http://de.wikipedia.org/wiki/Fungizide) ihren Namen nach nun mal Anti-Pilz-Mittel und man wird Algen damit wohl eher ertränken statt sie wirksam abzutöten; es sei denn, die Fungizide sind dermaßen agressiv, etwa durch Beimischung von Chlor, dass sie sowieso jedes Lebewesen vernichten. Algenvernichter, also Algizide, enthalten üblicherweise andere Wirkstoffe,.

Klarenbach
12.09.12, 12:12
Mittlerweile habe ich auch ein paar Informationen zum Hochhaus Allee der Kosmonauten 145 recherchiert. Dieses Hochhaus soll zu einem „Flower Tower“ umgestaltet werden.

Die oberen Etagen sollen eine Art Glashaus vortäuschen, hinter dessen Scheiben die unterschiedlichsten Landschaftsmotive zu sehen sind. Motive sind ein „Garten der Wüste“, ein „Asiatischer Garten“, ein „Alpengarten“, ein „Tropischer Garten“, ein „Südländischer Garten“ und eine „Heidelandschaft“. Ziel ist es, den Betrachtern einen kleinen Naturlehrpfad durch die unterschiedlichsten Landschaftsformen zu bieten. Ergänzt wird jedes Bild durch einen QR-Code, der weitere Informationen bereit hält.

Der Bauherr ist, wie schon geschrieben, die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort e.G., die Planung stammt von der Ingenieurgesellschaft BBP Bauconsulting Berlin. Das Fassadenbild wird von der Künstlergruppe Cite Creation gestaltet.

Das Problem dieses Entwurfes besteht meiner Ansicht darin, dass solch ein Hochhaus ja vor allem aus der Ferne wirkt und dass die einzelnen Landschaftsmotive aus der Ferne kaum zu erkennen sind. Daher wäre es besser gewesen, diese Landschaftsmotive beispielsweise an Giebelwänden von Fünfgeschossern anzubringen. Dort hätte man sie sich auch aus der Nähe anschauen können. So aber werden die Motive verschenkt.

Eine ziemlich gelungene Fassadenmalerei ist aber an den Punkthäusern Zossener Straße 66 und 68 in Hellersdorf zu finden. Hier kann man gut erkennen, dass solche großformatigen Motive, die auch aus der Ferne zu erkennen sind, tatsächlich eine Bereicherung darstellen.

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0675g5vkaewlh9.jpg

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0676rd1ps5n2wl.jpg

Bei den Häusern handelt es sich um zwei Punkthäuser des Typs PH 12 des Wohnungs- und Gesellschaftsbaukombinates Frankfurt/Oder. Der Eigentümer ist die Wohnungsgenossenschaft „Grüne Mitte“ Hellersdorf e.G., die Sanierung erfolgte 2009.

Alle Fotos: Klarenbach

Hobbyist
12.09.12, 13:55
Naja, unter Bereicherung verstehe ich etwas anderes. Das sind doch nur kunterbunte Malereien, mehr nicht. Für ein Kindergarten passend, aber meiner Meinung nach nicht für ein Wozhnhaus. Da könnte man viel mehr mit Fassadengliederungen arbeiten bspw. in Form größerer Fenster.

Zum Thema Plattenbausanierung: im Urlaub auf bei Binz Rügen sind mir fünfgeschossige Plattenbauten aufgefallen, denen noch eine sechste Etage spendiert wurde. Diese sind allerding leicht rückversetzt und nahezu komplett aus Glas mit Terassen. Das sah richtig nobel aus. Scheinbar gehören diese zu einer Genossenschaft, auf deren Webseite sind leider nur kleine Bilder zu sehen: http://wgr-ruegen.de/44

Auf jeden Fall eine interessante Variante, die ich in Berlin so noch nicht gesehen habe. Dabei haben solche Plattenbauten durchaus ihre Vorteile, was die freie Einteilung der Grundrisse angeht. Zusammen mit ansprechender Fassadengestaltung und mehr Glas kann man daraus wirklich schöne Apartmentbauten machen.

jan85
12.09.12, 14:21
@Klarenbach und Hobbyist:
Also ich finde das Sonnenblumenmotiv durchaus angenehm. Die Bauten sind ohnehin mit ihren riesigen Flächen sehr präsent und dann kann man auch was draus machen. Diese Bauten sind mE auch nicht um jeden Preis schrill und bunt, sondern vielmehr harmonisch und ruhig. Ich mag aber auch mal etwas Buntes wie an der Storkower so lange es eben nicht zu viel des Guten ist und dann auch wieder gediegenere Varianten im Umkreis zu finden sind.

Ich finde es übrigens toll, wenn Genossenschaften so auf die Mieter eingehen, wie Klarenbach an anderer Stelle ausgeführt hatte. Auf jeden Fall ist der Unterschied etwa zu meiner Vermietung schon deutlich. Aber die Mieter sind ja dort i.d.R: wohl auch Anteilseigner, sodass es Sinn macht. Ein wirklich gutes Modell wie ich finde.

Klarenbach
14.09.12, 21:42
Auch im Potsdamer Stadtteil Schlaatz sind Sanierungen zu finden.

Weidenhof 10-14
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: Arc + pro. Architekten. Ingenieure (Volker Weigel) (Potsdam)
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2011

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http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0640vpxq89ru2i.jpg

Schilfhof 17-21
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: Institut für Bauwerkserhaltung BILF Potsdam GmbH
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2010

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/04828nq0ha6yp1.jpg

Erlenhof 28
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: Institut für Bauwerkserhaltung BILF Potsdam GmbH
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Anbau Aufzug, Grundrissänderungen
- Bauzeit: 2010

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0480613p54k7cf.jpg

Sperberhorst 23, 25
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: Institut für Bauwerkserhaltung BILF Potsdam GmbH
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Anbau Aufzug, Grundrissänderungen
- Bauzeit: 2009

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Bei den Häusern Erlenhof 28 und Sperbershorst 23, 25 handelt es sich um sechsgeschossige WBS 70 - Punkthäuser, die eine spezielle Entwicklung des Wohnungsbaukombinates Potsdam darstellen und die durch einen winkelförmigen Grundriss gekennzeichnet sind. Der große Vorzug dieses Typs besteht darin, dass jedes Treppenhaus 24 Wohnungen erschließt und dass Aufzüge ohne großen Aufwand an das Treppenhaus angebaut werden können. Der Vorteil besteht darin, dass dieser Aufzug dann relativ viele Wohnungen erschließt und dass die Betriebskosten für den Aufzug dann auf relativ viele Wohnungen verteilt werden können. Die Sanierung der Häuser Sperbershorst 23, 25 war mit umfangreichen Anpassungen speziell für Senioren verbunden und wurde mit dem Bauherrenpreis des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Sperberhorst 1-11
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: Institut für Bauwerkserhaltung BILF Potsdam GmbH
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2008

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Erlenhof 17-23
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Planung: bauplan GmbH (Berlin)
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2010

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Inselhof 1 - 7
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2010

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Das Wohngebiet Schlaatz wurde von 1980 bis 1987 errichtet und umfasst rund 4500 Wohnungen. Zur Anwendung kamen Wohnhochhäuser und Wohnblöcke der Typen IW 75 P-Potsdam und WBS 70. Dieses Gebiet befindet sich auf einem ehemals sumpfigen Gelände an der Niederung des Flüsschens Nuthe. Daher mussten damals vor dem Bau erhebliche Mittel in die Stabilisierung des Bodens investiert werden. Dem städtebaulichen Konzept des Schlaatz liegt das Bestreben zugrunde, überschaubare Wohnhöfe zu schaffen. Diese Höfe werden dann je nach Bauabschnitt als -hof, -kiez und -horst bezeichnet. Die konkreten Bezeichnungen nehmen dann Bezug auf die in diesem Gebiet vorherrschenden Vögel, Bäume und Wassertiere. Diese Namen sollen auch ein Stück Identität vermitteln. Eine Besonderheit sind die Symbole, die den betreffenden Wohnhof markieren. Hier gibt es ein paar Zeichen:

Pappelhof:

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Biberkiez:

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Bisamkiez:

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Otterkiez:

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/06542s4ogvkn8u.jpg

Wieselkiez:

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/06533tujq1bdie.jpg

Diese Symbole gehen natürlich bei der Sanierung verloren, was sicher bedauerlich ist. Ich weiß aber auch nicht recht, wie man diese Zeichen erhalten könnte.

Der Schlaatz war in den 1990er Jahren durch Bevölkerungsrückgänge, Leerstände und soziale Konflikte gekennzeichnet. In den letzten Jahren hat sich die Situation allerdings deutlich gebessert. Die Einwohnerzahl steigt seit 2001 wieder an, und auch die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung ist mittlerweile deutlich ausgewogener. Ein Vorzug des Gebietes ist seine relativ zentrumsnahe Lage, die gute Verkehrsanbindung und die Lage am Nuthegrünzug.

Auffallend ist auch, dass viele Balkone sehr liebevoll bepflanzt sind. Befragungen der Bewohner kommen regelmäßig zum Ergebnis, dass eine grüne Umgebung und ein Balkon von großer Bedeutung für die Wohnzufriedenheit der Bürger ist.

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0470t0c7r6v9e1.jpg

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Alle Fotos: Klarenbach

Saxonia
14.09.12, 21:53
Diese Symbole gehen natürlich bei der Sanierung verloren, was sicher bedauerlich ist. Ich weiß aber auch nicht recht, wie man diese Zeichen erhalten könnte

Abfotografieren und wieder draufmalen? Das dürfte Handwerklich jetzt nicht so schwierig sein.

Klarenbach
18.09.12, 20:17
Mittlerweile sind die Gerüste am ehemaligen Bürohaus Frankfurter Allee 216 gefallen (Infopost (http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showpost.php?p=330725&postcount=136)).

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0671k9dxt37ec6.jpg

http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/0668khr1o3fg0a.jpg

In dem Bürohaus wurden 430 Wohneinheiten geschaffen, die vor allem auf die Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten sind. Auch die Vermietung hat schon begonnen. Billig sind die Wohnungen allerdings nicht. Für ein Apartment mit 22 Quadratmetern zahlt man 299 Euro Warmmiete, für ein 31-Quadratmeter Apartment werden 378 Euro verlangt und für die 40-Quadratmeter-Wohnung werden 572 Euro Warmmiete fällig.

http://www.studi-lichty.de/der-wohnraum/

Alle Fotos: Klarenbach

Kleist
18.09.12, 20:28
^ dafür hat man ja gleich auch die Tankstelle vor dem Haus.Die 40 m² Wohnungen finde ich ziemlich teuer,noch dazu für solch eine Wohnlage und ohne Balkon.Das ist teurer als bei gleicher Ausstattung in Schöneberg.

22m² ist ein bisschen arg wenig,dann noch ohne Balkon.Bin gespannt,ob sich das vermieten lässt.

MattSid
18.09.12, 20:30
Sieth billig aus, aber zur sicherheit besser als bevor.

Aber die Preise sind total schlecht, Plattenbauten von der WBM in die Zentraler Lage sind viel gunstiger pro qm. Und ich weisst nicht was kann passieren wann alles sind Studenten...

PS
Klaren, wie immer, danke fuer die Fotos, aber sie sind schlecht redimensioniert. Probier mal eine andere Loesung fuer posten.

Backstein
20.09.12, 15:11
Mag sein, dass es ein alter Hut ist, aber mir ist sie gestern erst aufgefallen:

Diese Plattenbau-Schule an der Singerstraße (http://goo.gl/maps/Rpq53) hat nach der Modernisierung eine aus meiner Sicht ganz interessante Fassengestaltung erhalten.

(Oh - sehe gerade, es ist tatsächlich ein alter Hut - selbst in Google Street View sieht sie schon so aus) - egal, komme halt nicht so oft dort entlang:

http://www.abload.de/img/schule_singerstr01owkde.jpg

http://www.abload.de/img/schule_singerstr02jbk8p.jpg

http://www.abload.de/img/schule_singerstr03xwjo5.jpg

http://www.abload.de/img/schule_singerstr045xkkr.jpg

Batō
20.09.12, 15:35
^
Mal wieder besten Dank für die vielen Fotos.

Der Plattenbau wurde von 2006 bis 2007 für 2 MEURO umgebaut/erneuert. Die von huber staudt architekten entworfende Fassade besteht aus farbig eloxierten Aluminium-Hohlprofilen.
Gefällt mir sehr gut.

Mehr Infos gibts hier (http://www.competitionline.com/de/projekte/48629).

Wunderknabe
21.09.12, 01:39
Joa, sieht gut aus. Könnte glatt als nagelneues Gebäude durchgehen. Schade nur dass es bei den Seitenflächen offenbar nur für Standardputz gereicht hat.

abrissbirne
21.09.12, 17:21
In diesem Strang wird immer mal wieder begeistert über die Anbringung von Wärmedämmverbundsystemen an Plattenbaufassaden berichtet.
Hierzu ein kleiner Link zu einem Artikel, in welchem u.a. vermeldet wird, dass in einigen US-Bundesstaaten Außen-Wärmedämmung mit vorgefertigten Dämmplatten inzwischen verboten wurde, da in den Wohnungen massiver Schimmelpilzbefall mit gesundheitlichen Schäden durch Sporenpilzeinwirkung bei den Bewohnern aufgetreten sei:
http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article109363908/Energiewende-macht-Eigenheim-Traum-unbezahlbar.html

Der_Geograph
21.09.12, 17:43
In dem Bericht geht es um Einfamilienhäuser. Diese werden in den USA fast ausschließlich aus Holz gebaut, woraus vermutlich dieser Schimmelbefall resultiert. Ich denke, dass es anders ist, wenn zwischen jenen Dämmplatten und dem Innenraum des Gebäudes eine massive Stahlbetonplatte liegt.

Saxonia
21.09.12, 19:35
Aus ökologischer wie brandschutztechnischer Betrachtung ist die massenhafte Zupflasterung von Fassaden mit Polysteroldämmstoffen dennoch blanker Wahnsinn.

Wunderknabe
21.09.12, 19:53
Brandschutz?
Wie beeinflusst eine außen angebrachte Schicht Brände von innen ?

Ökologisch?
Ja, die herstellung/entsorgung ist nicht gerade Umweltfreundlich. Aber es gibt ja noch ne menge alternativer Dämmmaterialien.
Häuser anständig zu dämmen ist aber der Weg der Zukunft, und indiskutabel. Das Energieeinsparungspotential von Gebäuden ist gewaltig.

Schimmel?
Wer sein Haus und seine Wohnung anständig pflegt und lüftet wird keine Probleme mit Schimmel bekommen.

abrissbirne
21.09.12, 21:08
^^
(Nur noch eine kleine Ergänzung, denn dies gehört eigentlich in einen anderen Thread - Bato wird wenig begeistert sein...)
Seit einem Horrorbrand in einer polysterolgedämmten Wohnsiedlung in Frankfurt vor einiger Zeit sind Brandschutzexperten auf Polysteroldämmungen nicht mehr gut zu sprechen (Hab den Link gerade nicht parat). Von einem Wohnungsbrand ausgehend geriet die ganze Fassade in Brand und ließ sich von der Feuerwehr praktisch nicht mehr löschen. Der Brand fraß sich die gesamte Fassade hoch und griff durch hitzebedingt zersprungene Fensterscheiben auf weitere Wohnungen über.
Polysterol ist zwar "schwer entflammbar", aber leider nicht unbrennbar.

tel33
21.09.12, 22:29
^da gibt es einige Beispiele, auch hier in Berlin.
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2012/kw06/0207/02_hausbrand.jsp

Wunderknabe
22.09.12, 14:45
Danke für die Details/links, das war mir so garnicht bekannt.

Dazu müsste man aber auch sagen, dass viele alternative, ökologischere Dämmmaterialien vorzüglich brennen und sowas kaum verhindert hätten.

Klarenbach
22.09.12, 15:29
Generell ist das Thema Sinn oder Unsinn von Wärmedämm-Verbundsystemen ein Problem, das viele Aspekte umfasst und über das man lange Romane schreiben könnte.

Ich bin der Meinung, dass man nicht alle energetische Sanierungen von Gebäuden in einen Topf werfen kann. Es gibt fachmännisch ausgeführte Sanierungsmaßnahmen, die sich in der Regel durch ein komplexes Bündel aus Maßnahmen an der Fassade, den Fenstern, der Haustechnik sowie den Dächern und Kellerdecken auszeichnen und die durchaus gute Wohnbedingungen bieten. Und dann gibt es auch miserabel ausgeführte Sanierungsmaßnahmen, die zu Problemen wie Schimmelbildung etc. führen können. Im übrigen gibt es auch in unsanierten Gebäuden zahlreiche Schimmelfälle, so dass es kurzschlüssig wäre, hierfür die Wärmedämmung verantwortlich zu machen. Ich denke also, dass man hier differenzieren sollte.

Weiterhin ist es so, und darauf weist der verlinkte "Welt"-Artikel hin, dass derzeit ein heftiger lobbyistischer Kampf um die neue Energieeinsparverordnung (EnEV)geführt wird. Dieser Kampf hat aber vor allem wirtschaftliche Hintergründe: Einerseits mögen Hauseigentümer - ob im GDW oder bei Haus und Grund organisiert - generell keine staatlichen Vorschriften. Andererseits ist es so, dass energetische Sanierungen oft nicht warmmietenneutral zu realisieren sind. Daher haben viele Hausbesitzer Angst, dass sie mit der nötigen energetischen Sanierung Verluste erwirtschaften. Deshalb gibt es jetzt eine intensive Kampagne gegen eine Verschärfung der EnEV.

Ich bin der Meinung, dass es derzeit zum Wärmedämm-Verbundsystem keine sinnvolle Alternative gibt. Irgendwoher müssen ja die geforderten Energieeinsparungen kommen, und da 40 Prozent des Energieverbrauches durch Gebäude verursacht wird, muss man auch hier ansetzen. Derzeit gibt es leider eine Tendenz, alles abzulehnen. Die Kernenergie stößt (meiner Ansicht zu Recht) auf Ablehnung, die Kohlekraftwerke sollen auch allmählich reduziert werden, aber auch Windenergieanlagen stoßen auf zunehmenden Widerstand und selbst gegen Solaranlagen gibt es Proteste von Tierschützern, die dadurch seltene Fledermausarten gefährdet sehen. (wie aktuell in Neuhardenberg) Mit dieser Einstellung werden wir aber keine nachhaltige Gesellschaft schaffen. Ich denke aber auch, dass die staatlichen Förderungen von energetischen Sanierungen so weit ausgebaut werden müssen, dass Sanierungsmaßnahmen nicht zur Vertreibung von Mietern führen.

Weiterhin denke ich, dass das Thema energetische Sanierung und Wärmedämm-Verbundsysteme in einem anderen Thread diskutiert werden sollte. Erstens betrifft es nicht nur Berlin, sondern die Auseinandersetzungen zu diesem Thema sind in anderen Städten viel schärfer. Und zweitens betrifft das Thema nicht nur Plattenbauten, sondern auch einen Großteil der Neubauten und viele sanierte Häuser aus der Zwischenkriegszeit. Daher wäre es sinnvoll, dieses Thema entweder im schon vorhandenen Thread "Wärmedämmung contra Denkmalschutz"

http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthread.php?t=9356

oder in einem neuen, übergreifenden Thread zu diskutieren.

Japher
22.09.12, 17:21
Noch einige Sätze zum Thema Wärmedämmverbundsystem an dieser Stelle, da sie sich direkt an Klarenbach wenden. Die unkritische Haltung gegen dieser Art von Dämmung in einem Architekturforum überrascht. Schließlich ist über kurz oder lang, wenn es mit dem Dämmwahn so weiter geht, das gesamte stadtbildprägende Bauerbe bedroht (mal abgesehen von den mickrigen 3% der denkmalgeschützten Substanz, aber selbst die wird ja z.T. großzügig eingepackt wie derzeit die 20er Jahre Siedlung am Haselhorster Damm in Spandau z.B.).

Die Sinnhaftigkeit des WDVS muss - um zum Thema Energieeinsparung zu kommen - ja nicht nur aufgrund mangelnder Dauerhaftigkeit, ungeklärter Recylingfähigkeit, offener Brandschutzfragen sowie bauphysikalischer und baubiologischer Probleme hinterfragt werden. Nicht oft genug kann ich diese Aussage aus einem Artikel des Spiegels von neulich zitieren: “Würde man eine Energiebilanz nicht nur für den Betrieb, sondern für den Lebenszyklus eines Gebäudes erstellen, dann sähen Passiv- und Plusenergiehäuser plötzlich alt aus. Denn in einer wahren Öko-Bilanz sind Materialherstellung, Transport von Baustoffen und Montage die entscheidenden Punkte.” (Artikel “Nur wer nicht baut, baut gut” vom 30.08.2012)

Und es gibt zahlreiche Alternativen wie Du ja auch selbst schreibst, die in der Regel vollkommen ausreichend sind: Dämmung von Keller und Dach, Ertüchtigung der Fenster, Austausch der Heizanlage und vor allem Senkung des eigenen Verbrauchs. Ich z.B. betätige meine Heizung nicht vor November und spätestens im März ist sie auch wieder aus.

Das WDVS ist in meinen Augen nur eine dreiste Geschäftemacherei, die mit Klima- udn Umweltschutz nur wenig zu tun hat.

Saxonia
22.09.12, 18:13
Der reale Irrsinn bietet die besten Belege für Kritik. Da werden heuer Gebäude aus Porenbeton aka Ytong mit einer Außenwandstärke von 20cm errichtet und anschließend 10cm Dämmung rangepappt um die EnEV zu erfüllen. Die wäre bei einer Massivwandstärke von ca 35cm erreicht. Um also 5cm Wandstärke zu sparen und wahrscheinlich auch par tausend Euro, verhunzt man Neubauten gleich vom Planungstisch aus. Wer sich freut ist die Dämmstoffindustrie, die paradoxerweise auch noch von selbsternannten Klima- und Umweltkämpfern in der Politik unterstützt wird. Das ist eine PR Leistung die eigentlich in jedes Ausbildungslehrbuch gehört.

Klarenbach
24.09.12, 18:33
Das größte Plattenbau-Sanierungsvorhaben in Berlin ist zweifellos die Sanierung des Märkischen Viertels. Hier will die kommunale Wohnungsgesellschaft Gesobau von 2008 bis 2015 rund 13000 Wohnungen mit 934000 Quadratmetern Wohnfläche sanieren. Die Investitionskosten sollen rund 440 Millionen Euro betragen, die Sanierungskosten pro Quadratmeter Wohnfläche werden - je nach Wohnblock - zwischen 278 und 643 Euro liegen. Gefördert wird die Sanierung durch die KfW-Programme „Wohnraum Modernisieren“ und „Energieeffizient sanieren“.

Der Hauptgrund für die Sanierungsmaßnahmen besteht darin, dass die unsanierten Wohnblöcke einen ziemlich hohen Primärenergieverbrauch von durchschnittlich 191 Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr (kWh/m2/a) für die Heizung und von 35 kWh/m2/a für Warmwasser aufweisen. Zudem verzeichnete das Märkische Viertel vor allem in den Jahren vor der Sanierung eine zunehmende Konzentration sozial schwacher Schichten. Diese Probleme sollen durch die Sanierung gelöst werden.

Die Sanierung umfasst bei allen Wohnungen die Wärmedämmung der Dächer und Fassaden, die Modernisierung der Heizungsanlage und Haustechnik, die Modernisierung der Bäder, die Instandsetzung der Aufzüge und Treppenhäuser sowie die Neugestaltung der Hauseingangsbereiche. Weiterhin wurden die Müllschlucker stillgelegt. Ich weiß nicht, wie diese Maßnahme von den hiesigen Mietern aufgenommen wurde, aber in vielen Ostberliner Großsiedlungen haben Pläne zur Stilllegung von Müllschluckern zu wahren Aufständen geführt. Daher musste der Senat auch eine Ausnahmeregelung für den Weiterbetrieb der Müllschlucker nach 2013 beschließen.

An den Sanierungsplanungen beteiligt sind die Büros DAHM Architekten und Ingenieure (Berlin), SPP Property-Project-Consult GmbH (Berlin) und Gibbins Architects (Berlin).

Nun ein konkreter Blick auf die Sanierungstätigkeit: Aktuell im Bau ist die Sanierung der Wohnhausgruppe 909 (das Märkische Viertel ist in Wohnhausgruppen gegliedert) Eichhorster Weg 4-26 und Wilhelmsruher Damm 152-158. Die ursprüngliche Planung stammt von Oswald Mathias Ungers, die Sanierungsplanung stammt vom Büro gibbins european architects (Berlin).

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Ebenfalls im Bau ist die Wohnhausgruppe 910 S Dannenwalder Weg 188-196, Wilhelmsruher Damm 100, 81-101 und Tiefenseer Straße 2-4 sowie 1-13. Die ursprüngliche Planung stammt von Ernst Gisel, die Sanierungsplanung stammt von DAHM Architekten und Ingenieure (Berlin).

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Ein weiteres Projekt ist die Wohnhausgruppe 910 N Treuenbrietzener Straße 2-24. Die ursprüngliche Planung stammt wiederum von Ernst Gisel, die Sanierungsplanung stammt auch hier von DAHM Architekten und Ingenieure (Berlin).

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Schließlich wird auch noch an der Wohnhausgruppe 919 Senftenberger Ring 42-42 p und 44-44 g saniert. Die ursprüngliche Planung stammt in diesem Fall von Jo Zimmermann, die Sanierungsplanung stammt von SPP Property-Project-Consult GmbH (Berlin).

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In anderen Wohnhausgruppen wurden die Sanierungsarbeiten bereits abgeschlossen.
- Wohnhausgruppe 905 Finsterwalder Straße 1-33. Wilhelmsruher Damm 224-228
Ursprungsplanung: Herbert Stranz
Sanierung: 2008-2010

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- Wohnhausgruppe 908/913 Eichhorster Weg 32-38, 44-44 b.
Ursprungsplanung: Oswald Mathias Ungers
Sanierung: 2007-2008

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-Wohnhausgruppe 912 Senftenberger Ring 18-32, Treuenbrietzener Straße 9-15, Wesendorfer Straße 1
Ursprungsplanung: Hans Christian Müller, Georg Heinrichs
Sanierung: 2009-2012

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- Wohnhausgruppe 911/922 Senftenberger Ring 2-14, Treuenbrietzener Straße 1-7, Wilhelmsruher Damm 114
Ursprungsplanung: Hans Christian Müller, Georg Heinrichs
Sanierung: 2008-2011

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http://www.abload.de/img/09472ns9p.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=09472ns9p.jpg)

- Wohnhausgruppe 907 Wilhelsruher Damm 103-167
Ursprungsplanung: Rene Gages, Werner Weber
Sanierung: 2009-2011

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http://www.abload.de/img/0948kiiuz.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0948kiiuz.jpg)

Aber nicht nur die Gesobau saniert im Märkischen Viertel. Auch die kommunale Wohnungsgesellschaft Degewo hat ihren Wohnblock Dannenwalder Weg 36-52 saniert.

http://www.abload.de/img/0905edkyr.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0905edkyr.jpg)

Zudem wird auch das Fontanehaus saniert. Die Ursprungsplanung stammt von H. Schreck, die Sanierungsplanung vonm Büro Nemesis GbR Becker & Ohlmann (Berlin).

http://www.abload.de/img/0894woszh.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0894woszh.jpg)

Insgesamt finde ich, dass die Sanierung ziemlich gut gelungen ist. Ich habe aber auch schon mit Märkische-Viertel-Fans gesprochen, die die Sanierung sehr kritisch sehen. Ihrer Meinung nach hätte sich das urprüngliche Märkische Viertel durch viel kräftigere Farben ausgezeichnet.

Ich sehe das Hauptproblem des Märkischen Viertels eher in seiner Verkehrsanbindung. Ein so dicht bebautes Viertel mit rund 40000 Einwohnern, das dem „Urbanität durch Dichte“-Leitbild folgt, ist einfach auf eine Schnellbahn angewiesen. Die U-Bahn ist zwar schon seit über vierzig Jahren geplant, aber bis jetzt ist ein Baubeginn nicht in Sicht. Auch der Koalitionsvertrag vom letzten Jahr formuliert nur sehr vage die Möglichkeit eines U-Bahnbaues. Diese U-Bahn ist aber meiner Meinung nach unverzichtbar, wenn es gelingen soll, im Märkischen Viertel eine bessere Bevölkerungsmischung entstehen zu lassen.

Alle Fotos: Klarenbach

MattSid
24.09.12, 20:42
Danke Klarenbach, auch die Fotos jetzt sind viel besser als Vorher!

Absolut Beispielhaft finde ich die Eingange mit Holz gedeckt, ist so eine kleinigkeit aber hat so eine groesse Werte. In gegenteil ich bin nicht zufrieden mit dem Fassede der 5. Foto, der Berliner Wetter ist immer schon so Grau, und man kann sich nur wunschen fassade mit brillante Tonen/Pastel.

Johnny
26.09.12, 21:44
Mir gefallen die Sanierungen größtenteils ziemlich gut. Ich bin eh kein großer Fan von grellem Kunterbunt. Schade finde ich nur, dass scheinbar keine städtebaulichen Veränderungen geplant sind (Rückbau/Nachverdichtung). Das würde sicherlich nochmal einiges an Aufenthaltsqualität bringen.

_Flyn_
26.09.12, 22:45
^
da es gerade so schön zum Thema passt:
Bürgerinitativen wollen in Hohenschönhausen lebendige Zentren und beklagen die wenigen Mitsprachemöglichkeiten bei der Stadtteilplanung (http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/archiv.media.!etc!medialib!rbb!rbb! abendschau!abendschau_20120926_hohe n.html)

Ich denke früher oder später wird auch Hohenschönhausen von der Gentrifizierung erfasst und dann kommt die Belebung auch von ganz alleine, im Rahmen des möglichen angesichts dieser suburbanen Sturkturen.
Insofern müssten die Bewohner bis dahin die günstigen Mieten genießen.

MattSid
27.09.12, 01:28
Nach meine Meinung vielen Plattenbauviertel leiden wegen die zu stark praesenz der Autos...Parkplatz bringen nichts und ich wunsche mir dass in der Zukunft koennen die begrenzen oder einfach unter erdisch gestellt werden.

Klarenbach
28.09.12, 15:09
Zu den interessantesten Sanierungsprojekten in Potsdam zählt der Umbau des Wohngebietes Drewitz zur Gartenstadt. Ziel ist es, Drewitz bis 2015 zu einem emissionsfreien und klimaneutralen Stadtteil zu entwickeln. Geplant ist eine Mischung aus Sanierungen, Umbauten, Aufstockungen, Teilabrissen und einer Neugestaltung der Freiflächen. Weitere Maßnahmen sind die Schaffung eines Wagenparks von entleihbaren Elektroautos mit entsprechenden Ladestationen, der Anbau von Solarzellen und Sonnenkollektoren auf den Dächern sowie der Bau von Blockheizkraftwerken auf Biomassebasis. Eingebunden in das Projekt sind die städtische Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam, die Energie und Wasser Potsdam GmbH, die Wohnungsgenosenschaften und das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Bemerkenswert ist auch, dass dieses Projekt in einem Dialog zwischen Stadtverwaltung, Planern, Wohnungsunternehmen und Bürgern entwickelt wird, den ich durchaus vorbildlich finde. Seit 2011 gibt es in Drewitz eine gewählte Bürgervertretung, die für eine Einbeziehung der Bürgerinteressen in die Planung sorgt. Nähere Angaben gibt es hier:

http://www.gartenstadt-drewitz.de

http://www.potsdam.de/cms/beitrag/10095008/1463075/

Das derzeit umfangreichste Vorhaben ist der Umbau der Wohnblöcke Konrad-Wolf-Allee 14-24, Guido-Seeber-Weg 2-8 und Eduard-von-Winterstein-Straße 1-13. Die Bauarbeiten umfassen Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, neue Fensterformate, den Anbau von Aufzügen, und Grundrissänderungen. Der Bauherr ist die kommunale Wohnungsgesellschaft Pro Potsdam. Derzeit im Gang ist der Umbau des Blocks Konrad-Wolf-Allee 14-24.

http://www.abload.de/img/0519emewd.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0519emewd.jpg)

Andere Wohnblöcke sind bereits fertiggestellt:
Robert-Baberske-Straße 7-13
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2011

http://www.abload.de/img/0518bfpfe.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0518bfpfe.jpg)

Günter-Simon-Straße 1-7
- Bauherr: pbg Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2011

http://www.abload.de/img/05259uuqg.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=05259uuqg.jpg)

Das Wohngebiet Drewitz wurde von 1986 bis 1991 errichtet. Ursprünglich waren in Drewitz 4547 Wohnungen geplant, durch die Wende konnten aber nur rund zwei Drittel gebaut werden. Das städtebauliche Rückgrat des Gebietes wird durch eine Fußgängerachse gebildet, die parallel zur Konrad-Wolf-Allee verläuft. Nach 1990 hatte das Gebiet mit erheblichen sozialen Problemen zu kämpfen, die bis heute andauern. Gründe für die sozialen Probleme sind die relativ periphere Lage des Gebietes, die wenig attraktive landschaftliche Einbindung zwischen einer Schnellstraße und einer Autobahn, sowie der geringe Sanierungsstand der Wohnhäuser. Da die Drewitzer Plattenbauten zuletzt errichtet worden waren, wurde ihre Sanierung lange Zeit für nicht vordringlich gehalten. Derzeit sind nur schätzungsweise 10 Prozent der Wohnhäuser in Drewitz saniert. All diese Faktoren führten zur Konzentration einkommensschacher Schichten in Drewitz.

Diese Probleme sollen nun durch den Umbau von Drewitz zur Gartenstadt beseitigt werden. Dabei geht es nicht nur um eine teilweise sehr aufwändige Sanierung der Wohnhäuser, sondern auch um umfangreiche Umbaumaßnahmen im Bereich der Schulen und Kindertagesstätten. Derzeit wird beispielsweise die Grundschule Priesterweg (ein Plattenbau des Typs Schulbaureihe 80) umgebaut. Die Entwürfe hierzu stammen vom Büro Robertneun Architektenpartnerschaft aus Berlin.

Alle Fotos: Klarenbach

Hobbyist
04.10.12, 09:23
Ein sehr nettes, allerdings schon älteres Projekt möchte ich nicht unerwähnt lassen: die Ahrensfelder Terrassen.

Im Norden Marzahns wurden dafür Elfgeschosser auf 4 bis 6 Etagen gestutzt und dem ganzen Gebiet ein mediterranes Flair verabreicht.
Bilder gibt es hier: http://www.degewo.de/content/de/Wohnen/_2-4-Kiezportraits/Marzahn-Hellersdorf/Ahrensfelder-Terrassen.html und
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Ahrensfelder-Terrassen.434.0.html

Meiner Meinung nach eine sehr gute Idee, die aus meiner Meinung nach massigen viel zu anonymen Gebäuden eine nette intimiere Gegend gemacht haben.
Denn leider leiden imho viele Plattensanierungen auch mit neuen bunten Fassaden immer noch daran, daß sie wie Wohnmaschinen voller Unpersönlichkeit und Anonymität wirken.

Ist diese Art der Sanierung vielleicht auch für andere, innerstädtische Gebiete (um den Alex bspw.) denkbar und/oder wünschenswert, quasi als Kompromiss zwischen "Plattenerhalt" und "weg vom Massenwohnen"?

necrokatz
04.10.12, 19:16
Der Rückbau von Wohnplatten war ja eine Idee, den schrumpfenden Einwohnerzahlen in manchen Städten zu begegnen. Angesichts der aktuellen Entwicklung in Berlin, würde es mich eher wundern, wenn es weitere solche Projekte in Berlin gäbe. Ansonsten ist das eine interessante Idee, auch wenn es sich in dem angegebenen Beispiel mal wieder um Eigentumswohnungen handelt.

Klarenbach
12.10.12, 15:54
Sanierungsarbeiten sind auch im Potsdamer Stadtteil Am Stern zu beobachten. Fast fertig ist der Wohnblock Niels-Bohr-Ring 1-15. Bauherr ist die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G., die Planung stammt von der bauplan GmbH (Berlin). Die Arbeiten umfassen eine Komplettsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone.

http://www.abload.de/img/0495yux91.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0495yux91.jpg)

Ebenfalls kurz vor der Fertigstellung steht der Wohnblock Galileistraße 41, 43. Bauherr ist wiederum die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G., der Planer die bauplan GmbH (Berlin). Die Arbeiten umfassen eine Komplettsanierung, den Anbau eines Wärmedämm-Verbundsystems und den Anbau neuer Balkone. Die Nr. 41 wird zudem mit einem Aufzug ausgestattet.

http://www.abload.de/img/049800kp4.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=049800kp4.jpg)

Weitere Projekte sind fertig gestellt:
Leibnizring 31-39
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2011

http://www.abload.de/img/0499s4lsy.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0499s4lsy.jpg)

Ziolkowskistraße 14-22
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Planung: Architekturbüro Lierow, Lange, Müller (Potsdam)
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone, Anbau Aufzug Nr. 20
- Bauzeit: 2011

http://www.abload.de/img/05123kama.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=05123kama.jpg)

Ziolkowskistraße 24-42
- Bauherr: Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ Potsdam e.G.
- Planung: Planungsatelier Pietrek & Voigt GmbH (Potsdam)
- Komplettsanierung, Wärmedämm-Verbundsystem, neue Balkone
- Bauzeit: 2010

http://www.abload.de/img/0510v9ohz.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0510v9ohz.jpg)

Das Wohngebiet Am Stern wurde zwischen 1973 und 1979 nach Entwürfen von Hermann Poetzsch, E. Gassauer (Städtebau), H. Ebert (Hochbauprojektierung), Klaus Modrach, B. Walter (Landschaftsarchitektur) errichtet. Das Quartier umfasst 5876 Wohnungen, verwendet wurden 5- und 15- geschossige Wohnhäuser des Typs IW 70/ P-Halle/Potsdam sowie eine elfgeschossige Sonderkonstruktion nach Entwürfen des ungarischen Architekten E. Koves.

Den Ausgangspunkt des städtebaulichen Entwurfes bildet der östlich vom Wohngebiet gelegene barocke Wegestern mit dem gleichnamigen Jagdschloss. Diese barocken Wegeachsen wurden zumindest zum Teil erhalten und durch Punkthochhäuser betont. Zugleich wurde das Stern-Motiv genutzt, um auf die astronomischen Traditionen Potsdams hinzuweisen. Deshalb wurden alle Straßen nach Astronomen oder Astrophysikern benannt. Das Zentrum bildet der Johannes-Kepler-Platz, an dem sich früher die Gaststätte „Orion“ befand. Auf dem Foto sieht man das platzbeherrschende Wandbild von Karl und Bruno Raetsch, das sich allerdings in einem eher bedauerlichen Zustand befindet.

http://www.abload.de/img/0502v0u7l.jpg (http://www.abload.de/image.php?img=0502v0u7l.jpg)

Hinter dem Wandbild befand sich ursprünglich eine Kaufhalle, die aber im vorigen Jahr für einen neuen Wohnblock der Firma Semmelhaack abgerissen wurde. Der Neubau wurde gerade fertig gestellt, die Wohnungen sind allerdings ziemlich spartanisch.

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Insgesamt ist das Wohngebiet Am Stern ein beliebter Stadtteil. Zwar liegt das Gebiet nicht so zentral, aber es gibt eine gute Straßenbahnanbindung. Zudem liegt am Rande des Wohngebietes das Stern-Center, das größte Einkaufszentrum Potsdams. Und eine Schwimmhalle ist auch vorhanden.

Alle Fotos: Klarenbach