Thema: Essen: damals & heute
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Alt 01.06.08, 19:23   #34
Fabio
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Bauten am Burgplatz und Kardinal-Hengsbach-Platz


Grafik: Fabio

Burgplatz
Der Burgplatz (Google Maps) ist der Ursprungsort der Stadt Essen mit einer über 1100-jährigen Geschichte.Essener Dom (Essener Münster)
Am Burgplatz befindet sich der Essener Dom, ehemals Münsterkirche, heute Kathedralkirche des 1958 gegründeten Ruhrbistums. Das Atrium verbindet die im Westen vorgelagerte Anbetungskirche St. Johann Baptist mit dem Westbau des Münsters aus ottonischer Zeit (um 1000). Die Münsterkirche und wenige Teile der Marktkirche sind die ältesten Bauwerke in der Essener Innenstadt. Altfrid, der spätere Bischof von Hildesheim, gründete die religiöse Frauengemeinschaft Essen um 845. Das Frauenstift bestand bis 1803. Das Münster wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und wieder aufgebaut. Der Essener Domschatz ist eine der bedeutendsten Sammlungen kirchlicher Kunstwerke in Deutschland (Goldene Madonna um 1000).Blick auf die Münsterkirche aus der 5. Etage der VHS:


Denkmal des Stiftgründers Altfrid vor der Münsterkirche:


Westbau des Münsters aus ottonischer Zeit:


Burgplatz mit Johanniskirche und Münsterkirche:


Johanniskirche:


Brunnen der Gründungsbistümer:

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1898 Reiterdenkmal Wilhelm I. (Hermann Volz)
Das Bronze-Reiterdenkmal für Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) von Hermann Volz (1847-1941) wurde am 23.10.1898 enthüllt. Bis 1928 stand es in der Mitte des Burgplatzes. Geschichte
Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) war seit 1861 König von Preußen und nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871 wurde er 1871 Deutscher Kaiser. Der Sieg über die bis dahin für überlegen gehaltenen Französischen Truppen durch Moltke gelang vor allem durch die doppelte Reichweite der Kruppschen Stahlkanonen im Vergleich zu den französischen Bronzekanonen. Alfred Krupp (1812-1887) trug so zur Gründung des Kaiserreiches bei und wurde als Kanonenkönig sehr reich. Kaiser Wilhelm I. besuchte Essen zuletzt im Jahr 1886.



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In den 1920er-Jahren wurde in einem ersten Architektur-Wettbewerb eine städtebauliche Konzeption gesucht, um den Burgplatz großstädtisch umzugestalten. Im Süden und Westen des Platzes entstanden danach die von Ernst Bode (1878-1944) entworfenen Großbauten mit Fassaden in Muschelkalk-Werkstein.

1924-1925 Blum-Haus (Ernst Bode, Städtisches Hochbauamt)
Das Blum-Haus wurde 1924-1925 nach einem Entwurf von Ernst Bode (1878-1944) mit einer Fassade aus großen Muschelkalk-Rustika-Quadern errichtet. Im Zusammenhang mit dem Bau entstand auch der Kurienplatz, heute Kardinal-Hengsbach-Platz. 1989 wurde das Gebäude entkernt und für das Textilhaus Peek & Cloppenburg umgebaut. Geschichte
Auf dem Grundstück stand zuvor die Villa des Industriellen Friedrich Grillo (1825-1888), der die Lichtensteinische Kurie, ein ehemaliges Wohnhaus der Essener Stiftsdamen, umgebaut hatte. Der jüdische Kaufmann Gustav Blum (1879-1935) errichtete 1925 als privates Projekt das damals größte deutsche Textilkaufhaus mit 600 Mitarbeitern. 1938 zwangen die Nationalsozialisten seine Söhne, das Geschäft im Zuge der Arisierung unter Wert zu verkaufen. Von 1938 bis 1987 existierte dort das Kaufhaus Loosen.





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1926-1929 Baedeker-Haus (Ernst Bode, Städtisches Hochbauamt)
Unter Weiterführung der Fassade im Rustika-Stil des Blum-Hauses wurde 1926 bis 1929 das Baedeker-Haus nach Entwürfen von Ernst Bode (1878-1944) als einheitlicher Monumentalbau errichtet. Nach dem Krieg wurde das Gebäude wieder instand gesetzt.Geschichte
1817 erwarb Gottschalk Dietrich Baedeker (1778 - 1841) die ehemals dort stehende Harrach'sche Kurie, ein Wohnhaus der Essener Stiftsdamen, und führte dort die Druckerei und Buchhandlung der seit 1775 in Essen ansässigen Firma G.D. Baedeker weiter. Sein ältester Sohn Karl Baedeker (1801 - 1859) wurde Autor von Reiseführern, die lange Zeit in Essen gedruckt wurden.





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Die vier Fassadenplastiken von Josef Enseling (1886-1957) beziehen sich auf die Buchhandlung Baedeker. Die Skulpturen stellen Wissenschaft, Handel, Arbeit und Kunst dar.

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1928 Lichtburggebäude (Ernst Bode, Curt Bucerius)
Das Lichtburggebäude wurde 1928 als Büro- und Geschäftshaus mit Groß-Kino und Gastronomie nach Entwürfen von Ernst Bode (1878-1944) und Curt Bucerius im Stil der neuen Sachlichkeit der 1920er-Jahre erbaut. Die Lichtburg ist mit 1.250 Sitzplätzen einer der größten Filmpaläste Deutschlands. Hinter der aufrollbaren Leinwand befindet sich eine Bühne für Theater- und Kabarettveranstaltungen. Im Zweiten Weltkrieg wurde 1943 das Gebäude durch die Bombenangriffe beschädigt und der Zuschauerraum brannte völlig aus. Das Kino wurde 1948-50 wieder aufgebaut und avancierte in den 50er- und 60er-Jahren zum Filmpremierentheater. Dank eines Bürgerbegehrens blieb die Lichtburg erhalten und von 2002 bis 2003 erfolgte die Renovierung im Stil der 50er-Jahre.
Außenarchitektur: Architekt DWB Ernst Bode
Projektleitung: Architekten BDA Richard Heydkamp und Curt Bucerius
Innenarchitektur: Architekt Lothar Kaminski vom Büro Heydkamp & BuceriusGeschichte
1933/1934 wurde der jüdische Kino-Betreiber Karl Wolffsohn durch massiven Druck des Essener Gauleiters Josef Terboven zum Verkauf der Lichtburg weit unter Wert gezwungen.







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2002–2004 VHS - Volkshochschule(Hartmut Miksch, Wolfgang Rücker)
Nach einem Entwurf der Architekten Hartmut Miksch und Wolfgang Rücker wurde in den Jahren 2002 bis 2004 im Rahmen der Renovierung der Lichtburg das Gebäude um die neue VHS erweitert. Der Entwurf wurde im Jahr 2006 vom Ministerium für Bauen und Wohnen NRW und der Architektenkammer NW als vorbildliches Bauwerk in NRW ausgezeichnet. Ein Besuch der VHS lohnt sich auch wegen einer Fahrt mit dem gläsernen Aufzug und der damit verbundenen Aussicht.












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1952 - 1956 Burggymnasium (Horst Loy)
Die als Schulgebäude genutzte ehemalige Jesuitenresidenz wurde 1943 durch einen Bombenangriff völlig zerstört. Der Neubau für das Gymnasium erfolgte von 1952 bis 1956 nach Entwürfen des Architekten Horst Loy (Architekt des Museums Folkwang in Essen-Rüttenscheid). Der Bau umfasste die drei Bauabschnitte Klassentrakt, Turnhalle und Aula. Geschichte
Das Burggymnasium ist eine der ältesten Schulen Deutschlands, im Jahr 852 gab es dort eine Schule für adlige Damen. Carl Humann (1839 - 1896), der Entdecker des Pergamonaltars (Pergamonmuseum Berlin), war Schüler des Burggymnasiums.



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1955-1956 Bischofshaus (Emil Jung )
Das Bischofshaus wurde 1955-1956 nach Entwürfen von Emil Jung (1882-1964) zunächst als Pfarrhaus geplant und gebaut. Die Eingangstür und der goldene Engel wurden 1956 von Ewald Mataré (1887-1965) geschaffen. Mit Gründung des Ruhrbistums wurde das Gebäude Bischofshaus.


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Kardinal-Hengsbach-Platz (Kurienplatz)
Der Kurienplatz (Kurie = Wohnung einer Stiftsdame) entstand mit dem Bau des Blum-Hauses im Jahre 1928. Der Kurienplatz wurde 1994 nach Kardinal Franz Hengsbach (1910 – 1991, Gründerbischof des Ruhrbistums 1958 , Ruhrbischof – Kumpel Franz, Wikipedia) benannt.
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1980 C&A-Haus
C&A schenkte 1980 der Stadt die Brunnenanlage City-River zur Eröffnung ihres Neubaus.


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Denkmal Wachsames Hähnchen
Das Wachsame Hähnchen ist das Wahrzeichen der Essener Schützen. Es hatte einst die Essener Bürger nachts geweckt und somit vor einer Räuberbande gewarnt. Später setzten die Essener Schützen ihrem Wachsamen Hähnchen ein Denkmal, das Oberbürgermeister Reismann-Crone 1936 vergolden ließ.

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