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Alt 06.05.13, 23:57   #2
nothor
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Ostendstraße 85 - 87 [gegenüber dem Versicherungstower]

In der Ostendstraße 85 - 87 stehen einige architektonisch reizvolle Wohnanlagen, so wie diese hier:



Unter dem Motto "Nachverdichtung" hat der Eigentümer, die wbg Nürnberg den Bau weiterer Ergänzungsriegel geplant. Zwischen diesen beiden Gebäuden, hinter der Schallschutzwand, sollen die Neubauten entstehen:



Die Baufeldbereinigung ist schon weit fortgeschritten:



Bis vor kurzem war dort noch ein dritter, mittlerer Riegel im Rechten Winkel zur Ostendstraße gestanden, der bereits abgerissen ist. Die übrigen sind fertig saniert. Google streetview zeigt es: klick

Nun sieht die Planung der WBG-Architekten vor, statt des alten Riegels einfach zwei neue hinzusetzen, in gleicher Ausrichtung. Für diese Lösung werden glatt drei Varianten angeboten, die aber erst auf den zweiten Blick unterschiedlich sind:

Variante 1

Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/internet/ref...013_04_25.html , Stand 06.05.2013

Variante 2:

Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/internet/ref...013_04_25.html , Stand 06.05.2013

Variante 3:

Quelle: Präsentation der wbg Nürnberg zum Projekt Nachverdichtung Ostendstrasse 85-87 für den BKB Nürnberg, Website des BKB: http://www.nuernberg.de/internet/ref...013_04_25.html , Stand 06.05.2013

Der Baukunstbeirat Nürnberg, als jenes Gremium, dem diese Kröte zu schlucken gegeben worden war, war vermutlich nicht sehr angetan von dieser "Vielfalt der Möglichkeiten". So liest sich jedenfalls das Protokoll hierzu, das ich nicht hätte anders haben wollen. Denn die Chancen werden vollkommen vertan, schlimmer noch, die Wohnqualität im Viertel würde bei dieser Riegellösung nachhaltig verschlechtert. Die Höfe und Grünflächen verkleinert und die Offenheit zur heute (anders als zur Erbauungszeit des Quartiers etwa 1925) sehr stark befahrenen Straße vergrößert. Offenheit ist hier wohl nicht als Pluspunkt zu verstehen, da die Ostendstraße als eine der lautesten Nürnbergs gilt. Insofern sollte ein Gebäude entstehen, dass den Straßenlärm abschirmt, trotzdem eine Hofsituation erzeugt, die Wohnqualität schafft, und die gewünschte Verdichtung erbringt. Meines Erachtens könnte das durch ein U-förmigen Bau erreicht werden, oder eben durch entsprechende Höhe. In meiner Skizze hab ich versucht das aufzunehmen. Die Schenkel des Gebäudes, die rechtwinklig zum Bestand entstanden sind, würden danach wieder 4-geschossig ausgeführt, der zwischenbau parallel zur Ostendstraße könnte bis zu 6 Stockwerke haben.
Über passende Grundrisse habe mir noch keine Gedanken gemacht. Aber wie der BKB schon befand, sollten Wirtschaftsräume, Treppenhäuser und Fahrstuhlschächte sowie die Küchen und vlt. auch die Bäder zur Ostendstraße hin orientiert sein, die Wohnräume nach zur Hofseite. Manko: das ist leider Norden.



Zugegeben, keine leichte Aufgabe, aber ein richtiger Architekt kaut soetwas doch zum Frühstück.
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Fotos von mir, andernfalls ist die Urheberschaft angegeben.

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