Bauprojekte zwischen Ostpark und Grusonstraße / Ostbahnhof

  • Und ferner liefen...

    Bekanntermaßen haben neben den drei Preisträgern neun weitere Büros bzw. Arbeitsgemeinschaften am Wettbewerb zur Schwedlerbrücke teilgenommen. Zwei davon sahen Rampenkonstruktionen vor. Besonders auffällig dabei die Eingabe aus den Büros Ferdinand Heide / Grontmij (bekannt durch die sehr gelungene Osthafenbrücke) mit einer weit abgespreizten Rampe zwischen den beiden südlichen Brückenbögen:



    Seltsam uninspiriert dabei das nördliche Brückenfeld mit einem Widerlager, das sich geradezu wegduckt:



    Spektakulär dagegen die gedrehte und abgespannte Rampe als nördlicher Brückenteil aus der AG schneider + schumacher mit Kinkel + Partner:



    Eine andere Variante des nördlichen Brückenelementes ist der nachfolgende massive Entwurf aus Stahl und Glas. Leider habe ich das zugehörige Büro (Kennung 732) nicht notiert - wird nachgeliefert:



    Visualisierungen von den jeweils im Text genannten Büros, abfotografiert von epizentrum

  • Wow, vielen Dank für die umfangreiche Dokumentation.


    Der Mäckler Entwurf ist wirklich sehr gut gelungen, sehr eigenständig und markant, aber ohne Platz-da-hier-komm-ich-Attitüde.


    Dem zweiten Platz kann ich gar nichts abgewinnen, das könnte jede x-beliebige Brücke in Offenbach oder Hattersheim sein. Auch Heide überrascht mich diesmal mit Lustlosigkeit für das nördliche Ende. Die Spirale von schneider + schumacher gefällt mir zwar architektonisch, als Nutzer hasse ich allerdings diese Hamsterräder.


    Der Tiroler Entwurf gefällt mir auch sehr gut mit seinem großen Bogen zum Ostpark hin - aber Mäckler ist auch meine absolute Präferenz.

  • Die Resonanz auf dieses beachtliche Vorhaben an der Schwedlerbrücke ist leider etwas zu kurz gekommen.


    Die elegante Schwedlerbrücke ist Mäckler in Reinkultur. Das stimmige Beleuchtungskonzept und die Idee mit dem eingefassten Café gefallen mir äußerst gut. Diese Lösung wird ja auch am Eisernen Steg schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. Ebenso sind die beiden auffällig beleuchteten Brückenköpfe ein Hinseher im positiven Sinne. Die markanten Leuchtstelen an der Alten Brücke scheinen hier als Vorbild gewirkt zu haben.


    Alles in allem, endlich mal wieder ein Projekt in dem eine äußerst wohlhabende Stadt wie Frankfurt im öffentlichen Raum "selbstbewusst" baut (d.h. repräsentatives Bauen) und nicht kleckert (siehe Hauptwache, Konsti, Bahnhofsvorplatz). Die grundsätzliche Bereitschaft auch im äußersten Ostend viel Geld in die Hand zu nehmen, ist grundsätzlich begrüßenswert.

  • Stimmt, Golden Age, für die Planung eines derart hervorragenden Brückenbauwerks hat es erstaunlich wenig Resonanz im Forum gegeben. Vielleicht wird das Konzept einhellig als stimmig und ohne Schwachpunkte angesehen, so stimmig, dass jeder Kommentar überflüssig wird.


    Auch ich mag bei Verkehrswegen optische Tore. Die beiden großen Leuchtkörper werden schon von weitem einen Eingang symbolisieren, nicht nur die Triebfahrzeugführer werden sich an der neuen Torsituation erfreuen können. Der Stil und das Material des neuen Brückenteils könnten aus einem anderen Jahrhundert stammen und passen hervorragend zu den denkmalgeschützten Bögen. Ebenso ist das geplante Café am Ostpark begrüßenswert.

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  • Vielleicht ärgern wir uns andernorts auch nur neidisch darüber, dass andernorts nur graue Sichtbetonfunktionsbauwerke im 70er Autobahnbrückenstyle errichtet werden, die dazu noch mit Wettersiff und Grafitis veredelt den tristen Anblick perfekt machen. In Berlin kann man sich nur die Finger danach lecken, dass außerhalb des absoluten Zentrums a lá Museumsinsel noch solch ein Aufwand für ein "Funktionsbauwerk" wie eine Brücke betrieben wird.


    Ist ein stimmiger Entwurf von zeitloser Schönheit, der das Stadtbild am Ort, wie solche großen "Funktionsbauwerke" dies ja immer tun, entscheidend mitprägen wird. In FFM hat man das offenbar verstanden. Freut euch einfach im Stillen und reibt es uns andernorts nicht noch rein. ;)

  • Ic mag den Entwurf von Mäckler & Co. Ein echter Mäckler. Stimmig, angemessen, stilvoll, klar und mit Raffinesse.


    Nur frage ich mich, warum die Stahlkonstruktionen bei Brücken hierzulande meistens grau oder grün sind. Damit fordere ich kein Technischblau. Aber bei dieser Brücke würde ein Weiß sehr gut funktionieren.

  • In hellen Farben würde die Brücke nach kürzester Zeit einen abgewrackten und unansehnlich Anblick bieten. Bei Eisenbahnanlagen tritt metallischer Staub vom Abrieb der Räder, Schienen und Bremsen auf, der sich, vom Fahrtwind verwirbelt überall ablagert und bei Regen hässliche Schlieren bildet. Hinzu kommt der sehr hartnäckige Kohlestaub (Schleifkohle) von den Stromabnehmern, dessen Schleifleisten damit bestückt sind. Schau dir einen weißen ICE an, der durch den Regen gefahren ist, und du erkennst sofort, was ich meine. Ein ICE kann in die Waschanlage, die Brücke nicht.

  • Es handelt sich bei der Schwedlerbrücke auch um ein Kulturdenkmal, deshalb hat der Denkmalschutz bei der Farbgebung auch ein Wörtchen mitzureden....

  • Schwedlerbrücke / Neubau Übernachtungsmöglichkeit für Obdachlose

    Die Zugänge zur sanierungsbedürftigen Schwedlerbrücke sind gegenwärtig mit hohen Holzbrettern und Stacheldraht abgesperrt, von beiden Seiten aus ist ein Vordringen direkt bis zur Brücke nahezu unmöglich. Auf der Ostparkseite steht direkt am Brückenkopf, also an der Stelle für das vorgesehene Schwedler-Café, eine Containersiedlung mit Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose. Diese wird abgebaut, wenn der im Bau befindliche "Neubau Übernachtungsmöglichkeit für Obdachlose" im Ostpark fertiggestellt ist. Dass der Abriss der Nordhälfte der Schwedlerbrücke bevorsteht, ist bis in die Containersiedlung schon vorgedrungen.


    Der südliche Brückenteil mit den denkmalgeschützten Bögen:




    Die nördliche Brückenhälfte, links das Containerdorf (scheint schon lange kein Zug mehr vorbeigekommen zu sein):



    Brückenteil mit Umschlagbahnhof im Hintergrund:



    Der Ostpark selbst ist sehenswert. Ich kann nur meine Empfehlung für einen ausgiebigen Spaziergang abgeben. Neben Sportmöglichkeiten gibt es dort Parkanlagen, einen sehenswerten alten Baumbestand und einen naturbelassenen Bereich mit Reiherkolonie.




    Das wird vielleicht auch den einen oder anderen Obdachlosen freuen, denn direkt am Parkrand wird ein Neubau für sie errichtet. Ein Domizil mit königlichen Parkanlagen:



    Auf dem Bauschild ist zu sehen, wie es einmal aussehen könnte:



    Die Fassade scheint aber noch nicht ganz festzustehen, jedenfalls stehen vier unterschiedliche Varianten zum Vergleich nebeneinander:


  • Sanierung Ostbahnhof

    Geht's es nun doch noch weiter? fragte ich in #199. Und die Antwort lautet: Ja, wenn auch mit etwas Verspätung.




    Wir schaffen das!

  • Hotel-Neubau Grusonstraße 4 (ab 2016)

    Das Hotelprojekt "Hampton by Hilton" an der Grusonstraße, auf dem noch freien Baufeld nördlich der Globetrotter-Filiale, wurde in Beitrag #191 vorgestellt. Mit dem in Aussicht gestellten Baubeginn noch in diesem Frühjahr wird es zwar eng. Aber immerhin wurde der Bauantrag in der vergangenen Woche genehmigt. Das schreibt die Frankfurter Rundschau hier.

  • Ausbau Ostbahnhof - zweiter Bauabschnitt

    Äußerst mühseliges Projekt geht in Phase 2.0: Der zweite Bauabschnitt kann jetzt geplant werden, denn die Stadt will nach einer heutigen Pressemitteilung ihren Teil der Zeche bezahlen.


    Magistrat bewilligt Mittel für den barrierefreien Ausbau des Ostbahnhofs

    Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat in seiner Sitzung am 10. Juni die Planungsmittel für den zweiten Bauabschnitt des barrierefreien Ausbaus des Regionalbahnhofs Frankfurt Main Ost freigegeben.


    „Der jetzt anstehende barrierefreie Umbau macht den Ostbahnhof zu einer neuen, modernen Verkehrsstation mit attraktiven Umsteigemöglichkeiten zwischen Regionalbahn, U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Im zweiten Bauabschnitt wird neben dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs insbesondere die Verknüpfung zur U-Bahn hergestellt“, erläutert Verkehrsdezernent Stefan Majer. „Zukünftig wird es eine direkte, barrierefreie und komfortable Verbindung des Bahnsteigs, an dem die Regionalbahnen aus Hanau und Fulda halten, mit der unterirdischen Stadtbahnlinie U6 geben. Dazu wird der Mittelbahnsteig des Regionalbahnhofs verlängert und über einen Aufzug sowie eine Treppenanlage mit der bereits vorhandenen städtischen Unterführung verbunden.“


    Im ersten Bauabschnitt, der kurz vor der Fertigstellungen steht, wurde der Mittelbahnsteig (Gleis 3/4) komplett erneuert und mit taktilem Blindenleitsystem ausgestattet. Die Personenunterführung sowie die bestehenden Treppenanlagen wurden ebenfalls modernisiert und haben neue Wand-, Decken- und Bodenbeläge erhalten sowie ein neues Beleuchtungskonzept. Da nicht mehr alle Bahnsteiganlagen benötigt werden, wurden zudem die nicht mehr benötigten Infrastrukturanlagen zurückgebaut. Die Bauarbeiten des ersten Bauabschnitts bringen somit deutlich spürbare und erkennbare Verbesserungen im Aussehen wie in der Benutzbarkeit und werden voraussichtlich Ende August abgeschlossen sein.


    „Wenn zukünftig dann noch die Nordmainische S-Bahn hinzukommt, für die momentan das Planfeststellungsverfahren läuft, wird der Ostbahnhof wieder einer der wichtigsten Bahnhöfe unserer Stadt sein und der Mobilitätsknoten im Frankfurter Osten – eine sehr gute Nachricht für den sich rasant entwickelnden Stadtteil“, so Stadtrat Majer weiter.


    Mit der Planung der zweiten Ausbaustufe soll die Deutsche Bahn AG beauftragt werden. Dafür hat der Magistrat die Stadt Frankfurt nun ermächtigt, einen Finanzierungsvertrag mit dem RMV und der DB Station&Service AG abzuschließen. Der städtische Anteil an den Planungskosten beträgt 191.590 Euro.

  • Hampton by Hilton, Grusonstraße 4

    Es hängen jetzt zwei Bauschilder, eins für Fortsetzung der Abbrucharbeiten, eins für den Neubau. Der Bagger auf @Thomasfra's letztem Bild steht anscheinend auf einem Rest der Bodenplatte des Bunkers, die zum Schutz des Bahndamms drinnengeblieben war. Um die jetzt zu entfernern ist der Bahndamm mit einer zusätzlichen Rückverankerung versehen worden (dazu gehören diese Leiter-artigen Träger).


  • Gebäude Ostbahnhof verkauft - Abriss und Neubebauung geplant

    Eine spektakuläre Meldung mitten im Sommerloch: Die lange Hängepartie um den Ostbahnhof dürfte enden, denn der Projektentwickler evoreal, Hamburg, hat das 5.043 m² große Grundstück von dem langjährigen Eigentümer Patron Capital erworben. Das frühere Empfangsgebäude soll abgerissen werden. Anschließend ist eine Neubebauung vorgesehen, eine Planung soll es dafür noch nicht geben. Ohnehin ist zunächst die Entwidmung von Bahnzwecken notwendig, was in vergleichbaren Fällen ein langwieriges Verfahren war.


    Eine Richtung, was an dieser Stelle möglich sein wird, sollte das 2014 von Jo. Franzke Architekten für die Stadt erstellte städtebauliche Rahmenkonzept "Neuordnung Hanauer Landstraße, Danziger Platz und Umgebung" vorgeben. Es dürfte Grundlage für den wohl zu erstellenden Bebauungsplan werden. Eine Rolle wird wahrscheinlich auch der (wieder fraglicher gewordene) Bau der Nordmainischen S-Bahn spielen. Dazu hat Torben im vergangenen Jahr einen hervorragenden Beitrag geschrieben. Für den Ostbahnhof sieht das Konzept so aus (die Ziffern beziehen sich auf bestimmte Kartenunterlagen):



    Plan: Stadtplanungsamt Frankfurt am Main, Kartengrundlage: Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main


    Noch zwei schon in diesem Strang zu findende Fotos des Schmuckstücks, das uns nun doch verlassen wird. Beide sind aus dem Jahr 2010.



    Bild: Ffm60ziger



    Bild: thomasfra

  • Schmittchen, das ist die beste Nachricht seit sehr langem. Es ist unsäglich, was sich in dieser innenstadtnahen Lage seit 40 Jahren abspielt. Hamptons und ein neues Empfangsgebäude machen den ersten und wichtigsten Schritt, den Danziger Platz endlich wiederherzustellen. Dann ist auch die provisorische Platzgestaltung nicht ganz so schlimm wie der aktuelle städtebauliche Charakter. Danke, Danke, Danke für diese Meldung!

  • Sehr gute Nachricht, das ganze verkam ja zwischendurch zum kostenlosen nächtlichern Berherbungsbestrieb. Aber Moment, was sagt denn unser "Denkmalschutz" dazu? :)

  • Schwedlerbrücke

    Die geplante Sanierung der Schwedlerbrücke hat begonnen. Derzeit wird das Brückenelement im Norden zerlegt (Foto). Zwischen dem 2. und dem 4. Oktober werden die Teile herunter gehoben, währenddessen werden Bahngleise gesperrt. Nach dem Ablegen der Stahlteile kann erst geprüft werden, ob die anderen Brückenbögen saniert werden können. Anscheinend steht noch nicht fest, ob eine Sanierung zu vertretbaren Kosten möglich ist, so zumindest verstehe ich diesen Artikel in der heutigen FNP.