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Alt 24.06.17, 18:07   #235
aktivhaus
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aktivhaus hat die ersten Äste schon erklommen...
Was spricht gegen eine Verlängerung der Straßenbahn auf der nördlichen Mainzer Landstraße, vom Platz der Republik her rechts abbiegend? Man könnte die Fahrspuren auf beiden Seiten auf eine reduzieren und die Straßenbahn bequem durch die Mitte führen. Das würde zumindest bis zur Bockenheimer Anlage klar gehen, danach wäre zu überlegen, ob man durch den Reuterweg (einspurig?) und an der Bremer Str. weiter macht, um die Gegend Richtung Uni besser zu erschließen.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass so ein Vorhaben in der Stadt schon diskutiert war und verworfen wurde, weil die Gegend gut genug durch Busse erschlossen wäre. Selbst wenn dem der Fall wäre, ist hier dreierlei anzumerken:

- Busverkehr (konkret Linie 64 in diesem Fall) ist weniger verlässlich und auch von den Kapazitäten (und der Steigbarkeit deren) her nicht so wirklich das beste. Umweltfreundlicher Busverkehr ist außerdem wesentlich schwieriger zu gestalten als umweltfreundlicher schienengebundener Verkehr, das Ersetzen von Bussen würde also zur Verbesserung der Luftqualität in der Stadt führen.
- Ein solches Vorhaben würde (hoffentlich) langfristig die Anzahl der Autos, die durch die Stadt fahren, reduzieren. Weitere Verbesserung der Luftqualität, und wenige Ausreden für Autofahrer, gewisse Gegenden wären schlecht erreichbar.
- Redundanz im öffentlichen Verkehrsnetz ist grundsätzlich keine allzu schlechte Idee. Auch wenn man die Taunusanlage über die S-Bahn schnell erreicht, ist eine Doppelbedienung, und dazu auch mit einem 'leichtgewichteren' und 'städischerem' (in dem Sinne, dass der S-Bahnverkehr häufig durch den Zustrom aus den Nachbarkommunen ausgelastet ist) Verkehrsmittel, sicherlich nicht abwegig.

Hinzu käme, dass das ganze als oberirdischer Verkehr mit relativ wenig Aufwand zu haben wäre. Hier muss man nur Mut gegenüber den Autofahrern beweisen.

Ich muss hier dazu anmerken, dass ungeachtet des oben geschriebenen der beste Katalysator für den Umstieg vom Auto- auf den öffentlichen Verkehr tatsächlich eine Senkung der exorbitanten Preise ist. Als Beispiel, ich habe mich hierzu mit einem Kollegen unterhalten, der im Norden von Darmstadt wohnt. Er meinte, dass es für ihn billiger sei, mit dem Auto in die Stadt zu fahren als die Straßenbahn zu nehmen. In Frankfurt sind die Fahrtpreise sogar noch schlimmer. Das ist natürlich ein Umstand, bei dem es sehr schwierig sein kann, die Leute von den Vorteilen des öffentlichen Personennahverkehrs zu überzeugen, sei er auch so flächendeckend und freundlich wie man sich wünscht.
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