Husemann (Viktoria) Karree [in Bau]

  • Rathaus Galerie

    lt. Radio Bochum werden heute die Planungen für den Justizblock zwischen Husemannplatz und Westring vorgestellt.


    Da bin ich ja mal gespannt !!

  • Wie rainer1848 bereits angekündigt hat, wurden die ersten Pläne der Stadt für die Bebauung des Blocks zwischen Telekom und Gericht an der Viktoria-straße bekannt gegeben.


    Die Fläche setzt sich aus 6200 qm im ehemaligen Telekomblock, die der Berliner Firma CLS gehört, 10500 qm des Gerichtsviertels (noch im Besitz des Landes) und einer weiteren 2700 qm großen Fläche an der Junggesellenstraße dazwischen, die sich die ECE gesichert hat. CLS und ECE wollen das Projekt gemeinsam stemmen, erwarten indes von der Stadt rasch eine Meinungsbildung.


    So soll die Einzelhandelsfläche entgegen erster Vorschläge halbiert werden, auf maximal 20000 Quadratmeter. Hier soll Raum geschaffen werden für große Läden mit 800 bis 3000 qm, die in den kleinen Ladenlokalen der Kortumstraße nicht unterkommen.


    Stadt und Politik wollen keine durchgehende Shopping-Mall, sondern eine aufgelockerte Einzelhandels-Zeile, durchbrochen von Höfen und Plätzen. In den oberen Etagen sollen Wohnungen, Büros und Dienstleister untergebracht werden. Parkplätze werden nur in Tiefgaragen entstehen.


    Ein städtebaulicher Wettbewerb soll in den nächsten Wochen beginnen, der auch den Husemannplatz einschließen wird.


    Quelle: WAZ



    Quelle: Google Earth / rot: Bebauungsfläche, grün: Husemannplatz

  • Jetzt hat sich endlich der Projektentwickler ECE zu Wort gemeldet und erste Ideen zum neuen ''Stadtquartier'' veröffentlicht. Die neuen Ansätze unterscheiden sich grundlegend von den ersten Überlegungen für eine "Rathaus-Galerie" aus dem Jahr 2008.


    ECE möchte insbesondere große Labels an der Viktoriastraße ansiedeln.
    Dafür sollen bis zu 25.000 Quadratmeter neue Verkaufsflächen entstehen Eine geschlossene Mall wie etwa in Essen, strebe auch ECE als künftiger Vermieter nicht an. Man wolle offene Strukturen, wie bei einer kleinen Fußgängerzone, von der aus die Läden, Cafés und Restaurants erreicht werden können.


    Für Einzelhandel sollen drei Etagen (Basement bis 1. Obergeschoss) vorgehalten werden, darüber schwebt dem Unternehmen als weitere Nutzung ein Hotel und insgesamt 70 bis 80 Wohnungen vor.
    Geplant ist auch eine Tiefgarage mit 800 Plätzen, die mit den bestehenden Parkhäusern verbunden wird.


    Den Telekomblock gegenüber vom Rathaus hat die Hamburger ECE ende letzten Jahres erworben. Damit gehören ihr bereits 20.000 Quadratmeter Fläche. ECE will das 10 500 Quadratmeter große Justizareal ebenfalls erwerben und den gesamten Bereich komplett neu entwickeln.


    ECE hofft auf Planungsrecht bis 2014 für ein "offenes Center" mit 25 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dann sei bei optimalem Verlauf eine Eröffnung im Herbst 2015 realistisch.


    Quelle: Ruhrnachrichten / WAZ

  • Ergebnisse des Moderationsverfahrens

    Für den geplanten EKZ-Neubau wurde ein Moderationsverfahren eingeleitet, an dem sich die Stadt Bochum, Experten, IHK und Vertreter des Bochumer Einzelhandels beteiligt haben. Die dort erarbeiteten Vorschläge wurden gestern im Stadtentwicklungsausschuss präsentiert:


    • Der Neubau darf eine Verkaufsfläche von 20 000m² nicht überschreiten.
    • Die Baumasse darf nicht geschlossen sein, sondern muss durch öffentliche „Durchwegungen“ und Quartiersplätze aufgegliedert werden.
    • Die verschlankte Viktoriastraße soll als Fußgängerzone ausgewiesen werden.
    • Das Einkaufsquartier soll durch eine Passage zwischen Viktoria- und Kortumstraße an die Innenstadt angebunden werden.
    • Zeitplan: Im April soll der Vorentwurf zu einer Wettbewerbsausschreibung stehen, im Sommer soll der Wettbewerb stattfinden, 2012 folgt die Aufstellung des Bebauungsplans.


    Quellen:
    Einkaufsquartier statt Mall: Pläne für die Innenstadt - Ruhr Nachrichten
    Stadtplanung: Geplantes Einkaufszentrum in Bochum soll Innenstadt nicht gefährden - DerWesten

  • Die CLS Holdings plc hat die Albrecht Projektentwicklungsgesellschaft mbH mit wesentliche Projektentwicklungsaufgaben zum EKZ-Neubau beauftragt.
    Dazu gehören die Begleitung des von der Stadt geplanten Moderationsverfahrens mit anschließendem städtebaulichem Wettbewerb und Bebauungsplanverfahren.


    Darüber hinaus soll ein Konzept für die Nutzung der in den Obergeschossen geplanten Büro- und ggf. auch Wohnflächen entwickelt werden. Für diese Flächen sind die geeigneten Mieter zu identifizieren. Die Projektentwicklung startete im Jahr 2009 und soll bis Ende 2013 abgeschlossen sein.
    Anfang 2014 soll bisherigen Planungen zufolge mit den Bauarbeiten begonnen werden.


    Quelle: albrecht-projekt - Büro- und Geschäftshaus in Bochum
    Projektentwicklung „Viktoriastrassenquartier“

  • Wie in der WAZ berichtet wird, könnte im Frühjahr 2012 sich endlich entscheiden, wer das geplante Einkaufszentrum an der Viktoriastraße bauen wird. Acht interessierte Projektentwickler gibt es bereits.


    Für die Entwicklung des Standortes an der Viktoriastraße zwischen Husemannplatz und Willy-Brandt-Platz (heutiges Justizgelände und Telekomblock) nimmt die Stadt erst einmal Geld in die Hand. Rund 100.000 Euro dürfte das Verfahren kosten, in dem Projektentwickler und Investoren ihre Ideen zur Entwicklung des Areals vorstellen. Ein externes Büro wird den Wettbewerb EU-weit durchführen, eine mehrheitlich durch die Stadt besetzte Jury soll zwei Vorschläge auswählen.


    Das letzte Wort hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW als Eigentümer des Justizgeländes, er muss laut Landeshaushaltsordnung den Investor mit dem höchsten gebotenen Kaufpreis auswählen. Die Stadt selbst kann die Fläche nicht erwerben, da sie diese letztlich nicht selbst nutzen will.


    Acht interessierte Projektentwickler nennt die Stadt:


    • ECE Projektmanagement (Hamburg),
    • MAB Development (Den Haag),
    • Tenkhoff Properties (Berlin),
    • MFI Management für Immobilien (Essen),
    • Multi Development (Duisburg),
    • Sonae Sierra (Düsseldorf),
    • Gedo Grundstücke und Verwaltung (München)
    • Euco Einkaufscenter (Bochum).


    Ins Bieterverfahren sicher einsteigen werden ECE und MFI. Die Management für Immobilien ist die Eigentümerin des Ruhr-Park EKZ, der zu zeit umgebaut wird. Das Einkaufszentrum in der Innenstadt wäre eine hervorragende Ergänzung zu unserem Ruhrpark“, so MFI-Sprecherin Britta Schell. „Wir werden uns auf jeden Fall an dem Bieterverfahren beteiligen.“ Die MFI verstehe sich als Partner der Stadt und werde in ihrem Entwurf aufzeigen, welches Potential der Standort als offenes Center habe – mit einer Vernetzung von Gebäuden, Gassen und Plätzen.


    Quelle: WAZ - Startschuss für die Investoren




    Foto: mit freundlicher Erlaubnis von Manfred Vorbrugg



    Foto: mit freundlicher Erlaubnis von Manfred Vorbrugg


    Quelle: http://westfalenbank.blogspot.com/

  • Wie in der WAZ berichtet wird, könnte im Frühjahr 2012 sich endlich entscheiden, wer das geplante Einkaufszentrum an der Viktoriastraße bauen wird. Acht interessierte Projektentwickler gibt es bereits.


    Langsam kommt ja Bewegung in die Sache. Erstaunlich, wie viele Unternehmen Interesse angemeldet haben, da ECE ja durch die Nachbargrundstücke einen deutlichen Vorteil hat.


    Ich persönlich fände es auch schade, wenn die alte Post nicht mit einbezogen werden würde. Dadurch würde eine Lücke zwischen dem Rathaus und dem EKZ entstehen. Besser wäre ein durchgehender Einzelhandelsbesatz auf der Viktoriastraße.

  • Interessant finde ich, dass sich jetzt die MFI (Management für Immobilien) zu Wort meldet. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass sie es schaffen könnte einen Konsens zwischen dem Ruhr-Park und der neuen Einkaufsmeile in der Innenstadt zu schaffen. Es würde in deren Interesse liegen keinen der beiden Einzelhandelsstandorte ausbluten zu lassen.


    Doch wie es aussieht wird es für die MFI schwierig sein sich durchzusetzen, da ECE bereits der Besitzer der zwei Nachbargrundstücke zum Justizblock ist und eine Kaufoption an dem Telekomblock besitzt.

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  • Eckhard Brokhoff kämpft gegen das EKZ !!!

    Einen sehr schönen Artikel über das geplante Einkaufszentrum in Bochum hat die TAZ veröffentlicht. Darin stellt sich Eckhard Brockhoff (Brockhoff und Partner), gegen das Einkaufszentrum in der Bochumer Innenstadt.

  • Brockhoff hat mit vielen Argumenten nicht ganz Unrecht. Und es ist sicher extrem wichtig, dass das Center - so es denn in Bochum gebaut wird - nicht zu groß und komplett geschlossen entsteht. Zustände wie in Essen, wo Saturn oder C&A ins Center abwandern, wären tatsächlich eine Katastrophe für die Stadtentwicklung der Innenstadt in Bochum.
    Aber Brockhoff sieht eben auch nur die Negativbeispiele. Im Artikel wird nicht auf ein einziges Center eingegangen, das selbst gut läuft und in dessen Umgebung die Innenstadt gut, wenn nicht sogar besser weiter funktioniert. Bochum kann man nicht einfach mit kleinen Städten wie Hameln oder Bad Tölz vergleichen...

  • Bochum kann man nicht einfach mit kleinen Städten wie Hameln oder Bad Tölz vergleichen...


    Richtig, denn weder Hameln, noch Bad Tölz sind umzingelt von einer so gewaltigen Konkurrenz an Shopping-Centern. ;)


    Im Artikel wird nicht auf ein einziges Center eingegangen, das selbst gut läuft und in dessen Umgebung die Innenstadt gut, wenn nicht sogar besser weiter funktioniert.


    Das könnte man ja an dieser Stelle nachholen. Welche Stadt wäre also ein positives Beispiel?


    @topic: Überraschend finde ich es, dass sich bisher noch kein wirklicher Widerstand gegen das Center formiert hat. Gelegentlich scheint es mir so als ob unter der Last anderer Debatten (wie z.B. der um das Musikzentrum) eine gewisse Lethargie gegenüber anderen Themen breit macht.

  • @ Ben

    Willkommen im Forum!


    Widerstand wird es in Bochum sicher keinen nennenswerten geben. Höchstens die Standortinteressengemeinschaft von "Das Quartier" käme m.E. hierfür in Frage. Ansonsten ist der Bau eines EKZ ja erst mal zu begrüßen, da der Bochumer Innenstadt im Bereich Einzelhandel noch so einiges fehlt, was eine Großstadt eben ausmacht.
    Wenn die Eigentümer der Einzelhandelsbestandsimmobilien nicht reagieren (Bochum hat zu viele, zu kleine Einzelhandelsflächen), so brauchen sie sich später auch nicht wundern, wenn ihre Händler in die Shopping-Mal abwandern.
    Auch das mit dem Umzug des Justizzentrums keine jahrelange innerstädtische Brache entsteht ist eine feine Sache. Potentielle Investoren stehen in Bochum ja nicht gerade Gewehr bei Fuß (vgl. Marienkirche/ Victoriaquartier).


    Sicher über die Größe und die Transparenz des zukünftigen EKZ muss man sich engagiert Gedanken machen. Auch über den Erhalt und die Integration des Telekom-Gebäudes darf gestritten werden. Das ist m.E. aber auch schon alles.


    Der Bösewicht sitzt schließlich im Ruhrpark und erweitert und modernisiert dort aktuell mal wieder seine Verkaufsflächen. Das Dingens muss weg. Das ist sowas von Vorstadt-Amerika.
    Aber auch hier wird sich kein Widerstand regen. Aus den Augen aus dem Sinn. Das Teil ist einfach zu weit weg und ohne Auto so schlecht zu erreichen, als dass sich hier bei den relevanten Bevölkerungsgruppen (Studentem, Wut-Bürger, etc.) ein Problembewußtsein herausbilden könnte. Man geht da einfach nicht hin und ignoriert so das Problem vom Tisch.


    P.S.
    Die Kritik von Brockhoff ist


    a) nicht neu,
    b) in Teilen berechtigt und
    c) nicht ganz uneigensinnig: Da wo mfi und ECE das Centermanagement betreiben verdient Brockhoff als Immobilienmakler keinen Cent mehr.

  • Auch wenn ein Shopping-Center im Stile der U.S.S. Limbeck's Square bestimmt ein Ruck in die falsche Richtung ist, so bietet der zu erwartende Leerstand des Gerichtsgebäudes Chancen, das offensichtliche Defizit der Bochumer Innenstadt zu entschärfen. Denn allen Brockhoffs zum Trotze: Die Innenstadt krankt. Viele frequenzbringende Filialisten sind entweder gar nicht (z.B. P&C) vertreten, oder müssen sich mit einer winzigen Verkaufsfläche (Esprit) begnügen. Eine Konzentration der vorhandenen Fillialisten finden sich übrigens jetzt schon in den beiden ECE-Einkaufszentren.


    Das ein so großes Areal, wenn es für den Einzelhandel genutzt wird, die örtlichen Schwerpunkte der Innenstadt verlagert, liegt auf der Hand. Wenn die Vermieter dies verhindern wollten, hülfe nur die Zusammenlegung und der konsequente Umbau von Hundehüttchen zu nunja, Ladenlokalen, die attraktiv sind für S'Oliver, Levis, New Yorker, etc..., eben jenen Frequenzbringern.


    Das Kortumkaree war auch recht schnell vermarktet, es scheint also durchaus Bedarf zu geben. Und auch ECE scheint daran zu glauben, dass sich in Bochum, aller inner- und außerstädtischer Konkurrenz zum Trotze noch Geld im Einzelhandel verdienen lässt. Denn anders als Brockhoff, der an andere Vermieter appeliert, an ein vielleicht weniger Miete bringendes Café zu vermieten, mithin auch ein Risiko einzugehen, aber eigene Immobilien verkauft, sobald er sich dem Risiko eines Shopping-Centers ausgesetzt sieht, investiert ECE in diese Stadt, und kämpft, statt zu resignieren.


    Nicht, dass ich ECE für Heilige halte. Im Gegenteil: Auch wenn sich deren Marketingblubb und deren Imagebla ziemlich samtweich anhört, die wollen (Überraschung!!) auch nur Geld verdienen. Und ob das eingangs augenzwinkernd mit einem Flugzeugträger verglichene Zentrum in Essen eher 'Wohl' oder 'Wehe' für den Rest der Innenstadt darstellt, wird die Zeit zeigen. Das die Stadt Bochum sich einmischt, und genau sagt, was und wie groß gebaut werden soll, ist demnach notwendig, damit die übrige Innenstadt 'belebt' und nicht als 'verdrängt' wird. Deswegen ist die Öffnung zur Innenstadt ein Muss. Saturn und C&A werden dann auch nicht in das neue Center abwandern, sie sitzen ja beide genau um die Ecke erst kürzlich investiert.


    Tot wäre die Innenstadt, wenn in dieser Lage, da stimme ich mit Nikolas überein, niemand mehr investieren wollte. Und wenn man städtebaulich etwas richtig schädliches tun wollte, genehmeigte man ein EKZ auf der grünen Wiese. Gut, dass Bochum diesen Fehler nicht begehen wird.;)


    Also Einflussnahme ja; Aber Bangemachen gillt nicht.

  • Willkommen im Forum!


    Hallo, alle zusammen! :)


    Widerstand wird es in Bochum sicher keinen nennenswerten geben. Höchstens die Standortinteressengemeinschaft von "Das Quartier" käme m.E. hierfür in Frage. Ansonsten ist der Bau eines EKZ ja erst mal zu begrüßen, da der Bochumer Innenstadt im Bereich Einzelhandel noch so einiges fehlt, was eine Großstadt eben ausmacht.


    Die Frage, die ich da erst einmal als Laie, aber grundsätzlich an solchen Themen Interessierter stellen würde, ist die: Muss Bochum denn überhaupt einer klassischen Großstadt entsprechen? Gibt es nicht alternative Konzepte für Innenstädte der Gegenwart, die vielleicht vernüftiger wären? Gerade mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass es eine Vielzahl an Shoppingmöglichkeiten im Ruhrgebiet gibt, so gesehen eigentlich kein Mangel herrscht.


    Kürzlich gab es auf WDR2 einen kurzen Bericht über zunehmende Wohnungsnot in NRW, besonders in Köln und im Ruhrgebiet, bedingt durch eine Zunahme von Single-Haushalten und Studierenden. Was würde z.B. dagegen sprechen, auf den entsprechenden Innenstadtgrundstücken eine Wohnbebauung hochzuziehen? Gerade das studentische Klientel ist doch maßgeblich für das (kulturelle) Leben in der Innenstadt verantwortlich, leidet aber - so zumindest kenne ich es aus den Erfahrungen im meinem Umfeld - zu wenig Wohnraum in der Innenstadt und muss auf die angrenzenden Stadtteile ausweichen.


    Viele frequenzbringende Filialisten sind entweder gar nicht (z.B. P&C) vertreten, oder müssen sich mit einer winzigen Verkaufsfläche (Esprit) begnügen.


    Bei der Diskussion um derlei Geschäfte finde ich übrigens den Blick immer ein wenig eingeschränkt, was die Verlagerung von "regulärem Einkauf" zu "e-commerce" anbelangt. Der stationäre Handel wird sicherlich nicht aussterben, aber ich halte es für fraglich, ob der Bau von immer mehr Handelsflächen tatsächlich zukunftsorientiert ist oder ob es sich dabei nicht eher um den zum Scheitern verurteilten Versuch handelt, den Onlinemarkt etwas entgegenzusetzen.

  • Was würde z.B. dagegen sprechen, auf den entsprechenden Innenstadtgrundstücken eine Wohnbebauung hochzuziehen? Gerade das studentische Klientel ist doch maßgeblich für das (kulturelle) Leben in der Innenstadt verantwortlich


    Man kann doch eine oder zwei Etagen dem Verkauf widmen und in einigen Etagen darüber kleine Wohnungen bauen - solche, die von Studenten besonders nachgefragt werden. Dies natürlich dort, wo neu gebaut wird - das, was vom Justizzentrum übrig bleibt, wird eher in Büros oder ein Hotel umgewandelt. Als Vorbild könnte Kölner DuMont-Carré dienen, wo über 20.000 Qm Verkaufsfläche - soviel wird auch für dieses EKZ empfohlen - 130 Wohnungen entstanden sind.


    Ich schließe mich den Vorrednern an, dass die Anbindung an die Rest-Innenstadt weit besser als jene des U.S.S. Limbeck's Square sein muss - wenn ein EKZ die restliche Innenstadt nicht in Symbiose stärkt, wird nichts gewonnen.


    Die von Nikolas am 17.03.2011 veröffentlichten Ergebnisse des Moderationsverfahrens bieten gute Ansätze, die Frage wäre dabei jedoch, wo genau die Passage zwischen Viktoria- und Kortumstraße entstehen soll - hoffentlich nicht auf dem Husemannplatz, den man unbedingt erhalten sollte. Man braucht ihn schon dafür, dass das Zentrum überhaupt wahrnehmbar wird - sonst wäre es nur von engen Straßen umgeben. Dann zeigt das erste Foto im Kostiks Beitrag vom 06.11.2011 den natürlichen Haupteingang - ob das Gebäude bleibt oder durch ein anderes (hoffentlich mit nicht weniger imposanter Steinfassade) ersetzt wird.

  • ben_rotwang #39


    ...WDR...blah..."Wohnungsnot in NRW, besonders ... im Ruhrgebiet..."
    Ist entweder eine dreiste Lüge, von Dir nicht korrekt wiedergegeben, oder bezieht sich nur auf Kleinst-Wohnungen.
    (Hintergrund ist übrigens unromantischerweise die Begrenzung auf max 45qm wegen Hartz4).


    Der Leerstand gerade im Ruhrgebiet nimmt seit etwa den 70ern immer mehr zu.
    Beispiel Gelsenkirchen hat schon 1/3 der Einwohner verloren.


    Wenn Du meinst, dass Bochum (als dann nicht mehr als solches zu deklarierendes Oberzentrum) keine angemessenen Einkaufsmöglichkeiten haben sollte, weil man ja nach Essen oder Dortmund fahren kann (Geld in Umlauf bringen, Arbeiten dann da auch??), kann man aber auch nicht von den Einwohnern verlangen ähnliche Mieten zu zahlen.
    Schliesslich hat Bochum auch viel Verkehr, ist grau und noch enger bebaut/bepflanzt als erwähnte Arbeits(losen)lager.
    "Bietet" also alle Nachteile einer Grosstadt, bloss ohne die Vorteile...


    Damit werden die Leute dann endgültig gezwungen sein, Zeit und Geld zu investieren immer woanders hinfahren zu müssen.


    Wieso nicht gleich in E/Do wohnen?


    So schön ist Bochum nun auch wieder nicht, dass es sich allein darauf ausruhen könnte.


    Dann sitzen die vielen Studenten (von denen nicht wenige in Bochumer Vororten billiger wohnen)
    in einem Bochumer Zentrum, dass kein "klassisches Zentrum" mehr ist, weil es sich von den Wohngegenden ausserhalb nicht mehr gross unterscheidet in Kneipen und diskutieren über "Kultur"....


    Ausserdem gibt es noch "Städte" wie Hattingen, Castrop oder Herne, für deren Einwohner Bochum bisher die nächste Anlaufstelle war (Oberzentrum) - wenn mal etwas die Primitiv-Supermarkt-Bedürfnisse übersteigt.


    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.
    -Oder gar nach Düsseldorf/Köln.
    Gerade bei Bekleidung ist es wohl eher so
    dass eine Möglichkeit "Shoppen gehen" zu können eher als attraktiv/praktisch betrachtet wird. Ich denke, das wird sich auch nicht so schnell ändern.


    Informier Dich mal ein bischen über Herne. - So könnte Bochum nämlich mit noch mehr "Wohnanteil" in der Innenstadt + weniger Handel aussehen.
    Dann stellst Du vielleicht fest, dass
    Isolation von der Realwelt und Wirtschaftspropaganda die Verhältnisse auch nicht bessert.


    Auch wenn man das nicht vorhandene Modell von Herne als durchaus "individuell"
    (gewagt)
    bezeichnen könnte...
    ...müsste...
    Sprüche wie:
    "Kauft in Herne! Ist doch alles da."
    (Man bekommt noch nicht einmal ordentliche Pfannen oder DVD-Rohlinge...)
    haben seltsamerweise bisher auch keine Arbeitsplätze oder Aufschwung geschaffen.

    Einmal editiert, zuletzt von Wohnklotz ()


  • Bei der Diskussion um derlei Geschäfte finde ich übrigens den Blick immer ein wenig eingeschränkt, was die Verlagerung von "regulärem Einkauf" zu "e-commerce" anbelangt.


    Da kennst Du die Frauen schlecht. Nach einer wenig repräsentativen Spontanumfrage (hab meine Freundin gefragt) :) empfinden sie es als Freizeitbeschäftigung, die Geschäfte nach neuen Klamotten abzuklappern. Und eben diese Freizeitbeschäftigung in Gesellschaft auf die Jagd zu gehen, sofort neue Kleidung anzuprobieren, die man dann auch ohne Wartezeit mit nach Hause nehmen kann, bietet der Online-Handel nicht.


    Das maag jetzt nach Klischee-Reiten klingen, aber wenn dem so ist, dann kenne ich genug Frauen, die eben diesem Klischee entsprechen. Und ich kenne das Gefühl ja auch; Manchmal sind mir 10 % Ersparnis egal wie es nicht egaler geht, weil ich das Teil SOFORT brauche / haben will. Und solange Frauen (und sicher auch manche Männer) gerne in Gesellschaft shoppen und es ungeduldige Menschen wie mich gibt, sehe ich eine friedliche Koexistenz von e-commerce und Ladenlokal. Und die großen Bekleidungsmarken sehen das ähnlich. Sie betreiben eine Bestellwebseite, und sind trotzdem mit einem Laden nahezu jeder geschlossenen Ortschaft vertreten.


    Das auch Bochum eine attraktive Innenstadt braucht, trotz Konkurrenz, denke ich schon. Denn wenn Bochum diese nicht hat, dann weichen die oben geschilderten Shopaholics wieder auf Nachbarstädte aus. Die Folge: Wieder mehr Verkehr. Und diesen sollten wir eher bekämpfen denn fördern, weil er die Region nicht länger im Würgegriff halten darf.


  • Ist entweder eine dreiste Lüge, von Dir nicht korrekt wiedergegeben, oder bezieht sich nur auf Kleinst-Wohnungen.


    Es geht um kleine Wohnungen, ja:


    http://www.wdr.de/tv/westpol/s…2012/0624/wohnungsnot.jsp


    Wenn Du meinst, dass Bochum (als dann nicht mehr als solches zu deklarierendes Oberzentrum) keine angemessenen Einkaufsmöglichkeiten haben sollte


    Was ist denn angemessen?



    Damit werden die Leute dann endgültig gezwungen sein, Zeit und Geld zu investieren immer woanders hinfahren zu müssen.


    In den Randbezirken interessiert es doch eh keine Sau, ob die Bochumer Innenstadt mehr Einkaufsmöglichkeiten bietet oder weniger. "Klassische" Großstädte funktionieren ja meist so, dass es eine zentrale Kernstadt gibt, die alle Einkaufsmöglichkeiten abdeckt, die in der Grundversorgung der Vororteinkaufsmöglichkeiten nicht abgedeckt wird. Im Ruhrgebiet ist das hinfällig. Es gibt massenhafte Überlappungen innerstädtischer Einzugsgebiete.


    So schön ist Bochum nun auch wieder nicht, dass es sich allein darauf ausruhen könnte.


    Jetzt kommt der Polemikzug aber vollends in Rollen.


    Ausserdem gibt es noch "Städte" wie Hattingen, Castrop oder Herne, für deren Einwohner Bochum bisher die nächste Anlaufstelle war (Oberzentrum) - wenn mal etwas die Primitiv-Supermarkt-Bedürfnisse übersteigt.


    Castrop und Herne dürften sich ja jetzt eher gen Recklinghausen orientieren. Dort entstehen ja jetzt die "Recklinghausen Arcaden" mit 27.700 Qm Verkaufsfläche.


    Und ob sich die Hattinger nicht eher von dem neuen Monstrum in Hagen anlocken lassen, sei auch mal dahingestellt.


    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.


    Schlechte Beispiele: Der Reiz des Neuen. Reden wir mal am Ende der laufenden Dekade noch einmal drüber.


    Ich sage ja auch gar nicht, dass der stationäre Handel vollends einbrechen oder ersetzt werden wird. Ich halte es nur für blauäugig die Effekte des Onlineshoppings dauerhaft auszuklammern.


    Gerade der Einwurf von Xysorphomonian verdeutlicht ja, dass das Einkaufen in den Innenstädten immer mehr zum sozialen Event inkl. Spontankauf wird und damit eben auch zum Luxus, den man sich in seiner Freizeit leisten können muss.

  • Vielen Dank für den Link.
    Der führt direkt zu einem Text, in dem explizit nur Köln und Düsseldorf erwähnt werden.


    Der Vorwurf der Polemik (persönlich bist nur Du geworden) ist ein abgenudeltes Totschlagargument und hat noch weniger Aussagekraft als meine Bemerkung.


    "Was ist denn angemessen?"


    http://de.wikipedia.org/wiki/Oberzentrum#Deutschland
    Die Infos zum momentan herrschenden Defizit kannst Du hier im Forum finden. Hab jetzt keine Lust das rauszusuchen.


    Selbstentlarvend auch diese Behauptung

    "Castrop und Herne dürften sich ja jetzt eher gen Recklinghausen orientieren. Dort entstehen ja jetzt die "Recklinghausen Arcaden" mit 27.700 Qm Verkaufsfläche.


    Und ob sich die Hattinger nicht eher von dem neuen Monstrum in Hagen anlocken lassen, sei auch mal dahingestellt."


    Hier ist das alles also legitim? Mit welchem Maßstab wurde gemessen?
    Der frühe Vogel fängt den Wurm?


    "Es gibt massenhafte Überlappungen innerstädtischer Einzugsgebiete."


    Wer bestimmt die "Zumutbarkeit" der Reisen/Strecken/Anbindungen für verschiedene Leute in andere Städte?
    Und wie sieht die Arbeits-Infrastruktur-Mietentwicklung dann aus?


    "Mal dahingestellt" sei ausserdem die Behauptung, dass das Recklinghausener oder gar Hagener Zentrum näher ?? oder (momentan noch) besser ausgestattet oder attraktiver sind als Bochum.


    Deine "Philosophie" scheint zu sein, in der Mitte eines Ballungsraumes lassen wir ein Loch entstehen, in der Peripherie wird ja genug gebaut...


    "Zitat von Wohnklotz
    Auch die Argumentation, dass ja der Internethandel sowieso wächst und man sich daher keine Mühe mehr geben bräuchte, ist unsinnig, sonst würde ja auch niemand mehr nach Essen oder Dortmund fahren.



    Schlechte Beispiele: Der Reiz des Neuen. Reden wir mal am Ende der laufenden Dekade noch einmal drüber."


    Oh je... Der Reiz des neuen? Internet? Mir wird gerade bewusst das ich hier
    hoffnungslos Zeit verschwende...