Thema: Essen: damals & heute
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Alt 05.05.08, 16:22   #27
Fabio
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Bauten am Steeler Tor

Im Jahre 1843 zählte Essen 7.100 Einwohner und war ein kleines ländliches Städtchen, das von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben war. Aufgrund der Kohlewirtschaft und der durch die Firma Krupp dominierten eisenverarbeitenden Industrie entwickelte sich Essen in einem rasanten Wachstum zur Großstadt mit 100.000 Einwohner im Jahr 1896 und 500.000 Einwohner im Jahr 1916.
Vor dem ehemaligen Steeler Tor (Google Map) entstanden zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch heute erhaltene bzw. wieder errichtete Bauten.


Grafik: Fabio


Kolpinghaus (1859) und Gesellenhospiz (1895)
Der katholische Priester und Sozialreformer Adolph Kolping (1813 – 1865) hatte selbst als gelernter Schuhhandwerker Wanderjahre erlebt und gründete 1849 in Köln den ersten katholischen Gesellenverein. 1859 hatte der Verein ein Gesellenhaus (Kolpinghaus) in der Steeler Straße bezogen und 1895 zu einem Gesellenhospiz umgebaut. Das Gesellenhospiz war eine christlich ausgerichtete Herberge und Bildungsstätte zur Betreuung der Wandergesellen. Die Gebäude wurden im zweiten Weltkrieg zerstört und 1951 wieder aufgebaut.Kolpinghaus von 1859:

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Gesellenhospiz von 1895:

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Jahrhundertbrunnen (1902 – 1907)
Am 3. August 1902 erfolgte die Grundsteinlegung für den Jahrhundertbrunnen. Genau 100 Jahre zuvor, im Jahr 1802, nahmen preußische Truppen Stift und Stadt Essen sowie die Reichsabtei Werden in Besitz als Entschädigung für die an Frankreich verloren gegangenen linksrheinischen Gebiete. Der Münchener Bildhauer Ulfert Janssen schuf die Figur eines Arbeiters bei der Ruhe nach der Arbeit. Die Inschrift lautet „Rüstig zur Arbeit – Froh in der Rast“.Jahrhundertbrunnen:

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Gesellenhospiz (1912) Bernestraße
1912 wurde das neue Gesellenhospiz an der Bernestraße fertig gestellt. Es ersetzte die mit der Großstadtwerdung zu klein gewordene alte Herberge in der Steeler Straße. Der Neubau des Gesellenhospiz entstand nach Plänen des Architekten Hans Merl. An der Fassade befinden sich Handwerkssymbole. Das Gebäude wird seit 1977 als Katholisches Stadthaus genutzt.

Gesellenhospiz von 1912:

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Alte Synagoge und Rabbinerhaus (1911 – 1913)
1907 fand im Jahr der Brunneneinweihung ein Architektenwettbewerb für den Bau einer neuen Synagoge für die rasch gewachsene jüdische Gemeinde statt. Der Architekt Edmund Körner (1874-1940) entwarf eine der größten Synagogen Deutschlands (Länge = 70 m, Breite = 30 m, Kuppelhöhe = 34 m). 1911 – 1913 erfolgte der Bau der Synagoge. Sie überstand die Pogromnacht (9./ 10. November 1938 ) und die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. 1961 wurde es für eine Designausstellung als Haus der Industrieform umgebaut. Im Jahr 1980 eröffnete die „Alte Synagoge“ als Gedenkstätte.
Alte Synagoge:

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Im Rabbinerhaus ist bis zum Umzug in das Haus der Essener Geschichte (Luisenschule) die Stadtbildstelle untergebracht:

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Alt-katholische Friedenskirche (1914 – 1916)
1914 – 1916 wurde während des ersten Weltkrieges die alt-katholische Friedenskirche errichtet. Der niederländische Glasmaler Jan Thorn Prikker (1868-1932) gestaltete den Jugendstil-Kirchenraum, der vor allem durch sein Deckengemälde und Goldmosaik kunsthistorisch bedeutsam ist.
Siehe #22

Siehe auch:Denkmalpfad Essen

Geändert von Fabio (06.05.08 um 22:24 Uhr) Grund: Karte geändert
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