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Alt 13.04.13, 20:03   #67
nothor
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Das erste Obergeschoss

Am Brunnen befindet sich auch die alte, steinerne Streppe hinauf in das erste Obergeschoss:



Dreht man sich nach Süden, erkennt man den einzigen räumlichen Teil des Rekonstruktionsprojektes, den Westflügel der Anlage. Nur dort entstehen neue Räume, an sonsten geht es sowohl nach Norden, als auch nach Osten, lediglich um Laubengänge und die Fassade. Im Innern der Räume:



Die Räume stehen anschließend der Stadt Nürnberg, der Eigentümerin des Pellerhauses und auch des anschließenden Pellerhofes, zur Verfügung. Sie sind ca. 4,50 m hoch und 4,35 m breit. In der sichtbaren Raumflucht wird der Raum an zwei Stellen geteilt. Dort, wo die Betongewände stehen, können später richtige Wände eingezogen werden. so können drei Einzelräume entstehen. Die Betondecke, sowie die Gewände, werden anschließend historisch korrekt gestaltet: Es werden Holzbalken eingezogen, die mit einem Kalkputzgefach ausgefüllt werden, und so eine echte Altbaudecke ergeben. Die Betondecke ist aus statischen Gründen zwingend. Sie verleit dem gesamten Hof seine Steifigkeit, nur so halten die Fassaden bei den enormen Höhen auch Wind, wetter und allen möglichen späteren Nutzungen stand. Früher war das selbstverständlich nicht notwendig, da die Wände Halt über die nachbargebäude erhielten, die es heute teilweise nicht mehr gibt. Ein Grundriss:



Erkerdetail der Nordfassade im ersten Obergeschoss:



Ab dort aufwärts hat der Baukörper lediglich eine Tiefe von ca. einem Meter. Dahinter ist die Betonwand zu erkennen, die die Sandsteinwand einst stützen wird, und mit den Betondecken den aussteifenden Rahmen ergeben wird.
Nochmal die hinter den Bogengängen liegenden Räume des Westflügels:



Blick in den Hof Richtung Süden. Gerüste, Gerüste, Gerüste, und im Hintergrund das 1950'er-Vorderhaus:



Die Nordfassade ist das heikelste Unterfangen: Sie ist das Highlight des gesamten Hofes, das aufwändigste und zeitgleich auch das höchste Bauteil. Aufgrund des dahinter stehenden Scharrergymnasiums, einer Schönheit aus den 1970'er Jahren...



...kann die Nordfassade lediglich in einer relativen Bautiefe von max 1,5 Meter errichtet werden. Man wird aber keine Abstriche hinsichtlich der Qualität der Bauausführung machen. Alle Sandsteinelemente werden massiv in voller historischen Stärke erstellt und aufgebaut. Das Ergebnis wird eine sehr schwere Struktur sein, die möglichst lange steht. Nutzbar wird sie nicht sein. Illusorisch sind daher die Fenster und Türen, die ein scheinbar im Norden liegendes Gebäude erschließen. Dessen Wiederaufbau ist leider unmöglich.



Das Ziegelwerk hinter dem Fenster ist eine Stützwand, die zur Sicherung der stehengebliebenen Hoffassade in den 1950'ern aufgebaut worden ist. Diese hat man in die Betonwand integriert.

Läuft man den Laubengang an der Ost- oder an der Westseite entlang, kommt man zur Südseite. Von dort ist der Blick nach Norden möglich. Ein Zugang zum Vorderhaus gibt es allerdings von hier nicht. Man erkennt den fast fertigen Sandsteinerker im ersten Obergeschoss, und den betonierten Erker im 2. OG hinter den grünen Bauplanen:



Schaut man nach links, entdeckt man den in der Westfassade eingebetteten und komplett erhaltenen alten Treppenturm:




Der Turm bietet leider keine Zugänge zu den Hofflügeln. Diese lassen sich zurzeit nur über die Nordtreppe erreichen, die wir eben hoch gegangen sind. Doch nun hoch in das zweite OG.
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Fotos von mir, andernfalls ist die Urheberschaft angegeben.

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