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Alt 15.11.15, 11:51   #70
Wagahai
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Stand Bauarbeiten Stadtbahnlinie U12 Europaviertel und S21-Folgemaßnahme Heilbronner Straße


Pressemitteilung vom 12.11.2015


Zufrieden zum Stand der Arbeiten zeigten sich am 11. November 2015 die Leiter des Projekts S21-Folgemaßnahme Heilbronner Straße/Stadtbahnlinie U12 Europaviertel. Zwar hatten die geologischen Verhältnisse den Tunnelvortrieb verlangsamt und auch die Betonierarbeiten der Innenschale dauerten länger als geplant, doch hat beides keine Auswirkungen auf die Bauarbeiten der Bahn.

Zum Stand der Arbeiten im Tunnel
Die Betonierarbeiten für die Tunnelinnenschale der S21-Folgemaßnahme Heilbronner Straße/U12 Europaviertel sind auf der Zielgeraden. In etwa vier Wochen werden die Innenschalen der insgesamt rund 1500 Meter bergmännisch gebauten Röhren fertig betoniert sein. Zurzeit sind noch die letzten vier Tunnelblöcke im Bereich der so genannten Brillenwand – Abzweig der U12 von der Hauptstrecke in Stadtauswärtsrichtung - in Arbeit. Wegen des besonderen Profils kommt hier, wie im Querschlag, eine zimmermannsmäßige Holzschalung zum Einsatz. Die fast kreisrunden Regelquerschnitte des Tunnels konnten mit den beiden Full-Round-Wagen erstellt werden. Im Aufweitungsbereich (Abzweig U12) wurde nach konventioneller Methode zuerst die Tunnelsohle hergestellt und anschließend mit einem besonderen Deckenschalwagen das Tunnelgewölbe eingeschalt und betoniert.

In Arbeit sind in den bergmännisch gebauten Röhren die Bankette entlang der Tunnelwand und der Sohlbeton. Die Bankette enthalten Lehrrohre für Kommunikationsleitungen (Kupfer, Glasfaser), Leitungen für die Zugsicherung, Signale und Weichensteuerung oder die Tunnelhaustechnik wie Beleuchtung oder Steckdosen. Auf die Bankette kommen im Zuge des Stadtbahntechnischen Ausbaus noch Kabeltröge für weitere Kabel (Kurzstrecken- und Anbindungsleitungen für Beleuchtung, Steckdosen, Zugsicherung etc. sowie das Erdungsseil). Die Bankette werden im Endzustand auch als Flucht-, Rettungs- und Wartungswege genutzt.

Zum Tunnelrohbau wird auch der Erschütterungsschutz gerechnet, der im Tunnel, abhängig von der Überbauung an der Oberfläche mit Unterschottenmatten oder mit einem so genannten schweren Masse-Feder-System gewährleistet wird. Dabei werden Gleise und Schotterbett von der Tunnelinnenschale entkoppelt, so dass Schwingungen aus dem auf die vom Schallschutzgutachter festgelegten Frequenzen minimiert werden:

- Die rund drei Zentimeter dicken Unterschottermatten aus einem geschlossenen Polyurethan-Werkstoff werden auf dem Sohlbeton ausgelegt, darauf kommt dann die Schotterbettung, auf der dann die Betonschwellen und die Schienen liegen.

- Aufwändiger ist das schwere Masse-Feder-System. Es besteht aus etwa 2,50 Meter langen Betonfertigteilen, auf denen später wie bei den Unterschottermatten der Schotter aufgebracht wird sowie die Schwellen und die Schienen montiert werden. Zwischen dem Sohlbeton im Tunnel und den Betonelementen befinden sich elastische Lager als „Stoßdämpfer“. Die Betonelemente werden miteinander verdübelt und bilden somit eine lange Gliederkette. Insgesamt müssen über etwa 1200 Meter rund 480 Fertigteilelemente eingebaut werden.

Diese Arbeiten können voraussichtlich im März 2016 beginnen, die Herstellung der Betonfertigteile im Fertigteilwerk beginnt im November 2015. Zeitlich dazu versetzt ist im Frühjahr 2016 auch der Beginn des Gleisbaus geplant:

Noch offen ist, wann der Lückenschluss zwischen den bergmännischen Röhren der U12 und den unter der Stadtbibliothek verlaufenden Röhren erfolgt. Hier fehlen noch je Richtung etwa 20 Meter. Aus Logistikgründen (Materialzufuhr), werden die Blöcke voraussichtlich erst zum Ende des 2. Halbjahres 2016 gebaut.

Baugruben Kurt-Georg-Kiesinger-Platz und Türlenstraße
In beiden Baugruben wurden die Anschlussbauwerke an die Bestandstunnel unter der Heilbronner Straße inzwischen fertiggestellt. Der letzte Tunnelblock in der Grube am Kurt-Georg-Kiesinger Platz wurde Ende Oktober hergestellt. Über der Tunneldecke muss nun noch ein Fernwärmekanal über den Tunnelblöcken gebaut werden. In der Grube Türlenstraße sind derzeit noch Kanalarbeiten im Gange. Dort wird noch bis Dezember 2015 ein wegen des Tunnelbaus provisorisch verlegter Abwasserkanal in seiner endgültigen Lage gebaut.

Beiden Baugruben sind etwa bis zur Tunneloberkante mit Erde verfüllt, können aber aus statischen Gründen noch nicht vollständig zugeschüttet werden. Denn zurzeit können die Tunnel noch nicht die Erdlast einer gänzlichen Auffüllung tragen. Sie bleiben solange unverfüllt bestehen, bis die Stadtbahnen durch die neuen Tunnel unter der Heilbronner Straße gelenkt werden. Erst dann können die noch notwendigen Zwischenwände betoniert werden, denn die Lage der Wände befindet sich im Bereich der heutigen Gleislage. Nach dem derzeitigen Zeitplan wird angestrebt, dass die Stadtbahnen in stadteinwärtiger Richtung Ende 2016/Anfang 2017 auf die neue Strecke gehen, in Stadtauswärtsrichtung etwa drei Monate später.

Fluchttreppenhäuser
Für die U12 wurden zwei Fluchttreppenhäuser links bzw. rechts der Umspannstation der ENBW im Europaviertel gebaut. Sie sind vorgeschrieben, wenn Tunnelabschnitte länger als 500 Meter sind. Denn von jedem Punkt im Tunnel muss längstens nach 300 Metern ein Fluchtweg – sei es ein Treppenhaus oder eine Haltestelle - erreicht sein. Das Treppenhaus in Stadtauswärtsrichtung ist im Rohbau fast fertig. Rund 40 Stufen führen dann vom Tunnel bis an die Oberfläche auf der Wagenladungsstraße. Die Gewerke für den Ausbau werden in den nächsten Monaten ausgeschrieben. Der Rohbau für das Treppenhaus in Stadteinwärtsrichtung wird in Kürze begonnen.

Brücke über die Wolframstraße
Der Pflasterbelag auf der Brücke über die Wolframstraße ist fertig, die Geländer sind montiert. Es fehlen noch Fahrleitung, Wartehallen (kommen Mitte 2016) und die beiden Aufzüge. Im Mai hatte die SSB das ehemalige Stellwerk der Deutschen Bahn abgerissen und im August wurde mit dem Bau der Stützwände begonnen, die vom Brückenwiderlager entlang der Nordbahnhofstraße verlaufen. Diese Arbeiten dauern bis Ende 2015 an. Mitte 2016 wird noch die Blechverkleidung an der Brücke montiert und die sichtbaren schwarzen Kabelleerrohre werden dahinter verschwinden. Die Ausschreibung hierfür wird Ende des Jahres veröffentlicht. Der nördlich der Gleise liegende kombinierte Geh-/Radweg auf der Brücke über die Wolframstraße soll im Frühjahr eröffnet werden. Der Weg südlich der Stadtbahngleise wird erst mit der Betriebsaufnahme der U12 freigegeben.

U12 Richtung Milchhof
Der Straßen- und Gleisbau zum Anschluss des neuen Abschnitts an die Bestandsstrecke vor der Haltestelle Milchhof wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 starten. Im Anschluss an die Brücke wird das Gleis zunächst in provisorischer Lage als Schottergleis gebaut. Erst wenn die Baulogistikstraße von S21 nicht mehr genutzt wird, können die beiden SSB-Gleise als Rasenbahnkörper in endgültiger Lage hergestellt werden. Auf Höhe der Einmündung der Friedhofstraße wechselt das Gleis von der Seitenlage in die Mittellage und schließt dort an das bestehende Gleis an. Zunächst wird nur so weit gebaut, dass die U12 ungehindert durch die Friedhofstraße fahren kann. Voraussichtlich im August 2017 wird die Lücke bis zur Haltestelle Milchhof geschlossen und dabei das Gleis angeschwenkt. Begrünt wird das Gleis im Abschnitt zwischen der Friedhof- und der Rosensteinstraße. Der Bau der neuen Gleis und Straßen ist wegen der kleinen Baufelder und der Berücksichtigung des Individualverkehrs nicht ganz einfach zu bewältigen.

Anlage: Daten und Fakten zum Projekt

Stadtbahnlinie U12

- Neubauabschnitte: Europaviertel (in Bau), Dürrlewang (in Bau), Löwentor bis Hallschlag (in Betrieb), Hallschlag bis Aubrücke (in Bau)

S21-Folgemaßnahme

- Verlegung der Tunnelröhre unter der Heilbronner Straße zwischen Hauptbahnhof und Türlenstraße („Stammstrecke“)

- Bergmännischer Vortrieb in Kombination mit U12-Röhren

Röhren
- 440 Meter Tunnelröhren für die U12

- 1030 Meter Tunnel für die S21-Folgemaßnahme

- Ausbruchsquerschnitte zwischen 45 qm und 115 qm

- Verbindungstunnel (Querschlag) zwischen den einwärts- und auswärtsführenden Röhren für die U5, U6 U7 und U15 als Fluchtweg

- 150 Tunnelmeter zwischen den neuen bergmännisch gebauten Röhren und dem Bestandstunnel werden in offener Bauweise in den beiden Baugruben hergestellt.

- Die Baugruben sind bis zu 19 Meter tief, teilweise 28 Meter breit und rund 80 Meter lang.

Chronik
Oktober 2008: Die SSB beginnt auf dem Gelände des Europaviertels mit den ersten Tunnelblöcken für die U12 unter der Stadtbibliothek

5. Juni 2009: Grundsteinlegung neue Stadtbibliothek (Eröffnung am 24.10.2011)

September 2010: Montage des „Stuttgart-Portals“ am Tunnelmund Europaviertel

März 2013: Beginn Bau der Brücke über die Wolframstraße (zukünftig Haltestelle Budapester Platz). Vor dem Geno-Gebäude in der Heilbronner Straße beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau der Stadtbahntunnel als Folgemaßnahme zu S21

Mai 2013: Am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz beginnen die vorbereitenden Arbeiten für den Anschluss der neu zubauenden Stadtbahntunnel U6, U5, U7; U15 an die Bestandsstrecke

Juli 2013: Tunnelanschlag am 20. Juli 2013 mit den beiden Tunnelpatinnen Veronika Kienzle und Andrea Krueger

August 2013: Beginn bergmännischer Vortrieb

September 2014: Abschluss des bergmännischen Vortriebs, Beginn Tunnelinnenschale

Oktober 2015: Fertigstellung der Anschlussbauwerke Baugrube Türlenstraße und Kurt-Georg-Kiesinger-Platz

Herbst 2015: Abschluss Betonarbeiten für die Innenschale

Frühjahr 2016: Einbau Erschütterungsschutz und Beginn des Gleisbaus.


Quelle: SSB
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一犬影に吠ゆれば百犬声に吠ゆ。 (Ikken kage ni hoyureba hyakken koe ni hoyu)
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