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Alt 09.06.12, 16:53   #43
nikolas
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Baukultur im Klimawandel

^^
Unter Bundesstiftung Baukultur: [Pressebericht] Dämmen – nur eine Übergangstechnologie? findet sich eine kleine Zusammenfassung der Vorträge und Diskussionsergebnisse der Veranstaltung "Baukultur im Klimawandel".

Zudem finden sich in dem Bericht Sechs Thesen der Bundesstiftung über Baukultur im Klimawandel. Ich stelle sie mal komplett ins Forum. Einzeln und/ oder in Summe betrachtet mögen sie hier als Stichwortgeber für weitere Diskussionen dienen.


THESE 1
WIR MÜSSEN DEN BAUKULTURELLEN NEBENWIRKUNGEN DER ENERGIEWENDE INS AUGE SEHEN

Der energetische Umbau könnte das Erscheinungsbild unserer Städte ähnlich zurichten, wie es die autogerechte Stadt seit den 50er Jahren getan hat.


THESE 2
WIR MÜSSEN MIT DER SUBSTANZ UND NICHT GEGEN SIE ARBEITEN, DAS HEISST, DASS WIR FÜR DEN EINZELNEN ORT UND DAS EINZELNE GEBÄUDE SPEZIFISCHE LÖSUNGEN ENTWERFEN MÜSSEN.

Die Reduktion auf rechnerische Kennwerte garantiert keine lebenswerte Umwelt. Sie birgt die Gefahr, auf Irrwege zu geraten, da sie die Verantwortung von den gestalterisch geschulten Architekten auf die effizienzgeschulten Energieberater abschiebt.


THESE 3
WIR MÜSSEN DIE INTEGRATION DER REGENERATIVEN ENERGIEN INS ERSCHEINUNGSBILD UNSERER STÄDTE UND LANDSCHAFTEN SOWIE DIE ENERGETISCHE SANIERUNG UNSERER HÄUSER ZUERST ALS GESTALTERISCHE HERAUSFORDERUNG ANSEHEN, DIE DEN STÄDTEBAULICHEN UND LANDSCHAFTLICHEN KONTEXT RESPEKTIERT.

Dabei müssen die Beteiligten davon überzeugt sein, dass nicht die Optimierung einzelner Bausteine, sondern nur die Ausgewogenheit und das Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze unsere gebaute Umwelt baukulturell verbessern wird.

THESE 4
NUR DURCH EINE GANZHEITLICHE BETRACHTUNG DES ENERGIEVERBRAUCHS JEDES EINZELNEN KANN EIN BEWUSSTSEIN FÜR DEN RESSOURCENEFFIZIENTEN VERBRAUCH GESCHAFFEN WERDEN.

Anstelle des Kurierens von Einzelaspekten an den Objekten, ob Wärmedämmung oder Photovoltaik, muss eine verbrauchsorientierte Betrachtung der Ressourceneffizienz in ihrer Gesamtheit treten.


THESE 5
WIR MÜSSEN VOM GEBÄUDE ÜBER DAS QUARTIER BIS HIN ZU EINEM VERÄNDERTEN MOBILITÄTSVERHALTEN DENKEN

Baukultur heißt, Effizienz im größeren Maßstab zu sehen, das bedeutet die Innenentwicklung der Städte mit aller Konsequenz vor der Außenentwicklung zu fördern und sich für nachhaltige Mobilitätsangebote stark zu machen.


THESE 6
WIR MÜSSEN DIE GESETZGEBUNG ÄNDERN UND SIE AN DEN MÖGLICHKEITEN DES BESTANDS ORIENTIEREN

Energieeffizienz ist nicht der einzige Aspekt der Nachhaltigkeit. Die vielfach beklagte niedrige Sanierungsquote ließe sich steigern, wenn in der Gesetzgebung die Energieeffizienz-Maßstäbe nicht länger an Neubauten orientiert werden, sondern an Bestandsbauten. Dies bedarf neben einer Energie- auch einer Gesetzgebungswende


Quelle: Bundesstiftung Baukultur: [Pressebericht] Dämmen – nur eine Übergangstechnologie?
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