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Alt 17.06.15, 18:49   #150
antonstädter
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Zwischen Hepke- und Falkensteinplatz

In Gruna, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Großen Garten, entstanden in den 1920er Jahren einige große genossenschaftliche Siedlungsanlagen, von denen die Gartenheimsiedlung, im Volksmund Kohlrabisiedlung genannt, wohl die bekannteste sein dürfte. Mit dieser werden wir uns zu gegebener Zeit gesondert befassen. Heute zunächst zur Anlage der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft (Gewobag).

Rund um den Falkensteinplatz entstand 1925 bis 1928 eine Siedlung von Wohnblöcken, die sich mit fortlaufendem Bau immer weiter von einer zunächst noch expressionistisch anmutenden Formensprache hin zu einem reinen Bauhausstil entwickelten, der auch an die unmittelbar darauf neugeschaffenen Straßenzüge bis hin zum 1928 angelegten Hepkeplatz und Umgebung maßgeblich wurde. In einer weiteren Bauphase in den 1930ern wurde dieser Bereich durch typische Nazibauten komplettiert, wobei selbstredend die „undeutschen“ bauhäusigen Flachdächer durch wahre teutsche Walmdächer ersetzt wurden. Diese sollen jedoch nicht Gegenstand dieses Bilderbogens sein, beschränken wir uns doch erst mal auf die Zwanziger…

Die Gewobag-Bauten an Falkensteinplatz und Zwinglistraße, zentrumsnah gelegen, brannten 1945 nach Bombentreffern aus und wurden in der Folge vereinfacht wiederhergestellt. Dabei kamen auch die typischen Fensterformen der Nachkriegsära zum Einsatz, was den ursprünglichen Charakter der Bauten doch etwas entfremdet. Die Bauhäusler dahinter haben den Krieg allerdings unversehrt überstanden und sind mittlerweile alle im ursprünglichen Sinn saniert.

Begonnen habe ich den Rundgang in der Heynathstraße, wo sich an der Ecke zur Schrammsteinstraße dieser Bauhäusler in der Abendsonne aalt:




Direkt gegenüber:



Hepkeplatz Ecke Hepkestraße:




Der lange Block am Hepkeplatz, Ostseite:




Hepkeplatz/Ecke Heynathstraße mit zu vermietendem Ladengeschäft…




Bauhausambiente in der Vollsackstraße (die heißt wirklich so) mit älterer Bebauung der Schrammsteinstraße am Horizont:




Vermutlich originale Haustür in der Vollsackstraße:




Bauhäuslicher Hinterhofblick an der Vollsack-/Schrammsteinstraße:




Am Falkensteinplatz:




Anschluss der ersten Gewobag-Häuser am Falkensteinplatz an die Bestandsbebauung der Schrammsteinstraße:




Expressionistische Sockelzone, darüber schlichte Wiederaufbaufassade der unmittelbaren Nachkriegszeit; die Bauten sind damit trotz der vermeintlichen Unscheinbarkeit ein äußerst wertvolles Dokument der allerfrühesten Wiederaufbauphase in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre.




Detail der Sockelzone mit Tür; absolut bemerkenswert die noch heute sichtbaren Kriegszerstörungen der Klinkerprofile:




Markantes Eckhaus in Ziegeloptik am Falkensteinplatz:




Gegenüber ein Detail des etwas jüngeren Bauhausblocks am Ende der Haenel-Clauß-Straße:




Punkteckhaus an der Kurve, wo die „große“ Zwinglistraße zur Schneebergstraße wird, mit Einmündung der Comeniusstraße rechts:




Kopfbau Zwinglistraße / Comeniusstraße gegenüber des erröteten Punkthauses:




Und zum Schluss die gegenüber befindliche Eckbetonung an der Schneebergstraße / Zwinglistraße; der Bau weist deutlich die markanten, hochstehenden Fensterformate der Wiederaufbauzeit auf, ist vom Korpus her aber ein Endzwanziger…


Geändert von antonstädter (17.06.15 um 20:54 Uhr)
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