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Alt 28.12.13, 22:27   #1247
Eisber
 
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Da hast du wirklich einen falschen historischen Eindruck. NIE WIEDER war Berlin so "buzzing", die Straßen und Plätze und Boulevards etc. so voller Menschen, wie in den "Goldenen 20ern". Aus dieser Zeit stammen auch die "Mythen" des Alex, des Ku'damm usw., von dem Nimbus, der in dieser Zeit entstand, zehren die noch heute. In ganz tollen zeitgenössischen Romanen wurde das Berlin dieser Zeit verewigt, solltest du unbedingt lesen. Exemplarisch sei Döblins "Berlin Alexanderplatz" genannt, das rastlose Lebensgefühl des Berlins dieser Zeit überträgt sich richtig auf den Leser.

ÖPNV in Berlin war schon immer preisgünstig und stark nachgefragt. Und wie gesagt, die ganze Infrastruktur aber auch die Quartierplanung, die Parks usw. sind ja für eine gute Mio. mehr Menschen ausgelegt. Und zu Zeiten des Kaisers, auch der Weimarer Republik und auch der Nazizeit hatte Berlin ja eine viel größere Bedeutung als heutzutage (politisch und ökonomisch), heute ist die politische Macht in Deutschland föderal verteilt, wobei Berlin v.a. Treffpunkt ist, weniger hat Berlin selbst groß mitzureden. Das war sehr anders. Ebenso das ökonomische Gewicht. Heute ist Berlin die größte Stadt unter Gleichen in Europa, auch innerhalb Deutschlands. Das heißt natürlich umgekehrt dass man früher in Berlin wesentlich großzügiger planen konnte (finanzieller Spielraum) und auch wollte (Prestige).
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