City & Wallring | Boulevard Kampstraße [Planung&Bau]

  • Nun, Trolling sieht anders aus.


    Der sehr breite Gehweg mit dem hellen Stein ist nicht verkehrt. Wenn man mir einen Boulevard ankündigt, erwarte ich allerdings auch wesentlich mehr Pracht von der Anliegerschaft. In der Hinsicht sind dies und das hier schon Totalausfälle. Die anliegenden Gebäude hier sind auch einigermaßen deprimierend. Es ist sicher löblich, wenn man bei der Gestaltung des öffentlichen Raums vorweg schreitet, aber wenn die private Hand nicht nachzieht, dann bleibt es bei einem Versuch - und bei einer "Straße".

  • @ dj tinituts:


    Leider sind die Nutzungen in der Kampstraße, insbesondere der "Westentorallee" nicht sonderlich "boulevardesk" und nach Fertigstellung des Abschnitts wird es dort vermutlich erst mal wie eine Plattenwüste aussehen. Aber der Boulevardcharakter entwickelt sich mit dem Wachstum der noch zu setzenden Bäume. Als ich Anfang der 90er nach Dortmund kam hatte der Klepping einen ebenso betonierten Charme. Inzwischen sind die Bäume - wie ich kürzlich erstaunt festgestellt habe - dort aber so groß, das tatsächlich so etwas wie großstädtische Atmosphäre eingetreten ist. Ich denke in diese Richtung wird sich die Kampstraße auch entwickeln, hoffentlich auch was die Nutzung in Richtung Westentor angeht. Ich hoffe allerdings nicht, dass dort Platanen gesetzt werden. Die halte ich nicht für so geeignet. Aber die scheint ja der Dortmunder Stadtbaum zu sein.


    Schön zu sehen, dass der früher so trostlose Kreuzungsbereich Wall/Rheinische Straße endlich gefasst und geordnet ist. Es wirkt allerdings doch etwas brutal groß. Und warum werde denn in Dortmund nur immer so bombastische U-Bahn-Zugänge gebaut? Hat man zu viel Geld?

  • Echnaton

    Zitat:
    Es ist sicher löblich, wenn man bei der Gestaltung des öffentlichen Raums vorweg schreitet, aber wenn die private Hand nicht nachzieht, dann bleibt es bei einem Versuch - und bei einer "Straße".


    Da hast du zu 100 Prozent Recht. Daher ist es schön, dass private Investoren bereits angekündigt haben Geld in die Hand zu nehmen und ihre Bestandbauten entlang der Westentorallee auf Vordermann zu bringen. Deine erwähnten "Totalausfälle" sind im Übrigen keine, siehe andere Blickrichtung. Direkt "hinter" der U-Bahnhaltestelle entsteht momentan das Kölbl-Kruse-Bürohaus (d.h. vor Kopf der Westentorallee) und das Unique-Hotel (ebenfalls vor Kopf der Westentorallee) hat vor wenigen Wochen eröffnet. Auch das direkt angrenzende U-Areal wird ja bekanntlich komplett neu bebaut. Ganz zu schweigen von den Thier-Arkaden, die ebenfalls nur einen Katzensprung entfernt sind. d.h. Der Rahmen wird stimmen. Ich werde das nächste mal, wenn ich in der Stadt bin, (sommerliche) Aufnahmen der Kleppingstraße machen. Diese kommt dem Erscheinungsbild der fertig gestellten Westentorallee bekanntlich sehr, sehr nahe. Fazit: Die umgestaltete Kampstraße (6 Bauabschnitte, 1.200 Meter lang, 25 Mio. € teuer) wäre nicht nur für Dortmund eine Bereicherung. Ein genauerer Blick in diesen Thread ist daher lohnenswert.

  • ^^ Das sind andere Gebäude. Zudem: Die Vorstellung, man müsse eine bestimmte Blickrichtung wählen, um sozusagen die Schokoladenseite zu entdecken, ist nicht gerade überzeugend. Die Gebäude, die ich oben verlinkt habe, sind kein Fall für eine Sanierung, sondern eher schon für die Abrissbirne - jedenfalls, wenn man etwas schaffen will, das die Bezeichnung Boulevard verdient.

  • Echnaton

    Man kann sich nicht einfach einen nicht überzeugenden Bau herauspicken und den Rest, sprich die gelungenen Bauwerke entlang des Westentors/Westentorallee, unter den Teppich kehren. Genau das ist nicht gerade überzeugend. Entscheidend ist der Gesamteindruck und der wird stimmen. Ich verweise ja auch nicht auf ein einzelnes, hässliches Gebäude an der Kö, die es an mehreren Stellen durchaus gibt, und pauschalisiere. Natürlich liegt so einiges im Argen (bezogen auf die gesamten 1.200 Meter der Kampstraße), aber der von Dir präsentierte Kritikpunkt ist gegenüber einem Ortskundigen nicht haltbar. Denn gerade das westliche Ende des Boulevards, wird ein Hingucker werden. Im Übrigen könnte der Eindruck entstehen, dass die Kamp besonders hässlich ist. Besonders schön ist sie sicherlich auch nicht, aber eine Straße wie diese, ist in jeder Innenstadt, einer westdeutschen Großstadt anzutreffen.

  • Selbstverständlich sind auf der Kampstraße einige Gebäude reif für die Abrissbirne. Besonders erbärmlich erscheinen mir das Gebäude der WestLB (wo aber in Zukunft abhilfe geschaffen wird), sowie das Gebäude der Telekom und die Baulücke ist auch nicht zu vernachlässigen. Aber der Boulevard Kampstraße ist ein riesiger Schritt in die richtige Richtung. Sicherlich wird auch der ein oder andere Immobilienbesitzer Geld in die Hand nehmen. Genau so wie Investoren. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass der Boulevard auf der höhe der Westentorallee noch nicht fertig gestellt ist. Und die ganzen Bäume sind auch noch nicht gepflanzt. Ich bin der Meinung, man sollte der Entwicklung dieses Abschnittes noch etwas Zeit lassen. Da wird sich sicherlich noch einiges tun. Davon bin ich fest überzeugt.
    In Höhe der Kreuzung Westentor ist es auch noch unübersichtlich, da auch noch gebaut wird. Doch in den Planungen sind ja auch teilweise mehrere Baumreihen geplant. Das wird das Erscheinungsbild weiter aufwerten.
    PS: Nun ist der Abschnitt Rheinische Straße Richtung Innenstadt freigegeben.

  • dojul


    Na ganz so desolat für die Abrissbirne stellt sich die Kampstraße ja doch nicht dar, insbesondere nicht der Deilmann-Bau der WestLB, ob man ihn jetzt mag oder nicht. Besonders der westliche Abschnitt war ja nie von Einzelhandel, sondern mehr von Büro- und Dienstleistungsnutzungen geprägt. Die Schneise, die die Kampstraße bildet ist nun mal Ergebnis des Tabula-Rasa-Städtebaus nach dem 2. Weltkrieg, mit der es nun umzugehen gilt. wohl wahr: der Telekom-Anbau ist scheußlichste 90er-Jahre-Billigarchitektur (wie das Westfalenforum), die Baulücke entwicklungsfähig, das Gebäude daneben (ich weiß nicht was es aktuell beinhaltet, in den 90ern war dort Küchen Smidt drin) allerdings grenzwertig.


    Ich denke die hochbaulichen und konzeptionellen Entwicklungschancen der "Westentorallee" hängen doch stark von der künftigen Entwicklung des U-Geländes ab und ob es gelingt, dieses an die City anzubinden.

  • @ dojul + Benevolo

    Den Telekom-Komplex sollte man in zwei Bereiche unterteilen. So ist der Flügel direkt am Wall/Kampstraße eigentlich ganz akzeptabel (Sandsteinfassade). Der dahinter liegende Abschnitt, sprich der Flügel der komplett an der Kampstraße liegt, ist aber in der Tat danebengegangene 1990er-Jahre-Architektur. Benevolo hat durchaus Recht, wenn er darauf hinweißt, dass der aktuelle Zustand nicht derart desolat ist. Es gibt nämlich auch Lichtblicke, siehe z.B. die Krügerpassage, das neue Böckerhaus, die Petrikirche oder von mir aus auch die Hauptsparkasse und der West-LB-Komplex, bei denen sich in Zukunft wohl auch noch etwas tun wird (Öffnung hin zum Boulevard).

  • Boulevard

    Die Diskussion ob nun Boulevard oder nicht ist müßig. Ein Boulevard ist laut Definition immer noch eine große Ringstraße. Der Begriff ist schlicht Marketing. Zwar bietet die Kampstraße nun wirklich einige ziemlich hässliche Bauwerke aber wenn man sich die Kleppingstraße einmal ansieht, dann fällt einem auf, dass der Bestand auch nicht wirklich der schönste ist. Dennoch macht die Straße heute einen sehr guten Eindruck. Gleiches wird für die Kampstraße gelten. Da kommt dann unten Gastronomie und Verkaufsfläche rein und dann passt das schon. Man kann doch nicht verlangen, dass der gesamte Bestand abgerissen wird und dann richtig schön alte französische Architektur hochgezogen wird, damit eine Straße ihre Berechtigung als Boulevard, Flaniermeile oder was auch immer bekommt.

  • promenade

    vll ist der Begriff "Promenade" in dem westlichen Bereich (und auch im östlichen Bereich) etwas zu hoch gegriffen.


    Wenn die Bäume aber stehen - es möglicherweise Terassen gibt (zB um den Irish Pub herum) dann wird es ganz anders aussehen.


    Der Fußgängerbereich wird dann etwa 13 - 15 meter sein.


    Also, ich freu mich drauf. Bis jetzt bin ich diese Strecke (über die Kampstrasse richtung Westentor) nur ausnahmsweise gegangen.
    Die letzte Zeit aber schon des öfteren. Einfach schauen wie es sich entwickelt

  • @ Strukturwandler + -Berry-

    In der Tat ist es müßig über den Begriff Boulevard zu streiten. Wichtig ist, was am Ende dabei rauskommt. Betrachtet man sich die Kleppingstraße und nehmen wir sie zum Maßstab, dann kann man durchaus zufrieden sein. Bäume, eine ansprechende Bepflasterung, Gastronomie und ein bisschen Einzelhandel können kaschieren. Natürlich darf/wird es dabei nicht bleiben. Nach und nach wird es mit Sicherheit immer mehr ansprechende Gebäude entlang der Kampstraße geben. Der Anfang ist ja nun gemacht. Ich freue mich auf jeden Fall auch auf das Endprodukt.

  • @ Nick

    Ich stimme dir zu, der Begriff "Boulevard" wird in letzter Zeit ja geradezu inflationär bei Straßenbaumaßnahmen verwendet, wo man früher nur von Neubau oder Ausbau eines Straßenzuges gesprochen hätte. Und in den meisten Fällen wird dieser Begriff nach Fertigstellung der Projekte auch wieder verschwinden. Aber,dass ist auch völlig unerheblich, entscheidend ist, dass solche Baumaßnahmen erfolgen. Insbesondere für Dortmund bedeutet dies eine erhebliche Aufwertung des ganzen Straßenzugs. Und der Straßenbau muss nun mal der Aufwertung der Randbebauung vorangehen. Allerdings glaube ich nicht, dass die Kampstraße bzw. der Brüderweg auf ihrem gesamten Zug als Flaniermeile dienen wird. Trotz sicherlich erfolgender Aufwertung der Randbebauung, Öffnung der Gebäude zur Straße und Anlage von Straßencafes, fehlt einfach die Ost-West-Passantenfrequenz. Die Hauptfußgängerströme verlaufen in Dortmund nun mal in Nord-Süd-Richtung. Im zentralen Bereich zwischen Petri- und Reinoldikirche wird dieser Strom sicher auch die Kampstraße bevölkern, wohl aber eher um diese schräg zu kreuzen.
    Aber egal! Hauptsache, der gesamte Straßenzug sieht besser aus und hat nicht mehr nur den Charakter einer Straße für Anlieferverkehr.:lach:

  • @ alle


    Ich hatte mich etwas unglücklich ausgedrückt. Ich meine ganz bestimmt nicht, dass alle Gebäude auf der gesammten Kampstraße abgerissen werden sollen. Das auf keinen Fall. Ich meinte nur den Bereich, wo gerade auch die Kampstraße umgebaut wird.


    @ Nick: Natürlich sind die Boeker-Filiale und das Krüger-Haus sehr schöne Gebäude, teilweise auch mit Geschichte. Dort würde ich niemals eine Abrissbirne herumfliegen lassen. Dass wäre ja blanker Wahnsinn !!!

    Einmal editiert, zuletzt von dojul () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • na also. geht doch!
    in den letzten 24 stunden wurden vorzüge und defizite des umbaugebietes (und begrifflichkeiten) stärker hinterfragt, als auf den 6 seiten zuvor. diese beiträge früher - und ich hätte mich überhaupt nicht in das thema eingeklinkt.


    es ist nichts peinliches daran, wenn eine strasse kein boulevard ist. peinlich wäre es doch nur, sie dennoch als solchen zu bezeichnen. bleibt zu hoffen, dass dies eine belebte geschäftsstrasse wird und wir im daf noch möglichst viel über bauliche aktivitäten um sie herum erfahren werden.

  • beleuchtung

    ich weiss nicht seit wann die Beleuchtung funktioniert - aber gesternnacht hat sie geleuchtet.


    Ich finde diese Stäbe wirklich hässlich - aber es hat einen guten (gesamt)Eindruck hinterlassen. Und ich bin wirklich überzeugt, dass die Beleuchtung in Kombination mit Grün eine erhebliche Verbesserung wird.


    Wie ich bereits oben geschrieben habe, um das Limerick herum könnte eine gastronomische Ecke entstehen. Der Galerie nebenan (im WestLB Gebäude) hat vor kurzem zugemacht. Hier etwas gemütliches - und die ganze Ecke wird gemütlich.


    Im zentralen Bereich der Kampstrasse könnte es eine gleiche Ambiente geben wie auf dem alten Markt.


    Auf jedem Fall glaube ich, es wird besser werden als auf der oberen Kleppingstrasse. Einfach weil die Fußgänger mehr Platz haben.


    Aber dieser Wasserrinnsal stört mich noch immer. :D

  • Boulevard

    Nun der Begriff Boulevard suggeriert natürlich so etwas wie Urbanität - Flair - Glamour! - und das hat die Kampstraße - Lokalkolorit hin oder her - nun wahrlich nicht. Dafür muss sie sich zu sehr mit seinen großflächigen Nachkriegsstrukturen rumschlagen. Wenn so etwas wie Flair und Aufenthaltsqualität entstehen wird, dann im Bereich zwischen Petri- und Reinoldikirche, in dem sich ja die Hauptpublikumslagen befinden und der ja auch durch das Promenadenband betont werden soll. Die westlichen und östlichen Ränder (Brüderweg und "Westentorallee") sind halt eine gestalterische Fassung der enormen Verkehrsflächen - und das ist völlig in Ordnung. Wenn es gelingt diese aufzuwerten, umso besser. Hier aber von "Boulevard" zu sprechen finde ich aber ein bisschen überzogen. Mir gefällt allerdings das Projekt!

  • Abwarten und Tee trinken kann ich nur sagen. Der Umbau Strasse kann natürlich nur der Anfang sein. Aber hier wird nun mal eine bereits bestehende Strasse mit bestehender Blockrandbebauung umgebaut. Auch auf der Kö in Düssledorf wird hier und da mal ein Altbestand platt gemacht und durch eine neues Gebäude ersetzt. Und nein, hier gab es nie irgendwelche Prinzen oder Durchlauchten die im 17ten oder 18ten Jahrhundert mal hier oder da eine Prachtstrasse hochziehen liessen. Ich finde aber dass die Kampstrasse genug Potenzial hat, eine schöne und vor allen Dingen moderne und bunte 'Flaniermeile' zu werden, die viele Handschriften trägt... eben ein Boulevard.

  • Passanten-Frequenz (Promenadenband)

    Ich möchte noch einmal auf das Thema Einkaufsstraße eingehen. In einigen Beiträgen wurde immer mal wieder (fälschlicherweise) behauptet, dass die Kamp keine Einkaufsstraße ist. Das muss ich relativieren. Beim Brüderweg und bei der Westentorallee handelt es sich, wie bereits von Benevolo erwähnt, um eine Mischverkehrsfläche, flankiert von Bürobauten. d.h. Diese Abschnitte waren nie Einkaufsstraßen und sollen dies auch in Zukunft nicht werden. Beim Abschnitt zwischen St. Petri und St. Reinoldi, inkl. des Willy-Brandt-Platzes, sieht die Sache aber ganz anders aus. Das zukünftige Promenadenband ist flankiert von dutzenden Einzelhändlern. Folgend, eine Übersicht von Geschäften entlang des zukünftigen Promenadenbandes. Diese hat nicht den Anspruch komplett zu sein:

    • Karstadt
    • Westfalenforum (Einkaufspassage)
    • Esprit
    • Mayersche
    • Gerwi
    • Boecker
    • C&A
    • Peek und Cloppenburg (Pläne zu einem Eingang an der Kamp liegen in der Schublade)
    • Krüger-Passage + eine weitere Passage ("H&M-Passage")
    • Einige Boutiquen (z.B. auf Höhe der U-Bahn-Haltestelle Kampstraße)


    Dazu kommen noch einige Cafes, Bars, die Hauptsparkasse, ein Hotel, der Platz von Leeds und nicht zu vergessen zwei sehr wichtige U-Bahn-Haltestellen (Umsteigebahnhöfe Kampstr. + Reinoldikirche). Also ganz ehrlich: Der zentrale Abschnitt der Kampstraße ist schon heute eine richtige Einkaufsstraße, mit einer ordentlichen Passanten-Frequenz. Zudem besteht bei einigen Objekten durchaus Fantasie zu mehr. - Wie schon im Stadtgespräch ausgiebig diskutiert, hat Sonae (siehe aktuell LOOP5) Interesse bekundet, das Karstadt-Technik-Haus zu erwerben. - Fazit: Frei nach Dr. Rotkohl: "Abwarten und Tee trinken, dat wird schon."