Neues aus dem Osten

  • Wenn auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation und der geringeren Bevölkerungszahl im wesentlich kleineren Maßstab gibt es ähnliche Prozesse an der deutsch-tschechischen Grenze in der Oberlausitz und im Erzgebirge. Auch hier sind die Häuser am deutscher Seite mittlerweile teils günstiger als auf böhmischer Seite und Bauland ebenso und besser erschlossen. Es reicht aber noch nicht aus, um derart in den Fokus der Medien zu rücken wie Löcknitz.


    28. Dezember 2004
    Sachsen will Wohnraum für tschechische Familien anbieten
    http://www.welt.de/print-welt/…he_Familien_anbieten.html

  • In Tschechien ist es dagegen schon eine ganze Weile immer mal wieder Thema und dies besonders seit dem EU-Beitritt.


    Hier mal ein aktueller Artikel in der online-Ausgabe der Mladá fronta Dnes, der neben dem Boulevard-Blatt Blesk (ca. 500.000 Stück) auflagenstärksten (ca. 320.000 Stück) und meistgelesenen Tageszeitung Tschechiens.


    26. Juni 2008
    Češi kupují levné domy v bývalé NDR
    Tschechen kaufen billige Häuser in der ehemaligen DDR
    http://ekonomika.idnes.cz/cesi…80625_212812_ekonomika_dp


    Die Preise für Häuser sind dem Artikel zufolge in Sachsen bis zu 50 Prozent niederiger als ein paar Kilometer hinter der Grenze in Böhmen. Derzeit sind es noch wenige Dutzend Tschechen, die sich ein Haus in Sachsen gekauft hätten, aber ihre Zahl dürfte schnell steigen. Die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien hat sich bereits auf Kund_innen aus Böhmen eingestellt, die ersten seien bereits umgezogen. Es geht dabei nicht nur um Wohnraum, sondern auch um Häuser als Investition und für die in Tschechien sehr beliebten Wochenendhäuser. Genannt werden Beispiele aus Zittau.


    Es geht aber nicht nur um Sachsen. Es werden auch Immobilienpreise in deutschen Metropolen zum Vergleich angegeben, so dass man davon ausgehen sollte, dass diese ähnlich oder sogar günstiger sind als in Tschechien. Im folgenden werden auch Nahrungsmittelpreise verglichen, die in Deutschland mittlerweile für bestimmte Produkte niedriger sind, z.B. eine Flasche Pilsener Urquell ;-).


    Zum Schluss wird auf ähnliche Prozesse an der deutsch-polnischen Grenze, speziell im Norden, verwiesen und auf Einwohner_innen von Bratislava, die sich in Ungarn niederlassen. [In einem weiteren Beitrag wird klar, dass es nicht nur in Ungarn, sondern in Niederösterreich der Fall ist. Genannt werden Dörfer wie Kittsee, Berg oder Wolfsthal, die sich zu Vorstädten von Bratislava entwickeln. Der Bürgermeister von Wolfsthal gibt an, dass es derzeit etwa 50 Slowak_innen sind und rechnet damit, dass es in etwa zwei Jahren 150 bis 200 sein werden. Mittlerweile fährt dort schon der Bratislavaer Nahverkehr hin. http://www.novinky.cz/clanek/1…-rakousku-a-madarsku.html ]


    PS: Noch ein Artikel in deutsch zu den Entwicklungen am Westrand von Bratislava, etwa Hainburg oder Wolfsthal: http://diepresse.com/home/wirt…tconomist/440941/print.do

  • Entschuldigung, wenn wir immer weiter von Löcknitz nach Süden wandern. Für Sachsen war es mir bekannt, für Bayern hätte ich eine solche Entwicklung nicht so schnell erwartet - wenn überhaupt. ;) Oder hätte das jemand von euch noch vor ein paar Jahren prognostiziert?



    http://bydleni.idnes.cz/kupte-…070802_171958_bydleni_web
    Es geht um Eigenheime und ausgebaute Pensionen, die auf der bayerischen Seite des Böhmerwaldes deutlich billiger zu haben sind als in Tschechien. Daher gibt es etwa in Bayerisch Eisenstein oder Bodenmais schon mehrere tschechische Betreiber_innen von Pensionen. Die Gründe sind vielfältig, aber dies würde wohl endgültig den Rahmen des Forums sprengen. ;)

  • Noch ist Polen nicht verloren - Cottbus aber offensichtlich schon. Zumindest ist das in einer Stadt, die derzeit über die Abschaffung ihres Straßenbahnnetzes debattiert, ein naheliegender Gedanke: http://www.lr-online.de/region…ahn-Aus;art1049,2398112,0. Deutlicher kann ein Oberbürgermeister eigentlich nicht machen, daß er für seine Stadt keine Zukunft sieht...


    Die der Debatte zugrundeliegende Studie kann man hier einsehen: http://www.cottbus.de/.files/s…aa/gz/PTV_09-02-11_PK.pdf

  • Plauen: Stadt muss für Abriss bezahlen

    Interessantes Urteil, leider wohl nicht grundsätzlich, sondern nur wegen eines Formfehlers:


    Abriss fällt Rathaus auf Füße


    Landesbehörde schlägt sich auf Seite des Eigentümers: Stadt muss fürs Plattmachen der Vowetex-Ruine zahlen
    Freie Presse vom 06.03.2009
    http://www.freiepresse.de/NACH…TLAND/PLAUEN/1465539.html


    Vor vier Jahren ließ die Stadt Plauen das ruinöse Industriegebäude der Vowetex (Vogtländische Webtextilien) an der Böhlerstraße abreißen. Nach einem Teileinsturz urteilte Ulrich Giering, der Fachgebietsleiter für Bauordnung: "Es war Gefahr in Verzug". Die Ruine hätte als gefährlicher Abenteuerspielplatz gelockt. Dem Eigentümer setzte die Stadt eine Frist von sechs Tagen, um auch noch den Rest plattmachen zu lassen. Mit dem Schreiben lieferten sie ihm gleich die Adressen von drei Abrissfirmen mit. Der Besitzer legte Widerspruch ein. Danach ließ die Stadt auch noch den Rest abreißen für 18.400 Euro, die sie vom Eigentümer einforderte.


    Die Landesdirektion Chemnitz, ehemals Regierungspräsidium Chemnitz, schlug sich nun auf die Seite des Eigentümers und entschied, dass die Stadt auf den Abrisskosten sitzenbleibt. Sechs Tage seien als Frist zu kurz, hieß es. "Wir haben schnell gehandelt, und das ist uns auf die Füße gefallen", sagt Giering. Die Stadt musste dem Eigentümer die 18.400 Euro Abrisskosten zurückzahlen. Der Finanzausschuss wurde am Donnerstagabend über diese außerplanmäßigen Kosten informiert, die nachträglich bereitgestellt werden mussten.

  • Leipziger Denkmal Stiftung, Onlineblattform für gefährdete Baudenkmäler in Mitteldeutschland etabliert

    Das vom Stadtforum Leipzig initiierte Projekt http://www.baudenkmale-mitteldeutschland.de, eine Datenbank für gefährdete Baudenkmäler in Mitteldeutschland, entwickelt sich einen Monat nach Eröffnung zur Informationsblattform zu gefährdeten Baudenkmälern in Mitteldeutschland. Erste Anfragen von Interessenten zu den vorgestellten Objekten, bestätigen die Idee einer Denkmalblattform für Mitteldeutschland.


    Die Datenbank kann von jedem User, der über Informationen über ein gefährdetes Baudenkmal verfügt, ergänzt werden. Ziel ist es einen Bestand von gefährdeten Baudenkmälern in Mitteldeutschland zu erfassen, öffentlich zugänglich zu machen und so mögliche Interessenten/Investoren an die Objekte heranzuführen.


    http://www.baudenkmäler-chemnitz.de.

  • ein kleines Projekt

    Und manchmal scheint die Geschichte doch zu siegen: Eine kleine Villa, recht schlicht, wurde 1827 errichtet und seit der vorletzten Jahrhundertwende als Gastwirtschaft genutzt. Nach dem Krieg langsam verfallen, riss die SED-Führung die Haus-Ruine aufgrund des Schmitt-Besuches 1981 ab. Jetzt wurde sie von privater Hand neu aufgebaut, aber lest selbst:


    http://www.tagesspiegel.de/ber…rbellinsee;art128,2987428


    Toll, wenn es auch mal solch kleine Projekte schaffen!

  • Und noch ein sehr ausführlicher Artikel über den Stadtrückbau in Sachsen-Anhalt und speziell Dessau, Wittenberg, Köthen und Bernburg, der bereits am 22.10.2009 in der ZEIT erschienen ist:


    Stadtplanung
    Wachstum durch Abriss
    Wie schrumpft man Städte? Die Internationale Bauausstellung in Sachsen-Anhalt hat wilde Ideen.
    http://www.zeit.de/2009/44/IBA

  • Gerade berichtete das ZDF über den skandalösen bevorstehenden Abriss der Alten Schule im Zentrum von Tanna (Thüringen). Obwohl ein arbeitsplatzschaffender Investor bereitsteht und das Gebäude sanieren und nutzen möchte, hat der dortige Stadtrat beschlossen das unter Denkmalschutz stehende Gebäude zugunsten einer Freifläche abzureissen.

  • Demnächst das erste Wächterhaus in Cottbus?

    Nach Leipzig, Halle, Chemnitz und Görlitz könnte nun bald auch in Cottbus die Wächterhaus-Idee Fuß fassen. Am 10. Dezember fand um 18.30 Uhr in den ehemaligen Brandenburgischen Kunstsammlungen (Spremberger Straße 1) eine Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Wächterhäuser – Wiederbelebung leer stehender Häuser“ statt. Zunächst stellte Juliana Pantzer, Vorstandsmitglied von HausHalten e.V., das erfolgreiche Modell der „Wächterhäuser“ in Leipzig vor. Anschließend diskutierten etwa 70 interessierte Bürger_innen über die Umsetzbarkeit in Cottbus. Die Initiative ging von einer Gruppe engagierter Studierenden der BTU, dem Verein die StadtAgenten Cottbus e.V. und weiteren Interessierten aus. „Wir möchten die Idee vortragen und hoffen auf einen breiten Diskussionsstart. Klar ist, dass Cottbus hier Potenzial hat, aber auch, dass Rezepte nicht einfach übertragen werden können, sondern dass solche Konzepte der Stadt mit ihren spezifischen Problemen und Akteuren angepasst werden müssen.“, so Stephan Pönack, Mitglied der Initiativgruppe.

    Stephan Pönack
    die StadtAgenten Cottbus e.V.
    0176 238 33699, mail@diestadtagenten.de


    http://diestadtagenten.de/joom…task=view&id=75&Itemid=60


    Lausitzer Rundschau, 12.12.2009:
    „Wächterhäuser“ könnten Stadt beleben
    http://www.lr-online.de/region…eben;art1049,2767389,1#__

  • Einkaufszentrum Meißen Neumarkt

    Helft mit gegen eine Bebauung des Neumarktes in der Altstadt von Meißen. Trotz der von der Stadt beauftragten Verträglichkeitsstudien, die dem Bau ablehnen, will die Stadt ein Einkaufszentrum bauen. Dass die Stadt jetzt schon Verkehrsprobleme hat scheint keinen zu Interessieren. Durch das neue Einkaufszentrum soll die Straße verbreitert werden und eine zusätzl. Ampel gebaut werden. Zudem sollen 3 denkmalgeschützte Häuser abgerissen werden. UND das in einer der schönsten Altstädte Deutschlands!!!!


    Macht mit bei der Online Unterschriftensammlung:
    http://www.meinepetition.ch/forum-petition/read.php?id=6523


    Hier nochmal die letzten Tv Beiträge zum Thema:
    http://www.meissen-fernsehen.d…nn_im_Fruehjahr-2136.html
    http://www.meissen-fernsehen.d…tti_am_Neumarkt-2287.html

  • Eine alternative wäre jegliche Einbindung der vorhandenen gebäude und eine anderweitige Nutzung die den verkehr nicht zusätzlich erhöht, zb Wohnungen, Parkanlage, restaurants oder kleinere Fachgeschäfte.

  • Vernetzungstreffen der Stadtforen 2010


    Liebe Mitstreiter, liebe Stadtforen und Initiativen für kreative Stadtgestaltung und Baukultur,


    in fortsetzender Tradition möchten wir Euch alle gern zum Vernetzungstreffen 2010 nach Chemnitz einladen.
    Viel ist inzwischen in Sachen Stadtgestaltung passiert, Positives wie Negatives. Neue Initiativen sind entstanden, beispielsweise das Stadtforum Altenburg.


    Um die Arbeit in den einzelnen Städten vorzustellen, um die neuen Initiativen kennen zu lernen und um die Zusammenarbeit untereinander zu verbessern zu verbessern würden wir uns gern am 23.06.10 um 10.00 Uhr im WELTECHO, Annaberger Straße 24 zusammenfinden.
    Für einen kleinen Imbiss sowie Getränke ist gesorgt, für die Mittagspause finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft einige Möglichkeiten. Das Ende ist für ca. 16.00 Uhr geplant.


    Folgender Programmablauf ist angedacht:
    - kurze Vorstellung der Initiativen und deren aktuelle Projekte
    - Vorstellung und Diskussion der geplanten Novellierung des Denkmalschutzgesetzes in Sachsen und deren Auswirkungen
    - kreativer Gedankenaustausch und Anbindung gemeinsamer Arbeitsfelder
    - kleiner Stadtrundgang


    Wir hoffen auf einen anregenden Tag in Erwartung reger Beteiligung. Bis bald in Chemnitz.


    Frank Kotzerke

  • Wäre super! Raus aus den Plattenbauten, rein in die alten, aber schönen Häuser! Das schlechte Image von Cottbus ist doch nur diesem Plattenbaustadtbild zu verdanken. Also weg damit. :D

  • Lichtentanne (b. Zwickau) Schloss Schönfels wird versteigert

    Dienstag, 7. September 2010
    Chemnitzer Morgenpost, 7. September 2010


    Für 15.000 Euro: Kaufen Sie sich Ihr eigenes Schloss!
    Mister James will das ,wonderful castle‘ loswerden


    In Schönfels wird ein Schlossherr gesucht. Ein Engländer will das 460 Jahre alte Gemäuer am 18. September versteigern lassen. Dabei hatte er es selbst erst vor drei Jahren bei einer Auktion erworben.


    http://www.sz-online.de/Nachri…Schloss/articleid-2555023



    DGA: http://www.dga-ag.de/

  • Bilder im Wandel


    Spiegel Online zeigt in der Rubrik "einestages" einige Bilder, die den Zustand ausgewählter Gebäude in ostdeutschen Städten kurz nach der Wende dem Zustand nach der Sanierung gegenüberstellen. Am Ende des ergänzenden, nicht unkritischen Textes wird erwähnt, dass die Bilder des Fotografen (Stefan Koppelkamm) vom 8.10. bis zum 21.11. im Berliner Museum für Kommunikation zu sehen sein werden.
    Bilder
    Text

  • Raus aus den Plattenbauten, rein in die alten, aber schönen Häuser! Das schlechte Image von Cottbus ist doch nur diesem Plattenbaustadtbild zu verdanken. Also weg damit. :D


    also sooo hässlich find ich cottbus jetzt wirklich nicht. natürlich gibt es da genügens platten, aber auch viele schöne ecken. auch zum wohnen:-) was das betrifft, würde ich cottbus sogar mit erfurt vergleichen.. nur ich habe schnell gemerkt, dass, wenn man die ganzen platten mal vergisst, beide städte wunderschön sein können.

    Einmal editiert, zuletzt von BinePro ()

  • ^ Wobei die Cottbuser Innenstadt allerdings keineswegs mit Erfurt mithalten kann. In den Gründerzeitvierteln mag das anders sein.