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Alt 02.04.13, 20:18   #131
nothor
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nothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiellnothor ist essentiell
hfrik argumentiert ja, dass die Fassadendämmung als Einzelmaßnahme dann sinnvoll wäre (ich würde sagen: sein kann), wenn die Fassade ohnehin zu machen ist. Da macht man eben das Dämmaterial mit drauf, das kostet nach meiner Beobachtung je nach Fassadenfläche ein bis zwei zusätzliche Tage. Damit verändert sich zunächst die Kostenrechnung in der Tat zu Gunsten des WDVS.

Aber wie du sagst ändert es nicht die Einstellung derjenigen, die grundsätzlich WDVS nicht mögen. Das ist m.E. genau so nachvollziehbar wie nicht jeder in einer Blockhütte wohnen möchte oder in einem Hochhaus. Es ist wesentlich für das Haus, und wenn man - was auch immer - gegen WDVS hat, verzichtet man im Eigeninteresse auf WDVS.

In unserem Haus steht in den kommenden Jahren ebenfalls eine Fassadenrenovierung an. Ich bin aber dafür, auf Dämmung zu verzichten. Wichtiger wäre mir, die Fassade hinsichtlich ihrer ursprünglichen historischen Gestaltung wiederherzustellen. Nun beobachte ich aber in den Straßen Nürnbergs verschiedene Einzelphänomene: Es werden an sich unspektakuläre Altbaufassaden ohne künstlerische Details lediglich aufgefrischt, ohne das Dämmung aufgebracht wird. Und wenige Straßen weiter werden aufwändige bildhauerisch verzierte und völlig schadenfreie Sandsteinfassaden gedämmt. Daher meine Einstellung zu WDVS, es ist ein Bestandteil einer konstruierten Wertschöpfungskette aus KfW-Förderung und angenommener Nachfrage, wonach die Käufer nunmal standardmäßig nach Dämmung fragen. Zwei Gründe für Investoren zum WDVS zu greifen. Ich sehe da aber keine Motivation aufgrund des Umweltschutzes. Sollte die KfW WDVS an Altbauten grundsätzlich nicht mehr fördern, würde das Zeug sicherlich auch niemand mehr verbauen.

In der Tat ist das Thema WDVS hoch komplex. Wer heute neu bauen will, kommt eigentlich nicht daran vorbei. Es sei denn er ist wirtschaftlich potent genug, um sich eine luxuriösere Lösung zu leisten. Aber nochmal, es ist einfach nur deshalb so, weil es die Politik so will. Die Schere zwischen machbar und wirtschaftlich vertretbar wird absichtlich immer weiter geöffnet. Und da muss man sich z.Zt. wirklich fragen wem es nutzt.
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