Thema: Essen: damals und heute
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Alt 13.04.09, 23:49   #78
Fabio
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Krupp & Essen (6) Villa Hügel (2)

Die Villa Hügel ist vom 28 Hektar großen Hügel-Park umgeben.


Terrasse mit Sphinx
Bild: Fabio, 2008


Blick in den Park der Villa Hügel
Bild: Fabio, 2008

Das Denkmal der Arbeit aus dem Jahr 1936 von Hugo Lederer (1871-1940) stand früher im Turmhaus (1911-1976). Zu Füßen der Statue „Allegorie der Arbeit“ ist das Stammhaus dargestellt. Das Denkmal erinnert an den Firmengründer Friedrich Krupp (1787-1826).


Denkmal der Arbeit, auch Stammmutterdenkmal genannt.
Es stand im ehemaligen Turmhaus an der Altendorfer Straße, heute befindet sich dort das Porsche Zentrum Essen

Bild: Fabio, 2008

Alfred Krupp hatte einen schwierigen Charakter, er litt unter Schreibzwang und er wurde im Alter zu einem Hypochonder (siehe Berühmte Gäste in Bad Ems). Alfred Krupp zog sich immer mehr zurück und griff meist schriftlich in das Tagesgeschehen seiner Fabrik ein. Sein Sohn Friedrich Alfred vermittelte zwischen dem Direktorium und seinem Vater, den man in der Fabrik auch den grollenden Alten vom Hügel nannte.


Denkmal für Alfred Krupp (1812-1887), es stand früher am Tor zur Krupp-Stadt an der Ecke Ostfeldstraße / Altendorfer Straße vor dem heutigen Colosseum-Theater
Bild: Fabio, 2008

Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn war nicht einfach. Lange willigte Alfred Krupp nicht in die Ehe seines Sohnes Friedrich Alfred mit Margarethe Freiin zu Ende ein. Alfred Krupp hielt seinen sanft auftretenden und seit der Jugend an Asthma kränkelnden Sohn für schwach und die aus einer verarmten Adelsfamilie stammende Margarethe als Schwiegertochter für nicht geeignet. Erst als Alfred Krupp 1882 von seiner 19 Jahre jüngeren Frau Bertha verlassen wurde, erlaubte er die Eheschließung seines Sohnes.
Alfred Krupps Frau Bertha zog in die elegante Stadt Leipzig, diese boomte in der Gründerzeit und bot ein wesentlich interessanteres Gesellschaftsleben als die Arbeiterstadt Essen. Zu der Zeit baute man in Leipzig bereits das 2. Gewandhaus (Konzerthaus) und erst nach dem Tod von Alfred und Bertha Krupp öffnete dank einer Stiftung der Industriellenfamilie Grillo im Jahr 1892 in der Stadt Essen das erste Theater im Ruhrgebiet überhaupt.
1885 lebte der Komponist Engelbert Humperdinck mehrere Monate auf Hügel als musikalischer Gesellschafter Alfred Krupps. Den Bechsteinflügel durfte Humperdinck als Geschenk mitnehmen. Später komponierte er darauf die Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Alfred Krupp erlebte noch 1886 die Geburt seiner Enkeltochter Bertha. Nach Alfred Krupps Tod am 14. Juli 1887 kehrte seine Witwe Bertha aus Leipzig zurück auf den Hügel, sie verstarb bereits ein Jahr später im September 1888.


Denkmal für Friedrich Alfred Krupp (1854-1902), im Hintergrund das Kleine Haus
Das Denkmal stand 1907 am Limbecker Platz.

Bild: Fabio, 2008

Im Kleinen Haus befindet sich heute das Krupp-Museum mit der historischen Ausstellung Krupp.
Hier wird die Geschichte der Familie und des Industrieunternehmens Krupp beschrieben.


Krupp-Ringe aus nahtlosen Eisenbahnreifen, historische Ausstellung Krupp im Kleinen Haus der Villa Hügel
Bild: Fabio, 2008

Bis 1945 war die Villa Hügel sieben Jahrzehnte lang Wohnsitz der Familie Krupp. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Villa von den Besatzungsmächten beschlagnahmt und 1952 wieder an die Familie zurückgegeben. Heute ist sie Veranstaltungsort für Konzerte oder Ausstellungen, sie wird durch die Kulturstiftung Ruhr verwaltet.

Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung
1968 gründete der letzte Firmeninhaber als Vermächtnis die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftung. Sitz der Stiftung ist das ehemalige 1914 erbaute Gästehaus der Villa Hügel, bis heute Arbeitsplatz von Berthold Beitz, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Stiftung.


Das Gästehaus aus dem Jahr 1914 ist Sitz der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Bild: Fabio, 2008
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