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Alt 12.11.08, 22:17   #39
cherubino
 
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Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

mit völligem Unverständnis muß ich zur Kenntnis nehmen, daß die Stadt Chemnitz entgegen der Politikwende des Bundes und der geplanten neuen Verwaltungsvorschrift in Sachsen wertvolle und zudem schöne Gebäude hauptsächlich aus der Gründerzeit abreißt. Dagegen protestiere ich.
Unter der Vorgabe sich der demographischen Entwicklung anpassen zu müssen, wurde ein unsägliches Gesetz geschaffen, das letztendlich nur städtischen Wohnungsgesellschaften zu Gute kommt, die Fördermittel (Steuergelder !) für Gebäudeabrisse und damit Geld zur Vernichtung von Wohnraum erhalten und Altschulden tilgen können. Städtebauliche Akzente und Stadtbildpflege sowie das Prinzip des Rückbaus von außen nach innen werden reinen kommerziellen Interessen geopfert. Steuergelder für bereits sanierte Objekte werden ebenso vergeudet.
Nach eine neue Verwaltungsvorschrift des Bundes, die mir vorliegt, können Wohnungsunternehmen, die Zusagen nach der Altschuldenhilfeverordnung (Härtefallregelung §6a AHG) bereits erhalten haben, bei Verzicht auf den Abriss von Altbauten die dafür bewilligte Altschuldenentlastung als Zuschuss für die Sanierung oder Sicherung von Gebäuden umwidmen. Bei einem Verkauf der Gebäude an Dritte können die Mittel für die Sanierung anderer Altbaubestände des Wohnungsunternehmens eingesetzt werden.
Die führt das Vorgehen in den betroffenen Städten (z.B. Freiberg, Leipzig) ad absurdum. Zudem muß der demographische Wandel nich ewig anhalten; die Geburtenraten steigen wieder.
Da Chemnitz in den vergangenen Jahrzehnten besonders im 2. Weltkrieg extrem gelitten hat, werden die sinnlosen Abrißvorhaben doppelt unverständlich. Die Stadt verliert teilweise ihre geschichtliche Identität und die heutige architektonische Bebauung mit Beton, Stahl und Glas ist beliebig.
Ich hoffe sehr, daß dieses geschichtlose Handeln seitens der Verantwortlichen eingestellt wir. Die Bürgermeisterin von Freiberg hat u.a. dafür die Quittung mit ihrer überfälligen Abwahl erhalten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr.R.Wirth
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