Brühl / Innenstadtcampus

  • Brühl / Innenstadtcampus

    In der heutigen Freie Presse werden die Visionen der Stadt für das Gebiet zwischen Innenstadt und Brühl gezeigt. Ich finde diese wirklich sehr gut.Begrüßen würde ich die Karreebebauung entlang der Müllerstraße, da dann
    die 11-Geschosser weichen müßten. Ebenso gut finde ich die Überbauung des Busbahnhofes. Meiner Meinung nach dürfte dieser in ca. 20 Jahren in seiner jetzigen Form nicht mehr gebraucht werden.
    Alles in Allem eine sehr schöne Sache. Nur leider fehlt mir der Glaube daran, dass es Realität wird. Siehe
    Auch dem Kommentarschreiber kann ich nur zustimmen. Siehe

  • Das sind großartige Pläne die es so schon in den frühen 90ern auf den Bebauungsplänen für die Innenstadt gab. Dann verschwand der Plan und es wurden die Platten an der Mühlenstraße gegenüber vom Stadtbad saniert und viel schlimmer, der historische Block an der Mühlenstraße, der im Plan wieder geschlossen ist, wurde aufgerissen, die ganze Front an der Mühlenstraße fehlt heute. Die Pläne sind schön und es wäre ein Traum für Chemnitz, wenn sie umgesetzt werden würden, nur wer soll 2025, wenn Chemnitz nocheinmal 10% weniger Einwohner hat, dort leben. Es müssten heute schon um das verwirklichen zu können, grundlegend andere Weichen gestellt werden im Stadtumbauprozess. Allem Voran der Rückbau der Plattenbauviertel. Derzeit wird kräftig saniert, Wohnungsgenossenschaften wollen im Heckert neu bauen.
    Interessant auch in dem Zusammenhang, das mit dem städtebaulichen Entwurf für das neue Behördenzentrum hinter dem Karl-Marx-Forum ein Entwurf gewonnen hat, der alles andere als das Bild einer Europäischen Stadt mit Blöcken vorsieht.

  • Unglaublich! Ein atemberaubender, mutiger städtebaulicher Masterplan, der mich wirklich sprachlos macht und weit mehr ist, als ich mir jemals zu erhoffen gewagt hätte. Was die Stadt und Albert Speer hier als Vision entwickelt haben, kann Chemnitz einen neuen, anderen Blick in die Zukunft ermöglichen. Endlich ist man weg vom Duckmäusertum und traut sich etwas. Schon bis 2015 sollen alle Voraussetzungen geschaffen sein, damit bis 2020 Studenten auf dem neuen Campus ein und aus gehen.


    Das sollte eigentlich an alle Chemnitzer Haushalte verteilt werden:

    Quelel: Freie Presse


    Hier lohnt es sich wirklich, sich die Pläne im Detail anzuschauen. Den Artikel und den Kommentar hat chemnitzer bereits verlinkt, aber auch das Interview mit OB Ludwig hat es in sich. Grundlage sind die bereits bekannten Pläne, die Alte Aktienspinnerei (Luftbild) zum geisteswissenschaftlichen Zentrum mit Zentralbibliothek zu machen und auf dem Gelände des jetzigen Busbahnhofs ein Kommunikationszentrum und eine Mensa anzusiedeln. Übrigens ist auch das Postgebäude in der Straße der Nationen (Luftbild) nicht als Polygon dargestellt, was auf die bisher oft vermutete Einbeziehung in das TU-Gelände hindeuten könnte. Auch die Pläne, den TU-Standort an der Reichenhainer Straße mit einem Straßenbahnanschluß zu versehen und damit mit dem derzeit im Umbau befindlichen Hauptbahnhof und damit dem geplanten neuen Standort zu verknüpfen, sind bereits erwähnt worden. Zusammen mit dem Schillerplatz ist das ein hochattraktiver Innenstadtcampus. Schon heute könnte man den Schillerplatz beleben: Als ich neulich dort war, stand das Gras kniehoch, so daß der wunderbare Platz nur von wenigen Menschen zum Sonnenbaden oder Entspannen genutzt wurde. Manchmal muß man keine Millionen investieren, um eine Oase zu schaffen...


    Schon das sind stimmige Pläne, aber für Begeisterung sorgt vor allem, daß man endlich nicht nur in Insellösungen denkt, sondern "ganze Viertel und ihre Einrichtungen" vernetzen will - vom Brühl über das Behördenzentrum bis zur Innenstadt. Um das zu erreichen, sollen die Plattenbauten an der Mühlenstraße geopfert werden und durch Karrees ersetzt werden (Luftbild). Frau Ludwig sagt zwar, daß niemand Angst haben müsse, vor 2030 seinen Block verlassen zu müssen, aber wenn hier Klarheit herrscht, die Pläne auch mit Finanzmitteln unterfüttert werden und vielleicht sogar ein Neuvermietungsstopp hinzukommt, kann das aus meiner Sicht sogar wesentlich schneller gehen. Die Pläne können auf dem Brühl mit seinen großen Leerständen einen Investitionsschub auslösen, den man auch als Möglichkeit zum Freizug der Plattenbauten nutzen könnte.


    Wichtig wäre es aus meiner Sicht, die Pläne des Freistaates zum neuen Behördenzentrum in und hinter der Parteifalte an der Brückenstraße mit diesem Plan zu verknüpfen. Ich würde dafür plädieren, den bisherigen Wettbewerb (Artikel) einfach zu vergessen und dem Büro Albert Speer auch das zu übertragen, um eine Plaung aus einem Guß zu ermöglichen. Wenn man sich den Siegerentwurf zum Behördenzentrum anschaut, glaube ich übrigens, diesen auf der oben verlinkten Grafik wiederzufinden. Allerdings ist der große Schwachpunkt des Entwurfs, nämlich die fehlende Verknüpfung zur neuen Achse Innestadt-Brühl, nicht mit dargestellt. Bekanntlich waren die Plattenbauten an der Mühlenstraße für den Wettbewerb noch unantastbar.


    Zum Brühl selber gibt es im Interview Detailpläne. Der Brühl wird in drei Abschnitte aufgeteilt, wobei der letzte an der Mühlenstraße erst bis 2030 Form annehmen wird. Zwischen Zöllnerplatz und Hermannstraße (Luftbild) ist ein "Wohnboulevard" geplant, der "Kiezboulevard" zwischen Hermannstraße und Georgstraße (Luftbild) soll für studentisches Wohnen, Gastronomie, Läden und alternative Nutzungen wie Ateliers stehen. Dazu sollen die Eingänge wieder aus den Innenhöfen hervorgeholt werden und Vorgärten angelegt werden. Schon 2010 und 2011 will man für den Brühl werben und Investoren auf Basis der Studie ins Boot holen, auch soll der Brühl durch Diskussionen, Veranstaltungen, Werkstätten, Konzerte und Veranstaltungen wie das Experten-Speed-Dating ins öffentliche Bewußtsein gerückt werden. Ein wesentlicher Vorteil ist, daß große Teile des Brühls der GGG gehören und somit quasi in städtischer Hand sind. Mit diesem schlüssigen Plan und dem starken Bekenntnis zum Brühl bestehen riesige Chancen zur Entwicklung des ganzen Gebietes. Die Architekten sind sogar so mutig, selbst an der Heinrich-Zille-Straße (Luftbild) ein geschlossenes Karre einzuzeichnen. Für diese Pläne muß wirklich ganz Chemnitz an einem Strang ziehen!

  • Ein erster Schritt wäre wirklich, nicht dem Bebauungsplan für das Behördenzentrum von Koch zu folgen. Das ist von gestern. Man sieht seinen Entwurf der jetzt am Rawema Haus verwirklicht wird. Eine Blechfasade ala 70er Jahre.
    Wenn man so eine Vision für die Chemnitzer Innenstadt entwickelt, frage ich mich allerdings warum derzeit der Johannisplatz mit Flachbauten und Banalarchitektur zugekleistert wird. Auch hier gab es einen tollen städtebaulichen Rahmenplan den man bei erst bester Gelegenheit über den Haufen geworfen hat.

  • Am ehemaligen Standort des Hotel Carola steht auch wieder was :lach:

  • unser kleiner Central Park.... :)


    Ich finde v.a. die Idee der Kareebebauung sehr schön, endlich hat jmd begriffen was urbanes Gefühl bedeutet.
    Bisweilen dachte ich immer der Busbahnhof steht unter Denkmalschutz??? Eine Verlegung auf den Bahnhofsvorplatz wäre meiner Ansicht nach die beste Option.


    Alles in allem gefallen mir die Pläne sehr sehr gut. Ich spende auch wenns sein muss... :daumen:

  • Ja, der Busbahnhof steht unter Denkmalschutz, d.h. das Empfangsgebäude. Die charakteristische Kunststoffüberdachung der Bussteige ist ja schon länger verschwunden. Die Diskussion haben wir schon mal hier geführt:
    http://www.deutsches-architekt…d.php?p=256145#post256145


    Ich befürchte aber, er gehört dann zu den über 80 Prozent der Denkmale in Sachsen, die nach dem Willen unserer Landesregierung zum Abschuss freigegeben werden sollen.

  • Strategie für den Brühl

    Die "Strategie" der Stadt, den den Brühl in drei Abschnitte zu teilen, d.h. "den Wohnboulevard, das ist das nördliche Karree zwischen Zöllnerplatz und Hermannstraße, den Kiezboulevard, den zentralen Abschnitt zwischen Hermann- und Georgstraße, und den Südboulevard südlich der Georgstraße." ist doch Schnulli. Babalu meint dazu: "Nehmen wir den Kiezboulevard: Wegen der Nähe zum künftigen Universitätsstandort eignet er sich für studentisches Wohnen. Doch wir wollen mehr, wir wollen einen multifunktionalen Raum: Gastronomie, Läden und alternative Nutzungen wie für Ateliers. Zur Hermannstraße hin soll es ruhiges Wohnen geben."


    200 m Kiezboulevard zwischen drei Straßenkreuzungen, da wird die Kuh fliegen. Ich wäre dafür, den Brühl in seiner ganzen Länge, zumindest von Georgstr. bis Zöllnerplatz, als "Szenemeile" in den Blick zu nehmen und das ruhige Wohnen in den Seiten- und Parallelstraßen zu platzieren. Ruhig ist es auf dem Brühl schon lange, für besonderen Zuzug hat das aber nicht gesorgt. So ein Vorhaben braucht schon eine gewisse "kritische Masse", mit 10 Läden kommt keine Kettenreaktion in Gang.


    Nicht mehr ganz aktuell, aber als Übersicht hilfreich:
    Übersichtskarte Sanierungsgebiet Brühl - http://www.buemue12.de/ggg/index.php?page=map

  • Diese Überlegungen zur Aufteilung des Brühls sind sicher nicht der Kernpunkt des Projekts. Diese Details lassen sich ohnehin nicht von oben vorgeben, letztlich wird hier der Markt entscheiden, ob sich eine Szenemeile oder ein ruhiges Wohngebiet entwickelt. Auch 200 Meter Kiezboulevard wollen in Chemnitz erst mal gefüllt sein...


    Bezüglich des Denkmalschutzes des Busbahnhofes bin ich bei einem solchen Plan für eine ganz pragmatische Lösung. Hier gäbe es vielleicht einen Platz auf dem riesigen Bahnhofsgelände, auch das Conti-Loch könnte hier ein Alternativstandort sein.


    John28: Bei Deinem Spendenangebot kommt natürlich der Gedanke auf, was eine komplette Umsetzung der Pläne kosten würde. Eine komplette Belebung des Brühls inklusive der Uni- und Karreeneubauten würde sicher eine dreistellige Millionensumme kosten. Der Vorteil ist, daß bei Beteiligung des Freistaates für die Hochschulbauten der Startschuß für die nötigen privaten Investitionen finanziell unterlegt werden könnte. Ob wirklich Geld aus Dresden fließt, weiß heute aber noch keiner. Vielleicht unterschätze ich aber auch Deine finanziellen Möglichkeiten und die Presse berichtet demnächst über den Spender der Brühl-Milliarde :)

  • Die Debatte zieht weitere Kreise. In der heutigen Freien Presse wird der Komplex der Alten Post beleuchtet, die im Artikel auch als Alte Schillerpost bezeichnet wird. Diese ist im Besitz einer Eigentümergesellschaft Alte Post GbR, vertreten durch Mathias Hüttinger. Wie bereits vermutet, ist der Komplex vom Architekturbüro Albert Speer & Partner als Teil des neuen Uni-Geländes eingeplant, und zwar als Campus der Wirtschaftswissenschaften. In der Printausgabe ist dazu auch eine Visualisierung aus der Blickrichtung wie auf diesem Luftbild. Sowohl das Haupt- als auch das architektonisch ansprechende Hintergebäude sollen dabei saniert werden, während alle Anbauten verschwinden. Auch die Straßenbahnanbindung des Chemnitzer Modells über die Fläche des Cube Clubs ist mit zu sehen.


    Bauherr Mathias Hüttinger bezeichnet das Vorhaben als "klasse", äußert aber Kritik am Zeitplan. OB Ludwig geht bekanntlich mit dem Ziel 2020 in die für August anberaumten Gespräche mit dem Finanzministerium in Dresden. In Dresden hieß es auf Anfrage der FP aber schon, man rechne eher für Jahresende mit einer Klärung. Den Eigentümern des alten Postamtes ist das viel zu spät, bis 2020 wollen sie den Komplex nicht leer stehen lassen. Sie überlegen, ein Angebot von einer Hotelkette anzunehmen. Das würde in der Lage zwar durchaus Sinn machen, wäre aber eine vertane Chance, darin scheinen sich alle Beteiligten einig zu sein. Für das Hotel könnte man aus meiner Sicht auch den Joker Conti-Loch noch mal ausspielen. Interessant wäre auch, ob es die Eigentümergesellschaft inzwischen geschafft hat, die Zugänge der Post zu verschließen...


    Visualisierung:

    Quelle: Freie Presse

    Einmal editiert, zuletzt von lguenth1 ()

  • Die Mopo hat die aktuellen Visionen der Stadt zum Brühl nochmals aufbereitet. Interessant dabei der Satz unserer Oberbürgermeisterin.


    Bald werden Brühl-Häuser gezielt an den Mann gebracht.


    Mal sehen, an welche "Männer" die Häuser gebracht werden. Wenn die Stadt so enormes Potential im Brühl sieht ist es eigentlich unverständlich, warum die GGG die Häuser abstoßen will und warum permanent Mietwillige vergrault werden. Siehe

  • Brühl

    Ich habe mir den Artikel in der


    Chemnitzer Morgenpost, 27. Juli 2010
    OB träumt von einem Brühl voller Leben
    http://www.sz-online.de/Nachri…r_Leben/articleid-2520526


    auch gerade angesehen. Neben dem bereits gebrachten Zitat finde ich noch hier festhaltenswert, dass das Architektenbüro Albert Speer & Partner nicht nur für die StraNa plant, sondern auch gleich mit für den Brühl. Im
    Spätsommer soll das Konzept vorliegen. Und Babalu hofft, dass bis 2015 alle Weichen gestellt sind. Gut Ding will Weile haben.

  • visionär

    Möchte an dieser Stelle ebenfalls zum Ausdruck bringen, dass ich von diesen weitreichenden, visionären Plänen sehr angetan bin. Ein Projekt in dieser Größenordnung wäre es wohl, welches Chemnitz braucht, um Trott und Trend zu durchbrechen. Erstaunlich, dass da jemand in der Politik Jahrzehnte über den Tellerrand hinausblicken mag, wo doch heute fast nur noch Symptomdoktorei und Flickschusterei in den Wahltakt passen. Es ist uns zu wünschen, dass das Rathaus diese Pläne ernsthaft verfolgen und unterstützen mag, dass Babalu und Co aber auch Wille und Widerstandskraft für die auftauchenden Klippen haben. Ich fürchte zB schon im August, wenn Babalu mit den Plänen in Dresden vorstellig wird, dicke Einbußen.


    Mich interessiert, was man sich eigentlich unter diesem Kommunikationszentrum der TU vorstellen muss. Hat da jemand eine Ahnung?


    Und, wäre es nicht eigentlich sinnvoll, sich jetzt, wenn man diese Pläne aufgreift, nochmal an einen Tisch zu setzen und mit dem ExKa zu debattieren? Zielrichtung, das ExKa nicht erst am geplanten Standort Leipziger sondern gleich (am Ende?) des Brühls zu etablieren? Man hätte die Perspektive, in ein erwachendes Gebiet zu gehen und das Erwachen zugleich zu unterstützen, man könnte ein wichtiger Magnet (im hinteren Teil) des Brühls werden, man hätte Potenziale gebündelt.

  • Das ExKa auf dem Brühl anzusiedeln, ist ein interessanter Gedanke, der aber aus mehreren Gründen nicht umzusetzen ist. Zuallererst gibt es kein geeignetes Objekt, da immer Wert auf eine große Quadratmeterzahl, entsprechende Freiflächen und Schaufenster gelegt wurde. Ein solches Gebäude fällt mir auf dem Brühl nicht ein. Zudem sind die Brühl-Häuser im Gegensatz zur Leipziger Straße interessant für Investoren und nicht unbedingt auf eine alternative Nutzung angewiesen.
    Auch zeitlich paßt nichts. Die ohnehin schwierigen Verhandlungen würden bei Null losgehen, während der Startschuß für den Campus frühestens 2015 fällt. Ob es dann das ExKa überhaupt noch gibt, steht in den Sternen. Selbst bei der Leipziger Straße bin ich persönlich noch skeptisch, ob das tatsächlich was wird.

  • Nun etwas Schade würde ich es schon um unsere "schwebende" Platte am Busbahnhof finden, dass diese weichen müsste. Ist ja schließlich auch ein bedeutendes Zeichen seiner Zeit.
    Man kann sich ja mal ein Bild darüber machen, anbei ein Auszug der Einladung aus der Fast-Stadt-der-Wissenschaft.


    "Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir freuen uns, Sie zur Präsentation der Studie des Planungsbüros Albert Speer & Partner zum Innenstadtstandort der TU Chemnitz einladen und uns mit Ihnen hierzu austauschen zu dürfen. Die Veranstaltung findet statt

    am Donnerstag, den 26.08.2010, von 18.30 bis 20.30 Uhr, in der Alten Aktienspinnerei, 1. Etage, Straße der Nationen 33.

    Herr Speer wird mit uns die Studie präsentieren. Anschließend besteht die Möglichkeit des Austausches in einer Diskussionsrunde mit Herrn Speer, Vertretern der Stadt und TU Chemnitz."

  • Chemnitz' schöner Traum


    Darf ich mir für Chemnitz etwas wünschen? Ja?
    Dann wünsche ich mir ein Stück Chemnitzer Innenstadt, so wie es früher einmal war, mit engen Straßen, vielen Geschäften und architektonisch interessanten Gebäuden.


    Heute haben wir in Chemnitz den Grundstein dazu gelegt. Am Abend stellten Oberbürgermeisterin Ludwig, Baubürgermeisterin Wesseler und Architekt Speer ihre Vision für ein neues Stück Chemnitzer Innenstadt, oberhalb der Brückenstraße vor.


    Architekt Speer, der für die Metropolen der Welt, neue Innenstädte und Innenstadtquartiere geplant hat, zeigt seine Vision von Chemnitz Mitte, 2030. Ein kurzes Umdenken war nötig. Mein Chemnitz, das ich in den letzten Jahren unter der Überschrift "demografischer Wandel", "Stadtumbau", "Rückbau" etc. kannte, verwandelte sich heute Abend in meinen Traum von europäischem Städtebau. Da standen an der Mühlenstraße wieder Wohnhauskarrees so wie im alten Chemnitz, Kunstsammlungen und Opernhaus zeigten sich als Teil eines kleinteiligen Viertels und parallel zur Straße der Nationen verläuft hinter deren Kammbauten eine ganz neue Straße, eingefasst von neuen Gebäuden.


    Die Experten sagen, möglich wird das alles durch die Technische Universität Chemnitz. Deren neu geplante Zentralbibliothek soll in der alten Aktienspinnerei ein zu Hause finden. Geht dann noch die Idee auf, im alten Hauptpostamt an der Straße der Nationen den TU Campus der Wirtschaftswissenschaften einzurichten, soll zusammen mit dem dann neu errichteten Behördenzentrum am Karl-Marx-Kopf eine kritische Masse erreicht sein, die es schafft Studenten und Mitarbeiter der TU wohnlich an den Brühl zu binden. Das soll soweit gehen, dass die vielen neu zu bauenden Gebäude dort mit Mietern gefüllt werden können.
    Zugegeben, dass klingt alles etwas utopisch. Deshalb ermahnte uns das Stadtoberhaupt in einer Ansprache, diese Vision zuzulassen und daran zu arbeiten und sie selbst versucht schon Investoren für den Brühl zu begeistern.
    Halt, gehören denn die Gebäude am Brühl nicht in großen Teilen der GGGmbH? Ja.


    Der Saal war heute Abend gut gefüllt. Chemnitzer Politiker, Unternehmer, viele interessierte Bürger. Die Sehnsucht nach einem anderen Chemnitz ist groß. Alle waren gespannt.
    Ein alter Mann meldete sich in der Diskussion zu Wort. Er wies darauf hin, dass seit langem der Gebäudekomplex des alten Hauptpostamtes an der Straße der Nationen ungesichert offen steht. Er bat diesen Zustand zu ändern.
    Da beginnt das große Unternehmen Neubau der Angervorstadt.


    baudenkmäler-chemnitz.de

  • Ich bin positiv überrascht. Ich hätte nicht erwartet das sich der Freistaat so schnell zu dem Projekt bekennt. Erst recht bei der derzeitigen Haushaltslage. Hier der heutige Artikel der Freie Presse. Siehe

  • Ein tolles Projekt. Als erstes dachte ich, wie ich die Pläne gesehen hab, dass der Teil der Innensstadt dann viel interessanter wird als der alte Kern. Gerade weil man den Bebauungsplan der eigentlichen Innenstadt ja mangels Nachfrage immer weiter reduziert hat. Selbst für 1A Lagen wie das Kirchgässchen und die Lohstraße konnten keine Investoren gewonnen werden.

  • Hier ein Beitrag von der TU selbst:
    http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/aktuell/1/3157


    Und die Seite zum Projekt auf chemnitz.de:
    http://www.chemnitz.de/chemnit…icklungskonzept_index.asp



    Ich finde, man sollte den Park bis an die Bibliothek erweitern und unbebaut lassen, also nicht diese Kommunikationsgebaude dort hinein doktorn. Lieber irgendwo anders in der Nähe in Blockrandbebauung die Funktionalität unterbringen. So hätte man einen ausreichend grossen Park zum Seele baumeln lassen, der zudem von schöner Architektur eingerahmt ist und nicht durch solche Verfremdung gestört wird. Verkehr durch n Tunnel durch (sowas ist schnell ausgehoben und mit ner Betonplatte überdacht) oder garkeinen. Irgendwie so halt. Hauptsache das Grün!