S21-A1, MILANEO (fertig)

  • Superion
    Eines muss man allerdings ganz klar sagen, als die Planungen für die Ex-Galeria erstellt wurden, war der realisierte Flächenzuwachs an Einzelhandel in der City so nicht absehbar.


    Die Einzelhandelslobby war schon immer gegen die Ex-Galeria-Konkurrenz, mit oder ohne Flächenzuwachs in der City. Hauptsache, mein Besitzstand ist gewahrt, nur ich darf in der City expandieren. Für solche Ego- und Klüngelwirtschaft habe ich als Verbraucher kein Verständnis, zumal selbst die Kurzexpertise auch nur von 5,7% Umsatzrückgang für die Innenstadt ausgeht, und das ganz ohne Berücksichtigung der Aufsiedlung und Belebung der S21-Areale in den nächsten Jahrzehnten.
    Die Stadtspitze, vor allem um BB Hahn hat offensichtlich Angst vor ihrer einstigen eigenen Courage, nämlich für die Vision einer Innenstadterweiterung durch A1 (Kerngebiet) einzutreten und zu kämpfen. Langsam scheint mir, A1 soll doch nur ein beliebiger sonstiger Stadtteil werden, nur um Lobby-Gemüter zu besänftigen. Würde aus der Ex-Galeria nur ein zu groß geratener Supermarkt mit U-Bahnanschluss, ist mir das für ein Kerngebiet schlicht zu wenig und zu langweilig. Ich möchte einen lebendigen neuen Stadtteil, in Verbindung mit der Athener Straße, die als abgespeckte Version der Königstraße zu begreifen wäre. Eine gewisse Verlagerung der Zentrenfunktion von der alten Innenstadt hin zum Europaviertel nehme ich dafür durchaus gerne in Kauf (bin persönlich kein großer Fan der Königstraße oder des Marktplatzes), ein wenig mehr an Alternativen tun der extrem auf die Königstraße fixierte Stadt m.E. sehr gut und führte zu einer wichtigen Steigerung der Attraktivität der Stadt insgesamt.


    was ja Konsens zwischen den großen Parteien zu sein scheint.


    Das ist mir neu, dass sich CDU und SPD dahin gehend verständigt haben. M.E. schiebt die CDU ihre Meinungsbildung auf, während die SPD die Ex-Galeria als Wahlkampfszugpferd ansieht. Mit der hirnverbrannten Idee, die Bahngrundstücke aus dem Stadtsäckel zu finanzieren, beißt die SPD aber selbst bei den Grünen auf Granit.

  • Das ist mir neu, dass sich CDU und SPD dahin gehend verständigt haben. M.E. schiebt die CDU ihre Meinungsbildung auf, während die SPD die Ex-Galeria als Wahlkampfszugpferd ansieht. Mit der hirnverbrannten Idee, die Bahngrundstücke aus dem Stadtsäckel zu finanzieren, beißt die SPD aber selbst bei den Grünen auf Granit.


    Meine Aussage bezieht sich auf die ablehnende Haltung bezüglich der vom Investor geforderten BBPl-Änderung. Das SPD/Grüne hier weitergehende Forderungen stellen, an deren Realisierung sie vermutlich selbst nicht glauben, ist eben "gute" alte Politik.

  • Meine Aussage bezieht sich auf die ablehnende Haltung bezüglich der vom Investor geforderten BBPl-Änderung
    CDU will weitere Details bevor sie sich festlegt, siehe StZ-Artikel oben = Aufschieben bis nach Wahlen.


  • CDU will weitere Details bevor sie sich festlegt, siehe StZ-Artikel oben = Aufschieben bis nach Wahlen.


    Hierzu interessantes Zitat aus anderem STZ-Online-Artikel:
    "... Zuversicht schöpft Pfeifer aus einer aktuellen Umfrage der Cityinitiative unter Gemeinderatskandidatinnen und Kandidaten. Bei 77Rückmeldungen sei das Ergebnis eindeutig gewesen. Pfeifer: "Quer durch alle politischen Gruppierungen wird von 97 Prozent der Antwortenden das geplante Einkaufszentrum abgelehnt. Etwa 75 Prozent befürworten ein Nahversorgungszentrum und 62 Prozent den Grundstückskauf durch die Stadt..."

  • Du legst mir für meinen Geschmack einen Tick zu viel Gottvertrauen in Herrn Pfeifer.


    • Gemeinderatskandidaten versprechen grds. viel vor Wahlen
    • CIS-Umfrage
    • 77 Rückmeldungen (allein die SPD hat 69 Kandidaten)


    In anderen Worten: Verklausuliertes Wahlkampfmanöver.
    Andernfalls müsste Herr Pfeifer die Ergebnisse nach Parteizugehörigkeit offenlegen, tut er aber nicht.

  • Nun man könnte den Spieß auch umdrehen, ich setze wenig Vertrauen in die verklausulierte Aussage der CDU, das Abwarten vor dem Scheitern ist auch "gute" alte Politik, zumal ich das Vergnügen hatte zu diesem Thema mit zwei CDU-Fraktionsmitliedern an Infoständen zu plauschen, die eindeutig eine ablehnende Haltung vertraten.
    Letztendlich sehe ich, um es schwäbisch auszudrücken, den Fisch als geputzt an, sollten sich nicht völlig unerwartete Mandatsverschiebungen bei der Wahl ergeben.

  • 2 CDU-Gemeinderäte, immerhin.
    Ich denke, dass ein Kompromiss kommt, natürlich nach der Wahl.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit der Gemeinderäte ausgerechnet in diesen Zeiten so dämlich ist, auf weitere 10 Jahre auf der Brache herum zu sitzen und auf einen neuen Investor zu warten. Zudem wäre wohl gleichzeitig das Hotelhochhaus-Projekt (Nr.7), das in Sachen Infrastruktur zweckmäßiger Weise mit der Ex-Galeria zusammen realisiert werden soll, auch auf absehbare Zeit begraben. Aber Stuttgart war schon immer auch für Negativ-Überraschungen gut, wenn es darum ging, Projekte auf Kleingartenmaß zu schrumpfen oder ganz zu versenken.

    • OB lehnt Grundstückskauf auf Stadtkosten klar ab
    • Entschädigungslose BBPl.änderung nach Herbst 2010 sei falsch, da Frist bis zur Entscheidung für Baugenehmigung hierfür ausgesetzt
    • Für weiteres Vorgehen werden Kommunalwahlen abgewartet


    Quelle: StN-Online

  • Darf ich jetzt dann doch nochmal anhand von validierten Daten einige Anmerkungen machen, ohne dass jemand in parteipolitische Beißreflexe verfällt?


    Zu den Fakten:
    Stuttgart hat von den Großstädten in Deutschland zusammen mit Frankfurt im Jahr 2008 die höchste Einzelhandelsdichte pro Einwohner


    Stuttgart: 1,5 m²/E______Gesamt: 875 tsd m² ___Innenstadt 332 tsd m²
    Frankfurt: 1,5 m²/E ____________1006 __________________226,5
    Düsseldorf: 1,4 m²/E____________823___________________331,5
    Hamburg: 1,4 m²/E_____________2492______________ ____308
    München 1,3 m²/E_____________1679______________ _____446


    Quelle: GFK Geomarketing GmbH 2008



    Geplant sind in der Innenstdt zusätzlich Einzelhandelsflächen:
    Quartier S: 24.000 m²
    Da Vinci: 8.500 - 10.500 m²
    Ex Galeria 40.000 - 50.000 m²


    Dazu noch diverse Einzelhandelsflächen auf A1-Gebiet (mir nicht klar, wieviel das wird) und ein Bonatzbau, dessen Halle wohl auch nicht zum Ausstellen von Kunst benutzt werden wird, sondern prädestiniert für ein Einkaufszentrum erscheint.


    Wenn diese Projekte verwirklicht werden, dann wird sich also die Einzelhandelsfläche der Innenstadt um min. 20% erhöhen - trotz der hohen Kaufkraft und der hohen Zentralitätskennziffer dann m.E. doch mehr als etwas zu viel - selbst für Stuttgart.


    Von den genannten Projekten erscheint die Ex Galeria am unwahrscheinlichsten, da am überdimensioniertesten. Von daher wäre rechtszeitig das Einbringen von durchdachten Alternativen wünschenswert.


    Und - nein - ich habe zur Zeit auch keine vernünftige Idee, was aus diesem Areal werden soll, da eindeutig die Gefahr besteht, dass ganz A1 ohne einen entsprechenden Passanten-Durchsatz pro Stunde, den nur ein Publikumsmagnet bieten kann, zu einer Büro-Geisterstadt mit ein paar tausend "Friedhofswärtern" als Einwohnern wird.

  • Auf jeden Fall muss innerhalb des nächsten Jahres eine Entscheidung fallen.


    Entweder findet sich ein Investor, der das EKZ mit der genehmigten Anzahl an Parkplätzen baut. Und auch wenn es für den Einzelhandel insgesamt schädlich sein sollte, ist es halt so, weil die rechtsgültige Entscheidung vor vielen Jahren getroffen wurde und noch Gültigkeit besitzt.


    Oder es muss ein endgültiger Schlussstrich unter das Kapitel Mega-Mall auf A1 gezogen werden und ich denke bald wird dann auch der Leidensdruck der Bahn steigen, sich mit der Stadt auf eine für beide Seiten finanziell akzeptable Lösung in dieser Angelegenheit zu einigen. Denn von einem Grundstück, das die Bahn mit diesem Bebauungsplan nicht vermarktet bekommt, hat sie letztendlich auch nichts. Dann kann eine Neuplanung mit einer Mischnutzung aus einem kleineren EKZ, Wohnungen und Büros erfolgen, was IMO eher in die heutige Situation passt, als den Konsumtempel, den man vor vielen, vielen Jahren plante, als die Königstr. in einem ganz anderen Zustand war als heute, als es keine Königsbaupassagen, kein Quartier S, kein DaVinci etc. gab.


    Tendenz geht meiner Einschätzung nach ganz klar zu letzterem.

  • Esslinger
    Darf ich jetzt dann doch nochmal anhand von validierten Daten einige Anmerkungen machen, ohne dass jemand in parteipolitische Beißreflexe verfällt?
    Ich hoffe, man darf noch die einzelnen Positionen der Parteien kommentieren, ohne dass man vor Dir einen Maulkorb verpasst bekommt.


    Stuttgart hat von den Großstädten in Deutschland zusammen mit Frankfurt im Jahr 2008 die höchste Einzelhandelsdichte pro Einwohner


    Wir sind aber im Jahr 2009. MyZeil in Frankfurt wurde kürzlich eröffnet mit 77.000qm (mit Gastronomie) mitten auf der Zeil, das sind etwas weniger als die bisher nur geplanten Quartier S, Da Vinci und Ex-Galeria zusammen; Skyline Plaza hinter dem Hbf (Europaviertel, Baubeginn noch 2009) wird um die 40.000qm haben.
    Zudem hatte Frankfurt bereits mit dem Nordwestzentrum (90.000qm) und dem Hessen-Center (36.000qm) zwei Einkaufszentren im Stadtgebiet (nicht Innenstadt).


    Stuttgart: 1,5 m²/E______Gesamt: 875 tsd m² ___Innenstadt 332 tsd m²
    Frankfurt: 1,5 m²/E ____________1006 __________________226,5


    Stuttgart und Frankfurt haben gemein, dass sie im Vergleich mit anderen Großstädten ein recht großes, kaufkräftiges Umland haben, damit ist der Vergleich Einwohner/Stadtfläche/Handelsfläche im Verhältnis zu den anderen Städten nicht wirklich aussagekräftig.


    Da Vinci: 8.500 - 10.500 m²
    max. 8.500qm Handelsfläche ist meine Information, allerdings ging man da noch von 55.000qm BGF für das Gesamtprojekt aus, was die Stadt aber bekanntermaßen auf max. 49.000qm - und das auch nur unter Bedingungen - gestutzt hat. Gut möglich, dass da also noch weniger bei raus kommt.


    Dazu noch diverse Einzelhandelsflächen auf A1-Gebiet
    Der Einzelhandel auf A1 sonst wird auf absehbare Zeit überschaubar sein (Pariser Höfe, LBBW-Immo und Europe-Plaza), ich schätze wenige 1000qm insgesamt. Auf A2/3-Seite, vor allem auf der Athener Str. wird nach 2020 mehr sein - wenn man es denn dann noch will.


    Bonatzbau, dessen Halle wohl auch nicht zum Ausstellen von Kunst benutzt werden wird, sondern prädestiniert für ein Einkaufszentrum erscheint.
    Wo sollen alle Deine Geschäfte in der denkmalgeschützten Halle denn hin? Soll Sie mit Beton aufgefüllt werden? Investor?


    Wenn diese Projekte verwirklicht werden
    Was wir nicht wissen. Die LBBW-Immobilien hat ja bereits das Kö 1-Projekt ad acta gelegt, mit Verweis auf die Ex-Galeria.


    da am überdimensioniertesten
    Für bisherige "Stuttgarter Verhältnisse" ja. Für andere vergleichbare Großstädte keinesfalls.


    Und - nein - ich habe zur Zeit auch keine vernünftige Idee, was aus diesem Areal werden soll, da eindeutig die Gefahr besteht, dass ganz A1 ohne einen entsprechenden Passanten-Durchsatz pro Stunde, den nur ein Publikumsmagnet bieten kann, zu einer Büro-Geisterstadt mit ein paar tausend "Friedhofswärtern" als Einwohnern wird.
    So schlimm wird´s schon nicht, aber es wäre schade, wenn aus der Vision Kerngebietserweiterung da am Ende doch nur Provinzmurks bei rauskäme.


    Dr.Luv
    Dann kann eine Neuplanung mit einer Mischnutzung aus einem kleineren EKZ, Wohnungen und Büros erfolgen, was IMO eher in die heutige Situation passt, als den Konsumtempel, den man vor vielen, vielen Jahren plante, als die Königstr. in einem ganz anderen Zustand war als heute, als es keine Königsbaupassagen, kein Quartier S, kein DaVinci etc. gab.
    Vielleicht ein Szenario, aber natürlich vollkommen offen. Bisher hat sich meines Wissens keine Sau ernsthaft für ein Nahversorgungszentrum interessiert (bei Grundstückspreis 90 Mio. EURO!), die Häussler-Geschichte war ja ganz offensichtlich eine Ente.
    Ich zumindest bin für greifbare Entscheidungen, die real und vor allem zeitnah zu Investitionen und Arbeitsplätzen führen, gerade in dieser Zeit, statt unendlicher schwammiger Hätte´s und Würde´s, die m.E. wahrscheinlich dazu führen, dass die Stadt nach Jahren am Ende wieder mit 0,0 da steht.

  • ^
    Ich hoffe, man darf noch die einzelnen Positionen der Parteien kommentieren, ohne dass man vor Dir einen Maulkorb verpasst bekommt.


    Solange man nicht pikiert "aus dr Wäsch guckt", wenn Kommentare von anderen Usern ebenfalls kommentiert werden, dann schon. Freies Austoben ohne Nehmerqualitäten stehen aber ganz niedrig im Kurs.


    Stuttgart und Frankfurt haben gemein, dass sie im Vergleich mit anderen Großstädten ein recht großes, kaufkräftiges Umland haben, damit ist der Vergleich Einwohner/Stadtfläche/Handelsfläche im Verhältnis zu den anderen Städten nicht wirklich aussagekräftig.


    Darf ich bezüglich Kaufkraft mal ganz kurz wieder validierte Zahlen anbringen, bevor Gerüchte zur Wahrheit werden?


    Kaufkraftkennziffer der von mir aufgeführten Großstädte
    Stuttgart:106,9
    Frankfurt:108,0
    Düsseldorf:113,8
    Hamburg:106,5
    München: 124,1


    Quelle: GFK Geomarketing GmbH 2008


    Und die Region Stuttgart liegt von der Kaufkraft nach den Einzugsgebieten von Düsseldorf, München und Frankfurt erst an 4. Position (2008)


    Quelle: Colliers Bräutigam & Krämer


    Im Gegensatz dazu ist die Königsstraße ein Kleinod, das im Vergleich der Haupteinkaufstraßen der o.g. Städte nur hinter der Zeil in Frankfurt liegt (2008)


    Quelle: Colliers Bräutigam & Krämer


    M.E. punktet Stuttgart v.a. mit der Kö - sie ist Anziehungspunkt und bietet mit dem Schlossplatz einen der schönsten innerstädtischen Plätze Deutschlands, oder gar Europas. So eine Einkaufslage muss man fördern und pflegen.


    Da Vinci: 8.500 - 10.500 m²
    max. 8.500qm Handelsfläche ist meine Information


    "[...]8.500 Quadratmeter für Gastronomie und Einzelhandel. In einem ersten Untergeschoss entstehen zudem zusätzliche 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.[...]"
    Quelle: Baunetz.de


    Wo sollen alle Deine Geschäfte in der denkmalgeschützten Halle denn hin? Soll Sie mit Beton aufgefüllt werden? Investor?


    Das ist eine reine Vermutung von mir . . . sie erscheint mir aber als die plausibelste und ist in meinen Augen auch nicht die schlechteste - eine Bahnhofshalle ohne direkten Gleisanschluss wird und kann der Bau jedenfalls schlechterdings bleiben.


    So schlimm wird´s schon nicht, aber es wäre schade, wenn aus der Vision Kerngebietserweiterung da am Ende doch nur Provinzmurks bei rauskäme.


    Naja - es wäre besser nicht nur auf das Prinzip Hoffnung zu bauen, sondern von vorneherein sich zu überlegen, wie das verhindert werden kann. Die bisherigen A1-Gebäude sind als Bürogebäude hübsch anzusehen - bis auf die Skater-Szene laden sie aber bisher nur die Mitarbeiter der Banken zum längeren Verweilen ein.

  • Esslinger
    Solange man nicht pikiert "aus dr Wäsch guckt", wenn Kommentare von anderen Usern ebenfalls kommentiert werden, dann schon. Freies Austoben ohne Nehmerqualitäten stehen aber ganz niedrig im Kurs.
    Esslinger, dieser Kindergarten muss nun wirklich nicht sein.


    Darf ich bezüglich Kaufkraft mal ganz kurz wieder validierte Zahlen anbringen, bevor Gerüchte zur Wahrheit werden?
    Du hast mich offenbar nicht verstanden. Der Punkt ist die Kombination großes Umland bei kleiner Kernstadt, daher sind Hamburg und München jedenfalls nicht vergleichbar, bei Düsseldorf kann man sich schon eher streiten.


    Kaufkraftkennziffern der aufgezählten Großstädte beziehen sich nur auf das Stadtgebiet.


    Und die Region Stuttgart liegt von der Kaufkraft nach den Einzugsgebieten von Düsseldorf, München und Frankfurt erst an 4. Position (2008)
    Auch das ist für die Diskussion nicht ausreichend, da nicht die Größe des Markts/Kundenpotenzial absolut (darauf primär kommt es für ein Einkaufszentrum an), sondern dabei nur die durchschnittliche Kaufkraft im Einzugsgebiet gemessen wird. Ist das Einzugsgebiet klein, hat auch eine sehr hohe Kaufkraft im Durchschnitt nicht ganz so viel Potenzial wie ein sehr großes Einzugsgebiet (z.B. Stuttgart) mit hoher Kaufkraft. Im Stuttgarter Umland ist die Kaufkraft im Übrigen meines Wissens weit höher als in Stuttgart selbst, vor allem die Landkreise LB und BB liegen vorne.


    Im Gegensatz dazu ist die Königsstraße ein Kleinod, das im Vergleich der Haupteinkaufstraßen der o.g. Städte nur hinter der Zeil in Frankfurt liegt
    Du meinst wahrscheinlich bezogen auf die Höchstmieten?
    Der springende Punkt ist, dass Stuttgart nur eine nennenswerte Einkaufsstraße hat, während andere Städte gleich mehrere Alternativen bieten (was den öden Monozentrismus wie in Stuttgart aufhebt und belebend wirkt). So bringt der schlichte Vergleich der einzelnen Haupteinkaufsstraßen nicht sonderlich viel, wenn es darum geht, ein Gesamtbild über die Handelsflächen plus Potenzial einer Stadt inkl. des Gesamtmarktes zu bekommen.


    M.E. punktet Stuttgart v.a. mit der Kö - sie ist Anziehungspunkt und bietet mit dem Schlossplatz einen der schönsten innerstädtischen Plätze Deutschlands, oder gar Europas. So eine Einkaufslage muss man fördern und pflegen.
    Ich denke, die Königstraße ist in den letzten Jahren genug aufgewertet worden. Jetzt sind andere Lagen dran.


    "[...]8.500 Quadratmeter für Gastronomie und Einzelhandel. In einem ersten Untergeschoss entstehen zudem zusätzliche 2.000 Quadratmeter Verkaufsfläche.[...]"
    Quelle: Baunetz.de


    Das ist meine ich falsch oder nicht mehr aktuell. Richtig ist nach Durchsicht einiger StZ-Artikel meine ich 8.500qm plus Gastronomie, bin mir aber nicht sicher.


    Das ist eine reine Vermutung von mir . . .
    Diese Vision hatten andere auch schon, nur eine konkrete Planung von der Bahn o.ä. ist mir nicht bekannt, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen.

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    Ist das Einzugsgebiet klein, hat auch eine sehr hohe Kaufkraft im Durchschnitt nicht ganz so viel Potenzial wie ein sehr großes Einzugsgebiet (z.B. Stuttgart) mit hoher Kaufkraft.


    Dann vergleichen wir hier mal kurz die Einwohnerzahlen der Einzugsgebiete der Städte, die vor Stuttgart liegen und das Einzugsgebiet von Stuttgart.


    Stuttgart: 5,29 mio E
    Frankfurt: 5,52 mio E
    Düsseldorf (Rhein/Ruhr): 11,47 mio E
    München: 5,2 mio E


    Dein Einwand greift nicht wirklich, nicht wahr?


    Der springende Punkt ist, dass Stuttgart nur eine nennenswerte Einkaufsstraße hat


    Trotz des hüpfenden Punktes hat Stuttgart mit 332 tsd m² Fläche in der Innenstadt mehr Einzelhandel als Frankfurt mit der MyZeil, weil 226,5 (im Jahr 2008) + 77 tsd der MyZeil nur gut 300 tsd m² Fläche gibt - sicherlich ein nicht zu vernachlässigender Grund, warum sich die Frankfurter Innenstadt ein solches EKZ leisten konnte.
    Daher scheint mir der Punkt doch nicht ganz so hoch zu springen.


    Diese Vision hatten andere auch schon, nur eine konkrete Planung von der Bahn o.ä. ist mir nicht bekannt, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen.


    Ich kann es mir sehr gut vorstellen - und wäre auch nicht das erste große Bahnhofsgebäude, das eher ein EKZ ist, als eine Bahnhofshalle (selbst bei den Bhf, die noch den ursprünglichen Zweck erfüllen)

  • Esslinger
    Dann vergleichen wir hier mal kurz die Einwohnerzahlen der Einzugsgebiete der Städte, die vor Stuttgart liegen und das Einzugsgebiet von Stuttgart.


    Stuttgart: 5,29 mio E
    Frankfurt: 5,52 mio E
    Düsseldorf (Rhein/Ruhr): 11,47 mio E
    München: 5,2 mio E


    Hier Einzugsgebiete (ah, Du meinst Metropolregionen) hierfür her zu nehmen ist natürlich nicht sinnvoll, da nur wenige regelmäßig von Hamm nach Düsseldorf fahren werden, um mal kurz einzukaufen.
    Nein, ich meinte Agglomeration, da hier noch ein realistischer Marktzusammenhang besteht.


    Trotz des hüpfenden Punktes hat Stuttgart mit 332 tsd m² Fläche in der Innenstadt mehr Einzelhandel als Frankfurt mit der MyZeil, weil 226,5 (im Jahr 2008) + 77 tsd der MyZeil nur gut 300 tsd m² Fläche gibt - sicherlich ein nicht zu vernachlässigender Grund, warum sich die Frankfurter Innenstadt ein solches EKZ leisten konnte.
    Hinzu kommt noch Skyline Plaza mit 40.000qm, wohl so um 2011. Jedenfalls können wir uns einigen, dass Frankfurt jetzt deutlich mehr Handelsfläche insgesamt hat als Stuttgart bei einigermaßen ähnlicher Bevölkerungszahl (Agglomeration Stuttgart hingegen um Einiges größer). Die Handelsfläche auf die "Innenstadt" bezogen hängt wiederum stark von der Grenzziehung von "Innenstadt" ab. In Frankfurt innerhalb Wallanlagen, ohne Bahnhofsviertel?


    Ich kann es mir sehr gut vorstellen - und wäre auch nicht das erste große Bahnhofsgebäude, das eher ein EKZ ist, als eine Bahnhofshalle (selbst bei den Bhf, die noch den ursprünglichen Zweck erfüllen)
    Ich wiederhole mich ungern, aber wo soll das Einkaufszentrum (In Leipzig 30.000qm auf 3 Ebenen, mit 140 Geschäften, da könnte man doch gleich die Ex-Galeria in den Hbf integrieren) in den Bonatzbau, der hauptsächlich aus einer Halle besteht, hineingebaut werden? Lass Deiner Fantasie durchaus freien Lauf. Die Königstraßenlobby freut sich bestimmt auch, wenn die neue Bahnhofs-Mega-Mall ihr alle Kunden vor der Nase abjagt.

  • Hier Einzugsgebiete (ah, Du meinst Metropolregionen) hierfür her zu nehmen ist natürlich nicht sinnvoll, da nur wenige regelmäßig von Hamm nach Düsseldorf fahren werden, um mal kurz einzukaufen.
    Nein, ich meinte Agglomeration, da hier noch ein realistischer Marktzusammenhang besteht.


    Was daran natürlich sein soll, das die Metropolregionen nicht sinnvoll sind, das erschließt sich wahrscheinlich nur Dir. Ich halte es selbstverständlich für natürlich, dass Stuttgart eine gehörige Anziehungskraft auf Metropolregionstädte wie Tübingen und Reutlingen hat.
    Warum jetzt z.B. Lenninger oder Owener eher nach Stuttgart zum einkaufen gehen sollen, als Tübinger, Reutlinger oder Waldorf-Hässlacher, nur weil sie politisch zur Region Stuttgart gehören, das wird, fürchte ich, Dein Geheimnis bleiben.


    Aber um bei Deiner "nur innerhalb Agglomerationen findet man realistische Marktzusammenhänge"-Theorie zu bleiben und Du wohl die Region Stuttgart als Agglomeration siehst (nur dann wird diese größer als z.B. die Stadt München):


    Wenn man die Einwohner der angrenzenden Landkreise der Stadt München (Dauchau, Landkreis München, Fürstenfeldbruck und Starnberg) zusammenzählt, dann kommt man auf 2.152.196 Einwohner - nach Wikipedia (und da sind noch ältere Zahlen dabei, z.B. Dachau von 2007). Wie Du siehst - Diese Regionen sind durchaus von der Größe her vergleichbar, ob als Metropolregion gesehen, oder als Agglomeration.


    Hinzu kommt noch Skyline Plaza mit 40.000qm, wohl so um 2011. Jedenfalls können wir uns einigen, dass Frankfurt jetzt deutlich mehr Handelsfläche insgesamt hat als Stuttgart bei einigermaßen ähnlicher Bevölkerungszahl (Agglomeration Stuttgart hingegen um Einiges größer). Die Handelsfläche auf die "Innenstadt" bezogen hängt wiederum stark von der Grenzziehung von "Innenstadt" ab. In Frankfurt innerhalb Wallanlagen, ohne Bahnhofsviertel?


    Also wenn Du jetzt schon in Agglomerationen aufteilst, dann musst Du Deine Differenzierungen auch weiterführen. Die "Agglomeration Stuttgart" ist nur so viel größer, als die von FFM, weil in direkter Nachbarschaft entsprechend viele Mittelzentren zu finden sind - und diese spielen im Einzelhandel eine erhebliche Rolle.


    Der Zentralitätskennziffer von FFM liegt zwar hinter der von Stuttgart, FFM hat aber im Vergl eine erheblich geringere Konkurenz von den anderen großen Städten ihrer Agglomeration, als Stuttgart


    Stuttgart(2007): 123,7 (2008: 124,5)
    Esslingen: 114
    Böblingen: 160
    Sindelfingen: 144
    Ludwigsburg: 184


    Frankfurt: 117,9
    Offenbach: 101
    Hanau: 137,8


    Die Frage was Innenstadt ist und was nicht, die überlasse ich den Experten der GFK Geomarketing GmbH, die das untersucht haben, ich denke aber, dass die diese Frage schon nach der Sachlage beurteilen.


    Worauf wir uns aber sicherlich einigen können ist, dass FFM mit seiner Agglomeration von knapp 2 mio E vllt. kleiner ist als Stuttgart, der Einzelhandel in FFM sich bei weitem nicht der Konkurenz ausgesetzt sieht, wie der der Stadt Stuttgart. Die anderen großen Städte der Region Stuttgart halten ihre hohe Kaufkraft eben nicht nur in der Stadt, sondern ziehen mit den hohen Zentralitätskennziffern diese auch aus der Umgebung ab. Das sind eben nicht nur Speckgürtelgemeinden, deren Einwohner es nur nach Stuttgart zieht, wie es z.B. in der Agglomeration von München sicherlich erheblich mehr der Fall ist, sondern ebenfalls extrem atraktive Einkaufsstädte.


    Ergo hat die Agglomeration Stuttgart eine vielzahl an 1A-Einkaufslagen und viele bestehende und kürzlich eröffnete EKZ in anderen größeren Städten.


    Und da kommen wir wieder zum Ausgangspunkt - wenn alle Städte der Agglomeration weit überdurchschnittliche Zentralitätskennziffern haben, dann muss der Einzugsbereich der Agglomeration sich weit bis ins Umland erstrecken - logischer Sachverhalt - also sind wir doch wieder bei der Metropolregion als Einzugsgebiet (z.B. Tübingen mit einer Kennziffer unter 100, viel Kaufkraft, und einer direkten Einflugschneise "B27" in die Region Stuttgart) - von daher ist es vllt. sogar eher "natürlich" sinnvoll als Einzugsgebiet die Metropolregion zu nehmen . . .


    Ich wiederhole mich ungern, aber wo soll das Einkaufszentrum (In Leipzig 30.000qm auf 3 Ebenen, mit 140 Geschäften, da könnte man doch gleich die Ex-Galeria in den Hbf integrieren) in den Bonatzbau, der hauptsächlich aus einer Halle besteht, hineingebaut werden? Lass Deiner Fantasie durchaus freien Lauf. Die Königstraßenlobby freut sich bestimmt auch, wenn die neue Bahnhofs-Mega-Mall ihr alle Kunden vor der Nase abjagt.


    Vllt. versuchst Du Dir vorzustellen, dass ein EKZ nicht bei >30.000 m² Einkaufsfläche beginnt - niemand hat gesagt, dass es nur noch den Status Quo zu zementieren gilt und es keine Innenstadtentwicklung bezüglich des Einzelhandels in Stuttgart mehr geben soll. Von einer Bahnhofs-Mega-Mall im Bonatzbau habe ich nie gesprochen. Es ist aber sicherlich sowohl architektonisch als auch hinsichtlich des Denkmalschutzes möglich in die Halle ein oder zwei Geschosse einzuziehen und zum Abschluss der Kö ein kleineres aber feines EKZ zu errichten.


    Und das ist nur eine Variante. Aber eine, die ich nicht für unwahrscheinlich halte. Ich habe auch nichts dagegen, wenn diese Halle anderweitigen und Sinnvollen Zwecken zugeführt wird. Diese sind dann aber wahrscheinlich kultureller Art und ohne monitäre Gewinnaussichten. Etwas, was heutzutage doch eher unwahrscheinlich erscheint.

    Einmal editiert, zuletzt von Esslinger ()

  • Stuttgart: 1,5 m²/E______Gesamt: 875 tsd m² ___Innenstadt 332 tsd m²
    Frankfurt: 1,5 m²/E ____________1006 __________________226,5
    Düsseldorf: 1,4 m²/E____________823___________________331,5
    Hamburg: 1,4 m²/E_____________2492______________ ____308
    München 1,3 m²/E_____________1679______________ _____446

    Für eine geplante Megamall mit Sonderstellung in der Region entscheidend ist m.E. der Vergleich Shoppingfläche vs. gut erreichbare Bevölkerung (~Agglomeration). Stadtgrenzen, also m²/E sind hier zu formal. München und Hamburg sind im Gegensatz zu Stuttgart Millionenstädte mit wenig Umlandbevölkerung. Erweiterte man die deutlich kleinere Stuttgarter Stadtgrenze um rund 10 km, so ergäben sich schon mit den direkten Nachbarn
    Esslingen
    Ostfildern
    Filderstadt
    L-E
    Böblingen
    Sindelfingen
    Leonberg
    Gerlingen
    Ditzingen
    Kornwestheim
    Ludwigsburg (nicht direkt aber sehr nah)
    Remseck
    Fellbach
    Waiblingen (s. LB)


    deutlich über 1 Mio Einwohner in Richtung München gehend. Und dann stehen 875 tsd m² (S) vs. 1679 tsd m² (M), wobei die Kaufkraftunterschiede nicht allzu groß sind.


    Metropolregion würde ich nicht heranziehen, da Heilbronner, Reutlinger oder Tübinger mengenmäßig nicht mehr sonderlich ins Gewicht fallen dürften - wenngleich gelegentliche Kundschaft darstellen. Auch die Region scheint mir insbes. wegen Kreis Göppingen zu weit gefaßt.


    Stärker wirkt dieses Argument allerdings noch im Fall Frankfurt. Wohl kaum ein Mainzer, nicht einmal Wiesbadener dürfte nach Frankfurt shoppen gehen. Dazu liegt Frankfurt eher peripher innerhalb seiner Region, während eine zentralere Lage (auch hinsichtlich Bevölkerungsverteilung) als Stuttgart kaum denkbar ist. Auf der anderen Seite erhält Frankfurt durch die immense Einpendlerzahl einen gewissen Bonus bei der "angemessenen" Innenstadt-Verkaufsflächenzahl.


  • Von den von Dir genannten Städten über 10.000 E haben die wirklich großen
    Esslingen, Böblingen, Sindelfingen, Ludwigsburg, Leonberg, Fellbach und Waiblingen eine Zentralitätsziffer von weit über 100


    Immer noch über 80 haben L.E. (99,5) und Filderstadt (84,8), Ostfildern fällt etwas ab mit immer noch knapp 70.


    Wenn dem so ist, dass die ganzen großen Stadte eine so hohe Zenralitätskennziffer haben, dann kann dies nur mit einer entsprechenden Anziehungskraft aus dem weiteren Umland erklärt werden. Die Metropolregion ist daher sicherlich eher als Einzugsgebiet zu betrachten, als die Agglomeration alleine.


    Die große Anzahl der Städte von 50.000 - 100.000 E der Region und deren hohe Einkaufsattraktivität bedeutet nunmal, dass die Agglomeration - außer der Stuttgarter Mitte - viele weitere 1A-Einkaufslagen in gewachsenen Innenstädten hat. Und diese ziehen eben auch aus der Metropolregion die Kaufkraft.

  • Sehe ich ganz ähnlich, Metropole vs. Ballungsraum hin oder her, nicht so wichtig. Rundherum gibt es einige starke Mittelzentren, durch die der Weg nach Stuttgart eher Kür als Pflicht wird. Von daher betrachte ich ein weiteres "gewöhnliches" EKZ der Kategorie Breuningerland als Solitär auf A1 ebenfalls skeptisch. Übrigens auch, weil dafür schon die bestehende City eine viel zu attraktive Konkurrenz böte.


    Mir ging es v.a. um das Potential für eine Megamall mit Sonderstellung in der Region . Also etwas mit Alleinstellungsmerkmalen hinsichtlich Atmosphäre oder Sortiment, weswegen der regelmäßige Mittelzentrumseinkäufer unregelmäßig nach S-City kommen würde. Dieses Potential scheint mir grundsätzlich gegeben, s.o.


    Ob eine solche Megamall dort wünschenswert, attraktiv oder infrastrukturell vernünftig lösbar (Parkplätze usw) ist, lasse ich jetzt außen vor, da schon genug diskutiert.