Dresden OST: Projekte in Striesen und Blasewitz

  • Tolkewitzer- / Oehmestrasse - Wohnprojekt
    zuletzt in post 132 - Bild 6
    und von Dunkel_Ich kürzlich angefragt (Post 139)


    Das Gebäude bekommt halbrunde Ausbauchungen beidseitig



    Wohnpark am Landgraben (Sivia-Bau) - am Ex-Betriebshof Blasewitz (Berggartenstrasse 40...)
    zuletzt in Post 123 - ab Bild 3




    Blick in den benachbarten Miniblockrand der Heinrich-Schütz-Strasse im Blasewitzer Villengebiet



    dort wird nun auch die Heinrich-Schütz-Strasse 7 saniert



    nahes Kleinod in Grün an der Berggartenstrasse

  • Aktiva - Wormser Straße, fast fertig:

    Wartbug Palais - Wartburgstraße:

    Max Wiesner Bau an der Bergmannstraße

  • Ernemann-Werke (Technische Sammlungen)

    Die Ernemann A.G. ließ von 1915 bis 1918 und 1922 bis 1923 an der Schandauer Straße in Dresden-Striesen ihre Kamerawerke errichten. Wir konzentrieren uns auf den bekannteren Zwanziger-Jahre-Bau mit seiner außergewöhnlichen ovalen Turmlösung, der heute die Technischen Sammlungen der Landeshauptstadt Dresden beherbergt und damit nach dem Niedergang der Dresdner Kameraindustrie einer sinnvollen und zweckgerechten Nachnutzung zugeführt werden konnte. Der Turm ist übrigens auch Bestandteil des PENTACON-Logos, die Practica-Kameras aus diesem Hause dürften jedem Fotofreund ein Begriff sein.




    Wir nähern uns auf der Schandauer Straße vom Pohlandplatz kommend, vorn der in traditionelleren Formen während des Ersten Weltkrieges errichtete Bauabschnitt:




    Der Turm, der in seiner Gestaltung an amerikanische Wolkenkratzer erinnern sollte; aus werbetechnischen Gründen sicher ein Geniestreich, da hiermit eine einzigartige Ikone der Industriearchitektur geschaffen wurde, die für Modernität und Fortschritt stand und den weltweiten Geschäften der Ernemann A.G., später Zeiss Ikon, sicher nicht abträglich war:




    Haupteingang in der Junghansstraße, Art Deco an einem deutschen Industriebau:





    Die Junghansstraße wird mit dieser Brücke überspannt, die den ersten und zweiten Bauabschnitt verbindet:




    Detail der schlichten, aber repräsentativen Betonfassade an der Junghansstraße:




    Turmperspektiven:





    Ansicht von der Schandauer Straße:




    Giebelwand an der Schandauer Straße, beachtenswert ist nicht die dem Brandschutz geschuldete schnöde Feuertreppe neueren Datums, sondern die bemerkenswerte Zeiss-Ikon-Werbung aus der Nachkriegszeit, bevor die Werke schließlich nach mehreren Zwangsfusionen 1964 im VEB Pentacon aufgingen und der Ernemann-Turm, zu dessen stilisiertem Wahrzeichen wurde.




    Und hier sehen wir ihn noch einmal abschließend aus Richtung Straßenbahnhaltestelle Gottleubaer Straße.


  • DREWAG-Wohnanlage Wormser Straße

    An der Wormser Straße / Ecke Spenerstraße wurde nach Plänen des Stadtbaurats Paul Wolf im Jahr 1927 eine größere Wohnanlage für die Angestellen der Gas- und Wasserwerke (DREWAG) errichtet, die durch ihre hochhausartige Eckbetonung mit acht Stockwerken hervorstach. Trotz der schweren Kriegszerstörungen in der unmittelbaren Umgebung, denen u. a. auch nahezu der komplette Dorfkern des ehemaligen Dorfes Striesen zum Opfer fiel, hat der Bau die Zeiten überdauert und präsentiert sich saniert weitgehend im Erbauungszustand.



    Hochhaus aus der Spenerstraße gesehen, dahinter die Wormser Straße:




    Gesamtansicht entlang der Wormser Straße:




    Hochhaus, rechts die Einmündung der Spenerstraße:




    Hofansicht mit Loggien:




    Fassade entlang der Wormser Straße, dahinter zurückgesetzt Lückenbauten der 60er Jahre, weiter hinten ist der Anschluss der noch intakten großstädtischen Gründerzeitbebauung erkennbar:




    Ein Blick nach rechts verdeutlicht den städtebaulichen Zusammenhang mit einem Sammelsurium von Genossenschaftsbauten der zehner und zwanziger Jahre, Nachwende-Lückenbauten, Gründerzeitlern und, ganz rechts, einem Neubau in klassischer Formensprache.


  • Rundgang Geschäfts- und Wohnkomplex Borsbergstraße

    Zentrum des gründerzeitlichen Striesens war seit der Jahrhundertwende die Borsbergstraße, an der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fürstenplatz (heute Fetscherplatz) 1905 die Herz-Jesu-Kirche und daneben eine repräsentativ-großststädtische Blockrandbebauung entstand, gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Ladenflächen in den Erdgeschosszonen.


    Die Luftangriffe richteten in dem Gebiet schwerste Schäden an, dennoch blieben einige Vorkriegsbauten erhalten, die den Maßstab für das 1957 bis 1958 unter tatkräftiger Mitwirkung des späteren Kulturpalast-Architekten Wolfgang Hänsch errichtete neue Stadtteilzentrum geben konnten. Die schlicht gehaltene, für sich genommen wenig herausragende Architektur weiß sich dennoch der gegebenen historischen Straßenstruktur unterzuordnen, durch die Aufweitung der Kreuzungen der Borsberg- mit der Krenkel- und der Tittmannstraße zu kleinen begrünten Platzräumen sind angenehme Ruhezonen enstanden. Noch war der Maßstab für den Wiederaufbau die gegebene Stadtstruktur, und wiederaufbaufähige Altbauten wurden in die Neugestaltung einbezogen. Erst ab Mitte der sechziger Jahre galt dann die Maxime des Flächenabrisses zugunsten neuer Großstrukturen unter weitgehender Nichtbeachtung von Straßenführungen und vorhandener Bebauung, in Dresden exemplarisch an der Prager Straße / Leningrader Straße, Budapester Straße oder in Teilen der Johannstadt erkennbar.




    Den östlichen Auftakt des Geschäftszentrums bildet an der Kreuzung mit der Tittmannstraße dieses Punkthochhaus als Höhendominante und Eckbetonung. Die Kontinuität zu den vorgestellten Zwanziger-Jahre-Planungen sind nicht zu leugnen. Der gleiche Haustyp findet sich in ähnlicher Funktion an der Pillnitzer Straße/Ecke Blochmannstraße in der Pirnaischen Vorstadt und als Einzeldominante in der Lindengasse (Seevorstadt Nähe Hauptbahnhof) und am Nürnberger Platz (Südvorstadt).



    Das Hochhaus, Seitenfassade an der Borsbergstraße:




    Platzartige Situation an der Ecke zur Tittmannstraße mit dem einstigen, leider nicht mehr vorhandenen Café Borsberg als gesellschaftlichem Mittelpunkt des Quartiers.




    Nördliche Zeile mit Geschäftspavillons, im Hintergrund der Turm der Herz-Jesu-Kirche an der Ecke zur Krenkelstraße:




    Die Ecke mit dem Café Borsberg von der Borsbergstraße gesehen:




    Die Mosenstraße wurde zwar beidseitig unterbrochen, die Bebauung lässt aber weiterhin einen freien Durchblick über die Borsbergstraße hinweg zu:




    Nördliche Häuserzeile, Blick zurück:




    Übergang zu den überlebenden Gründerzeitlern in Richtung Krenkelstraße exemplarisch für die ehemalige Bebauung. Alle rechts anschließenden Gebäude waren totalzerstört.




    Blicken wir auf die ähnlich gestaltete südliche Straßenseite. Hier ein Blick entlang der Geschäftszeile:




    Durchgang am Hochhaus:




    Interessante Ecklösung an der Platzsituation an der Krenkelstraße mit winklig angeordnetem Geschäftspavillon:




    Der kleine Platz an der Krenkelstraße als diagonales Pendant zur ähnlichen Lösung an der Tittmannstraße:




    Trotz Typisierung: interessante klassische Detaillösungen:




    Ein Blick in die Seitenstraßen verdeutlicht die Einbindung des Quartiers. Hier die Krenkelstraße.




    Blick entlang der Krenkelstraße in nördlicher Richtung über die Borsbergstraße hinweg:




    Herz-Jesu-Kirche:




    Blick zurück nach Süden entlang des noch vorhandenen Eckhauses, der die gute Einordnung der Neubauten verdeutlicht:




    Um die Ecke an der sehr kurzen, als Sackgasse endenden Hans-Böheim-Straße dieses wilde Sammelsurium aus Gründerzeit und diversen Lückenbauten:




    Wir laufen die Krenkelstraße nach Norden und blicken von der Kreuzung mit der Haydnstraße noch einmal zurück. Hinter dem lückenbebauenden Fünfziger-Jahre-Block das repräsentative Eckhaus an der Borsbergstraße mit dem markanten Turm.




    Das war's.

  • ^^^ Bezüglich Ernemann-Werke aus Post 145


    Bild von antonstädter:


    zufällig sah ich nun folgendes:

    bis heute gibts allerdings eine weite Baulücke. 19 zusätzliche Fensterachsen blieben unerfüllt. Aber zählt doch selbst. :confused:

  • Besten Dank, Elli, das war mir neu, vor allem der Umfang der Erweiterung.


    Dass mal etwas in der Richtung geplant war, hatte ich geahnt, sieht man ja auch deutlich an der Skelettkonstruktion der Giebelwand. Aber solch ein Mammutprojekt...

  • Kim-Neubau Mosenstrasse - update


    da es an der Fassade vorbildlichst voran ging, hier ein paar Eindrücke:

    alles ist verputzt und am Sockel erblickt man mustergültig verarbeiteten Sandstein inklusive Gesimsen und (nicht im Bild) vereinzelter Ornamentik


    also, dass man das noch erleben darf! Herr Kimmerle, der Bau wird großes Kino. Gratulation.



    und hier noch die Rückseite

  • WGJ-Neubau Haydn-/ Holbeinstrasse - fast fertig, Gehweg wird erneuert


    Hier kann man sich eine andere und leider üblichere Art der Fassadengestaltung anschauen.

  • Rund um den Schillerplatz



    Barteldesplatz 2 - Sanierung fertig
    zuletzt in Post 132 - Bild 4



    Gautschweg - wie hier wird an vielen bereits sanierten Häusern gewerkelt, was im Forum gar nicht darstellbar ist



    Naumannstrasse 4 - Gelände für Vermarktung gerohdet
    zuletzt in Post 97 - Bild 4+5


    ^ romantischer Charme des Verfalls



    Schillerplatz - Hüblerstrasse - Neubau von ca. 2011 rechts, aktueller Neubau links



    Impression

  • Die Fenster sind viel zu kleinteilig. Schöne, große Fensterfronten passen zu den anthrazitfarbenen Alu-Fenstern (sehe ich doch richtig, oder? Es sind Alu-Fenster?).


    Dachüberstand mangelhaft zu klein, das Ding wird in 15 Jahren veralgt sein.


    Die französischen Balkone sind ganz und gar nicht schick. Entweder man lässt es bleiben (2-geteiltes Fenster, unten fest verglast oben ab ca. 90 cm öffenbar) oder man macht ordentliche französische Balkone dran.


    Und ich weiß nicht nicht wie man es geschafft hat, aber die Regenrohre sind zum bestimmenden Punkt der Fassadengestaltung geworden.

  • ^^endlich mal etwas gute Architektur :)


    Kleinteilige Fenster, Gesimse, ein sich abhebendes Erdgeschoss und ein "echtes Dach" also mir gefällts.


    Das einzige was mich stört sind die Fensterrahmen welche dieselbe Farbe wie die Fassade haben, hier könnte man aus der Fassade noch etwas mehr rausholen. In der Bauphase hatte mir das besser gefallen, siehe die 1ten beiden Bilder von Elli in Post151


    Aber ansonsten kann ich nur bekräftigen was ich schon am Anfang vom Projekt gesagt hab es ist eindeutig eines der für mich besten in DD derzeit.


    Danke für die Bilder.

  • Ganz ehrlich, ich find's furschdbaar.


    Nichts weiter als ein 0815-Block, und der per Dekor relativ plump und inkonsequent auf klassisch getrimmt. Die Fassade selbst lässt keinerlei logische Struktur erkennen: Abwesenheit jeder Symmetrie, da großes Fenster, da kleines Fenster, völlig unregelmäßige Abstände zwischen denselben, da mal Balkone, da mal nicht, was soll eigentlich der unmotivierte Gitter-Mauer-Wechsel beim Staffelgeschoss, keine erkennbare Struktur der Fensterachsen, rangepappte unmotivierte Simse (Warum eigentlich bei allen Stockwerken?) usw. usf.


    Da strahlt jeder WBS70-Block mehr Harmonie aus.


    Am schlimmsten finde ich, dass die offensichtlichen winzigen Funktionsraumfenster, die eigentlich dem Hof zugewandt sein sollten, die Straßenfassade, die eigentlich Harmonie und Ästhetik ausstrahlen sollte, ausgerechnet an den zentralen Stellen dominieren, dort, wo man Erkerapplikationen, Risalite, Verdachungen oder sonstige Betonungen der Hauptachsen erwartet, vor allem bei einem auf klassisch getrimmten Gebäude, während die Eleganz vorgaukelnden pseudofranzösischen Fenster sich in Häufung ausgerechnet über dem unvermeidlichen Loch der Tiefgarageneinfahrt tummeln.


    Kurz: ein Billigbau übelster Sorte, der Noblesse vorgaukelt. Nee danke, bitte nicht mehr davon.

  • Auch wenn das jetzt kein Geschossbau ist, aber anthrazitfarbene wirken nur bei großen Glasflächen und wenig Fensterrahmen und ohne Sprossen oder ähnliches Rumgespiele. Die dunkle, aber nicht zu dunkle Farbe hat die Funktion, den Fensterrahmen optisch in den Hintergrund zu rücken (im Gegensatz zu den dominanten strahlend weißen Rahmen) und das Glasteil zu betonen:


    https://citylife600.files.word…com/2013/03/weberhaus.jpg


    http://www.weberhaus.de/upload…88-ch1045-t1408627201.jpg


    Und was mir jetzt im Vergleich zu meinem ersten Bild auffällt: Es fehlen die Außenfensterbänke (z.B. aus Granit/Naturstein wie in meinem Bild). Mit ordentlichen Außenfensterbänken sähe es doch gleich ein Stück besser aus.


    Auch zum Thema wie man Dachüberstände ausführt, damit die Fassade nicht bald veralgt, siehe meine beiden Bilder. Witterungsschutz ist immens wichtig und ebenso sind schon 50 cm immens wirksam. (Die Bilder zeigen ein gutes Stück mehr als 50 cm.)


    Auch finde ich es besser, siehe Bild 1, wenn französische Balkone über die Fensterfläche hinaus geführt werden.


    Zu der Anordnung von Funktionsräumen: Man hat nun mal lieber Wohnzimmer und Schlafzimmer zur ruhigen Innenhofseite. So ist das...

  • Lustig: Neubau am Niederwaldplatz - Blasewitz-Ost
    Anwohner klagen gegen Bauvorhaben - die SäZ berichtet (kostenpfl.)
    Hier ein Blick in die Baugrube.


    Hauptkritik: die 5-geschossige Kiste der Treuwobau passt nicht in die (meist 3-geschossige) Umgebung. Auch sonst sei viel zu bemängeln.
    Erstaunlich: die klagenden Ü70-Nachbarn haben sich immerhin ganz gut informiert: es seien zunächst "Kröten und Vögel" infolge der Baustelle vertrieben worden. Es soll auch der "Eisvogel" dabei gewesen sein (Anm: strengst geschützte Vogelart!). Alte Bäume und Sträucher wurden allerdings korrekterweise per Sondergenehmigung platt gemacht, müssen die Rentner eingestehen. Das eigene Haus werde künftig vom Neubau verschattet, die Abendsonne fällt aus, usw. usf. Auch die TG-Ausfahrt sorge künftig für zahlreiche Probleme - sogar für die Schulwegsicherheit.
    Logisch: die Treuwobau sieht keinerlei Vergehen: Der verwendete Baustil mit Penthouse und Dachterrasse sei in fast allen Stadtteilen anzutreffen und gehöre auch zu dieser Epoche, so ein Sprecher.
    Süffisant: zahlreiche Briefe erreichten SPA, Umwelt- und Katasteramt. Letzteres konnte aber nicht erklären, warum in der alten Liegenschaftskarte von Blasewitz eine 3-4-Geschossigkeit eingetragen ist, plötzlich aber eine 5-Geschossigkeit in einer neuen Katasterkarte für dieses Grundstück auftaucht. Das läge wohl an einer derzeitigen Umstellung auf elektronischen Kartenbetrieb und ausserdem wird künftig (also in diesen Planauszügen in elektronischer Form) gar keine Geschossigkeit mehr eingetragen.
    Anm: So kommen etwaige Probleme mit Auskunft begehrenden Bürgern erst gar nicht auf.
    Folglich: reichts den Anwohnern nun und man geht den Klageweg. Die Stadt sieht dem verständlicherweise entspannt entgegen: "Ernstliche Zweifel an der Vereinbarkeit der angegriffenen Genehmigung mit allen zu berücksichtigenden Normen bestehen nicht ... “, so eine erste Stellungnahme der Stadt.


    mein Fazit: Trotz Auffahren "schweren Begriffsgeschützes" (man bemüht gar die verwaltungsinterne "heilige Kuh" der "Schulwegsicherheit"), was auf gute Recherche der Kläger hinweist, wirds hier keine Auswirkung haben. LEIDER!