WBM Neubau-Offensive Luisenstadt

  • WBM Neubau-Offensive Luisenstadt

    Die WBM will in dem Block Heinrich-Heine-/Köpenicker-/Michalekirch-/Annenstraße nachverdichten. Weiter fortgeschritten sind die Planungen für ein Wohnquartier an der Schmidstraße 13-15, ca 180 Wohnungen sollen entstehen, Baubeginn November 2015, Fertigstellung 2017. Entlang der Köpenicker Strße sollen vier sechsgeschossisge Punkthäuser und ein zwölfgeschossiges Wohnhochhaus an der Ecke Michaelkirchstraße gebaut werden. (Artikel Berliner Woche)


    Weiterhin plant die WBM noch eine Blockrandschlißung in der Almstadtstraße und Neubau in der Eckertstraße in Friedrichshain.

  • ^ Nun geht es also los. Müller macht ernst!


    Alles in allem sind die Pläne denke ich gut. Dies ist der richtige weg um günstigen Wohnraum bereit zu stellen. Viel besser als eine Gängelung und ein Wegekeln von Investoren wie es der Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain mit Vorliebe betreibt.


    Auch andere innerstädtische Plattebauareale werden wohl bald verdichtet (Ich kann mich da eine Auseinandersetzung mit Klarenbach im Forum erinnern
    Von mir: http://www.deutsches-architekt…hp?p=426359&postcount=221
    Antwort von Klarenbach: http://www.deutsches-architekt…hp?p=426506&postcount=235). Diese Verdichtung ist eine direkte Folge des Tempelhof-Entscheides, da sonst dort gebaut würde. Jetzt wird es deutlich, was der Entscheid bewirkt hat: Verdichtung diverser Wohnlagen, die in kommunalem Besitz sind, gegen das Freihalten der Riesenfläche. Manch einer wird sich wohl ziemlich ärgern, wenn die lieb gewonnenen Bäume vorm Fenster fallen.


    Ich vermute, dass gerade die Plattebauareale, genau wie hier geplant, durch einfache Bauten, die zwischen rein gesetzt werden, nun in größerem Umfang nachverdichtet werden. Wesentlich schöner werden sie damit wohl nicht, aber dichter, urbaner, durchmischter und insbesondere viel effizienter genutzt. Insbesondere Parkplätze werde wohl bald knapp sein, was man dort bisher nicht kannte. Bei den größeren Arealen wäre ein eingriff in die Verkehrsführung sinnvoll. Man müsste die großen Quartiere durchlässiger machen und auch mehr Gewerbe ansiedeln. Punkthäuser an den Straßen davor zu setzten wird vermutlich ein gängiges Konzept. In Mitte gäbe es da einige Möglichkeiten begonnen mit der Karl-Marx-Alle zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz über die Leipziger Straße, Alexanderstraße und Holzmarktstraße usw. Weiterhin wird im inneren in Kleinblöcken oder Reihen verdichtet. Nicht schön aber logisch. Man könnte sogar industriell erzeugte Baureihen verwenden, fast wie früher, das würde die Quadratmeterpreise weiter drücken.


    Ich bin sehr gespannt, was da bald alles kommt.

  • Es wäre ja schön, wenn MM wirklich ernst machte. Der neue Senator Geisel hat ja auch schon Änderungen der Bauordnung angekündigt, um schneller bauen zu können. Mal sehen ob das alles nur Gerede bleibt oder wirklich etwas passiert.


    Bei den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind ja jeweils nur eine Handvoll Wohnungen geplant, diese zudem mitunter seit Jahren. Ob da wirklich Zählbares herauskommt, dass dem steigenden Bedarf durch Zuzug, dem Wegfall von Mietwohnraum durch Umwandlung ein ETW und Ferienwohnungen etwas entgegen setzen kann? Ich bin da vorerst noch skeptisch.

  • WBM Neubau-Offensive Luisenstadt

    Neubau-Offensive der WBM


    Für das Wohnquartier Schmidstraße 13/15 erfolgte bereits im Juli der 1. Spatenstich. Bis Sommer 2017 entstehen dort 128 neue Wohnungen. Der Entwurf sieht eher fad aus, passt aber ins Umfeld:




    (C) Dahm Architekten | WBM


    Pressemitteilung
    Projektseite
    Meldung @ competitionline


    Ein paar Meter weiter - Köpenicker Straße 104 - 114 - beabsichtigt die WBM den Bau eines 12-geschossigen Punkthochhauses sowie weiterer Wohnhäuser. Der Architektenwettbewerb hierfür wurde jüngst entschieden. Die beiden ersten Plätze gingen an Love Architects und Grüntuch Ernst.
    Aus der Pressemitteilung:

  • ^ bzgl. Schmidstraße:


    Die Entwürfe finde ich eigentlich ganz passabel, zumal in dieser Gegend, wo sie umgeben sind von deutlich höheren Wohnplatten.


    Was mich eher stört ist, dass sie so eng stehen. Zumindest auf den Visus wirken die Gebäude ziemlich gedrängt, was den bisher immerhin luftigen und grünen Charakter des Viertels doch etwas einschränkt.

  • ^^ So muss es wohl gemacht werden, wenn man mehr günstigen Wohnraum im Zentrum will. Schön reinbauen in die lockeren Plattenbauviertel. Ein durchaus sinnvolles vorgehen. Die beliebige bis chaotische Anordnung in diesen Vierteln wird dadurch aber eher noch verstärkt.


    Jedenfalls sollte man auch private Investoren von der Leine lassen, wenn man eine Marktentspannung erreichen möchte. Nur Vater Staat alleine wird's wohl nicht stemmen können.

  • Ein paar Meter weiter - Köpenicker Straße 104 - 114 - beabsichtigt die WBM den Bau eines 12-geschossigen Punkthochhauses sowie weiterer Wohnhäuser. Der Architektenwettbewerb hierfür wurde jüngst entschieden. Die beiden ersten Plätze gingen an Love Architects und Grüntuch Ernst.
    Aus der Pressemitteilung:


    Über diesen Wettbewerb berichtet nun heute das Baunetz und zeigt auch die Siegerentwürfe.


    ARGE LOVE architecture & urbanism und Architektur Consult, beide Graz, zusammen mit YEWO Landscapes, Wien



    Grüntuch Ernst Architekten zusammen mit WES Landschaftsarchitektur, beide Berlin



    Im Rahmen einer Überarbeitung der beiden Entwürfe werde man schließlich entscheiden, welches Projekt realisiert wird. 21,8 Mio Euro wird das BV kosten und bis Ende 2018 fertiggestellt sein.


    Pressemitteilung WBM

  • Das wird ja ein ganz schönes 70er Jahre Revival, was Lüscher und die WBM da planen. Lüscher ist tatsächlich ein 70er Fan, oder? Ich finde, die von ihr beeinflusste Entwicklung inzwischen ganz schön trashig.


    Naja; einfügen tut es sich ja tatsächlich und vielleicht wird die Gegend ja sogar ansprechender.


    Aber dass so eine große Baumasse für 21,8 Mio € zu realisieren ist, das glaube ich einfach nicht. Da rechnen und planen doch wieder einmal die Politiker. Zahlen darf es dann der Steuerzahler (hoffentlich der Bayrische ;)).

  • Das wird ja ein ganz schönes 70er Jahre Revival, was Lüscher und die WBM da planen.


    Genau das habe ich auch gedacht. Von den zwei Entwürfen will mir keiner richtig gefallen. Der erste Entwurf hat eine gar nicht mal so uninteressante Formensprache; das eingerückte Erdgeschoss sagt mir sehr zu. Allerdings wirkt der Entwurf mit den braunen Farbakzenten auf eine wenig schmeichlerische Art "retro". Zudem missfällt mir, dass nur das Gebäude an der Straßenecke ein Hochhaus ist und die restlichen Gebäude so niedrig ausfallen, vor allem mit Hinblick auf die dahinterliegende, deutlich höhere Bebauung. In dieser Hinsicht finde ich den zweiten Entwurf besser, da dieser mehrere Hochhäuser vorsieht und durch Glaspassagen miteinander verbindet. Das ist aber auch schon das Einzige, was mir an diesem Entwurf gefällt. X(


    Mein Vorschlag: Mehre Hochhäuser, ungefähr so wie im zweiten Entwurf angeordnet, aber im Stil des ersten Entwurfs, das eingerückte Stockwerk jeweils auf einer anderen Geschosshöhe, und mit verbindenden Glaspassagen, um ein zusammenhängendes Gebäudeensemble zu schaffen und die einzelnen Hochhäuser nebenbei weniger wuchtig wirken zu lassen. Dazu die Fassade in hellem Sichtbeton (auf keinen Fall Blech!) und man hätte etwas, womit man durchaus leben kann.

  • Ich finde interessant dass solche Lösungen können relativ problemlos vor andere Plattenbauriegel geschafft werden, ich habe mich der dritte Preis von Sauerbruch Hutton (die ich sehr gelungen finde) auf den Mollstrasse vorgestellt. Aber gleich Konzept kann vor wirklich vielem Blocke wiederholt werden.


    Hier eine Collage die ich in ein paar Minuten geschafft habe. Eigentlich der Wohnturm ist schon vorgesehen in der WBM Potenzialanalyse.


  • Ich finde es schade, dass man mal wieder die Chance nicht nutzt, ein wenig innerstädtische Strukturen in diesen Bereich zu bringen. Stattdessen wird die vorhandene Struktur erweitert.

  • Köpenicker Straße 104 -114
    Der Hipster von Grüntuch und Ernst vorne im Bild guckt doch recht bedrückt. Es gibt offensichtlich in den Siegerentwürfen überhaupt keine Ambitionen der Köpenicker Straße eine städtische Aufenthaltsqualität zu geben. Alles wirkt sehr objekthaft.

  • Im Rahmen einer Überarbeitung der beiden Entwürfe werde man schließlich entscheiden, welches Projekt realisiert wird. 21,8 Mio Euro wird das BV kosten und bis Ende 2018 fertiggestellt sein.


    Pressemitteilung WBM


    Es ist schließlich der Entwurf von Love geworden --> klick mich. Ausschlaggebend ist. dass der Love-Entwurf die Verschattung der umgebenden Bestandsbauten weitestgehend vermeide, bepflanzte Innenhöfe hat und ein Urban Gardening Konzept, das die Anwohner in die Grüngestaltung miteinbeziehe.


    Naja, konsequente Fortführung des sozialistischen Städtebaus mitsamt seiner Plattenbauästhetik würde ich sagen.

  • Den Sozialismus sehe ich jetzt da nicht unbedingt so stark vertreten und ich denke für diese Ecke ist das eine solide Lösung, positiv sehe ich die Anordnung und das Punkthochhaus, das eine entsprechende Verdichtung an dieser Stelle bewirkt.


    Natürlich wird das erkennbar bleiben, aber dieses Problem werden wir in Zukunft überall bei Verdichtungen in vormals sozialistischen Wohnbauprojekten haben. Abreißen und neubauen ist ja nur im seltensten Fall eine Option, leider.

  • Den Sozialismus sehe ich jetzt da nicht unbedingt so stark vertreten und ich denke für diese Ecke ist das eine solide Lösung, positiv sehe ich die Anordnung und das Punkthochhaus, das eine entsprechende Verdichtung an dieser Stelle bewirkt.


    Natürlich wird das erkennbar bleiben, aber dieses Problem werden wir in Zukunft überall bei Verdichtungen in vormals sozialistischen Wohnbauprojekten haben. Abreißen und neubauen ist ja nur im seltensten Fall eine Option, leider.


    Mit Sozialismus oder sozialistischer Städtebau hat das alles nichts zu tun. Wenn man die Schwarzpläne von Mitte (Sozialismus) und Kreuzberg (Kapitalismus, Zonenrandgebiet) in diesen Bereichen betrachtet, ist der Standort der ehemaligen Mauer nicht ablesbar. Geeint ist dieser Bereich, in Laufdistanz zur Mitte der Mitte, durch Zeilenbauten und nicht definierten Stadträume. Das Ganze könnte auch in Hellersdorf oder Britz liegen.
    Die prämierten Planungen sind viel mehr dem bürokratischen Rahmen des §34 BauGB (Einfügungsgebot) entsprungen. Es gibt in der aktuellen Berliner Stadtplanung überhaupt keine Bestrebung über Stadt, Stadraum, Urbanität, etc. nachzudenken. Der bürokratischen Schlendrian wird sogar noch verstärkt durch eine modische Sympathie für dieses stadtfeindliche Erbe.
    Es gibt Kreisen die Thesen zur Stadtentwicklung aufstellen die anders klingen, aber in dieser Stadt keine Beachtung finden: http://www.stadtbaukunst.tu-do…lnerErklaerungMai2014.pdf

    Noch einige logische Korrekturen: Verschattung aus Richtung Nordost ist in unseren Breiten kein Thema (Batö #531). Und ein Punkthochhaus das verdichtet ist ein Widerspruch in sich. Preisgerichte wenden bei der Formulierung ihrer Empfehlungen gerne die sog. Paranoid kritische Methode an um offensichtlicher Schwachsinn einen glaubhaften Anstrich zu geben. Als Lehrstück kann die Erläuterung vom Preisgericht zum Projekt Briesestraße im Neuköllner Rollbergviertel empfohlen werden.

  • ^ Ich sehe vieles ähnlich, verstehe aber nicht warum ein Punkhochhaus keine Verdichtung sein soll.


    Mehr Einwohner pro Fläche bedeuten doch Verdichtung unabhängig vom Städtebau, oder?