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Alt 22.10.16, 22:57   #11
Alexa68
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Die Regierung von Mittelfranken merkt dazu im Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Frankenschnelweges an:

"Im Kohlenhofareal sind Reste einer Befestigungsanlage des 30-jährigen Krieges erhalten (...) Von der Befestigung Gustav – Adolfs sind allenfalls noch ein aufgefüllter Graben und verfüllte Pfostenlöcher als Bodenverfärbungen erhalten. Alle beschriebenen Befunde sind Bodendenkmäler im Sinne des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes. Primär sind nach den Bestimmungen des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes die Bodendenkmäler zu erhalten. Der Erhalt hat Verfassungsrang und ist ein wichtiges anzustrebendes Planungsziel. Allerdings kann der Erhalt nicht unbegrenzt gefordert werden. Im Einzelfall müssen auch Zerstörungen von Denkmälern hingenommen werden, wenn übergeordnete andere planerische Ziele anderweitig nicht zu erreichen sind. Für diesen Fall ist eine ausreichende Dokumentation der Bodendenkmäler unerlässlich.
In konkreten Fall ist eine Verlegung der Trasse [neue Kohlenhofstraße Anmerkung AR] wegen der baulichen Gegebenheiten nicht möglich. Eine Führung des Verkehrsweges ist nur im Bereich des Bodendenkmals möglich, eine Schonung des Denkmals durch Verzicht auf die Tieferlegung der Trasse zugunsten einer auf der Oberkante des Bodendenkmals aufgesetzten Trassenführung mit Einhausung ist städtebaulich nicht akzeptabel.
In Abwägung der städteplanerischen Ziele mit dem öffentlichen Interesse am Erhalt der Bodendenkmäler muss der Erfüllung der städteplanerischen Ziele Vorrang eingeräumt werden. Damit kann der Erhalt der vermuteten Bodendenkmäler nicht gefordert werden. Wegen der Bedeutung der Kanal- und Hafenanlagen für die Technikgeschichte bzw. der Befestigungsreste aus der Zeit des 30-jährigen Krieges für die Stadtgeschichte können die Bodendenkmäler nicht ersatz- bzw. auflagenlos aufgegeben werden. Zur Sicherung der Befunde ist eine wissenschaftliche archäologische Begleitung der Baumaßnahmen unter Dokumentation der Befunde notwendig, um die in den Bodendenkmälern enthaltenen Informationen als historische und kulturgeschichtliche Quellen vor ihrer Zerstörung zu dokumentieren und in sekundärer Form als Schrift-, Zeichnungs- und Bildquelle für die Zukunft zu bewahren. Entsprechende Auflagen wurden in den Beschlusstenor aufgenommen. Die Untere Denkmalschutzbehörde und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege haben keine Einwendungen gegen die geplante Baumaßnahme erhoben."

Quelle: https://www.regierung.mittelfranken....sbeschluss.pdf S. 81 ff.
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