Breslauer Platz

  • Der Breslauer Platz wäre in der Tat ein sehr guter Standort, bisher galt ja ein Grundstück im Reinauhafen (bzw eine Aufstockung des Dt. Sport- und Olympiamuseums) als Favorit.


    Auch ohne Lokalpatriotismus muss man sagen dass ein Standort in Köln (ganz gleich welcher der favorisierten) in puncto Tourismus und Besucherzahlen sicher nicht die schlechteste Wahl wäre.

  • Diese DFB-Sache schwelt schon seit über einem Jahr, und im Zusammenhang mit einem Aufenthalt der Nationalmannschaft vor einem Länderspiel bei uns in Kölle hat - wenn ich mich richtig erinnere - sogar Oliver Bierhoff selber den Namen Köln ganz vorne auf die Liste eines solchen Zentrums gesetzt. Damals hieß es allerdings, der DFB als Organ wäre dagegen, nur die Riege um Jogi Löw wäre dafür. Wenn sich das jetzt geändert hätte, wäre das natürlich klasse.


    Vivico Real Estate hat die alte Bahndirektion doch sowieso noch nicht vermietet, oder? Vivico, kannst Du uns was dazu sagen?


    Ein DFB-Zentrum mit Trainingseinrichtungen, physio-Facilities und evtl. sogar Sporthotel wäre doch die ideale Nutzung! Für ein "normales" Hotel besteht in Köln doch kaum noch Bedarf.

  • Das Grundstück am Breslauer Platz zwischen Hauptbahnhof und Rhein ist wegen seiner zentralen Lage in der Tat ein Filetgrundstück.


    Wenn man jedoch auf der Bahnhofseite einen Busbahnhof vor das Fußballmuseum setzen würde, wird die Aufenthaltsqualität aller Voraussicht nach stark beeinträchtigt. Dies gilt gerade dann, wenn man dort ein Museum mit gewünschter hoher Akzeptanz verwirklichen will. Schon heute ist der Zugang vom Hauptbahnhof zum Musical-Dome eher weniger attraktiv.


    Ohne irgend jemandem zu nahe treten zu wollen, muss doch konstatiert werden, dass wartende Busfahrer und preissensible Reisegäste Richtung Balkan (die womöglich auch gerne und oft die Museumstoiletten frequentieren werden) nicht unbedingt die geeignete Eingangssituation für das museum darstellen können. Gerade am jetzigen Zustand ist sehr gut zu erkennen, dass sich die vom DFB angedachte, angemessene Umgebung im Herzen von Köln mit der bisherigen Planung des Stadtplanungsamtes wohl nicht vereinbaren lässt.


    Hinzu kommt, dass das Stadtplanungsamt die Vermarktung des Grundstückes und die Einnahmen bereits fest verplant haben dürfte. Will man hier also ein Fußballmuseum verwirklichen, müsste m. E. die gesamte Planung für den Breslauer Platz auf den Prüfstand.

  • Ich meine mal gelesen zu haben dass der zukünftige Bebauungsplan für den Breslauer Platz eine Blockrandbebauung vorsieht, und das DFB Museum wäre an der Rheinfront weit genug weg um nicht durch den (verkleinerten) Busbahnhof gestört zu werden.


    Der Musical Dome ist doch ein sehr tiefes Gebäude, wenn der Platz mal planiert ist wird die eigentliche Dimension des Grundstückes sichtbar.


    Martin Börschel von der SPD fängt allerdings bereits an, eine leicht zickig-arrogante Art an den Tag zu legen und verlangt, dass die Stadtspitze pokert um einen für die Stadt möglichst günstigen Deal auszuhandeln...in meinen Augen absolut unverständlich und realitätsfremd, er scheint zu ignorieren das ein solches Prestigeprojekt in jeder anderen Stadt den roten Teppich ausgerollt bekäme und es schon eine Ehre ist, in der engeren Auswahl zu sein. Es geht hier schliesslich nicht um das "Tante-Emma-Gedächtnismuseum" sondern um eine repräsentative Institution des grössten Sportverbandes der Welt.


    Im Gegensatz zu so manch anderem subventionierten Projekt wird DIESES aller Wahrscheinlichkeit nach rentabel sein.

  • neuer Wettbewerb

    Potenziell gute Neuigkeiten verbreitet die Rundschau. Es soll wohl in der nächsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses besprochen oder gar entschieden (?) werden, ob es einen neuen städtebaulichen Wettbewerb für den Breslauer Platz geben soll. Lest am besten selbst :D

  • Potentiell gut schon. Ich lese aber, dass die CDU einen entsprechenden Antrag im Rat einbringen will. Kann mir leider vorstellen das Rot /Grün/Rot dies mit ihrer knappen Ratsmehrheit ablehnen.
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Wäre m.E. dringend nötig einen entsprechenden Wettbewerb durchzuführen.

  • So ein neuer Wettbewerb wäre wirklich sinnvoll. Und warum sollen nicht das Fußballdingen und ein Musicaltheater und ein paar Bürogebäude zusammen zwischen Bahnhof und Rhein passen und noch etwas Platz für einen Platz lassen? Den Busbahnhof dann zwischen Hbf und Eigelstein verlegen...

  • Wie die Lokalzeit der Aktuellen Stunde / WDR gerade meldet, hat die Stadt den Vertrag mit den Betreibern des 'Musical Dome' bis 2011 verlängert.
    Die Umbau- /Neugestaltungsarbeiten am Breslauer Platz können somit erst 2 Jahre später als geplant beginnen. Einer evtl. Ansiedlung des 'Deutschen Fußball-Museums' stünde dies lt. Schramma nicht entgegen.

  • Das ist richtig, das DFB Museum wäre für das Grundstück angedacht auf dem sich jetzt der temporäre Bauhof für die UBahn findet, daher ist es gar kein Problem für die Stadt das Grundstück zu vermarkten solange die UBahn rechtzeitig fertig wird. Somit wären 2 Musicals immer wahrscheinlicher da sich die Anzeichen für Herr der Ringe im Rechtsrheinischen kürzlich weiter verdichtet haben.

  • Es gibt Neuigkeiten in puncto Musical-Nachfolge, und zwar äußerst erfreulicher Art: Das wohl sehr erfolgreich und von Kritikern hochgelobte Londoner Musical "Spamalot", das im Prinzip "Die Ritter der Kokosnuss" vertont darstellt, kommt nach Köln. Dies berichten sowohl KStA und Rundschau.
    Endlich mal ne richtig gute Nachricht.:) Jetzt mal abwarten, was aus "Herr der Ringe" wird.

  • Nationales Fußball-Museum

    Auch koeln.de berichtet, mit einer weiteren Visualisierung:


    http://www.koeln.de/artikel/Ko…ewinn-machen-43838-1.html


    Besonders freut mich, dass - sollte köln den Zuschlag erhalten - das Museum ein „architektonisches Unikat internationalen Anspruchs“ werden soll, direkt nördlich der Hohenzollernbrücke.


    Interessant an den Entwürfen ist ferner, dass in dem Modell das hässliche Kommerz-Hotel verschwunden ist und für das Busterminal wohl ein vergleichsweise geringer Platzbedarf auf der westlichen Seite des Breslauer Platzes vorgesehen ist.

  • Es gibt (ein bisschen) was Neues über das DFB-Museum: 17.10. fällt die Entscheidung, spätestens 4 Wochen später.
    Interessante Spekulation: Kombinierung von DFB- und Olympia-Museum?! Sowohl KStA als auch koeln.de zeigen diese Option auf.
    Kleine persönliche Anmerkung am Rande: Selbstbewusstes Auftreten von Seiten Kölns finde ich gut. Die Forderungen des DFB sind eigentlich auch ziemlich unverschämt. Aber: Es ist eine einmalige Gelegenheit für die Stadt. Vielleicht müsste die Führung einfach in den sauren Apfel beißen...

  • Die Visualisierung ist sehr vielversprechend. Mit dem anscheinend gläsernen Komplex an der Hohenzpollernbrücke greifen Büder und Menzel ihren Siegerentwurf für die Neugestaltung des Breslauer Platzes auf - http://www.bueder-menzel.de. Dieser sah auch einen Deckel über die Rheinuferstraße vor, die den Tunnel um ca. 50m verlängert. Da ja auch die Rampe zur Brücke noch Thema ist, könnte der Breslauer Platz ein echtes Schmuckstück werden. (Einen solchen Deckel könnte man ja übrigens auch am Maritim bauen - das Hotel hätte damit quasi eine eigene Uferpromenade.)
    Wenn das Museum (wenn es denn gebaut wird) sich ein wenig an die klassische Formensprache der alten DB-Zentrale anlehnt, entsteht ein tolles Ensemble.
    Selbst das Kommerz-Hotel kann man retten. Ich fahre dort zur Zeit jeden Tag mit dem Bus nach Hürth: diese widerliche, stinkende Ecke unter dem Hotel könnte als Halle für das Hotel ausgebaut, die Metall-Verkleidung andersfarbig (silbrig-glänzend?) gestaltet, und der Beton mit Naturstein oder Klinker verschönert werden. Ich bin ganz zuversichtlich, das am Breslauer Platz noch einiges geht...

  • In meinen Augen hat diese Entscheidung nur einen Verlierer, nämlich den DFB. Wie will man denn in Gelsenkirchen oder Dortmund die angestrebte Besucherzahl erreichen um einen rentablen und subventionsunabhängigen Betrieb zu garantieren? Die Touristenströme wird man kaum mit denen vergleichen können die in Köln (zumal an diesem Top-Standort) zu erwarten gewesen wären, hier gibt es doch ein paar deutsche wie internationale Besucher mehr als in oben genannten Städten.



    Schade ist es trotzdem, wäre eine schöne Sache gewesen.

  • Na ja, im Umkreis des DFB-Museums wohnen Millionen. Und wenn man bedenkt, wie viele Besucher im Rahmen eines Tagesausfluges bis 200km Umkreis dorthin kommen könnten..Insofern sehe ich ganz gute Chancen, dass ausreichend Besucher kommen werden.
    das Paradox des Ruhrgebietes ist, dass es trotz hoher Bevöllkerungszahl, zentraler Lage in Europa und Deutschland und guter (Verkehrs-) Infrastrukur nicht in die Gänge kommt. In der letzten Zeit scheinen immer mehr Verantwortliche dies zu verstehen. Und die Anstrengungen, welche im Ruhrgebiet im Rahmen des Kulturhauptstadtprojektes gemacht werden, sind zum Teil beachtlich und werden ihre Spuren hinterlassen.
    Köln dagegen fällt nicht durch extremes Engagement auf (und kann sich dies sicher leisten. allerdings wird man so nicht zur erstklassigen Metropole)
    Von Vorteil für die Ruhrgebitesstädte ist sicher, dass sie noch preiswerte Brachflächen in zentraler Lage haben-Köln dagegen nicht.


    Köln kann den Breslauer Platz sicher auch so gut vermarkten, vorrausgesetzt die Motivation ist da. Oder werden wir das blaue Zelt noch in 10 Jahren....

  • Dass vom DfB für die Ansiedlung eines attraktiven Museums entsprechende Bedingungen verlangt wurden, ist verständlich. Die jetzige Entscheidung erscheint mir allerdings doch etwas übermütig.


    Denn mal ganz ehrlich, Attraktivität hin oder her, wir reden hier nicht vom Metropolitan Museum of Arts sondern von einem speziellen Sportmuseum unter Federführung eines nationalen Fußballverbands (welcher im Übrigen beileibe nicht am Bettelstab geht). Wenn ein Top-Standort im Herzen einer Metropole zuzüglich eines etwa 10 Mio. Euro Grundstücksgeschenks dem DfB nicht ausreichen auch nur einen Schritt auf die Stadt zuzugehen, dann ist das eben so. Und das Ruhrgebiet wird's freuen.


    Köln hat hier vielleicht eine Chance vertan - Der DfB allerdings mit Sicherheit auch.

  • Falls die Entscheidung endgültig gegen Köln ist, dann hat Köln ein Museum weniger, aber der größere Verlierer ist mit Sicherheit der DFB. Es wäre ein herrliches Ensemble mit dem Dom im Hintergrund (beste Werbung!!!).
    Auch wenn die Besucherzahlen im Ruhrgebiet stimmen, wird ein DFB-Museum hier vielen unbekannt bleiben. Ich wohnte über 30 Jahren nur ca. 45 km von Dortmund entfernt und war dort noch nie, um mir die Stadt anzuschauen (ausser vor ca. 15 Jahren mal die Uni besucht und vor 2 jahren Jahren auf einer Feier gewesen). In Gelsenkirchen war ich nur einmal bei einem Fussballspiel. Von Köln waren es damals ca. 70 km und ich war fast wöchentlich hier zum Einkaufen und/oder mir die neusten Bauten anzuschauen. Da sieht man den Unterschied dieser Städte und da bin ich nicht die Ausnahme.
    Aber vielleicht setzen sich ja auch beide Städte nicht durch und die Auswahl beginnt von vorne. Für den DFB wäre das kein Nachteil.