Leipziger Wohnungsbau

  • Leipziger Wohnungsbau

    Beginnen möchte ich den Thread mit dem von der Stadt Leipzig ins Leben gerufenen Selbstnutzer-Programm. Dieses Programm ist ein wichtiger Beitrag zum Stadtumbau. Mit sog. Stadthäusern sollen zum einen Kaufinteressenten geworben werden, die den Traum vom eigenen Haus in der Stadt realisiert sehen wollen. Zum anderen werden Interessengemeinschaften unsanierte Altbauten angeboten, die sie zukünftig wohnlich nutzen können. Das Selbstnutzer-Programm ist kein Förderprogramm, sondern ein Beratungs- und Unterstützungsprogramm. Daraus ergehen folgende Vorteile für alle Beteiligte (Stadt Leipzig, Käufer):


    - Bauen im Bestand, keine Ausweisung großer Baugebiete.
    - Verdichtung und Erhöhung der Attraktivität der Stadtquartiere.
    - Senkung der Leerstandsquote, Sanierung von Altbauten
    - Stopp der Abwanderung ins Umland (vor allem bei Familien).
    - Günstige Konditionen für Käufer (niedrige Grundstückspreise, keine Bauträger).
    - Freie Auswahl zwischen Eigenheim, Altbauwohnung oder Industriebau (Loft)
    - individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für Käufer, da viel in Eigenregie erfolgen darf.


    Im Rahmen des Selbstnutzer-Programms wurden seit 2001 über 100 sog. Stadthäuser errichtet und 300 Altbauwohnungen saniert. Einzelne Projekte und deren Idee bekamen den Deutschen Städtebaupreis 2006 in der Kategorie "Sonderpreis"ausgezeichnet, die Goldmedaille der denkmal 2006, den Deutschen Bauherrenpreis 2005, den 2. Preis des KfW-Award 2007 sowie den Architekturpreis der Stadt Leipzig.


    http://www.selbstnutzer.de/
    http://www.selbstnutzer-ev.de/



    Nachfolgend stelle ich mit freundlicher Genehmigung von selbstnutzer.de ein paar Fotos von Projekten ein, die entweder bereits realisiert wurden oder demnächst realisiert werden:














    Bildquelle: selbstnutzer.de / Stadt Leipzig

  • stadtplanerisch (und soziologisch) sind wachsende städte sehr interessant. schrumpfende städte übrigens ebenso. beide phänomene haben haben ein ganzes bündel verschiedener ursachen, die sich zum teil überlagern können. das ergebnis sind dann gegensätzliche prozesse in ein und derselben stadt. dieses "im schrumpfen wachsen" zu begreifen, organisieren und gestalten ist neuland, auf dem auch neue wege beschritten werden müssen.


    das selbstnutzerprogramm der stadt ist einer davon. sein ziel ist es, an wohneigentum interessierte bürger von den vorteilen bereits erschlossener grundstücke in innerstädtischen lagen zu überzeugen. dabei kristallisieren sich zwei schwierigkeiten heraus: die zusammenführung jeweils harmonisierender bauherrengemeinschaften (besonders bei altbausanierungen) und die anpassung der neuen stadthäuser an die jeweilige umgebung.
    bei beiden problemen wurden bis heute zum teil erstaunliche ergebnisse erzielt. andererseits darf nicht verschwiegen werden, dass die idee der verdichtung von gründerzeitquartieren mit stadthäusern auch nicht überdehnt werden sollte, wie dieses beispiel zeigt:
    http://www.stadthaeuser-am-sch…platz.de/entscheidung.php


    die grösste stärke des selbstnutzerprogramms bleibt, individuelles wohnen in den eigenen vier wänden mitten in der stadt zu günstigen konditionen zu ermöglichen. ein trend, den inzwischen auch viele private bauträger erkannt haben.
    um zum ausgangspunkt zurückzukehren: nach jahrzehnten des suchens nach wohnraum ist eine phase des aussuchen-könnens herangebrochen, in der jeder nach seinen ganz persönlichen bedürfnissen lage, typ und ausstattung seines domizils wählen kann. bleibt zu hoffen, dass diese konkurenzsituation nicht nur bei altbausanierungen, sondern auch bei den neuen stadthäusern zu überduchschnittlichen ergebnissen führen wird.

  • stadtplanerisch (und soziologisch) sind wachsende städte sehr interessant. schrumpfende städte übrigens ebenso.
    Stillstand ist der Tod, röhrte schon Grönemeyer. Das gilt mit Sicherheit auch für den Städtebau. Morgen fahre ich wieder nach Kassel, Freunde besuchen. Mein Eindruck von dieser Stadt: Stillstand seit 30 Jahren.


    Aber zurück zum Thema: Anhand der oben gezeigten Bilder kann man schon erkennen, dass die Stadthäuser noch in der Experimentierungsphase stecken. Die Idee, die dahinter steht, ist ein Einfamilienhaus zu konstruieren, dass nicht nach Vorort-Klitsche aus dem Katalog aussieht, sondern individuell, urban und ebenso günstig zu haben ist. Das Berliner Pendant, die sog. Townhouses, sehen natürlich anspruchsvoller aus, aber die sind auch für eine gänzlich andere Klientel gemacht. Dennoch ist die Qualität der Stadthäuser in Leipzig freilich noch sehr ausbaufähig.


    Noch einmal 2 Bilder der Sweetwater-Stadthäuser an der Weißen Elster, die nach den Plänen der Leipziger Architekten Weis & Volkmann errichtet wurden:




    Bilder von mir

  • ehe dort der fluss in die wohnzimmer schwappt, würden bereits grosse teile leipzigs unter wasser stehen. die stadt liegt ja in einer auenlandschaft, wasserregulierung ist deshalb seit je her ein dauerthema - siehe auch "neue ufer".


    cowboys hinweis auf die berliner "townhouses" hat den unterschied präzise benannt: hier geht es nicht darum, in geschäftsvierteln wohninseln für die upper class zu errichten (beides würde man hier vergeblich suchen). anliegen ist vielmehr, aus der heutigen situation für bürger und kommune das beste zu machen. sicher sieht man, dass hier keine millionäre am start sind. aber man kann auch erkennen, dass man keineswegs einer sein muss, um in der stadt gut wohnen zu können:
    http://www.langheinrich-manke.de/32.html


    dabei wertet jedes projekt auch seine umgebung auf und löst weitere sanierungen in der nachbarschaft aus. dafür, dass dieses selbstnutzerprogramm keine fördermittel bereit stellt, ist der gewinn für den stadtumbau wirklich immens.

  • In LE-Connewitz liegt eines der ersten Gebiete mit Selbstnutzerhäusern in Leipzig. Das Gebiet kann man getrost als "wild" bezeichnen. Regelmäßig gibt es Kämpfe zwischen Linksautonomen, Punkern etc. und der Polizei.




    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/7109203



    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/7563159



    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/7695653



    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/7742284



    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/8917456



    http://http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/635988/display/8936920








    Um 1989 wurde begonnen dass Gebiet mit Plattenbauten umzugestalten. Später fand man andere Lösungen.







    Wohnbauten in der Pfeffingerstraße















    In der Hermannstraße findet man Gründerzeitgebäude neben Stadthäusern die wie moderne Burgen wirken.
















    Alles eigene Fotos

  • Autsch. Im letzten Bild ist das einzige das noch ansprechend aussieht die Mauer halbrechts ;) Na ok, vielleicht auch noch der Bodenbelag und das herrausschauende Spitzdach.
    Die Häuser in #2 find ich aber echt mal nicht schlecht.

  • Zu den gezeigten Fotos von Stahlbauer. Ich weiß gar nicht, was ich schlimmer finden soll: Die "historisierenden" DDR-Plattenbauten oder die armseligen Reißbrett-Stadthäuser. Wenn so der Städtebau der Zukunft aussieht, dann gute Nacht. Derweil gibt es ganz passable Füllbauten in Leipzig. 2 Beispiele:


    Wohnungsneubau im Musikviertel (bereits im Sommer von mir in der Galerie gezeigt).

    Foto von mir



    Nachwende-Füllbauten an der Riebeckstraße im Osten.

    Quelle: lipsikon.de (Veröffentlichung ist mir erlaubt)



    Das Gebiet kann man getrost als "wild" bezeichnen. Regelmäßig gibt es Kämpfe zwischen Linksautonomen, Punkern etc. und der Polizei.


    Wenn ich richtig informiert bin, galt Connewitz schon zu DDR-Zeiten, ähnlich wie DD-Neustadt, als "unangepasst". Vielleicht war das auch ein Grund, warum die DDR-Administration im letzten Jahr ihres Bestehens noch versuchte, das Gebiet abzureißen und durch Plattenbauten zu ersetzen. So sehr ich die heute häufende Gewalt am Connewitzer Kreuz ablehne, und so sehr ich die ANTIFA ohnehin für moralisch bankrott und anmaßend halte, der Süden hat schon seine Reize. Entlang der Karl-Liebknecht-Straße entstanden nach 1990 viele individuelle Kneipen und interessante Location, in einer Konzentration, wie sie sie z.B. in Frankfurt nicht gibt.


    Noch 2 Fotos aus dem Süden, danach auch gern wieder zurück zum Thema Wohnungsbau.


    Abgeräumtes Gebiet an der Bornaischen Straße.



    Straße der Hausbesetzer, die Stockartstraße

    Fotos von mir

  • Wenn man die Bornaische oder die Wolfgang-Heinze-Straße lang fährt und die Berichte in der Lokalpresse zu den Straßenschlachten kennt, fragt man sich schon woher die Häuslebauer hinterm Connewitzer Kreuz ihren Mut genommen haben.


    Vielleicht waren es wirklich die Kneipen rund um die NaTo?


    War aber vor zehn Jahren noch deutlich krasser. Kann mich an meterhohe Bierbüchsenberge auf den Freiflächen erinnern.


    Zum Ostzustand gibt es hier interessante Fotos:


    http://http://www.amazon.de/Connewitzer-Welttheater-Fotografien-1969-1990-Steinert/dp/3937146342/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1202489517&sr=1-1

  • Auf einer ehemaligen Industriebrache in Gohlis entstehen derzeit 7 Häuser mit Eigentumswohnungen. 3 sind bereits fertiggestellt. Das Projekt heißt "Parkvillen am Kickerlingsberg". Fotos vom letzten Sonntag:








    Auf diesem Gelände entstehen die anderen 4 Häuser


    Fotos von mir

  • Nunja, für das Prädikat "akzeptabel" reicht es ;) Besser als wildwüchsige Brachen allemal. Wobei mal etwas anderes als Flachdach ganz nett wär.
    Dass aber sternenwandlerische Begriffe wie "Park", "Villa", "Residenz" und Co. immer so inflationär benutzt werden müssen...


    Was sollen denn diese Lamellen an den Seiten der Fenster darstellen? Versteckte Gebäudetechnik? Oder sind das Fensterläden?

  • ^ Ich denke, dahinter befindet sich u.a. die Technik für die elektrischen Außenjalousien. Ansonsten finde ich die Verkleidung der Gebäude nicht schlecht. Für die geringen Ansprüche an den heutigen Wohnungsbau macht das Projekt qualitativ keinen schlechten Eindruck. Zur gewachsenen Gründerzeitarchitektur der Umgebung sind die Flachdächer freilich unpassend, aber was will man machen, wenn Penthouse-Wohnungen nun mal gefragt sind...?

  • vielen dank für die fotos.
    villen sind das natürlich keine. auflagen der stadt waren: nicht höher als die umgebungsbebauung, geänderte tiefgaragenausfahrt und keine aus den gebäuden herausragenden balkone. wer weiss, was sonst dabei herausgekommen wäre.
    auf den bildern ansatzweise ebenfalls zu erkennen: die unterschiedlichen, blassen erdtöne lassen die häuser insgesamt weniger dominant erscheinen. davon abgesehen: eine verbesserung zum geschosswohnungsbau der 90er ist es allemal.

  • Sind die nicht arg nah am Wasser gebaut? Sind die Häuser dort nicht flutgefährdet?


    Hochwasserschutz wurde schon in den 1930er-Jahren groß geschrieben. Damals hatte man eine künstliche, 3,6 km lange Überflutungsfläche, das sog. Elsterflutbett, angelegt. Seitdem wird das Hochwasser um die hochwassergefährdeten Stadtteile Schleußig und Plagwitz mit ihren Wohn- und Industriegebäuden umgeleitet. Dass bei den gezeigten Stadthäusern aus # 3 das Wasser eindringt, kann -selbst wenn es ein halbes Jahr lang durchregnet- nahezu ausgeschlossen werden.


    Bei der Jahrhundertflut 2002 in Sachsen kam Leipzig aufgrund seines ausgefeilten Hochwasserschutzes ungeschoren davon (was wohl aber auch daran lag, dass Pleiße und Weiße Elster nicht aus dem Erzgebirge oder Böhmen fließen, wo es besonders heftig regnete). Als die Flutwelle der Mulde die Städte Eilenburg und Grimma traf, war es in Leipzig wolkenlos und ca. 30 Grad warm. Die Freisitze in der Innenstadt waren gut gefüllt und es herrschte eine entspannte, hochsommerliche Stimmung, während die Menschen 25 km Luftlinie entfernt um ihr Leib und Leben bangten, in den Fluten ertranken und alle ihre Besitzstände in wenigen Minuten verloren. Das war schon eine sehr makabere Situation...

  • Vielen Dank fuer die Muehe, Cowboy!
    Der Neubau in #8, Bild 1 ist echt sehr gut gelungen, fuegt sich hervorragend ein und braucht sich vor der umliegenden Gruenderzeitbebauung in keinster Weise zu verstecken. Ein grossartiges Beispiel moderner Architektur! Ansonsten leider nicht viel Ansprechendes dabei, wobei der Bau im nachfolgenden Bild bei guenstigerer Farbgebung bestimmt ganz gut aussaehe.

  • Weitere Stadthausprojekte

    Stadthäuser Elsterstraße


    In der Elsterstraße entstehen gegenwärtig zwischen Einmündung Gottschedstraße und Haus Leipzig Stadthäuser. Ich persönlich hätte hier eher hochwertigen Geschossbau erwartet, aber warum nicht, zumal die Häuser versprechen, zumindest in der Ausführung recht hochwertig zu werden. Für die städtebaulich exponierte Einmündung der Gottschedstraße (Pontiakoswki-Denkmal, künftige Elsterbrücke, Elstermühlgraben, Villen) finde ich den Entwurf der Eckbebauung aber recht schwach, auch wenn grundsätzlich positiv anzumerken ist, dass man zumindest versucht hat, einen Übergang zur in der Gottschedstraße anschliessenden mehrstöckigen Gründerzeitbebauung zu schaffen. Infos inklusive Exposé und Entwurfszeichnungen gibt es hier http://www.townhouses-leipzig.de/ - siehe da, der Begriff Townhouses hält auch in Leipzig Einzug :D


    Das zu bebauende Gelände an der Elsterstraße:



    Ein Panoramaversuch zur städtebaulichen Situation:



    Hier die selbe Perspektive mit Bebauung:


    http://www.townhouses-leipzig.de/elster-persp.jpg


    und die künftige Ansicht von der Elsterstraße aus:


    http://www.townhouses-leipzig.de/elsterstrasse-ansicht.jpg


    Stand der Arbeiten am 8. März (gegenwärtig hat sich nicht viel verändert):



    Blick zur Einmündung Gottschedstraße



    künftiger Hinterhof:



    Um die Ecke in der Carl-Maria-von-Weber-Straße gibt es bereits drei Stadthäuser, die ich persönlich ganz nett finde, m.W. soll die Baulücke daneben ähnlich bebaut werden:





    Stadthäuser Industrie-/Zschochersche-/Naumburger Straße


    Bereits vor 3 (?) Jahren fertiggestellt wurden die Stadthäuser "Am Karl-Heine-Kanal" in der Industriestraße:



    von hinten:



    der lange Garten liegt im Trend ;)


    Weitere Infos hier: http://www.stadthaus-leipzig.de/de/150.php


    Direkt dahinter, am Verbindungsradweg zwischen Zschocherscher und Gießerstraße entstehen gerade die Stadthäuser Zschochersche Straße. Hier der Lageplan. Was die Fassaden betrifft, nicht so hochwertig, allerdings für die örtliche Bausituation ganz okay:



    Durchblick zu den Stadthäusern Industriestraße:



    Weitere Infos hier.


    Die selbe Firma plant direkt gegenüber in der Naumburger Straße sechs weitere Stadthäuser:



    (unten links; oben rechts die Stadthäuser Zschochersche Straße)



    Hier der gegenwärtige Zustand:



    Weitere Infos hier.


    Noch als Ergänzung, wenn auch keine Stadthausprojekte:


    In der Industriestraße, gegenüber des Karl-Heine-Kanals und zwischen Konsumzentrale und Stadthäusern sind jetzt die Lofts Industriestraße 81-83 mit riesigen Balkonen fertiggestellt worden:




    Und auch dieses Gebäude an der Ecke Zschochersche- /Industriestraße, direkt gegenüber den Wagner'schen Häusern ist saniert - dürfte letztes Jahr gewesen sein, war mir bisher aber noch nicht aufgefallen:



    links die Einfahrt ist übrigens die auf den Karten eingezeichnete Zufahrt zu den Stadthäusern Zschochersche Straße.


    Grüße,
    *D

  • Ergänzung zu Stadthäusern Elsterstraße

    Hallo,


    heute war schönes Wetter, also nochmal ein paar ergänzende Aufnahmen zum Kontext des Projekts "Stadthäuser Elsterstraße".


    Zuerst eine aktuelle Variante des Panoramas vom obigen Beitrag, der etwas weitere Ausschnitt lässt links den Pontiakowskiplan und den künftigen Flusslauf des Elstermühlgrabens erkennen:



    Ergänzend dazu ein Blick in die Gegenrichtung, das Panorama setzt links am obigen Bild an - links die Carl-Maria-von-Weber-Straße, rechts der Pontiakowsky-Plan. In der Mitte recht gute Neubauten aus den 90ern, rechts eine herrschaftliche Stadtvilla. Zu dieser gab es falls ich mich recht erinnere mal einen ausführlichen Bericht in den Leipziger Blättern.



    Standort beider Panoramen ist die künftige Elsterbrücke.


    Und nochmal die Elsterstraße richtung Norden in normalem Format vom Standpunkt der Stadthäuser aus betrachtet - der Baum rechts erlebt wohl gerade seinen letzten Frühling:


  • Sanierung von Altneubauten

    Es passt so schön ins Thema dieses Threads - sanierte Altneubauten. Sicherlich ist es schwierig, sämtliche Wohnbauten von 1930 bis 1960 über einen Kamm zu scheren, grundsätzlich haben diese jedoch mit Ihrer Blockstruktur un dem Einheitslook selten zur Verbesserung des Stadtbildes beigetragen. Wobei man vor dem zweiten Weltkrieg wenigstens nicht quer zur Straße gebaut hat, was später leider oft der Fall war.


    Während man sich in den 90ern weitgehend auf die Wärmedämmung und das Anbringen von Balkonen beschränkte und das Ganze anschliessend pastellfarben mit Streifen bemalte, sind mir in letzter Zeit Altneubausanierungen aufgefallen, die versuchen, die Individualität der Gebäude mit oft kleinen Mitteln zu Verbessern.


    Die folgenden Beispiele sind allesamt aus der Südvorstadt/Connewitz, in und um die Arthur-Hoffmann-Straße und wurden im Laufe der vergangenen Jahre saniert.


    1. Auflockerung durch Änderung der Fenstergliederung:




    2. Hübsche Farbgebung:



    3. Bunt (Fischer-Art?) - wird sicherlich einigen Wiederspruch hervorrufen, gefällt mir trotzdem :)




    4. Okay, hier ist es eher nicht die Sanierung - die Lösung der Ecksituation zur Erbauungszeit ist interessant:



    Ich finde die Sanierungen alle auf ihre Art gelungen, sie gefallen deutlich besser als die in Leipzig weit verbreitete oben beschriebene Standartsanierung.


    Grüße,
    *D

  • vielen dank für deine beiträge.
    die stadthäuser in der carl-maria-von-weber-strasse finde ich auch gelungen. beim rest musste ich daran denken, was ich letztens gelesen habe: im durchschnitt haben solche stadthäuser in leipzig eine grösse von 135 qm und kosten 141 000 euro. da kann man wohl keine sensationen erwarten. besser als brachen sind sie dennoch allemal.
    zu den altneubauten: wenn man was saniert, sieht es immer besser aus als vorher. ich persönlich könnte es in so was trotzdem nicht aushalten. dieses "comic-haus" war übrigens schon zum abriss vorgesehen. aber dann wurde ein wirklich guter umbau vorgenommen (sehr gute grundrisse). und auch die fassade ist zum glück mal nicht von fischer-art...

  • Hallo,


    ich würde auch gerne in ein Stadthaus ziehen, bloß der hohe Preis. Schade das man sowas nicht zur Miete anbietet. Aber sind halt moderne Maisonetten.


    Das "Wohnen am Wasser" ist in Leipzig ja sehr beliebt und wenn dann 2010/2011 der Elstermühlgraben in der Carl-Maria-von-Weber-Straße freigelegt wird, ziehen sich wieder viele am Wasser, unter anderem auch der Bau von Stadthäusern. So hat man neben dem Elstergraben eine gründerzeitliche und moderne Architektur gewonnen.