Planungen Kurfürstenallee

  • Planungen Kurfürstenallee

    In Bad Godesberg ist Großes in Planung: Wie im GA schon vor einiger Zeit berichtet wird, gibt es zwei ernsthafte Interessenten für die Häuserzeile an der Godesberger Kurfürstenallee - die Stadt hatte ein Interessenbekundungsverfahren ausgelobt, nachdem sich der erhebliche Sanierungsstau an den Gebäuden immer deutlicher zeigte.
    Kritiker in Bad Godesberg befürchten, es könne mit dem Verkauf der historischen Gemäuer auch zu einem Identitätsverlust des Stadtbezirkes kommen.


    Die Konzepte im Einzelnen:


    1) Die Projektpartner Hochtief und Prinz von Preußen planen in einem Teil der Logierhäuser sowie anstelle der jetzigen Bezirksverwaltungsstelle am Redoutenpark hochwertige Wohnungen - es ist die Rede von 90. Das Kurfürstenbad soll weichen und Platz machen für einen L-förmigen Rathausneubau, das Schwimmbad bekommt neben dem dann neuen Rathaus ebenfalls einen Neubau.
    Es wird sogar über Thermalbohrungen nachgedacht, da sich unterhalb der Objekte Thermalwasser befindet (das sogar CO2-haltig sein soll, ob das noch mit dem Klimawandel in Übereinstimmung zu bringen ist ;)


    http://www.general-anzeiger-bo…90&detailid=273029&page=0


    2) Den Investoren Bertram/OBBrealinvest schwebt ein anderes Konzept vor: Sie wollen in Teilen der Häuserzeile sowie in dahinter zu errichtenden (Logierhäusern) ein Fünf-Sterne-Plus-Hotel errichten, welches in seiner Qualität Maßstäbe setzen soll und den in Bonn ansässigen Unternehmen sowie den VN einen entsprechenden Rahmen für die Unterbringung von Gästen. Hinsichtlich der Häuser 6-9 sei man flexibel, hier sei zB an die Unterbringung von medizinischen Angeboten zu denken. Rathaus und Schwimmbad plant man ähnlich den Mitbewerbern im rückwärtigen Teil zu errichten.
    Während die Bewerber die Bohrungen für das Thermalwasser anführen, versucht diese Investorengruppe mit der Einbeziehung der Redoute ins Gesamtkonzept zu überzeugen.


    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10002&detailid=275856



    Kommentar: Beide Konzepte haben einen gewissen Charme, wobei nicht unterschätzt werden darf, dass in Bad Godesberg ein nicht unerheblicher Teil des dortigen Bürgertums Investoren an sich mit - vorsichtig formuliert - Zurückhaltung begegnet. Das hat sicher auch etwas mit dem "69er-Trauma" zu tun, der von einigen bis heute als "feindliche Übernahme" empfundenen Eingemeindung in die Stadt Bonn. Zudem hat die Altstadt in Bad Godesberg durch überzogene Modernisierung schweren Schaden genommen, den man heute versucht zu heilen.
    Ungeachtet der Schwierigkeiten plädiere ich klar für die Verwirklichung des Hotels, aus folgenden Gründen: Anders als beim Altstadtcenter geht es vorliegend nicht um die Vernichtung alter Bausubstanz oder gar das Bauen wider den Stadtgrundriss - die Altbauten sollen erhalten bleiben und somit durch Sanierung erst wieder in einen würdigen Zustand versetzt werden.
    Das Rathaus bleibt den Bürgern erhalten, bekommt sogar einen Ratssaal, den man bisher meines Wissens immer noch nicht hat - ein ungeheuerlicher Zustand eigentlich für ein demokratisches Gemeinwesen!
    Auch das Bad wird in verbesserter Form wiedererrichtet. Bis hierher sind die Konzepte zwar ähnlich, aber das Hotel gibt den Ausschlag: Godesberg, bisher strukturell eher ein Verlierer des Umzugs durch Abwanderung der vielen Botschaften, mausert sich wieder zum eleganten Wohnort. Wohnungen an sich gibt es dort aber in großer Zahl, teils in berückend schöner Lage. Was dem Ort fehlt, ist eine Stätte mit wirklicher internationaler Klasse, ein Versammlungsort höchsten Niveaus - hier käme ein Spitzenhotel gerade recht, zumal es die Ecke beleben würde. Der Stadtbezirk hätte die Chance, wieder in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken, und zugleich mit adäquater Nutzung die Scharte der Eingemeindung durch ein eigenes Profil auswetzen.


    Bin gespannt auf Eure Meinung, Ende März soll angeblich über die Veräußerung
    entschieden werden.

  • Hört sih beides gut an, besonders das Hote!


    gibt es Pläne, das Zentrum besser herzurichten und die inadäquate Fussgängerzone zu verändern?

  • Meines Wissens ist die Diskussion um die in der Tat inadäquate Fußgängerzone in eine entscheidende Phase getreten - nächstes Jahr kommt erstmal das Leitsystem (mit dem knalligen Rot ein brutaler Kontrast zu dem komischen Belag in Godesberg) und auch die Fussgängerzone sollte im nächsten Jahr mit ersten Verschönerungsaktionen rechnen können.
    Übrigens: Das Möbel-Franz-Gebäude wird noch in diesem Jahr zu Wohnungen umgebaut, damit verschwände nach dem leeren Hertie auch der zweite schlimme Schandfleck. Es scheint wirklich aufwärts zu gehen, wie lange hat dieses Ding leergestanden?

  • Mir gefällt das Konzept von Bertram/OBBrealinvest besser. Ein Hotel der gehobenen Kategorie, unter Einbezug der Redoute und eines entsprechenden gastronomischen Angebotes, wäre ein echter Glanzpunkt für Bad Godesberg. Der Standort ist hervorragend für ein solches Objekt geeignet.


    Bad Godesberg hat eigentlich gute Voraussetzungen, sich als Bestandteil der Stadt Bonn dennoch mit einem eigenen Profil zu positionieren: als Kur-, Erholungs- und Gesundheitsstandort. Vor dem Hintergrund der demograpahischen Entwicklung der Gesellschaft wird der Bedarf nach solchen Einrichtungen in Zukunft zunehmen. Dieses Profil sollte geschärft werden, ein Hotel wie angesprochen wäre ein wichtiger Baustein auf diesem Weg. Das Problem in Bad Godesberg ist einerseits die kaputtmodernisierte, heute latent baufällige Innenstadt, provisorisch anmutende Straßen- und Platzgestaltung (Bahnhofsvorplatz, Koblenzer Strasse), Ghettobildung (Bonner Str.) und ein unschönes Erscheinungsbild der Rheinpromenade. Hier besteht Handlungsbedarf.


    Andererseits profitiert Bad Godesberg von einer guten Verkehrsanbindung und der Nähe zur Bonner Innenstadt, den Museen und anderen Sehenswürdigkeiten, sowie landschaftlichen Reizen wie Rhein und Siebengebirge. Immer wieder rankten sich Träume und Gerüchte ja auch um ein Spielcasino und ein Thermalbad (auf der Rigal´schen Wiese). Um den Standort wirklich voranzubringen müsste auch in dieser Richtung weitergedacht werden.

  • rec:
    Das Problem in Bad Godesberg ist einerseits die kaputtmodernisierte, heute latent baufällige Innenstadt, provisorisch anmutende Straßen- und Platzgestaltung (Bahnhofsvorplatz, Koblenzer Strasse), Ghettobildung (Bonner Str.) und ein unschönes Erscheinungsbild der Rheinpromenade. Hier besteht Handlungsbedarf.


    Antwort:
    Die Herausforderungen Platzgestaltung und Rheinpromenade dürften in den nächsten Jahren - auch angesichts der sich verbessernden Haushaltslage - wohl gelöst werden können. Die Innenstadt an sich braucht aber eine Art Initialzündung; immerhin ist es gelungen, den drohenden Verlust der Kammerspiele als Spielstätte des Schauspiels abzuwenden, der wohl von der Stadt anfangs geplant war. Das ist aber nur eine defensive Taktik, die Schlimmeres verhindern soll - wichtig wäre ein Beschluss aus eigener Stärke, wie er mit dem Hotelbau verwirklicht würde.
    Zur Ghettobildung: Mir ist nicht ganz klar, warum gerade in Godesberg solch eine massierte Problematik auftritt. Liegt es vielleicht daran, dass mit dem Unzug viele "kleine" Angestellte der Botschaften nicht mit nach Berlin gegangen sind und somit ihre Stelle verloren haben, sodass das vormals gepriesene internationale Flair eine Schlagseite bekommen hat? Zudem gibt es doch im Süden des Stadtteils die Fahd-Akademie, die wohl auch ein streng gläubiges Publikum angezogen hat. Das verbunden mit der direkt daneben existierenden großbürgerlichen Welt, ergibt einen Kontrast, der enormen Zündstoff in sich birgt, da schlicht die Anknüpfungspunkte fehlen. Freunde haben mir erzählt, es sei in der letzten Zeit besser geworden, da beide Seiten einsehen, dass nur Kooperation auf Dauer hilft.



    rec:
    Andererseits profitiert Bad Godesberg von einer guten Verkehrsanbindung und der Nähe zur Bonner Innenstadt, den Museen und anderen Sehenswürdigkeiten, sowie landschaftlichen Reizen wie Rhein und Siebengebirge. Immer wieder rankten sich Träume und Gerüchte ja auch um ein Spielcasino und ein Thermalbad (auf der Rigal´schen Wiese). Um den Standort wirklich voranzubringen müsste auch in dieser Richtung weitergedacht werden.


    Antwort:
    Sollte es zu dem Hotel kommen, werden sich weitere Ideen sicher verwirklichen lassen - aber auch nur dann. Wenn die Stadt die Investoren hier über die Klinge springen lässt, wird sich so schnell kein weiterer Geldgeber mehr die Finger verbrennen wollen. Bezeichnend dazu auch die Äußerung des Architekten von OBB/realinvest, der eine "zeitnahe" Entscheidung anmahnt, um den "Abfluss von bereitst
    ehenden Geldern zu vermeiden".

  • So schnell kann`s gehen:


    Die CDU Bad Godesberg spricht sich gegen eine Wohnnutzung der Häuser an der historischen Allee aus, kann sich aber durchaus vorstellen, dass dort ein luxuriöses Hotel entsteht. Bedingung: Der Zugang zu Rathaus und Redoute, die in das Konzept integriert werden soll, ist sicherzustellen, beispielsweise durch entsprechende Gastronomie.
    Auch ein Selbstbehalt der Immobilien wird nicht ausgeschlossen, genausowenig wie eine nur teilweise Veräußerung. In jedem Fall soll am Ende eine substanzielle Verbesserung für den Gesundheitsstandort Godesberg herausspringen.
    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=282810

  • Panoramapark

    etwas offtopic, aber im Zusammenhang vielleicht interessant:


    Das VG Köln hat die Stadt Bonn in ihrer Rechtsauffassung hinsichtlich des Bürgerbegehrens im Fall des Panoramaparks im Godesberger Villenviertel bestätigt. Die Bürgerinitiative wollte verhindern, dass ein Investor ein 900 qm großes Grundstück in sein Vorhaben eingliedert und gegen dessen Bebauung ein Bürgerbegehren gestartet.
    Fraglich war, ob es sich vorliegend um eine nur stadtbezirkliche oder eine gesamtstädtische Interessenlage handelt, mit einem im Ergebnis entscheidenden Unterschied. Wäre der Initiative recht gegeben worden, hätte die Zahl der gesammelten Unterschriften ausgereicht für ein Bürgerbegehren auf Bezirksebene; da sich aber die Stadt mit ihrer Auffassung eines gesamtstädtischen Belanges durchgesetzt hat, reicht die Zahl der Unterschriften nicht aus mit der Konsequenz, dass der Wirtschaftsausschuss in seiner letzten Sitzung einer Veräußerung zugestimmt hat.
    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=284247


    Die Zahl der in Bonn aktiven Bürgerinitiativen beeindruckt mich immer wieder;)
    Liegt das eigentlich daran, dass dort die Bürger besonders viel Zeit haben, oder ist die Stadt mit ihren Planungsvorhaben so weit von der Realität der Bürgerschaft entfernt?


    Zumindest wird mit dem Projekt ein wenig Druck aus dem hochwertigen Wohnungsmarkt genommen, was eine reine Wohnungslösung an der Kurfürstenallee (zumal nach dem eindeutigen Votum der in Bad Godesberg dominierenden CDU) immer unwahrscheinlicher werden lässt; die Hotelvariante rückt immer näher:daumen:

  • die Bürger passen in der letzten Zeit immer besser auf Ihre Stadt auf. Meist geht es darum, Kollateralschäden hungriger Investoren zu verhindern.


    Leider engagieren sich die Bonner Bürger selten für ein Projekt-vielleicht wird sich das ja ändern eines Tages bei den Planungen zum neuen Festspielhaus

  • In Bonn hängt alles mit allem zusammen, was die Stadtentwicklung in schlechten Zeiten bis zur totalen Blockade zu lähmen vermag. Umgekehrt kann es aber auch laufen, siehe die aktuellen Entwicklungen in Bad Godesberg.
    Hier hat sich im Fall des Rathauses die Diskussion darum entzündet, wieviel öffentliche Nutzung an diesem Standort vonnöten ist - und wie weit ein Gemeinwesen mit der Privatisierung gehen darf, ohne im wahrsten Sinne des Wortes sein Gesicht zu verlieren.
    Eine ins Gespräch gebrachte Wohnnutzung scheint chancenlos, im Gespräch sind noch ein Selbstbehalt oder ein Luxushotel. Von den GRÜNEN wurde die Idee eines sog. Stadthaushotels in die Diskussion eingebracht - ein Hotel, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen arbeiten und wohnen; In Hamburg und Berlin gibt es bereits entsprechende Projekte.
    http://www.stadthaushotel.com/start.php
    Imo eine ganz tolle Idee, hier wird die Integration Behinderter in die Gesellschaft nicht nur rhetorisch bei Lachshäppchen und Prosecco gefeiert, sondern gelebt.
    Die Frage des "Ob" sollte sich nicht stellen, allerdings die des "Wo". Wie in dem Artikel des GA über die Pläne von Herrn Asbeck, dem Vorstandsvorsitzenden von Solarworld, berichtet wird, plant die "Bürgerstiftung Rheinviertel", ein solches Stadthaushotel neben dem ehemaligen Amerikanischen Club am Rhein zu errichten, neben der Bonn International School; der Club soll mit dem Neubau verbunden werden und als Restaurant dienen. Die Dimensionen eines solchen Vorhabens sind angesichts des Hamburger Vorbildes durchaus eindrucksvoll: In HH stehen 13 Zimmer zur Verfügung, in Bonn sollen es deren 80 sein. Die Bürgerstiftung überlegt gar, als Investor aufzutreten; bisher hat sich die schlafmützige VEBOWAG, der der Club gehört, aber noch nicht bewegt - schon die Solarworld-Zentrale hat man torpediert und gibt jetzt bekannt, dass die Wirtschaftlichkeit bei einem Verkauf stimmen muss. Welch eine Chuzpe bei einer Gesellschaft, die ein zentrales Element amerikanischer Kultur, einen legendären Club zu Hauptstadtzeiten, in einer Weise vergammeln lässt, dass es eine Schande ist!
    Auf jeden Fall könnten so gleich beide Projekte Wirklichkeit werden - das Grandhotel sowie das Stadthaushotel, welches auch nur innerhalb der Grenzen des Wirkungsbereiches der Bürgerstiftung verwirklicht werden kann.
    Zum Nachlesen:
    GA zum Projekt von Solarworld, Stadthaushotel, Golfanlage:
    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=286949
    Bürgerstiftung Rheinviertel (sehr eindrucksvolle Initiative aus dem kirchlichen Raum, bisher ohne konkrete Projektpläne):
    http://www.buergerstiftung-rheinviertel.de/

  • Nach einer schöpferischen Pause des Diskutierens und Erörterns in den zuständigen Gremien der Parteien sowie der Rückkopplung von Ideen mit der Bürgerschaft, zeichnet sich bei einem der ambitioniertesten Projekte seit Langem eine Entscheidung ab.


    Neben der CDU, die das Projekt "Luxushotel im Rathaus" nebst Stärkung des Verwaltungs- und Gesundheitsstandortes schon seit längerem befürwortet, aber alleine über keine Mehrheit verfügt, spricht sich nun auch die Fraktion der Sozialdemokraten für eine Hotelnutzung aus. Man plädiert für vertiefende und zügige Verhandlungen mit der Bietergruppe Bertram Projektentwicklung/obbrealinvest.


    Begründung: "Nach umfangreichen Untersuchungen und langen Diskussionen erscheint es für Godesberg am sinnvollsten, von allen geplanten Investitionsvor*schlägen die Nutzung als 5 Sterne plus Hotel weiter zu verfolgen. Dies bietet die Gewähr einer zukunftsträchtigen Entwicklung von Bad Godes*berg unter Einbeziehung der Redoute.


    In Verhandlungen muss geklärt werden, ob dies zu vertretbaren Konditi*onen geschehen kann. Weitere Einschränkungen über den in der Aus*schreibung genannten Rahmen hinaus sollen für die Verhandlungen nicht vorgegeben werden." (SPD-Antrag, 0711105)

    Begründung 2:
    "Nach sorgfältiger Abwägung entsprechen die Planungen der Bertram Projektentwicklung und OBB realinvest am ehesten der angestrebten Zielsetzung für die Kurfürstenallee.


    Ausgangspunkt der Überlegungen war für die CDU-Fraktion, die städtischen Liegenschaften an der Kurfürstenallee in ihrem Bestand zu sichern und wenn möglich einer zukunftsträchtigen, impulsbringenden Nutzung zuzuführen.


    Die Überführung der historischen Häuserzeile zu einer in Bonn und der Region einzigartigen hochwertigen Hotelnutzung würde das identitätsstiftende Straßenbild dauerhaft sichern, dem Stadtbezirk einen gewichtigen wirtschaftlichen Stimulus erbringen und die Häuserzeile ihrer ursprünglichen Nutzung wieder deutlich annähern.


    Gleichzeitig bietet die von den potentiellen Investoren avisierte Lösung die Möglichkeit, den Verwaltungsstandort an der Kurfürstenallee zu erhalten und erheblich zu modernisieren. Die Kurfürstenallee könnte somit zentraler Sitz der Stadtverwaltung in Bad Godesberg bleiben.


    Dabei sollten nicht nur die unabdingbar notwendigen Institutionen wie Bürgerdienste und Bezirksverwaltungsstelle im Stadtbezirk erhalten werden. Es entspricht der Bedeutung Bad Godesbergs, dass die Stadtverwaltung wie bisher mit weiteren fachlich orientierten Einheiten in Bad Godesberg präsent bleibt. Es sollten weiterhin Fachämter und auch ein Dezernat hier ihren Sitz einnehmen." (CDU-Antrag, Nummer 0710711)




    Quelle: http://www.bonn.de/bo_ris/ris_…h_mm=4&e_search_jjjj=2007


    Tagesordnung der Sitzung der Bezirksvertretung Bas Godesberg am 25. April.


    (Bonner Rats-Informationssystem, bisweilen eine lohnenswerte Fundgrube für Drucksachen in den Mühlen der Verwaltung, sehr aufschlussreich für kommunalrechtlich Interessierte)


    Der Vollständigkeit halber muss natürlich erwähnt werden, dass Bündnis90/DIE GRÜNEN einen Gegenantrag gestellt haben, mit dem Ziel, das Verfahren zu beenden.
    Begründung hier (0710755, Antrag Bündnis 90/GRÜNE): erfolgt mündlich.



    Mich freut diese Wendung der Diskussion sehr, wie sich meinen Beiträgen zuvor unschwer entnehmen lässt. Bad Godesberg benötigt diesen "Stimulus" dringend, und hat zugleich das Potential, den richtigen Rahmen für eine derartige Nutzung. Sollte es tatsächlich zur Umsetzung kommen, werden auch weitere Projekte des Gesundheitswesens sowie der Innenstadtsanierung (welche für die kommende Sitzung der Bezirksvertretung am 25. April übrigens ebenfalls von seiten der Union wie der SPD thematisiert wird) zur Ausführung gelangen.

  • Schon bald wird die Stadt sich entscheiden, ob sie ihre Liegenschaften an der Kurfürstenallee verkaufen wird. Unterdessen tauchen weitere Vorschläge auf.
    Die Junge Union würde in der Redoute gerne eine Spielbank sehen. Das Thema wurde hier bereits angeschnitten, doch die Umsetzung der Idee ist im Moment leider unwahrscheinlich. In NRW ist die Anzahl der Casinos gesetzlich auf vier begrenzt, für eine fünfte Lizenz steht auch Köln an, und die Redoute soll in das Hotelkonzept einbezogen werden.
    Ein Godesberger Spielbank wäre geeignet, dem rheinland-pfälzischen Casino in Bad Neuenahr einiges an Kundschaft abzugraben. Das sollte NRW bedenken, bevor es ein Bonner Gesuch vorschnell ablehnt. Es kann doch nicht sein, daß Freunde des Glücksspiels, die von der südlichen Rheinschiene herkommen, an Bonn vorbeifahren müssen, nur um das Nachbarland bereichern.


    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=301263

  • Im Hauptausschuss geht es heute um eine Richtungsentscheidung: Es wird sich wohl eine Mehrheit aus CDU, SPD und FDP finden, die für vertiefende Verhandlungen mit dem Investor über die Errichtung eines *****+-Wellnesshotels stimmt. Gleichzeitig soll sich die Verwaltung Gedanken über die Verlagerung weiterer administrativer Bereiche an die Kurfürstenallee machen.


    Dass sich schon einen Tag später eine Büergerinitiative gründet, gehört in der Bundesstadt zum Ritual und zeugt von einem emminent wichtigen bürgerschaftlichen Engagement.
    Problem dabei: Anders als in der - nicht nur in wirtschaftlichen Fragen - vorbildlichen Landeshauptstadt Düsseldorf, deren ökonomische Ausrichtung und Strategie man aus verschiedenen Gründen gar nicht genug feiern kann, hat sich in der ehemaligen Bundeshauptstadt, bedingt durch die lange Abhängigkeit vom Staat, kein wirtschaftsliberales Bürgertum herausbilden können. Die tragende Schicht in Bonn ist vielmehr intellektuell-staatsnah, was auch die zahllosen Initiativen erklärt. Diese haben - rein stadtplanerisch betrachtet - oftmals hervorragende Argumente auf ihrer Seite, teils ins letzte Detail hinein ausgearbeitet. Was nicht selten fehlt, ist die wirtschaftliche Grundlage.


    Es hat keinen Sinn, sich dem ökonomischen Gesetz zu widersetzen. Das heißt, dass eine Stadt nicht darauf warten darf, dass ihr das Manna in den Schoß fällt, sie muss schon selbst etwas dafür tun. Und wenn sich Investoren melden, dann ist ihnen der Weg zu ebnen, soweit ihr Wirken stadtstrukturell verträglich ist.


    Das führt immer zu divergierenden Ergebnissen, wie das Beispiel Metropol zeigt: Dort sprechen imo viele Gründe dafür, dem Investor nicht freie Hand zu lassen, sondern auf einer kulturellen Nutzung zu bestehen - schließlich steht mit Herrn Asbeck ein Käufer bereit, Bernhard Paul möchte den Komplex als Varieté betreiben, die Stadt würde das Ganze keinen Cent kosten.


    Die dramatische Entwicklung bei den Gewerbesteuern (die Stadt muss 300 Mio. Euro wohl an die Telekom zahlen, Grund dafür ist ein gesellschafts- und steuerrechtlich komplexes Gebilde, ein sog. "Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag" zwischen dem Mutterhaus Deutsche Telekom AG und ihrer ebenfalls in Bonn ansässigen Tochter T-Mobile; die Gewinne der Mobilfunksparte werden seit Anfang 2007 mit den Verlusten der Festnetzeinheit verrrechnet, was zu einem rechnerisch deutlich geringeren Gewinn und mithin zu niedrigeren Gewerbesteuern führt) wird die Stadt Bonn nun zum absoluten Sich-ehrlich-machen zwingen:


    Es hilft kein Lammentieren mehr, dass man von einem einzigen Unternehmen abhängig sei; das ist erstens nicht ganz richtig (auch Post und Postbank sind schließlich nicht zu verachten), zweitens ist die Wirtschaftsstruktur seit langem bekannt, ein Relikt der bundeshauptstädtischen Vergangenheit. Sämtliche DAX-Unternehmen sind aus der Bundespost hervorgegangen, die IVG (im MDax) aus der staatlichen DSL-Bank, und die Solarworld ist auch nur aufgrund erheblicher Subventionen groß geworden, wird sich aus dieser Abhängigkeit aber mittelfristig lösen uns eines der bedeutendsten deutschen Unternehmen werden.
    Was die Stadt sträflich vernachlässigt hat, ist die aktive Anwerbung neuer Unternehmen (wie es zB Dortmund und Düsseldorf, inzwischen auch Köln tun), es existiert bis heute kein adäquates Gründerzentrum (als einziger Unistadt in NRW), auch wenn diesem Missstand abgeholfen werden soll und das Forschungszentrum caesar ein neues Incubator Centrum errichten wird. Im blinden Glauben, die großen Unternehmen würden es schon richten, hat man sich darauf verlassen, es werde immer so weiter gehen. Geht es nicht.


    Die Stadt hat aber Glück im Unglück:
    1) So schmerzhaft der steuerliche Aderlass aussehen mag, die Chance ist gleich mitenthalten. So kann morgen mit einer Entscheidung für ein Hotel der Luxusklasse in Bad Godesberg gleichzeitig ein Signal in Richtung potentieller Investoren gesendet sowie eine zweistellige Millionensumme bei der Sanierung der Liegenschaften eingespart werden.


    2) Das Festspielhaus muss auf jeden Fall kommen, hier hat die Stadt das Glück, durch die ortsansässigen Unternehmen beschenkt zu werden, was diese sich natürlich jetzt auch leisten können;) Die Werbung muss so erfolgreich sein, dass die Rücklage so umfangreich ausfällt, dass für die Stadt keine Betriebskosten anfallen (damit muss wohl eine Rücklage um die 100 Mio € zustandekommen, was machbar sein dürfte). Dies stärkt zudem in kaum vorstellbarer Weise den Ruf als Musikstadt.


    3) Die Stadt braucht ein Gründerzentrum, die Rendite dafür ist übergroß.


    4) Projekte wie der Bahnhofsvorplatz oder das Haus der Bildung sind nur noch dann zu stemmen, wenn sie sich für Investoren rechnen. Das ist nur dann der Fall, wenn entsprechende Einzelhandelsflächen bereitgehalten werden, was der Innenstadt nur nutzen kann.



    Es ist sicher hart, wie es jetzt gekommen ist, aber eine zu schulternde Aufgabe. Ziel der Stadt muss es sein, eine Wirtschaftsstruktur wie Düsseldorf oder Stuttgart zu erhalten, den Städten in Deutschland, die am besten regiert werden (neben Hamburg und, mit Abstrichen, Frankfurt, Dortmund und Braunschweig). Große Unternehmen im DAX neben wachstumsstarken Unternehmen aus der Technologiebranche (Solarworld, Moeller Holding) und aus dem Dienstleistungsbereich (Vapiano, IVG). Hinzu kommen sollten Beratungsfirmen (hier gibt es erst Simon-Kucher) sowie Rechtsanwaltskanzleien (zu nennen Flick Gocke Schaumburg) und Wirtschaftsprüfer, die zB in Düsseldorf zahlreich vertreten sind. Es war nicht zu erwarten, dass eine Stadt, die über Jahrzehnte immer staatlich dominiert war und von diesem ausgehalten wurde - wenn man ehrlich ist, sogar immer, von der Residenz der Kurfürsten über die Universitätsstadt bis zur Bundeshauptstadt - sich innerhalb kürzester Zeit eine nachhaltige Wirtschaftsstruktur aneignet. Es ist schon viel passiert, jetzt gilt es, dem positiven Ansiedlungsbeispiel wie SMI-Hyundai zu folgen und neue Unternehmen in die Stadt zu locken, damit man in Zukunft solchen Meldungen, die es immer geben wird, gelassen entgegenblicken kann.


    In der heutigen Sitzung des Hauptausschusses können die Vertreter der Stadt einen ersten Schritt in die richtige Richtung gehen. Wie meinen bisherigen Beiträgen zum Thema unschwer zu entnehmen ist, hoffe ich sehr, dass man klug entscheidet, und ich meine, dafür begründete Hoffnung zu hegen.

  • Der Hauptausschuss hat sich am 31. Mai mit großer Mehrheit und den Stimmen von Union, SPD und FDP gegen Bürgerbund und Grüne für vertiefte Verhandlungen mit dem Investor obb realinvest aus Großbritannien ausgesprochen, der wie beschrieben im Rathaus ein *****+-Hoel einzurichten gedenkt. Dabei ist Teil der Beschlussfassung, ein Konzept zur Stärkung des Verwaltungsstandortes Bad Godesberg zu erarbeiten, das Kurfürstenbad behindertengerecht wiederzuerstellen sowie eine Einbeziehung der Thermalquellen, die sich unterhalb des Ensembles befinden, zu prüfen.


    Dagegen hat sich erwartungsgemäß am 1. Juni eine Bürgerinitiative mit 56 Gründungsmitgliedern konstituiert, die den Verkauf des Rathauses und der Redoute zu verhindern sucht.
    Gut 9.000 Unterschriften sind für ein Bürgerbegehren notwendig, da es sich um eine gesamtstädtische Angelegenheit handelt. Um in diesem schlussendlich zu reüssieren, müsste sich eine Mehrheit der abgegebenen Stimmen sowie ein Anteil von 20% der wahlberechtigten Bürger für das Anliegen aussprechen.


    http://www.general-anzeiger-bo…mid=10490&detailid=318738


    Kommentar:
    Meine Haltung hat sich nicht verändert; sollte sich eine Einbeziehung der Thermalquellen in das Konzept verwirklichen lassen, liegt hierin eine Riesenchance für den Gesundheitsstandort Bad Godesberg. Dazu könnten die Villen neben dem Rathaus für Gesundheitseinrichtungen genutzt werden.
    Wichtig ist, dass die Verwaltung einen würdigen Platz erhält, um das demokratische Gemeinwesen weiter selbstbewusst zu repräsentieren. Zu denken geben die (angeblichen) Verkaufsabsichten für die Redoute. Hier muss unmissverständlich klargestellt werden, dass dieser Bau auch bei einem Verkauf weiter der Öffentlichkeit zu zivilen Mietpreisen zur Verfügung steht, sei es für Konzerte oder die Veranstaltungen des Internationalen Club La Redoute, der regelmäßig hochinteressante Gäste als Referenten gewinnt und in dem Ex-Minister Clement eine tragende Funktion innehat.
    Die Bürgerinitiative will diesen Club für ihr Anliegen mobilisieren; pikant dabei: OB Dieckmann ist ebenfalls Mitglied.
    Aus diesem Grund muss klar sein, dass die verdienstvollen bürgerschaftlichen Initiativen nicht durch einen Verkauf unterminiert werden. Sosehr ich die exclusive Lösung für diesen Standort unterstütze, ist die Einrichtung der Initiative doch zu begrüßen. Durch ihren Druck werden die Verantwortlichen dazu gebracht, nur einer Lösung zuzustimmen, die den Stadtbezirk wirklich weiterbringt.


    Durch die schwierige Haushaltslage der Stadt Bonn werden die Argumente der Verkaufs- und Hotelbefürworter bei einer nachhaltigen Nutzung durch Investor und Bürgerschaft deutlich an Gewicht gewinnen.

  • Auf der Fläche hinter den Gebäuden Kurfürstenallee 6 und 7 (Sitz der Bezirksverwaltungsstelle) sollen neue Verwaltungsgebäude und ein Schwimmbad errichtet werden. Die Gebäude Kurfürstenallee 2 und 3, die Redoute und eine Baulücke zwischen den Grundstücken Kurfürstenallee 4 und 5 sollen europaweit zur Neunutzung ausgeschrieben werden. Ziel: ein "hochwertiges Hotel". Das hat die Bezirksvertretung Bad Godesberg beschlossen.


    Quelle: http://www.rundschau-online.de…tikel/1195834760616.shtml


    Damit sind die Verhandlungen mit dem Investor obb realinvest wohl hinfällig. Es hatte Unsicherheiten gegeben, ob das bisherige Verfahren ohne EU-weite Ausschreibung evtl. juristisch anfechtbar gewesen wäre.