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Alt 17.10.09, 16:57   #76
mamamia
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Die Bahnsteighalle sah ähnlich aus, wie die in Duisburg; es war die erste große, komplett geschweißte Hallenkonstruktion überhaupt. Sie war alt und deckig, aber optisch wesentlich leichter als die aktuelle Konstruktion. Allerdings war sie niedriger und die Hallenschiffe verliefen nicht quer zu den Gleisen - das ist der einzige Vorteil des neuen Dachs.

Die Eingangshalle hatte auf der nördlichen Seite eine große Freitreppe zu den beiden Restaurants (Wartesäle); die derzeiteige sog. Markthalle (bald Grauert) war mit hellem Naturstein bekleidet, hier waren die Fahrkartenschalter mit ihren riesigen Fahrkartendruckern und auf der anderen seite lagen hinter Glaswänden Reisebüros und der gleichen. Ging man durch diese Halle weiter durch, kam man zur Gebäckaufgabe und zum Schalter der Bahnpost.
Der Haupttunnel war niedrig, schmal und muffig, der damals nur von der Haupthalle her zugängliche Tunnel erschloss nur 18 Gleise.

Im Zuge der Querung der U-Bahn wurde der gesamte mittlere Bereich der Bahnsteige neu errichtet; die Bahnsteige und die Bahnsteighalle wurden von Osten her schrittweise zurrück gebaut. Vorher hatte mann im Osten einen neuen Bahnsteig (Gleis 19 / 20) angebaut. Während des Jahre dauernden Umbaus konnten die Gleise nur durch eine provisorische Brückenkonstruktion südlich der Bahnsteighalle erreicht werden. Faszinierend fand ich damals, in die unterhalb der Bahnsteige befindliche Baustelle schauen zu können.

Damals fanden alle den erneuerten Hauptbahnhof schön - er hatte damals Vorbildfunktion, als Beispiel eines modernen Verkehrsknoten mit kurzen Umsteigenbeziehungen; und der damals neugebauten, sehr breiten Passage mit den vielen Laden. Auch der damals geschaffene Ausgang Richtung Oberbilk war eeine Verbesserung.

Heute würde man sicher vieles anders machen, vorallem viel heller, transparenter und mit freundlicheren Oberflächen - aber das ist eben damals dem Zeitggeschmack geschuldet gewesen.

Sicherlich wird auch der tolle Flughafen in zwanzig Jahren anders betrachtet, und in vielem auch nicht mehr zeitgemäß sein.
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Alt 17.10.09, 19:12   #77
Medienhafen
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Danke für die interessanten Erläuterungen!
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man die Umbauten damals toll, ja sogar schön fand - bis auf eine Ausnahme: das Dach.
Wurde hier wirklich der ästhetische Zeitgeist umgesetzt? Gab es wirklich Menschen, die das damals als schön bezeichnet haben? Es ist doch letztlich eine reine Zweckkonstruktion.
Ohje, vielleicht bin ich einfach zu jung um das zu verstehen.

Nachtrag zum Flughafen:
Da dieser der Stadt gehört und nicht der DB AG kann man, denke ich, davon ausgehen, dass er in Schuss gehalten wird.
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Alt 17.10.09, 21:39   #78
Mexdus
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Also heißt das im Bahnhof klaffte ein riesiges Bauloch wie damals an der Heinrich Heine Allee?
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Alt 18.10.09, 21:26   #79
mamamia
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Zitat:
Zitat von Medienhafen Beitrag anzeigen
Gab es wirklich Menschen, die das damals als schön bezeichnet haben? Es ist doch letztlich eine reine Zweckkonstruktion.
Die Verantwortlichen bei der (damals noch) Bundesbahn und die planenden Ingenieure werden es wohl schön gefunden haben. Auch in den Zeitungen gab es damals meines Wissens nach keine negative Kritik - "neu war schön!"
Oft ist das in der öffentlichen Wahrnehmung noch heute so.

Zitat:
Zitat von Mexbuild Beitrag anzeigen
Also heißt das im Bahnhof klaffte ein riesiges Bauloch wie damals an der Heinrich Heine Allee?
Ja, im Prinzip schon - nur das die Baustelle im Bereich der Gleise von Ost nach West wanderte; in der Eingangshalle und auf dem Vorplatz klafften ebenfalls für mich damals noch als riesig empfundene Löcher.

Eigentlich bestand ja die Stadt damals zwischen Heinrich-Heine-Allee und Hauptbahnhof aus riesigen Löchern; vorallem an der Steinstraße war die Baugrube wegen der untereinander geführten Strecken sehr tief.

Es gab zwar schon den sog. "Düsseldorfer Deckel"; aber die Strecken wurde noch ohne TBM erstellt; auch bei den Bahnhöfen gab es unterhalb des Deckels riesige Baugruben.
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Alt 19.10.09, 07:40   #80
Armani
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Armani hat die ersten Äste schon erklommen...
Es gibt einen Film, der schon einmal von Mexbulid auf diesem Forum verlinkt wurde und auf den ich jetzt nochmals hinweisen möchte:

http://www.duesseldorf.de/wehrhahnli...ie/index.shtml

Man kann einiges über die hier bereits diskutierten Bauarbeiten in den achtziger Jahren am Hauptbahnhof erfahren. Hauptthema ist aber die U Bahn in Düsseldorf.
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Alt 03.11.09, 09:44   #81
Medienhafen
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Die WZ hat heute einen Artikel zum Thema Düsseldorfer Verkehr online.
Dort wird unter anderem aus heiterem Himmel berichtet, dass der Etat 2010 kein Geld für den Umbau des KAP vorsehen würde.
Kann das jemand bestätigen?

Link zum Artikel
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Alt 04.11.09, 16:20   #82
Mexdus
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Nein, von Ratsmitgleidern weiß ich, dass es nur ein Vorschlag der Verwaltung ist. Abgestimmt wird darüber im Dezember.
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Alt 04.11.09, 16:40   #83
Medienhafen
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Dann bin ich erstmal beruhigt. Ich bin wirklich dafür, dass gespart wird und der ausgeglichene Haushalt erhalten bleibt, aber auf den Platzumbau wartet die Stadt jetzt schon so lange. Es wäre meiner Meinung nach wirklich nicht angebracht ausgerechnet hier zu sparen. Zumal man sich endlich mit der DB einigen konnte...
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Alt 04.11.09, 16:43   #84
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Oder direkt mal einen neuen Entwurf machen lassen. Die letzten sind ja von der Stange.
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Alt 24.11.09, 13:08   #85
l´emigrant
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l´emigrant könnte bald berühmt werdenl´emigrant könnte bald berühmt werden
Ich hatte heute eine Viertelstunde Aufenthalt am HBF und habe mir sowohl den KAP als auch den Stand der Umbaumaßnahmen noch einmal genau angesehen.

Zunächst zum Interieur:

Die neue Decke wirkt auf mich nicht mehr so klaustrophob wie die braune es dereinst tat. Damit kann man allemal leben. Gleichwohl enthält sie derzeit noch (sehr viele) Löcher. Anscheinend liegt man mit den Arbeiten mal wieder im Rückstand, denn dass zu Weihnachten alles fertig sein soll, kann man sich beim derzeitigen Anblick vor allem der Eingangshalle kaum vorstellen. Deren Decke ist grau, schmuddelig, zeigt Reste von einer König Pilsener-Werbung und vormals verhangene Stellen sind total verfärbt.

Viel eher als den mehrfarbigen Boden für 3 Millionen € auszutauschen, sollte gleisseitig in neue Fenster investiert werden (die aktuellen sind aus Glas, das teilweise erhabene Stellen aufweist, wie man es aus den 50er-Jahren kennt - scheußlich) sowie in die regelmäßige Reinigung der Fenster zum KAP hin. Außerdem könnte man die bescheuerten Vogelsticker, wie sie gerne an Schulklassenfenstern hängen, ersatzlos entfernen. Dazu eine neue Beschilderung allerorten und eine zentrierte LCD-Tafel, voilà. Ich denke da vor allem an diese kastenartigen Wegweiser über den U-Bahn-Abgängen.

Was den KAP angeht:

In diesem Thread wird tatsächlich nicht untertrieben. Dieser Platz ist eine Katastrophe, und das müsste er nicht sein. Zugegeben, die den HBF umringenden Gebäude sind bis auf die Altbauten im Südwesten und das Kino nicht gerade von großer Schönheit, aber die Architektur des Platzes ist schon der Hauptgrund dafür, dass man lieber ganz schnell in´s Gebäude schlüpft, anstatt eine Sekunde zuviel beim zwielichtigen Publikum davor zu verbringen.

Folgende Vorschläge:

- Klare Sichtachsen in alle Himmelsrichtungen schaffen, man darf ruhig das Gefühl haben, auf einem Platz zu sein (weg mit den unsäglichen Fressbuden).

- Die Bebauung im Südwesten in voller Geschosshöhe an den HBF heranziehen (die Bundespolizei ist sowieso nie da, wenn man sie mal braucht).

- Was ist mit der Fassade des HBF, müssen die Ziegel so dunkel und schmuddelig sein, wie sah der HBF kurz nach Fertigstellung aus (vielleicht hat jemand Bilder)?

- Das Pflaster auf dem Platz ist 1. hässlichst, 2. billigst und 3. völlig uneben. Man geht ständig einige Grad bergab oder -auf (dasselbe gilt übrigens für den Tunnel des Bahnhofes selbst). Weg damit!

Was meint Ihr?
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Alt 24.11.09, 14:29   #86
Mexdus
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Ganz mein Reden.

Kommen wir mal zu meiner Gesamtansicht.
Innen denke ich ist der Durchganz nun mit der neuen Decke ok. Die Böden könnten die Jahre auch mal vielleicht durch Fliesen ersetzt werden. Die Vorhalle ist grausam. Früher in den neunziger Jahren fand ich die noch schöner als heute. Damals war in der mitte noch die schöne Skluptur zu sehen, wie der große Fernseher wo sich bei bestimmten Ereignissen gerne die Leute trafen. Dazu eine schöne Markthalle mit vielen verschiedenen Geschäften. Heute sieht es zwar Teilweise moderner aus aber es sich ziemlich öde dort zu verweilen.Ein neues Anstrich, saubere oder neue Fenster und etwas mehr Licht würden da schon viel helfen.

Über die Bahnsteige habe ich keine Lust mich wieder aufzuregen. (Dächer)

Der Vorplatz ist heute nicht mehr Zeitgemäß. Zwischen den modernen ÖPNV-Fahrzeugen macht es sich dort nicht mehr sehr schön. Die Gebäude am Platz sehen zum teil ok aus wie im nördlichen Bereich oder eher grau-einengend wie im südlichen Bereich. Ein weites Problem ist die Lebendigkeit des Platzes. Es gibt kaum Punkte auf dem Platz außer dem Kino wo man vielleicht ein paar Minuten verweilen möchte. Es gibt nur einen Korridor wo sich Menschen lange aufhalten. Zwischem Haupteingang und Straßenbahnhaltestellen. Dies müsste man mal aufsprengen indem man sie Haltestellen nicht nebeneinander, sondern 50:50 im Nord- und Südteil des Platzes verteilt.

Sichtachsen an dem man den Platz markieren kann gibt es schon seit Tamms' Zerstörungstrip des alten Düsseldorf nichtmehr. Es existieren quasi nur Worringer-, Graf-Adolf- und Firedrich-Ebert Straße als solche. Vor dem Krieg in den 30er und 40er war der Platz noch klar und sauber definiert und dazu noch schön anzusehen.

Hier mal ein Vergleich: (Rot: Verlorene Sichtachsen Blau: Sichtachsen)
1948

2006


Kopierungsrecht Vermessungsamt Düsseldorf
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