Ost-West-(U)-Bahn (Diskussionsstrang)

  • Selber bin ich ein Freund von oberirdischen Linienführungen. Allerdings sollten Engpässe auch durch aufwendige Bauwerke gelöst werden, wenn es denn hilft. So gefällt mir Maik66 Vorschlag gut. Die Bahnfahrer müssten zwar auf das Rheinpanorama verzichten aber...die Vorleistungen in der U-Bahn-Haltestelle Heumarkt wären zu nutzen und den Umsteigern sicherlich nützlich und der Platz würde nicht "zerschnitten", was er ja heute schon ist. Ein Auftauchen könnte dann durchaus zwischen der Nord-Süd-Verbindung und dem Neumarkt geschehen, vorausgesetzt die Verkehrsflächen für den MIV würden reduziert weil man am Neumarkt wohl schlecht dauerhaft mit nur zwei Bahnsteigen hin kommen wird, oder?

  • https://www.ksta.de/koeln/koel…-der-erde-kommen-29850888


    Anbei nochmals ein Artikel zu dem Thema. Ich bin ein großer Fan der unterirdischen Lösung. Wäre natürlich traumhaft, wenn der Tunnel schon in Deutz beginnen würde, dafür fehlt aber sicherlich das Geld. Auch einem Tunnelmund in Höhe der Volksbühne stehe ich kritisch gegenüber, da dies an der Stelle echt nicht passen würde. Aber ich habe so im Gefühl, dass die Verwaltung auf einen langen Tunnel pocht -bis zum Aachener Weiher. Echt ein schönes Thema, das Köln zum diskutieren bringt.

  • Ich halte eine unterirdische Führung bis zum Aachener Weiher auch für am sinnvollsten. Erst so könnte der oberirdisch frei werdende Platz optimal genutzt werden und die längeren Züge würden kein Verkehrshindernis mehr im Innenstadtbereich darstellen. Eine Untertunnelung des Rheins wäre zwar toll, halte ich wegen der Kosten aber vorerst nicht für realisierbar. Immerhin würde das Rampenbauwerk am Heumarkt einem späterem Bau eines Rheintunnels weniger im Weg stehen wie mögliche Rampenbauwerke am Neumarkt und Rudolfplatz der Verlängerung der unteriridischen Tunnelstrecke dort.


    Problematisch sehe ich die Ausfädelung der Linie 9 am Neumarkt. Das Bauwerk dafür ist halt aufwändig und damit teuer. Zudem wäre da wieder die Frage, wo man die Rampe zur Oberfläche baut. Ein zusätzlicher Tunnel bis zum Mauritiuskirchplatz ginge ja auch ins Geld. Eine komplette Neutrassierung der Linie 9, bei der es keine Ausfädelung am Neumarkt mehr gäbe, wird aber auf Widerstand stoßen.

  • Allerdings darf man, wenn man über den Rudolfplatz hinaus nach Westen weiterbaut, nicht vergessen, daß an der heutigen Eisenbahnbrücke über die Aachener Straße bis 2024 eine S-Bahn-Station entstehen soll.
    Das sollte Einfluss auf das Haltestellenbauwerk der bisherigen Station Moltkestraße und dessen Lage haben.

  • Kieselgur
    Die aktuellen Überlegungen werden aber eher angestellt nicht weil die Straßenbahnen ein Verkehrshindernis darstellen, auch nicht in der 90-Meter-Version, sondern deren Fluss durch den MIV behindert wird und so ein Problem entsteht.

  • [QUOTE=Problematisch sehe ich die Ausfädelung der Linie 9 am Neumarkt. Das Bauwerk dafür ist halt aufwändig und damit teuer. Zudem wäre da wieder die Frage, wo man die Rampe zur Oberfläche baut. Ein zusätzlicher Tunnel bis zum Mauritiuskirchplatz ginge ja auch ins Geld. Eine komplette Neutrassierung der Linie 9, bei der es keine Ausfädelung am Neumarkt mehr gäbe, wird aber auf Widerstand stoßen.[/QUOTE]


    Je weniger Rampen die Stadt hat, desto besser. Rampen nehmen nur massig Platz. Ein kreuzen im Bereich für Individualverkehr ist nicht möglich.


    Wenn technisch möglich wäre daher anzudenken, die 9 vor dem Rudolfplatz unterirdisch auszufädeln und auf die Ebene der bestehenden Ringstrecke zu führen und in diese höhengleich einzufädeln. Eine Station weiter kann die Linie 9 dann rechts in den Zülpicher Platz auf straßennieveau einbiegen.

  • Ohne einen Tunnel unterm Rhein glaube ich wäre das Geld bspw. am Barbarossaplatz besser investiert. Man könnte die Rampe am Zülplicher Platz beliebig südlich von Barbarossaplatz und die Rampe der 18 beliebig auf die Luxemburger Straße verschieben (stört dort niemanden) und die 12 anders anschließen, am Beginn von Hönninger Weg Höhe Volksgarten wäre aus meiner laienhaften Sicht genug Platz für eine Rampe. Das wäre nicht nur für Barbarossaplatz die optimale Lösung um dort auszumisten und die oberirdische Verkehrsführung zu ändern, sondern auch für Zülplicher Platz und Ringe eine gute Verbesserung. Wenn man viel Geld investiert dann in perfekte Lösungen ansonsten sollte man besser mit weniger Geld die effizientesten Lösungen anstreben. Rund um Barbarossaplatz kann man vielleicht mit weniger Geld die perfekte Lösung erreichen als auf Ost West mit Rheintunnel.

  • Eine Umgestaltung des Barbarossaplatzes steht ja schon seit 20 Jahren auf der Agenda... ich glaube, im laufenden Betrieb ist das der reinste Horror, da mit dem massiven Individualverkehr dort extrem komplex.


    Wenn die NordSüdBahn mal steht und jemand in der Entscheider mal Eier in der Hose hat trennt man besser fuer ein paar Jahre die Linien (Ringstrecke letzte Station Rudolfplatz, Südseits ebtfällt, 12 Busersatzverkehr nach Zollstock bis Chlodwigplatz, 16 fährt durch die neue Strecke, 18 bis Südbahnhof und Busersatzverkehr von da) und zieht das ganze in offener Bauweise in Huruck durch...


    Bei der Gelegenheit dann direkt den Autoverkehr auf die Nordseite legen (Sparkassenseite) und die Südseite sowie die Hauptfläche des Barbarossaplatzes zum Aufenthaltraum umgestalten.


    Man wird ja mal kurz träumen können...

  • In einem Eisenbahnerforum durfte ich mal eine interessante Diskussion über die Probleme im Zusammenhang mit der Länge der Züge verfolgen. Überlegungen bezüglich diesem Ost-West-Achsen-Ausbau gründen ja auch in der Absicht - ob ober oder unterirdisch - die Transportkapazitäten durch Verlängerung der Züge und der Bahnsteige zu erhöhen. Dabei kommt als Erstes auf den Tisch ob man Dreiertraktionen wie gehabt fahren lässt, einen Waggon ohne nicht benötigte Fahrstände beschafft, der sich in die Zweiertraktion einbinden lässt oder gar auch die Frage nach durchgehenden Zügen, diskutiert mit einer Länge von 90 m, statt den ohne Sondergenehmigung zu fahrenden 75 m -Züge.


    Wenn denn auf der Ost-West-Achse die Kapazitäten ausgelastet sind, was durchaus vorstellbar ist, kommt es natürlich schon etwas auf die zu erreichende Reisegeschwindigkeit dieser 90 m-Züge an um natürlich auch zu besonderen Anlässen ergänzende Kapazitäten bieten zu können. Und dann möge man sich mal den Stress vorstellen, dem der Fahrer in den Bereichen Neumarkt, Rudolfplatz und Aachener Straße, einer dann neuen Flaniermeile, ausgesetzt ist.


    Da bin ich fast geneigt ihm einen Tunnel zu gönnen wo er auch mal nach Möglichkeit "Gas" geben kann. Da in dem Falle egal ist was er kostet bliebe dann die Relation beginnend mit Maike66's Vorschlag bis - ja, bis Weiden-West. Ja, dort "draußen" gibt es zwar eigene Gleiskörper aber auch wenig Platz. In Weiden steht der MIV den Leuten doch im Schlafzimmer. Auch sorgen die relativ häufigen Kreuzungen im stark von allen Verkehren frequentierten Bereich Stadion/Junkersdorf für Störungen.


    Ja, ein richtig großes Projekt aber ich denke, was der Iran mit der Beglückung all seiner Zentren mit hochwertigen U-Bahnen auf einen Schlag und in kurzer Zeit schaffen kann wird uns doch auch gelingen.

  • Ein Hauptproblem bei Dreiertraktionen ist doch, dass an der Oberfläche überhaupt kein Platz für so lange Haltestellen, auch außerhalb der Innenstadt oder eines Tunnels besteht. Außerdem werden die Strecken in dichten Zugtaktungen mit Zügen "vollgestellt" und Linksabbiegebeziehungen für Autos und Straßenquerungen für Fußgänger werden kaum noch möglich sein. Dann wird der geneigte Innenstadtbesucher nur noch vor Züge glotzen.

  • Es mag sein, dass die Bahnen verschwinden, aber der geneigte Stadtbesucher wird dann Auto um Auto bewundern können, ein schier endloser Wurm, der sich durch die Innenstadt zieht. Neben den unten erwähnten Stadtraumeingriffen (Rampen, etc.) und der fehlenden Kapazitätserweiterung ist dies ein tatsächlicher Alptraum.


    Daher ist die Möglichkeit die Bahn oberirdisch so zu ertüchtigen, dass sie mehr Kapazitäten (gleich viel wie unterirdisch) hat, die beste. Dies geht nur einher mit einer Reduzierung des Autoverkehrs (kein Durchgangsverkehr mehr). Dann kann die Stadt auch dort fast lebenswert werden.

  • Daher ist die Möglichkeit die Bahn oberirdisch so zu ertüchtigen, dass sie mehr Kapazitäten (gleich viel wie unterirdisch) hat, die beste. Dies geht nur einher mit einer Reduzierung des Autoverkehrs (kein Durchgangsverkehr mehr). Dann kann die Stadt auch dort fast lebenswert werden.

    Die StVO setzt der maximalen Zuglänge im Straßenbereich aber nun mal faktisch Grenzen.


    75m lange Züge sind ein Tropfen auf den heißen Stein, Diskussionen um das Wegfallen eines Führerstandes (die gewonnenen Plätze kann man ja an einer Hand abzählen!), wohl eher ein Witz.

  • emvau
    Im Prinzip hast Du natürlich recht, emvau, aber wir wissen doch dass eher die Welt untergeht, als dass man den MIV einschränken wird. Daher bleibt alles beim alten und der Bahnverkehr wird irgendwann kollabieren oder es wird viel Geld in die Hand genommen für eine halbherzige Tunnellösung, die ewig lange in der Umsetzung braucht und letztendlich nichts bringen wird (=> Nord-Süd-U-Bahn?!;)).


    Ich geben mich jetzt mal wieder misantrophisch.

  • Gibt es eigentlich irgendwo mal konkretere Darstellungen der Tunnelvariante am Heumarkt? Ich befürchte, wenn man die Rampe von der Platzebene in die neue unterirdische Station mal in realistischer Größe in einen Plan einzeichnet, sieht man dass sie immer noch in den Platz einschneidet und für den Heumarkt eher ein Hindernis für die Umgestaltungspläne ('Freiräumen') darstellt...

  • ^
    Auf der Veranstaltung zur Expedition am 20.4. waren Pläne ausgelegt, die man sich anschauen konnte, wenn man sich die Zeit dafür nahm. Aufgrund des straffen Programms bin ich dazu leider nicht in Ruhe gekommen und nur schnell da durchgeblättert. :( Hoffe aber, dass ich am kommenden Samstag nochmal die Chance dazu erhalte, wenn die Konsultation zur ÖPNV-Perspektive stattfindet!


    Möchte am Rand aber noch erwähnen, dass die Tunnelvariante ab Deutz wieder ernsthaft im Gespräch ist und auch wieder näher untersucht wird.


    EDIT: Grad nachhause gekommen und folgende Mail gelesen:



    Sehr geehrte Damen und Herren,


    unter http://www.stadt-koeln.de/ost-west-achse in dem Segment „Wissenswertes und Downloads“ am unteren Ende der Seite finden Sie nun auch die Präsentation zur Machbarkeitsstudie und Verkehrsraumgestaltung, die Herr Harzendorf, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrsentwicklung bei der Auftaktveranstaltung am 17.03. gehalten hat.


    Dort sind auch Visualisierungen zu eben jener Situation mit dem Tunnelmund am Heumarkt.

    Einmal editiert, zuletzt von Yaru Sasaki () aus folgendem Grund: neue Informationen erhalten

  • Yaru Sasaki: Danke für die Hinweise!


    Möchte am Rand aber noch erwähnen, dass die Tunnelvariante ab Deutz wieder ernsthaft im Gespräch ist und auch wieder näher untersucht wird.


    Das ist eine gute Nachricht. Wenn der Tunnel erst am Heumarkt beginnt, bleibt es (wie befürchtet und nun in der Präsentation auch zu sehen) letztlich zumindest stadträumlich eine unbefriedigende, gebastelte Situation. Gerade auch im Hinblick auf die Möglichkeit die MIV-Verkehrsführung/Brückenköpfe deutlich zu vereinfachen, wäre es interessant, den Tunnel bereits auf der anderen Rheinseite beginnen zu lassen. Eventuell könnten sogar beide Richtungen MIV von der Brücke kommend über die Augustinerstraße abgewickelt werden.

  • Sehr spannend und ich hoffe, dass sich der lange Tunnel durchsetzt. Es ist für mich unverständlich wie Köln mit seiner Größe (als einzige Millionenstadt Deutschlands) über kein eigenständiges U-Bahn-Netz verfügt und wie sich die Bahnen hier durch den Innenstadtverkehr zwängen. Städtebaulich, aber auch für den Verkehr und die Attraktivität sowohl von Bahn als auch Radverkehr, ist eine weitestgehende Untertunnelung mE sehr wichtig. Deswegen bin ich such erstaunt wie wenig bisher der Radverkehr in der Diskussion und in den Grafiken eine Rolle spielt: die Planungen sollten von Beginn an das mehr an Platz für eine angemessene Radführung nutzen.


    Nachvollziehen kann ich, dass die unterquerung des Rheins attraktiv scheint. Doch stellt man realistisch die Kosten gegenüber dem Nutzen, muss ich sagen, dass mir hier die Argumentationsgrundlage fehlt. Die Gestaltung des Heumarktes reicht mir hier nicht.


  • Nachvollziehen kann ich, dass die unterquerung des Rheins attraktiv scheint. Doch stellt man realistisch die Kosten gegenüber dem Nutzen, muss ich sagen, dass mir hier die Argumentationsgrundlage fehlt. Die Gestaltung des Heumarktes reicht mir hier nicht.


    Da gebe ich dir völlig Recht. Das ist eher Wunschdenken.
    Allerdings scheint Frau Blome ja auch ein wenig visionär unterwegs zu sein bzw. sich die großen Lösungen zumindest perspektivisch nicht verbauen zu wollen - was ich für wichtig und richtig halte.
    Aber ist auch kein Wunder: Wenn man solch einen Posten mit jemandem besetzt, der aus dem U-Bahn-Bau kommt, muss man sich auch nicht wundern wenn er/sie U-Bahn bauen will. ;)


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