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Alt 06.12.18, 18:49   #46
TWLHB
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Hallo,

eine möglicherweise recht unbedarfte Frage zum geplanten Fernbahntunnel. Wenn man sich das Foto der FAZ ansieht:

https://media1.faz.net/ppmedia/aktue...leisgewirr.jpg
https://www.faz.net/aktuell/rhein-ma...-15893188.html
drängt sich die Frage auf, weshalb man die Tunnelstrecke nicht von der südlichen Bahnhofshalle, wo ja der Tunnelbahnhof liegen soll, unter der Münchner Straße nach Osten weiterführen und somit den engen Gleisbogen vermeiden kann. Dort liegen ja wohl keine Hochhausfundamente im Wege und werden auch in Zukunft keine hinkommen?
Sind dort andere unterirdische Bauwerke (U- und S-Bahn) im Wege, die den Bogen nach Süden unmittelbar östlich des Bahnhofsgebäudes erzwingen?

Die FAZ hat folgende Grafik eingestellt, die die prinzipielle Lage des Tunnel-Fernbahnhofs zeigen soll:
https://media0.faz.net/ppmedia/aktue...-einmal-in.jpg
https://www.faz.net/aktuell/rhein-ma...-15899110.html

Mod: Editiert, bitte keine Bilder direkt von fremden Servern einfügen ("Hotlinking"), siehe Richtlinien. Und keine kompletten Beiträge "zitieren".
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Alt 06.12.18, 21:16   #47
Wolfman-Al
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Äh, ich hasse es "Der Typ" zu sein, aber das ist keine Grafik, schon gar nicht eine die irgendetwas in Frankfurt darstellen soll. Das ist ein Fotos des Bahnhofs Antwerpen-Centraal in Belgien, welcher 2007 ähnlich des verworfenen Frankfurt-21 Projektes umgebaut wurde. Man sieht rechts auf dem Zug sogar das Logo der belgischen Staatsbahn SNCB.
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Alt 06.12.18, 22:19   #48
main1a
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main1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiellmain1a ist essentiell
Willkommen im DAF, TWLHB!

Nach derzeit geltenden Vorschriften müssen die beiden Gleise baulich in voneinander getrennten Röhren verlaufen. Jede Röhre muss einen (Außen-) Durchmesser von 10 m haben. Zwischen den Röhren muss ein Mindestabstand von wiederum 10 m sein. Die Röhren können neben- oder übereinander angeordnet sein.

Bei einem Verlauf unter der Münchner Straße würde ich eine horizontale Anordnung ausschließen da die Röhren unter den Häusern rechts und links der Straße positioniert wären. Einerseits könnten Haftungsrisiken für mögliche bauliche Schäden durch Setzungen ausgelöst durch den Tunnelbau ein Ausschlusskriterium sein. Anderseits könnte ich mir vorstellen das durch die Röhren unter den Grundstücken die Eigentümer in ihren zukünftigen Nutzungsrechten eingeschränkt wären, nämlich in der Gestalt das dadurch kein Hochhaus mehr gebaut werden könnte. Besonders diesen Aspekt kann aber nur ein Jurist beantworten.
Weiterhin würden die Röhren durch den Willy-Brandt-Platz verlaufen oder zumindest dessen westliches Ende anschneiden. Der Theatertunnel quert von Ost nach West den Platz und die westliche Rampe befindet sich im Dreieck Münchner Straße/Gutleutstraße. Unter dem Straßentunnel verläuft auch noch ein U-Bahntunnel. Wissen andere Foristen aber evtl. genauer. Ob in dieser Zusammenhang auch ein Mindestabstand einzuhalten ist mir nicht bekannt aber dieses ist anzunehmen.

Bei einer vertikalen Röhrenanordnung mittig unter der Münchner Straße und unter dem Willy-Brandt-Platz wird man deshalb wohl schon in eine sehr tiefe Lage bei der Tunnelsohle der unteren Röhre kommen müssen. Ob diese dann schon Felsgestein anschneidet oder schon komplett im Fels gebaut werden muss kann ich nicht sagen da ich die geologischen Gegebenheiten an dieser Stelle nicht kenne.
Zumindest die untere Röhre wäre in einer Tiefe von > 30 m zu vermuten was wiederum den baulichen Aufwand erhöht. Weiterhin erhöht sich der betriebliche Aufwand da bei den Fluchtwegen des unteren Tunnels der Verbau von Aufzüge nötig wäre.
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Alt 16.12.18, 01:17   #49
TWLHB
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Hallo,
eine Frage hätte ich bezüglich der Zweiröhrigkeit des Fernbahntunnels doch noch:

Zitat:
Zitat von main1a Beitrag anzeigen
Nach derzeit geltenden Vorschriften müssen die beiden Gleise baulich in voneinander getrennten Röhren verlaufen. Jede Röhre muss einen (Außen-) Durchmesser von 10 m haben. Zwischen den Röhren muss ein Mindestabstand von wiederum 10 m sein.
Lt. diesem Video der Deutschen Bahn wird beim Projekt Stuttgart 21 der Tunnel Richtung Feuerbach zum Teil als zweigleisiger Tunnel gebaut:
https://www.youtube.com/watch?v=RWDFmD8hUdo (Min. 06:35)

»Das Teilstück Richtung Feuerbach wird als zweigleisiger Tunnel mit größerem Querschnitt ausgeführt.«

Demnach wäre ein zweigleisiger Tunnel doch nicht grundsätzlich unzulässig.
Zumal er im Frankfurter Fall wegen der noch geringen gefahrenen Geschwindigkeiten unmittelbar vor, bzw. nach dem für alle Züge obligatorischen Halt im Hbf/Tiefbahnhof aus Sicherheitsgründen unbedenklich wäre. Die gefahrenen Geschwindigkeiten im Bereich der Münchener Straße werden die der S-Bahn ja nicht überschreiten.

Geändert von TWLHB (16.12.18 um 01:41 Uhr)
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Alt 16.12.18, 11:27   #50
Kieselgur
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Na, ganz grundsätzlich müssen es sicher nicht getrennt erstellte Tunnel sein, zwecks Brandschutz ließe sich ja auch eine Zwischenwand einziehen.

Aber baupraktische Gründe dürften in Frankfurt wohl eher für zwei Tunnel sprechen. Der Tunnel Feuerbach in Stuttgart wird in bergmännischer Bauweise vielfach in trockenem Gipskeuper vorgetrieben, zum Teil auch in offener Bauweise. Inwieweit man in Frankfurt in Fels vortreiben wird, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich würde nicht davon ausgehen, dass es dort unten trocken ist. Von daher dürfte in Frankfurt eher eine Tunnelbohrmaschine in Einsatz kommen. Wollte man bei dieser Bauweise einen gemeinsamen Fernbahntunnel erstellen, müsste der Durchmesser gewaltig sein, was die Gefahr von unkontrollierten Setzungen erhöht.

Es dürfte allein deswegen schon sinnvoller sein zwei getrennte Röhren aufzufahren und damit die sich beim Bau nicht in die Quere kommen, müssen die halt einen gewissen Abstand voneinander haben.
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Alt 05.01.19, 09:43   #51
main1a
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Auf eine kleine Anfrage zum Thema Planungen für einen Fernbahntunnel in Frankfurt am Main antwortet die Bundesregierung mit der Drucksache 19/6681 vom 21.12.2018. Der Fernbahntunnel ist definitiv ein ergänzendes Projekt zur Erhöhung der Kapazitäten im Fernverkehr. Es müssen aber auch noch andere Varianten untersucht werden welche Vorteile sie diesbezüglich bringen.
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