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Alt 07.10.10, 11:21   #29
epizentrum
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Lessinggymnasium (Fürstenbergerstraße 166)

So langsam tut sich etwas in Sachen Sanierung Lessinggymnasium, die Project hier im Juni ankündigte. Die Stadt hat nun die Ausschreibungen für Spezialtiefbau, für den Rohbau und für die Gerüste lanciert. Die eigentliche Sanierungsausschreibung ist zumindest angekündigt. WEMO-Montagetechnik Werner GmbH aus Eichenzell erhielt bereits den Zuschlag für die Gerüstarbeiten.

Aus den Dokumenten geht einerseits ein Zeitplan hervor: Am 3. Januar 2011 kommen die Gerüstbauer, Ende Oktober 2011 gehen die Rohbauler. Die eigentlichen Sanierer werden danach noch eine Weile bleiben. Genaues ist noch nicht bestimmt.

Zum anderen sind auch Details enthalten. Im Wesentlichen geht es um Entkernung und Sanierung des südlichen Hauptgebäudes, allerdings soll auch ein Anbau mit 6.335 qm Bruttogeschossfläche entstehen. Wenn ich planAS richtig interpretiere, entsteht der Anbau im Inneren des Geländes, auf einem Teil des Schulhofs. Nagelt mich aber nicht fest. Ein Architekt dafür wird wohl noch gesucht, jedenfalls konnte ich keinen ausfindig machen. Die Sanierung soll mit ca. 6 Mio Euro zu Buche schlagen. Das dürfte exklusive der Roh-, Tief- und Gerüstaufträge sein. Abgerissen werden nur ca. 1.200 qm Betonplatten im Außenbereich.

Die Lessingschule liegt zwischen dem IG-Farben-Haus und der Hansaallee an der Fürstenbergerstraße 166. Hier ein Luftbild aus dem Wikipedia-Eintrag zum Gymnasium (nach Süden hin fotografiert):


Bild: Christoph Seeger, Wikimedia Commons unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2

Auch auf dem Google-Satellitenbild der Projektkarte kann man die einzelnen Gebäudeteile gut erkennen: Im Südwesten liegt das Aula-Gebäude mit der markanten Betonfaltwerkkonstruktion. Es wurde 2003 - 2006 nach Plänen von Meixner Schlüter Wendt saniert (frankfurt.de). Dabei wurde die Betonkonstruktion freigelegt und neugestaltet sowie ein neues Beleuchtungskonzept umgesetzt. Die L-förmig platzierten Hauptgebäudeteile schließen sich unmittelbar an und umrahmen den Schulhof.

Die Gebäude wurden in den 60er-Jahren auf dem Gelände der im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörten Schule errichtet. Übergabe war 1968. In planAS ist der Komplex als denkmalgeschützt markiert, was wohl nur an der technisch interessant gebauten Aula liegen kann. Aber auch sie macht die Schule insgesamt nicht zum Augenschmaus. Weitere Infos: Website der Schule, alte Website mit weiterem Luftbild, Schul-Steckbrief auf frankfurt.de. Wer es noch nicht wusste: Die Wurzeln der als Lateinschule gegründeten Bildungsstätte reichen bis 1520 zurück. Die Schule versteht sich als altsprachliches Gymnasium mit Schwerpunkt Musik.

EDIT: Der entsprechende Magistratsvortrag (M115 von Juni 2010) enthält Bestätigungen und weitere Details. Insbesondere geht es um die Vergrößerung der im Südflügel liegenden Klassenzimmer von 45 qm auf 64 qm. Zitat:

Zitat:
Der Südflügel wird auf seiner gesamten Länge zum Schulhof um 1,75 m Tiefe erweitert. Die ehemalige Flurzone wird den Klassenzimmern zugeordnet, sodass diese eine Raumgröße von ca. 64 qm erhalten. Nachdem die Flure und das Treppenhaus bisher offene Laubengänge waren, werden sie nun dem Innenraum zugeschlagen. Das Treppenhaus wird um einen behindertengerechten Aufzug und ein behindertengerechtes WC ergänzt.

[...] Es entsteht [...] ein Technikgeschoß, dass ebenfalls witterungsgeschützt in die thermische Hülle integriert wird. Die neue Dachfläche bietet die Option für die Errichtung einer großflächigen Photovoltaikanlage.

[...] Die Süd-, Nord-, Ost-, und Westfassaden des Südflügels werden hoch gedämmt und verputzt – mit entsprechend dem Passivhausstandard angepasstem Öffnungsflächenanteil. Auf der Südseite ist ein außen liegender Sonnenschutz vorgesehen, sowie Lüftungsklappen, die zur Nachtauskühlung automatisch geöffnet werden können. Im Sommer kann mit Hilfe der Abluftleitungen und den über Dach angebrachten Querluftkaminen die überschüssige Wärme in den Klassenräumen abgeführt werden. Die Öffnungsflügel in den Klassenräumen sind dem angepasst.

Die Pavillonanlage musste aufgrund der akuten Unfallgefahren bereits errichtet werden und ist seit Februar 2010 in Betrieb.

Weiterhin wird die südlich des Südflügels vorhandene Schulhoffläche, die derzeit aufgrund ihres Erhaltenszustandes nicht nutzbar ist, wieder hergerichtet.
Insgesamt sind gut 10 Mio Euro für die Investitionen vorgesehen. Vorplaner und damit wohl auch Architekt des Projektes ist wie 2003 bereits Meixner Schlüter Wendt, Frankfurt.

Geändert von epizentrum (07.10.10 um 14:35 Uhr) Grund: M115 hinzugefügt
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