Checkpoint Charlie - div. Projekte (u. a. Trockland)

  • Ich war bei der Veranstaltung und der Vorschlag vom Chipperfield gefällt mir ganz hervorragend.


    Gerade dieser Ort soll jetzt anders betont werden. Mit x-beliebigem Blockrand, würde nur das Hollywood Grenzhäuschen an die Historie erinnern (entspricht dem 50er Jahre stand und wurde nach der Wende nachempfunden).



    Das Hochhaus thematisiert die Axialität der Friedrichstraße und der Ausschnitt in Form des Blockrands (Traufhöhe) die sonstige Dogmatik der Friedrichstadt, die hier zur Betonung des Ortes aufgebrochen wird. Nur ein Hochhaus ermöglich die Freihaltung der Mauertasche vor der ehem. Grenze, bei Beibehaltung der zugesicherten Nutzfläche für den Investor.

  • Mir gefällt der Entwurf auch, glaube aber nicht, dass es so kommt.
    Nicht wegen der U-Bahn sondern wegen Sicherheitbedenken. Das Haus würde ja von der öffentlichen Friedrichstraße unterquert und wäre ein erstklassiges Terrorziel. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, befürchte aber, dass sowas heute nicht mehr genehmigungsfähig ist.


    Wenn der Baukörper des Hochhauses erst oberhalb der Traufhöhe beginnt sehe ich aber keine Probleme bezüglich der Sichtachsen.

  • ^^ Das Hochhaus wirkt weder besonders originell noch elegant - die Platzierung über der Straße wirkt wie ein verzweifelter Versuch, dies zu kaschieren. Die Traufhöhe der Friedrichstadt könnte man wie so oft mit der Sockel-Höhe betonen - und auf dem Sockel eine Terrasse mit Aussicht unterbringen. Ein Teil des Turms könnte sogar über dieser Terrasse hinauskragen, aber die Fluchtlinie des Straßenblocks nicht überschreiten.


    Dass das Grenzhäuschen nachgebaut wurde - was ist hier "Hollywood", wenn ein solches mal hier stand? Selbst wenn es manchen nicht passt, das Leben scheint um das Häuschen ganz besonders stark zu toben - ist ja was Seltenes.
    Schon seltsam, wie hier manche gerne was an Wirkung verhunzen würden - wie bei (rekonstruierten) barocken Schlössern usw. Ein Turm über der Straße würde zu sehr vom Häuschen ablenken, ein neben der Straße weniger.


    Auf dem zweiten Grundstück gegenüber könnte übrigens noch ein Hochhaus gebaut werden - allerdings lieber anderer Form, Höhe und Fassadengestaltung als das erste. Das ginge beim Turm über der Straße nicht.

  • Ich finde es auch cool. Die 20 Meter hohen Säulen und die Tordurchfahrt sind mal was neues. Ich glaube, das würde vom Bahnhof Friedrichstraße aus einen spektakulären Blick ergeben. Gibt es die Entwürfe denn irgendwo im Netz? Habe nichts gefunden...

  • Super Idee! Visionär und kreativ, nur leider wird nichts davon umgesetzt....vorher wird es kaputt diskutiert, alle wissen es besser oder man kommt wieder mit ner blöden Sichtachse um die Ecke. Es kann mal ganz erfrischend sein, auch mal neue Sichtachsen zu schaffen, neue Ansichten. In Frankfurt passiert dies mit jedem neuen Hochhaus und es macht Spaß zu sehen, wie große Gebäude Perspektiven verändern. Aber dazu muss man sich auch drauf einlassen. Ich fänds super, wenn mal was kontroverses und wieder progressives in Berlin entstehen würde.

  • Die Betonung eines historischen Ortes durch ein Hochhaus, wie mit einer Stecknadel auf dem Stadtplan, finde ich verkopften Unsinn. Die Stadt nicht mehr zu reparieren, sondern weiter aufzubrechen, halte ich für den absolut falschen Weg. Gerade wurde richtiger Weise das Schimmelpfenghaus abgerissen und schon setzt man zu den gleichen Fehlern wieder an, die gerade in Deutschland die Städte so demoliert haben. Sehr traurig diese alte neue Mode.

  • Das Hochhaus kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und mir gefällt der Entwurf auch nicht besonders.


    Vielleicht wird/werden das /die Gebäude ja etwas höher ausfallen um den Platz besser hervorzuheben aber ansonsten wird das ein 0815 Entwurf werden, davon gehe ich jedenfalls aus.

  • Es steht außer Frage, daß der historischen Bedeutung des Checkpoint Charlie auch städtebaulich Rechnung getragen werden sollte. Die Frage ist jedoch, warum ausgerechnet ein Hochhaus (siehe Vorschlag Chipperfield) die Aufgabe erfüllen soll, die Besonderheit dieses Ortes hervorzuheben.



    Aktuelle Bilder von Berlin gibt's hier:
    http://www.deutsches-architekt…php?p=607667&postcount=16

  • Hochhäuser halte ich hier für falsch. Ebenso bin ich gegen das Freilassen der Brandmauern oder überhaupt gegen ein weiteres Mahnmal.


    An den Checkpoint zu erinnern finde ich richtig, aber dies kann stadtverträglich geschehen und die starke Urbanität dieser Ecke sollte durch eine Reparatur weiter vorangebracht werden. Berlin ist trotzdem zerfleddert genug. Da muss man die Friedrchstrasse nur etwas nach Süden gehen oder in die Wilhelmstrasse schlendern und man kann schönstes Abstandsgrün geschmückt mit Pappbechern finden.


    Hochhäuser zu bauen mit dem Ziel Provisorien, Brachen, Buden und Pissecken zu erhalten, dass empfinde ich als Hohn gegenüber jedem gutwilligen Städtebau.

  • Ich finde die Idee von Chipperfield sehr gut. Denn mehr als eine in eine schnelle Visu umgesetzte Idee ist es bisher noch nicht, schliesslich war das ja sowas wie ein Ideenfindungstreffen und kein ausgeschriebener Wettbwerb. Hochhäuser haben in der Friedrichstrasse eigentlich seit den 20er Jahren Tradition. Auch wenn der Entwurf von Mies van der Rohe seinerzeit nicht umgesetzt wurde. Sowie auch der Versuch an gleicher Stelle einen über 200 m Turm zu bauen in den 90er Jahren scheiterte. Unweit hatte auch die DDR mit dem Bau des IHZ einen weitsichtbaren Akzent an der Friedrichstrasse gesetzt. Auch ringsum den Checkpoint ist eine Anzahl Berlins bester Hochhäuser zu finden, vom Axel-Springer HH über die Turmhäuser der IBA bishin zur Banane von Sauerbruch/Hutton. Von daher wäre ein HH dort bestimmt nichts aussergewöhnliches. Ein HH dort wäre im Gegenteil ein Anknüpfen an eine Tradition, die das moderne Baugeschehen im Westen und den USA immer zum Vorbild hatte.

  • Hochhäuser haben in der Friedrichstrasse eigentlich seit den 20er Jahren Tradition. Auch wenn der Entwurf von Mies van der Rohe seinerzeit nicht umgesetzt wurde.


    Der Entwurf von Mies van der Rohe aus den 20er Jahren sollte an der Stelle umgesetzt werden, wo heute das Spreedreieck steht. Zwischen dem Spreedreieck und dem Checkpoint Charlie befinden sich stattliche 1,5 km Wegstrecke, was bedeutet, daß es sich um zwei unterschiedliche Orte in dieser Stadt handelt.


    Nur, weil am Spreedreieck Hochhäuser Tradition haben, gilt diese Tradition noch lange nicht für die südliche Friedrichstadt und den Checkpoint Charlie.

  • Für mich ist es die Friedrichstrasse und nicht 2 unterschiedliche Orte, auch wenn die Strasse unterschiedliche Abschnitte hat. Die bereits vorhanden Hochhäuser in der südlichen Friedrichstaat hatte ich ja bereits aufgezählt, wenn dir das nicht genügt, sorry. Vielleicht bist du da nicht ortskundig genug.

  • Nicht zu vergessen die Hochhäuser am südlichen Ende der Friedrichstrasse. Die liegen etwa 400 - 500 Meter entfernt vom Checkpoint. Zählen die auch nicht zur südlichen Friedrichstadt?

  • Hochhäuser halte ich hier für falsch.


    Es kommt darauf an, wie sie mit der restlichen niedrigeren Bebauung verknüpft werden. In diesem Bereich der Friedrichstraße ist kaum etwas alt - wurde ja alles für die Mauer abgerissen, wenn nicht im Krieg zerstört. Doch selbst etwa das Charite-Hochhaus in der Nähe viel älterer Bauten empfand ich als nicht sehr störend - wenn es nicht gerade eine sonst stimmige Altstadt ist...


    Anders beim Gag eines Baus über der Straße, besonders wenn dieser sonst nichts Originelles vorweist. So ein Hochhaus stand mal in der Nähe der Gedächtniskirche - wurde ohne Verlust abgerissen.


    Fazit: Hochhäuser um das Checkpoint - mit Vorsicht und Integration in bestehende Strukturen ja, aber nicht so, dass nur das Brechen dieser Strukturen als Besonderheit verkauft wird.

  • ... Anders beim Gag eines Baus über der Straße, besonders wenn dieser sonst nichts Originelles vorweist. So ein Hochhaus stand mal in der Nähe der Gedächtniskirche - wurde ohne Verlust abgerissen....


    Nun darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein, weil gerade diese Häuser mit Strassenüberbauung sehr rar gesäht sind und eher zu einer unter Schutz gestellten Kategorie gehören sollten. Der dort enstandene Sockelbau des Upper West vermag mich nicht wirklich zu überzeugen.

  • ^ Ach, der Breitscheidplatz ist schon ganz gelungen. Sonst gebe ich Dir Recht: Ein Hochhaus über der Straße wäre tatsächlich eine neue Seltenheit in der Stadt. Kommt natürlich darauf an, wie das Umfeld gestaltet wird. Ein Platz seitlich des Hochhauses (vielleicht mit einer Freiluft-Ausstellung zur Geschichte des Ortes), sonst geschlossener Blockrand – das würde mir gefallen. Das Hochhaus allein zwischen Brandwänden und leeren Grundstücken – das nun weniger.

  • In diesem Bereich der Friedrichstraße ist kaum etwas alt - wurde ja alles für die Mauer abgerissen, wenn nicht im Krieg zerstört.


    Na ja, direkt an der Kreuzung Friedrichstraße/Zimmerstraße steht dieser mehrfach erweiterte und umgebaute Altbau von 1732, der also "Nachbar" des Hochhauses wäre:



    © Landesdenkmalamt Berlin, Archiv, Bittner


    Beschreibung in der Denkmaldatenbank hier.


    Auch im Umfeld Zimmerstraße und an der Kreuzung Friedrichstraße/Kochstraße finden sich besondere Vertreter von Jugendstil, Neuer Sachlichkeit und andere Bauten der Jahrhundertwende.