Berliner Stadtverkehr (Straße, Bus, Bahn, Wasserwege, Gebäude)

  • Andere Städte interessieren also nicht, habe ich das richtig verstanden? Begründung: Wir sind in Berlin. Aha. Das wird ja immer besser hier. Eigentlich kaum zu glauben dass man so etwas in einem Architekturforum lesen muß. Ich nehme mal an so argumentiert man bei genügend "Bildung" auf dem Gebiet der Verkehrs- und Stadtplanung? Wenn die Fakten nicht passen, ignoriert man diese einfach - fertig ist der Kuchen der Alternativlosigkeit. Es gibt etliche Städte, die mit weit (!) höheren Fahrgastzahlen zu kämpfen haben, und trotzdem auf Trams weitgehend verzichten. Paris ist da tatsächlich nur eine von vielen. Das was Du hier behauptest stimmt demnach einfach nicht, da hilft auch kein deuteln oder ein belegloser Verweis auf eine angebliche Einzigartigkeit Berlins in dieser Beziehung. Wenn aber - trotz weitreichendem Horizont - schon das "Interesse" für simpelste Vergleiche nicht vorhanden ist, lohnt auch kein weiterdiskutieren.

  • Anders sind die enormen verkehrlichen Probleme in dieser Stadt gar nicht in den Griff zu bekommen und da diese schon heute enorme gesamtgesellschaftliche Schäden erzeugen (Personen- und Blechschäden, Erkrankungen durch Luftverschmutzung, Zeitverlust durch Stau etc.) finde ich es zudem recht perfide, dass du hier von einer Überdramatisierung sprichst.


    Und es gibt ganz aktuell eine Erinnerung an einen weiteren Grund den privaten Autoverkehr in der Stadt massiv einzuschränken: "Erderwärmung viel dramatischer als angenommen (IPCC)"
    Der Beitrag des Verkehrssektors zur CO2-Einsparung seit 1990: weniger als Null.
    Das muss und wird sich ändern.

  • Andere Städte interessieren also nicht, habe ich das richtig verstanden? Begründung: Wir sind in Berlin. Aha. Das wird ja immer besser hier. Eigentlich kaum zu glauben dass man so etwas in einem Architekturforum lesen muß.


    Ich sehe schon, du bist nicht willens, meine Argumentation zu verstehen. Du hast als Beispiel gebracht, andere Städte würden in der Innenstadt auch ohne Tram auskommen und ich habe geantwortet, dass das für die Betrachtung der spezifischen Berliner Verkehrsstruktur völlig unerheblich ist, was Stadt XYZ hinbekommt, weil dies auf Berlin bzw. auf irgendeine andere Stadt kaum bis nicht übertragbar ist. Jede Stadt muss individuell betrachtet werden. Berlin mit seinem polyzentralen Charakter hat beispielsweise völlig andere Verkehrsströme als die Ile de France, die absolut zentralistisch auf Paris ausgerichtet ist und erst jetzt durch das Projekt Grand Paris Express auch Verbindungen zwischen den Banlieus errichtet.


    Nur, weil irgendeine Stadt ohne Tram in der Innenstadt auskommt, heißt das also noch lange nicht, dass dies auf Berlin übertragbar ist, genau das hast du mit deiner Aussage aber impliziert.


    Meine Argumentation hat hier wahrscheinlich auch jeder verstanden, außer du halt.

  • < Es gibt noch einen weiteren Grund, das anstehende Fahrverbot für Diesel 6 in Berlin. Allerdings soll man sich bitte mal, bevor nur wieder in Richtung KFz-Verkehr ausgeteilt wird, endlich an ein Dieselverbot auf Berlins Wasserstrassen machen, hier insbesondere diese stinkenden und russenden Touristendampfer auf Spree und Seitenkanälen, die ungehindert mitten durch die Stadt, also auch durch die Umweltzone, Regierungsviertel, wie Perlen an einer Schnur tuckern. Und das mit dem extrem schädlichen Schwerdiesel. Mir absolut unverständlich wieso sich hier kein Stadtpolitiker oder die Umweltstiftung heranwagt. So unbezwingbar kann die Schiffarts-Lobby doch wohl nicht sein. Irgendwie scheinen sie jedoch immer wieder davon zu profitieren, dass sie einfach keine Rolle spielen im Bewusstesein der Zuständigen wie aber auch der Geschädigten, wie auch hier an der Thread-Bezeichnung zu erkennen, wo der Verkehr auf dem Wasser auch nicht auftaucht.

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  • Wasserstraßen und Schiffsdiesel

    ^ Nichtsdestotrotz gibt's hierzu bereits mehrere Beiträge hier im Thread, zuletzt:
    http://www.deutsches-architekt…p?p=611725&postcount=2037


    Und speziell zum geplanten Schiffsanleger im Humboldthafen zuletzt da:
    http://www.deutsches-architekt…p?p=614037&postcount=1261


    Demnach hat das Berliner Abgeordnetenhaus schon vor Monaten einen fraktionsübergreifenden Antrag "Saubere Luft durch schadstoffarme Schiffe" auf den Weg gebracht. Darin fordere es den Senat auf, sich für eine wirksame Reduzierung der Schadstoffemissionen durch Schiffe einzusetzen - unter anderem durch eine Bundesratsinitiative, nach der auch für Binnenschiffe die Regelungen der Umweltzone gelten sollen.
    In einer kürzlich erfolgten Verwaltungsgerichtsentscheidung schob die zuständige Senatsverwaltung die derzeitige Situation auf die geltenden Gesetze, insofern ist hier eindeutig der Gesetzgeber gefragt.

  • Die Stadtpolitik unter Führung der grünen Verkehrssenatorin ist offenbar nicht bereit, einen Gesamtplan für die Problemlage vorzulegen. Hier zeigt sich exemplarisch, dass der Anspruch aus den hundertseitenstarken Leitbildern für die verschiedenen Themenfelder und die Wirklichkeit nichts miteinander zu tun haben.


    Das Flickenteppich-Fahrverbot, dass nun in Berlin kommt, wird im wesentlichen folgenlos sein. Zuerst trifft es zwar ca. 80 % der Dieselfahrer, die aber insgesamt nur ca. 30 % des Gesamtfahrzeugbestandes ausmachen. Hernach ist eine Kontrolle in Berlin ja angesichts der Personalsituation der Polizei, der generell - sagen wir - skeptischen Haltung der Bevölkerung gegenüber Ver- und Geboten und dem überschaubaren Bußgeld (25 Euro) wohl völlig wirkungslos. Hohe Kosten fallen durch einen Schilderwald trotzdem an. Zusammengefasst kann man die Maßnahmen wohl nur als aufschiebendes Alibi betrachten und die nächste Klage kommt bestimmt.

  • Die Thematik der Schiffe finde ich wichtig, gut, dass wir das hier auch ansprechen. Sollte im Urwald des ÖPNV nicht untergehen. Anträge und Auffordern in Richtung einer anderen politischen Institution sehen immer schön nach "Wir machen was." aus, wir wissen aber leider, dass da Ergebnis meist sehr langwierige Prozesse sind. Vor Mitte des kommenden Jahrzehnts brauchen wir also gar nicht elektrisch betriebenen Personenschiffen auf der Spree und den Berliner Kanälen rechnen.


    Ich muss auch etwas ernüchternd feststellen, dass jetzt, nach etwas über zwei Jahren R2G, viel zu wenig von dem umgesetzt wurde, was ÖPNV-mäßig herausposaunt wurde. Ich will den Verantwortlichen allerdings nicht fehlenden Willen oder Handeln unterstellen, das kann ich am Ende der Legislaturperiode immer noch. Ich glaube für mich selber, den Prozess der Wiederaufrüstung der Berliner Verwaltung, der Ämter, den Planungsstellen etc., völlig unterschätzt zu haben. Bald zwei Jahrzehnte des Sparens auf Teufel komm raus haben ihre Narben in der Verwaltung hinterlassen.


    Vielleicht war der Glaube bzw. die Hoffnung daran, dass das alles in wenigen Jahren rückgängig gemacht werden kann, sodass alle versprochenen ÖPNV-Projekte angegangen werden können, etwas sehr naiv.

  • spandauer: Das gleiche Problem haben wir, mit anderen Vorzeichen, hier in NRW auch. Schwarz-Gelb hat im Wahlkampf so getan, als wenn die Staus sich von alleine auflösen, sobald sie gewählt worden sind und heute ist man da auch nicht mehr so forsch...


    Man kann halt die Folgen von "die Privatwirtschaft kann alles besser" und "der Staat muss schlanker werden" nicht im Handumdrehen beseitigen, egal wer gerade die Regierung stellt.


    Ich schätze aber, dass das mit den saubereren Schiffen dann doch schneller gehen wird als Mitte nächstes Jahrzehnt (sind sowieso nur noch sechs Jahre).
    Spätestens wenn der erste Anbieter mit ordentlichem Filter oder sogar E-Schiff fährt, werden auch die sorglosen Touristen den Unterschied merken und dann wird mit den Füßen abgestimmt.
    Als ein anderes Szenario könnte ich mir eine Anwohnerklage vorstellen. Vielleicht von den Bewohnern der neuen Wohnhäuser am Humboldthafen?

  • Wasserstraßen und Schiffsdiesel

    ^ Oder in einem ersten Schritt ein Hybrid, bereits 2019:


    https://www.tagesspiegel.de/be…lin-bringen/22946602.html
    https://binnenschifffahrt-onli…elektroschiffe-in-berlin/
    Demnach will die „Stern und Kreisschiffahrt GmbH“ 2019 das erste Hybridfahrgastschiff der Flotte in Betrieb nehmen; der Dieselmotor an Bord soll nur die Batterie aufladen, wenn deren „Saft“ unterwegs ausgeht. Im Idealfall soll die Ladung nachts im Hafen am Treptower Park erfolgen, wo Ladestationen installiert werden, die mit Ökostrom betrieben werden. [..]


    Und was den geplanten Schiffsanleger im westlichen Humboldthafen betrifft:
    An der Seite ist derzeit das Ufer durch eine Baustelle (S21-Tunnelbauarbeiten) bis vsl. 2022 (!) in Beschlag genommen, insofern können die - durchaus ab 2019 nördlich des Humboldthafens vorhandenen - Neubau-Bewohner vermutlich noch eine Weile sprichwörtlich tief Luft holen; auch die zerstrittenen Parteien werden sicherlich noch durch die Instanzen ziehen, zumal:

    https://www.rbb24.de/politik/b…kritik-reeder-abgase.html
    Ob mitten in Mitte am Humboldthafen künftig Diesel-Schiffe dominieren oder die Politik doch (auch) auf insbesondere Elektroflotten-Reeder setzt, sei eine zukunftsweisende Entscheidung.
    Der Europäische Gerichtshof (EuGH) habe vor einigen Jahren in einem ähnlich gelagerten Fall in Amsterdam entschieden, dass Steganlagen öffentlich und europaweit ausgeschrieben werden müssten, in einem transparenten und für alle zugänglichen Verfahren; holländische Reeder hätten bereits Interesse am Berliner Markt signalisiert und sich hier auch schon umgeschaut. Angesichts des fehlenden Wettbewerbs erwägten sie, den Rechtsweg zu beschreiten. [..]


    Niederländer mögen Berlin;) NRW aber auch, oder?:D

  • Reisebusse rund um Stadtschloss und Museumsinsel

    Zuletzt: http://www.deutsches-architekt…p?p=614700&postcount=2062


    Aus dem "Freiraumgestaltung Umfeld Berliner Schloss/Humboldt-Forum"-Thread:

    [..]
    Bildungs- und Kultureinrichtungen der Umgebung wollen unterdessen, dass die Busse weiter weg halten - nicht vor der Tür: https://www.tagesspiegel.de/be…useumsinsel/23157540.html
    Demnach gebe es bereits ein im Auftrag des Humboldt-Forums erstelltes innovatives Buskonzept, das die Institutionen am 16. Oktober vorstellen wollen.


    Vorstellung der Interessengemeinschaft heute: https://www.rbb24.de/politik/b…tiative-kritik-senat.html
    Demnach droht nach deren Auffassung der Berliner Museumsinsel sogar der Verlust des Weltkulturerbetitels, Grund seien eben die vielen Reisebusse auf der Spreeinsel.
    Berliner Dom, Humboldt-Forum, die Musikhochschule "Hans Eisler", die Staatlichen Museen zu Berlin, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin sowie die European School of Management and Technology Berlin wollen gar keinen Reisebusverkehr auf der Museumsinsel, sondern fordern, dass die Busse mit Zeitfenstern von zehn Minuten an der Karl-Liebknecht-Straße unweit des Alexanderplatzes halten sollen.
    In Spitzenzeiten müsse man für alle Einrichtungen zusammen mit 15.000 Besuchern und 28 Bussen pro Stunde rechnen.


    Die Verkehrsverwaltung wiederum hält demnach die Vorschläge der Anrainer für nicht umsetzbar. Man befinde sich aber noch in den Abstimmungen.

  • A100 Neukölln

    zuletzt hier


    Baufortschritt an der AS Sonnenallee; Richtung Norden:



    Richtung Süden:



    Auf der Sonnenallee selbst gehen die Bauarbeiten ihrem Ende entgegen. Momentan wird noch an den letzten Abschnitten von Radwegen und Bürgersteigen gearbeitet.

  • Tram-Neubaustrecke Hbf – U-Bf. Turmstraße

    Aus dem "Lehrter Stadtquartier & Hauptbahnhof Umfeld"-Thread:

    Randbemerkung:..
    (Ob diese Haltestelle dauerhaft dort sein wird, ist aber fraglich:
    Bekanntlich soll die Tram bis zum U-Bahnhof Turmstraße bis vsl. Ende 2020 verlängert werden, im Zuge dessen dürfte/könnte die [Wende-]"Schleife" durch die Clara-Jaschke-Straße entfallen.)


    Nein das ist eigentlich nicht fraglich, denn die Haltestelle und die Schleife werden dort bleiben wo sie sind.
    Im Konzept der Verlängerung soll lediglich die M10 als Linie bis zur Turmstraße verlängert werden und das auch nur im 10 Minuten Takt. Die 5 Minutentakt Ergänzungszüge werden zusammen mit den Linien M5 und M8 weiter in der jetzigen Schleife kehren.


    Ostkreuzblog,
    hättest du dafür eine Quelle/Link?


    [..]
    Tram-Streckenführung etc.: https://www.berlin.de/senuvk/v…nv/planungen/de/m10.shtml
    --> "Präsentation zur Bürgerinformationsveranstaltung am 15.11.2017": https://www.berlin.de/senuvk/v…_zur_biv_am_15nov2017.pdf


    Dort findet man Visus aller Haltestellen, u.a. vorm Kriminalgericht


    Auf der PDF-Seite 15 (Stand: 11/2017) steht wiederum:


    "Hauptverkehrszeit 5- bzw. 7/7/6-Minuten-Takt
    Nebenverkehrszeit 10-Minuten-Takt
    Nachtverkehr 30-Minuten-Takt"


    Nur ein 10-Minuten-Takt - mit der M10 - noch dazu auf dieser Neubaustrecke würde mich sehr wundern..


  • Nur ein 10-Minuten-Takt - mit der M10 - noch dazu auf dieser Neubaustrecke würde mich sehr wundern..


    Das wundert Dich zurecht und es gibt diesbezüglich einen Einwand im Planfeststellungsverfahren und eine parlamentarische Anfrage. Denn die Räumzeit der Kreuzung und die Leistungsfähigkeit der Endstation an der Turmstraße ist tatsächlich nur für den 10-Minuten-Takt nachgewiesen worden. Und es liest sich in den Unterlagen der Planfeststellung nicht so, als wäre das ein Versehen. Natürlich möchte die BVG alle 5 Minuten fahren, sonst lohnt sich das gar nicht. Das ist nur ein Aspekt einer ansonsten stümperhaften Planung. Die Strecke wäre durch die Straße Alt-Moabit deutlich wirtschaftlicher zu führen (was im Planfeststellungsverfahren sogar rechnerisch nachgewiesen wurde). Mit Verweis auf einen dort zu verlegenden Abwassersammler hat man aber Angst, dass der Bau nicht mehr in dieser Legislaturperiode beginnt und wer weiß schon, wie es dann weitergeht. Ja so stümperhaft läuft das im Moment.


    Die Schleife in der Clara-Jaschke-Straße muss beibehalten werden. Sie ist großzügig bemessen und bei den doch zahlreichen Störungen sind derartige Anlagen auch ohne das Ende einer Linie unentbehrlich. Sicher werden da zu Schwachverkehrszeiten weiter Züge ausgesetzt.

  • Fahrrad-Abstellflächen an ÖPNV-Stationen / Bahnhöfen

    Zuletzt: http://www.deutsches-architekt…p?p=604798&postcount=1998


    Symbolischer Auftakt am Hbf für „Bike+Ride-Offensive“ der Deutschen Bahn und des Bundesumweltministeriums: https://www.morgenpost.de/bezi…erliner-Hauptbahnhof.html
    Das erklärte Ziel ist es demnach, bis Ende 2022 bundesweit bis zu 100.000 zusätzliche Stellplätze für Fahrräder zu errichten. Der Bund fördere das Programm aus den Geldtöpfen der Nationalen Klimaschutzrichtlinie, bis zu 40 Prozent der Investitionssumme würden ab Januar 2019 auf Antrag der Kommunen übernommen. Die Deutsche Bahn AG stelle geeignete Flächen im Umfeld ihrer Stationen kostenlos bereit und plane und montiere auch die Anlagen; über eine europaweite Ausschreibung sollen zudem kostengünstige Lieferanten für die Anlagen gefunden werden.


    Der Hauptbahnhof gehöre neben den Bahnhöfen Zehlendorf, Gesundbrunnen und Ostkreuz zu den Standorten in Berlin, an denen wiederum der *Senat* bereits große Fahrrad-Parkhäuser nach holländischem Vorbild plane; eine konkrete Projektvorbereitung gebe es bislang aber nur für das Parkhaus in Zehlendorf. Die Anlage am Hauptbahnhof solle erst nach Ende der S21-Bauarbeiten (nicht vor 2021) errichtet werden - also wohl auf der östlichen Seite, an der dortigen Straße Friedrich-List-Ufer.
    Dagegen auf der Westseite, an der Ella-Trebe-Straße gleich neben der Bundespolizei-Wache befindet sich die Anlage, die nun symbolisch von der DB am Hbf eröffnet wurde..

  • ^ Ist es nicht eher unwahrscheinlich, dass die Elsenbrücke als zeitnahe Trassenvariante für die M10 in Betracht kommt?


    Die hat bekanntlich auch große Probleme


    Die Variante 1 über die Schillingbrücke finde ich spontan am interessantesten, da sie das Quatier Mediaspree tangiert und den Ostbahnhof anschließt sowie nicht parallel zur U1 verläuft.

    Einmal editiert, zuletzt von Baukörper ()

  • Tram M10 bis zum U-Bahnhof Hermannplatz

    ^ und ^^ Zuletzt:

    [..]
    Die Treptower Linkspartei hat außerdem eine Streckenführung vorgeschlagen, die zunächst über Schlesische Straße und Puschkinallee nach Osten führt und dann parallel zur Bouchéstraße Richtung Sonnenallee und Hermannplatz abbiegt. Damit solle Alt-Treptow das Tramnetz und mittelbar an die U-Bahn-Linien 1 und 8 angeschlossen werden. [..]


    Erinnert sei auch an: https://verkehrsluecken.tagesspiegel.de/
    (Und dort unten "Bus, Tram, S & U" auswählen..)

  • Auch in die Planung der Verlängerung der M10 durch den Görli kommt Bewegung. Zumindest werden Trassen diskutiert und der Planungsprozess scheint so langsam anzulaufen:


    - Die Oberbaumbrücke ist für aktuelle Straßenbahnfahrzeuge statisch nicht tragfähig.
    - Das Hochbahnviadukt ist für eine Unterfahrung zu niedrig.
    - Ersnthaft glaubt niemand, dass die seit 1987 verkehrsberuhigte Falckensteinstraße für die Tram genutzt werden kann
    - Die Brücke über den Landwehrkanal hat zu große Steigungen für moderne Straßenbahnfahrzeuge. Denkmalgeschützt müstte sie mit Rampen erweitert werden.
    - Irgendwie sollen 40m lange Straßenbahnen auf dem Hermannplatz enden, weil man keine Wendeschleife bauen möchte.


    Der Aufwand ist gewaltig und die derzeitigen Akteure haben nicht das Zeug um das durchzuziehen (jetzt überlegt man ernsthaft nur ein Gleis durch die Falckensteinstraße zu legen und das andere mit Umwegen zu führen). Das Verkehrsaufkommen ist nicht groß genug, um dieses Projekt zwingend durchzuziehen. Bereits bei der anstehenden Verlängerung der Tram von der Turmstraße zur Jungfernheide hat man erstaunt festgestellt, dass sich der Aufwand ggü. dem Bus nicht rechnet.


    Die vom Architektenkind erwähnte Variante der Linkspartei mit einer Tram über Treptower Park und Sonnenallee ist deutlich sinnvoller. Hier können 1:1 Busleistungen ersetzt werden und der bereits heute an seine Grenzen kommende Busverkehr auf der Sonnenallee durch eine Straßenbahn ersetzt werden. Man könnte die Oberbaumbrücke meiden und die Trasse mit dem eh zu lösenden Problem der Elsenstraßenbrücke verbinden. Dieses Projekt wäre auch sehr aufwändig aber ggü. der Strecke durch den Görli ist der verkehrstechnische Nutzen so offenkundig, dass es sich lohnt da weiterzumachen.

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  • ^ Die erwähnte Variante über Treptow sollte eigentlich über die Oberbaumbrücke und die Schlesische laufen (Nr. 6 auf der Karte). Aber das Argument mit der Elsenbrücke leuchtet ein. Wenn sie ohnehin saniert werden muss, kann man die Tram gleich einplanen (was auf Variante 7 hinausliefe). Auch ist auf der Stralauer mehr Platz als auf der Schlesischen, wo es für einen eigenen Gleiskörper zu eng sein dürfte.


    Es gibt jedoch einen Nachteil: SO36 wird nicht an die M10 angeschlossen. Es gäbe keine umstiegslose Verbindung von dort nach Neukölln einerseits, nach Friedrichshain und Prenzlauer Berg andererseits. Und das war einer der Gründe, die Strecke überhaupt zu planen.


  • Es gibt jedoch einen Nachteil: SO36 wird nicht an die M10 angeschlossen. Es gäbe keine umstiegslose Verbindung von dort nach Neukölln einerseits, nach Friedrichshain und Prenzlauer Berg andererseits. Und das war einer der Gründe, die Strecke überhaupt zu planen.


    Stimmt schon, aber die Bedeutung dieser umsteigefreien Verbindung wird überbewertet. Aufgrund der zwangsweise geringen Geschwindigkeit dieser Straßenbahnstrecke (Tempo 30-Zonen, Parks) ist es sogar wahrscheinlich, dass sie ggü. dem vorhandenen Weg U1/U3 und U8 nicht mal schneller ist. Bequemer sicher schon, aber das ist ein Luxusproblem im Vergleich zum reellen Bedarf, der sich auf der Sonnenallee ergibt. Ein großes Problem ergeben die Endpunkte der Strecken, die entsprechend leistungsfähig ausgebaut werden müssen. Die Straßenbahn-Abteilung der BVG favorisiert aus diesem Grund eine Verlängerung der M10 von der Warschauer Brücke über die Mühlenstraße zum Ostbahnhof. Dort könnte so ein leistungsfähiger Endpunkt untergebracht werden, von dem aus man weitere Strecken entwickeln kann. Das Problem der M10 ist, dass aufgrund der großen Nachfrage viele Züge in die Schleife an der Revaler Straße geschickt werden müssen, weil der Endpunkt am U-Bahnhof nicht genug Kapazität hat.