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Alt 23.10.10, 20:30   #1
harher
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harher könnte bald berühmt werden
Wärmedämmung contra bauzeitlicher Zustand

Die Pläne der Bunderregierung zielen ja langfristig auf generelle Wärmedämmung und recht ambitionierte Einsparziele. Diese Ziele sollen auch für ältere Häuser und denkmalgeschützte Objekte gelten.
Nun sind aber bei solchen Häusern entsprechende Dämm-Maßnahmen entweder technisch völlig weltfremd oder zumindest unverhältnismäßig teuer. Zudem gibt es ein ästhetisches Problem: Will man historische Fassaden mit Dämmung verunstalten?
Dazu gab es z.B. in Tübingen einen Disput: Der Architekt Hans Kollhoff sagte, man könne nicht ganz Tübingen einpacken. Tübingens OB Boris Palmer konterte: "Wollen Sie die ästhetischen Gegenwartsbedürfnisse über die Lebensbedürfnisse künftiger Generationen stellen?"
Meiner Meinung nach ist das eine äußerst dümmliche und beschränkte Betrachtungsweise dieses grünen Oberbürgermeisters.

Ein weiteres Problem entsteht zudem für Vermieter: Wohnungen in denkmalgeschützten Häusern werden zunehmend unattraktiv, da entweder die Nebenkosten oder die die auf die Miete umgelegten hohen Dämmkosten die Gesamtmiete in überdurchschnittlich in die Höhe treiben?
Auch diese wirtschaftliche Seite gefährdet die Erhaltung von historischen Bauten.

Wollen wir wirklich Kulturgut einer Öko-Manie opfern?
Sollte man nicht einfach akzeptieren, dass es eben auch Häuser gibt, die moderne Klima-Grenzwerte nicht bzw. nicht auf sinnvolle Weise einhalten können, die aber eben dafür andere Werte abdecken?


Interessant dazu: Interview der WiWo mit dem Geschäftsführer des BDA, Bernd Blaufelder (WiWo 43/2010, Seite 114ff).
http://www.wiwo.de/finanzen/fassade-ist-heimat-445181/

Geändert von harher (22.11.10 um 15:31 Uhr)
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Alt 24.10.10, 00:21   #2
RobertKWF
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RobertKWF sorgt für eine nette AtmosphäreRobertKWF sorgt für eine nette AtmosphäreRobertKWF sorgt für eine nette Atmosphäre
Wärmedämmung contra Denkmalschutz

Es gibt ein reichhaltiges Feld von Problempunkten zur Wärmedämmung am Bestand und auch bei Neubauten. Auf Grund eigener Erfahrung und aus Erfahrungsberichten heraus kann ich einiges dazu sagen.
Hier mal einen Bericht der faz vom 23. Oktober 2010, der z. B. ein Detail beim Wohnen in einem Passivhaus beleuchtet, was ich in etwa so bestätigen kann:
http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E543F784A177B43A78A898870D702B8 56~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Eine Bewohnerin schildert die Probleme die sie beim zwangsweisen Umgang mit der Wohnung hat. Die Wohnung heizt sich z. B. im Sommer zu stark auf und Fenster darf sie nur öffnen wie es die Bedienungsanleitung gestattet. Die ganzen Restriktionen machen den Wohnkomfort kaputt. Deswegen sucht sie nun wieder eine andere Wohnung mit "klassischen" Bedingungen.

Zu welchen kuriosen Blüten solche Dogmen, abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt der Betriebskosten, dann führen können zeigt der Beschluss der Stadtverordneten von Frankfurt am Main, städtische Bauvorhaben in Passivhausbauweise auszuführen. Bei einer Integrierten Gesamtschule im Frankfurter Nordend z. B. wird eine unter dem Schulhof liegende Mensa, die fast keine Außenflächen hat, im Passivstandard gebaut. Dann gibt es Pläne, sogar ein Krematorium und eine Kirche danach auszuführen. Bei vielen Architekten führe das zu einem "Riesenkonflikt", laut Ferdinand Heide.
.
__________________
Text und Gestaltung: R.KWF

Geändert von RobertKWF (24.10.10 um 21:04 Uhr) Grund: w
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Alt 24.10.10, 15:32   #3
k-roy
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k-roy wird schon bald berühmt werdenk-roy wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von RobertKWF Beitrag anzeigen
Zu welchen kuriosen Blüten solche Dogmen, abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt der Betriebskosten, dann führen können zeigt der Beschluss der Stadtverordneten von Frankfurt am Main, ...
Krematorium und Mensa sind klassische Beispiele für die relativ leichte Umsetzung des Passivhausstandards, da hier viel Abwärme entsteht, die man nutzen kann. Da braucht´s dann keine Fenster mehr.

Passivhausstandard bedeutet ausserdem nicht unbedingt, nachträglich zu dämmen, sondern auch vernünftig zu heizen: das ist natürlich auch im Altbau möglich! Mit intelligenten Konzepten muß man gleichzeitig die Fassaden erhalten und den (Primär-)energieverbrauch senken.
Und die Sondermüllfassaden in Form von WDVS mit fungiziden Anstrichen sind doch auch nur eine baukonstruktive Momentaufnahme.

Ich mag zudem mal über meinen Berufsstand behaupten, daß das bei Architekten oft zu einem "Riesenkonflikt" führt, weil sie immernoch planerisch oft im dunkeln tappen.

edit: der FAZ Artikel ist recht oberflächlich, und leider haben auch die schätzenswerten Schneider & Schumacher nicht wirklich begriffen, worum es geht. Folgerichtig wird intelligente Energieplanung auch von Fachplanern und nicht von Architekten erledigt.

Geändert von k-roy (25.10.10 um 08:06 Uhr)
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Alt 24.10.10, 17:47   #4
kunnukun
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kunnukun befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Meine Wohnung wird noch in erster Linie mit einem Heizungsrohr von 1931 versorgt, das von Block zu Block verläuft und Ausläufer in alle Wohnungen schickt. Ich weiß, dass das subjektiv und recht unqualifiziert ist - aber ich sage mal: Im letzten Winter, der bekanntlich ein recht harter Winter war, hat das fast immer ausgereicht (ein zweiter Heizkörper brauchte kaum in Anspruch genommen zu werden); dies, obwohl die Wände recht dünn sind (ein eher experimentelles Material u. a. mit Stroh) und keine neuere Dämmung aufweisen.
Dazu trägt sicher auch bei, dass die Decken recht niedrig sind und ein richtiger Flur ersetzt ist durch einen in jeder Wohnung zentralen Durchgangsraum (der außer der Küche, in der jenes Rohr eine 'Schleife' macht, als einziger beheizt ist).
Ich zweifle oft an dem Fortschritt des Erkenntnisstands in Sachen Energiesparen und frage mich, oft gewisse Ansprüche (z. B. freakige Berliner Höhe + dicker Flur + auch im Winter beheizter Wintergarten) nicht mal hinterfragt werden sollten, .... und bemitleide außerdem die Bewohner eines sanierten Teils meiner Siedlung (Haesler, Neues Bauen, Ende 20er), auf dessen neuer Styropor-und-Putz-Bedeckung sich etwas Schimmelähnliches abzuzeichnen beginnt.
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Alt 16.11.10, 15:12   #5
Schmittchen
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Ein sehr vergnüglicher Artikel zum Thema heute im FAZ-NET:

Wärmedämmung: Die Burka fürs Haus

(Inhaltsangabe gibt's ausnahmsweise nicht, die brillanten Formulierungen möchte man nicht zerhacken.)
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Alt 16.11.10, 19:22   #6
Tilou
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Na ja. Gut formuliert mag der Artikel wohl sein. Es reiben sich die mit gesundem Halbwissen ausgestatteten Feuilletonisten natürlich die Hände, wenn man so schön polemisch über den Untergang von Ästhetik und Baukultur wettern kann. Da spannt man den Bogen gerne gleich noch weiter über vermeintliche Billigmaterialien, schlechtes Handwerk, miese Lobbyisten und gemeine Öko-Krieger. Wenn allerdings im Zusammenhang mit luftdichten Gebäuden den Deutschen ein pathologischer Hang zu Abschottung und Käseglockenideologie attestiert wird, wäre der Artikel wohl besser unter der Rubrik "Glosse" aufgehoben.

Als streitbarer Denkanstoß mit Augenzwinkern durchaus ok. Das Thema ist allerdings ein bisschen komplexer, als die Autoren gerne wahr haben wollen. Auch ist mir nicht ganz klar, was deren Befürchtung ist. Die eingangs beschriebene Vision von Rafael Horzon mit der weiß-verschalten Paneel-Welt? Das ist doch unsinnig. Auch dem verbohrtesten Öko-Politiker dürfte klar sein, dass man z.B. gründerzeitliche Stadtteile nicht mit simpler Außendämmung verkleistern kann. Da muss der Fokus dann auf Fenstern, Dichtigkeit und natürlich Heizung und Gebäudetechnik liegen.

Grenzfälle und negative Beispiele wird es natürlich immer geben. Derweil, was schlagen die Autoren denn als Alternative vor? Gar nichts tun? Den grauen, energiefressenden Wohnklotz aus den Sechzigern in Würde altern lassen? Bewohner hübscher Jugendstil-Villen steuerlich begünstigen, damit sie sich auch künftig die Heizung leisten können? Denn genau da liegt doch der Knackpunkt, bei den immer weiter steigenden Energiekosten. Möge man doch mehr in diese Richtung polemisieren, bevor über die "Burka fürs Haus" gezetert wird.
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Alt 24.10.10, 09:39   #7
Le-Wel
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Le-Wel könnte bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von harher Beitrag anzeigen
Tübingens OB Boris Palmer konterte: "Wollen Sie die ästhetischen Gegenwartsbedürfnisse über die Lebensbedürfnisse künftiger Generationen stellen?" Meiner Meinung nach ist das eine äußerst dümmliche und beschränkte Betrachtungsweise dieses grünen Oberbürgermeisters.
Woher will er wissen, dass zu den Lebensbedürfnissen künftiger Generationen keine schönen Altstädte mehr gehören sollten? Immerhin gehören die seit einigen Generationen dazu. Wäre ihm lieber, wenn man überall Fachwerk verdeckt, die Altstadt hässlich macht und derer Bewohner vermehrt nach individuellen frei stehenden Häusern am Stadtrand suchen, nach mehrspurigen Straßen dorthin rufend? Bisher zählt man Innenentwicklung, Kompaktheit und urbane Atmosphäre zu den Potentialen der Stadt - was auf der Seite 3 des Dokuments mit einem Bild der historischen Bauten der Altstadt veranschaulicht wird!

Ein schnell ergoogelter Artikel über die Wirtschaftlichkeit der Wärmedämmung - man sollte doch den Immobilienbesitzern ähnliche Berechnungen und Überlegungen überlassen statt mit der Keule des Gesetzeszwangs zu schwingen. In den Medien kreisen bereits Überlegungen (wie diese), wie stark die nachträgliche Wärmedämmung, auf Mieten umgelegte, diese in die Höhe treiben könnte. Der letzte Artikel erwähnt übrigens, dass die Bundesregierung die vorhandenen EU-Mittel zur Förderung solcher Massnahmen nicht anzapft - warum auch immer der größte EU-Nettozahler sich sein Geld nicht zurückholen sollte. Umso mehr verbietet es sich, die Kosten und andere - auch architektonisch-gestalterische - Nachteile der Bevölkerung aufzubürden.

Geändert von Le-Wel (24.10.10 um 09:57 Uhr) Grund: + 1 Link
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Alt 15.05.12, 17:40   #8
leipziger
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leipziger könnte bald berühmt werden
Zitat:
wie funktioniert es eigentlich in Leipzig, wo entstuckte Altbauten (ungedämmt) wieder rekonstruiert werden?
Denkmalschutz! Auch entstuckte Altbauten sind in Leipzig schon Denkmäler oder werden auf Wunsch des Bauherrn zu einem solchen. Eine andere Möglichkeit gibt es bei der derzeitigen Gesetzeslage nicht, der Wärmedämmung zu entkommen.
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Alt 15.05.12, 18:39   #9
Japher
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Historische Fassaden und Wärmedämmung

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Soweit ich das aus Berlin verfolgen kann, gibt es in Leipzig, wo seit Jahren unzählige Altbauten saniert werden, keine vergleichbaren Verluste wie in der Sredzkistraße 8 oder auch in der Solmsstraße 31 zu beklagen. Das liegt meines Erachtens nicht allein am Denkmalschutz, denn dann müssten ja alle Gründerzeitbauten unter Schutz stehen - und davon gibt es in Leipzig mehrere Tausend. Mein Eindruck ist, dass in Leipzig der Sanierungsstandard durch einige vorbildliche Sanierungsgesellschaften, die durch Liebe zum Objekt hohe Maßstäbe setzen, einfach viel höher als in Berlin ist. Hinzu kommt, dass in den Innenstadtbezirken in Berlin Wohnungsnot herrscht und die Mieter weniger kritisch/anspruchsvoll sind.
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Alt 15.05.12, 19:40   #10
Saxonia
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Dadurch, dass in Leipzig viele nach der Wende unter Schutz gestellte Quartiere hochwertig saniert wurden, sind die Eigentümer oder Neueigentümer mittlerweile im Zugzwang ähnliche Qualität zu liefern auch wenn ihre Häuse nicht unter Schutz stehen. Denn die Mieten sind weiterhin recht niedrig und und das Angebot respektive die Auswahl noch hoch. Auch wenn der Innenausbau nicht sehr verschieden sein dürfte, assoziieren die meisten mit einem anspruchsvollem Äußeren des Hauses auch einen höheren Wohnstandard als wenn die Fassade blank ist. Bei ungefähr gleicher Miete entscheidet man sich dann mAn Intuitiv für das schickere Haus.

In Sachen Dämmung weiß ich mittlerweile nicht mehr was ich dazu sagen soll. Ich hab schon vieles gesehen und trotzdem frag ich mich regelmäßig: warum? Bekanntlich wird ja mit Zahlen von 20 bis 70% Energieeinsparung um sich geschmissen. Beispiel aus meinem Umfeld in Erfurt Ilversgehofen. Eine Häuserreihe, gleiche Bauart. Sozialer Wohnungsbau aus den 20gern im Blockrand. Das erste Haus der Straße wird aufwändig saniert mit hochwertigen neuen Putz, ohne Dämmung. Das 2. Haus bekommt eine Dämmung und einen Anstrich der gleichen Art mit anderen Farben. Das dritte Haus wird wieder ähnlich dem Ersten hergerichtet. Komischerweise hat man bei keinem der Häuser die anspruchslose Wand zum Innenhof gedämmt, auch nicht beim 2. Haus, das zur Straße hin Dämmung erhalten hat. Darüber was für ökologische Heuchelei das Anbringen von Kunststoffdämmung an Hauswänden ist brauch man sich glaube ich nicht streiten....

In Berlin wiederum glaub ich auch, dass der Druck wie man ihn noch in Leipzig verspürt nicht da ist. Die Mieten steigen flott, ob nun das Haus entstuckt ist oder nicht juckt die meisten nicht Hauptsache die Miete bleibt bezahlbar und das Argument geringerer Heizkosten ist auch nicht zu verachten. Angst, dass Haus könnte im gleichen Preissegment zu viel Konkurrenz von schöner gestalteten Häusern bekommen, muss der Eigentümer hier wohl ebenfalls nicht haben denn die Wohnungen sind dort sehr gefragt. Sodass er sie auf jedenfall vermieten wird.
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Alt 15.05.12, 20:33   #11
Johnny
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Also ich hab vor kurzem irgendwo gelesen, dass Altbauten in Blockrandbebauung bereits ziemlich gut von umgebenden Gebäuden isoliert werden, daher bringt hier eine Dämmung auch relativ wenig Energieersparnis. Folglich erscheint mir das Vorgehen auch als vollkommen sinnlos. Aber wenn es irgendwo Förderung abzugreifen gibt, dann ist es dem Bauherrn glaube ich oft egal, ob eine Maßnahme sinn macht, das zeigen auch Erfahrungen mit EU-Förderprojekten.

@Bato: Wenn das hier ausschweift, schlage ich vor, die Beiträge in den Dämm-Thread zu verschieben.

Edit: @Japher: Ich finde es ja unglaublich, dass sogar der Denkmalschutz in seiner Antwort anscheinend die Entstuckung in der Solmstrasse zugunsten des (angeblichen) "ökologischen Nutzens für die Allgemeinheit" gutheisst. Was für Leute sitzen eigentlich in diesen Behörden und warum? Dass der Denkmalschutz in diesem Fall keine Handhabe hat ist eine Sache, aber geht man nicht auch in den Denkmalschutz, weil einem solche Gebäude am Herzen liegen?

Geändert von Johnny (15.05.12 um 21:05 Uhr)
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Alt 15.05.12, 20:35   #12
Kleist
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Kleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle ZukunftKleist hat eine wundervolle Zukunft
Im Moment wissen wir ja noch nicht,ob der Stuck über der Dämmung wieder angebracht wird.Oder hat jemand konkrete Informationen ? Ich fände es ausgesprochen schade,wenn das Gebäude nicht wieder mit der Oramentik hergerichtet würde.

Das ist im Übrigen die Reaktion auf meinen durchaus ironisch gemeinten Beitag eine Seite weiter vorn
Zitat:
Das ist mehr als geschmacklos
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Alt 15.05.12, 22:33   #13
Eklektizist
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Eklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer MenschEklektizist ist ein hoch geschätzer Mensch
Ich kann mir nicht vorstellen, dass auf einer Verbunddämmung aus Styropor richtige bzw. die alten Stuckelemente angebracht werden können. Die haben ja ein gewisses Eigengewicht, was von diesen Styroporplatten einfach nicht getragen werden kann. Bestenfalls gibts diesen gruseligen Pseudostuck aus Styropor

Beiträge ab #33 themespezifisch hierher aus diesem Thread verschoben.
Bato
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Alt 25.06.12, 00:59   #14
Bau-Lcfr
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Zitat:
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Dazu gab es z.B. in Tübingen einen Disput: Der Architekt Hans Kollhoff sagte, man könne nicht ganz Tübingen einpacken. Tübingens OB Boris Palmer konterte: "Wollen Sie die ästhetischen Gegenwartsbedürfnisse über die Lebensbedürfnisse künftiger Generationen stellen?"
Meiner Meinung nach ist das eine äußerst dümmliche und beschränkte Betrachtungsweise dieses grünen Oberbürgermeisters.
Das Leben selbst liefert manchmal köstliche Pointen. In diesem SZ-Artikel geht es eigentlich um Mobilität - am Ende erster Seite wird derselbe Boris Palmer mit einem Fahrrad als Dienstfahrzeug zitiert. Nebenbei wird erwähnt, er sei von der berühmten Öko-Siedlung Französisches Viertel in die Altstadt gezogen - vor allem wegen dem historischen Ambiente, welches die Öko-Siedlung nicht biete.
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Alt 25.06.12, 12:34   #15
hfrik
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hfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiellhfrik ist essentiell
Nun ich denke es wird Häuser und Stadtteile geben, wo Wärmedämmung in klassischer Form (Aussendämmung, WLG 031-045) nicht passt.
Da braucht es entweder Spezialanfertigungen ala Vakuumdämmung, oder es geht einfach nicht. Praktisch betrifft das dann aber um 1% der Hausoberflächen. (Selbst bei der Denkmalgeschützten Jugendtilvilla kann man die banalen Ziegel Seiten- und Rückwände dämmen, die Kellerdecke, Kellerböden und Seitenwände sowie das Dach, und bei der Lüftung mit Wärmerückgewinnung arbeiten). Für die 1% muiss man dann mit höhrern Heizkosten zugunsten des Aussehens leben - heizt man aber mit Wärmepumpe, die mit erneuerbarem Strom betrieben wird, sit das immernoch recourcenschonend und Klimaneutral.
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