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Alt 05.09.18, 17:57   #931
lguenth1
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lguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Die Planungen zur Strecke des Chemnitzer Modells nach Limbach-Oberfrohna wurden im dortigen Stadtrat vorgestellt (Freie Presse), ich fasse kurz zusammen:
  • "Die zuständigen Gremien hätten sich geeinigt, dass die Trasse nach Limbach-Oberfrohna nun in Angriff genommen werden soll."
  • Die Südtrasse durch Röhrsdorf scheint nicht mehr Vozugsvariante zu sein, stattdessen könnte am Siemens-Werk vorbei zur früheren Bahnstrecke zwischen Limbach und der Leipziger Straße gebaut werden. Eingezeichnet ist das so, als würde man die Strecke am Hartmannsdorfer Großtanklager nutzen wollen. Bisher hatte ich gedacht, dass dort noch gelegentlich Güterverkehr stattfindet. Ist das so? Vielleicht kann man das auch mit dem Straßenbahnbetrieb vereinbaren? Oder die neue Trasse schwenkt erst später ein.
  • Gebaut wird etappenweise, beginnend in der Chemnitzer Innenstadt: Chemnitzer Zentrum bis Ermafa-Passage, Ermafa-Passage bis Eissportzentrum, Eissportzentrum bis Chemnitz-Center, Chemnitz-Center bis Bahnstrecke Wittgensdorf-Limbach, letzter Abschnitt von dort nach Limbach-Oberfrohna.
  • Der Bau dürfte acht Jahre dauern und 100 Millionen Euro kosten. Als Eröffnungstermin wird ganz vorsichtig 2030 genannt.
  • Der Chemnitzer Stadtrat soll noch in diesem Jahr Beschlüsse fällen, ob die Trasse in den Chemnitzer Straßen mittig oder am Rand geführt wird.
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Alt 06.09.18, 08:05   #932
InderSonne
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InderSonne sitzt schon auf dem ersten Ast
Die 5-Jahres-Pläne der DDR waren nichts gegen die heutigen Planungshorizonte. Ist es am Ende nicht auch egal, ob die Trasse auf der Leipziger in der Mitte oder m Rand langführt? Beides hat Vor- und Nachteile, in praktischer und ästhetischer Hinsicht. Das einzige was zählt: separater Gleiskörper, sonst gibt es kein Fördergeld.
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Alt 18.09.18, 12:01   #933
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Straßenbahn Leipziger Straße

Zitat:
Zitat von InderSonne Beitrag anzeigen
Die 5-Jahres-Pläne der DDR waren nichts gegen die heutigen Planungshorizonte.
Das ist ein wenig sinnvoller Apfel-Birnen-Vergleich. Die 5-Jahres-Pläne waren detaillierte Pläne für die gesamte Volkswirtschaft: Was soll wo in welchen Mengen produziert werden?

Planungen für Infrastrukturvorhaben des Staates haben selbstverständlich häufig weitaus größere Zeiträume im Blick. (Dass es in Chemnitz, wenn es um die Straßenbahn geht, ein bisschen arg langwierig zugeht, bleibt davon unberührt.)

Zitat:
Zitat von InderSonne Beitrag anzeigen
Ist es am Ende nicht auch egal, ob die Trasse auf der Leipziger in der Mitte oder m Rand langführt? Beides hat Vor- und Nachteile, in praktischer und ästhetischer Hinsicht.
Genau deshalb ist es eine Frage, über die der Stadtrat sinnvoll befinden kann.

In Chemnitz seh ich gern den begrünten Bahnkörper in der Mitte als Regellösung. Jedoch sprechen im vorliegenden Fall die Verhältnisse teils für die Seitenlage, etwa im Kreuzungsbereich Hartmannstraße/Leipziger Straße.

Zitat:
Zitat von InderSonne Beitrag anzeigen
Das einzige was zählt: separater Gleiskörper, sonst gibt es kein Fördergeld.
Das ist zu differenzieren.

Es hängt von der genauen Ausgestaltung der Förderrichtlinien des Landes ab, inwieweit eine Führung der Straßenbahn auf der allgemeinen Fahrbahn förderfähig ist.

Planerisch-technisch gesehen ist nicht immer ein eigener Gleiskörper nötig, um eine behinderungsarme, zügige Fahrt der Straßenbahn abzusichern.

Natürlich ist bei der chemnitzer Großräumigkeit ein besonderer Bahnkörper meistens die angemessenste Lösung – meistens, aber nicht immer.

So schwebt mir auf der Leipziger vor, dass die Straßenbahn am Leipziger Platz stadtauswärts auf die allgemeine Fahrbahn geleitet wird – bei der Haltestellenausfahrt ampelmäßig vor den MIV gesetzt ist sie dann etwa bis Gottfried-Keller-Straße Pulkführer auf dem linken Fahrstreifen und geht dann zwanglos auf einen eigenen Bahnkörper über; stadteinwärts umgekehrt. Das schiene mir im Sinne der Straßenraumstruktur günstiger, als die von der Bergstraße kommende Baulinie zu stören.

Für Chemnitz wäre das eine neue Lösung, global gesehen aber keine Innovation.
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Alt 18.09.18, 15:02   #934
InderSonne
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InderSonne sitzt schon auf dem ersten Ast
Meinst du mit Leipziger Platz die Kreuzung Leipziger Straße / Hartmannstraße?
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Alt 18.09.18, 17:06   #935
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Straßenbahn Leipziger Straße

Zitat:
Zitat von InderSonne Beitrag anzeigen
Meinst du mit Leipziger Platz die Kreuzung Leipziger Straße / Hartmannstraße?
Nein. Von da unten hoch ist auch erstmal eindeutig genug Platz für zwei Fahrstreifen je Richtung und einen eigenen Bahnkörper bei immernoch angemessen großzügigen Seitenräumen – jedenfalls seit den Abrissen und Neubauten der letzten Jahrzehnte.

Der Leipziger Platz ist der von Winkler-, Berg- und Leipziger Straße. Mir schwebt wie angedeutet vor, auf bzw. an diesem Platz eine Haltestelle zu haben (vgl. Stadlerplatz!) und von da nordwärts die Straßenbahn ampelgeordnet bis zur nächsten Haltestelle auf der allgemein Fahrbahn zu haben, zugunsten von Baulinien und zwei Fahrstreifen je Richtung.
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Alt 20.09.18, 11:35   #936
arnold
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arnold ist im DAF berühmtarnold ist im DAF berühmt
"Die 5-Jahres-Pläne der DDR waren nichts gegen die heutigen Planungshorizonte."

Ich war die letzten drei Tage in Istanbul zu einer Konferenz zum neuen Flughafen in Istanbul. Dieser Flughafen wurde innerhalb von fünf Jahren durchgepeitscht - unter Nichtbeachtung lokaler Akteure, Anwohner, Grundstückseigentümer und der Umwelt. Ich bin froh, dass Bauprojekte in unseren Breiten oft mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen - schon allein um all diese Probleme auf eine demokratische Art und Weise zu lösen und nicht autokratisch. Von daher halte ich deinen Einwand für ausgesprochen kurzsichtig.

Der Straßenabschnitt zwischen Leipziger Platz und Küchwald ist doch schon seit längerer Zeit auf eine (?) Fahrbahn reduziert. Ob das etwas mit den Arbeiten der Straßenbahn zu tun hat? Generell begrüße ich die Führung der Straßenbahn in Mittellage: Zum einen halte ich es für die attraktivere Variante. Zum anderen reduzieren die Fußgängerüberwege/ Fußgängerampeln die Geschwindigkeit in diesem Abschnitt. Davon kann die Leipziger als Wohnstraße nur profitieren. Im unteren Teil wird es wohl aufgrund der bereits in den 90er-Jahren geschaffenen Voraussetzungen auf die Seitenlage hinauslaufen. Für mich eher eine unbefriedigende Lösung....

Davon abgesehen: Kennt zufällig jemand Bilder der Leipziger Straße aus den frühen 90er Jahren? Mich würde interessieren, wie geschlossen die Bebauung hier noch war.
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Alt 20.09.18, 14:59   #937
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Straßenbahn Leipziger Straße

Zitat:
Zitat von arnold Beitrag anzeigen
Der Straßenabschnitt zwischen Leipziger Platz und Küchwald ist doch schon seit längerer Zeit auf eine (?) Fahrbahn reduziert.
Wenn ich die Begriffe richtig verstehe, gibt es da zwei Richtungsfahrbahnen mit je zwei durchgehenden Fahrstreifen. Zwischen den Richtungsfahrbahnen befindet sich überwiegend einen Mittelstreifen, nur durch Markierung auf dem Boden.

Zitat:
Zitat von arnold Beitrag anzeigen
Ob das etwas mit den Arbeiten der Straßenbahn zu tun hat?
Auch wenn die Leipziger Straße zwischen Hartmannstraße und Leipziger Platz derzeit die Vorstellung einer Straßenbahn in Seitenlage vermittelt: Wenn dort eine Straßenbahn gebaut wird, dürfte zwischen westlicher und östlicher Hausfront kaum ein Stein auf dem anderen bleiben. Der Straßenbahnbau wird als Gelegenheit zur Kompletterneuerung der Straße genutzt werden – was sich wegen des Leitungsverlegungs- und Anpassungsbedarfs für die Straßenbahn aufdrängt. Von daher ist der aktuelle Zuschnitt kein Präjudiz für die eine oder andere zukünftige Gestaltung.

Ich bin dort natürlich ebenfalls für die Straßenbahn in Mittellage, weil das das Gewicht der auf der freien Strecke 2+2 Fahrstreifen umfassenden Fahrbahn(en) verringert. … vorausgesetzt, es findet sich dazu eine halbwegs stimmige Lösung im Kreuzungsbereich der Hartmannstraße/Leipziger Straße.
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Alt 20.09.18, 19:20   #938
Arwed
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Arwed ist im DAF berühmtArwed ist im DAF berühmt
Für den Abschnitt auf der Hartmannstrasse ist die Führung in Seitenlage die Vorzugsvariante der Planer. Für dieses Stück fände ich diese Variante so auch besser, weil man die Straße nicht aufdehnt und die Stadtbahntrasse dem Vorplatz der künftigen Schule optisch zuordnet. Die Schüler kommen dann auch direkt zum Gebäude ohne über eine Straße zu müssen. Wie das für die Leipziger Straße aussieht, habe ich keine Ahnung und Meinung.
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Alt 20.09.18, 21:50   #939
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Straßenbahn Leipziger Straße

Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
Für den Abschnitt auf der Hartmannstrasse ist die Führung in Seitenlage die Vorzugsvariante der Planer.
Das leuchtet in gewisser Hinsicht ein.

Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
Für dieses Stück fände ich diese Variante so auch besser, weil man die Straße nicht aufdehnt und die Stadtbahntrasse dem Vorplatz der künftigen Schule optisch zuordnet. Die Schüler kommen dann auch direkt zum Gebäude ohne über eine Straße zu müssen.
[Einwurf: Der Gleiskörper ist Teil der Straße. Das ist mehr als eine Spitzfindigkeit.]

Ach, südliche Seitenlage ist gemeint?

Bei der Hartmannstraße westlich der Chemnitz war mir die nördliche Seitenlage als Idee geläufig, denn das geht am Konkordiapark räumlich recht gut auf, in der Beziehung von Hartmannstraße und Limbacher Straße.

Ja, in südlicher Seitenlage wären die Schüler der neuen Oberschule besonders günstig versorgt. Dafür hätten allerdings die Schüler der schon vorhandenen Schulen auf der anderen Seite immer die maximale Fahrbahnquerung auf dem Weg.
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Alt 20.09.18, 22:27   #940
Arwed
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Arwed ist im DAF berühmtArwed ist im DAF berühmt
Hannes Kuhnert, ich denke, dass Du verstanden hast, was ich mit Aufweitung des Straßenprofils meinte. Der Asphaltstreifen bliebe wie im Bestand erhalten. Der Gleiskörper (der nach meinen Infos definitiv auf der Südseite geplant ist, wenn es denn tatsächlich eine Seitenlage wird) könnte idealerweise so gestaltet werden, dass er Teil des Schulvorplatzes wird bzw. im westlichen Bereich Teil des Festplatzaufganges.
Du hast natürlich recht, dass die bestehenden Schulen so nicht profitieren würden. Allerdings stehen diese Schulen auch nicht mit der Breitseite an der Straße. Das gilt aber für die neue Schule. Ebenso darf man ja auch nicht den Festplatz vergessen. Hier wird in der Zukunft sicherlich die Bedeutung der Erschließung von Norden über die vorhandene oder gar eine neugestaltete Treppenanlage an der Hartmannstraße steigen. Einzig die Polizei würde ich als Argument für eine nördliche Seitenlage gelten lassen.
Aber es spricht auch ein ganz einfaches Argument für die Südseitenlage, die Entwicklung aus dem Bestand. Man kann so die Tram bauen ohne die Straße groß angreifen zu müssen. Jetzt muss nur noch das Wohnhaus an der Straße weg, dann kann gebaut werden.
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Alt 20.09.18, 23:18   #941
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Straßenbahn Leipziger Straße

Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
Hannes Kuhnert, ich denke, dass Du verstanden hast, was ich mit Aufweitung des Straßenprofils meinte. Der Asphaltstreifen bliebe wie im Bestand erhalten. Der Gleiskörper (der nach meinen Infos definitiv auf der Südseite geplant ist, wenn es denn tatsächlich eine Seitenlage wird) könnte idealerweise so gestaltet werden, dass er Teil des Schulvorplatzes wird bzw. im westlichen Bereich Teil des Festplatzaufganges.
Ja, das Raum-Zusammenhang-Argument ist klar. Das mit der Straße von mir war nur eine Begriffssache.

Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
Du hast natürlich recht, dass die bestehenden Schulen so nicht profitieren würden. Allerdings stehen diese Schulen auch nicht mit der Breitseite an der Straße.
Das ist richtig. Dafür haben sie da eine Grünfläche, die sich günstig mit der Straßenbahn verbinden könnte. Allein von den Schulen her, den nördlichen und der zukünftigen südlichen, seh ich eine Pattsituation der beiden Straßenbahn-Seitenlagen. Ich will mich damit aber gar nicht weiter für das eine oder andere aussprechen.

Ich nehme schlicht zur Kenntnis, dass zumindest unter den Seitenlagen planerisch nur die Südlage im Spiel ist, wie Du schreibst. Für den Festplatz leuchtet das auch unmittelbar ein. Aber wie geht das dann stadtauswärts weiter? Lediglich erträglich erschiene die Südlage am Schloßteichpark. Weiter an der Ermafa-Passage wäre die Südlage bestenfalls ein Kuriosum – kann dort kaum in Frage kommen. Weißt Du, was die Pläne mit Südlage dort vorsehen? Einen Lagenwechsel?

Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
Aber es spricht auch ein ganz einfaches Argument für die Südseitenlage, die Entwicklung aus dem Bestand. Man kann so die Tram bauen ohne die Straße groß angreifen zu müssen.
Da die Straße vollständig erneuerungsbedürftig ist, hat das Nebeneinander kaum Bedeutung als bautechnologischer Vorteil.
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Alt 21.09.18, 07:43   #942
InderSonne
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InderSonne sitzt schon auf dem ersten Ast
Auch Verkehr, aber Fußgänger. Immerhin 28% aller Wege in Chemnitz.
In der Freien Presse wird eine Untersuchung zum Fußverkehr vorgestellt. Ich zitiere: Die Analyse lässt an deutlichen Worten wenig zu wünschen übrig. Sie dürfte so manchem genervten Fußgänger aus dem Herzen sprechen. Allein die "Beobachtungen im und um das Zentrum herum" umfassen nahezu 70Punkte, zumeist kritischer Natur. Da ist die Rede von einer "überaus öden Einkaufszeile, wie sie in südeuropäischen Touristenorten üblich ist" (Komplex Terminal 3 an der Brückenstraße); von Örtlichkeiten, die "wohl nur als städtebauliches Gerümpel bezeichnet werden" können (zwischen Stadthalle und Parkhaus Am Wall) und wiederholt von einer "völlig unverständlichen Wegeführung" (Getreidemarkt, Zugang zum Rosenhof). Über den Falkeplatz heißt es gar, dieser stelle "eine so komplizierte Verkehrsanlage (dar), dass sie im Rahmen dieses Fußverkehrs-Checks nicht sachgerecht beurteilt werden konnte".
Zitat Ende.
Als Fußgängerfreundlich wurde der Rosenhof und der Wall beschrieben. Im Grunde kennen wir alle die Gegebenheiten, und falls mal was umgebaut wird, soll der Fußgänger stärker berücksichtigt werden. Aber bitte den Fußgänger nicht nur als potenziellen Konsumenten betrachten. Sondern auch als Flaneur, oder einfach jemand, der von A nach B möchte.
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Alt 09.10.18, 18:21   #943
lguenth1
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Seit Jahren sind die Pläne der DB AG für den grundhaften Ausbau des sogenannten Chemnitzer Bahnbogens zwischen der Jägerstraße unweit des Dresdner Platzes der Goethestraße am Kapellenberg bekannt, der eine Fahrt mit 160 km/h ermöglichen soll. Auf einer Länge von rund drei Kilometern müssen sieben Brücken über Straßen und Gleise neu errichtet werden, nur der Viadukt über die Annaberger Straße bleibt nach jahrelangem Kampf erhalten und wird saniert. Zum Bauvorhaben gab es kürzlich umfangreiche Informationen, die die Freie Presse wie folgt zusammenfasst (Link, siehe auch DB-Präsentation):
  • Es besteht seit Anfang Juni 2018 Baurecht, auch Einsprüche sind nicht mehr möglich.
  • Der Zeitplan sieht einen Baubeginn im November 2019 vor und einen Abschluss etwa zwei Jahre später vor. Vorbereitende Arbeiten wie das Tieferlegen eines Abwasserkanals auf der Zschopauer Straße zwischen Luther- und Rembrandtstraße beginnen schon im Frühjahr. Die Sanierung des Viadukts kann wegen der nun nötigen Umplanung erst 2022-2025 stattfinden.
  • Zum Bauumfang kann man wohl kurz sagen, dass alles inklusive Gleisanlagen, Brücken, Haltestellen und Stützwänden komplett erneuert wird. Die Kosten betragen 65 Mio. Euro (ohne Sanierung Viadukt).
  • Zugverkehr soll auf einem Gleis weiterhin stattfinden können, es gibt also keine Totalsperrungen.
  • Die Haltepunkte Chemnitz-Süd und Chemnitz-Mitte werden zur barrierefreien Erreichbarkeit mit Aufzügen ausgestattet. Der Aufgang zum Haltepunkt Süd wird von der Südbahnstraße an die Reichenhainer Straße verlegt. Der bisherige Zugang an der Südbahnstraße wird verschlossen und durch eine Natursteinmauer mit Tür- und Fensterattrappen verblendet. Der Haltepunkt Mitte, dessen bisheriges Gebäude verkauft ist, wird an die Stollberger Straße verschoben. Damit verkürze sich der Weg für den Umstieg in Bus und Straßenbahn.
Bezüglich der ebenfalls umstrittenen Abrisse der denkmalgeschützten Brücken im Bahnbogen wird zumindest ansatzweise Rücksicht genommen, indem die historischen äußeren Stahlträger aufgearbeitet und als Blenden wieder angebracht werden. Dies betrifft die Brücke auf der Strecke nach Werdau über die Reichenhainer Straße am Südbahnhof und an der Brücke über die Reichsstraße am bisherigen Haltepunkt Mitte. Diese Brücke soll allerdings gleichzeitig zugemauert werden. Warum man nicht wenigstens die Bahnsteigüberdachungen erhält, erschließt sich mir nicht. Die sind nicht nur eine schöne Erinnerung an alte Zeiten, sondern gegenüber den winzigen Unterständen auch für den wartenden Reisenden ein weit besserer Wetterschutz.

Zum Vergleich mal die entsprechenden Visualisierungen im Vergleich mit dem aktuellen Zustand:

Südbahnhof

Visualisierung: DB Systel GmbH


Foto: Miebner, entmommen von Wikipedia Commons

Chemnitz-Mitte

Visualisierung: DB Systel GmbH






Bilder: (dwt).

Achtung: Es gibt bei Wikipedia übrigens noch keine aussagekräftigen Bilder der Brücke über die Stollberger Straße. Bitte mal Bescheid geben, ob das jemand übernimmt, sonst nehme ich mir das für den nächsten Chemnitz-Besuch vor. Ein bisschen Zeit ist ja noch.
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Geändert von lguenth1 (10.10.18 um 19:58 Uhr) Grund: LInk zu DB-Präsentation und Kosten ergänzt ergänzt
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Alt 09.10.18, 20:21   #944
(dwt).
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^ Danke für deine Ausführlichkeit..

Ich würde für Wiki da nochmal vorbei schauen.
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((-yt-))
Alle Bilder soweit nicht anders angegeben von (dwt).
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Alt 14.10.18, 15:59   #945
lguenth1
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In der Beschlussvorlage "Festlegungen der Stadt Chemnitz zur Planung des Chemnitzer Modells Stufe 4" (Link) werden auch Hinweise zur geplanten Linienführung gegeben (geplante Bauabschnitte schon hier im Forum vorgestellt):

PFA1_Brückenstraße, Theaterstraße, Hartmann bis Leipziger Straße

Theaterstraße von Falkeplatz bis Hartmannstraße: In Theaterstraße Führung der Straßenbahn in Seitenlage auf der Innenstadtseite, beidseitig gesäumt von Bäumen.

Theaterstraße von Hartmannstraße bis Brückenstraße: Die Führung der Straßenbahn erfolgt in der Seitenlage. Für die Fahrgäste entstehen kurze Wege ohne Querung einer Hauptfahrbahn. Auf ein Rasengleis wird verzichtet.

Brückenstraße von Theaterstraße bis Straße der Nationen: In der Brückenstraße wird die Straßenbahn, den Bestand aufgreifend, in Mittellage geführt.

Hartmannstraße von Theaterstraße bis Leipziger Straße: Die Straßenbahntrasse soll aus der Seitenlage des Zentrumringes vorzugsweise in die südliche Seitenlage der Hartmannstraße geführt werden. Durch die Lage auf der Seite der Schmidt-Bank-Passage, des Luxor und der zukünftigen Oberschule am Hartmannplatz werden diese Einrichtungen optimal durch den ÖPNV erschlossen. Für die Fahrgäste und vor allem für die Schüler entstehen kurze sichere Wege ohne Querung der Fahrbahnen.

Der weitere Verlauf ist abhängig von der Sicherstellung der notwendigen Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotenpunktes Reichs-/Leipziger /Hartmann-/Limbacher Straße. Ein Verschwenk von der südlichen in die nördliche Seitenlage ist im Bereich Kaßbergstraße/Bergstraße denkbar.

PFA2_Leipziger Straße von Hartmannstraße bis Wittgensdorfer Straße (Höhe Eissportkomplex)

Hierfür liegt eine Vorplanung aus dem Jahr 2002 (Überarbeitung 2010) vor, die in einem breiten Abstimmungsprozess erarbeitet wurde. Dieser folgend sollte die Straßenbahntrasse von der Hartmannstraße bis zur Bornaer Straße in der nördlichen Seitenlage geführt werden.

In den weiteren Abschnitten spielt die Lage der Trasse keine so große Rolle, da sie eher im Grünen liegen (abgesehen von dem Teil in Limbach-Oberfrohna).
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