Leipzig: Ring-Messehaus und Entwicklung nördliches Zentrum

  • Ich bin dort heute extra nahe an die mich ebenfalls anziehende rote Wand herangetreten und konnte an einigen noch offenen Ecke feststellen: Eine Art Grundierung ist es, allerdings im Kern der wärmedämmenden Art - nämlich eine dicke Schicht Mineralwolle, die offenbar bereits für den Putz vorbereitet ist.


    Übrigens ist im Hinterhof der terassenförmige Anbau fertiggestellt bzw. hat sein Gerüst verloren, ich bemühe mich um einen Fotobeweis und halte mich bis dahin mit einer Bewertung zurück...

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    Ansicht von unten



    und oben.





    Um nochmal auf die Reklame zurückzukommen...

    Nun ja, man kann dem Betreiber kaum vorwerfen, hier nicht von vorne herein ehrlich gewesen zu sein

    Nunja, die Haltekonstruktion wurde schon ein wenig unterschlagen. Besonders ärgerlich, dass sie nicht wenigstens auf der Rückseite angebracht wurde
    und die Schrift dann wie zuvor mittig auf dem Dachfirst gestanden hätte. Durch den Schatten fällt sie bei Sonne noch unangenehmer auf, wie auf diesem Bild bereits zu sehen war:




    Zumindest das hätte vermieden werden können und beeinträchtigt den auch jetzt schon beeindruckenden Anblick des neuen Daches doch erheblich.

  • Auf die Versilberung der Fassade wird orange Dämmung angebracht, die dann verputzt wird.




    Sieht man schlecht durch die Gerüstnetzplanen, aber beim letzen Bild ist es zu sehen.

  • Die Rückseite ist jetzt komplett ohne Gerüst. Der Eindruck ist angesichts der städtebaulich unwichtigen Bedeutung im geschlossenen Karree okay.


    Ebenso zeigt sich die rekonstruierte Dachlandschaft am Ring. Wie schon gesagt sieht der unpassende Schriftzug nebst unansehnlichem Gestell wirklich nicht dufte aus. Aber das ist jetzt ein bisschen Jammern auf hohem Niveau, denn die Wiederherstellung des historischen Daches ist schon beeindruckend. Auch die Blechverkleidung, sonst meist als störend und minderwertig empfunden, passt hier ganz gut. Hier noch einmal die bekannte Chronik des Ring-Mesehauses im Wandel der Zeit.


    Ich denke, dass in den nächsten zwei bis drei Wochen die Gerüste komplett fallen werden.


    Zwei Bilder von heute Vormittag:




    Bilder: Cowboy

  • Der Travel 24 Schriftzug ist auf dem Dach noch durch 2 silbere eränzt wurden, da fällt es nicht mehr so auf mit der Verschattung! :)

  • Und die beiden Tags sind weg. Sehr schön! Die rekonstruierte Dachlandschafft - auch das Eckhaus hatte ja lange nur ein Notdach- ist gut für das Stadtbild.


    Wer wird das Hotel denn betreiben?

    Einmal editiert, zuletzt von Stahlbauer ()

  • Die Vicus AG Group hat lt. HP das Ringmessehaus "als Forward Deal [...] in Form eines Share Deals" von der Travel24 gekauft.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, tritt die Übernahme dann erst bei Fertigstellung und Erfüllung evtl. weiterer Bedingungen (Restmängelbeseitigung, Einnahmengenerierung o.ä.) in Kraft. Und da es ein Share Deal ist, wird das Hotel wohl der Vicus AG gehören, aber von Travel24 betrieben werden. Ich hoffe, dass war jetzt nicht allzu falsch.


    Laut Artikel soll Mitte 2017 Eröffnung sein.


  • Wie schon gesagt sieht der unpassende Schriftzug nebst unansehnlichem Gestell wirklich nicht dufte aus. Aber das ist jetzt ein bisschen Jammern auf hohem Niveau, denn die Wiederherstellung des historischen Daches ist schon beeindruckend. Auch die Blechverkleidung, sonst meist als störend und minderwertig empfunden, passt hier ganz gut.

    Das stimmt, und vielleicht setzt es mit der Zeit noch etwas Patina an...
    Mit der nervigen Werbung werde ich mich aber nicht anfreunden können - vor allem, weil sowas absolut unnötig und vermeidbar ist.
    Im Gegensatz zu anderen Problemen fallen hier ja noch nicht mal weitere Kosten an und das Projekt wäre mit Sicherheit nicht am Wegfall
    oder zumindest dem Versatz auf den Dachfirst gescheitert...


    Bilder von heute:







    (ich würde so gerne mal mit einem Magischen Radiergummi bewaffnet durch die Stadt gehen... :D)

  • Die Werbung ist ärgerlich, aber egal. Was für ein tolles Gebäude, was für ein städtebaulicher Gewinn. Jetzt wo die Gerüste fallen, wird deutlich, wie wichtig die Sanierung war, welch große Bedeutung der Dachrekonstruktion zukommt. Es gibt in Deutschland eben kaum noch Städte, wo man diese Aha-Erlebnisse überhaupt haben kann, wo man solche Ensembles überhaupt bewundern kann.


    Leipzig kann unglaublich glücklich sein, einen derart tollen Bestand an Altsubstanz zu haben und noch glücklicher, dass man doch noch so vieles retten konnte, bei dem vor 10 Jahren noch der Abrissgeier zu landen drohte. Ich bin ob der Wirkung des Ensembles schlicht begeistert!

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    Inwiefern Städtebaulicher Gewinn? Es hat sich doch in der Hinsicht nichts geändert außer einer guten Vollsanierung. Es wurde sogar eher abgewertet durch den Schriftzug, somit ist es am Status Quo gemessen ein Städtebaulicher Verlust, wenn auch ein hinnehmbarer. Ich bin froh über die Rettung des Gebäudes, etwas anderes wäre eine Städtebauliche Katastrophe.

  • Diese Fotos dürften erkennen lassen, dass mit der Rekonstruktion der Dächer ein städtebaulicher Gewinn verbunden ist:



    Bundesarchiv Bild 183-C0911-0010-015, Leipzig, Ringmessehaus, Straßenbahnen [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], von Koch, Heinz; Kluge, Wolfgang, vom Wikimedia Commons



    Bundesarchiv Bild 183-62500-0031, Leipzig, Ringmessehaus [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], von Krueger, vom Wikimedia Commons




    Bundesarchiv Bild 183-48708-0003, Leipzig, Ringmessehaus, Hotel International [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], von Banjack, vom Wikimedia Commons



    Wenn das Hotel von einem anderen Betreiber übernommen wird, kann die Stahlkonstruktion wieder zurückgebaut werden.:D

  • Was ist eigentlich mit Dir los, Whywolf? Empfindest Du ein befriedigendes Gefühl, wenn Du entgegengesetzte Meinungen zur Mehrheit vertrittst? Ich kann Dir, wie so oft, auch hier überhaupt nicht folgen. Worin besteht für Dich (abgesehen von dem Schriftzug, der vielleicht sowieso kein langes Leben hat) denn eine Verschlechterung zum Vorzustand? Laut den Fotos handelt es sich doch um eine blitzsaubere Rekonstruktion des Originalzustandes. Ich zumindest finde es sehr schön, wie die drei steilen Ziegeldächer wieder zusammen wirken.
    Wenn ich wirklich ein Haar in der Suppe finden müsste, dann ist das der weitgehende Abriss des Hofflügels mit den Messehallen, die aber wohl in der Form wohl leider wirklich niemand mehr gebrauchen konnte. Das tut der Wirkung des Kopfbaus am Ring aber nun wirklich keinen Abbruch.

  • Was ist eigentlich mit Dir los, Whywolf? Empfindest Du ein befriedigendes Gefühl, wenn Du entgegengesetzte Meinungen zur Mehrheit vertrittst?


    Erwartest Du hier wirklich eine Antwort? Selbige hat er mit dem Begriff „Postkartenanbeter“ doch schon selbst gegeben was er von anderen Usern hier hält.


    Ungeachtet dessen ist das Ergebnis natürlich ein Gewinn fürs Stadtbild inkl. der historisch korrekten Reihung der Fenster. Der über dem fertigen Produkt thronende Makel in Form der Hotel-Werbung ist vernachlässigbar und kann, wie bereits geschildert, perspektivisch behoben werden. Sollte irgendwann das Hochhaus schräg gegenüber stehen und evtl. noch der Parkplatz vorm jetzigen Naturkundemuseum ansprechend bebaut sein, wird dieser Stadtraum noch urbaner und ich gehe davon aus auch noch attraktiver wirken.

  • ^ Natürlich hat sich mit der Wiedererrichtung des Walmdachs auch das Baukörpervolumen und damit die städtebauliche Präsenz immens verändert. Neben den gezeigten Bildern ist das auch in diesem Beitrag von Cowboy gut zu sehen.


    Ansonsten finde ich die Beschwerden über die Werbetafel angesichts des zur Erbauungszeit in Leipzig üblichen Werbewusts weiterhin übertrieben.

  • Zitat von Whywolf Larry

    Man sollte natürlich Architektur und Städtebau ausseinanderhalten können bevor man sowas raushaut. Typisches Postkartenanbetertum.


    Und an dem Foto gemessen ist es tatsächlich ein Architektonischer Verlust mit den neuen Fenster-Reihen.


    Um auch mal klugscheißen zu wollen: Deine neuen Fensterreihen (ohne Deppenbindestrich) nennt man in der Architektur "Fensterachsen", weil sie in senkrechter Ausrichtung erfolgen. Es ergibt überhaupt keinen Sinn, diese verschlossen zu lassen - weder in architektonischer noch in funktionaler Hinsicht.


    Und die Wiederherstellung des historischen Daches stellt natürlich auch eine städtebauliche Veränderung dar.