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Alt 27.05.17, 16:09   #196
Chris1988
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Auch von mir noch ein paar abendliche Eindrücke vom Zwinger mit Pomeranzen.







Hinter dem Glockenspielpavillion, links historisch, rechts modern.
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Alt 31.05.17, 16:54   #197
Elli Kny
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3 Baustellen am Theaterplatz


Semperoper Seitenportal-Süd



Baustelleneinrichtung für Augustusbrücke auf Ex-Parkplatzfläche des Theaterplatzes
- ist das nun mehrjährige Touristenförderung?

^ Immerhin versuchte sich ein Künstler aus dem Strassen- und Tiefbauamt an einer kleinen bildlichen Aufhübschung, was logischerweise etwas in die Hose ging...


Sanierung Gemäldegalerie Alte Meister - Westflügel

Den Bauzaun zieren spezielle Bildmotive - folgendes Bild: rechts unten ist wohl August der Starke gemeint


^ um in Deutschland etwas zu "schützen", muss man es erstmal zerstören bzw erstmal "asphaltierend abdeckeln"... nunja.
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Alt 02.06.17, 00:57   #198
Rundling
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Rundling braucht man einfachRundling braucht man einfachRundling braucht man einfachRundling braucht man einfachRundling braucht man einfachRundling braucht man einfach
Zunächst ein Bild vom "Frühling im Dresdner Zwinger"...


Rudolf Poeschmann, 1910.
größer

...und anschließend eine Frage bezüglich der Bäumchen in ihren gestreiften Kübeln:
Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?
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Alt 02.06.17, 13:03   #199
rhdd11
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Zitat:
Zitat von Rundling Beitrag anzeigen
Auf einigen Bildern fügen sich die Töpfe gut ins Gesamtbild ein, auf anderen - insbesondere wenn sie von nahem zu sehen sind - drängen sie sich aufgrund der Kontrastbemalung doch ziemlich in den Vordergrund und lenken zuviel Aufmerksamkeit auf sich.
Wie wirkt das, wenn man es sich nicht nur auf Bildern sondern vor Ort anschaut?
Ich finde sie unaufdringlich. Der normale Blickwinkel geht deutlich drüber hinweg. Aus der Perspektive eines Kleinkindes ist das möglicherweise anders.
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Alt 12.06.17, 10:18   #200
BautzenFan
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Das 1. Vorzimmer der Paradesuite (zwingerseitiger Raum unmittelbar südlich des Eckparadesaales) wird bekanntlich nicht ganz in der Ausstattung wiederkommen, die aus diversen Vorkriegsfotos bekannt ist. Statt der hier seit etwa 1760 angeordneten *Chinesischen Banden“ (12 wertvolle Panneaustreifen in Seidenwirkerei mit Chinoiserien) wird man hier geometrisch analoge Bildteppiche anbringen, auf denen blumenumrankte Säulen dargestellt sind (jeweils 3,3 m lang, 60 cm breit). Den Auftrag für deren Wiederherstellung hatte die altehrwürdige spanische Teppichmanufaktur *Real Fábrica de Tapices* in Madrid erhalten. Diese Firma hat nun einen hochinteressanten Videobeitrag ins Netz gestellt, in dem chronologisch (beginnend mit dem Färben der Fäden) der Herstellungsprozess dargestellt wird. Zur gedanklichen Anbindung hier die Visualisierung des Raumes (von Oktavian im aph gepostet): Klick

Und auch das hier sollte man sich vor dem Anschauen des Videos zu Gemüte führen:

Zitat:
Der Auftrag aus Dresden war eine Herausforderung für die Königliche Teppichmanufaktur, die seit Ende des 19. Jahrhunderts in einem eher unscheinbaren Neomudéjarbau in der Nähe der Madrider Altstadt untergebracht ist. „Seit vielen, vielen Jahren ist nicht mehr in so feiner Qualität gearbeitet worden“, sagt Pilar Felguera. Die Kettfäden aus Leinen, in die sie die farbigen Schussfäden aus Seide, Gold, Silber und Wolle am Hochwebstuhl hineinwirkte, lagen etwa um ein Drittel dichter beieinander als bei gewöhnlichen Wandteppichen. Was eine Präzisionsarbeit ohnegleichen erforderte.
Fädchen um Fädchen baute Felguera gemeinsam mit einem Kollegen das Bild auf, täglich wuchs es gerade mal um ein oder zwei Zentimeter. „Allein für die goldene Krone habe ich zwei Monate gebraucht“, sagt Felguera.
Quelle: http://www.fr.de/panorama/spanien-fa...dchen-a-306449
Nun aber zum Video (etwa 10 min lang). Spätestens ab 6:10 gehe ich anbetend auf die Knie - Das sind keine Handwerker (nichts gegen Handwerker) - das sind Künstler.
https://vimeo.com/86006993
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Alt 26.07.17, 00:13   #201
Elli Kny
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Altan im Grossen Hof des Residenzschlosses - aktuell

Schlossbaukonifere BautzenFan bat nach kleiner Privatkorrespondenz um einen aktuellen Blick.
Diesem komme ich natürlich gerne nach, wobei ich die Einordnung der mutmaßlichen Sachlage dem Fachmenschen überlasse.
Es liegt hier wohl eine etwaige Bauverzögerung vor, die ggf weitere Termine tangiert.
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Alt 26.07.17, 12:55   #202
BautzenFan
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Danke für die prompte Lieferung, Elli. Meine Neugierde über den aktuellen Stand am Altan resultierte aus einer Terminvorgabe im Ausschreibungsanzeiger (veröffentlicht Mitte April 2017). Demnach sollte die nunmehr anstehende Bauleistung *Ausgleichsputz Altan* Anfang Juni starten und am 30. Juni 2017 abgeschlossen sein. Dabei geht es um die Herstellung einer ebenen Fläche im Bereich der später zu bemalenden Altan-Rückwand.

Der weitere Bearbeitungsprozess für die Ausmalung an sich wurde von Matthias Zahn, einem der Künstler, Mitte Januar 2017 wie folgt dargestellt:
- Fertiggestellt ist das 1:10-Modell (in den Konturen – noch nicht farbig);
- für die anschließende farbige Gestaltung des 1:10 - Modells sind noch viele Details zu erarbeiten;
- danach folgt die Herstellung der 1:1- Kartons (es geht um Bildfelder von fast 20 m Länge und 5 m Höhe – diese Arbeiten werden in der Schlosskapelle durchgeführt, ist wohl der einzige nahe gelegene Raum mit dem dafür notwendigen Platz)
- außerdem sind vorbereitend noch viele Putzproben in situ erforderlich.
Letzteres resultiert aus der Maltechnik (Fresken – heißt die Farbe wird in den frischen Putz eingebracht). Auf den Ausgleichsputz wird dann also in kleinen Segmenten (jeweils ein Tagesprogramm für die Maler) noch eine weitere Putzschicht aufgebracht.

Da man aber offensichtlich mit dem Ausgleichsputz noch gar nicht angefangen hat, liegt die Vermutung nahe, dass der im Januar 2017 offiziell genannte Fertigstellungstermin für die Altanfresken (nämlich Ende 2019) schon wieder ein Stück „verrutscht“ ist.

Hier noch 2 Bilder von den aktuell laufenden Arbeiten zur Rekonstruktion der Stuckdecke im Turmzimmer:
Tonmodell eines Reihers
Stuckversion eines Adlers

Das Foto hier dürfte ja bekannt sein:
Klick
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Alt 26.07.17, 18:38   #203
Arwed
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BautzenFan, diese Renaissance- Stukkaturen sind wunderschön. Das Turmzimmer wird ganz sicher ein absolutes Glanzlicht des Schlosses.

Zum Bauablauf am Altan:
Es heißt ja nicht zwangsläufig, dass ein späterer Fertigstellungstermin des Unterputzes auch die Herstellung der Fresken mit nach hinten schieben wird. Wenn die Künstler noch in der Werkstatt tätig sind, bleibt ja noch ein Zeitpuffer bevor es eng wird. (Hoffe ich einfach mal!)
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Alt 29.07.17, 13:21   #204
antonstädter
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Residenzschloss am 28.07. (Teil I)

Anbei auch von mir einige etwas unsystematische Eindrücke, die während eines gestrigen Besuches entstanden.

Mittlerweile haben die geöffneten Bereiche einen Umfang angenommen, der den Besucher ob der vielen Eindrücke förmlich erschlägt. Kommen dann noch die bis 2019 fertig zu stellenden Bereiche hinzu, sollte man über die Ausgabe von Drei-Tages-Tickets nachdenken.

Im Historischen Grünen Gewölbe habe ich das Fotografieren tunlichst unterlassen. Daher beginnen wir im Großen Schlosshof.


Westflügel, Hoffassade.




Eingerüsteter Altan.




Nordöstlicher Wendelstein und Hoffassade des Ostflügels.




Portal der Schlosskapelle.




Südöstlicher Wendelstein mit Zwischenflügel (alter Südflügel) und Portal zum Kleinen Schlosshof anstelle des alten Torhauses, J. G. Starcke 1682/83.




Nordwestlicher Wendelstein, Details. Für die Belüftungsanlage wird sich zukünftig wohl hoffentlich eine dezentere Lösung finden lassen...




Detail der Tür zum nordwestlichen Wendelstein. Es folgt der Aufstieg zum Hausmannsturm.




Hausmannsturm:




Blick zum Theaterplatz währen des Aufstiegs.




Uhr zum Großen Schlosshof.




Werk der Turmuhren.




Aktueller Rundblick vom Turm. Theaterplatz und Oper.




Turm der Katholischen Hofkirche, Ministerien am Carolaplatz und Dresdner Heide.




Schloßplatz, Terrassentreppe und Georgenbau, im Hintergrund die Loschwitzer Elbhänge.




Neumarktgebiet, Stallhof und Frauenkirche vor bedrohlicher Wolkenkulisse. Kaum zu glauben, dass hier vor 20 Jahren noch gähnende Leere herrschte...




Mittlerweile fast umbauter Kulturplalast und Türme des Neuen Rathauses und der Kreuzkirche.




Kuppeldach des Kleinen Schlosshofes, Altmarkt, südliche Altstadt und Seevorstadt.




Blick über Postplatz, Zwinger und Schauspielhaus auf die sich reurbanisierende Wilsdruffer Vorstadt.




Bauvorhaben auf dem Postplatz.




Großansicht des Zwingerareals.




Bklick zur Friedrichstadt mit Hafenmühle und die nördliche Wilsdruffer Vorstadt mit Haus der Presse und Yenidze. Es ging wieder abwärts.




Einige Impressionen aus den Innenräumen, mit Schwerpunkt Architektur.

Wohl das bekannteste Stück im (neuen) Grünen Gewölbe: Dinglingers berühmter Thron des Großmoguls Aureng-Zeb.




Original des Moritzmonumentes im Renaissancesaal des Ostflügels.




Im Georgenbau sind die originale Renaissancetür des Schlosskapellen-Portals und Fragmente desselben zu bestaunen.




Leider gibt meine alte Knipse ohne Blitzunterstützung keine gute Belichtung her, und ein Blitzeinsatz war durch die Glastür nicht möglich: Daher ein sehr dunkler Einblick in die Schlosskapelle mit dem grandiosen Schlingrippengewölbe. Auf deren Fertigstellung am Sankt-Nimmerleinstag freue ich mich, abgesehen von der anstehenden Baugeschichts-Ausstellung, am meisten.



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Geändert von antonstädter (29.07.17 um 14:05 Uhr)
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Alt 29.07.17, 13:40   #205
antonstädter
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Residenzschloss am 28.07. (Teil II)

Beginnen wir mit einigen Ausblicken aus dem Riesensaal auf das lebendige Treiben in der wiederentstandenen Schloßstraße.






Englische Treppe:






Kleiner Schlosshof:




Kulkas Kuppeldach. Eine wie ich nach wie vor finde grandiose Lösung des Foyer-Problems, welches ursprünglich unterirdisch unter dem Großen Schlosshof angelegt werden sollte.








Original erhaltene Renaissance-Arkadengänge mit Zerstörungsspuren im Kleinen Schlosshof.






Georgbrunnen im Kleinen Schlosshof.



Zu guter Letzt freigelegte bauliche Reste im Inneren des Bärengartenflügels. Originale Sgraffitodekoration des alten Süddflügels, heute Zwischenflügel zwischen Großem und Kleinem Schlosshof. Die einst freistehende Südfassade wurde durch den Bärengartenflügel in den Gebäudekomplex eingefügt.




Kupferstich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" von Gabriel Tzschimmer (SKD). Der Pfeil markiert die Lage des freigelegten Fassadenteils.




Äußere Fassade des teilweise noch vorhandenen Verbindungsganges am Bärengarten zu einem wohl von Wolf Caspar von Klengel errichteten kurzebigen Erweiterungsbau. Charakteristisch für Klengel wäre das ovale Fenster.




Auch hier ein Stich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" (Pfeil zeigt Fotorichtung), rechts angeschnitten der besagte Klengelsche Bau. Frage an die Experten: Gibt es mittlerweile eigentlich genauere Informationen zum Zweck und Nutzen des kurzlebigen Gebäudes?

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Alt 30.07.17, 12:12   #206
BautzenFan
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Zitat:
Zitat von Arwed Beitrag anzeigen
BautzenFan, diese Renaissance- Stukkaturen sind wunderschön. Das Turmzimmer wird ganz sicher ein absolutes Glanzlicht des Schlosses.
Hier ist noch ein weiteres Foto (entstanden Ende 2016 oder Anfang 2017), das einen etwas größeren Bildausschnitt der zur Zeit rekonstruierten Stuckflächen erfasst:
Klick


Zitat:
Zitat von antonstädter Beitrag anzeigen
Auch hier ein Stich aus der "Durchlauchtigsten Zusammenkunft" (Pfeil zeigt Fotorichtung), rechts angeschnitten der besagte Klengelsche Bau. Frage: Gibt es mittlerweile eigentlich genauere Informationen zum Zweck und Nutzen des kurzlebigen Gebäudes?
Die Frage ist nach meinem Kenntnisstand mit Nein zu beantworten (wie ein gleich folgendes Literaturzitat belegt). Aber dieser Klengelsche Bau beinhaltet, was die Bauhistorie betrifft, noch ein weiteres Rätsel – also ich meine damit für mich. Es geht um die „Interpretation“ von entdeckten älteren Baustrukturen im Inneren des Gebäudes. Diejenigen im EG können ja eindeutig im Kupferstich „wiedergefunden“ werden (siehe das integrierte Bild im obigen Zitat aus dem Beitrag von antonstädter).
Hier für den Vergleich mit dem Kupferstich noch eine eigene Aufnahme:


Es gibt (ähm – es gab) aber auch ältere Baustrukturen in den oberen Geschossen – wie gesagt im Inneren des heutigen Baukörpers. Damit Ihr das mich beschäftigende Rätsel nachvollziehen (und vielleicht lösen) könnt, muss ich kurz die bauliche Entwicklung des Bärengartenflügels darlegen. Die heute bestehende Baumasse entstand im Prinzip in 3 Phasen – von Ende des 16. Jahrhunderts bis zum frühen 18. Jahrhundert (spätere Umbauten, zum Beispiel im Dachbereich und vorrangig während des großen Schlossumbaus unter Dunger und Frölich lasse ich hierbei mal außen vor, weil für die konkrete Problemstellung unwichtig).

Nach Fertigstellung des Moritzbaus bestand im Bereich des heutigen kleinen Schlosshofs bis in das späte 16. Jahrhundert so eine Art Vorhof, der an der Ost- und Westseite aber nicht baulich gefasst war. Dann kam die Regierungszeit von Christian I. und unter seiner Bauherrenschaft vollzog sich Bauphase 1.

Zitat:
Gleichzeitig mit dem Torgebäude wurde am westlichen Ende des Kleinen Schlosshofs unter Leitung Buchners ein zweites [Anm.: mit dem ersten ist das besagte Torhaus an der Schlossstraße gemeint] würfelförmiges Gebäude von zwei Geschossen mit flachem Dach geschaffen. Es diente als Brunnenhaus und besaß in seinem Obergeschoss eine Badestube. Der im Erdgeschoss gelegene Schlossbrunnen ist heute wieder sichtbar.
Quelle: L1
Bauphase 2 (die Klengel-Ära) ist zeitlich in das dritte Viertel des 17. Jahrhunderts einzuordnen:

Zitat:
Unmittelbar südlich an den Gang angelehnt, das alte Badehaus Christians I. am kleinen Schlosshof einbeziehend, errichtete man in dieser Zeit auch einen prächtigen, relativ selbstständigen Bau mit geschweiftem Dach und hohen, von ovalen Öffnungen überfangenen Fenstern im Obergeschoß. Die markante Architektur dieses nur bis Anfang des 18. Jahrhunderts bestehenden Bauwerks trug deutlich die künstlerische Handschrift Klengels. Bis heute konnte weder die Entstehungszeit noch die Funktion dieses Gebäudes exakt ermittelt werden. Reste seiner Fassaden wurden bei Sicherungsarbeiten in der Schloßruine entdeckt.
Quelle: L2
Bauphase 3 erfolgte unter August dem Starken einige Jahre nach dem Schlossbrand von 1701. Jetzt kam es zu einer baulichen Erweiterung (in Bezug auf den Baukörper des Klengel-Baus) in Richtung Westen (damit geriet die westliche Außenmauer von Klengel in das Innere) und in Richtung Norden (Herstellung des baulichen Anschlusses an die Südmauer des Moritzbaus):

Zitat:
Ein westlich des Kleinen Schloßhofes befindlicher Bau aus Klengelscher Zeit wurde nunmehr mit dem Südflügel auch im Obergeschossbereich verbunden [Anm.: dies die bauliche Erweiterung in Richtung Norden] und zu einem größeren Saal umgebaut. Neben diesem entstand durch Hinzufügen eines Anbaues [Anm.: bauliche Erweiterung in Richtung Westen] ein weiterer Saal ähnlichen Raumvolumens.
Quelle: L3
Diese beiden neuen Säle reichten jeweils über 2 Geschosse und sollen fensterreich gewesen sein.
Kommen wir nun aber endlich zu meinem Mysterium. Die nachfolgenden beiden Bilder sind „Schnappschüsse“ aus der filmischen Dokumentation *Von der Ruine zum Richtfest*, die 1994 vom Sächsischen Finanzministerium herausgegeben wurde. Der Kameramann stand im 1. OG des Bärengartenflügels und hielt seine Kamera (1. Bild) in Richtung Osten:



Damit man sich die Blickperspektive besser vorstellen kann, hier noch ein zweites Bild aus der Dokumentation. Die Kamera ist ein Stück nach „rechts“ geschwenkt, Blickrichtung ist jetzt fast Südosten:



Die mit 1 bis 3 bezeichneten Architekturelemente, die man durch die Fensterhöhlen an der im Hintergrund befindlichen Fassade erkennt, habe ich an einem aktuellen Foto analog markiert:


Von User:Kolossos - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7528599

Die Mauer mit den betreffenden Strukturen sieht man aus diesem Foto aus der fotothek in wesentlich besserer Auflösung (Foto kann drastisch vergrößert werden; nach dem Öffnen einfach draufklicken):
http://fotothek.slub-dresden.de/foto...080013_060.jpg

Meine Frage: Wie und wann sind die (später zugemauerten) Öffnungen entstanden??? Es handelt sich ja wohl eindeutig um ehemalige Fenster. Aber was sollen Fenster in der Trennmauer zwischen 2 barocken Sälen? Die Mauer mit den betreffenden Elementen muss aus der Zeit Augusts des Starken stammen, denn erst in dieser Phase entstand der bauliche Anschluss an den Südflügel des Moritzbaus (man beachte dazu das ganz links befindliche „Fenster“, das allerdings durch eine später eingebaute Türöffnung nur noch zum Teil sichtbar ist). Die einzige Erklärung für mich wäre, dass im frühen 18. Jahrhundert zuerst die Erweiterung des Klengel-Baukörpers nach Norden realisiert wurde und dann erst später die Erweiterung nach Westen – so dass es eine kurze Phase gab, wo barocke Fensteröffnungen im Bereich der alten Klengel-Westmauer erklärbar wären. Das wird aber bei keinem der zitierten Fachautoren auch nur angedeutet, sondern die jeweilige Passage klingt formulierungsmäßig immer so, als ob die betreffenden Baumaßnahmen unter Augst dem Starken in einem Zuge erfolgten.
Hier noch ein Grundriss aus der Zeit um 1830 (ist vielleicht hilfreich):
http://www.deutschefotothek.de/docum.../df_dk_0002649

Zu der Mauer ist noch anzumerken, dass sie leider beim Wiederaufbau des Bärengartenflügels abgetragen wurde.

L1: *Die Rückkehr des Dresdner Schlosses*; Dirk Syndram und Peter Ufer
L2: *Das Dresdner Schloss in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts* (in: Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur); Steffen Delang
L3: *Die Residenz Augusts des Starken* (in: Das Dresdner Schloss – Monument sächsischer Geschichte und Kultur); Norbert Oelsner und Henning Prinz

Ganz zum Schluss, damit es nicht untergeht, vielen Dank antonstädter für die tolle Fotoserie
BautzenFan ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.07.17, 13:00   #207
antonstädter
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Liebe Bautzenfan,

vielen Dank für die wie immer äußerst interessanten Ausführungen. Leider scheint die Zeit des Frühbarocks bezüglich der Umbauten im südlichen Schlossbereich bislang eher dürftig dokumentiert.

Die Video-Schnappschüsse waren mir so unbekannt und die finde ich sensationell. Meine Deutung wäre wie folgt: Die beiden komplett sichtbaren Hochrechteckfenster mit darüberliegenden Ovalfenstern scheinen, vergleicht man mit dem Kupferstich, ja recht eindeutig der Klengelschen Westwand zuzuordnen sein. Die rechten Türöffnungen könnten dann ursprünglich durchaus die dritte derartige Achse gebildet haben.

Der Bereich zwischen dem einzeln stehenden Bau und dem alten Südflügel des Renaissancebaus war ja recht schmal und betrug, vergleicht man mit den vorhandenen Resten des Arkadenanschlusses, etwa eine Fensterachse.


Ich finde Deine These sehr schlüssig, dass man hier recht schnell (möglicherweise noch vor Beginn des 18. Jahrhunderts) allein aus praktischen Gründen einen Anschluss an den Moritzbau hergestellt hat, der in der gleichen Formensprache erfolgte wie der Bestandsbau. Hierauf komme ich, da dies bezogen auf den aktuellen Wiederaufbau genau die Begründung dafür war, das Torhaus an der Schloßstraße wieder zu überbauen (zwecks direktem Anschluss der oberen Stockwerke des Süd- an den Ostflügel) und die ursprünglich vorgesehene Rekonstruktion des Rundtempelchens ad acta zu legen. Leider ist dies aber nicht zu verifizieren, da das dann vorhandene Rundbogenfenster durch die obere Türöffnung zerstört worden wäre.

Eine andere Deutung meinerseits wäre die: Vergleicht man mit dem Kupferstich, so fällt dort beim zweiten Obergeschoss des Klengelbaus ein Überhang genau auf Höhe der Verdachung der Rechteckfenster auf. Man könnte das Ruinenbild auch so deuten, dass dieser Versatz als Teil des neuen Türsturzes fortgeführt wurde, dafür spräche die Gesteinsstruktur des Wandaufbaus: links im Anschluss an das Klengelsche aufgehende Mauerwerk (?) scheinen hier über dem alten Sturz deutlich gröbere Blöcke verbaut. Möglicherweise wurde die Türöffnung erst später verkleinert. Dafür könnte ein Vergleich mit der wesentlich höheren Öffnung im 2. OG sprechen.

Da kann man nur mit Ungeduld auf den zweiten Band der Residenzschloß-Reihe warten. Möglichweise bekommt man dorf ja genau diese Fragen beantwortet. Ist der eigentlich schon absehbar?
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Alt 30.07.17, 13:09   #208
Arwed
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Hallo BautzenFan,
ich bin mir nicht so ganz sicher, ob ich Deine Frage richtig verstehe. Grundsätzlich ist ja die bei den Ruinenfotos sichtbare Wand mit den vermauerten rechteckigen Öffnungen im 1.OG und den vermauerten runden Fenstern im 2.OG eben genau die bei dem Kupferstich sichtbare Fassade von Klengel.
Falls Deine Frage aber darauf abzielt, wann die Lücke zwischen dem Klengelschen Bau und dem alten Südflügel geschlossen wurde (ja, offenbar mit Fenstern, wie der Sturz über der Türöffnung verrät), kann ich Dir leider auch nicht sagen. Meinst Du das?
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Alt 30.07.17, 13:30   #209
BautzenFan
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@Arwed
Die Sache wäre ganz eindeutig, wenn es diesen Fenstersturz ganz links nicht geben würde. Da der Klengelbau nicht direkt an die Südmauer des Moritzbaus anschloss (da gab es einen kleinen Zwischenraum), kann dieser Fenstersturz erst im Rahmen der Erweiterungsbauten unter August dem Starken entstanden sein. Das aber würde bedeuten, dass die Erweiterung der Baumasse nach Westen erst später erfolgte als die Erweiterung nach Norden. Denn wenn das zeitgleich erfolgt wäre, hätte man doch keine Fensterfront mit einem „vierten“ Fenster im Inneren des nunmehr erweiterten Traktes hergestellt. Die Vermutung, dass Bauphase 3 in 2 Schritten erfolgte (mit mindestens mehrjähriger Pause dazwischen), ist aber bei keinem der mir bekannten Fachquellen auch nur angedeutet.

@antonstädter
Ich halte Deine Erklärung für sehr schlüssig. Auf die anderen beiden Bände des Schlosskompendiums müssen wir wohl noch eine ganze Weile warten. Oktavian hatte im APH mal ausgeführt, dass die wohl frühestens 2019 herauskommen werden (und Oktavian hat aufgrund seiner beruflichen Vernetzung ja sicher Insiderwissen). Erscheint mir, wenn ich darüber nachdenke, auch „logisch“. Bis 2019 werden noch etliche hochkarätige Maßnahmen abgeschlossen, die sicher in dem Werk Berücksichtigung finden sollen.
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Alt 30.07.17, 13:35   #210
antonstädter
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Ich ergänze mich gleich mal selbst mit einigen Bildchen vor und während des großen Schlossumbaus.

Aus der SKD-Kollektion stammen die ersten beiden Bilder. Hier der Bärengartenflügel auf einem Kupferstich von Tschirschky (Hersteller), 1859. Man beachte die Einfriedung des Schlossgartens hinter dem alten Komödienhaus, damals Archivgebäude.




Archivgebäude unmittelbar vor dem Abbruch 1888 (Kupferstich um 1900). Man erkennt dahinter die wüste, zusammengewürfelte Dachlandschaft um den Kleinen Schlosshof und den Südflügel vor dem Umbau, entstanden durch die planlosen sukkzessiven Erweiterungen unter Einbeziehung ehemaliger Bürgerhäuser.




Fotos von E. A. Donadini, um 1892 (Deutsche Fotothek). Der Schlossumbau begann am West- und Bärengartenflügel. Wir sehen den bereits fertigen Bärengartenflügel, entstanden aus der Altsubstanz (siehe Fensteröffnungen) und den alten Südflügel im Abbruch.




Hier erkennt man sehr schön die unterschiedlichen Etagenhöhen des wohl aus ehedem unabhängigen Häusern entstandenen Gebäudekomplexes und die zweistöckige Brücke über dem Taschenberg. Ebenso interessant die noch bestehende alte Einfriedung des Schlossgartens hinter dem bereits abgerissenen Archivgebäude, gut zu sehen auf dem ersten SKD-Kupferstich.




Dieser zusammengewürfelte Bauzustand unmittelbar vor dem Umbau, der in den bisherigen Veröffentlichungen leider bislang viel zu kurz kam, interessiert mich neben den Umbauarbeiten nach dem Brand 1701 persönlich mit am meisten. Zwar sind der Schlosshof, der Stallhof und die "Schauseiten" zum Theaterplatz recht gut dokumentiert, vom Süd- und Ostflügel sind mir außer den Donadini-Fotos leider kaum aussagefähige Bilder bekannt.
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