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Alt 05.01.12, 08:33   #1
LE Mon. hist.
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Chemnitz: Contiloch/Neues Technisches Rathaus (in Bau)

Weil wir gerade bei dem Regensburger Bauunternehmer Claus Kellnberger sind:

FP, 05.01.2012
Kellnberger will Conti-Loch bebauen
Innenstadt-Investor plant Park- und Einkaufsgalerie in der ältesten Baugrube von Chemnitz
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel7867257.php

Drei Parketagen mit 600 bis 1000 Plätzen will Kellnberger im Baugrund errrichten, überirdisch soll es "zunächst" (???) zwei bis drei Laden-Etagen geben, in die ein Elektronikmarkt und ein Sportartikel-Anbieter einziehen sollen. Als Zufahrt ist zur Zeit ein Tunnel von der Waisenstraße her unter der Bahnhofstraße vorgesehen.

Da fuer das rund 1,3 Hektar große Gelände des einst geplanten Textima-Forschungszentrums immer ein Ratsbeschluss von 2003 gilt, der dort den Bau einer Skihalle vorsah, ist fuer diese neue Bebauung ein Stadtratsbeschluss notwendig.
Der zuständige Ausschuss berät bereits am 17. Januar über das Projekt. Da die Stadtverwaltung ein beschleunigtes Verfahren vorschlägt, könnte Kellnberger in etwas mehr als einem Jahr eine Baugenehmigung haben - vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt zu.

Babalu ist schwer begeistert: "Nach so vielen Jahren ist eine Bebauung erstmals eine realistische Option", sagte sie auf Anfrage der "Freien Presse". Gerade im Vorfeld der Eröffnung des Hauses der Archäologie sei es wichtig, ein gutes Umfeld für das neue Museum zu schaffen. Mit dem Neubau der Brücke Dresdner Platz sei zudem die Gelegenheit günstig, das gesamte Areal zu betrachten. "Ich würde mich freuen, wenn Investor Kellnberger mit dem Ausschuss zu einer guten Lösung käme", fügte Ludwig hinzu.

Stadtplaner Börries Butenop verweisst ausserdem auf den Sonnenberg. Hier könne eine wichtige Verbindung zur City entstehen, das Gebiet und der Eingang zum Zentrum am inneren Stadtring sowie Zentrumsring ansehnlich werden. Grundsätzlich befürwortet er eine Bebauung: Zur Abrundung der City sei sie richtig und wünschenswert.

Der FP-Artikel beantwortet auch die Frage, warum nach langem Stillstand nun doch Bewegung in die Sache kommt. Die Gelegenheit für einen Eigentümerwechsel und eine Bebauung sei günstig: Über Jahre war das Gelände nicht zu veräußern, weil Grundschulden aus gescheiterten Baumaßnahmen schwer lasteten. Jetzt aber zeichne sich dafür eine Lösung ab, deutet Butenop an. Welche, darüber sei Stillschweigen vereinbart. Nur soviel: "Das Grundstück ist endlich wieder auf dem Markt, die Eigentümerin, die Conti-Galerie-Gesellschaft Chemnitz, ist offensichtlich verkaufsbereit und die Gläubigerbanken würden einer Veräußerung zustimmen."

Butenop ist sich allerdings auch der moeglichen Probleme des Vorhabens bewusst und mahnt bei der Planung des Projektes zu besonderer Sorgfalt. Es müsse genau abgewogen werden, was entsteht, damit eine für Autokunden gut erreichbare Galerie nicht die Entwicklung der Innenstadt mit ihrem Einzelhandel gefährde. Dreh- und Angelpunkt ist der Standort des Conti-Lochs, das nicht mehr zum direkten Stadtkern zählt. Stadtplaner sehen es vielmehr als Erweiterungsfläche für ein wachsendes Zentrum. Stadtrat und Stadtverwaltung wollen neue Einzelhandelsstandorte zunächst auf freien Flächen im Stadtkern schaffen, der abgegrenzt wird durch Brücken-, Theater- und Bahnhofstraße. Dort finden sich mehrere Areale, darunter am Johannisplatz und neben dem alten Schocken-Kaufhaus. Lege man das vom Stadtrat zum Schutz des Einzelhandels beschlossene Konzept zu Grunde, dann müssten zudem für die Innenstadt weniger gewollte Nutzungen wie Vergnügungsstätten, Spielhallen, Tankstellen und Baumärkte ausgeräumt werden. Die Lage stelle auch besondere Anforderungen an die Architektur, unter anderem wegen des benachbarten denkmalgeschützten Kunstgewerbehauses.

Kellnberger sichert dies natuerlich alles zu. Nach seiner Ansich gefährdeten die avisierten Geschäfte nicht den Handel im Stadtkern. Für die unter der Erde versteckten Parkplätze, insbesondere für Einheimische und Pendler, gebe es zudem Bedarf, sagt der Investor und verweist auf Schätzungen der Stadtverwaltung, die Potenzial für weitere Dauerstellflächen im Zentrum sieht. Und die Lage sei ein Plus für die Innenstadt: "Von dort ist es ein Katzensprung zum Archäologiemuseum und zur City. Wer zum Conti-Loch kommt, kommt auch ins Zentrum."

Sollte die Bebauung des Contilochs, die uns sicherlich noch intensiver beschaeftigen wird, einen eigenen Thread hier im Forum bekommen?
LE Mon. hist. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.12, 10:56   #2
rotwang
 
Beiträge: n/a
Das sich bzgl. des Contiloches etwas tut, ist sehr positiv. Auch das man schon von der Wichtigkeit einer entspr. Architektur spricht.
Dass, das Gebäude nur zwei Geschoss hoch werden soll, ist keine gute Nachricht. Das würde überhaupt nicht passen. (für B3 und B6 gab es diese Diskussion eine Zeit lang aucheinmal)
Vielleicht sollte man jetzt, wo das Grundstück zum Verkauf steht, das Grundstück erst einmal anbieten und schauen was evtl. andere Investoren vorschlagen.
Vielleicht kann man auch darüber sprechen ob das riesige Grundstück unbedingt auf einmal bebaut werden muss, wenn der Bedarf für Gewerbeflächen zur Zeit nicht ausreicht um das Ganze 5 Geschoss hoch zu bauen.
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Alt 05.01.12, 18:44   #3
rotwang
 
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Der Beitrag aus der Freien Presse von heute:

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel7867257.php

Sachsen Fernsehen hat mit Herrn Kellnberger gesprochen:

http://www.sachsen-fernsehen.de/defa...61#commentform

Ich hoffe, der Stadtrat schaut sich das genau an. Ich kann ja verstehen, dass viele das Loch aus dem Stadtbild haben wollen. Ein zwei-Geschosser auf 1,3 ha passt sicher nicht zur 5 - 6 geschossigen Umgebungsbebauung und ist auch kein Beitrag zur Innenstadtgestaltung. Der Bebauungsplan für die Innenstadt sieht dort ja nicht für umsonst ein Gebäude in der Traufhöhe der Umgebungsbebauung vor. Herr Kellnberger ist sehr clever. Er will in die bereits vorhandene Baugrube ein Renditeobjekt in Form einer Tiefgarage setzen und oben drauf noch zwei Geschoss für Großmärkte. Jeder Investor, der wirklich einen Beitrag zur Entwicklung der Chemnitzer Innenstadt leisten will, weiß, dass so einen Bau, die Chemnitzer Innenstadt gerade nicht braucht. Zu sagen, jetzt liegt es nur an den Chemnitzern ob dort gebaut wird ist sehr frech, denn Herr Kellnberger weiß sicher, was auf diesem Baufeld entstehen sollte und warum er das bauen will was er dort bauen will. Wir können uns ja weiter wundern, warum unsere Stadt als Großstadt nicht ernst genommen wird.
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Alt 05.01.12, 19:43   #4
John28
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John28 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Eine zweigeschossige Bebauung ist natürlich kein architektonisches Highlight, aber nach den vielen Jahren kann ich dieses Stück Chemnitz nicht mehr ertragen und bin über fast jede Bebauung dankbar.

@rotwang

Ich gebe dir mit deinem letzten Satz vollkommen recht, aber "unser Contiloch" war in den letzten Jahren leider auch oft ein negativer Aufhänger über unserer Stadt in diesem oder jenen Artikel. Als wirklich besser wird's nicht, wenn das Loch bleibt.
John28 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.01.12, 20:20   #5
rotwang
 
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Das Conti-Loch soll ja auch nicht bleiben. Wenn der Stadtrat vorgibt, was man sich dort für eine Bebauung vorstellt, wird sich sicher ein Investor finden, der das umsetzt. Der Eigentümer des Grundstückes wird sich ins Zeug legen das Areal los zu werden und dementsprechend aktiv werden. Die Stadtverwaltung weiß seit ca. einem halben Jahr, dass die Eigentumsverhältnisse des Conti-Loches geklärt sind.
Mit "Hauptsache etwas" kommt Chemnitz nicht weiter.
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Alt 06.01.12, 23:33   #6
rotwang
 
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Contiloch

Anbei der Link zur Beschlussvorlage für den 17.1., Kurz zusammen gefasst:
Bebauung min. 15 m hoch, 3 - 6 Geschoss, Orientierung an der Umgebungsbebauung, Bebauung an der Waisen-/Bahnhof-/Dresdner Straße soll dort straßenbegleitend sein, im EG soll gewerbliche Nutzung sein
man möchte einen Bezug zu dem in den letzten Jahren entstandenen Biotop mit umgesetzt sehen.

Die Mindesttraufhöhe ist zwar ein wenig zu niedrig für die Umgebungsbebauung aber die Kriterien klingen gut, Laut Presse hat Herr Butenop auch von der Notwendigkeit einer angemessenen Architektur gesprochen. Der von Herrn Kellnberger im Sachsen Fernsehen erwähnte Architekt, wird wohl Peter Koch sein.

http://session-bi.stadt-chemnitz.de/...oselect=100353

Anbei einmal eine Luftaufnahme des Zustandes des Areals nach der Wende. Die zusammengewürfelte Bebauung war so schlecht nicht:

http://www.moxxo.de/riesenposter/bil...chemnitz04.jpg
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Alt 27.12.12, 18:00   #7
rotwang
 
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Stellen wir uns das Stadtwerkehaus schon einmal freistehend vor. Der Abriss eines ersten Gebäudeteils am Contiloch ist schon beschlossen.
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Alt 27.12.12, 18:04   #8
NeuesRathaus
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Zitat:
Zitat von rotwang Beitrag anzeigen
Stellen wir uns das Stadtwerkehaus schon einmal freistehend vor. Der Abriss eines ersten Gebäudeteils am Contiloch ist schon beschlossen.
Meinst du damit diese Plattenbauten an der Dresdner Straße?
NeuesRathaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.12.12, 18:20   #9
rotwang
 
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Mit der Gaststätte geht es los. Der Sonnenberg wird zur Innenstadt geöffnet.
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Alt 14.01.13, 14:56   #10
Euler
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Beiträge: 27
Euler befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
In der Freien Presse gibt es wieder einen Bericht über den aktuellen Stand bezüglich des Conti-Lochs.

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel8220536.php

Sofern es keine Einwände gegen die aktuellen Planungen gibt, könnte der Bau bereits in diesem Herbst beginnen.
Euler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.01.13, 19:46   #11
lguenth1
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lguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärelguenth1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Da kann man froh sein, dass man Herrn Kellnberger als Investor hat. Wenn man mir sagen würde, dass ich einen Teil der Kosten für den ohnehin längst beschlossenen Abriss der Lungenheilstätte Borna und noch eine Sumpflandschaft in Furth übernehmen müsste, nur weil in einer völlig verwilderten ehemaligen Baugrube inzwischen irgendein Röhricht-Gras gewachsen ist, würde ich ganz schnell das Weite suchen.

Von den extremen Einschränkungen des Bebauungsplanes mal ganz zu schweigen:

- Neben Büroflächen, die in Kellnbergers Entwurf 85 Prozent des Komplexes belegen (14.000 Quadratmeter, zu deren Vermietung er derzeit nichts sagt) dürfen auch Wohnungen und Geschäfte entstehen.
- Letzteres mit Einschränkungen: Vorerst dürften in größerem Stil nur Bau-, Möbelmärkte und Zoo-Großmärkte eröffnen. Für Lebensmittelmärkte ist eine Höchstgrenze von 400 Quadratmetern Verkaufsfläche festgesetzt.
- Innenstadtrelevante Sortimente dürfen gar nur in Läden mit bis zu 200 Quadratmeter Verkaufsfläche angeboten werden.
- Erst nach Bebauung der Flächen an Schocken und Getreidemarkt werden diese Einschränkungen hinfällig.

Man kann den Entwurf des Bebauungsplanes auch bei der Stadt einsehen: Link.

An den Planungen von Herrn Koch hat sich wohl nicht allzu viel geändert, Anlage 4 zeigt auf Seite 44 den Entwurf, wobei die Fassade genau so im Bebauungsplan festgeschrieben wird. Hoffentlich sieht das in der Realität dann besser aus als erwartet (oder die geplanten Bäume verdecken alles).
lguenth1 ist offline   Mit Zitat antworten
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