U-Bahn: Verlängerung U5 bis Europaviertel / Römerhof

  • Ich muss Chewy Recht geben. Es gibt Millionen von anderen Orten in Frankfurt, die eines Autotunnels bedürften. Der angebliche "Park" braucht so etwas nicht und für einen "Boulevard" ist das ganze Konzept unlogisch. Hier hat man die Vergrüngürtelung zum Dogma gemacht - und das ist selten gut. Ließe man die Gleise in einem Rasenbett verlaufen gäbe es auch weniger Lärm zumindest für die Bahn, die Autos kann man natürlich nicht abstellen. Am Ende hätten man einen großartigen offenen Platz mit vielen Möglichkeiten und noch viel Grün.

  • Ich weiß nicht, bei welcher Größe die "Grünanlage" aufhört und ein "Park" anfängt, der Europagarten hat eine Fläche von ca. 58.300 m², der westlich vorgelagerte Tel-Aviv-Platz ist rd. 4.200 m² groß.


    Zum Vergleich: der Wasserpark an der Friedberger Landstraße bringt es auf rd. 35.000 m², die Erweiterung des Günthersburgparks (nördlich der Weidenbornstraße) bringt es auf ebenfalls 35.000 m² und der Botanische Garten (ohne den Bereich, in dem die ehem. Institutsgebäude stehen, ist rd. 60.000 m² groß.

  • ...und dann wären alle Pläne ad absurdum geführt und Käufer und Investoren verarscht.


    Das wäre ja das allererste Mal.;)


    Investoren im Sinne von Baufirmen, die ETWs verkaufen, verarscht man damit auch nur, wenn die Planänderung publik wird, bevor die Verträge mit den Endkunden - auch Bürger genannt - in trockenen Tüchern sind.


    Und Bürger ver**schen, mein Gott, das macht die Stadt Frankfurt nicht nur mit den ihren, und nicht nur im Europaviertel.


    Davon abgesehen: Die Erscheinung der Europaallee als großstädtischer Boulevard kann von dem Verzicht auf die Tunnellösung nur profitieren.

  • Dem entsezten der Schreiber in der Europaviertel Lounge (ab Post 88) kann ich mich nur anschließen. Überall auf der Welt versucht man die Städte grüner zu machen und ausgerechnet Frankfurt als "Green City" soll nun statt einen Park eine Stadtautobahn bauen??


    Die Größe des Europagartens kann ja wohl kein Grund sein ihn nicht zu bauen. In Offenbach gibt es bspw. mit dem Hessenring einen nur 20-30 m breiten Grünstreifen, von ein paar hundert Metern länge. Trotzdem gehe die Anwohner dort gerne hin, um im Grünen zu sitzen / zu spazieren. Der Europagarten bietet da viel mehr Platz. Es muss nicht immer ein Central Park vor der Tür sein, auch grüne Kleinode tragen erheblich zur Aufwertung der Lebensqualität eines Stadteils bei!


    Und es sollte hier nicht vergessen werden, dass der Europagarten noch mit dem Rebstockpark verbunden wird. So klein wird das Ganze also gar nicht. Der Europagarten soll 6 Hektar, die Verbindung zum Rebstockpark weitere 3 Hektar groß werden. In Summe 9 Hektar, in Verbindung mit dem Rebstockpark wird den Anwohnern im Gallus und Bockenheim so eine zusammenhängende Grünfläche von insgesamt 37 Hektar zur Verfügung stehen.


    Zudem ist der Europagarten als kleine grüne Lunge für das Europaviertel notwendig. Von der Stadt Frankfurt wird er auch aus klimatechnischer Sicht als notwendige Kaltluftschneize zum "Ausgleich für die Kaltluftschneise, die die Gleisfläche des ehemaligen Güterbahnhofs bildete" bezeichnet.


    Das an anderer Stelle ein Tunnel notwendig ist, ist erst Recht ein Grund im Europaviertel die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen und gleich so zu bauen, dass man nicht die nächsten Jahrzehnte damit hadern muss. Sorry, aber ein Verzicht auf die Untertunnelung wäre ein Rückschritt in die 60/70iger und ist für eine moderne Stadt im 21. Jahrhundert nicht zeitgemäß!

  • Ich wäre auch entsetzt - aber ich stecke immer noch in der Phase des Erstaunens fest und komme da einfach nicht raus:

    • Warum wird diese Diskussion überhaupt geführt? Und vor allem, warum zu diesem Zeitpunkt? Schon in den allerersten Plänen zum westlichen EV ist stets von einem untertunnelten Europagarten die Rede. Bislang konnte ich von offizieller Seite dazu nirgends etwas gegenteiliges lesen oder hören.
    • Die aktuellen (möglichen) Tunnelbau-Probleme im Bereich Güterplatz haben m.E. aber auch wirklich gar nichts mit der Untertunnelung des Europagartens zu tun.
    • Den in #63 und #65 aufgeführten Verweis auf den Stuttgarter Schlossplatz und den Münchener Odeonsplatz kann ich nicht nachvollziehen. Warum und vor allem wie sollte der Europagarten - dann mit einer oberirdisch geführten U-Bahn - sich daran orientieren? Das ist doch eine völlig utopische Überforderung angesichts der Gegebenheiten (Lage, historischer Baubestand, Nutzung). Man könnte ja mit den gesparten Untertunnelungskosten noch ein Stadtschloss und die Feldherrnhalle dazu bauen, dann wird es sicher was mit der urbanen Aufenthaltsqualität.


    :nono:


    Ein Verzicht auf die Untertunnelung (außer er wäre aufgrund neuer Erkenntnisse (?) wirtschaftlich zwingend) würde aus meiner Sicht, angesichts der seit mehreren Jahren kommunizierten Planungen und Unterlagen, die Grenze der in #68 erwähnten "normalen" Ver*****ung eindeutig überschreiten.

  • Was ist denn bisher eigentlich passiert? Zwei kleine, sachlichen Zwängen nicht besonders verbundene und vor allem für Entscheidungen in dieser Stadt nicht maßgebliche Fraktionen im Römer haben einen Verzicht auf den Tunnel vorgeschlagen. Dagegen ist seitens des Magistrats und der Regierungskoalition nichts dergleichen zu vernehmen. Die notwendigen Nachträge zur Bau- und Finanzierungsvorlage betreffen diesen Tunnel auch gar nicht, sondern die Station Güterplatz und die Strecke zwischen dem Platz der Republik und der Rampe im östlichen Europaviertel. Mehr noch: Den Europagarten-Tunnel baut Aurelis, siehe oben Beitrag #61. Und eben dieses Unternehmen hat einem erst in der letzten Woche erschienen FAZ-Artikel zufolge erklärt, es werde im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen, den Tunnel 2015 fertig stellen und anschließend den Europagarten vervollständigen. Aurelis hat die gesamte Erschließung des Europaviertel-West übernommen und wird demnach auch den Tunnel bauen. Ich denke, angesichts dessen ist Gelassenheit angebracht.

  • Der Magistratsvorlage M 239 zur Änderung des B-Plans 850Ä "Europaviertel West" sind jetzt Einzelheiten zum Tunnelbauwerk unter dem Europagarten zu entnehmen. Anders als noch in der im Vorbeitrag erwähnten Broschüre von Schüßler-Plan, wird die Stadtbahnstrasse nach der Emser-Brücke, also etwa dort, wo bisher das alte Stellwerk stand, aus der Mittellage in eine Lage seitlich/südlich der Mittelachse der Allee rücken. Dadurch werden Querungen des Durchgangsverkehrs mit der Stadtbahn vermieden, was den Verkehr letzterer erheblich erleichtern dürfte, weil einige Ampelanlagen überflüssig werden.


    Lageplan


    Mal sehen, was das für die Gestaltung und Symetrie der Allee bedeutet.

    Einmal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Rechtschreibung, Einfügung

  • ^


    Der von dir verlinkte Plan (Anlage 3) zeigt den alten Bebauungsplan mit der ursprünglichen Tunnelplanung. Der Tunnel sollte tatsächlich in Seitenlage sein, damit man mit den Aufgängen der Stationen unter dem Gehweg rauskommt und auf B-Ebenen verzichten konnte.


    Der B-Plan soll meiner Auffassung nach nur im Bereich des Parks geändert werden (siehe Anlage 1), da dort das unterirdische Bauwerk verschoben wird. Außerhalb des Parks ist wohl keine Änderung des B-Plans nötig, da eine oberirdische Trasse scheinbar von "Verkehrsflächen" (graue Einfärbung) mit eingeschlossen wird und nicht extra dargestellt werden muss?!


    Ergänzung: Die Kennzeichnung "Stadtbahn oberirdisch / unterirdisch" ist wohl tatsächlich völlig unbedeutend für einen B-Plan, da es in der Legende unter "Hinweise" steht. Die eigentliche Änderung betrifft die Verbreiterung des Straßentunnels, denn der steht in der Legende mit seiner Kennzeichnung (Linie: ·-·-·-) unter "Festsetzungen gemäß BauGB, BauNVO, HBO u. PlanzV". Der Straßentunnel wäre laut ursprünglichen B-Plan zu schmal gewesen, um die Gleise der Stadtbahn aufzunehmen.

  • Im Verkehrsausschuss im Römer nannte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt gestern das Jahr 2021 nun als Fertigstellungstermin. Das schreibt die FNP:
    http://www.fnp.de/lokales/fran…sich-weiter;art675,737065


    Das wurde gestern im Verkehrsausschuss bekannt gegeben.
    Die Autofahrer sollen Geduld aufbringen denn, etwa 5 Jahre an der Stelle, die offene Baugrube der Station liegt ja mitten in der EuropaAllee vor dem Skyline Plaza. Die Vorbereitenden Arbeiten sollen in etwa wie geplant ausgeführt werden.


    ---


    Wer mag kann sich ja mal durch das Thema U5 (Zufall) Berlin arbeiten. Diese TBM, sie hört auf den Namen Bärlinde, könnte Frankfurt eingesetzt werden. http://www.bvg.de/index.php/de…nelbau+mit+Baerlinde.html

    Einmal editiert, zuletzt von Ffm60ziger () aus folgendem Grund: Info eingefügt

  • Ich glaub's nicht. Geht's eigentlich noch?:nono:


    Das Skyline Plaza läuft schon nicht gut. Und jetzt macht man 5 Jahre lang eine Großbaustelle direkt vor die Tür.


    Und das, wo diese U-Bahn m.E. relativ unnütz ist, bzw. auf jeden Fall keine 279 Mio. Euro. Vor allem werden es am Ende dann sowieso 600 Mio sein.


    Da die Bahn sowieso größtenteils Oberirdisch fährt, könnte man auch die Buslösung ausbauen. Wohlgemerkt, sind die Busse meist leer. Warum sollten soviele Leute mehr mit der Bahn fahren...
    Am Rebstock gibt es schon eine Bahn, die hätte man auch verlängern können. Die Straßenbahn auf der Mainzer fährt auch noch genau parallel zur Europa-Allee. Ok, vielleicht etwas weit zu laufen.


    Zudem stelle ich mir noch die Frage, ob die Leute, die sich die zu erwarteten hohen Mieten im westlichen Europaviertel leisten können, überhaupt den ÖPNV nutzen...


    Aber all diese Dinge haben schlaue Leute sicherlich alle durchdacht.:lach:

  • Das ich nicht lache. Die Anlieger wissen bescheid. Also ich wohne direkt dort und weiß von nichts. Das mit der Straße sperren kann doch auch gar nicht funktionieren. Hier fahren so viele Autos, wo sollen die den noch hin. Ich bin gespannt, wann die Bürger informiert werden, die das ganze auch Nutzen sollen? Ich warte...

  • Weitblick und Kurzsichtigkeit

    Ich denke, die überwiegende Mehrheit hier im Forum ist der Ansicht, dass der U-Bahn-Bau nicht verkehrt ist und eigentlich viel zu spät kommt.


    Eine verstärkte Nutzung einer schienengebundenen Verbindung gegenüber dem Bus ergibt sich aus dem dort gebotenen besseren Service hinsichtlich Zuverlässigkeit und Fahrzeit.


    Eine Realisierung vor Fertigstellung des Europaviertels hätte zwar von Anfang an eine erstklassige Erschließung bedeutet, die ungenutzten Stationen hätten aber schon bald so ausgesehen wie Niddapark und Römerstadt.


    Zum SP: Wenn es dieses Einkaufszentrum nicht schafft, die Kunden anzulocken, die es braucht, dann wird die derzeit ohnehin unattraktive Anbindung der Südecke daran nichts ändern - die hier fußläufig eintreffende Kundschaft wird das Center nicht retten.


    Die Anbindung über die U-Bahn-Station Messe ist von den Bauarbeiten nicht betroffen, und die Parkhauszufahrten sollten ebenfalls außerhalb des Einflussbereichs der Baustelle an Güterplatz liegen. Die aus der Umgestaltung der Oberfläche resultierenden Arbeiten werden nicht ganz ohne Behinderungen, aber, aufgrund der Einrichtung einer Oberflächenbahn, deutlich schneller als der ursprünglich geplante Tunnelbau auf ganzer Strecke vonstatten gehen.


    Und bis 2021 wird das Westende des Europaviertels voll ausgebaut und besiedelt sein, so dass die Bahn dann dringendst gebraucht wird.

  • ^Danke.
    Damit ist erstens klar, dass weder der Fußgängerzugang aus der Frankenallee zum Südeingang des Skyline Plaza, noch die Zufahrt zu dessen Parkhaus betroffen ist. Selbst der Zugang von der Tram auf der Mainzer Landsraße wird wohl problemlos möglich sein.


    Zweitens ist auch erkennbar, dass die Baumaßnahme erst mit Fertigstellung der Straßenführung um das SP herum beginnen kann, weil diese als Umgehung des gesperrten Abschnitts benötigt wird.


    Drittens hat der Flyer ein Erstellungsdatum vom 20.12.13 - eigentlich musste sämtlichen Anwohnern klar sein, dass der U-Bahn-Bau mit entsprechenden Bauarbeiten kommt, mit dem Flyer wird jetzt dargelegt, wie die Planung aussieht. Diese Planung wurde offensichtlich erst kurz vor/nach? Weihnachten zum Druck gegeben, so dass die Papierversion wohl auch erst druckfrisch bei der VGF vorliegt.

  • derDings: mach dich mal locker. Die Entscheidung ist gefallen, kann man gut finden oder nicht. Jedenfalls kommen Deine Vorschläge ein knappes Jahrzehnt zu spät. Ansonsten: die Damen und Herren in den Planungsbüros warten noch auf einen Schlauberger wie Dich; wie wär's...?

  • Sicherlich war uns Anwohnern klar, dass es zu einer größeren Baustelle durch den U Bahn Bau kommen wird. Jedoch war die ganze Planung ja mal anders gedacht und nicht wie jetzt das die ganze Straße aufgemacht werden muss. Es wäre schon sehr nett, die Einwohner rechtzeitig über Maßnahmen zu informieren. Im Moment wird hier auch Samstags sehr früh gebaggert. Und Wochentags fahren Nachts die Bagger. Auch wurden Bäume entfernt an Stellen, wo es eigentlich keinen Sinn macht. Welcher Lärm während der Bohrung des Tunnels und dem Bau der U Bahn Station des Güterplatzes zu erwarten ist, lässt sich wohl nur erahnen. Ein bisschen mehr Informationen für direkte Anlieger wäre schon schön, weil es letztlich ja nicht nur um die Verkehrsführung geht sondern auch um Baumaßnahmen die uns anders betreffen. Im Moment sind alle Informationen die man bekommt nur vom hören sagen und nicht aus offiziellen Quellen. Aber vielleicht kommen diese Informationen ja noch die nächste Zeit.

  • ^Auch wenn die Links zu den PDFs hier im Forum stehen, werden aus den offiziellen Plänen der Stadt und der VGF dadurch noch keine Gerüchte oder Informationen aus 2. Hand.


    Die Pläne für das was jetzt umgesetzt wird, sind auch schon zwei, drei Jahre alt.


    Baugrubensicherung und Aushub der Zugangsöffnung werden im gesperrten Bereich erst mal laut und dreckig, danach wird es wieder ruhiger.
    Der Lärm der Tunnelbohrmaschine ist, wenn das nicht ganz anders wird als in der Berger Straße, an der Oberfläche bis auf den Bereich der Zugangsöffnung kaum wahrnehmbar - was dort hauptsächlich stört ist der LKW-Verkehr für den Abraum. Bei drei Metern Vortrieb pro Tag und 6m Tunneldurchmesser sind das aber auch nur etwa 40 Tonnen und damit drei große Laster am Tag. Dazu kommt die Betonanlieferung in geringerer Menge.


    In der Broschüre, die penultimo verlinkt hat, werden die Öffnungszeiten des Baubüros am Güterplatz genannt, wo jeden Mittwoch von 17-19 Uhr eine Sprechstunde mit der Projektleitung stattfindet.


    Der Rest ist Holpflicht. Hingehen, Fragen stellen. Informationen kommen nicht von selber genau dann wenn man sie braucht.

  • die Damen und Herren in den Planungsbüros warten noch auf einen Schlauberger wie Dich; wie wär's...?


    Oh ja...Mit meiner Sim City Erfahrung ;)
    Die Stadtplaner haben sicher auch viel Sim City gespielt. Bauen, wieder aufreißen, abreißen, scheint mir recht experimentell.
    Die Stadt hat offensichtlich viel Budjet für sowas...


    Gibt's irgendwo detailliertere Pläne, was gemacht wird und wie?
    Die Einfahrt Frankenallee wurde ja z.B. schon umgebaut...