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Alt 19.04.13, 23:48   #1
RMA
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RMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle ZukunftRMA hat eine wundervolle Zukunft
Frankfurter Eingänge, Portale und Türen

In Ergänzung zum bereits existierenden Thread „Frankfurter Fassaden im Detail“ wage ich mal, diesen Thread zu eröffnen. Während letzterer auf Fassaden und deren Schmuck konzentriert ist, soll dieser Detailbildern von Eingangsbereichen, Portalen und Türblättern dienen, die entweder eine Geschichte zu erzählen haben oder einfach nur bemerkenswert sind.

Anfangen will ich mit etwas modernem – einem der meines Erachtens schönsten erhaltenen Exemplare der 1950er Jahre in der Stadt, nämlich dem Haupteingang der Carl-Schurz-Schule an der Holbeinstraße (Nr. 21–23). Ein Traum in Messingeloxal.


(Klicken zum Vergrößern)

Den Entwurf für das 1957 erbaute, seit 2000 denkmalgeschützte Gebäude lieferte der damals schon pensionierte Baurat Josef Bischof. Dieser zeichnete u. a. auch für das sehr interessante, wohl entsprechend seiner Ausbildung eher an die 1930er Jahre erinnernde Gebäude Untermainkai 23–25 / Mainluststraße 1–3 verantwortlich. Dieses wurde allerdings schon 1950 erbaut.
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Alt 21.04.13, 21:32   #2
thomasfra
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Einen der schönsten Eingangsbereiche in Frankfurt, hat mMn der Frankfurter Hof. Leider wurde der Dachbereich nicht wieder in seiner ursprüglichen Form hergestellt


Bild: thomasfra / größer=bitte ins Bild klicken
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Alt 22.04.13, 13:15   #3
Schmittchen
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Wollen wir fünf gerade sein lassen? Dann Türen aus dem Freilichtmuseum Hessenpark in Neu-Anspach - die Häuser und damit auch die Türen wurden andernorts in Hessen abgetragen und im Taunus nahe Frankfurt wieder aufgebaut.

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Bilder: Schmittchen
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Alt 24.04.13, 22:19   #4
epizentrum
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^ Das war ja eine ganz feine Fünf. Wo von Frankfurter Portalen die Rede ist, darf eins nicht fehlen, nämlich der Torbau vom Großen Riederhof auf der Westseite des Ratswegkreisels. Baujahr 1492:


Bild: epizentrum
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Alt 25.04.13, 23:08   #5
Robbi
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^ Erstaunlich genug, dass diese Reste nicht abgerissen wurden, oder ein rückwärts fahrender Laster sie umgenietet hat. Vielleicht wird das Portal in einer fernen Zukunft ja wieder würdig eingebettet

Toller Eingang im Westend, Friedrichstr. 61 (lässt sich für Details durch anklicken vergrößern)



Ähnlich üppig wie der oben von thomasfra geknipste Frankfurter Hof, wenn auch einige Nummern kleiner, dafür erfreulicherweise mit erhaltenem Dach: Der Livingstonsche Pferdestall, ebenfalls im Westend, hier leider ziemlich im Gegenlicht.



-Bilder von mir-
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Alt 26.04.13, 22:49   #6
Robbi
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Eine tolle Idee übrigens, diesen Strang zu eröffnen, wo es doch so viele schöne Portale in der Stadt (und Umgebung) gibt. Domplatz 14 (1907).



-Bild von mir-
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Alt 27.04.13, 00:05   #7
RMA
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Ein anbetrachts der Kriegszerstörungen gewaltiger Glücksfall ist es, dass sich am Deutschordenshaus in Sachsenhausen eines der bedeutendsten Portale der Frankfurter Barockzeit sogar mit altem Türblatt erhalten hat, wenngleich es auch durch die Walter-Kolb-Straße nicht mehr in seiner ursprünglichen Wirkung zu erleben geschweige zu fotografieren ist. Über den Geschmack bei der Vergabe des Schriftzuges „Ikonen Museum“, der mich eher an eine Currywurstbude erinnert, kann man freilich auch streiten.


(Klicken zum Vergrößern)

Anfang des 13. Jahrhunderts kamen die Gebäude an der heutigen Stelle auf Wunsch des für die Frankfuter Stadtgeschichte bedeutenden Kaisers Friedrich II. von der Reichsministerialienfamilie von Münzenberg an den Deutschen Orden. Die im Kern noch heute so erhaltene Kirche dahinter wird bereits kurz nach 1300 greifbar.

Im frühen 18. Jahrhundert erfolgte die Barockisierung unter der Leitung des Frankfurter Maurermeisters Daniel Kayser – die Zunftgesetze erlaubte keine auswärtigen Bauleute – nach Plänen des Mainzer Oberbaudirektors Johann Maximilian von Welsch. Mainzer? Richtig gelesen, und zugleich pikantes Detail: der damalige Hochmeister des Deutschen Ordens war Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg, der in zeittypischer Ämterkumulation zugleich die Posten des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz bekleidete, mit dem Frankfurt bekanntlich nicht die besten Beziehungen pflegte.

Unzweifelhaft deswegen entstand 1709–14 ein für die damalige Zeit monumentaler und für Frankfurt ungewöhnlich reicher Bau, der das Sachsenhäuser Mainufer bis heute beherrscht – und die Frankfurter Ratsherren auf der anderen Mainseite erdulden mussten. Ob es Zufall ist, dass man ausgerechnet ein Jahr später, 1715, den aus Hanau eingewanderten Brüdern Heinrich und Johann Bernus nach über zehnjähriger Blockade plötzlich erlaubte, mit dem Bernusbau des Saalhofs ein reiches Gegengewicht zu errichten? Das Portal aus Neckarsulmer Sandstein mit den Figuren zweier Ordensritter in altrömischer Theatertracht schuf 1714/15 der Bildhauer Ericus Neuberger aus Idstein.
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Alt 29.04.13, 22:00   #8
RMA
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Zum ehemaligen Hotel Weidenbusch habe ich hier schonmal etwas geschrieben, daher nur kurz: 1770 entstand an der damaligen Ecke Steinweg / Töpfengasse, heute Steinweg / Goetheplatz mit dem vorgenannten Gebäude eines der edelsten Gasthäuser seiner Zeit. Auf dieser Aquatinta von 1836, also seiner absoluten Blüte, ist oberhalb des Haupteingangs gut ein phantasievoll gestaltetes Hauszeichen zu erkennen. 1905 wurde der alte Weidenbusch abgerissen und bis 1907 durch einen historistischen Neubau ersetzt, der heute nach Kriegsschäden nur noch als Fassade erhalten ist. Relativ unbekannt ist, dass dessen einstiges, heute zum Schaufenster heruntergekommenes Hauptportal am Steinweg noch das alte, in schönstem Rokoko schwelgende Hauszeichen des ersten Weidenbuschs von 1770 beinhaltet:


(Klicken zum Vergrößern)

Hauszeichen? So wie es lange Zeit keine Nachnamen gab, weil in der Stadt schlicht zu wenige Leute lebten, als dass eine weitere Differenzierung nötig gewesen wäre, gab es im alten Frankfurt wie auch in praktisch allen anderen deutschen Städten lange Zeit keine Hausnummern.

Stattdessen waren vor allem im süddeutschen Raum Hausnamen und dazugehörige physische Hausschilder- und zeichen verbreitet, die den Vorteil hatten, dass sie auch in Zeiten hohen Analphabetismus und speziell in Frankfurt wegen der Messe schon damals ständig großer Zahlen an Auswärtigen relativ einfach erlaubten, ein Haus eindeutig zu identifizieren.

Dennoch, auch das Frankfurt am Main vor 1800 hatte wohl um 2.500 Häuser, eine große Freude dürfte es für niemanden gewesen sein, etwas zu suchen. Die Franzosen brachten, als sie die Stadt Mitte des 18. Jahrhunderts im Siebenjährigen Krieg besetzten – nachzulesen unter anderem bei Goethe in „Dichtung und Wahrheit“ – mit der sogenannten Quartiersordnung etwas Besserung. Das System kombinierte Elemente der heutigen Ortsbezirke mit Hausnummern, in dem es die Stadt in vierzehn Quartiere mit den Buchstaben A–O einteilte, denen bis zu dreistellige Nummern beigeordnet wurden. Gassen- und Straßennamen hatten also weiterhin keine echte Bedeutung.

Zeitgleich entstanden erste Adressbücher, so dass man nun schon immerhin mal grob wusste, wo man hinzurennen hatte. Da die Nummern innerhalb der Quartiere nach einem jedoch kaum nachvollziehbaren System vergeben und teilweise auch einzelne Straßen Teil mehrerer Quartiere waren, blieb das Auffinden eines Hauses schwierig. Die ersten parzellengenauen Stadtpläne, die es erst nach 1800 gab, beispielsweise das bedeutende Werk des Bautzener Architekten und Kartographen Christian Friedrich Ulrich aus dem Jahr 1819 (Scan aus meiner Privatsammlung), veranschaulichten immerhin mit Farben, wo welches Quartier anfing respektive aufhörte.

1845–47 wurde dann schließlich das bis heute nahezu unveränderte System eingeführt, das Gassen- und Straßennamen mit einbezog und mit Hausnummern verband. Kern des Systems ist der Main und seine Fließrichtung: in einem genordeten Stadtplan nehmen die Hausnummern der horizontalen Straßen mit der Fließrichtung, also von Ost nach West, zu, die Hausnummern der vertikalen Straßen beginnen am Fluss und nehmen mit zunehmender Entfernung davon zu. Seinerzeit wurde lobend hervorgehoben, dass durch diese zwei einfachen Regeln es selbst völlig Ortsfremden vom entferntesten Winkel der Stadt möglich ist, wieder zum Main zurückzugelangen.
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Alt 01.05.13, 22:36   #9
Beggi
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An der Darmstädter Landstraße

Nicht ganz so prunkvoll wie das Portal im Vorbeitrag, aber von hohem fotografischen Wert:

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Alt 01.05.13, 23:22   #10
RMA
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Nicht nur eines der seltenen, bauzeitlich erhaltenen Jugendstilportale in der Stadt – interessanterweise zu einem Haus im Stil der Neorenaissance – sondern auch durch den Laubengang höchst ungewöhnlich ist der Eingangsbereich des Hauses Günthersburgallee 73, erbaut 1903:


(Klicken zum Vergrößern)

Ebenfalls sehr sehenswert – im Gegensatz zu den geschickt platzierten Mülltonnen – der zusammengefasste Zugang zu den Häusern Günthersburgallee 67 und 69 in Mischformen aus Jugendstil und Louis-seize, erbaut 1902:


(Klicken zum Vergrößern)
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Alt 02.05.13, 07:39   #11
Xalinai
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Hauszeichen? So wie es lange Zeit keine Nachnamen gab, weil in der Stadt schlicht zu wenige Leute lebten, als dass eine weitere Differenzierung nötig gewesen wäre, gab es im alten Frankfurt wie auch in praktisch allen anderen deutschen Städten lange Zeit keine Hausnummern.
Das Konzept wurde aber auch deutlich später noch genutzt. In der Carl-Schurz-Siedlung in Frankfurt hatten die Häuser in den 1950-60ern außer ihren Nummern noch Tierbilder aus Blech, damit die Kinder, die damals[tm] frei herumliefen, bevor sie lesen konnten, in der sehr gleichförmigen Siedlung ihr Haus am Raben oder Eichhörnchen wiedererkennen konnten.

Das Problem wird heute anders gelöst ("wie, alleine nach draußen, kreiisch!").
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Alt 02.05.13, 08:16   #12
Beggi
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Henninger Villa

Das Henninger-Areal ist fast vollständig abgeräumt, aber auch nur fast. Außer dem alten Henninger Turm ist noch die denkmalgeschützte Henninger Villa aus dem Jahr 1875 übrig geblieben. Sie steht leer und soll saniert werden. Am Rand einer riesigen Brachfläche steht das sehenswerte Gebäude mit einem sehr schönen Eingangsportal.

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Alt 02.05.13, 10:00   #13
MathiasM
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Zitat:
..... Sie steht leer und soll saniert .....
Sie steht nicht ganz leer Beggi . Mindestens 2 Turmfalkenpärchen haben sich unter dem Dach eingenistet, liegt wohl mit daran, dass der Turm den Turmfalken weggenommen wird.

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Alt 02.05.13, 10:59   #14
tunnelklick
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Zitat:
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...1845–47 wurde dann schließlich das bis heute nahezu unveränderte System eingeführt, das Gassen- und Straßennamen mit einbezog und mit Hausnummern verband. Kern des Systems ist der Main und seine Fließrichtung: in einem genordeten Stadtplan nehmen die Hausnummern der horizontalen Straßen mit der Fließrichtung, also von Ost nach West, zu, die Hausnummern der vertikalen Straßen beginnen am Fluss und nehmen mit zunehmender Entfernung davon zu. ...
Ich glaube, das bedarf in einer Hinsicht der Ergänzung. Ein weiterer Orientierungspunkt ist der Domturm für die Straßen östlich des Doms. Denn bei den Straßen nach Osten hin versagt die Primärregel "Fließrichtung". Entsprechend werden manche Straße vor allem im Osten, flussaufwärts aufsteigend numeriert sind (z.B. Hanauer Ldstr., Franziusstr., Ferdinand-Happ-Str. , aber auch die Offenbacher Ldstr., Wiener Straße.

Und dann gibts natürlich auch Straßen, die gar nicht ins Raster passen, z.B. die Schloßstraße, die vom Schönhof Richtung Hamburger Allee aufsteigend numeriert ist, also zum Dom hin und flußaufwärts.

Geändert von tunnelklick (02.05.13 um 11:00 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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Alt 15.05.13, 11:45   #15
epizentrum
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Geleitstraße

Im weitesten Sinn einem Eingang zuzuordnen, nämlich einer Tiefgarageneinfahrt, ist eine Betonmauer zwischen dem Jobcenter Sachsenhausen in der Geleitstraße 25 und einem hässlichen Stromtransformations-Gebäude an der Darmstädter Landstraße. In die Mauer sind fast sakralartige Strahlen und Faltungen eingearbeitet. Ein Beispiel für Sichtbeton, wie er gerne altern darf:


Bild: epizentrum
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