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Alt 22.09.15, 12:49   #1
Abbruchhelfer
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Abbruchhelfer hat die ersten Äste schon erklommen...
Bauen in Zeiten der Massenzuwanderung

.
ein ganz aktuelles Thema will ich mal aufgreifen ..

In "hart aber fair" bei Plasberg wurde angemahnt, Planungs- und Baurecht zu vereinfachen bzw. Vorschriften zumindest zeitlich auszusetzen.

Insbesondere ging es um den "Dämmwahn". Dämmwahn ist es ja nun wirklich , da beißt keine Maus den Faden ab.

Was meinen die Experten und unsere Studenten denn hier im Forum , wird die EnEV oder Brandschutzvorschriften für bestimmte Bauvorhaben einfach außer Kraft gesetzt ?
Wie ist es dann mit anderen einzelnen Gebäude , wird es dann nur beschränkt werden oder wird das ein Flächenbrand ?
Die Formalitäten und die DIN-Vorschriften sind ja nun wirklich der absolute Horror geworden.

Wie sieht es denn dann aus mit dem zuständigem Bebauungsplan für solche Flüchtlingsheime ?
Werden Bebauungspläne dann im "Schnellverfahren" durchgeboxt ?

Was meint ihr denn ?
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Alt 22.09.15, 13:27   #2
Bau-Lcfr
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Gut, dass dieses wichtige Thema nicht nur in der internen Lounge behandelt wird.

Dazu gibt es u.a. diesen gestrigen Artikel von Focus/NRW - der Verband der Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen fordert ebenso Abstriche bei der Energieeinsparverordnung. Ferner wird schnelleres Bauen gefordert - die im Artikel erwähnte serielle Bauweise klingt nicht gut, wie Plattenbauten. Viel Zeit vergeht allerdings nicht mit dem Bauen selber, sondern mit der Bauleitplanung, die man tatsächlich deutlich beschleunigen müsste.

In vielen Metropolen reichten bereits zuvor die Baulandreserven nicht, was sich derzeit zusätzlich verschärft. Da zusätzliche Infrastruktur in der Fläche sehr viel kostet, müsste man nachverdichten - etwa in Düsseldorf gäbe es immer noch Widerstände. In Hamburg will man dichter bauen, in Bayern gibt es Stimmen genauso für Flächenausdehnung (IHK) wie auch für Nachverdichtung (Verband der sozialorientierten Wohungsunternehmen in Bayern). In Hessen fordert die Wohnungswirtschaft Entlastungen bei den Bauvorschriften - ob Brandschutzauflagen, Vergaberecht oder die ohnehin überholte Stellplatzvorgaben.

Sehr viele Stimmen gibt es, es sollten nicht spezielle Wohnungen extra für Flüchtlinge sein, sondern ganz normale Sozialwohnungen bzw. welche in einfachen Lagen und Standards - nur halt viel mehr als derzeit vorhanden.

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Zum Thema der Energiespargesetze in der jetzigen Lage gibt es diesen Zeit-Artikel vom 18.09 - demnach möchte der Wirtschaftsminister Gabriel die Verordnungen bis 2018 für Bauten im Bestand aussetzen, die als Unterkünfte für Asylbewerber dienen sollen. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen fordert das Rückfahren der Vorschriften insgesamt bis 2020 auf den Stand des Jahres 2009.
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Geändert von Bau-Lcfr (22.09.15 um 13:46 Uhr)
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Alt 22.09.15, 14:56   #3
Lingster
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Lingster braucht man einfachLingster braucht man einfachLingster braucht man einfachLingster braucht man einfachLingster braucht man einfachLingster braucht man einfach
Sollen denn die Standards eine Zeit lang insgesamt gesenkt werden oder nur für Flüchtlingsheime?
Ich versteh nicht wie man sich das konkret vorstellt und wie man doppelte Standards in einem Rechtsstaat verwirklichen und Betrügereien vorbeugen will.
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Alt 22.09.15, 17:04   #4
Saxonia
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Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Die Bauwirtschaft und auch Privatleute ächzen seit Jahren unter den immer schärferen Bauauflagen, insbesondere im Energiebereich. Eigenheimbau ohne solchen Spaß wie Erdwärme oder Solar? Kannste schon fast vergessen. Was soll man davon halten, dass es offenbar erst den unkontrollierten Zustrom von hunderttausenden Ausländern braucht, um hier Bewegung reinzubekommen? Geschmäckle würde der Schwabe wohl sagen.
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Alt 30.09.15, 19:08   #5
kato2k8
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"Neue Linie seines Hauses" (in dem Artikel) ist da aber ein guter Witz. Ein schneller Blick auf Wikipedia sagt, dass das ganze auf das Entflechtungsgesetz zurückgeht - der soziale Wohnungsbau ist nämlich seit der Föderalismusreform Sache der Länder.
Nach dem Entflechtungsgesetz wurden den Ländern durch den Bund für den Übergangszeitraum 2007 bis 2013 jährlich 518 Millionen Euro Kompensationsleistungen gewährt, danach sollte die Notwendigkeit dieser Leistungen überprüft werden. Die derzeitige Linie der Bundesregierung ist seit fast zwei Jahren, dass diese Kompensationsleistungen in identer Höhe für weitere 5 Jahre weitergeführt werden, nämlich genau bis 2019. Was es - aktuelle Situation - nicht gibt, sind zusätzliche Mittel darüber hinaus.

Zitat:
demnach möchte der Wirtschaftsminister Gabriel die Verordnungen bis 2018 für Bauten im Bestand aussetzen, die als Unterkünfte für Asylbewerber dienen sollen.
Was hauptsächlich für die Umnutzung von Gewerbe-Leerstand interessant sein dürfte, und den gibt es ja durchaus teilweise in größerer Menge (ich schiel da mal Richtung Frankfurt).
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Alt 07.10.15, 10:21   #6
Bau-Lcfr
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Allheilmittel Sozialwohnungen?

Mit dem Thema wird oft der Bau von Sozialwohnungen verbunden - die Welt-Online veröffentlichte gestern einen Artikel, der (wieder einmal) das gesamte System hinterfragt. Bereits 3 Jahre nach dem Einzug leben den Studien nach bis zu 40% der Sozialwohnungen-Bewohner oberhalb der Einkommensgrenzen - mit den Jahren werden es immer mehr, einem Brancheninsider nach sogar um 80% in den Wohnanlagen der 1990er Jahre. Für Kontrollen fehlen Mittel - und eine Fehlbelegungsabgabe sei oft politisch nicht gewollt.

Das Fazit müsste wohl sein, dass man nicht eine besondere Wohnungen-Art braucht, sondern einfach nicht zu große bescheidene, preiswerte Wohnungen in großen Mengen. Ich selber wohne übrigens in einer Genossenschaftswohnung - billig, ohne Eigenbedarf-Gefahr (so bin ich aus der vorherigen geflogen), aber genommen wird dadurch keinem was. Es wäre absurd, je nach der Lebenslage ständig umziehen zu müssen - wie es theoretisch beim Sozialwohnungen-System notwendig wäre: Als Student rein, mit dem Job raus, gefeuert wieder rein, mit dem neuen Job raus, als Rentner wieder in eine Sozialwohnung umziehen?
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Alt 08.10.15, 10:25   #7
Bau-Lcfr
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Kleingärten vs. Wohnungsbau

Das Problem wurde darüber angesprochen und kommt im DAF immer wieder. Kürzlich fand ich das Beispiel des Hamburger Pergolenviertels in gut erschlossener Lage, wo 27 Hektar bisher von 330 Kleingärten belegt wurden. Künftig sollen auf 8 Hektar 1400 WE gebaut werden, 6 Hektar werden von (verkleinerten) Kleingärten belegt, 7 Hektar werden zu öffentlichen Parks. Dieser Artikel beschreibt eine Gegeninitiative 'Eden für Jeden', was bereits ein absurder Name ist - als ob es ein Naturrecht auf Paradies auf Erden für Jedermann gäbe. Das Zahlenverhältnis zeigt den Egoismus der Einstellung - 330 Leute, die auch in einen öffentlichen Park gehen können, meinen, privates Grillen usw. sei wichtiger als das Wohnen der 5-facher Menschenanzahl. (Und wer in Hamburg in einem Zelt wohnen muss, hat kein Recht auf ein Dach über dem Kopf, vom 'Eden für Jeden' schon mal abgesehen?) Man sollte in veränderter Lage besser auch die verbleibenden 6 Hektar bebauen, mit 1000 WE oder so - statt sie 160 Leuten zu überlassen.
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Alt 08.10.15, 17:53   #8
tunnelklick
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tunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunfttunnelklick hat eine wundervolle Zukunft
Sozialer Wohnungsbau - (k)ein Allheilmittel?

Das Modell Sozialwohnung, wie wir es aus den 50er-70er Jahren kennen, ist im Grunde mausetot. Sozialwohnungen waren entweder solche, deren Bau mit öffentlichen, zinsbegünstigten Darlehen gefördert wurde, oder solche, die zum Bestand gemeinnütziger Wohnungsunternehmen gehörten; dazu zählten also auch solche Wohnungen, die wegen Rückzahlung der Darlehen eigentlich aus der Wohnungsbindung gefallen waren. Das ganze stand unter dem Regime spezieller Regeln (Wohnungsbaugesetze, Wohnungsbindungsgesetz, NeubaumietenVO und noch einige mehr) und wurde von speziellen Behörden der Länder und Gemeinden verwaltet. Da es sich beim Sozialen Wohnungsbau um eine spezielle Form der Subvention handelte, eine Objektförderung, die aber einkommensabhängig nur bestimmten Subjekten zu Gute kommen sollte, war der Kontroll- und Verwaltungsaufwand hoch.

Wirtschaftlich ist das System gescheitert, weil die aus sozialen Aspekten niedrig gehaltenen Erträge zur Erhaltung und Modernisierung nicht ausreichten, der Gebäudebestand verkam und überdies wurden diejenigen Mieter, deren Einkommen im Laufe der Jahre über die Subventionsgrenze angestiegen war (Gehaltserhöhungen, Kinder ausgezogen), mit einer sog. Fehlbelegungsabgabe belegt (Abgabe zum Abbau der Fehlsubventionierung im sozialen Wohnungsbau), es gab ein Leerstandsproblem und gibt ein Fehlbelegungsproblem. Das System wurde durch die Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit im Jahre 1989 beerdigt, weil dadurch praktisch über Nacht der gesamte Wohnungsbestand der bis dahin gemeinnützigen Unternehmen, soweit die Darlehen schon zurückgezahlt waren, aus der Sozialbindung fiel. Bei Hunderttausenden von Wohnungen wurden die Restdarlehensbeträge vorzeitig zurückgezahlt, auch diese Wohnung fielen aus der Bindung. Riesige Wohnungsbestände von Bahn, Post, Gagfah, Neue Heimat, großen Firmen wie z.B. der Hoechst AG und von Bund, Ländern und Gemeinden verloren ihren Sonderstatus als mietpreisgebundene Sozialwohnung. In Frankfurt fiel der Anteil der Sozialwohnungen am gesamten Wohnungsbestand in kurzer Zeit von über 40% auf heute weit unter 10%. Durch den Verkauf der Wohnungen zum großen Teil auch an die Mieter, ist in kurzer Zeit sehr viel Kapital aktiviert worden, das in die Wohnungen floss. Die Erfahrung zeigt, ex-Mieter-Eigentümer wirtschaften sehr sparsam und sind am Erhalt ihrer Wohnung und des Umfeldes interessiert und nicht mehr in der Situation des mietvertaglichen Anspruchstellers.

Wer unter Sozialem Wohnungsbau das Modell alter Prägung meint, wird nicht weit kommen, weil das Grundproblem nicht gelöst ist. Hält man die Mieten gering, kann man die Gebäude auf Dauer nicht in einem guten Zustand erhalten; das wäre heute nicht anders als vor 40 Jahren. Da im System der Objektförderung die Unternehmen keine Gewinne machen durften (Kostenmiete) und die echten Kosten der Verwaltung und Instandhaltung nicht umgelegt werden durften (das war mit abwegig niedrigen Phantasiebeträgen pauschal in die Kostenmiete eingepreist), waren sie chronisch unterkapitalisiert, mit den bekannten Folgen. Subventioniert man die Mieten nicht auf niedriges Niveau, muss man evtl. die Mieter subventionieren mit Wohngeld, Leistungen nach SGB-II und XII, AsylbLG (System der Subjektförderung).

Die Forderung nach sozialem Wohnungsbau klingt erst mal gut, ist politisch korrekt, erweist sich aber ein ums andere Mal als Rohrkrepierer. Wenn es selbst rot und grün regierte Länder nicht machen, muss das ja Gründe haben.
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Alt 23.09.15, 13:32   #9
Bau-Lcfr
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Mod: Hier soll es um die baulichen Aspekte der Massenzuwanderung gehen. Eine allgemeine und übergreifende Diskussion findet in der Lounge statt. Um dies deutlicher zu machen, wurden beide Strang-Titel angepasst.
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^ Die richtige Aufteilung.

Zum Thema gibt es u.a. diese heutige Medienmeldung, nach der der Düsseldorfer Immobilienentwickler AENGEVELT den zusätzlichen Bedarf auf 500.000 Wohnungen mit 35 Mio. m² Nettowohnfläche in den nächsten Jahren schätzt - dies sollte man auf den ohnehin hohen Zusatzbedarf am Wohnraum in den Metropolen obendrauf legen. Unschön wird, wenn gleichzeitig unter dem Stichwort menschenwürdiges Wohnen Reihenhaussiedlungen auf flachem Land vorgestellt werden - den meisten Bedarf soll es nicht in Orten wie Eckental geben (wo Reihenhäuser und EFHs bei 14 Tsd. EW die übliche Wohnform sein dürften), sondern in den Großstädten. Denkbar ungeeignetes Beispiel - und um die Richtung Fläche(nfrass) vs. Dichte wird es demnächst wohl die intensivsten Diskussionen geben.

Als Gegenbeispiel das Wohnhochhaus Nimbus in Nijmegen (#57) mit 117 Sozialwohnungen - die Turm-Vorderseite hätte etwas abwechslungsreicher gestaltet werden können, doch ich wüsste nicht, wieso es in einer Metropole, in der es auch Hochhaus-Penthouses um 10.000 EUR/Qm gibt, es eine unwürdige Wohnform sein sollte. Hauptsache, es werden jeweils individuell gestaltete Einzelprojekte und nicht gleichförmige Großsiedlungen werden.

Diesem Artikel nach schätzt ein Staatssekretär im Bundesbauministerium den Bedarf auf 350.000 WE pro Jahr bundesweit - errichtet wurden 2014 nur 240.000. Er schlägt zusätzliche Steuervorteile vor, wenn in Ballungszentren Mietwohnungen gebaut werden - aber nicht nach dem Giesskanneprinzip in Regionen, wo kein Zusatzbedarf existiert. Über ein Gesetzesvorschlag wird derzeit verhandelt.
Bei den Vorschriften heisst es im Artikel - ein Verzicht auf die nächste Stufe der Energiespar-Verordnung nur bei vorübergehenden Bauten zur Unterbringung von Flüchtlingen, keine Abstriche beim Brandschutz.

Zum Einwand, dass hier die Kraft für eine Bewegung auf vielen Gebieten nicht reichte - es ist halt so, dass abstrakte Zahlen mit WE-Bedarf weit über Baulandreserven nicht so wirken wie Zeltsiedlungen im Fernsehen. Gerade das würde ich einfach nur zur Kenntnis nehmen - interessanter eher, für welche alte Heilige Zöpfe die Kraft reicht? Was ist etwa mit innenstädtischen Kleingärten, die in vielen Städten zur Bebauung vorgeschlagen werden, wofür die Kraft bisher nicht reichte?
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Alt 30.09.15, 16:11   #10
Bau-Lcfr
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Nur 500 Mio p.a. vom Bund?

Die SZ berichtete gestern, dass nach den Angaben des Finanzstaatssekretärs Michael Meister nur noch 500 Mio. EUR jährlich 2016 bis 2019 für die steuerliche Förderung des Sozialen Wohnungsbaus in den Regionen mit angespannter Wohnungsmarktlage vorgesehen sind. Es wird auf das Bundesbauministerium verwiesen, welches das Baurecht modernisieren bzw. den Genehmigungsprozess vereinfachen solle. Die Bundesbauministerin Barbara Hendricks ist mit der Höhe der steuerlichen Anreize nicht einverstanden, während Schäuble steuerliche Mindereinnahmen von einigen Milliarden Euro fürchtet.

Ich verstehe die Logik nicht - Milliarden für Versorgung und Integration bewilligen und an der durchaus dazu gehörenden Versorgung mit dem Wohnraum sparen?

Zum Baurecht und zu den Vereinfachungen könnte auch endlich mal was handfestes kommen - viele Vorschläge werden immer wieder seit Jahren unterbreitet.
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