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Alt 02.04.17, 22:56   #16
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In Rettung: Ziegelsteinstraße 185

Offensichtlich kann man auch positives berichten aus Buchenbühl: In der Ziegelsteinstraße wird ein seit langer Zeit leerstehendes Bauernhaus endlich renoviert:



Laut Denkmalliste geht der Kern des Hauses auf 1584 zurück (dendrochronologisch bestimmt), die vorgblendete Sandsteinfassade weist auf das Jahr 1845 hin:







Der Immobilienboom, der Druck mit dem aktuell das Kapital in den Immobilienbereich gedrückt wird macht es offensichtlich endlich auch möglich, solche schwierigen Objekte in Angriff zu nehmen. Wenn das wirtschaftlich jetzt nicht darstellbar ist, wann dann? Außerdem vermute ich, dass sicherlich der eine oder andre das Besondere außerhalb des Bauträger-Einheitsbreis sucht. Davon profitieren hoffentlich noch weitere Sorgenkinder der Nürnberger Bauernhausfreunde.
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Alt 18.06.17, 22:50   #17
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gerettet: Schnieglinger Straße 237



Die Hüllen um das schmucke und akut vom Verfall bedrohte Bauernhaus in Schniegling (zuletzt hier gezeigt) sind gefallen. Kurz vor Beginn der Arbeiten sah das Haus noch ziemlich bemitleidenswert aus, die Giebelwände mussten vor Einsturz gesichert werden:



Nun aber sind die Außenarbeiten beendet und man kann das Ergebnis bewundern:





Die neuen Dachgauben verraten dann aber doch die geänderte Nutzung der oberen Stockwerke als Wohnraum. Glücklicherweise hat man sich hier aber für eine historisierend-angepasste Gestaltung entschieden und nicht den Irrweg der "bewussten Kontraste" beschritten, der eine "spannende Auseinandersetzung zwischen Alt und Neu" darstelle, denn das hätte das zierliche Haus völlig ruiniert. So dagegen sieht es aus als wäre es schon immer so gewesen, nämlich überzeugend und schick!

Ebenfalls erwähnenswert ist die Gestaltung des Schmuckgiebels, der nicht sandsteinsichtig restauriert wurde, sondern bei dem man einen vollflächigen Anstrich in Nürnberger Rot (?) mit aufgemaltem Fugennetz verwirklicht hat. Dieses Fassadenkleid war in der Vergangenheit üblich, um die unregelmäßigen Sandsteinoberflächen zu glätten und die Fassaden so vornehmer aussehen zu lassen. Für den Pellerhof diskutiert(e) man auch darüber, ob man ihn am Schluss so streichen solle. Das Ergebnis ist mir allerdings nicht bekannt. Dennoch, wer sich eine Meinung bilden möchte hat hier die Möglichkeit sich das anzusehen.



Zitat:
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Dem Vernehmen nach werden die Eingriffe zwar sehr heftig ausfallen, da mehrere modern geschnittene Wohnungen unterzubringen sind, aber die Grundstruktur des Gebäudes, seine Gestalt und die Dachform bleibt erhalten und somit das schnuckelige Ensemble in dieser ruhigst gelegenen Ecke Nürnbergs.
Dieser hochwichtige Schritt zum Erhalt dieses Ensembles dürfte wohl als gelungen abgeschlossen bezeichnet werden. Sehr schön!
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Alt 15.10.17, 20:58   #18
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Zwischenstand: Ziegelsteinstraße 185

Das Dach des kleinen Bauernhauses Ziegelsteinstraße 185 (zuletzt hier gezeigt) ist mittlerweile rundherum erneuert und die zahlreichen, neuen geschmackvollen Schleppgauben zeigen, dass eine intensive Nutzung als Wohnhaus oder Büro vorgesehen ist. Schön!



Bei näherem Hinsehen werde ich jedoch stutzig: Die bereits neu eingebauten, weit vorkragenden Fenster zeigen deutlich an, dass eine Außendämmung vorgesehen ist. Bei einem Denkmal?





Der schmucke Sandsteingiebel mit der Kartuschensignatur aus 1845 dürfte damit wohl verloren gehen. Die unsauber mit Bauschaum und Schaumstoffteilen zugestückelte Dachkante mit dem entsprechenden Überstand in Dämmplattentiefe lässt Erinnerungen an den letzten Fall völliger Geschmacksentgleisung und plötzlichem Kenntnisverlust bei der Schnepfenreuther Hauptstraße 65 hochkommen. Das Haus dort konnte jedoch glücklicherweise gerettet werden. Aber was soll denn jetzt hier kommen? Schwer vorstellbar, dass eine Vorsatzschale aus Sandstein davor gestellt wird, die eine Kopie der jetzigen darstellt. Aber wozu dann der Aufwand, hier wäre man mit einer Innendämmung wohl besser gefahren, wenn man offensichtlich auch den attraktiven Denkmalcharakter behalten wollte. 1548, 1845.... und 2017... Oh weh!
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Alt 13.01.18, 17:20   #19
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Zwischenstand: Ziegelsteinstraße 185 und 196 (Brandschaden)

Inzwischen wurde die Ziegelsteinstraße 185 gedämmt, der Umbau ist aber noch nicht fertig. Interessanterweise wurde die jahreskartusche ausgespart, um sie sichtbar zu lassen. Ob das die Dämmung nicht do zu sehr beeinträchtigt. Wäre nicht auch ein Abguss möglich gewesen, den man auf der Fassade hätte aufbringen können.



Naja, es bleibt jedenfalls noch abzuwarten, wie die Putzfassade letztendlich gestaltet wird. Es sollte doch mindestens eine gedeckte Farbe werden, besser noch ein aufgemaltes Quadermauerwerk, wie in der Schnieglinger Straße 237 (s.o.). Das würde dann sogar mal nicht schlecht aussehen.

Während hier also technische Kopfstände gemacht werden um das Gebäude zu erhalten und damit den Ortskern von Ziegelstein in seinem bauerlischen Charakter zu bewahren, ist leider am vergangenen Donnerstag wenig weiter ein Brand ausgebrochen, der ein vergleichbares Gebäude beschädigt hat, die Ziegelsteinstraße 196 (Bericht auf Nordbayern.de).





Dabei wurde der Dachstuhl des schmucken Häuschens stark beschödigt, und ich denke das Löschwasser hat den Rest auch unbewohnbar gemacht. Bitter, wenn es ausgerechnet so ein Bauwerk trifft, dessen kultureller Wert seinen materiellen übersteigt. Das Gebäude steht aber gottseidank genau so wie die Nr. 185 unter Denkmalschutz; die Giebelkartusche sagt 1847:



Wie wichtig die Erhaltung solcher kleinen Häuser für die alten Dorfkerne auf heutigem Stadtgebiet ist kann man an der Ziegelsteinstraße 205 erkennen, wo aktuell stark verdichtet neu gebaut wird, denn nicht wenige Menschen sprechen diesen Lagen einen hohen Wohnwert zu, ländlicher Charakter in sehr stadtnaher Lage.



Insofern baut Schultheiss hier wenigstens angepasst, mit Spitzgiebel und Satteldach.
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Alt 28.04.18, 11:51   #20
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Neues aus Großreuth h. d. V.

Zitat:
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Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Rekonstruktion eines Ensembles einige Meter weiter.


Ich bin mal wieder diese Strecke mit der Knipse entlang gefahren, seit 2016 hat sich zwar wenig, aber sichtbares und erfreuliches getan. Nicht nur an dem historischen Ensemble Großreuther Straße 93 ist man sichtbar weiter. Das Vorderhaus hat neue Fenster und eine fertige Giebelfassade:



Auch das Werkstattgebäude ist schon sichbar weiter, wenn auch noch lange nicht fertig. Die Traufgesimse aus Sandstein sind fertig restauriert, ebenso die übrigen Sandsteinelemente um die Fenster und Türen:



Details:



Man muss sich vor augen halten wie das hier vor Beginn der Arbeiten ausgesehen hat, in Google Streetview.

Einen wichtigen Kapitalschaden dürfte wohl ein Grundbruch sein, oder wie man das Schadenbild auch genau bezeichnet. Denn an der Rückwand des kleinen Backsteingebäudes sieht man einen senkrecht verlaufenden Riss, der vom Boden bis zum Dachfirst mit zunehmende Breite verläuft:



Teilweise bereits zugekittet zeigt er aber doch deutlich an, dass im Untergrund, am Fundament irgendwas schief gegangen sein muss. Sicherlich kostetet die Beseitigung dieser Schadensursache die größte Mühe.

Das Schwedenhaus einige Meter weiter ist nun auch endlich in der Rettung:



Von dem kleinen Häuschen ist fast nichts mehr da, und das freigelegte zeigt quasi Jahrhunderte lange Bastelei an der Substanz:





Das kann man den Nürnberger Bauernhausfreunden nur viel Erfolg wünschen!
www.bauernhausfreunde.de

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