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Alt 09.02.18, 03:47   #616
Bau-Lcfr
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Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
^ Was manch einer als "Sammelsurium" bezeichnen mag, wird sonst als Vielfalt begriffen - der Höhen, aber auch der Formen. Dass diese einigen Leuten wichtig ist, sieht man hier im Thread - es wurden schon mal eigene Visionen mit unterschiedlichen Formen gepostet.

Dass ein Hochhaus-Ensemble mit gleichen Formen, Höhen und weitgehend Farben langweilig wirken kann, sehe ich jeden Tag (zweiter Thumb) - die unbeseelte Gestaltung wird sehr häufig kritisiert, auch in den Medien. Da wünschen sich die Leute wohl bisserl mehr Sammelsurium (anders als Baukollegen müssen sie die Dinger nicht auf den Zeichnungen, sondern jeden Tag in der Natur sehen).
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Alt 09.02.18, 10:00   #617
Theseus532
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Theseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer AnblickTheseus532 ist ein wunderbarer Anblick
Für die einen ist es unverständlich auf die Linken einzuschlagen und andere sind verzweifelt über die Naivität der Linkenversteher.
Es ist nicht nur mit Pragmatismus zu erklären, dass das Park Inn, diese einzigartige Ikone der Weltarchitektur - nun zum das Mass aller Dinge am Alexanderplatz erklärt wird.
Auch wenn man es immer wieder leugnet oder nicht wahrhaben will, es steckt auch ein Stück Ideologie bei den Plänen der Linken, den Alexanderplatz weitestmöglichst so zu erhalten wie er geschaffen worden ist.
Das Argument, der Kollhoffplan sei gescheitert, weil er in 20 Jahren nicht vorangekommen sei, ist meines Erachtens nur ein Teil der Wahrheit und eher ein Vorwand für den geänderten und weiter angestrebten Bebauungsplan

Schon das Haus des Reisens und den Berliner Verlag als denkmalwürdig einzustufen halte ich für grundfalsch, ebenso den Verzicht des Abrisses des Haus der Statistik (wobei ich mich bei dem Gebäude gern vom Gegenteil überzeugen lasse)

Ich hätte mir es anders gewünscht und die gegenwärtige Planung halte ich einfach nur für enttäuschend, für ideologisch und provinziell. Es geht nicht um Grossmannsucht und Kopieren von nullachtfünfzehn Hochhausbunkern, aber um ausdrucksstarke Architektur die unter anderen eben sich auch durch Innovation und einer gewissen Grösse und Höhe ausdrücken, etwas Neues.

Wenigstens ein oder zwei Projekte in Berlin sollten etwas ambitioniert sein und das ausstrahlen, 90 Prozent was gebaut wird, ist gediegen, vernünftig, aber einfach zu langweilig und bieder und das ist auch in Ordnung und stört mich nicht
Aber der Alexanderplatz wäre der beste Ort mal ein Highlight zu schaffen, aber das ist in dieser Stadt - und auch wenn es in Abrede gestellt wird - mit einer Linken Regierung einfach nicht möglich.

Klar mann kann sich alles schönreden, aber bei den gegenwärtigen Plänen für den Alex schaff ich das für mich nicht mehr.
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Alt 09.02.18, 10:51   #618
Architektenkind
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Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
Was manch einer als "Sammelsurium" bezeichnen mag, wird sonst als Vielfalt begriffen - der Höhen, aber auch der Formen.
Du verstehst mich falsch: Ein Gesamtkonzept ist doch kein Gegensatz zu Vielfalt! Ich wünsche mir durchaus Vielfalt, nur halt keine Beliebigkeit (das wäre "Sammelsurium"). Die Entwürfe sollten zueinander passen, und das gelingt bei Hines und Monarch schon mal nur zum Teil. Deshalb finde ich es per se nicht falsch, für die andere Seite des Platzes eine Art halbverbindliche Gestaltungssatzung vorzuschlagen. Nun sind die Architekten von FdR am Zug, auf dieser Basis (oder in Anlehnung daran) Entwürfe vorzulegen. Erst wenn man die kennt, kann man sich eine Meinung bilden. Es kann totlangweilig werden, aber auch totschick. Wie willst Du das jetzt schon seriös beurteilen?

Übrigens scheint der vorauseilende Zorn gegenüber Lompscher und Lüscher nach wie vor Deine Wahrnehmung zu beeinflussen: Die von Dir gelobte Vision von Libero zeigt elf neue Hochhäuser, die allesamt gleich hoch sind (drittes Bild von oben). Die Bilderserie zeigt dreierlei:

1. Der Kollhoff-Plan, den Libero hier spezifiert, war nie etwas anderes als ein Gesamtkonzept für eine Reihe von Hochhäusern in gleicher Höhe (ca. 150 Meter).
2. Gleiche Höhe heißt nicht Langeweile – Liberos Vision zeigt, dass unabhängig von Höhenvariationen große Vielfalt möglich ist.
3. Auf den Bildern ist in Grau das Freizeit Inn eingezeichnet. Man erkennt, dass der Unterschied zwischen 150 Metern und 130 Metern eher graduell ist als grundstürzend. Das Gejammer, eine Begrenzung auf 130 Meter würde den Alex zerstören, ist maßlos übertrieben.

Besonders ironisch: Wie Du selbst festgestellt hast, können Hines und Monarch 150 Meter hoch bauen. Die Begrenzung auf der anderen Platzseite verhindert also keine Höhenvarietät, sondern stellt sie her.

Zitat:
Zitat von Theseus532 Beitrag anzeigen
verzweifelt über die Naivität der Linkenversteher. [...] die gegenwärtige Planung halte ich einfach nur für enttäuschend, für ideologisch und provinziell. [...] das ist in dieser Stadt - und auch wenn es in Abrede gestellt wird - mit einer Linken Regierung einfach nicht möglich.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich bin keineswegs von allem begeistert, was der Bausenat so tut. Derzeit scheint sich hier aber jeder zweite Beitrag darin zu erschöpfen, ein komplexes Problem wie 25 Jahre Stadtentwicklung am Alex auf den vermeintlichen DDR-Fimmel der amtierenden Senatorin zu reduzieren (oder auf die schweizer Abstammung der Senatsbaudirektorin). Solange das so bleibt, sehe ich meine Aufgabe darin, die anderen Seiten zu beleuchten.
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Alt 09.02.18, 11:22   #619
Baukörper
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Baukörper könnte bald berühmt werden
@Theseus532: Mir ist die von Dir angeprangerte "Naivität der Linkenversteher" lieber (obwohl ich "Die Linke" nie wählen würde) als die Arroganz, Eitelkeit und Hochnäsigkeit der Konservativen, Neoliberalen und Nationalidioten, die ja tatsächlich davon überzeugt sind, dass sich ihr Weg als der einzig richtige durchsetzt und z.B., um bei der Architektur zu bleiben, untergenutzte Gebäude mit Wohnraum für die "Unterschicht" in der Innenstadt nichts zu suchen haben.

Bei der nächsten Finanzkrise (die vielleicht gerade beginnt) wird man auch in Berlin froh sein, wenn man dann nicht allzuviel untergenutze Büros und Luxuswohnungen in der Innenstadt rumstehen hat.

Das das Haus des Reisens u.a. unter Denkamlschutz stehen, kann ich aus architektonischer Sicht auch nicht verstehen, wohl aber aus politischer Sicht. Wenn man die Bewohnerstruktur erhalten will, muss die Gentrifizierung eindämmen und das ist ein berechtigtes politisches Ziel.
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Alt 09.02.18, 12:06   #620
hensi
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hensi hat die ersten Äste schon erklommen...
Ich könnte mir durchaus auch 1-2 Gebäude welche über 200m hoch sind für den Alex vorstellen wenn schon der geltende Kollhoffplan immer weiter verwässert wird und nicht mehr gelten sollte und unterschiedliche Gebäudehöhen als Argument der Abwechslungsbereicherung herangezogen werden.
Dann muss man ja die Höhen nicht nur nach unten rechnen und bei einer Stadtkrone würde der Alexanderplatz sowas auch aushalten ohne das der "heilige" Fernsehturm als Platzhirsch seine wirkung verlieren würde.
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Alt 09.02.18, 13:14   #621
Bau-Lcfr
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Bau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle ZukunftBau-Lcfr hat eine wundervolle Zukunft
Zitat:
Zitat von Architektenkind Beitrag anzeigen
... Übrigens scheint der vorauseilende Zorn gegenüber Lompscher und Lüscher nach wie vor Deine Wahrnehmung zu beeinflussen: Die von Dir gelobte Vision von Libero zeigt elf neue Hochhäuser, die allesamt gleich hoch sind ....
Wo genau habe ich im verlinkten Posting oder einem anderen im Thread etwas über die Frauen L. geschrieben? Ich glaube mich strikt auf gewünschtes Ergebnis konzentriert zu haben, ohne ein Wort zum Politintrigewesen.

Dass die Höhen in der Vision Liberos gleich sind, ist mir aufgefallen, daher schrieb ich nur was von der Formenvielfalt. Wenn ein besseres Vorbild gewünscht ist, in London sind genauso die Formen wie die Höhen differenziert - in der City ebenso wie in Canary Wharf. Dort wurden schon die ersten drei Hochhäuser so konzipiert, dass One Canada Square, von zwei niedrigeren Türmen flankiert ist - inzwischen stehen viele sehr unterschiedliche. Oder ohne weit zu suchen - am Potsdamer Platz sind die Formen stark unterschiedlich, verschiedene Fassaden und auch die Höhen nicht alle gleich.
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Alt 09.02.18, 14:22   #622
Hallole
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In einem Gastbeitrag stellt der Projektentwickler Minerva (u.a. Libeskinds "Sapphire") seine Sicht auf die Hochhaus-Debatte insbesondere rund um den Alex dar: http://www.wiwo.de/finanzen/immobili...42854-all.html
Demnach sollten die Hürden für Spekulanten erhöht und für Investoren mit ehrlichen Bauabsichten gesenkt werden, damit die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Hauptstadt endlich Fahrt aufnehme. Auch steuerliche Anreize wie das Wegfallen der Grundsteuer könnten horizontale und vertikale Wohnprojekte stimulieren. Genehmigungsprozesse für Dachgeschossausbau, Baulückenschließungen und Umnutzungen sollten demnach vereinfacht werden, wenn diese der Wohnraumschaffung dienten.
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Alt 09.02.18, 23:08   #623
Kleist
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Kleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes Ansehen
... der Alex eignet sich nur m.E. nur bedingt um die Berliner Stadtraumplanung zu kritisieren. Die tabula rasa Hochhaus Planungen der 90er Jahre waren unrealistisch, wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch.

Zwanzig Jahre lang wollte aus wirtschaftlichen ERwägungen niemand Hochhäuser bauen und jetzt, wo es Bestrebungen gibt, bocken die Politik und Stadtplanung. Nicht nur am Alex.

Das ganze Dilemma wird viel mehr an Entwicklungsgebieten wie der Europacity deutlich. Zentral gelegen, musste man keine Rücksichten auf Bestandsbebauung nehmen, trotzdem ist das Ergebnis äusserst mager und im internationalen Vergleich unwürdig / unterdurchschnittlich.
Berlin rühmt sich gern seiner Kreativität und Diversität, in der Stadtplanung ist aber das Gegenteil der Fall. Ideenlos, hausbacken, innovationsfeindlich, antimodernistisch, ultrakonservativ.
Fr. Lüscher ist eine Frau der Moderne, die sich bemüht, aber sie sollte m.E. zusammen mit Fr. Lompscher vom Hofe gejagt werden.
Es fehlen die sichtbar positiven Ergebnisse. Wenn die Frauen Lüschlompscher schon keine Hochhäuser mögen, so sollten sie wenigstens vorzeigbare Projekte / Ideen in der horizontalen Stadtplanung aufweisen. Aber das ist auch nicht der Fall. Schaut mal in internationalen Architekturforen, was weltweit für tolle Projekte im Städtebau ausserhalb des Hochhaussektor verwirklicht werden, gerade auch in weniger wohlhabenden Ländern und auch im Sozialwohnungsbau. Da kann man nur neidisch werden.
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wenn nicht anders angegeben, sind die Bilder in meinen Beiträgen von mir und generell gemeinfrei
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Alt 09.02.18, 23:24   #624
Rotes Rathaus
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Mir geht es garnicht darum auf den Unterschichten rumzutrampeln. Ich bin beruflich inzwischen viel in Marzahn-Hellersdorf unterwegs und arbeite gerne mit den Menschen dort. Ich finde es auch grundsätzlich gut, wenn es in der Innenstadt Sozialwohnungen gibt usw.

Ihr ganzen hochtrabenden hobbysoziologen findet es vermutlich banal, aber mir geht es tatsächlich um die Ästhetik. Ich liebe die Stadt und ihre Gebäude. Springfuhl oder den Platz der Vereinten Nationen finde ich jedoch öde und traurig. Ich würde mir wünschen, dass man im Wohnungsbau woanders anknüpfen könnte. Und natürlich das aus dem Alexanderplatz etwas interessantes, würdiges und schönes wird. Leider sind meine Vorstellungen mit Lompscher oder Klarenbach nicht deckungsgleich, weshalb mir zunächst nur Krokodilstränen bleiben.

Das Berlin zum Teil leider etwas verwahrlostes anhaftet, ist im Übrigen nicht von der Hand zu weisen.
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Alle dargestellten Abbildungen - falls nicht anders angegeben - stammen von mir (© Rotes Rathaus).
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Alt 10.02.18, 12:21   #625
hensi
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hensi hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von Kleist Beitrag anzeigen
... der Alex eignet sich nur m.E. nur bedingt um die Berliner Stadtraumplanung zu kritisieren. Die tabula rasa Hochhaus Planungen der 90er Jahre waren unrealistisch, wirtschaftlich wie gesellschaftspolitisch.

Zwanzig Jahre lang wollte aus wirtschaftlichen ERwägungen niemand Hochhäuser bauen und jetzt, wo es Bestrebungen gibt, bocken die Politik und Stadtplanung. Nicht nur am Alex.

Das ganze Dilemma wird viel mehr an Entwicklungsgebieten wie der Europacity deutlich. Zentral gelegen, musste man keine Rücksichten auf Bestandsbebauung nehmen, trotzdem ist das Ergebnis äusserst mager und im internationalen Vergleich unwürdig / unterdurchschnittlich.
Berlin rühmt sich gern seiner Kreativität und Diversität, in der Stadtplanung ist aber das Gegenteil der Fall. Ideenlos, hausbacken, innovationsfeindlich, antimodernistisch, ultrakonservativ.
Fr. Lüscher ist eine Frau der Moderne, die sich bemüht, aber sie sollte m.E. zusammen mit Fr. Lompscher vom Hofe gejagt werden.
Es fehlen die sichtbar positiven Ergebnisse. Wenn die Frauen Lüschlompscher schon keine Hochhäuser mögen, so sollten sie wenigstens vorzeigbare Projekte / Ideen in der horizontalen Stadtplanung aufweisen. Aber das ist auch nicht der Fall. Schaut mal in internationalen Architekturforen, was weltweit für tolle Projekte im Städtebau ausserhalb des Hochhaussektor verwirklicht werden, gerade auch in weniger wohlhabenden Ländern und auch im Sozialwohnungsbau. Da kann man nur neidisch werden.
Da kann ich dir und vielen anderen hier, die das auch so sehen nur recht geben, leider, denn ich wünsche mir auch seit Jahren mehr Mut und Tatendrang der Verantwortlichen. Es ist ein Trauerspiel was da am Alex veranstaltet wird.
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Alt 10.02.18, 12:31   #626
Hallole
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Ergänzend zum von mir oben verlinkten Artikel noch zwei vorausgegangene Artikel: https://www.welt.de/wirtschaft/artic...lin-bauen.html
https://www.welt.de/wirtschaft/artic...Toiletten.html
Demnach will Libeskind "bald" (Stand: 2015..) in Berlin Sozialwohnungen bauen, die Details seien leider noch nicht spruchreif. Unglücklicherweise sei Sozialbau nach dem Krieg ein Synonym für Mittelmaß geworden: anonyme, herzlose Häuserblöcke, die nur Kriminalität und Unzufriedenheit produzierten. Auch in der chinesischen Stadt Wuhan baue er derzeit Sozialwohnungen. Er habe versucht, ein Umfeld zu schaffen, in dem er selber gern leben würde – „und der Vorsitzende der kommunistischen Partei“.

Während es für den Alex einen Masterplan seit 1993 (?) gibt und sich im Wesentlichen seitdem *nichts* getan hat, wird der Masterplan für die Europacity aus dem Jahre 2009 (?) nun tatsächlich umgesetzt - bis ca. 2023 geben die zahlreichen Bauherren sich dort selbst laut Publikationen.
Und bis dann werde ich mir eine Meinung bilden zur Europacity, vorher nicht.

Der Treppenwitz der Geschichte ist aber IMHO absehbar:
Die Entscheidungen über die Umsetzung weiterer [reiner Büro-]Hochhäuser in der Europacity (als Abschluss im Norden und direkt neben dem Hauptbahnhof) fallen 2018/19 und werden auch umgesetzt.
Dagegen wird sich am Alex kaum etwas tun - nicht zuletzt, weil die Finanzierung schwierig(er) wird (höhere Zinsen etc.).
Und genau vor diesem Hintergrund sehe ich auch obigen Artikel des Libeskind-Projektentwicklers unter #622.

Merke: Die nächste Finanzkrise und damit auch Immobilienkrise kommt bestimmt (zuletzt 2008-2010)..
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Alt 10.02.18, 13:05   #627
rilla90
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rilla90 wird schon bald berühmt werdenrilla90 wird schon bald berühmt werden
Ich denke schon,dass sich am Alex in den nächsten Jahren so einiges tun wird.
Schließlich steigen die Büromieten,es gibt kaum noch freien Büroraum im Zentrum,die Übernachtungen werden in Berlin auch steigen,also zumindest sollten Büro/Hotelhochhäuser entstehen.

Bringt ja auch nichts irgendwo zu investieren,da können die Zinsen auch so niedrig sein,wenn man das Gebäude nicht belegen kann.
Und wenn keine Hochhäuser in Berlin gebaut werden,dann wird der moderne Büroleerstand in zentralen Lagen bald bei 0 sein und die Spitzenmiete liegt wohl jetzt schon bei weit über 30 Euro,mit viel Luft nach oben.Dürfte sich also trotz hohen Zinsen noch lohnen.

Die Europacity HH kann man dann wohl eher mit dem Hines-Projekt vergleichen.Durch die S-Bahn wird sich der Bau wohl noch ewig hinziehen.Selbst das 84 Meter Hochhaus am Europaplatz soll erst frühestens 2020 starten.Der 100 Meter Turm wird sicherlich nicht vor 2025 fertig.Bis dahin könnten alle Hochhäuser am Alex stehen.
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Alt 10.02.18, 13:26   #628
Hallole
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^ Zu den Europacity-HH: http://www.stadtentwicklung.berlin.d...ktBlaetter.pdf
Nördlicher Abschluss / Projektnr. 19: "Bauzeit 2019 bis 2022";
"Hochhaus am [nördlichen] Europaplatz" / Projektnr. 35: "Bauzeit voraussichtlich 2020 bis 2021"

Zu Ersterem soll 2018 die Entscheidung fallen, nicht zuletzt in Hinblick auf die Finanzierung eines neuen S-Bahnhofs dort.

Insgesamt dürfte die Europacity von der steigenden Büronachfrage und der Nähe zum Hauptbahnhof profitieren.

PS: http://www.stadtentwicklung.berlin.d...igentuemer.pdf
Dort ist unter Nr. 39 für das geplante HH direkt neben dem Hbf ebenso CA Immo als Eigentümer verzeichnet wie für Nr. 29, 30ff. - letztere sind bislang noch *gar nicht* projektiert, bilden also Vorhalteflächen..
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