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Alt 28.08.17, 00:01   #151
nothor
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Kleinreuther Weg

Der Kleinreuther Weg hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre deutlich gewandelt und seine Transformation ist noch nicht abgeschlossen. Das kleine Gebäude Nr. 32 (Vorzustand) ist längst verschwunden, an seiner Stelle befindet sich nun eine ausbetonierte und mit Regenwasser vollgelaufene Grube:



Irgendwer hat werweiß wieso einen kleinen Baum in einem Pflanztopf inmitten auf die neue Erdgeschossdecke gestellt. Vermutlich sind nicht alle glücklich mit diesem Projekt, zu dem sich leider auch vor Ort keine aussagekräftigen Infos finden lassen. Was entsteht hier, wie wird es aussehen und wann ist es fertig?

Nicht viel besser, aber immerhin zügiger, geht es an der Ecke zur Cranachstraße voran. Dort entsteht tatsächlich genau auf dem kleinen Eckgrundstück, das wunderbar nun hätte eine Platzanlage ergeben können, ein seltsames 3-Familien-Haus:



Es wird für die Straße ganz entscheidend sein wie das Haus aussehen wird, da es weiter in den Straßenraum hineinragt als der riesige Neubaukomplex dahinter.

Ich hoffe dass es etwas ansehnlicher wird als die nun vom Gerüst befreiten "Mariensuiten", die in feinstem Sozialwohnungscharme daherkommen, obwohl man Luxuspreise für die Eigentumswohnungen latzen musste.



Das langweige Weiß und die Fenster, die wie verprügelt mit blauem Auge wirken, schauen nicht sehr feudal aus. Das gewählte Farbkonzept ist leider komplett dem Zeitgeist unterworfen und passt nur schlecht in den Straßenzug, in dem gedämpfte und erdfarbene Töne dominieren. Abwarten, wie sich das weiß entwickelt wird. Es winken grüne und schwarze Algenflecken.



Das Baufeld war ein ehemaliger Werkstattbetrieb und liegt rückwärtig L-förmig zwischen Kleinreuther Weg und Cranachstraße. Der neubau Cranachstraße 21 ist im gleichen Design entstanden. Immerhin, hier wirkt die niedrigere Traufhöhe und die Balkone mit den Farbglas freundlicher.



Hier zeigt sich was gemeint ist wenn die Stadt die massive Nachverdichtung der Innenstadtbereiche forciert, und sogar in den Büros der Bauverwaltung nach Brachen und unbebauten Grundstücken gesucht wird, um Bauträger/Investoren mit Grundstückseigentümern zusammenzubringen, um die Schaffung von Wohnraum voran zu bringen. Die Stadt übernimmt hier gleichsam Maklertätigkeiten für die Bauträgerschaft. Einer der Nürnberger Bauträger hat es in diesem Zusammenhang bisweilen geschmacklos übertrieben.
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Alt 21.01.18, 11:26   #152
nothor
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Kleinreuther Weg

Die vollgelaufene Baugrube in am Kleinreuther Weg 32 ist immernoch da. Ein Trauerspiel, was hier an diesem vielversprechenden urbanen Ort passiert. Erst wird offensichtlich völlig überhastet der gut erhaltene Bestand abgeräumt, um dann dieses Trümmerfeld zu hinterlassen, das sich mit Wasser und Unrat füllt. Gebäudeabrisse sind immer noch zu billig und passieren viel zu schnell.



Und an der Ecke zur Cranachstraße ist das seltsame Mehrfamilienhaus nun auch fast fertig. Es ist ein merkwürdiges Turmhaus entstanden, das zudem auch eien andere Baulinie verfolgt als der von Schultheiss kürzlich errichtete Bestand:





Dabei wurde der Bau mitten auf dem Gehweg errichtet und hat Straßenseitig keinen Gehweg. Schaut irgendwie nach einem Schwarzbau aus, aber ich vermute dass hier bald eine Straßenverengnung den Gehweg ein paar Meter in die Straße verschiebt:



Dabei wirkt der schmucklose Bau mit seinen Schießschartenfenstern etwas aus der Zeit gefallen, und passt irgendwie nicht mehr in den heutigen Zeitgeschmack. Die Bauzeit von gefühlten 6 Monaten verstärken den Eindruck des hastigen Baus zusätzlich. Aus meiner Sicht der gestalterische Tiefpunkt des Kleinreuther Wegs, der seinen Charakter damit in den letzten 5 Jahren völlig verändert hat.
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Alt 22.01.18, 12:46   #153
SteffenSetzer
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Ich finde den Bau dieses Gebäudes nahezu skandalös und nur der Geldgier eines Einzelnen zu verdanken. Das Gebäude steht zu weit vorne, ist hässlich und unpassend. Eine Grüngestaltung der Ecke hätte dem jetzt verdichteten Bereich gutgetan. Das Ganze ist ein optischer Schlag ins Gesicht und hätte torpediert werden müssen. Baurechtliche Gründe hätten sich finden lassen.
Auf einem der Bilder hier -> http://dernuernberger.blogspot.de/20...uther-weg.html ist der Vorzustand zu sehen, und der Schultheiss-Plan, das kleine Gründstück gehört(e) leider einem anderen. Selbst das alte Haus an der Ecke aufzumöbeln und mit einem Kiosk o.ä. zu versehen wäre eine bessere Lösung gewesen
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Alt 22.01.18, 18:56   #154
Dexter
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Dexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfachDexter braucht man einfach
Dieses Ding ist so unterirdisch, da fällt einem wirklich nichts mehr ein.
Echt tragisch, das alte Häuschen hat dem Neubau dahinter einiges an Schwere genommen, eine Renovierung und Nutzung als Shop/Cafe oder sonstwas hätte der ja ungewollt entstandenen Platzsituation gut getan.
Aber das ist nun ein echter Schlag in die Magengrube...


d.
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Alt 23.01.18, 11:11   #155
Denkmalfreund
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Da gibt es eigentlich nur eine sinnvolle Lösung zu diesem Bau: Abrissbirne!
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Alt 23.01.18, 16:35   #156
nenntmichismael
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Architektonisch ist Nürnberg auf dem Weg zurück Richtung 2. Weltkrieg. Mehr Bunker hat man damals auch nicht gebaut......

Es ist wirklich unfassbar, mit was für Machwerken man in Nürnberg die Straßenzüge verunstalten darf. Es tränen einem die Augen, wenn man sich die im Hipfelshof-Strang verlinkten Architekturbeispiele für moderne Wohnbebauung in Düsseldorf anschaut. Dort: Stil. In Nürnberg: Tristesse.
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Alt 23.01.18, 20:48   #157
nothor
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Ich verstehe auch nicht was das städtebaulich soll. Hier wurden nicht nur mickrige drei Wohnungen geschaffen, die ich eher für unattraktiv halte, denn zu allen Seiten gibt es nur geringe Abstände zu den Nachbargebäuden - wer es privat mag lässt die Rollläden runter. Die Grundfläche ist jetzt auch nicht so üppig - vielleicht 70 bis 100 qm?
Und die Nachbarimmobilien profitieren davon auch nicht, sie bekommen den wohl hässlichsten Kasten vor das Fenster gestellt den man sich vorstellen kann. Wenn das mal nicht auch wertmindernd auf die Umgebung wirkt, vor allem auf die frisch fertiggestellten Eigentumswohnungen von Schultheiss. Dieses Beispiel ist für mich ein Schreckgespenst der Verdichtung, so geht es definitiv nicht. Was sind hier stattdessen für die Quartiersentwicklung für Möglichkeiten verschenkt worden, ein kleiner Platz mit Grünfläche hätte entstehen können zusammen mit einem kleinen Café gegenüber, denn in den Altbauten ist ja jeweils Gastronomie im Erdgeschoss.

Da bekomme ich echt Zweifel an der Liebe zu Nürnberg in unserer Lokalpolitik und Stadtverwaltung.
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Alt 24.01.18, 11:37   #158
DS-17
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Man könnte viel erreichen, wenn man nur wollte. Würde man zB die Schultheiss-Häuser wenige Meter nach hinten versetzten, dann könnte man im vorderen Bereich Bäume pflanzen. Das würde das gesamte Straßenbild unglaublich aufwerten mit minimalem Pflegeaufwand. Von dem Betonbunker gar nicht erst zu sprechen. Das ist an Beispiellosigkeit eines Investmentobjekts gar nicht mehr zu übertreffen. Wer sowas genehmigt, dem gehört gekündigt.
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Alt 28.01.18, 21:36   #159
Planer
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Jetzt ist mal wieder gut. Durchatmen und beruhigen.

Der Neubau ist sicher nicht preisverdächtig. Ich echt, bin am Wochenende vorbei gekommen, sieht er nicht ganz so schrecklich aus wie auf den Fotos. Der oben angesprochene Platz war/ist vollkommen unrealistisch.

zur Erinnerung kurz die Historie: Fa. Sch. hat hier mehrere Grundstücke gekauft und ein großes Ensemble geplant. Nicht verkauft habe die Eckgrundstückbesitzer. Das wurde, u.a. hier im Forum, durchaus gutgeheißen. Würde doch endlich jemand dem Gelde widerstehen und Fa. Sch. die Stirn bieten. Sch. ließ es sich nicht gefallen und plante um und um das Eckgrundstück herum. Heraus kam der "Eck-Platz". Dann wollten die Eckgrundstückbesitzer doch verkaufen, aber da wollte Sch. nicht mehr. Die Re-Retourkutsche war dann vermutlich dieses Bauwerk, um Sch. einen vor den Latz zu knallen...


- der Ruf nach einem Platz mag berechtigt / sinnvoll sein, ist an dieser Stelle bei dieser Vorgeschichte aber nicht drin (außer ein Mäzen hätte den Grund gekauft und verschenkt)
- So weit ist weiß, sind im Sch.Bau v.a. Mietwohnungen einer Immogesellschaft - es betrifft. also keine/kaum Privateigentümer
- Stadtverwaltung und Lokalpolitik haben in so einer Situation wenig bis keine Möglichkeit solange die (rechtlichen) Vorgaben eingehalten werden (außer einen der beiden Auszubezahlen - das wäre aber politischer Selbstmord - man bedenke die mögliche Schlagzeile: "Stadt bezahlt 1.000.000 € für 100qm Grünfläche!!!")
- und genau das ist gut so!

Und zu guter Letzt:
Wo kämen wir den hin, wenn eine Verwaltung "Ästhetik", "Schönheit", "Gefallen" oder ähnliches prüfen und entscheiden würde! Eine Verwaltung hat die Aufgabe, Gesetze anzuwenden und durchzusetzen. Wenn alle baurechtlichen Vorgaben eingehalten werden, dann ist eine Genehmigung zu erteilen und dann darf gebaut werden. Egal ob es einem persönlich gefällt oder nicht. Eine Verwaltung darf auch nicht einfach die Vorgaben ändern oder neue aufstellen, nur weil sich zwei mögliche Vertragspartner nicht einigen wollen / können.
Es gibt in Nbg. und an der Stadtverwaltung (und noch mehr an der Lokalpolitik) sicher viel zu kritisieren. Aber bitte beachten, wer für was Verantwortung trägt. Hier sind andere "Schuld".
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Alt 29.01.18, 21:52   #160
nothor
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@ Planer: Deine Argumente sind natürlich korrekt. Ich habe mir ebenfalls schon gedacht, dass da wohl kaum ein Platz hinkommen würde, denn irgendwer muss den Abriss der Altbaus bezahlen, und dann auf den Gewinn durch einen Neubau verzichten, im Gegenteil, die Anlage einer Grünfläche kostet ja auch noch ein paar Groschen.

Allerdings deine Grundeinstellung teile ich nicht so ganz. Ich bin der Meinung, das gerade die Stadtverwaltung zuständig ist für den Städtebau, Stadtplanung und damit auch Stadtgestaltung. Was bei Verkehrsprojekten üblich ist, nämlich der Ankauf von Grundstücken um darauf eine Straße, eine Haltestelle oder eine Tram-Wendeschleife zu bauen, wäre auch hier gegangen. Dazu lagen nur offensichtlich nicht die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen vor, oder es fehlte am Willen. Ich glaube kaum dass jemand etwas gegen einen Platz gehabt hätte. Eine Million für das Grundstück - meinetwegen incl. Abrisskosten - erscheint mir dann hier auch zu hoch gegriffen. Wieviel Marge mag denn der kleine Neubau mit den wenigen Wohneinheiten und ohne jeglichen Hof oder Garten bringen?

Schlußendlich lässt mich deine Einschätzung, dass wir hier den steingewordenen Zwist eines unwilligen Alteigentümers mit einem umstrittenen Bauträger dauerhaft im Straßenbild haben, sehr unbefriedigt zurück. Schade für all jene, die das täglich sehen müssen und um deren Meinung sich aber niemand schert.
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Alt 30.01.18, 08:08   #161
DocHobbit
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DocHobbit hat die ersten Äste schon erklommen...
Ganz so einfach darf man die Verantwortung auch nicht der Stadt in die Schuhe schieben. Abgesehen von haushaltsrechtlichen Hürden (verfügbare Mittel, mittelfristige Investitionsplanung) hätte so ein Eingreifen der Kommune eine fatale Außenwirkung für künftig ähnlich gelagerte Fälle.
Die Grundbesitzer könnten dann bei den Bauträgern noch höher Pokern, denn falls es nicht klappt, drohe man einfach mit einen unpassenden, aber rechtlich möglichen Neubau, denn die Stadt wird dann das Grundstück schon kaufen. Und falls es dann doch nicht gemacht wird, kommen Nachbarn, Bürgerverein und Bauträger und beschweren sich, dass es bei diesen Projekt ja gemacht wurde.
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Alt 30.01.18, 22:42   #162
Planer
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Planer könnte bald berühmt werden
Natürlich ist eine Stadtverwaltung zuständig ist für Städtebau und Stadtplanung. Für Stadtgestaltung aber dann schon weniger und vielleicht noch indirekt. Bloß trifft hier in diesem Fall eigentlich nichts zu. Außer vielleicht peripher der Punkt Stadtgestaltung, der aber wiederum eher ästhetisch und weniger normativ zu verstehen ist (s.o.).

Das Straßenbild wiederum ist das Ergebnis vieler einzelner Bausteine / Komponenten. Teils geplant / teils ungeplant entstanden. Erweitert man es über den öffentlichen und evtl. noch repräsentativen Bereich hinaus (Kirchen, Eckgebäude an großen Kreuzungen, hohe Kamine, usw.), dann wird das Straßenbild auch und gerade durch private Bauten auf privatem Grund geprägt. Im Zuge des Neoliberalismus, der Rufe nach "einem schlanken Staat", Entbürokratisierung usw. usf. wurden rechtliche Eingriffs- und Vorgabemöglichkeiten für die öff. Hand erst massiv beschnitten (keine Gängelung der Bürger und der Wirtschaft) und dann Personal massiv reduziert ("sparen"). In der Folge fehlt es also der öff- Verwaltung (auch für Fälle wie diesen hier) sowohl an rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten als auch an den personellen Ressourcen.

Und was konkret hätte "die Verwaltung" Deiner Meinung nach anders machen sollen? Das Grundstück ankaufen? Vielleicht wäre es inkl. aller NK auch für deutlich weniger als 1 Mio. € möglich gewesen , aber für welchen Zweck? Was wäre dann mit dem Grundstück passiert? 10 Jahre Brachfläche, weil keine Bearbeiter frei sind? Verschenken an Fa. Sch.? Mit einem städtischen Prachtgebäude bebauen?
Schnell eine Veränderungssperre verhängen und einen B-Plan aufstellen / ändern (ich habe keine Ahnung, ob es hier einen B-Plan gibt), und dafür die Arbeiten an den Planungen Brunecker Str., Umgestaltung Bahnhofsplatz oder ??? liegen lassen?
Den Bau von ca. 70 Wohnungen nicht genehmigen, bevor das zwischen den Kontrahenten nicht geklärt ist (wofür schon die Rechtsgrundlage fehlt...)?

Für alle realistischen und unrealistischen Möglichkeiten ist die Ecke weder wichtig noch interessant genug, noch eine Verwaltung vielleicht überhaupt zuständig. Das mag für den hier zufällig wohnenden oder vorbeikommenden Architekturinteressierten ärgerlich bis schmerzhaft sein, ist am Ende aber doch nur max. ein Problemchen.
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Alt 31.01.18, 09:54   #163
Michel
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Klar, die Hauptschuld trägt natürlich der Bauherr des schrecklichen Eckkastens. Warum schreibt man dem nicht mal einen Brief, der ihn höflichen daran erinnert, dass seine Entscheidungen auch andere Menschen betreffen?
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Alt 31.01.18, 23:08   #164
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Zitat:
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Und was konkret hätte "die Verwaltung" Deiner Meinung nach anders machen sollen? Das Grundstück ankaufen? Vielleicht wäre es inkl. aller NK auch für deutlich weniger als 1 Mio. € möglich gewesen , aber für welchen Zweck? Was wäre dann mit dem Grundstück passiert? 10 Jahre Brachfläche, weil keine Bearbeiter frei sind? Verschenken an Fa. Sch.? Mit einem städtischen Prachtgebäude bebauen?
Das Grundstück ist ja kaum größer als der Gehweg, es wäre also ein überschaubarer Aufwand gewesen den Altbau abzuräumen und die Fläche zu flastern, um später für ein bisschen Gestaltung zu investieren was nun sowieso mit den Gehwegen passiert (wobei ich glaube dass das Schultheiss aufgebrummt wurde).

Ich gebe dir Recht, es fehlt aus den bekannten Gründen hierzu an rechtlicher Handhabe und an Ressourcen. Das ist aber kein Naturgesetz sondern ginge auch anders: Die Gurtpflicht, das Rauchverbot, die Pfandflaschen, diese jeden betreffende und von einigen als belastend empfundenen Regelungen wurden schließlich auch durchgesetzt. Das wäre m.E. hinsichtlich einer Gestaltungssatzung, von der alle profitieren würden und sich nur wenige gegängelt fühlten (obwohl diese sicherlich ebenso profitieren würden) auch möglich und in meinen Augen sehr wünschenswert.

Gottseidank wohne ich schon in unverbaubarem Umfeld, einfach weil dort alles schon in Traufhöhe bebaut ist. So einen unansehnlichen Kasten möchte ich nicht direkt vor den Balkon gestellt bekommen.
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Alt 14.02.18, 21:12   #165
nothor
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Innerer Kleinreuther Weg

^
Wie die Protokolle des BKB verraten wird am Inneren Kleinreuther Weg ein weiteres Bauprojekt geplant. Die Adresse befindet sich unweit der hier bereits diskutierten Bauprojekte am Kleinreuther Weg stadteinwärts kurz vor dem Friedrich-Ebert-Platz.

https://www.nuernberg.de/imperia/md/...0201_03_pr.pdf

Dabei geht es um die Bebauung einer seit Jahrzehnten unbebauten Fläche zwischen den Brandwänden zweier gut erhaltener Jugendstilhäuser, hier vom Friedrich-Ebert-Platz aus gesehen:



Aus der entgegengesetzten Richtung von der Kressenstraße aus gesehen:



Im heutigen Stadtanzeiger wurde ausführlich über das Projekt und die Einwände des BKB an den aktuellen Planungen daran berichtet. Insbesondere wird darin auf das üppig vorhandene Grün aufmerksam gemacht, vom dem es auf dem nah gelegenen Friedrich-Ebert-Platz ja nicht so viel gibt:



Der von Schultheiss mit den Planungen beauftragte Architekt hat witzigerweise auch am missglückten Friedrich-Ebert-Platz mitgewirkt, der heute ja eher als verunglückte Betonorgie gilt und den man so lieber nicht nocheinmal bauen würde. Doch nicht nur so viel Grün wie möglich gilt es zu erhalten, sondern auch in geeigneter Weise Rücksicht zu nehmen auf eines der ältesten Häuser der Nürnberger Nordstadt im Innenhof des Blocks:



Das Gebäude steht wie die anderen gezeigten auch unter Denkmalschutz und stammt noch aus dem 16./17. Jahrhundert. Idealerweise wählt man für einen passenden Neubau direkt davor nicht das Stilmittel des größten Kontrasts, um im Ergebnis ein schreiendes Straßenbild zu haben. Richtigerweise fordern daher der BKB mehr Informationen zur Materialität der Fassade und eine ingesamt schlankere Baufigur, die nicht so weit in den Hof hineinreicht. Im Stadtanzeiger war schon eine entsprechend abschreckende Visualisierung zu sehen, in der anstelle der Bäume eine große, weiße Kiste mit Zinkdach steht. Das wird bestimmt noch interessant.
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