Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Regionale Themen > Osten > Berlin/Potsdam

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 20.12.13, 22:01   #76
Haufen
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 29.05.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 42
Haufen könnte bald berühmt werden
^^
Guter Beitrag, abgesehen von deinem Faible für den Kohlmayer-Entwurf stimme ich dir in allen Punkten zu. Auch ich bin ein reger Nutzer der AGB wann immer ich in Berlin bin. Faszinierend ist die Offenheit der Bibliothek: An den Obdachlosen stört sich kein Mensch, Jugendliche kommen um ihre Hausaufgaben zu machen und Studenten gehen ihrer Arbeit nach. Gleichzeitig ist die Bibliothek ein beliebter Treffpunkt und Ort zum Verweilen. Gerade nach Feierabend herrscht teilweise ein ziemlicher Trubel welcher allerdings die harmonische Atmosphäre nicht im geringsten stört. Zu glauben diese Situation künstlich und im größeren Maßstab mit einer "Kulturmaschine" (Ich denke der Begriff triffts genau) auf dem Tempelhofer Feld reproduzieren zu können, ist naiv und m.M.n. schlichtweg nicht möglich. Glücklicherweise besteht ja noch die Möglichkeit dass das Ganze abgeblasen wird. Angesichts der leeren Kassen Berlins und dem Umstand das die Nutzer einen Neubau gar nicht fordern bzw. wollen, dürfte die Realisierung des Projekts der Öffentlichkeit dann doch schwer vermittelbar sein.
Haufen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 17:23   #77
Eisber
 
Beiträge: n/a
In diesem Fall hoffe ich einfach, dass die klammen Kassen einer Verwirklichung letztlich im Wege stehen.

@Chandler
Die einzelnen Standorte bisher, es handelt sich ja nicht um hunderte, haben für sich genommen bereits eine riesige Auswahl an Präsenzbeständen. Spezialinteressen wird man auch an jedem zukünftigen Standort aus dem Magazin oder per Fernleihe bedienen müssen, man kann einfach nicht alle Bücher im Präsenzbestand aufstellen (allem Hype um die Ebooks zum Trotze gab es noch nie soviele Neuerscheinungen von Büchern in Papierform wie heutzutage). Und wenn ich bedenke, dass ich nun bereits seit ca. 20 Jahren im Internet und mit einem eigenen PC zugange bin, wieviele Computergenerationen inkl. diverser Dateiformate ich seitdem habe kommen und gehen sehen (ich habe irgendwo auch noch alte Disketten rumliegen, die ich mangels Lesegerät gar nicht mehr einlesen könnte, selbstgebrannte CD-Roms die nur ein paar Jahre alt sind, sind auch schon nicht mehr lesbar und deren Daten für immer verloren, obwohl es das Lesegerät sogar noch gibt),... dann komme ich zu dem Schluss, dass ich dann doch lieber auf das Buch als langfristigen Wissensspeicher setze. Das einzige Lesegerät, was ich hierfür brauche, sind meine Augen und etwas Licht. Aber warum einfach, wenn es auch teuer, fehleranfällig und komplitziert geht?

GERADE Technikaffine und Informatiker usw. mit denen ich über das Thema Ebooks gesprochen habe teilen da meine Ansicht voll und ganz, auch aus dem kulturellen Aspekt heraus, dass es doch mal ganz schön ist in seiner Freizeit mal ausnahmsweise auf keinen Bildschirm zu starren und kein Plastik in den Händen zu halten. Dieses Bedürfnis nach Eskapismus aus dem "digitalen Alltag" wird es vermutlich in Zukunft sogar noch vermehrt geben, je weiter der Siegeszug des Digitalen voranschreitet. Ich fände daher auch konzeptionell ein "mehr an Breite" zeitgemäß, zusätzliche Filialstandorte zu eröffnen, die an bisherige Standorte angedockt sind. Um eben die genannten sozialen, egalitären Treffpunkte zu schaffen, die unsere Gesellschaft dringender den je bräuchte. Wenn es zutrifft, dass wir auf eine "Wissensgesellschaft" zu steuern, dann dürfen sich die wichtigen Schaltstellen der Bibliotheken nicht auf wenige Zentralstandorte konzentrieren.
  Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 17:59   #78
Chandler
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 27.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 883
Chandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz sein
@Berchen
Ich interessiere mich vor allem für aktuelle Sachbücher und Zeitschriften. Den besten Bestand zu meinen Interessen gibt es in der ZLB in der Breiten Straße und in der Humboldtbibliothek in Reinickendorf. Was es da nicht gibt gibt es auch an den anderen Standorten nicht. Dummerweise ist die Hansa-Bibilothek am günstigsten gelegen für mich. ;-)

Bzgl. Informatikproblemen und vielen anderen Fragestellungen bis hin zu handwerklichen Problemen und zum Krawatte-binden sind Anleitungs-, Lehr-, und Beispielvideos oft hilfreicher als geschriebene Texte. Viele Leute die ich kenne suchen und finden bei Youtube und anderen Videoplattformen Lösungsvideos für ihre jeweiligen konkreten Problemchen.

Bücher zu Software und Elektronikfragen sind aufgrund der schnellen Versionswechsel oft schon nach einem Jahr veraltet so dass man sich vermutlich künftig fragen wird ob sich das Drucken auf Papier überhaupt noch lohnt. Notebooknutzer gehen wohl häufig nur in die Bib. weil sich der Nachhauseweg wegen späterer Termine nicht lohnt oder sie in der eigenen Wohnung nicht die nötige Konzentration aufbringen können. Für diese Zielgruppe bräuchte es die Bücher dann gar nicht mehr. ;-)

In Sachen Treffpunkt Stadtbibliothek habe ich den Eindruck dass (abgesehen von Menschen die schon gemeinsam eintraten) in der Regel Schweigen herrscht. Aber man ist halt unter Menschen. Ein warmer, trockener, ruhiger und friedlicher Ort.
Chandler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 18:22   #79
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.662
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Was passierte eigentlich, wen man die 270 Millionen (ohne die zu vermutenden Kostensteigerungen) in die Digitalisierung und die Online-Bereitstellung steckte? Im 21. Jahrhundert ggf. der bessere Weg und für mehr Menschen ein Segen als für die Besucher der bestehenden AKB und ZLB.

Große Bestandsbibliotheken haben wir in Berlin mit der Staatsbibliothek und den Unibibliotheken ja schon zur Genüge.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 18:26   #80
Eisber
 
Beiträge: n/a
Also mein Fach ist die Juristerei, es gibt mit Sicherheit kein zweites Fachgebiet, in dem gerade gedruckte Bücher so schnell eigentlich schon wieder veraltet sein können. Eine kleine Änderung durch den Gesetzgeber und ganze Bibliotheken haben nur noch historischen Wert. Nur, wenn ich mit Büchern arbeite, dann lese ich die doch nicht wie einen Roman. Gerade dann ist pragmatisch das Umherspringen im Buch, das parallele Bearbeiten mehrerer Bücher (eine unendliche Fußnotenstrecke...), inkl. Gesetzeskommentar und Gesetzesbuch einfach die Regel. Da liegt der ganze Tisch voll mit Büchern, die ich alle gleichzeitig brauche und im Blick habe. Und irgendwelche Zeitschriftenaufsätze noch dazu. Ohne jeweils was neu aufrufen zu wollen und zu müssen, mich mit irgendwelchen Seitenwechselautomatismen herumärgern zu wollen.. ich habe das alles probiert. Der Ebook-Reader, ein Testsieger, liegt ungenutzt im Regal. Es ist einfach weniger praktikabel, gerade für mich als "Lesearbeiter" (gar nicht zu Reden von der Arbeit mit eigenen Büchern, in die man auch Notizen einbauen kann, was per Handschrift, ich beherrsche natürlich 10 Finger Tippen, einfach immer noch am leichtesten und schnellsten geht; aber hier geht es ja um Bibliotheken und nicht den persönlichen Handapparat).

Nicht einmal für die naheliegenden Gesetzestexte, die laufend aktualisiert werden, lohnt sich ein Ebook-Reader für mich. Die Arbeit ist einfach zu umständlich, man muss ja unentwegt einzelne Normen nachprüfen, die über das ganze Gesetzbuch verteilt sind. Da ist die Navigation per Lesegerät, die nochmal "zwischengeschaltet" ist, einfach ein zusätzlicher Aufwand. Wenn man viel Texte lesen muss, dann reduziert man das Drumherum eben gerne auf das Wesentliche. Das mag bei Gelegenheitslesern im Umgang mit einem Bestseller anders sein, aber die sind ja auch nicht die alleinige Zielgruppe von Großbibliotheken. Ich würde sagen dass sich langfristig eine ähnliche Entwicklung abzeichnet, wie schon im Rechtsverkehr. Dort werden Dinge des täglichen Lebens per Fax, Email, fernmündlich und sogar per SMS wirksam geregelt. Je seriöser und/oder verbindlicher etwas ist, desto wichtiger ist die hergebrachte Papierform. Meinen trivialen Guten-Abend-Roman lese ich evtl. dann vielleicht auch mal auf einem Ebook-Reader. Aber ich werde immer Bücher in Papierform brauchen, insb. umfangreiche Präsenzbestände, um mich zeitsparend in neue Probleme einlesen zu können. Alleine schon die Quellensichtung ist einfach mit Präsenzbeständen in Papierform unerreicht schnell, wenn ich gar nicht weiss, wie das Buch heißt, was ich suche, dann wird es bei Ebooks eben schwer. In der Bib kann ich durch die Regalreihen laufen und die Buchrücken abscannen, auf Verdacht einzelne Bücher herausgreifen.. und plötzlich, BINGO, "genau sowas habe ich gesucht!". Medientheoretisch gibt es einfach nichts simpleres, als das Buch. Das Lesegerät sind die Augen, die Bedienung ist nicht mehr simpler denkbar (umblättern). Darum, nicht aus Nostalgie, bin ich ein großer Verfechter des Papierbuches! Billiger als die ganze Elektronik sind sie ohnehin, mit einem elektronischen Lesegerät hat man ja noch keinerlei Inhalte gekauft und die Druckkosten auf Papier sind längst so billig geworden, dass zB Fachbücher selbst bei elektronischer Publikation kaum billiger gemacht werden können. Unter dem Strich wird es also auch einfach teurer (Anschaffung der Geräte, Stromkosten, Ersatz,..).

Informationen gibt es überdies schon längst fern von geschlossenen Büchern (ob Ebook oder nicht) und dem Verlagswesen frei im Internet verfügbar, die größte bekannte Quelle dürfte hier die Wikipedia sein. Diese verweist in Fußnoten zumeist noch auf Buchquellen (ob digital oder nicht). Für den ersten Überblick oder auch das Krawatten-Tutorial sind Bücher, gleich welcher Art, aber zunehmend ohnehin irrelevant. Das ist also eigentlich eine ganz andere Entwicklung, die nur parallel stattfindet.
  Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 18:46   #81
Chandler
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 27.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 883
Chandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz sein
Die Stadt- bzw. Landesbibliothek ist aber keine wissenschaftliche Bibliothek und hat einen ganz anderen Bestand als die Universitätsbibliotheken. Da gibt es eher wenig Überschneidungen.

In der Stadtbibliothek gibt es im Prinzip all die Sachen die auch bei Dussmann herum stehen. Inklusive Musik, Filmen und Büchern für Kinder.
Chandler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 18:47   #82
Eisber
 
Beiträge: n/a
Ich wollte damit ja nur aus meiner Sicht darstellen, dass auch in Zukunft die Digitalisierung nicht dazu führen wird, dass papierne Bücherbestände obsolet werden!
  Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 19:06   #83
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.662
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
^ Letzteres hat auch niemand behauptet. Du hast in deiner Profession sicher nie in den Lesesälen der ZLB in der Breiten Straße oder der AGB am Hallesches Tor.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.12.13, 19:25   #84
Chandler
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 27.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 883
Chandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz sein
Es ist auch schwierig einzuschätzen wie schnell oder langsam die Technologie fortschreiten wird und wie schnell die Kosten dafür sinken. Es gibt zwar schon Touchdisplays in Schreibtischgröße die im Prinzip auch per Gesten- und Sprach- und Augensteuerung zu bedienen sind. Aber u.a. sind die Preise noch zu hoch.

Bis die Bibliothek in (vermutlich) vielen Jahren wirklich steht kann das aber schon ganz anders sein.
Chandler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.12.13, 12:30   #85
Eisber
 
Beiträge: n/a
Genauso wenig wie die ganze EDV zum papierlosen Büro geführt hat, es wird heute mehr gedruckt und auf Papier festgehalten denn jemals zuvor, werden Ebooks die Papierbücher ersetzen. Es wird wie bei allen bisherigen neuen Medien sein. Es wird neue Nischen geben, ganz neues Nutzungsverhalten was so mit den bisherigen Medien schlicht gar nicht existiert hat. V.a. ist die Zeit der Mediennutzung in der Geschichte mit jedem neuen Medium angestiegen, weniger haben diese sich gegenseitig verdrängt; selbst das längst totgesagte UKW Radio ist noch sehr lebendig. Natürlich sollten Bibs, zumal mit Populärliteratur, in Zukunft auch die Digitalisierung stärker berücksichtigen.

Als kleiner Exkurs hier ein Artikel, der einen kleinen Überblick über einige grundsätzliche Kritikpunkte bei Ebooks gibt: http://www.boersenblatt.net/546144/

(das Thema ist wichtig, daher bitte nicht als Off-Topic abtun sondern zumindest zur Kenntnis nehmen und bei Interesse ggf. weiter im Internet zum Thema recherchieren; ähnlich verhält es mich auch mit anderen medialen Inhalten wie zB Musik; weswegen ich privat nur Audio CDs, Papierbücher usw. erwerbe, es ist ein Unterschied ob ich körperliches Eigentum erwerbe und im Umgang mit dessen geistigen Inhalten ggf. durch Urheberrechtsgesetze beschränkt werde oder ob ich lediglich für ein Nutzungsrecht bezahle; in Kombination mit der zunehmenden Oligopolisierung auf den Medienmärkten, immer einfacherer technischer Überwach- und Kontrollierbarkeit und dem Umstand, dass wir auf eine "Wissensgesellschaft" zu steuern, könnte sich ein ganz neues Problem "besitzloser Klassen" herausbilden, bezogen auf den Besitz von Wissen. Ich möchte, wo immer ich kann, Problembewusstsein dafür schärfen. Die Begeisterung für die Digitalisierung ist mir einfach etwas zu unbefangen.)
  Mit Zitat antworten
Alt 22.12.13, 14:21   #86
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Konstantin
 
Registriert seit: 05.10.2009
Ort: Potsdam
Beiträge: 3.662
Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
^^Eben. Ich weiss ja nicht in welchem Büro Chandler arbeitet, aber dieses sollte dringend einen Organisationsbeauftragten bemühen wenn "mehr gedruckt und auf Papier festgehalten wird als je zuvor". In meinem Büro ist das wohltuend auf ein Minimum beschränkt.

Es gibt in einer Bibliothek wie der geplanten ZLB ja viele verschiedene Nutzer. Der Film ist sicher das geringste Problem - das geht eh' besser online und wird so schon von vielen Bibs praktiziert. Zeitschriften gehen auch besser online auszuleihen.

Bei Büchern mag es Einschränkungegn geben: der große Bildband über Antarktis sollte schon mindestens über einen 15-Zoller flimmern. Aber die Papierbibliotheken werden ja nicht abgeschafft in Berlin. Ich schätze, dass man mindestens 2/3 der Ausleihe auf online Umstellen kann, der Rest der Bestände geht an die Bezirksbibliotheken (Universaltitel) und an eine Fachbibliothek zur Berlin/Brandenburg-Geschichte.

Wer das große Bibliothekenerlebnis sucht kann die Stabi und die Unibibliotheken nutzen.

Das wäre ein zukunftzugewandes Vorgehen - nicht 300 Millionen in Beton, Glas und Stal pumpen.
__________________
Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
(C) für Abbildungen, soweit nicht anders angegeben, bei mir
Konstantin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.12.13, 15:44   #87
Eisber
 
Beiträge: n/a
V.a. weiss ich auch wirklich nicht wozu. Egal wie man die Proportionalitäten nun umschreiben will, ist, dass die Mediennutzung sich immer weiter diversifiziert. Ich habe schon das Beispiel Wikipedia angesprochen. Die Beispiele sind aber endlos. Im Prinzip wird der Großteil des Wissensdurstes, der früher in Bibs gestillt wurde, heute per Internet gestillt. Seien es ausländische Zeitungen, die man früher (Wochen nach deren Erscheinung im Ursprungsland) in einer Bib lesen konnte, seien es Bilder, die man nun eben per Internetsuche findet, seien es Informationen, die man früher nur in Sachbüchern bekommen hat. Gerade als "Wissensspeicher" werden Bibs natürlich teilweise irrelevant. Der Niedergang von Enzyklopädien als primäre Wissensspeicher hat das exemplarisch gezeigt (egal ob elektronisch oder auf Papier, die wenigsten Leute sind heute noch dafür bereit, für Lexikonwissen zu bezahlen, wenn man es kostenfrei in der Wikipedia erhält).

Aber wenn es in die Tiefe geht werden Bibs in Zukunft umso wichtiger. Nicht nur hochtrabend wissenschaftlich. Es wird immer sowas wie "Herrschaftswissen" geben, es wird nur immer subtiler werden. Und darum halte ich es für demokratisch geboten, dass gerade aufgrund der digitalen Umbrüche der Auftrag von Bibliotheken neu überdacht wird. Eben nicht als zentrale Wissensspeicher, sondern als Teil des Alltags der Bürger (Angebote muss man natürlich auch annehmen, klar). Vor Ort, in den Stadtteilen. Ironischerweise würde gerade die Digitalisierung dies auf beispiellose Art und Weise ermöglichen. Gerade wenn nämlich per Digitalisierung/ePublishing usw. Inhalte zunehmend per Datenleitung überall verfügbar sind und v.a. noch der wirtschaftliche Aspekt verhindert, dass sich diese jeder kostenfrei auch auf dem heimischen PC ansehen kann (was ich richtig finde, die Leute, die dieses Wissen generieren, müssen eben auch von was leben!), dann kommt die Gemeinschaftsleistung der Bereitstellung über Bibs im Besonderen zum Tragen. Man könnte in jedem Kiez einen öffentlichen "Bücherladen" einrichten, mit digitalen Leseplätzen, einer gewissen Grundausstattung an Präsenzmedien und der Möglichkeit per Magazin- und Fernleihebestellung auch an alle anderen Medien zu gelangen. Nichts anderes waren die "Volksbibliotheken" im 19. Jahrhundert in analoger Form. Es ging um alltagsnahe, möglichst niederschwellige und breite Angebote. Arbeitervereine haben Lesesääle eingerichtet, weil man nicht länger nur Proletarier sein wollte (Aufstieg durch Bildung als Triebfeder, bis heute wirksam, siehe immer neue Abi- und Studentenrekorde). Diese wurden dann später vom Staat übernommen und finanziell abgesichert.

Was auf den ersten Blick als großzügige Investition in diese Infrastruktur erscheinen mag, Großprojekte für viele Mio. Euro, ist für mich eigentlich eher ein Ausdruck davon, dass man sich von dem Ideal der- natürlich weniger glamourösen - Breitenbildung eher entfernt. Analog zum Gerede über Exzellenz an den Hochschulen, während das Gros der Studenten heute eine oberflächlichere Ausbildung erhalten soll, als vor den ganzen Bildungsreformen seit den 1990ern (vgl. Bachelor, dass jeder anschließend auch einen Masterplatz, analog zum alten Diplom, erhält ist vom System ja gar nicht gewünscht), das Bafög stagniert und die Gebäude marode sind. Aber hey, irgendwelche Exzellenzcluster für eine handvoll Glücklicher sind mit dem Besten vom Besten ausgestattet und die besten 2% kriegen zusätzliche Stipendien aus Steuergeldern. Ich kann als Bürger und Steuerzahler einfach nicht vertreten, kühne architektonische Visionen zu finanzieren, während die Bibs in der Breite und in der Fläche chronisch unterfinanziert sind (auch baulich!). Je mehr wir hier das Thema diskutieren, desto mehr verfestigt sich meine Ablehnung dieses ganzen Projekts.
  Mit Zitat antworten
Alt 06.01.14, 12:32   #88
verano
Fast ein Mitglied

 
Benutzerbild von verano
 
Registriert seit: 06.11.2006
Ort: Essen / Berlin
Alter: 35
Beiträge: 8
verano befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wettbewerb?

Vielleicht etwas spät, aber noch einmal zurück zum Ergebnis (falls nicht bereits angemerkt):

Der Jury standen zwei Damen vor, eine aus Stuttgart (Ragnarsdóttir) und eine aus Zürich (Lüscher). Vergeben wurden dann zwei erste Preise, jeweils an eine Büropartnerschaft aus Stuttgart (Regina Kohlmayer, Jens Oberst) und eine aus Zürich (Sarah Miebach, Rico Oberholzer).

Zufälle gibt's, oder: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt
verano ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.01.14, 13:14   #89
Chandler
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 27.07.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 883
Chandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz seinChandler kann im DAF auf vieles stolz sein
Habe mal nachgesehen. Es gab insgesamt 24 Preisrichter. Wenn es bei der Entscheidung in irgendeiner Weise demokratisch zugeht sollte es eigentlich nicht zu Bevorzugungen durch einen einzelnen Preisrichter kommen können.
http://www.stadtentwicklung.berlin.d...eisgericht.pdf
Chandler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.02.14, 18:57   #90
Batō
DAF-Team
 
Benutzerbild von Batō
 
Registriert seit: 30.06.2004
Ort: Frankfurt - Berlin
Beiträge: 6.798
Batō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes AnsehenBatō genießt höchstes Ansehen
Der Tagesspiegel berichtet über die Ausstellung der 40 Entwürfe auf dem Flughafengelände. Diese läuft noch bis zum 28. Februar 2014 im Transitgang A1 (Eingang über GAT-Bereich).
Im Artikel findet sich eine sehr umfangreiche Bilder-Galerie mit einigen Entwürfen die mir noch nicht bekannt waren.
__________________
Alle Bilder, soweit nichts anders angegeben, stammen von mir.

Berlin à la carte - die Projektkarte
Batō ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 04:25 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003-2018 Deutsches Architektur-Forum