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Alt 07.07.10, 13:50   #16
avila
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avila wird schon bald berühmt werdenavila wird schon bald berühmt werden
Stadtreparatur in der Pestalozzistraße in Charlottenburg mit einem gediegenem Patzschke-Entwurf, Türmchen inklusive: http://www.ziegert-immobilien.de/p17
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Alt 07.07.10, 14:19   #17
Beschty
Nachtwächter
 
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Beschty ist ein LichtblickBeschty ist ein LichtblickBeschty ist ein LichtblickBeschty ist ein LichtblickBeschty ist ein LichtblickBeschty ist ein LichtblickBeschty ist ein Lichtblick
Ist auf jedenfall eine "gediegene" Aufwertung der Straße, die teilweise sehr trist und schmutzig wirkt. Diese heruntergekommenen 60er Jahre Klötze könnten so nach und nach alle verschwinden wenn es nach mir geht. Wenn man mit der Sbahn von Westkreuz kommend nach Charlottenburg einfährt ist das ein echt beschämender Anblick.

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Alt 07.07.10, 14:48   #18
buergm
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buergm hat die ersten Äste schon erklommen...
Also ich finde ja, ein gewisser Hang zu den Bauten der Stalinära ist hier ja vorhanden...
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Alt 07.07.10, 15:05   #19
Cowboy
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Cowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes AnsehenCowboy genießt höchstes Ansehen
^ Ja, die Ähnlichkeit ist ja geradezu verblüffend. Und dass diese Hommage an die DDR-Fünfziger nun ausgerechnet im Westteil der Stadt entsteht, dazu noch im bürgerlich geprägten Charlottenburg, entbehrt nicht einer gewissen Komik.
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Alt 07.07.10, 15:26   #20
buergm
Junior-Mitglied

 
Registriert seit: 19.06.2009
Ort: Potsdam
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buergm hat die ersten Äste schon erklommen...
Hier mal ein Vergleichsbild aus Magdeburg:


Quelle: Bundesarchiv
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Alt 07.07.10, 15:29   #21
mkwiteaux
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mkwiteaux ist im DAF berühmtmkwiteaux ist im DAF berühmt
Beides ist Neoklassizismus, daher die Ähnlichkeit. Ist sicherlich nicht politisch.
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Alt 08.07.10, 16:28   #22
ulgemax
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ulgemax ist ein hoch geschätzer Menschulgemax ist ein hoch geschätzer Menschulgemax ist ein hoch geschätzer Menschulgemax ist ein hoch geschätzer Mensch
geändert hat sich allerdings die zielgruppe: für verdiente arbeiter werden die häuser in charlottenburg wohl kaum erschwinglich sein.
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Alt 08.07.10, 17:15   #23
dieselbär
Mitglied

 
Registriert seit: 15.06.2009
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Beiträge: 187
dieselbär sitzt schon auf dem ersten Ast
auf der Seite gibt es auch ein Interview mit Rüdiger Patzschke

http://www.ziegert-immobilien.de/p17...rchitekten.php

laut Interview waren die Türme sehr schwer durchzusetzen beim Planungsamt
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Alt 08.07.10, 19:20   #24
Architektenkind
 
Beiträge: n/a
@ mkwiteaux: Im aktuellen Fall wohl eher Neo-Neoklassizismus. Beide Bauformen mögen sich im Erscheinungsbild nicht sehr unterscheiden, sehr wohl aber unterscheidet sich der gesellschaftliche Kontext, in dem sie gebaut werden - und der ist sehr wohl politisch.

@ulgemax: eben. Wobei die Dinger in der DDR ja auch eher der Parteielite vorbehalten waren, oder zumindest der mittleren Nomenklatur. In der Sowjetunion war das wohl zeitweise anders - dort wurde in diesem Stil ja auch nicht nur fünf, sondern über 20 Jahre lang gebaut. Folglich gibt es in größeren russischen Städten bis heute Viertel im Zuckerbäckerdekor, die mit den westlichen Gründerzeitvierteln vergleichbar sind und tatsächlich von Arbeitern bewohnt werden/wurden. (Allerdings waren die Viertel, die ich kennengelernt habe, schon recht heruntergekommen, als ich Mitte der 90er Jahre auf Schüleraustausch in Russland war.)

Allerdings: Meckern will ich natürlich nicht. Was da in den 60er/70er Jahren in den Berliner Westen gekloppt wurde, unterscheidet sich kaum von den Katastrophen des Ostens (auch wenn es in Charlottenburg keine Flächenabrisse gegeben hat), und da ist natürlich so ein Nobel-Apartementhaus städtebaulich ein großer Fortschritt. Zumal "Gentrifizierung" in Charlottenburg auch nicht zu befürchten, sondern längst abgeschlossen ist.
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Alt 08.07.10, 22:57   #25
mkwiteaux
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 06.02.2009
Ort: Berlin
Beiträge: 280
mkwiteaux ist im DAF berühmtmkwiteaux ist im DAF berühmt
...

Wozu das vorangesetzte "Neo" zu "Neoklassizismus"? Es ist mir neu, dass sich Neoklassizismus weiterentwickelt hätte.

Und natürlich ist Architektur Ausdruck eines Zeitgeistes (auch wenn historisierend), und insofern politisch (seufz), ich will nur wildes Spekulieren über Hommagen (oder Revanchen) an den Osten ent-, öhm, -wildern.
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Alt 09.07.10, 01:03   #26
Konstantin
Diamant-Mitglied

 
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Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Württembergische Straße

@ Beschty

Die Württembergische hatten wir schon. Da gab es einen gruseligen Entwurf von Eike Becker BDA. Leibfried (Chef Bauwert) will da wohl das eine oder andere ändern. Der aktuelle Entwurf für die Bauwert, zu finden auf deren Website (http://www.bauwert.de/index.php/berlin-wilmersdorf.html) ist von Patzschke und Arno Bonnani.


Der Patzschke ist sicher traditionell. Zu Stalin-Zeiten hieß das "Nationale Tradition" (NatiTradi). Da mußte man sich auch seit den Dreißigern nicht umstellen.

Patzschke hingegen ist als Ferienhaus-Architekt auf Ibiza mit traditionellen Villen im Inselstil großgeworden.
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Ubi bene, ibi patria. Aristophanes
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Geändert von Konstantin (09.07.10 um 11:25 Uhr)
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Alt 09.07.10, 14:53   #27
Treverer
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Treverer sorgt für eine nette AtmosphäreTreverer sorgt für eine nette AtmosphäreTreverer sorgt für eine nette Atmosphäre
Vielen Patzschke Entwürfen fehlt irgendwie die Harmonie. Das wirkt oft so zusammengewürfelt und unabgestimmt. Das hat man (gerade) in Klassizismus und Neoklassizismus mit mehr Feingefühl für Proportion gelöst. Aber diesen Anspruch hat man sicher nicht mal...Hauptsache der Kunde bekommt was er will. Dafür hat es leider tatsächlich den gewissen Ferienhäuser-Touch.
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Alt 09.07.10, 14:55   #28
Architektenkind
 
Beiträge: n/a
@ mkwiteaux: Na, weil es ein wieder aufgewärmter Neoklassizismus ist. 50 Jahre lang hat niemand so gebaut, und jetzt wird der Stil neu entdeckt - und zwar nicht genauso wie damals, sondern modifiziert.

Typisch für den alten Neoklassizismus war ja weniger der sowjetische Zuckerbäckerstil, als eine strenge, geometrische Formgebung mit Kollossalordnung und Säulenhallen. Die neue Variante kommt meist verspielter daher, die Fassaden sind eher kleinteilig, häufig auch bunt, und richtige Säulen bekommt man eher selten zu sehen. Der alte Neoklassizismus und der Stalin-Stil hatten einen Hang zum Bombastischen gemein, zu Monumentalbauten, die ihren städtebaulichen Rahmen sprengten - die heutige Variante passt sich dagegen in ihre Umgebung ein; die Kubatur dieser Gebäude lehnt sich eher an die Gründerzeit an als an die 30er und 40er Jahre.

Der langen Rede kurzer Sinn: All diese Faktoren (plus die erwähnte Pause von Jahrzehnten) rechtfertigen es, glaube ich, von Neo-Neoklassizismus zu sprechen.
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Alt 09.07.10, 22:03   #29
million
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million ist einfach richtig nettmillion ist einfach richtig nettmillion ist einfach richtig nettmillion ist einfach richtig nettmillion ist einfach richtig nett
Richtige Ausführungen Architektenkind! Ich finde es interessant über die Begrifflichkeit zu diskutieren. Ich selbst finde den Bezug wichtig, wenn man die Vorsilbe Neo benutzt. Beziehen sich also Patschke oder Bonanni in ihrer Architektur auf die 30er bis 50er Jahre, dann wäre wohl Neo-Neo angebracht. Ich bezweifle das aber. Gerade auch wegen der politischen Aufladung, die hier schon angesprochen wurde. Somit können wir meines Erachtens heute nur von EINEM Neoklassizismus sprechen. Eine Neuinterpretation von klassischen Formen in einer Strenge wie sie der Klassizismus unter Schinkel, Klenze oder Langhans hervorgebracht hat.

Das ist aber sicherlich eine Diskussion für einen anderen Thread, zumal interessant wäre, ob regional unterschiede zu erkennen sind.
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Alt 10.07.10, 12:22   #30
Konstantin
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Bonanni ist sicher weder ein Neo-Neoklassizist, noch ein Neoklassizist noch ein Klassizist sondern ein in den 80ern hängengebliebener Postmoderner.
Patzschke würde ich schon Neohistorist nennen, denn nicht immer bezieht er sich auf den Klassizismus sondern mischt traditionelle Elemente.
Ein Neoklassizist ist z. B. Stephan Höhne (z. B. Prenzlauer Gärten). Auch wenn Säulenkolonnaden etwas aus der Mode gekommen sind.
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