Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Regionale Themen > Osten > Berlin/Potsdam

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 11.04.13, 18:06   #46
ReinhardR
Silbernes Mitglied

 
Benutzerbild von ReinhardR
 
Registriert seit: 25.09.2007
Ort: 48165 Münster
Alter: 68
Beiträge: 870
ReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfachReinhardR braucht man einfach
Hochhäuser auf dem Marx-Engels-Forum würden nicht nur das Schloss marginalisieren
sondern womöglich auch noch den Blick auf das Rote Rathaus beeinträchtigen.

Nein: Dorthin passen nur Gebäude bis maximal zur Standart-Traufhöhe!
ReinhardR ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 18:39   #47
Hobbyist
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 03.03.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 898
Hobbyist sorgt für eine nette AtmosphäreHobbyist sorgt für eine nette AtmosphäreHobbyist sorgt für eine nette Atmosphäre
^
Zustimmung! Allein schon die Wirkung der Schlosskuppel würde damit arg beeinträchtigt.
Hobbyist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 19:01   #48
Kleist
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 22.09.2010
Ort: Berlin
Alter: 48
Beiträge: 1.547
Kleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes AnsehenKleist genießt höchstes Ansehen
Wenn es entschädigungsfrei möglich ist bin ich dafür,die Kollhoffschen Hochhauspläne am Alex fallen zu lassen. Nur Hines und das Mini Hochhaus hinterm Alexa und sonst nichts.
Die Hochhauspläne,die von Anfang an unrealistisch waren,1993 war die Euphorie längst verflogen,behindern die Entwicklung des gesamten Gebietes.Solange man an diesen Plänen festhält,werden alle anderen Optionen verhindert. Ohne dieses Wolkenkuckucksheim wären der Alex und seine Umgebung heute wahrscheinlich besser entwickelt.

Das Problem ist allerdings,dass man ausser am Alex keine weiteren Hochhausstandorte ausgewiesen hat.Fast überall in den zentralen Lagen gibt es massive Widerstände,selbst gegen 13 Geschosser. IMHO sollte man überlegen am Hbf / EC ein bis zwei Hochhausstandorte mit zu planen.Dort dürfte der Widerstand am geringsten sein. Es ist ja nicht so,dass kein Bedarf an Büroräumen besteht,aber es gibt zu viele Entwicklungsgebiete und zu viele kleinere Projekte.
Kleist ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 19:02   #49
Hausschwamm
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 06.12.2007
Ort: Berlin
Alter: 47
Beiträge: 420
Hausschwamm ist einfach richtig nettHausschwamm ist einfach richtig nettHausschwamm ist einfach richtig nettHausschwamm ist einfach richtig nettHausschwamm ist einfach richtig nett
Jetzt muss ich tatsächlich auch zustimmen Ich meinte eigentlich das Gebiet um den Platz zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße auf dem der Neptunbrunnen steht (der sowieso vor das Schloss gehört). Das liegt auch ausserhalb der Blickachse von Unter den Linden.
Hausschwamm ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 20:11   #50
Klarenbach
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 18.11.2010
Ort: Berlin
Beiträge: 1.258
Klarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz seinKlarenbach kann im DAF auf vieles stolz sein
Ich finde, dass die Debatte über eine Revision des Kollhoff-Planes längst überfällig ist. Dieser Plan hat einfach zuviele Mängel, als dass er beibehalten werden sollte.

Ein Problem ist, dass der Plan am realen Bedarf völlig vorbeigeht. In der Ursprungsversion hat der Plan ja den Bau von 13 Hochhäusern mit einer Höhe von 150 Metern vorgesehen, der Bedarf reicht bisher nicht einmal für ein Hochhaus. Ich habe auch große Zweifel, dass der angekündigte Wohnturm kommt. Die Kosten für Wohnhochhäuser sind einfach dermaßen hoch, dass sie sich nur bei sehr hohen Mieten oder Kaufpreisen amortisieren. Beides ist am Alexanderplatz nicht zu erzielen.
Zweitens, und das wiegt noch schwerer, ist der Kollhoff-Plan extrem unflexibel. Er funktioniert nur, wenn er in großen Teilen realisiert wird. Er sieht dagegen keine Strategien für den Fall vor, dass sich die Nachfrage nicht wie erwartet entwickelt. Er erlaubt kein schrittweises Vorgehen, keine Strategie der kleinen Schritte, die sich viel besser an wechselnde Marktlagen anpassen kann.
Diese Schwäche hat mit einem dritten Problem zu tun, mit der mangelhaften Berücksichtigung des vorhandenen baulichen Bestandes. Der Kollhoff-Plan ist letztendlich ein "tabula-rasa-Konzept", eine Kahlschlagplanung, die den Abriss der Bestandsbauten erfordert. Wenn sich die Eigentümer entschließen, diese Bestandsbauten nicht zu abzureißen, sondern zu erhalten, dann geht der ganze Plan nicht auf.

Daher halte ich es wichtig, den Kollhoff-Plan zu beerdigen und stattdessen behutsamere, flexiblere Planungen zu entwickeln. Daher ist es gut, dass Regula Lüscher diese Diskusssion jetzt anstößt. Ich bin kein Rechtsexperte, aber wenn es wirklich möglich sein sollte, die Planungen abzuwickeln, dann sollte diese Chance unbedingt genutzt werden. Zur Zeit hängt der Kollhoff-Plan noch wie ein Damoklesschwert über dem Platz und behindert seine Weiterentwicklung.
Klarenbach ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 20:20   #51
libero
Markenarchitekt
 
Registriert seit: 15.11.2004
Ort: Berlin
Alter: 51
Beiträge: 664
libero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblicklibero ist ein wunderbarer Anblick
^^@Hausschwamm: Auch das nicht. Das wichtige aus meiner Sicht ist Alt-Berlin frei zu halten von Höhe, vor allem, damit die Sichtachse Unter den Linden auf Mitte die Türme und Kuppeln möglichst störungsfrei von Marienkirche-Dom-Rathaus-Schlosskuppel, Nicolaikirche-Stadthaus- bis Parochialkirche (in Zukunft) und eigentlich auch Petrikirchturm voll zur Geltung kommen (Referenzblick aus meiner Sicht Postkartenmotiv von der Siegessäule über das Brandenburger Tor nach Alt-Berlin). In Alt-Berlin und Alt-Cölln (Spreekanal bis Stadtbahndamm) hat alles wesentliche über Traufhöhe aus meiner Sicht gar nichts zu suchen. Wenn die Investoren in die Höhe denn bauen wollen, dann bitte hinter der Stadtbahn und eigentlich auch nur links von Fernsehturm aus Sicht unter den Linden (damit wäre das Alexa-Hochhaus eigentlich eine Sünde) und Rechts vom Fernsehturm aus Sichtachse KMA ab Straussberger Platz/Frankfurter Allee (damit wäre das Alexa-Hochhaus ebenfalls die Sünde, weil es direkt vorm Fernsehturm steht und die Kugel vom Straussberger teilweise verdeckt). Die dritte wichtige Sichtachse wäre noch der Blick von der Oberspree (Jannowitz bis Oberbaum) - auch von da dürften links vom Fernsehturm keine HH stehen, um eben die historischen Türme wirken und den historischen Kern der Stadt weithin sichtbar zu lassen.
libero ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 20:30   #52
Mosby87
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 16.12.2012
Ort: Berlin
Alter: 30
Beiträge: 460
Mosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbarMosby87 ist im DAF unverzichtbar
Einige der von Klarenbach angesprochenen Aspekte finden sich auch in einem Artikel des Tagesspiegel, der sich mit dem Abrücken des Senats von den Plänen Hans Kollhoffs befasst. Auch die Abendschau hat heute (natürlich) hierüber berichtet und die unterschiedlichen Positionen noch einmal zusammengefasst.
__________________
Alle eingestellten Bilder stammen - sofern nicht anders angegeben - von mir und unterliegen der Lizenz CC BY-NC 3.0.
Mosby87 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 21:01   #53
Johnny
Wichtiges Mitglied

 
Benutzerbild von Johnny
 
Registriert seit: 23.09.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 658
Johnny sorgt für eine nette AtmosphäreJohnny sorgt für eine nette AtmosphäreJohnny sorgt für eine nette Atmosphäre
Wozu denn jetzt dieser Aktionismus? Wenn die Eigentümer ihren Bestand noch nicht abreissen wollen ist das doch ok. Der Platz wird sich so oder so langsam entwickeln und wenn der entsprechende Bedarf irgendwann da ist (und das wird er garantiert!), dann geht das mit der Bebauung von selbst.
__________________
Alle eingestellten Bilder von mir & gemeinfrei.
Johnny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 21:05   #54
tel33
Goldenes Mitglied

 
Benutzerbild von tel33
 
Registriert seit: 08.07.2009
Ort: Berlin
Alter: 49
Beiträge: 1.799
tel33 hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Zitat:
Zitat von Hausschwamm Beitrag anzeigen
Ich meinte eigentlich das Gebiet um den Platz zwischen Fernsehturm und Spandauer Straße auf dem der Neptunbrunnen steht (der sowieso vor das Schloss gehört). Das liegt auch ausserhalb der Blickachse von Unter den Linden.
Also das Marienviertel? Das dürfte ja wohl der ungeeignetste Ort für Hochhäuser jedweder Art im gesamten Stadtgebiet sein... Nördlicher Alex, bis zur Mollstraße - da darf man sich meinetwegen austoben.
__________________
(c) -> Mein Berlin @ flickr

Anonymer Trinkspruch des Tages: "Unerheblich-Uninteressantes unsympathisch rübergebracht!" :*
tel33 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 22:43   #55
Ostkreuzblog
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 21.10.2010
Ort: Berlin
Alter: 39
Beiträge: 510
Ostkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle Zukunft


Ein echter urbaner Platz, der Times Square in New York und ein mittelmäßiger Stadtplatz mit Dauerrummel, der Berliner Alexanderplatz.

Das Bild vom Times Square ist am 24.12.2012, also Heiligabend entstanden.
Das Bild vom Alexanderplatz letzte Woche, also fast 15 Wochen nach Weihnachten.

Es fehlt definitiv noch ein Lidl, Aldi oder Netto Flachbau auf dem Platz. Irgendwo muss ja das Volk sein Sternburger in rauen Mengen erwerben können.
__________________
--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Ostkreuzblog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 23:24   #56
Japher
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 22.08.2005
Ort: Berlin
Beiträge: 384
Japher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer MenschJapher ist ein hoch geschätzer Mensch
@Ostkreuzblog: Aber was soll denn nun am Times Square erstrebenswert sein? Die Gegenüberstellung zeigt doch ganz gut, dass beide Plätze ziemlich ähnlich sind: An beiden Orten regiert allein der Konsumrausch, es ist laut, ungemütlich und geht proletenhaft zu. Wenn es einen Rummelplatz gibt, ist es der Times Square doch schlechthin! Und auch die Architektur (soweit überhaupt noch erkennbar) ist, abgesehen von der Höhe vielleicht, am New Yorker Platz selbst auch nicht gerade spektakulär.
Japher ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.04.13, 23:39   #57
Ostkreuzblog
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 21.10.2010
Ort: Berlin
Alter: 39
Beiträge: 510
Ostkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle ZukunftOstkreuzblog hat eine wundervolle Zukunft
@Japher warst du schon mal da?

Es ist so dass der Namensgeber schon mal eine der größten Zeitungen der Welt ist, die New York Times, das hat schon mal was.
Dann hat man am Times Square den Broadway, berühmt für seine vielen Musicals. Die vielen Reklametafeln mögen nicht jedem gefallen, jedoch machen sie die Nacht zum Tag und sorgen für einen Wow-Effekt beim Besucher.

Der Alex hingegen ist Abends einfach nur tot, wie zu DDR Zeiten. Vor dem Krieg war der Alex auch sehr belebt und es gab auch Leuchtreklametafeln, sehr viel sogar. Heute wird der Platz mit Absicht tot gehalten. Krönung sind diese Holzbuden sowie die Erzgebirgspyramide.

Mein eigentliches Augenmerk galt jedoch des Datums an dem beide Bilder entstanden sind. Wir haben April und auf dem Alex steht ein Weihnachtsmarkt, während am Times Square an Heiligabend fast nichts und wenn nur sehr dezent was von Weihnachten zu sehen ist.

Die Leuchtreklame am Times Square spielt pro Quadratmeter sogar mehr Geld ein als der Quadratmeterpreis der anliegenden Büros. Kann also nicht von so schlechter Aufenthaltsqualität zeugen.

Frau Regula Lüscher war es auch die sich einst dafür stark machte dass es keine Leuchtreklame am Alex geben wird.

Haben wir den sozialistischen Riesenplatz jetzt nicht lang genug gesehen? Mehr Farbe bitte.
__________________
--
Neues vom Ostkreuz im Ostkreuzblog
Ostkreuzblog ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.13, 00:38   #58
nikolas
DAF-Team
 
Benutzerbild von nikolas
 
Registriert seit: 19.11.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 3.261
nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Was soll dieser suggestive Vergleich von Äpfel und Birnen? Zentraler Platz in der Welthauptstadt vs. zentraler Platz in der ehem. Hauptstadt der DDR. Ostküsten- vs. Ostblockarchitektur? Coca Cola vs. Sternburger?
Ich versteh es einfach nicht...

Der Plastikrummel am Alex ist auch meine Sache nicht. Gleichwohl besteht zum Alex-Bashing nun wirklich kein Anlass. Wenn man nicht gerade das Kriterium der klassischen "Schönheit" zum Anlass nimmt, so empfinde ich die Gesamtsituation "Alex" als nicht sonderlich defizitär. Ein bishen Balkan, ein bishen Disparates und Undefiniertes dürfen wir an dieser Stelle schon aushalten. So denke ich.

Der Platz tut sich entwickeln, nach den Bedürfnissen und Bedarfen der Zeit. Den Kollhoff-Plan mag man deshalb gerne zu Gunsten einer flexibleren Lösung zur Disposition stellen.

Ganz allgemein verstehe ich die Hitzigkeit nicht, mit welcher sich die Protagonisten in den Berliner Feuilletons (weniger hier im Forum!) die Köpfe rot reden.

Der Alexanderplatz, wie wir ihn vorfinden, ist das Ergebnis einer städtebaulichen tabula rasa Politik. Der ganze Historismus musste damals weg, da nicht mehr zeitgemäß opportun und die ganze sozialistische Moderne musste hin, da opportun. Das finden natürlich ganz viele Leute heute ganz abscheulich. Manche sind nun heute der Meinung, dass die gesamte sozialistische Moderne doch weg muss, da nicht mehr zeitgemäß opportun und die ganze post-postmoderne Architektur hin muss, da opportun. Sozusagen eine "fight-fire-with-fire" Reaktion auf die tabula rasa Politik der vergangen Tage.
10 Hochhäußer da hinklotzen zu wollen empfinde ich zumindest mehr als vulgäre Überformung denn als sinnvolle Ergänzung des Alexanderplatzes + Umfeld. Aber auch einige andere Pläne und Wünsche, die zur Zeit öffentlich artikuliert werden, zielen eher auf Umwertung denn Weiterentwicklung.

Anders als damals an der Mauer-Brache Potzdamer Platz bewegt man sich mit dem Alex in einer vorgefunden städtebaulichen Situation. Diese wieder komplett umgestalten und umdeuteln zu wollen finde ich ein wenig phantasielos.
Etwas mehr Ausgeruhtheit in den Debatten, etwas mehr perspektivischer Inkrementalismus in der Planung bzw. auch ein bishen "durchwurschteln" darf hier schon sein.

Klar, man kann und darf und soll man manches besser machen an der "Ist-Situation". Und klar auch; Alexa und Saturn ist Murks, manch Anderes ist einfach nur banal! Irgendwie aber auch ein Ergebnis der mangelnden Wertschätzung die der städtebaulichen "Ist-Situation" entgegengebracht wird. Wenn in der öffentlichen Meinung zum Alex alles nur irgendwie "Sternburger" und problembehaftet ist, warum sollten Investoren diesen Platz dann ästhetisch ambitionierter behandeln?

Ein gewisses Grundbekenntnis und Affirmation der "Ist-Situation", gepaart mit einer ausgeruhten und bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Umfeldes, erscheint mir deshalb angebrachter, als den Alex immer wieder aufs Neue komplett zur Disposition zur stellen.

Zur "Ist-Situation", die es zu bejahen gilt, zähle ich ausdrücklich auch den transitorischen und weitläufigen Charakter des Alexanderplatzes + Umfeld. "Betonwüste" hin oder her - man kommt schnell von A nach B, das Auge blickt weit und wird nicht durch "Stadtgrün" und kleinteilige Bebauung gestört. Das ist auch eine Facette von Urbanität, die Berlin gut tut.
Jegliche Bemühungen den Platz zu einem Ort "an dem die Menschen sich wieder wohlfühlen" "sich wieder begegnen können", "den Platz wieder erleben können" und was sonst noch diesen Wellness-Denker/Innen wieder vorschwebt, bitte ich deshalb tunlichtst zu unterlassen! Ich will hier weiterhin klare Kanten und einen großzügig bemessenen Stadtraum und keine "weichgezeichneten und wiedererlebbaren Wohlfühl-Oasen". Für die oben genannten Bedürfnisse gehe ich in den Stadtpark oder in die Kneipe.

P.S. Die Beiträge 764 & 765 habe ich eben erst gelesen.
__________________
Ein Leuchtturm ohne Meer ist eine Bauruine!
nikolas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.13, 00:57   #59
jan85
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 09.07.2008
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 1.514
jan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunftjan85 hat eine wundervolle Zukunft
@Ostkreuzblog: Ich persönlich fände etwas Leuchtreklame am Alex nicht schlimm und ich hätte auch weiterhin überhaupt nichts gegen einige zusätzliche Hochhäuser (ob 69m, 100m oder 150m). Aber trotzdem verschließt sich mir die Logik und Argumentation des Vergleichs. Beim Times Square (zumindest auf Bildern noch hässlicher und noch mehr "billige" Effekthascherei als am Alex) kann ich keine echte Aufenthaltsqualität erkennen und ich weiß auch nicht was die Erträge aus Werbung mit Aufenthaltsqualität zu tun haben sollen. Wenn die Tafeln pro m² weniger einbringen würden als die Büros dann wäre das auch zugleich weniger Aufenthaltsqualität

Und ich finde es immer wieder interessant, wenn dem Alex die Urbanität abgesprochen wird. An den objektiven Kriterien kann das mE nicht liegen, der Platz ist extrem stark frequentiert und auch verdichtet. Gut ich bin selten spät Abends da wenn die Läden zu sind, aber wirklich tot kam er mir nie vor. Die Kritik an Ästhetik und Aufenthaltsqualität kann ich hingegen schon verstehen. Hier sehe ich aber durch die Lückenschlüsse eine langsame Verbesserung der Situation. In dem Sinne würde ich eine gut abgewogene Überprüfung des Kolhoff-Plans auch befürworten, eher als weitere Jahrzehnte stur darauf zu pochen. Vielleicht kann man ja trotzdem so bauen, dass einige Türme noch aufgesetzt werden können. Ich kann mir vorstellen, dass der Bedarf schon da ist falls man die Preise nicht zu extrem nach oben schraubt. Einige weitere Hotels und auch Wohnungen würden zudem doch dazu beitragen den Platz noch urbaner wirken zu lassen.
jan85 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.04.13, 09:19   #60
Hobbyist
Silbernes Mitglied

 
Registriert seit: 03.03.2011
Ort: Berlin
Beiträge: 898
Hobbyist sorgt für eine nette AtmosphäreHobbyist sorgt für eine nette AtmosphäreHobbyist sorgt für eine nette Atmosphäre
Bei der Debatte um die Abkehr vom Kolhoff-Plan fehlt mir ein wenig das Konkrete: meiste wird über den Hochhausbau geredet, aber nicht über den Grundriss. Was ist mit letzterem? Steht der auch zur Disposition? An sich ist dieser ja nicht schlecht, gerade was die Nachverdichtung zwischen Alexanderplatz und Alexanderstraße anbelangt.

Interessant ist am ursprünglichen Plan auch der kreisförmige Platz, funktionell zwar fragwürdig (die Straßenbahn macht Halbkreise mitten auf dem Alex), aber optisch ganz ansprechend (ggf. durch Pflasterung könnte man dies ja noch nachholen, obwohl eine Berolina-Statue in besagtem Rondel auch nicht übel wäre )
Hobbyist ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:43 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2018, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003-2018 Deutsches Architektur-Forum