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Alt 31.05.13, 16:34   #106
Hobbyist
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Im Artikel wird auch meine Frage beantwortet, die ich hier stellte:
http://www.deutsches-architektur-for...631#post376631

Der Grundriss des Kohlhoff-Plans soll weitestgehend beibehalten werden, grundsätzlich sind Hochhäuser befürwortet, allerdings nicht mehr so viele, bspw. kein drei auf dem Areal zwischen Galeria und Saturn (ein alternativer Entwurf geisterte hier doch schon vor ein zwei Jahren im Forum rum, meint Lüscher dies? Dann wär das aber nicht wirklich neu).
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Alt 31.05.13, 16:49   #107
I_Engineer
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Ich war an dem Abend im Publikum und habe mir die Diskusion live angehört.
Prinzipiell wird das in der Presse alles etwas verkürzt und polarisiert dargestellt, weshalb auch der Eindruck, den die einzelnen Teilnehmer hinterlassen etwas verfälscht wird.

Speziell Lüscher hat bei mir an dem Abend doch sehr gewonnen---
Es geht ihr nicht darum, den kolhoff plan aus prinzip zu ändern. (weil sie kollhoff oder dessen architektursprache nicht mag) Ganz im gegenteil geht es ihr darum, an seinem Plan festzuhalten (!) und diesen eben nach dem Stillstand der letzten 20 Jahre so anzupassen, das die Hochhäuser insgesammt, aber insbesondere die Sockelbebauung im Bereich des Park Inn in absehbarer Zeit basierend auf der aktuellen Martklage und Nachfrage realsiiert werden können. Lüscher war die erste, die an dem Abend nein gesagt hat, als an dem Abend die Rede von einem neuen Wettbewerb für einen neuen Masterplan war.

Anpassung war aus ihrer sicht in 3 Bereichen nötig: Das Haus des Reisens, das sie wohl erhalten will.
Dann will sie eine Loslösung der Hochhäuser von der Sockelbebauung rund ums Park inn, so das erst mal der Alexanderplatz als Platz vervollständigt werden kann,und die Hochhäuser dann kommen können, wenn die Nachfrage da ist . Sei es nun als Wohnhochaus oder als Büro oder Hotel wird sich dann zeigen.

Und zu guter letzte eben das Park Inn, für das es aus Ihrer sicht derzeit aus wirtschaftlicher sicht überhaupt keine Perspektive für einen Abriss und Neubau gibt. Was nicht heissen muss, dass das Hochhaus in 20 Jahren nicht doch abgerissen werden könnte, und mit einem Haus gemäss kolhoff plan ersetzt werden könnte (!!!)

Es geht ihr eben darum, Stadt und stadplanung als Prozess zu begreifen und nicht als einmaligen kraftakt um eine grosse, gefälllige Figur zu errichten, die dann für immer buchstäblich in Stein gemeisselt ist.

Genau das finde ich als ex Münchner, also einer stadt, in der sich gar nichts mehr tut, weil alles wie eingefroren ist sehr sympathisch und lässt für Berlins zukunft hoffen.

Sie selbst behauptete auch von Sich, das sie ein keinster weise gegen "visionen" sei.
Aber man müsse sich dann eben auch klar machen, was es zu heissen hat, "visionen" zu haben, und das sich das nicht auf "sich in den Himmel schraubenende Hochhäuser" beschränken dürfe (gegen die sie im übrigen nicht hat !!!!)
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Alt 31.05.13, 17:25   #108
Hobbyist
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Kann man nicht einfach je nach Bedarf auf die Sockelbauten ein Hochhaus raufpacken, statt wie beim Saturn den Teil zur Alexanderstraße freizuhalten?
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Alt 31.05.13, 17:43   #109
I_Engineer
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Genau das war bisher eben das Problem, weil der Kollhoff plan eben vorsah, das sockel und hochhaus einen integralen gesamtbaukörper bilden.

Beim Saturn bzw. dem Hines Grundstück ist man erstmals davon abgerückt und hat das Hochhaus neben den sockel als eigenen Baukörper gestellt.
Erst dadurch war die Schrittweise entwiclung des Grundstückes möglich.

Und aus genau dieser (positiven) Erfahrung heruas will lüscher dieses Prinzip auch für die anderen Grundstücke anwenden.

Das problem ist ja, wenn man nur den Sockel baut, aber sämtliche vorrichtungen bereits mitbaut, die für einen irgendwann mal zu errichtentenden Turm nötig wären (Fahrstulschächte, Lobby, Fluchttreppenhäuser, Leitungsschächte etc etc) wird man nie wirtschaftlich bauen können. Und dann baut man eben gar nicht, so wie bisher.....
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Alt 31.05.13, 18:01   #110
Hobbyist
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Achso ich dachte das wäre allgemein so wie am Saturn geplant, sprich Sockel vorne extra und Hochaus dahinter.
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Alt 31.05.13, 18:12   #111
Klarenbach
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Ich war auch auf der Veranstaltung am Mittwoch, und ich habe die Aussagen von Regula Lüscher so verstanden, dass sie vor allem einen Diskussionsprozess zur Zukunft des Alexanderplatzes in Gang setzen will. Am Anfang ihrer Ausführungen machte sie deutlich, dass sich gegenüber der Zeit vor 20 Jahren, als der Kollhoff-Plan entwickelt wurde, einige Rahmenbedingungen grundsätzlich geändert hätten. Einerseits wären die Wachstumserwartungen dieser Zeit nicht aufgegangen. Andererseits wäre der Kollhoff-Plan davon ausgegangen, dass die Bestände aus der Nachkriegszeit keine langfristige Perspektive hätten und daher komplett abgeräumt würden. Diese beiden Prämissen hätten sich grundsätzlich geändert. Gebäude wie das Haus der Elektroindustrie, das Haus des Reisens, das Park Inn-Hotel, das Haus des Lehrers hätten wohl eine langfristige Perspektive. Daher müsste über eine Veränderung des Planes diskutiert werden, weil das Damoklesschwert der Abrissplanungen eine Weiterentwicklung dieses Gebietes blockieren würde.

Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass sie jetzt keinen neuen Masterplan aus dem Hut zaubern will, sondern dass sie eher auf eine Strategie der kleinen Schritte setzt. Moderator Nikolaus Bernau warf während der Diskussion die Frage auf, ob der Alexanderplatz nicht eine neue große Vision bräuchte. Regula Lüscher meinte darauf, dass solch eine großartige Vision nur dann realisierbar wäre, wenn die Stadt Grundstückseigentümerin und Bauherrin wäre. Dies wäre aber nicht der Fall, daher müsste man versuchen, mit den unterschiedlichen Eigentümern punktuelle Verbesserungen, wie zum Beispiel die Schaffung einer öffentliche Durchquerung des Hauses der Elektroindustrie zu erreichen. Diese Strategie der kleinen Schritte, die im Dialog mit den Bürgern entwickelt werden müssten, wäre ihre Vision.

Eine aktuelle Frage, die während der Veranstaltung kaum angesprochen wurde, dürfte die Zukunft des Hauses der Statistik sein. Die derzeitigen Planungen sehen einen Abriss des Gebäudes und einen Neubau vor, der in die Fluchtlinie der Karl-Marx-Allee hineinragen würde. Da nun das Haus des Reisens und das Haus der Elektroindustrie langfristig erhalten werden sollen, wäre solch ein Neubau ein städtebauliche Katastrophe. Daher dürfte es in nächster Zeit vor allem darum gehen, diese konkrete Planung zu verändern.

Am Rande äußerte sich Regula Lüscher auch zum Thema Autoverkehr. Dabei machte sie deutlich, dass sie von einer autogrechten Umgestaltung des Alexanderplatzes nicht viel hält, sondern dass sie eher von einem Rückgang des Autoverkehrs ausgeht.
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Alt 31.05.13, 18:19   #112
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Inwiefern wäre ein Neubau auf dem Areal des Hauses der Statistik eine städtebauliche Katastrophe? Ist es nicht eher ein Fehler des Masterplans das Gebiet so groß zu umfassen? Sollte man nicht lieber punktuell den Alex für sich, die nördliche Alexanderstraße für sich, das restliche Gebiet bis Mollstraße für sich und auch das Areal des HdS für sich zu sehen und dementsprechend dort zu handeln?
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Alt 31.05.13, 18:43   #113
Konstantin
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Zitat:
Zitat von Klarenbach Beitrag anzeigen
Moderator Nikolaus Bernau warf während der Diskussion die Frage auf, ob der Alexanderplatz nicht eine neue große Vision bräuchte. Regula Lüscher meinte darauf, dass solch eine großartige Vision nur dann realisierbar wäre, wenn die Stadt Grundstückseigentümerin und Bauherrin wäre.
Im Berliner Stadtkern gehört dem Land fast 90 Prozent der Flächen und es passiert seit 20 Jahre nichts, von "großer Vision" ganz zu schweigen. An den Eigentumsverhältnissen liegt es also nicht...
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Alt 31.05.13, 18:52   #114
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Am Alex? Soweit ich weiß gehört das Haus der Elektroindustrie dem Bund, Blackstone die südliche Alexanderstraßenseite, Hines das Saturn-Areal. Wie es beim Haus der Statistik und des Reisens aussieht, wei0 ich nicht.
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Alt 31.05.13, 19:21   #115
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Neuer Besitzer des Hauses der Elektroindustrie ist nach dem Verkauf des Gewerbeteils der TLG der Finanzinvestor Lone Star.
Das Haus der Statistik gehört der BIMA. Dafür gibt's auch einen eigenen Thread. Der Abriss des HdS ist im Prinzip beschlossene Sache.
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Alt 31.05.13, 19:28   #116
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Lone Star? Echt jetzt? Nicht Lord Helmchen?
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Alt 31.05.13, 19:30   #117
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Nicht ganz

Münte würde von einer Heuschrecke sprechen.
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Alt 31.05.13, 19:43   #118
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Aha, eine Investment-Gesellschaft aus den USA.

Die Ironie ist, daß die Bank im HdE an der Ecke zur Straßenbahn Immobilien-Investments in US-Städten zwecks Alterssicherung anbietet.

Das ist gelebte Globalisierung. Man weiß garnicht ob man drüber lachen oder weinen soll.
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Alt 02.07.13, 15:22   #119
Batō
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Gunnar Schupelius heult sich in seiner üblichen polemischen und oberflächen Art und Sichtweise darüber aus, dass in Berlin keine Hochhäuser ala The Shard entstünden. Mit der Abkehr vom Kollhoff-Plan bliebe Mittelmäßigkeit und das Kleinkarierte erhalten.
Als Vorbild für den Umgang mit den "unansehnlichen Relikten der 60er und 70er Jahre" nennt er Potsdam bei dem der Abriss des Mercure seiner Meinung nach schon so gut wie beschlossen sei

Somit entstünde überall nur Mittelmaß und Lüscher hätte keine Ideen wie dieser Kreis durchbrochen werden könnte.

Artikel BZ
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Alt 02.07.13, 16:43   #120
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Steckt hinter dem Geheule eigentlich mehr als eine Portion Großmannssucht? Mein Ohr hat der Autor schon mit seiner herablassenden Bewertung der Neubauten am Breitscheidplatz verloren. Das entstehende Ensemble finde ich persönlich ziemlich gelungen. Was hätte sich denn Herr Schupelius stattdessen dort gewünscht?

Am Alex dagegen scheint ja zurzeit mehr offen zu sein denn je. Da gibts kein Grund zum Jammern.
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